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UZ MI^ Sägeblatt

Amtlicher Anzeiger

BezsASprei» vierteljährlich für HersfeL 1L6 Mark, dvrch bis Post Ls- *,_ r f h

zogs« 1.80 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei Hersfeld. Mr die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

für den Kreis Hersfeld

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^Ölungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag «achnnttag«. £

Nr. 306 "--" °--N-^°>"i-lm-"» Sonntag, den 31. Dezember

1916

Zar Fahrrsweadr.

Ein weiteres Jahr des großen Krieges liegt hinter uns, gekrönt' von unvergleichlichen Erfolgen unseres tapferen Heeres, getragen von unermüdlicher Arbeit und opfermutiger Hingabe unseres ganzen Volkes.

Neue große Aufgaben treten an uns heran, denen wir nur bei äußerster Anspannung unserer militärischen und wirtschaftlichen Kräfte gerecht werden können. Ihre Bewältigung, unter Mitarbeit aller BevölkerungSkreisen wird uns zum endgiltigen Er­folge und zum Frieden führen.

In diesem Sinne wollen wir voll Zuversicht in das neue Kriegsjahr eintreten, dabei voll Dankbar­keit und Anerkennung aller derer gedenkend, die Gut und Blut für unser geliebtes Vaterland Hingabe«.

Ich setze voraus, daß allenthalben der Wille besteht, den Jahreswechsel in Ernst und Würde zu begehen, und erwarte von dem gesunden vater­ländischen Empfinden der Bevölkerung, daß auch bei dieser Jahreswende alles unterbleiben wird, was der Bedeutung und der Größe der Zeit nicht würdig ist.

Das vorjährige Verbot des Schießens und des Abbrennens von Feuerwerkskörpern in der Neujahrs­nacht bleibt in Kraft.

Der Kommandierende General von Hangwitz

General der Infanterie.

der Vergeltung wird, unbeschadet der Befugnis des Reichskanzlers zum Erlaß allgemeiner Anordnungen dem Reichsschiedsgerichte für Kriegswirtschaft über­tragen. Die Entscheidung erfolgt durch den Vor­sitzenden oder in dessen Vertretung durch ein Mitglied, welches die Befähigung zum Richteramte besitzt.

Artikel 2

Der Antrag auf Auflösungserklärung ist schriftlich Sei dem Reichsschiedsgerichte für Kriegswirtschaft ein-

zureichen.

Artikel 3

AmtNÄrr Teil

Hersfeld, den 22. Dezember 1916.

Die noch nicht ausgehobenen Militärpflichtige« des Jahrgangs 1897 und der früherLnJahrgänge t^n/t^riT*^^ ?^^^;--££^^ I

bis 10. Januar 1917 bei dem Onsvörfkauöe ihres Wohnortes zu den Rekrntiernngsstammröllen anz«- «elden.

Die Herrn Ortsvorstänöe haben alsbald auf orts­übliche Weise bekannt machen zu lassen und dafür zu Jörgen, daß die in Betracht kommenden Militär- WhMtgcn ihren Meldepflichtigen nachkommen. Die ffrefolgten Meldungen sind in die aufzustellenden Re­krutierungsstammrollen einzutragen.

Die Letzteren, auch diejenigen der älteren Jahr­gänge, sind mir alsdann mit den dazu gehörigen Aus­zügen aus den Geburtsregistern und sonstigen Unter­lagen sofort eiuznreiche«.

In dem Antrag ist der Inhalt des Vertrags dar. zulegen.

Der Antrag soll ersehen lassen, ob die Auflösungs­erklärung für den ganzen Vertrag oder nur für einzelne Teile beantragt wird.

Im einzelnen soll der Antrag namentlich angeben:

1. die Vertragsparteien nach Namen, Stand oder Gewerbe, Wohnort und Staatsangehörigkeit)

2. den Zeitpunkt der Schließung des Vertrags)

3. den Gegenstand und den Umfang der Leistungen, auf die sich der^Vertrag beste ie die Höhe des Entgelts; : ^7"^

4. den Zeitpunkt,!« welchem d füllen ist oderbti ordnug^ zu erfüllen gMst - ,

5. die Abreden, ^welche für den Fall höherer Gewalt, ei KricgeS usw. die Erfüllungszeit hinausgeschöben oder in sonstiger Weise Vorsorge getroffen wird) falls derartige Abreden nicht ge­troffen sind, ist dies ausdrücklich zu vermerken.

Der Antrag soll ferner angeben:

6. inwieweit der Vertrag von der einen oder andern Seite oder von beiden Seiten schon erfüllt ist)

7. inwieweit und aus welchen Gründen der Vertrag nach allgemeinen Rechtsgrundsätzen als fortbe­stehend oder hinfällig angesehen wird oder aus welchen Gründen in dieser Beziehung Zweifel obwalten; ^

ertrag zu er- mäßiger Erledigung

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Artr^l 4

Ist eine Vertragspartei eine juristische Person, so ist außer ihrem Sitze tunlichst anzugebe«, welchen Staaten im wesentlichen die Beteiligten angehören. Ist eine Vertragspartei eine Handelsgesellschaft ohne juristische Persönlichkeit, so ist Name, Wohnort und Staatsangehörigkeit der Mitglieder anzugebe«.

