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T. U.-Drahtung aus Berlin.

Nur ein kleiner Teil der Berliner Abendblätter vom Dienstag bespricht bereits Deutschlands Friedensange­bot und die Kanzlerrede. DieKreuzzeitung" führt aus: Die Aufklärung, die die Sitzung brächte, läßt unter dem ersten Eindrücke ein reines Gefühl nicht aufkom­men, weil sich erst nach ruhiger Ueberlegung die Trag­weite des Ereignisses übersetzen lassen wird. Wenn es sich ch der Lage der Dinge ja überhaupt nur um eine ein­seitige Aktion handelt und immer abgewartet werden

NW

muß, welche Haltung unsere Gegner auch nach einer feierlicheren, diesmal sogar in einer Note an die Schutz­mächte festgelegten Bekundung des deutschen Friedens­willens einnehmen werden, so ist doch aus allen diesen Gründen die Aufmerksamkeit wohl zu erklären, mit der vom Hause sowohl wie auf den Tribünen in der mit mehr als einer beinahe einstündigen Verspätung eröffne­ten Sitzung die Rede des Reichskanzlers angehört wurde.

Die P o st" schreibt: Mit dem deutschen Vorschlag, Friedensverhandlungen einzuleiten, sind nun alle An- würfe niedergeschlagen, die der Feind und mancher übel­wollende Neutrale nicht müde wurde, gegen Deutschland zu erheben: das Deutsche Reich wolle den Vernichtungs­krieg wider seine Gegner. Noch mehr aber ist die Ueber- flüssigkeit aller neutralen EinmisHungsversuche öarge- tan. Es bedarf keiner Vermittlung mehr, die Verhand­lungen können unmittelbar beginnen. Man tut gut, nach der Kanzlerrede auf den Frieden nicht höher zu setzen als vor ihr. Gehobenen Mutes können wir den Wir­kungen entgegensehen, die aus des Kanzlers Friedens­rede fließen werden. Mögen sich unsere Feinde stellen, wie sie wollen, wir wissen nun: ein Wörtlein kann sie fällen.

DerDeutsche Kurier" meint sehr ungehal­ten: Auf die Zweckmäßigkeit der Regierungsabsichten werden wir morgen zurückkommen. Wir mochten aber bereits heute betonen, daß in der nationalliberalen Par­tei starke Bedenken gegen diese Regierungsaktion be­stehen und daß man nationalliberalerseits eine aus­führliche Besprechung des Friedensangebotes im Ple­

num fordern wird.

DasBerliner Tageblatt" sagt: Wir be­grüßen den Schritt der verbündeten Regierungen, und wir werden ihn auch dann für richtig und erfreulich hal­ten, wenn sich zeigen sollte, daß die Regierungen der feindlichen Staaten noch nicht bereit sind, den Blutstrom, der sich seit zwei und einem halben Jahre durch Europa ergießt, einzudämmen. Das deutsche Volk wird, wenn die Antwort der Gegner verneinend lautet, klar seine Pflicht begreifen, alles Schwere zu ertragen, und auch noch Schwereres als bisher. Das ist, solange keine Möglichkeit zu einem annehmbaren vernünftigen Frie­den sich bietet, eine selbstverständliche Notwendigkeit. Ohne allzu hoffnungsvoll auf den sofortigen Erfolg zu bauen, müssen diejenigen, die nicht in Welteroberungs­träume sich wiegen, mit voller Kraft jeden Schritt un­terstützen, der vielleicht doch ein erster Schritt auf dem Wege zum Frieden werden kann.

