Deutschlands VerhÄndeie:
ist falsch, daß die Türken nur gute Defensiv- kämpfer sind. Sie haben sich in der Dobrudscha prächtig geschlagen, und das 15. Korps hat sich in den Karpathen sehr bewährt. Wiederholt verließ es feine Gräben und vertrieb die Russen mit dem Bajonett, wenn diese sich zu nahe heranwagten." Die Bulgaren charakterisierte er als ein „Naturvolk mit ausgezeichneten Soldaten von prächtigem Körperbau, beständig und sehr zuverlässig. Sie sind äußerst wünschenswerte Verbündete." Von den Oesterretchern und Ungarn erklärte Hinöenburg, daß die deutschen Heerführer bester wüßten als die übrige Welt, was sie in diesem Kriege Deutschland schon für Dienste geleistet hätten, und er scheint der Ansicht, daß dieser Umstand im Ausland nicht immer voll gewürdigt würde. „Vielleicht, weil die Welt im allgemeinen verhältnismäßig wenig davon weiß, was die Lesterretcher und Ungarn alles geleistet haben."
Hindenburg erklärte weiter, die
Taktik des deutschen Generalstabes
habe sich in der Tat in diesem Kriege glänzend bewährt.
Abgesehen von einem Plus an Buddeln ist unsere Taktik heute dieselbe wie vor dem Kriege und wird es auch nachher bleiben," warf Ludendorff dazwischen. „Der deutsche Soldat hat eine Abneigung gegen das Buddeln, er hält es für unter seiner Würde, mit dem Maulwurf zu konkurrieren," rief Hinöenburg aus. „In Zukunft wird noch mehr gebuddelt werden, als vor diesem Kriege, aber der Stellungskrieg, besonders wie er an der Westfront zu sehen ist, wird kaum die allgemeine Taktik künftiger Kriege bilden und niemals den Bewegungskrieg verdrängen," bemerkte der Feldmarschall.
Auf die Frage nach der
Lehre aus diesem Kriege
erklärte Hinöenburg: „Deutschlands Heer wird nie eine Milizarmee sein können, sondern ein Heer von aufs höchste ausgebildeten Kriegern. Dieser Krieg hat auch die Bedeutung eines besonders großen und vorzüglich ausgebildeten Offizierskorps bewiesen. Wo wäre Deutschland heute ohne es? Eine wenig ausgebildete Truppe von an sich guten und tapferen Leuten kann einem Heerführer im besten Falle als Notbehelf dienen, aber der Unterschied läßt sich sofort heraussühlen. Er weiß genau, was gut ausgebildete Truppen leisten können. Bei flüchtig Ausgebildeten ist er dessen dagegen nicht so gewiß." Hinöenburg sagt öie Möglichkeit zu, daß dre Russen „vielleicht noch einmal kommen würben", er verneinte aber, daß sich die Strategie öer russischen Heerführer in den verflossenen zwei Jahren gebessert hätte, und führte zum Beweise Rumänien an. Wenn er auch einigen tatsächlich ausgezeichneten Gedanken und Bewegungen auf russischer Seite Begegnet sei, so könne er im großen und ganzen nicht behorchten, daß ihre Strategie und Taktik besser geworden wäre.
Hinderrburg fand Worte der höchsten Anerkennung für das, was er als „die ruhige Tapferkeit und Opferwilligkeit der Franzosen" bezeichnete, die, was das Kräfteverhältnis betreffe, schließlich zu einer Station zweiten Ranges reduziert werde. „Warum die Franzosen in ihrem rabiaten Fanatismus jeden Meter ihres eigenen Bodens mit eigenem Blut tränken, ist eines i der Dinge, die über meinen Verstand gehen," fetzte er hinzu. Der Feldmarschall sprach auch mit Bewunderung von all dem, was die Franzosen und Engländer in verhältnismäßig kurzer Zeit und mit einer improvisierten Organisation geleistet hätten. besonders Amerika, würden manchnM gern erfahren, was so öie innersten Gedanken und Gefühle eines Generalstabschefs sein mögen, wenn er Pläne entwirft und Befehle erteilt, von denen er weiß, daß sie für Taufende den Toö bedeuten, Tausenden von Kindern ihren Vater nehmen, Tausende von Frauen zu Witwen ma= wen und Hunderten von Familien ihre Söhne rauben.