Fortsetzung auf der 4. Seite.

J. M. Nr. 10697.

Der Landrat.

J. V.: Funke, Kreissekretär.

Hersfeld, den 22. Dezember 1916.

An Sie Ortspoltzeibehöröen des Kreises.

In Verfolg meiner Verfügung vom 5. Februar 1912 11471 Kreisblatt Nr. 20 12«rinner eich daran, daß dem Königlichen Kreisarzt hier am Echluße des Jahres das Verzeichnis über die in der Gemeinde wohnenden, außerhalb der Irrenanstalt in Privat- pflege lebenden Geisteskranken unter Benutzung bei vorgeschriebenen Formulars zu übersenden ist. Fehl­anzeige ist nicht erforderlich.

Tgb. No. I. 12878. Der Landrat.

I B.:

Funke, Kreissekretär.

Abgekürzte Bekanntmachung.

Alle Beteiligte« werden hierdurch auf die am 20. Dezember 1916 in Kraft getretenen Bekannt­machungen des Stellvertretenden Kommandierenden Generals des 11. Armeekorps betreffendBeschlag­nahme, Behandlung, Verwendung und Meldepflicht von rohen Kalbfellen, Schaf-, Lamm- und Ziegenfellen, sowie aus Leder daraus, Nr. L. 11111. 16. KRA."und betreffendHöchstpreise von Kalb-, Schaf-, Lamm- und Ziegenfellen, Nr. L. 70011. 16. KRA." vom 20. Dezember 1916 hingewiesen.

Die Bekanntmachung ist im Kreiöblatt veröffent­licht und bet dem Landratsamt einzusehen.

Bekanntmachung

zur Ausführung der Verordnung, betreffend Ver­träge mit feindlichen Staatsangehörige«, vom 16. De­zember 1916.

Vom 17. Dezember 1816.

Auf Grund des § 2 der Verordnung des Bundes­rat», betreffend Verträge mit feindlichen Staatsange­hörigen, vom 16. Dezember 1916 fReichs-Gesetzbl. S. 1896) wird folgendes bestimmt:

Artikel 1

Die Entscheidung über die Auflösung von Ver­trägen mit feindlichen Staatsangehörigen aus Gründen

Bus. der Heimat

):( Hersfeld, KWMsember. Am 31. Dezember (Sonntag) und ar^^^ tage erfolgt die Annahme und Ausgabe r» stsen» lgen wie Sonntag». Ferner findet am , Kfksü^voy Postwertzeichen noch in der Zeit <v O-tg^x.' ^und von 27 nach«. statt, Jm^wett^reklwerden aMSiWS. und 1. 1. je zwei OrtSbriefbestellungen ausgeführt, eine Geld- und Paketbestellung findet nur am 3112. statt. Eineein- malige Briefbestellung nach allen Landorten erfolgt am 31. 12. und 1. 1., womit am erstgenannten Tage eine Geld- und Paketbestellung verbunden ist.

):( Hersfeld, 80. Dezember. Die Dienststunden deS hiesigen Zollamts finden vom 1. Januar bis 31. März von Vormittags 83 Uhr Nachmittags statt.

):s Hersfeld, 30. Dezbr. (Hamburger Zwerg. Künstler-Theater.) Ueber das Hamburger Zwerg. künstler-Theater schreibt die Altenb.-Landes Ztg: Das Hamburger Zwergkünstler-Theater erfreute sich gestern sowohl nachmittags als auch am Abend eines sehr guten Besuche». Schon der Aufmarsch auf der Bühne^ der die ganze Künstlergruppe in ihrer Zierlichkeit zeigte, wie sie nur solchen etwa 70 bis 80 Zentimeter großen" Menschen, die keine Kinder mehr sind, eigen ist, sicherte ihnen die Zuneigung aller Besucher. Daß sie daS Interesse verdienten, bewies die schneidige Durchführung der Vortragsfolge, die aus zwei bunten Teilen und einem theatralischen Teil bestand. Ein­zel. und Gruppentänze wechselten mit entsprechenden Gesangsvorträgen, unterbrochen von Darbietungen der Komiker, Akrobaten, Ringkämpfe, Zauberkünstler usw. ab, die die Heiterkeit bis zum Schlüsse der Vor­stellung steigerten. Der Letter der Gesellschaft, Herr Hofschauspieler W. Ruhtisch, hat es verstanden, jeden kleinen Künstler, seiner Eigenart entsprechend, an den richtigen Platz zu stellen. Sie verstehen es prächtig, ihr Publikum zu unterbalten und in fröhlichste Stimmung zu versetzen. Da sind Sänger und Sänge- rinnen, die wiedergeben, ein Lumpenmaler zaubert auS Zeugstücken eine hübsche Schnee- und eine Sommerlandschaft auf die Leinwand, Akrobeten unter­halten uns durch gewandt ausgefüyrtr Kunststücke, die überraschendes Könnneil der kleinen Künstler de. weise«, ein Zauberkünstler führt allerlei Kunskstücke vor und ein Rt'jglaMps wird « ich allen Regeln der Kunst durchgefützst. Nachdeur alles dieses und noch mehr sich unter vielfachen BeifallSbezeugungen der Besucher abgespielt hatte, gelangte nach einer Pause die BurleskeDer Kaiser kommt" zur Aufführung. Die humorvolle Art, SaS Stück und nicht minder die

gute Verteilung der Rollen, die alle die kleinen Künstler miturwüchsigerKomikauSfüllten, verursachten wahre Beifallsstürme. Wer sich indieser erstenZeit einige heitere Stunden verschaffen will, der besuche die lustigen Zwerge in der Turnhalle. ES wird auf die heutige Beilage verwiese«.