Von weiteren Zeitungsstimmen seien die folgenden wiedergegeben: DieD t s ch. T g z t g." sagt: Das ganze deutsche Volk versteht den Wunsch des Kaisers, Deutich­land den Frieden zu geben, sobald dies irgend möglich ist, aber niemand kann vergessen, daß aus dem Wege dieses Friedensangebotes Klippen und Gefahren liegen. Der Lokalanz" meint: Im deutschen Volke ist es seit gestern zur Gewißheit geworden, daß seine Regierung '» rMHWhrw.......... führen. DieV o s s. Z t g." schreibt: Wir wollen den Krieg so schnell wie möglich beendigen, so oder so. Nimmt man nicht den freiwillig angebotenen Frieden, so werden wir den Frieden mit dem Schwerte erzwingen. DieFreis. Ztg." sagt: Das ist ein Schritt, dessen moralische Wirkung unter allen Umstanden ungeheuer, dessen praktische Wirkung hoffentlich die allergrößte sein mird. In derGermania" liest man: Was der Reichskanzler über den neuesten gemeinsamen Schritt der Mittelmächte und ihrer Verbündeten zur Herber- führung des Friedens mitteilte, ist ein Dokument von Friedensliebe, wie es entgegenkommender und rück- galtsloser nicht gegeben werden kann.

Schwere Anklagen König Peters gegen den Vierverband.

T. U.-Drahtung aus Budapest.

Nach Meldungen aus Sofia hat der dort erscheinende Utro" Informationen erhalten über Auslassungen, dre König Peter von Serbien dem italienischen Abgeordneten Casolatta gegenüber gemacht hat. Komg Peter soll sich danach über eine systematische Irreführung Serbrens durch den Vierverband bitter beklagt habem Der König äußerte danach u. a.: Serbien hätte 1914 dem öfters reichisch-nngarischen Ultimatum «achgegeben, wenn nicht Rußland es zum Kriege gedrängt hatte unter der Versicherung, daß die russischen Heere die Truppen der Donaumonarchie binden werden und die serbische Armee selbst nur als letzte Reserve Verwendung fm- den würde. Der Vierverband wollte aber in Wirklich­keit von vornherein den Krieg bis znm Jahre 1917 hinziehen, dem Zeitpunkt, der für den Ansvan der russischen Bahnen und der Reorganisatton des durch den Balkankrieg geschwächten serbischen Heeres in Aus­sicht genommen war. Der schwerste Moment meines Lebens trat ein, als der Vierverband «ns anfforderte, den Anschlittz Bulgariens durch die Abtretung Maze­doniens zu erkanfen. Unsere Be-enken wnrden re-och durch die Versicherung abgeschwacht. -atz Serbien nach dem Krieg jeden Zoll feines Bodens znrückerhalten würde. Schon damals schenkten wir diesen Versicherun­gen nicht recht Glanben. Seither überzeugten wir uns, datz der Vierverband Serbien bloß mit leeren Verspre­chungen hinhält. Die Zukunft wird auf den Betrug des Vierverbaudes und besonders Englands dem kleinen Serbien gegenüber Licht werfen."

England nähert sich der Niederlage."

T. U.-Drahtung aus Amsterdam.

DerManchester Guardian" gibt einen Bericht über eine Versammlung, welche am Freitag voriger Woche in London stattfand. Den Vorsitz führte Lord Leith of Tyvie. Die Versammlung nun berufen, um für ein kräftigeres Auftreten zur See zu agitieren. Lord Be- ressord erklärte, daß England so, wie es nun gehe, sich langsam aber sicher der Niederlage nähere. Die Lage sei ungeheuer ernst. Es sei die entscheidende Krise in diesem Kriege. Der frühere Admiral verlangte u. a., daß tausend Flugzeuge gebaut werden wüten, die Zee- brugge solange mit Bomben belegen sollten, bis es vom Erdboden vertilgt sei. Der Weg zwischen England und den Niederlanden sei nicht mehr sicher. Tausende Ton- nett Güter, die auf eine Verschiffung nach England warteten, würden nun nach Deutschland exportiert wer­den. Die Regierung komme immer zu spät. Wenn Grie­chenland rechtzeitig blockiert wäre, dann hätte England