„Es ist der Sieg des Hirns über das Herz, des
Verstandes über das Gefühl," antwortete der Felömar- schall mit einer Regung, die einem Seufzer glich. „Wir schicken Tausende in öen Toö, auf daß Zehntausende leben können. Glauben Sie mir, es ist nicht leicht. Wir sind weder abgestumpft noch herzlos. Es muß sein, und wir beschwichtigen damit unser Herz. Das Wohl der Gesamtheit steht über dem Wohl des Einzelnen. Der Deutsche opfert sich ihm frei und edel, und Deutschland und seine Verbündeten, die leben und gedeihen. Wir haben den Krieg gewonnen, wenn wir es unseren Feinden unmöglich gemacht haben, ihr Ziel zu erreichen,' das haben wir bisher getan und das werden wir bis zum Schluß tun."
Auf die Frage, ob Hindenburg nach dem Kriege nicht einmal Amerika besuchen wollte, antwortete er: „Ich fürchte nein. Ich bin alt und die da drüben,stnd uns nicht zu wohlgesinnt und wollen vrellercht nichts von uns wissen." Beim Gehen richtete der Korrespondent noch einmal das Wort an Hindenburg: „Und der Fried e?"
„Fragen Sie die anderen," war des Feldmarschalls Abschiedsgrutz.
Hindenburg an den Kanzler.
Zwischen dem Generalfeldmarschall von Hinden- burg und dem Reichskanzler sind folgende Depeschen gewechselt worden:
An Seine Exzellenz den Herrn Reichskanzler.
Euere Exzellettz beglückwünsche ich z« Ihrer gestrige« Reichstagsrede. Mit tiefer Bewegung und großer Genugtuung habe ich sie gelesen. Euere Exzellenz haben auf Befehl Seiner Maiestat mit dreier Rede eine i tiefe sittliche Kraftäußernug unseres deu schen Vaterlandes eiugcleitet, die sich würdig anschließt und be- gründet au^die Stärke des deutschen Volkes daheim ! " ^ Wir^Soldaten wissen, daß es für uns gerade in i diesem Augenblick keine höhere und stärkere Pflicht gibt als den Sieg mit äußerster Tatkraft weiter zu verfolgen und für Kaiser und Vaterland zu leben und zu sterbe«.
von Hrnöenburg.
An Seine Exzellenz den Herrn Generalfeldmarschall von Hinöenburg.
Euerer Exzellenz danke ich aufrichtigst für den mich tief bewegenden Glückwunsch zu meiner gestrigen Rede. In öen Worten des Mannes, dem unser Kaiserlicher Herr das deutsche Schwert anvertraut hat, und der es mit sieghafter Kraft führt, vernehme ich die Stimme Unseres deutschen Bolksbeeres. _ „
Seine Taten zu Lande und zu Wasser haben die Bahn frei gemacht für den hochherzigen Entschluß, den S. M. der Kaiser mit seinen hohen Verbündeten gestern ausgeführt hat. Die todesmutige Pflichttreue und die nnersrhüttcrlicke Tapferkeit der Männer, die für Dentschland fechten, bürgen uns dafür, daß wir, wenn es unseren Feinden heute noch nickt gefällt, dem Kriege
r <^««t stark« aus dauerhafte« Frieden erkämpset» werden.
von Bethmann Holl weg.
Vierverband und Friedensangebot.
In Wien erwartet man, nach einer Meldung der „Kreuzztg.", daß die Antwort des Vierverbandes auf den Friedensvorschlag kaum vor zwei oder drei Wo- ®en erfolgen wird und daß sich vorher höchstens einige Minister von Vierverbandsstaaten darüber äußern werden.
. Bisher ist von den Regierungen der Ententestaaten nichts bekanntgegeben worden, was ihre Stellungnahme dem Friedensangebot der Mittelmächte anoeutete. Denn die wenigen Sätze, in denen Herr Briand zu verdoppelter Wachsamkeit mahnte und sein Land vor „möglicher Vergiftung" warnte, sind, wie die „Frkf. Ztg." sagt, eine viel zu allgemeine und zu selbstverständliche Wendung, als daß man aus ihr Schlußfolgerung darauf ziehen könnte, was nun die Lenker der feindlichen. Staaten im Ganzen tun werden. Daß sie gemeinsam vorgehen werden, ist mit Sicherheit zu erwarten. Wenn es richtig ist, daß die Lloyd George und Balfour Wert darauf legen, die Ansichten der Herren Asquith und Grey kennen zu lernen, so darf man wohl daraus schließen, daß, wenn es die Absicht Lloyö Georges wäre, alle Verhandlungen überhaupt abzulehnen, er nicht einen Gedankenaustausch mit seinem Vorgänger für notwendig gehalten hätte, über den er gerade durch seinen stärkeren Kriegseifer soeben triumphiert hat. Er ist doch wohl der Schwere der Verantwortung, die das deutsche Angebot ihm auferlegt bewußt und versucht sie, wenigstens moralisch mit den Männern zu teilen, denen er sie in der vorigen Woche abgenommen hat. Daß die Regierungen der Entente die Einladungen zu Friedensverhandlungen nicht rundweg ablehnen können, ist auch die Ansicht derjenigen Presse in England, die genügend Verantwortungsgefühl besitzt, um sich die Bedeutung des Schrittes, den die Mittelmächte getan haben und des anderen, der den feindlichen Mächten be- vorsteht, einigermaßen klar machen.