):( HerSfeld, 30. Dezember. fEinführung bei Herrn Bürgermeisters Wagner.) Am 28. bl Mts., nachmittags 8 Uhr, fand im Rathaussaale in öffentlicher Sitzung der Stadtverordnetenversammlung die Einführung des neuen Bürgermeisters unserer Stadt, Herrn Wagner durch den Königlichen Herr« Regierungspräsidenten in Cafsel, Grafen von Bern, storff, im Beisein deS Herrn Landrats von Gruneliu» statt. Bon den städtischen Körperschaften waren 5 Herren des Magistrats, Herr Stadtverordnetenvorsteher Becker und 16 Stadtverordnete erschienen. Nachdem Herr Vorsteher Becker dem Herrn Beigeordneten Schimmelpfeng das Wort erteilt hatte, hieß dieser den Herrn Regierungspräsidenten namenS derStadt herzlich willkommmen und dankte ihm für sein persönliches Erscheinen.Daraufergriffder Herr Regierungspräsident zu längerer Rede da? Wort, indem er die Wahl des Herrn Bürgermeisters Wagner, der neben seiner amt­lichen Tüchtigkeit die Eigenschaft besitze, ein Sohn der hessischen Heimat zu sein, als eine glückliche bezeichn nete. Dem Herrn Beigeordneten Schimmelpfeng dankte der Herr Regierungspräsident im Anschluß daran, für die mit Treue, und Umsicht geführte Ver­waltung der Bürgermeistergeschäfte namentlich nach dem Abgang des Herrn Bürgermeister» Strauß. Gleichzeitig dankte er auch Herrn Schimmelpfeng für die ihm zugerufenen freundlichen Worte der Begrüßung. Nunmehr entbot Herr Vorsteher Becker dem Herrn Bürgermeister Wagner den Gruß der städtischen Be­hörden und wünschte demselben eine recht lange Tätig­keit zum Wohle der Stadt Hersfeld. Herr Bürger­meister Wagner dankte dem Herrn Regierung» Präsidenten für die ihm erwiesene hohe Ehre, bei

Way^entgeg

daß es ihm vergönnt sei, ______

hessischen Heimat fortsetzen zu nnen. _____ seine volle Kraft stets zum Wohle und Gedeihen der Stadt wirken lassen. Nach erfolgtem Glückwunsch seitens der anwesenden Herrn wurde die Versam«. lung geschlossen. Eine recht lange gesegnete tätig fett zum Wohle unserer alten Lullusstadt möge Herrn Bürgermeister Wagner beschieden fein, damit wollen wir unseren Bericht schießen.

Gera, 28. Dezember. Der Militärkraftfahrer Max Weise war zu seiner Familie hierher auf Urlaub gekommen. Er hatte sich am Montag früh mit feinem sechs Jahre alten Sohne nach dem benachbarten Weißenborn zu seinen Eltern zu Besuch begeben. G stern früh fand man nun in seiner hiesigen Wohnung die Ehesrau Weise mit ihren zwei und drei Jahre alten Kindern tot vor. Die drei Personen sind an Gasvergiftung gestorben. Die Untersuchung hat ergeben, daß der Hausbesitzer ohne Genehmigung der Behörde in die Wohnung Gas eingelegt hatte und diese Leitung auch ohne Erlaubnis an die Haupt­leitung angkschlossen hatte. Aus der unerlaubten Leitung ist nachts so viel Ga» entwichen, daß die Mutter und die beiden Kinder den Bergiftungstvd fanden.

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Reujahrrditte der Destsches Feldgraue«.

U- LL^iLTKSÄ»! < Wie »maum m wtloen Bau?) r \

Wir helfen froher Stunden Und auch der trüben nach. '

DaS alte ist begraben, Ein neues blühet auf, $ O Gott mit Wunderaaben Krön' unsern Kampfeslauf.

Herr gib uns Kraft von oben Und neuen Heldenmut) Eich', wie die Feinde toben Und wie sie rächen Blut.

Nicht wollen sie den Frieden, Den unser Kaiser bot;

Sie möchten ganz entschieden UnS bringen Not und Tod ^ Doch lebst Du Gott dort »den, Der alle. Eifert uns lenkt, - Der unt, die wir Dich loben, Mit Segen reich beschenkt.

So nimm denn unsre Hände, Ä M Führ' UltS <M Deiner Hand, Niach' ba!» dem Krieg ein Ende Mit Sieg fürs Vaterland.

HerSfeld.