Das BetlnsKonfo unserer Feinde.
12 Millionen Mensche«. 480 000 qkm. Land.
12 000 Geschütze. 4000 Maschinengewehre.
Ueber die ungeheuren Verluste des Bierverballdes im Augenblicke des Friedensangebotes wird uns geschrieben:
Der Vierverband hat im Verlaufe derartig ungeheure Verluste an Menschen, Land und Kriegsmare- rial aller Art erlitten, daß sich auch hieraus ergiedt, rote sehr unser Friedensangebot nur ein Ausfluß unseres Kraftgefühls und Vertrauens, sowie des Bestrebens ist, das grausige Blutbad Europas zu beenden. Die Men- sdxnuerlufte lassen sich nur in Bezug auf die Auzahl der Gefangenen ganz genau bestimmen. Sre beträgt in runden Zahlen 2 800 000 Mann. Davon befinden sich in Deutschland mehr als 1700 000 Mann mit 17 000 Offizieren. Oesterreich-Ungarn hat ungefähr 1 Million, der Rest befindet sich in Bulgarien und der Türrei. Die Anzahl der blutigen Verluste durch Tod und Verwundung ist beträchtlich größer. Wir stützen uns hierbei auf die Erhebungen der „Studiengesellchaft für oktale Kriegsfragen" in Kopenhagen, die mit aller möglichen Genauigreit gemacht wurden. . ..
Natürlich bringt es der Krieg mit sich, dag die Zahlen nur annähernd richtig sein dürften, da auch die Verlustlisten — Frankreich gibt überhaupt keme heraus — nicht die Gewähr völliger Zuverlässigkeit bieten. Nach diesen neutralen Erhebungen hat Rußland heute rund 1500 000 Tote und 4 Millionen Verwundete auf- zuweisen. In Frankreich sind die entsprechenden Zahlen 900 000 und 2V* Millionen, in England 225 000 und 525 000, in Italien 110 000 und 250 000, in Serbien 110 000 und 150 000, in Belgien 50 000 und 110 000, in Rumänien werden sie zusammen auf runö 250 000 geschätzt. Die Gesamtzahl aller Verluste uberiteigt demgemäß die 12 Millionen Bereits um ein sehr Beträchtliches. Am meisten hat Rußland gelitten, verfügt allerdings auch über die größte VoltszaR. Der Ver-- lust Frankreichs dürfte aber am solgenichwersten fern, angesichts des Bevölkerungsrückganges, den dieses Land schon im Frieden aufzuweisen hatte.
Neben diesen ungeheuren Verlusten an Menschen, zu denen noch ungefähr 2 Millionen dauernd Invalide treten, kommen nun die gewalttgen Einbußen an Land, welche unsere Feinde bisher erleiden mußten, und denen nur sehr geringe Verluste auf unserer Leite ge- genüberstehen. Auch hier steht Rußland an erster Stelle. Der Gesamtverlust Rußlands betragt rund 280 000 Quadratkilom. In Serbien haben wir 87 000 Quadrat- kilom. in Händen. In Rumänien haben nur schon fetzt mehr als 50 000 Quadratkilom. Land erobert. In Belgien ist unser eroberter Besitz mit 29 000 Quadratkilom. nicht verändert wenden. Dagegen ist unser Besitz in Frankreich durch die Sommenoffensive, der vorher ungefähr 21000 Quadratkilom. betrug, im Verhältnis zu diesen großen Zahlen ganz unerheblich verkleinert worden. Wir können jetzt unseren französischen Besitz in runden Zahlen mit 20 000 Quadratkilom. berechnen. In Montenegro haben wir noch 14 000 Quadratkilom. Landes besetzt. Auf der anderen Seite haben mir kaum eine Einbuße von 22 000 Quadratkilom. zu verzeichnen, vmi denen 1000 Quadratkilom. auf das von den Franzosen im Elsaß besetzte Gebiet und ungefähr 20 bis 21000 Quadratkilom. auf das von den Russen in Ga- lizien und der BMowtna besetzten Landes entfallerr.