Im englischen Unterhaus.
Bei Besprechung des Friedensvorschlages im englischen Unterhause sagte Bonar Law: Bei Begründung der letzten Kredstvorlage gebrauchte Asquith folgende Worte: Sie, die Alliierten, verlangen, daß angemessene Genugtuung für die Vergangenheit und angemessene Sicherheit für die Zukunft vorhanden fein muß. Das ist immer noch, die Politik und das ist immer noch der Entschluß der Regierung Seiner Majestät. (Langan- haltender Beifall.)
Zu Briands ablehnender Erklärung.
wird in der „Voss. Ztg." festgestellt, daß tm Gegensatz zu den zuversichtlichen Erklärungen Briands die Debatte in der Kammer stand. Alle Redner griffe« Briand und seine Politik heftig an. Tardieu kritisierte das ganze Regierungssystem und verlangte Briands Rücktritt. Durch ein neues Vertrauensvotum werde der Mut Frankreichs nicht gestärkt werden. Als Deschanel das Abstimmungsergebnis mitteilte, riefen die Sozialisten stürmisch „Demission!" Sie tadelten Briand heftig, daß er das Angebot verwerfe. — Im „Vorwärts" heißt es: Trotzdem sich die Franzosen glänzend geschlagen haben, ist die militärische Lage nicht so, daß sie die Aufstellung französischer Eroberungsziele rechtfertigt. Deutschland steht aufrecht und wird nie in die Lage kommen, sich die Friedensbedingungen diktieren lassen WWWMWWMtsMiWWWMW»MD kennen, so wäre schon unendlich viel erreicht.
Die Auffassung amerikanischer Finanzleute.
In einer Meldung aus Neuyork behauptet laut „Köln. Ztg." das. Pariser „Journal", der Sekretär des Präsidenten Wilson erklärte, daß der Präsident keinerlei Erklärungen zu dem Friedensangebot der Zentrak- mächte zu machen habe. Die eingeweihten Finanzleute sind überzeugt, daß der Friede mit Rücksicht auf den Regierungswechsel in Frankreich und England nicht nahe sei.
SriegsMerlel
Eine Friedensnote des Papstes?
Im Anschluß an die Friedensangebote der Bett» tralmächte steht, wie der „B. L.-A " aus Zürich meldet, eine Note des Papstes an die kriegführenöen Staaten unmittelbar bevor.
Eine neue sozialistische Friedensinterpellation in der italienische« Kammer.
Nachrichten aus Rom zufolge ist eine neue sozialistische Interpellation nach Entgegennahme von Friedensvorschlägen des Feindes durch die Regierung am Mittwoch abend beim Präsidium der italienischen Kammer eingegangen.
Rußlands neuer Antzenminister.
Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet: Der Reichskontrolleur Pokrowsky ist zum Minister des Aeutzern ernannt worden. Im Juli mußte Sasanow gehen, und der seit Februar im Amte befindliche Mi- nisterpräsident Stürmer übernahm das Außenressort im Nebenanst. Im letzten Novemberdrittel wurde Stür- mer im Außenressort von Sasarwws altem Gehilfen Meratow ersetzt. Jetzt, nach genau drei Wochen, ist auch Meratows Herrlichkeit zu Ende.
Politische Rundschau
Selfferich im Großen Hauptquartier, Batocki in Wien. Wie der „B. L.-A." hört, ist Staatssekretär Dr. Helfferich ins Große Hauptquartier abgereist. — Der Präsident des Kriegsernährungsamts v. Batocki traf in Wien ein und hatte eine Unterredung mit dem Präsidenten des österreichischen Ernährungsamtes.
Nationalliberale Fraktion und Friedensfrage. Nach dem „Deutschen Kurier" hat die nattonalliberale Fraktion einmütig beschlossen, in einem Schreiben an den Reichskanzler gegen die Uebergehung des Reichstages
Reichskanzler gegen .. „ . . -
in der Friedensfrage Einfpruch zu erheben.