r MMaWS größtes SHM verloren. AM KaumyM-- schiffe müßten ordentlich bewaffnet werden. Die Ver­sammlung nahm Beschlüsse an, worin die Admiralität aufgefordert wurde, sofort Maßnahme» gegen die Uboot- und Minengefahr z» treffen, Sie Kauffahrtei­schiffe zu bewaffnen, Sie Blockade zu verschärfen und keine ungehaltenen Schiffe freizulassen, bevor das Pri- sengericht ein Urteil darüber gefällt hätte, und der Flotte die freie Hand zu lassen, um ihre rechtmäßige Seemacht zur vollen Geltung zu bringen.

Auch die letzte Nummer desObserver" enthält ei­nen Aufsatz über Englands Seemacht, in dem zum Schlage gegen Balfour und die Admiralität, die schlappste Admiralität, die seit langem in England ge­wesen ist, ausgeholt wird. Die Seemacht, sagt das Blatt, sei das Fundament des Bierverbandes in diesem Kriege. Ohne die kräftigste Anwendung der Seemacht fei Englands Hoffnung auf den Sieg gleich Null nnd die Mittelmächte seien «nbesieglich. Weiter erklärt das

nett Aufsatz

Blatt, daß der deutschen Uboots-Bedrohung ein Ende gemacht werden müßte.

Lloyd George und Asquith unwohl.

Reuter meldet: Das Unterhaus, das sich am Diens­tag wieder versammelte, zeigte große Bewegung und viel Aufregung. Die auffallendste Veränderung war das Erscheinen der früheren liberalen Minister auf der vordersten Bank der Opposition. Da Lloyd George und Asquith infolge Unwohlseins abwesend waren, wurde zngestimmt, daß die umfassende Erklärung über das Regiernngsprogramm und die Debatte darüber bis nächste Woche verschoben werden sollen.

Inzwischen dürfte die englische Regierung auch zum Friedensangebot des Bierbundes Stellung genommen haben.

Wieder ein französischer

Transportdampfer versenkt.

Berlin, 12. Dezember. (Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote versenkte am 4. Dezember in der Nähe von Malta den in den Dienste» der französischen Marine fahrenden TransportdampferAlgerie" (4035 Tonnen) ans der Rückreise von Saloniki nach Frankreich. Bon den an Bord b^indlichen Militärpersonen wurde» ein Offizier und 6 Mann gefangen.

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LautVoss. Ztg." wäre nicht nur der DampferVi- stritza", der mit einem Transport schwerer Artillerie für die rumänische Armee unterwegs war, sondern auch ein zweiter Dampfer mit schwerer Artillerie von einem Un­terseeboot versenkt worden, die die französische Regie­rung Rumänien zur Verfügung stellen wollte.

> Kriegsallerlei.

Heldentod eines deutsche« Prinzen.

Prinz Heinrich XXXXI. Reutz j. L-, Leutnant ... einem preußischen Kürassierregiment, hat am 29. No­vember auf dem russischen Kriegsschauplatz den Helden­tod gefunden.

in

Ei» Ubootskommandant als Ehrenbürger.

Der erfolgreiche Ubootskommandant Arnauld de la Perriere wurde zum Ehrenbürger von Schmiedeberg im Riesengebirge ernannt, wo er seine früheste Jugend­zeit verlebt hat.

Einberufung der Jinnländer zum Heeresdienst?

Nach einer Meldung des

.Stockholms Dagblab

^§iiMiäjgii^M

en herbeizu- russischen Heeresdienst erwart

russischen Heeresdienst erwartet, die wahrscheinlich in­folge des von England und Frankreich ausgeübten Druckes getroffen worden ist.

Rücktrittsgesuch Sarrails?

Nach einer Meldung derJdea Nazionale" soll General Castelnau zum Nachfolger des jetzigen Gene­ralissimus Josfre ausersehen sein. Das Blatt meldet weiterhin, daß General Sarrail seine Demission ein­gereicht habe.