Endlich sei noch der gewaltige Abgang an feindlichen Kriegsmaterial erwähnt, der alle bisherigen Zahlen weit hinter sich läßt. Es ist dabei zu erwähnen, da'
-me-rnryrtrren vmmen iworyanm 'M meinen können, da eine auch nicht annähernd zu besttmmende Zahl von Geschützen, Maschinengewehren und Gewehren mit Muilitton sofort von unseren Truppen im Felde in Gebrauch genommen worden ist und darum nicht mehr berechnet werden kann. Nur die nach Deutschland zurückgeführte Beute kann angegeben werden. Schon vor dem rumänischen Kriege betrug sie weit über 11000 Geschütze mit rund 5 Millionen Geschossen. Ferner waren hier noch 8500 Maschinengewehre, über 1% Millionen Gewehre und Karabiner und rund 10 000 Munitionsfahrzeuge. Wenn man diese Zahlen hört, dann begreift man, woher die Munitionsnöte unserer geinde stammen. Durch den rumänischen Krieg ist diese eilte noch um rund 500 Geschütze und 500 Maschinengewehre und einer ungeheuren Anzahl von Munitions- fahrzeugen vermehrt worden. Auf Grund dieser stattlichen Ziffern dürfte jede Aeußerung als lächerlich an- jhMien werden, daß (wir das Friedensangebot aus Schwäche gemacht habem (OKM.)
Erfolge der Aboote.
In der Zeck vom 28. November bis 8. Dezember wurden von unseren Unterseebooten vor der französischen Kanal- und Atlanttc-Küste unter anderem Koh- leuladnngen im Gesamtbeträge von 17 000 Tonne« englischer nach Frankreich bestimmter Kohle und ein englischer Dampfer mit 6000 Tonnen Kriegsmaterial von Nenyork nach Frankreich versenkt.
Zur Bersenknng der „Caledonia".
Wie wir meldeten, versuchte am 4. Dezember der englische PassagierdampfM „Caledonia" im Mcktelmeer eins unserer Unterseeboote zu rammen, ohne daß es von diesem angegriffen war. Er wurde dann durch Torpedoschutz zum Sinken gebracht, Wir hören hierzu, daß die „Caledonia" bei ihrem Ramulversuch unser Uboot gerade nod> so gefaßt hat, daß das Periskop verbogen wurde. Das Boot brauchte etwa eine Stunde, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Als es danckt fertig war und wieder auftauchte, Achte es nach 5em Dampfer, da es sich während des Tauchens vier bis fünf Seemeilen von der Rammstelle entfernt hatte. Nach einiger Zeit bot sich der Uboot-Mannschaft das überraschende Bild, daß zehn Segelboote wie bei einer Regatta dahinfuhren. Man ging an das letzte dieser Boote heran und fragte, in welchem Boot sich der Ka- pckän befinde. Stachdem das betreffende Boot bezeichnet war, wurde dieses angehalten mck> der Kapitän, der den Angriffsversuch gemacht hatte, ausgefordert, an Bord zu kommen. Nebenher erkulldigte man sich auch, ob sonst noch Offiziere an Bord seien, wobei man allerdings nur an Offiziere des versenkten Dantpfers gedacht hatte. Alsbald erhoben sich zwei Personen im Oelanzug jedoch ohne Mütze. Es waren der englische General Ravenshaw und ein GeneralstaWhanpimann. Wie sie erklärten, haben sie ihre Mützen auf Verlangen 5er Bootsmanuschaft unter ihrem Oelanzug verstecken müssen, da man befürchtete, das UBwi werde das Feuer
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General wurde nebst seinem Begleiter gebeten, an Bord zu kommen. Er hatte eine Mappe mit sehr wertvollen Geheimpapieren bei sich, die ihm abgenommen und der zuständigen Stelle zugeführt wurden. Erwähnenswert ist vielleicht, daß der General früher als Major in Flandern gestanden hat; er hat also eine für unsere Begriffe mehr als schnelle Laufbahn hinter sich. Im 1tb° xjgen waren die Offiziere außerordentlich daltkbar für
MovteS gefunden haben. Die „Taievoma- feiest ist tn der kurzen Zeit von 45 Minuten gesunken: verwundet war nur ein Heizer.