Ein Appell Scheidemanns an die Sozial,ste« in den feindliche» Ländern. Der sozialdemokratische Reichs- tagsabgeordnete Scheidemann hielt laut „Berl. Tagebll" in Cheumitz in einer öffentlichen Versammlung eine Rede, in der er auf das Friedensangebot einging und an die Sozialisiert in den feindlichen Ländern folgenden Appell Ächtete: „Wenn die Vorschläge der Mittelmächte etwas enthielten, was mit Eurer Ehre und Zukunft unvereinbar wäre, dann nrüßtet Ihr sie ablehnen. Aber Ihr seid verpflichtet, von Eurer Regierung "" verlangen, daß sie die Vorschläge der Mittelrnächte sorg- fältig prüft. Würdet ihr eine Verständigung an sich ab- lehnem so würdet Ihr eine gewaltige Blutschuld auf Euch laden und Euch selbst ebenso schwächen, wie Ihr uns dadurch stärken würdet."
Die Hibernia-Borlage im Ausschuß angenommen. Der verstärkte StaatshausbÄts-Ausschuß des preutzt- Ben Abgeordnotenhauses beriet am Donnerstag die HtLernm-Vorlaae und kam beoettS rmv Abschluß tat
zu
Veryanöiungen. Me BorkaM würde vm am» gegen
eine Stimme angenommen.
Sie Frage der Zwangsmaffenspeisang.
Eine Korrespondenz hatte, wie wir mitteilten, kürzlich dre Nachricht verbreitet, es bestände an maßgebender Stelle die Abn.cht, für die gesamte Bevölkerung DeMsch- lands einheitliche Massenspeifungen etnzuführem Die Nachricht nt dann dahin eingeschränkt worden, daß zunächst die Frage noch Gegenstand von Erwägunaen wäre. Hierzu, wird uns aus Berlin geschrieben: . glauben zu wissen, daß auch diese Einschränkung : zutrifft, denn an den maßgebenden Stellen ist man sich bereits darüber einig, daß eine solche Maßregel weder öurchiührbar noch auch notwendig ist. Man vergegenwärtige sich einmal die Folgen, die eine Versorgung der KÄa^ten Bevölkerung von über 60 Millionen mit täglich drei Mahlzeiten haben müßte. Die erste Folge wäre die, daß die. gesamten Lebensmittel, die für die drei Mahlzeiten in Frage kommen, den Gemeinden ausgs liefert werden müßten. Damit würde der gesamte Klein Hanöel mit Lebensmitteln, der heute Dtilltonen vor Menschen ernährt, aufhören. Man hat bei der unver meidlidjen Reglementierung vieler Lebensmittel ei schon als erne unerwünschte Folge empfunden, daß Öt* Tätigkeit des Handels in so erheblichem Umfang lahm- gelegt werden mußte, aber immerhin ist doch wenigstens der Kleinhandel mit Lebensuntteln im wesentlichen noch erhalten geblieben. Zwangsmassenspeifungen der ge- mmten Bevölkerung würden sein Ende Bedeuten. Außerdem würde dadurch nahezu öas gesamte Gastwirtsge- werbe auf das schwerste betroffen, denn eine Beteiligung ch?.ses^.Gewerbes an den Massenspeifungen wäre nicht möglich, weil damit die Zentralisierung der Speisungen verloren ginge, auf der ihre Wirtschaftlichkeit in erster Linie beruht. Als ein Hindernis für die Durchführung einer solchen Mayregel muß auch die Verwendung der hochwertigen Nahrungsmittel wie Wilö, Geflügel, die meisten Süßwasserfische usw. angesehen werden. Wie sollten, „die,e Lebensmittel Verwertung finden? Wollte man iirr die einzelnen Mahlzeiten verschiedene Arten von Spei,ungen einführen, die sich durch die Preise und die Art der Lebensmittel unterscheiden, dann wäre mit dem Grundprinzip, auf dem unsere ganze Lebensmit- telverwrgung beruht, daß nämlich der Wohlhabende keinen größeren Anteil an den vorhandenen Vorräten hoben soll, wie der Minderbemittelte, gebrochen. Vor allem aber möge,man sich einmal vorstellen, welche Ein- rrchtungen für eine Großstadt erforöerlch wären, solche Manen,per,ungen durchznführem
Vermischtes,