Belohnungen an holländische Matrosen.

Die deutsche Regierung hat lautB. L.-A." den Holländischen Matrosen, die am 31. Mai und 1. Juni Schiffbrüchige aus der Seeschlacht am Skagerrak retteten, wertvolle Belohnungen, wie goldene Uhren und Ketten und 500 Gulden für die Besatzung des Dampfers ge­spendet.

Politische Rundschau.

Staatssekretär Helfferich an die Gewerkschaften. Der Staatssekretär des Innern hielt am Dienstag vor den Gewerkschaften eine Rede, in der er sagte: Von der ersten Stunde dieses Daseinskampfes an haben sich die Organisationen der Arbeiter und Angestellten mit allen ihren Kräften in den Dienst des bedrohten Vaterlandes gestellt. Mit der gleichen Bereitwilligkeit sind sie auch diesesmal dem Ruf gefolgt. Sinn gilt es, dem toten Buchstaben des Gesetzes Leben einzuhauchen. Die vom Gesetz verkündete Pflicht bleibt leerer Schall, wenn sie nicht im Bewußtsein und Gewissen eines jeden einzel­nen geschrieben steht. Sie, meine Herren, können und werden Ihren Einfluß auf Arbeiter und Angestellte in den Dienst der vaterländischen Notwendigkeit stellen. Ihre Mitarbeit und Mithilfe ist uns die Gewähr des Erfolges. Dieselbe Kraft, die uns den Sieg und Frie­den bringen muß, dieselbe Kraft soll uns im Frieden helfen, die Wunden des Krieges zu heilen, aus Trüm­mern wieder aufzubauen und die unzerstörbare sittliche und wirtschaftliche Kraft unseres Volkes einem neuen Aufstieg zuzuführeu.

In führenden Reichstagskreisen nimmt man an, daß der Reichstag nun nicht wieder vor dem Januar, bestimmt aber Btitte Januar, einberufen wird, es sei denn, daß neue Ueberraschungen sich ereignen sollten.

Ein Kriegs-Ersatz- und Arveits-Departement ist im Kriegsamt geschaffen worden. Es bearbeitet die grundlegenden Bestimmungen für die Verteilung der Menschenkräfte auf den Heeresdienst und aus die ge- famte Kriegswirtschaft. In weiten Kreisen der Be- völkerung scheint die irrtümliche Auffassung zu herr­schen, daß das Kriegsamt oder das Kriegsarbettsamt Arbeitsstellen vermittele. Dies ist nicht der Fall. Ar» beitssuchende müssen sich an die öffentlichen Arbeitsnach­weise wenden, denen vom Kriegsamt aus jede Unter­stützung zutett wird. Außerdem werden durch die Kriegsamtstellen in der Provinz sowie durch die stell­vertretenden Generalkommandos demnächst Bekannt­machungen erlassen werden, die zur freiwilligen Mel- dung von Arbeitskräften, besonders von Hilfsdienst- pflichtigen für bestimmte Arbeitsarten aufrufen. Aus diesen Aufrufen wird zu ersehen sein, wo Meldungen entgegengenommen werden.

Erzherzog Karl Stephan Regent in Pole»? Das B. T." schreibt: Wie die Neue Politische Korrespon­denz mitteilt, ist Erzherzog Karl Stephan von Oester­reich als Regent des Königreiches Polen in Aussicht gMonme» Vordem ...

Sie Verordnung llder die klchlerspacnsg.

Die Verordnung betreffend die Ersparnis von Brennstoffen und Beleuchtungsmitteln hat folgenden Wortlaut:

8 1. Jede Art von Lichtreklame ist verböte«. AlS Lichtreklame gilt auch die Erleuchtung der Aufschriften von Namen, Firmenbezeichnungen usw. an Läden, Ge­schäftshäusern, Gast-, Speise- und Schankwirtschasten, Caffees, Theatern, Lichtspielhäusern, wie überhaupt an sämtlichen Vergnügungsstätten.