Die Stimmung in Griechenland.
Der „Secolo" berichtet laut „B. L.-A." aus Athen vom 12. Dezember: Die Gesandten der Entente haben ihre Abreise verschoben. Die Blockade wird mit äußerster Schärfe gehandhabt. Kein Schiff darf die griechi- schen Häfen verlassen. Bier Segelschiffen mit Lebensmitteln wurde die Einfahrt in den Hafen von Patras nicht gestattet.
In einem Athener Telegramm des „Carriere della
Sera" wird laut „B. T." erklärt: Infolge der unklugen venizelosfreunölichen Politik der Entente sei ganz
Griechenland heute bereit, sich Deutschland gegen die
Entente anznschljetzeu. Die Griechen sagen offen: Sollte auch Griechenland zugrundegehen, so wird der Entente wenigstens ein neuer Feind erwachse« ingestalt eines
Heeres von 150 000 Mann, das Sarrail aus Saloniki hinausWerfe« wird.
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Tue Ereignisse, die sich in Athen abgespielt haben, stellen einen Steg über die Entente dar, einen Sieg, der moralisch noch mehr als materiell bedeutet, da er der Entente die Äugen darüber geöffnet haben dürfte, daß ein freies Volk sich nicht ungestraft knechten läßt. Ein kleines Häuflein Griechen hat die Truppen von vier Großmächten in die Flucht geschlagen und zu schmählichem Abzug gezwungen, der unter der Eskorte der griechischen Truppen bewerkstelligt wurde. Und das. obwohl Schiffe der Entente in brutalster Weise von ihren Kanonen Gebrauch machten und ohne Rücksicht auf Völkerrecht und Menschlichkeit die Stadt bombardierten. Dieselben Franzosen, die nicht genug über „deutsche Greuel" schreien können, entblöden sich nicht, mit Vorbedacht ihre Granaten gegen das königliche Schloß zu richten, wo, wie ihnen bekannt war, die gesamte königliche Familie versammelt war. Sirrd Königskinder etwa keine Kinder? Aber der Bann der englischfranzösischen Hypnose ist jetzt gebrochen. Das siegreiche Vorgehen der griechischen Truppen Hat die Hypnose der Furcht zerstreut, während die Hypnose der Liebe im Donner der französischen Kanonen verflogen ist. Das Märchen von dem Griechenvolk, das von einer Minorität geknechtet, nach französisch-englischer Befreiung dürstet, ist endgültig begraben. Die Blockade der Ententemächte, dies letzte Mittel einer brutalen Vergewaltigung, wird hieran nichts ändern.
Japan will sich von der Entente loslösen?
Unter Vorbehalt meldet der „Basier Anzeiger": Aus privater, bisher als stets wohlunterrichtet bewiesener Quelle wird uns gemeldet, daß Japan im Begriff stehe, sich von der Entente losznlösen. Der Grund soll darin liegen, daß die Entente sich geweigert habe, be- stimmte Forderungen Japans zu erfüllen.
Abberufung des Admirals Fournet.
Wie „Agence Havas" laut einer Baseler Meldung der „Frkf. Ztg." mitteilt, ist der französische Admiral Fournet, der das Geschwader des Bierverbandes im Piräus kommandiert, abberufen worden. Vizeadmiral Gaucher ist an seiner Stelle zum Chef der ersten Marine- Armee ernannt worden.