Die Butterhosen. Eine Butteraufkäuferin in Lands- berg, die einen sehr schwunghaften Handel betrieb, hatte zu einem sehr eigenartigen Mittel gegriffen, um trotz der scharfen Ueber ^vachung ihre Butter unbemerkt wei- terzubefördern. Als bei einer Revision von Gendarmen in ihren Körben-nichts gefunden wurde, ließen sie öie Einkäuferin öurch eine Frau untersuchen. Dabei fcm- öen sich in öen Hosentaschen Butter- und Eiervorräte, die auf diesem Wege den Bestellern zugeführt werden sollten. Auf dem Bahnhof in Pletz näherte sich eine Dame einem zur Sibfahrt bereitstehenden Zuge. Als sie ihn besteigen wollte, entfiel ihr ein Kürbis, den sie sorgsam in der Hand trug. Er platzte in zwei Hälften auseinander und Eier, Fett, Butter, Wurst und andere begehrenswerte Dinge quollen aus seinem Innern. ■MtttaMtaMiM^ iM|>Ml«. irr > Brisant Franz Fncdrnb in Berlin war wegen Ueber- schreitung der Metallhöchstpreise vom Landgericht zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Hiergegen hatte der Staatsanwalt mit dem Erfolg Revision eingelegt, daß die Sache öer 1. Strafkammer des Landgerichts 3 zur nochmaligen Enöscheiöung überwiesen wurde. Diese kam auch zu einem wesentlichen anderen Ergebnis, in- dem sie den Angeklagten wegen Ueberschreitung der Metallhochstpreise in sieben Fällen Beim Einkauf zu 20 000 Mark Geldstrafe verurteilte. Dabei wurde berücksichtigt, daß der Beschuldigte zu dem Kreis von Personen gehört habe, die sich zur Umgehung der Höchstpreise zusammengeschlossen hätten.
Schneeverwehnttge« in der Schweiz. Aus allen Gegenden der Schweiz treffen Nachrichten über außeror- dentlich starken Schneefall ein. Es werden zahlreiche Ung'ücksfälle gemeldet. In Pontresina wurde das Kindersanatorium vom Schnee begraben. Zwei Kinder sind getötet, zwei schweben in Lebensgefahr. Auf dem Gott- bard erreichte der Schnee eine Höhe von 5^ Meter. Die Fernsprechverbindung mit dem Tessin ist unterbrochen.
Weitere Drahtnachrichten.
Ein preußischer Prinz geboren.
o-^ Kassel, 15. Dezember. iPrivattelegramm.) Wie wir höre«, ist die in Potsdam weilende Prinzessin Joachim von Preußen heute früh von einem ges««den Prinzen entbunden worden.
Der deutsche Vormarsch in Ostsiebenbürge«.
w- Budapest, 15. Dezember. (2. u.) „Az Est" erfährt laut „Dtsch. Tgztg." aus Sofia: Die letzten Ber- folgnttgskänipfe mit den russisch-rumänischen Truppen waren in Ostsiebenbürge« von Erfolg begleitet. Die rumäniscken Divisionen flohen vor uns her und am Predeal- und Alt-Sckauz-Patz wurden viele Gefangene gemacht. In den Südkarpathen ist nur noch der Bopa« Patz in rumänischem Besitz.
Amerika zur Vermittlung bereit.
»Ä^ London, 15. Dezember. (T. U.) „Daily Telegraph" vernimmt aus offiziöser Quelle aus Washington, daß das Staatsministerium die deutsa^n Friedensan- träge noch nicht empfangen habe, doch zweifellos die Vermittlerrolle zwischen Deutschland und der Entente über« nehmen werde, aber natürlich nickt die Absicht habe, irgendwelche Vorschläge zu machen, noch die Entente zu beraten.
Friedeusfreundlicke Broschüren in Paris.
o» Genf, 15. Dezember. (T. U.) In Paris wurden laut „Bl. Mp." gestern mehrere Personen wegen Verteilung sriedenssreundlicher Broschüren verhaftet.
Abtretung der Dättikch-westtudischeu Insel«.
w> Kopenhagen, 15. Dezember. (WTB.) Bei der gestrigen Sivstimmung über die Abtretung der Damsch- westindischeu Inseln an die Vereinigten Staaten stimmten 283 694 für und 157 596 gegen die Abtretung.
Italienische Zensur der Kanzlerrede.
ob* Bern, 15. Dezember. sWTB.) Alle hier ein« getroffenen italienischen Zc nuigen bringen den Bericht der Agenzia Stefanie über die Kanzlerrede als Zürcher Depesme, aber überall fehlt der Passus, daß Deutschlands wirtschaftliche Sicherheit außer aller Frage stehe, der Hinweis auf die Größe der rumänischen Beute und der Äratz: Das Hungergespenst, das unsere Feinde gegen uns aufrufen wollten, werden sie nun selbst nicht los. Teils völlig auSgelasten. teüs unvollständig wiederae« geben sind die Spitze Wer die inneren wirtschaftlichen und moralischen Kräfte DeMchlK«üL ___,