§ 2. Alle offenen Verkaufsstelle» sind um 7, SamS« tags um 8 Uhr abends zu schließen. Ausgenommen sind nur Apotheken und Verkaufsstellen, in denen der Ver­kauf von Lebensmitteln oder von Zettungen als der Haupterwerbszweig betrieben wird.

§ 3. Gast-, Speise- und Schankwirtschasten, Caffees, Theater, Lichtspielhäuser, Räume, in denen Schaustel­lungen statt finden sowie öffentliche Vergnügungsstät­ten aller Art sind nur 10 Uhr abends zu schließen. Das gleiche gttt von Vereins- und Gesellschaftsräumen, in denen Speisen oder Getränke verabreicht werden. Die Lanöeszentralbehörden und die von ihnen beauftragten Behörden werden ermächtigt, für bestimmte Bezrrks oder Betriebe und in Einzelfällen eine spätere Schlie­ßung, jedoch nicht über 11^ Uhr abends zu gestatten.

§ 4. Die Beleuchtung der Schaufenster, der Läden und der sonstigen zum Verkauf an das Publikum be- ftimntten Räume ist auf das unbedingt erforderliche Maß einzuschränken. Das gleiche gift für Gast-, Speise» und Schankwirtschasten, Caffees, Theater, Lichtspielhäu» fer, Räume, in denen Schaustellungen stattfinden w* wie für öffentliche Vergnügungsstätten aller Art. Die Polizerdehörden sind berechtigt, die erforderlichen An­ordnungen zu treffen. Die AutzeubeleuchtUNg vo» Schaufenstern und von Gebäuden zu gewerblichen -/wecken ist verboten. Ausnahmen können von den Polizeibehörden zugelassen werden. Die Bestturmung in Absatz 1 Satz 1 hat hierbei Anwendung zu ftnden.

§ 5. Die Belertchttmg der öffeuckiche« Strabeu «u- Plätze ist bis auf das zur Aufrechterhaltung der öffent­lichen Sicherheit notwendige Maß emzuschrmnem Die Polizeibehörden sind berechtigt, die erforderlichen An­ordnungen zu treffen.

§ 6. Dre elektrischen Straßenbahnen und straften» bahnähnlichen Kleinbahnen haben ihren Betrieb sowett einzuschränken, wie es sich irgend mit den Verkehrs- verhältniffen vereinbaren läßt. Die Aufsichtsbehörde« können die entsprechenden Anordnungen treffen.

8 7. Die dauernde Beleuchtung der gemeinsame» Hausflure und Treppe» in Wohngebäuden ist nach 9 Uhr abends verboten. Die zuständigen Polizeibehörden sind berechtigt, Ausnahmen zu gestatten.

8 8. Wer den Vorschriften der W 1 bis 3, 4, Abi. 2 Satz 1, § 7 oder den auf Grund der 88 4 Abs. 1, 5, 6 getroffenen Anordnungen zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mk. oder mit Haft oder mit Gefängnis bis zu 3 Monaten bestraft.

8 9. Diese Verordnung tritt mit dem 15. Dezem­ber 1916, die Vorschrift im 8 2 jedoch mit dem 1. Januar 1917 in Kraft. Der Reichskanzler bestimmt den Tag thres Außerkrafttretens.

Vermischtes.