Dentschlands Zukunft und Größe. Staatssekretär Dr. Helfsertch begrüßte am Mittwoch die Teilnehmer der Feier des hundertsten Geburtstages Werner von Siemens namens des Reichskanzlers mit einer Ansprache, in der er sagte: Die Zeit wird kommen, wo die Friedensglocken lämen. Unser Kanzler hat die Tme des Friedens weit aufgemacht. An Miseren Feinden ist es, sich zu entscheiden. Mag der Frieden jetzt oder später kommen: Wir wissen, daß es nur einen Frieden geben wird, der uns freien Raum für ehrliche deutsche Arbeck verbürgt. Dann wird Center von Siemens uns voranleuchten, wenn es gilt, unsere Stellung in der Welt in freier Arbeit neu zu gewinnen und uns in Friedenswerken würdig zu erweisen der Helden, die kämpfen und sterben für Deutschlands Zukunft und Größe.
Die konservative Fraktion des Reichstages hat einmütig beschlossen, zur Begründung ihrer Haltung eine Darlegung der Oeffentlichkeit zu übergeben, in der aus- geführt wird: In dem bekanntgegebenen Friedensange- gebot erblickt die Fraktion eine Tatsache von großer geschichtlicher Bedeutung. Seine volle Bedeutung als ein Beweis unserer Stärke erhält der getane Schritt erst durch das Programm der konkreten Friedensbedingun- gen, mit welchen Deutschland und die ihm verbündeten Staaten in die Verhandlungen eintreten wollen. Die Fraktion geht von der Voraussetzung aus, daß ein sol
ches Prograurm besteht. Ohne es zu kennen, hält sie es für selbstverständlich, daß nicht Verhandlungen oder Herbeiführung eines Friedens um jeden Preis geführt werden sollen, sondern daß die in Aussicht genommenen Bedingungen einen Frieden verbürgen, der die deutsche Zukunft tatsächlich sichert.
Eine Kundgebung der sozialdemokratischen Zlrbeits-
Eine Kundgebung der sozialdemokratischen Zlrberts- aeureiuschaft. Die sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft des Reichstages veröffentlicht eine Kundgebung zum Friedensangebot, in der es heißt: Soll diese Note zum Frieden führen, dann ist notwendig, daß in allen Ländern der Gedanke an Annexionen fremden Gebietes, an politische, wirtschaftliche oder militärische Unter« rverfung irgend eines Voltes unter eine andere Staatsgewalt unzweideutig abgewiesen wird. Wir fordern die Bekanntgabe der Friedensbedingungen. Nach allen Grundsätzen wahrhaft demokratischen Lebens dürfte eine Kundgebung von solcher Tragweite wie das Friedensangebot nicht ohne Mitwirkung der Volksvertre- tung in die Welt gehen. Der Reichstag hat aber die Nichtachtung der Volksvertretung durch die Regierung noch übertrumpft, indem er, ebenso wie vorher schon Bei der Proklamierung des Königreichs Polen, auch jetzt wieder sich selbst ausgeschaltet hat.
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Kaiser Franz Josephs Testament. Bon gut un- ichteter Seite erfahren die Münchener Neuesten Nach- ' t§ Kaiser Franz Joseph in seinem Testamerrt ft der Kriegsfürsorge gedacht und den Ber-
Testament
terrichteter Seite erfahren die Münchener Weitesten Nachrichten, daß Kaiser Franz Joseph in seinem Testamem zu allererst der Kriegsfürsorge gedacht und den Verwundeten, Invaliden und Hinterbliebenen aus seinem Privatbarvermögen 60 Millionen Kronen zugewendet hat. Die beiden Töchter und die Enkelin Prinzessin Windtsch-Grütz als Erbin des Kronprinzen Rudolf haben k 10 Millionen Kronen erhalten. Der Rest von 10 Millionen ist zu verschiedenen Legaten verwendet
tvorden.
Wenn man «ickt dansüaltev kann. Wir Heien in
der „Mdensch. Ztg.*: Der Platzarsecker Carl grünt» menerl hat seinen eingekellerten Winterbedarf an Kar- toffeln, der nach den neuen Vorschriften bis zum 26. Mai 1917 reichen mußte, schon jetzt verzehrt. Crummenerl beanspruchte nun neue Kartoffelkarten, die ihm nicht gegeben werden konnten, da die Stadt über die festgesetzte Menge hinaus nichts geben kann und darf. Dem Crummenerl ist seine Kartoffelzusatzkarte polizeilich enr- zogen worden, er muß sich jetzt täglich sein halbes Pfund Kartoffeln ,(Zusatz, in einem bestimmten Geschäft holen. — Düse Getünchte mag anderen zur Warnung dienen.
Preissturz m Räucherfischen? Man schreibt der „Köln. Volksztg." aus Kiel: Die Einrichtung des Reichs. konlUilffars für die Fischversorgung, die Schleswig-Hol. stemffcye. Fischhandelsgesellschaft und das Verbot der Fitchauttionen Haben hrer mit einem Schlage eine Wand- urng m der Preisbildung für Räucherfische zuwege gebracht. Das Hauptverdienst an dem Preissturz für Raucherwaren wird.bis jetzt der Schleswig-Holsteint- schen Fffchhandelsgewllschaft zugeschrieben, an welche alle gefangenen Fische abzuliefern sind. Ein guter Kieler Bückling kostete bereits 70 Pfg. Man traut seinen Augen nicht, wenn man jetzt acht oder neun Bücklinge in verschiedenen Laden mit einem Kleinhandelspreis von 40 Pfg. ausgezeichnet sieht, d. h. zusammen 40 Pfg. Bekanntlich werden Räucherwaren jetzt nach dem Ge- wicht und nicht mehr nach der Stückzahl verkauft: in Kiel und zur Zeit Bücklinge zu kaufen, deren Preis für em Pfund dem amtlich festgesetzten Pfundpreis von 1ZL Mark entwricht, infolaedessen kostet der einzelne Räu- cherstsch etwa 5 Pfg. Wie das in Kiel so schnell möglich geworden ist, scheint allerdings noch ein Geheimnis zu J£in. @tn Umstand allerdings bringt eine erhebliche ^billlgung der Räucherwaren unter allen Umständen mit sich, und das ist der Ausschluß der Fischräuchereien vom^ direkten Einkauf und ihre Besttmmung zur Lohn-
Wie deutsche Kriegsgefangene in Frankreich behandelt werden.
^Zwei deutschen Grenadieren, die am 1. Juli in fran- Losische Gefangenschaft geraten waren, gelang es, am November zu entf iehen und die deutsche einte wieder zu erreichen. Sie berichten, daß sie nach chrer Gefangennahme zunächst in Zelten untergebracht wurden und zur Nacht auf feuchtem Stroh liegen mußten. Während der ersten ^age ihrer Kriegsgefangenschaft erhielten sie, von vereinzelten kleinen Gaben an Fleischkonserven abgesehen, nur Wasser und Brot. Um der deutschen Heimat aber eine gute Verpflegung vorzutäuschen, mußten sie zum Schreiben an chre Angehörigen Karten verwenden, auf denen die täglichen Verpflegungsporttonen in phauta- stnchen Zahlen im Umdruck prangten. Die dort angeführten Mengen wurden auch nach Zuteilung zu einem ^.auerlager nie erreicht: denn Fleisch ers tellen sie nur em- bis zweinial n öucntlich, in letzter Zeck meist Pferde- tteiich. An Löhnung wurden 20 Centimes pro Tag in besonderem Gefangenen-Papiergeld gewährt. Waschen war nur alle 8 Tage möglich wegen Wassermmigels.