Stürghks Mörder geistig gesund. DerPester Lloyd" berichtet: Die Untersuchung des Psychiaters hat ergeben, daß der Mörder des Grafen Stiirghk, Dr. F. Adler, zurzeit völlig gesund und zurechmmgsfähig ist. Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig, da ein Einspruch erhoben wurde.

tn Neudamm (SMimark) zuteil werden lassen. Richter hat fett Kriegsausbruch dem Vaterland zehn Söhne zur Verfügung gestellt, und der elfte sieht seiner Einbe­rufung zur Fahne entgegen. Während einer den Hel­dentod fand, geriet ein zweiter in Gefangenschaft. Um nun alle seine Söhne wieder um sich versammeln zu können, schrieb Richter ein Gesuch an den Kaiser mit der Bitte, seinen acht Söhnen einen Wechnachtsurlaub erteilen zu lassen. Der Kaiser ließ Richter zunächst ein Gnadengeschenk von 300 Mark zustellen und die Ur­laubsgesuche den zuständigen Vorgesetzten überweisen. Jetzt hat Richter die Nachricht erhalten, daß seinen Söh- nen der vom Vater erbetene Wechnachtsurlaub bewilligt worden ist.

Eine echt russische Diebesgeschichte. Petersburg war kürzlich der Schauplatz einer Olaitberaffäre, die in ih­rer ganzen Unverfrorenheit selbst in einem Lande, in dem man üt dieser Beziehung recht abgebrüht ist, Auf­sehen erregt. Der vielfache Ätillionär Ziwatowski, der eines der angesehendsten HaubeisHäuser in Peters­burg besitzt, bewohnt im vornehmsten Teil der Residenz ein großes elegantes Palais. Vor diesem hielten eines Morgens um 8 Uhr zwei Autourovile, denen neun Herren in der Uniform von Gouverneuroffizieren ent« stiegen. Sie machten dem Millionär die unangenehme Eröffnung, daß er des Handels mit verbotenen Waren nach Schweden verdächtig sei, ur-d daß sie Auftrag hät­ten, Haussuchung bei ihm zu halten. Der Wortführer der Herren stellte sich als Graf Palen vor. Auf seinen Beietst wurden Ziwatowski, seine Fannlienmitaiieder und vierzehn Bedienstete in einem der oberen Räume eingeschlossen, während die Beamten die Haussuchung abhielten. Da sie das, was sie suchten, nicht fanden, hol­ten sie den Millionär aus dem Zimmer heraus, legten ihm Handschellen an und suchten unter Drohungen zu erfahren, wo er seinen Geldichrank verborgen habe. Schlretzlich mußten sie sich aber davon überzeugen, daß die Angaben des Gemarterten, er habe im Hanse kei­nen Geldschrank, anf Wahrheit beruhe, und daß sich ihr Unternehmen somit auf falschen Voraussetzungen aufgebant hatten. Der Millionär hatte nicht nur seinen Geldschrank in seiner Privatwohnung, sondern er war auch vorsichtig genug gewesen, alle feine Werwbjekt« in seinem Bureau in sicherem Gewahrsam zu halten. Nach dieser Mmerzlichen Entdeckung bestiegen die Räu­ber, die geringe Beute stolz verschmähten, wieder ihre Autos und fuhren unbehelligt am hellen Tage auf und davon. Eine telephonische Anfrage Ziwatywskis bestä­tigte nachträglich seinen Verdacht, daß er es bet seinen Besuchern mit verkleideten Banditen zu tun gehabt hatte. ________ ___

Weitere Drahtnachrichten.

A!e«termeld»«g über Griechenland.

o-r London, 13. Dezember. (T. 1U Das Reuter- sche Büro meldet: Nach Telegrammen, welche in Lon­don eingelanfen sind, hat das griechische Schlachtschiff Hndra". welches von dem Vierverband beschlagnahmt wurde, Radiotelegramme des Königs Konstantin für Berlin, ausgenommen.

Das neue MinisierinW ru FraukreiK.

c-«= Paris, 12. Dezember. (WTB.l Die Agence Havas Melder: Man kann das neue MnWerium als endgiltig gebildet -.rsehen. Seine Zusaunnenseyung wird Mittwoch vorn,mag amtlich bekanntgegeben werden. Es ist wahrscheinlich, daß die Regierung sich am Nachmittag dem Parlament vorstellen wird. Briand hat heute vor­mittag mit seinen künfttgen MitkrSetter« beraten.