Zur Arbeit waren die Kriegsgefangenen in besondere Kompagnien eingeteilt. Sie wurden mit dem Ab- und Umladen von Bahngütern, in den Pionierparks und zum Ausladen von Artillerie-Munition beschäftigt. Letzeres verweigerten einzelne mit Recht, weck es den Völkerrechitsregeiln zuwiderläuft. Sie wurden dafür mit 3—5 Tagen strengem Arrest Bestraft.
j-gfa^ ™^ etwa
ein Drucke! der gefangenen Deutschen zum Rücktransport verwundeter Franzosen aus den Schützengräben verwendet. Den französischen Soldaten war es strengstens verboten, den Gefangenen irgend welche Nahrungsmittel zugeben. Auch Schwerverwundete mit Beinschüssen waren gezwungen, zu Fuß zu gehen. Vier Mitgefangene, denen ein Fluchtversuch mißlungen war, erhielten als Strafe 30 Tage strengen Arrest.
Diese Aussagen sind nach zweierlei Richtung hin lehrreich. Sie zeigen einmal, wie wenig sich Frankreich in der Ausnutzung der Kriegsgefangenen zu Arbeitszwecken an das international verbriefte Recht gebunden fühlt, und zum anderen, wie man die Gefangenen zur Lüge zwingt, um nach außen eine gute Behandlung der in französischer Kriegsgefangenschaft Befindlichen vorzu- täuschen. Beides aber ist charakteristisch für die „Ritterlichkeck" der „grande Nation", die sie von sich selbst behauptet, die jedoch in den Augen der urteilsfähigen Mck- welt heute nur noch eine unglaubwürdige Legende ist.
Weitere Drahtnachrichten.
Die Pariser Presse zum deutsche»
Friedensangebot.
o-t> Amsterdam, 14. Dezember. (T. U.) Dem „Han. delsblad" wird aus Paris über das deutsche Slugebot zur Friedensbereitschaft gemeldet, daß die ganze Presse dahinter einen Wintelzug vermutet und zur Vorsicht mahnt. Verschiedene Blätter weisen darauf hin, daß der Plan des Kanzlers zwei Ziele haben dürfte. Wenn die Verbündeten sich in Unterhandlungen einlassen, wird er sie dadurch entspalien, indem er dem einen mehr bietet, als dem anderen und wenn sie das Angebot aB« lehnen, will er auf die Verbündeten die Veramwortlilh- feit für die Fortsetzung des Krieges werfen. Die Blätter erkennen die jüngsten militärischen Erfolge Deutschlands an, behaupten jedoch, daß es in absoluter Not- wenöiakeit infolge der wirtschaftlichen Lage so handele. Der „Matin" sagt: Der dem Vorschlag zu Grunde liegende Hintergedanke ist zu durchsichtig. Bukarest ist gefallen. Alan sieht in Berlin ein, daß die neuen Dttni- sterieu in London und Paris und die öffentliche Meinung in Petersburg und Rom die kräftige Wiederaufnahme des KriegeS durch den Vierverband befürchten lasten. Pichon schreibt im „Petit Journal": Die Deutschen werfen der öffentlichen Meinung das Wort Frieden hin, um sie glauben zu lassen, daß die Deutschen bereit feien, auf chre Ansprüche, nämlich auf die Zertrümmerung, den Untergang und die Dienstbarmachung der Völker, welche sie herausgefordert haben, zu verzichten. Möge unsere neue Regierung den Versuchen gegenüber stark sein.
Grieche«lauds Vorverettnuge«.
Genf, 14. Dezember. (T. U.) Nach Meldungen Pariser Blätter aus Athen werden laut „Tgl. Rdsch." die Znsam«ieuzieb«ngcn griechischer Truppen te Thessalien eifrig fortgesetzt. Auf der griechischen Seite der von Sarrail festgelegten sogenannten OiemraiitätB» zone treffen die Griechen starke militärische Vorberet- tunge«.
Der Wunsch nach Bekanntgabe der Friedens- Bedingnugen.
«wo Budapest, 14. Dezember. „Pesti Hirlap" berichtet laut „Dtsch. Tgztg.", daß die Karolyr-Pariet die Bekanntgabe der Friedensbedingungen der Mittelmächte verlangt hat. Der Antrag wird durch Jntcv. vellatione« im Reichstage zur Sprache gebracht wrxdM