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und vmrettsen HLMM vre MnnüML vvn Büisrsfr ver­nommen. Der politische und moralische Wert des Er­eignisses sei ungeheuer groß. Auch vom militärischen Standpunkt dürfte man die Tatsache nicht verkleinern.

H-s" Lugano, 8. Dezember. (T. U.) Die hierher te­legraphierten Auszüge aus den Pariser Blättern lassen den gewaltigen Eindruck des Falles Bukarests auf die öffentliche Meinung in Frankreich deutlich erkennen. Die französischen Zeitungen geben der Hoffnung Aus­druck, daß das traurige Ereignis die Tatkraft des Bier- verbandes anstacheln und den Willen zu entscheidenden Entschlüssen verstärken werde.

Der bulgarische Heeresbericht

Gegenangriff volle Vorstöße

meldet unterm 6. Dezember von der rumänischen Front: In der Dobruscha beiderseits zeitweilig Ar­tilleriefeuer. An der Donau bei Tutrakan, Olttna, Ra- Hovo und Cernavoda Artilleriefeuer. In der Walachei brachten unsere Truppen am Unterlaufe des Argesul verzweifelte Versuche der Russen und Rumänen, einen Gegenangriff gegen uns zu unternehmen, durch macht­volle Vorstöße zum Scheitern. Besonders heftig waren die Gegenangriffe der Russen auf der Linie Falastoca- Cgeni. Sie wurden mit schweren Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Zahlreiche tote und verwundete Feinde blieben auf dem Schlachtfelde. Die Brücken über den Argesul sind zerstört. Unsere Truppen tiber- schritten den Argesul auf einer Furt bei Copacent- Steiva. Wir besetzten einen Brückenkopf. Unsere Trup­pen befinden sich schon 6 Kilometer von den Forts von Bukarest. In den Kämpfen an den Flüssen Neajlow und Argesul brächte die tapfere 1. Division vom 28. November bis heute 16 Offiziere, 840 Mann, 2 schwere Geschütze, 6 Haubitzeit, 26 Feldgeschütze und 7 Kanonen kleinen Kalibers und 31 Munitionswagen, 8 Maschi­nengewehre, Gewehre, Granaten und anderes Kriegs­material ein. Beim Dorfe Dahilgr wurden 10 Flug­zeuge und 17 Panzertürme gefunden.

Große Mengen vergrabener russischer Munition ausgefunden.

T. U.-Drahtung aus Krakau.

DerKuryer Codzieuny" meldet aus Grodek Ja- giellonski bei Lemberg, wo bekanntlich mehrmals große und erbitterte Kämpfe stattfanden: Dieser Tage war hier zur Inspektion der Gerichte und Gefängnisse der Ge­richtsinspektor für Galizien, Hawel, eingetroffen. Ge­legentlich der Inspektion eines Gefängnisses meldete sich bei Hawel ein Aufseher und brächte die Bitte vor, es mögen die massenhaft im Gefängnishofe bestatteten Leichen gefallener Russen ausgegraben und au anderer geeigneter Stelle bestattet werden. In dem Hofe be­fand sich ein hoher Hügel mit einem Kreuze, welchen die Russen vor ihrem Rückzüge errichtet hatten. Der Aufseher behauptete, es sei derLeichengeruch" so stark, daß es nicht zum Aushalten sei. Der Gerichtsinspektor veranlaßte, daß der Bitte des Gefängnisaufsehers ent­sprochen werde. Zur nicht geringen Ueberraschung fand man in dem vermeintlichen russischen Massengrabe feine Leichen, wohl aber eine Menge russischer schrap- iteH3, Bomben und anderer Geschosse. Die Munitions- mengen wurden den Militärbehörden übergeben. Hier­bei stellte sich heraus, daß der vermeintlicheLeichen- geruch" auf das Vermodern von Stroh und Holz zu- rückzuführen ist.

Llovd Georges Kabinett allgemein, daß Lloyd George die Bildung eines Kabi­netts mit Hilfe der Liberale«, der Konservativen und der Arbeiterpartei gelingen werde.

Nach denTimes" betrachtet ein großer Teil der liberalen Parteien die Krise als persönlichen Konflikt zwischen Asquith und Lloyd George und ist gewillt, As- quith durch dick und dünn zu unterstützen.Daily Mail" sagt in einem Leitartikel, daß Lloyd George die Unterstützung eines Teiles der konservativen Führer finden wird, wenn auch die alte Garde keine Lust ver­spüren dürfte, unter ihm zu dienen.

Auch Grey zurückgetreten?

Ueber die Krise verlautet auf Grund Londoner De­peschen aus Rom: Der Rücktritt Asquiths wird ein­schneidende Wirkung auf das Verhalten der Mehrzahl altliberaler Abgeordneter haben, öie den System-Wechsel in der Regierung ohne allgemeine Wahl als größte Verletzung der Verfassung betrachten. Es muß einge- standen werden, daß England die schwerste Krise durch­wacht, in der es sich je befunden hat. Bonar Law gilt als besonnener Mann. Das mutmaßliche Haupt der neuen Regierung, Lloyd George, ist nur ein Demagoge, vielleicht ein Organisator, aber kem wirkender Staats­mann mit ausgeprägtem Verantwortlichkeitsgefuhl. Mit Asguith zusammen ist Grey zurückgetreten.

Abbruch der Beziehungen zwischen

der Entente und Griechenland?

Petit Journal" meldet aus Athen: Die Entente- gesandten haben bereits ihre Beziehungen znr griechi­schen Regierung abgebrochen. Im Hafen von Piräus wurden alle Schiffe requiriert, um die flüchtigen Staats­angehörigen des Vierverbandes einzuschiffen.Matin" meldet aus Athen: König Konstantin konzentriert bei Larissa ein Heer «nd hat selbst den Oberbefehl über die Truppen übernommen.

Mit Vorbehalt wird eine Pariser Blättermeldung aus London verzeichnet, wonach Lord Cecil eine Ent­thronung des Königs der Hellenen plane, Rußland aber

Widersprnch erhob.

Rentersche Stimmnuasvilder.

Reuter meldet aus Saloniki: Nach Information des Verkehrsministers der venizelisttschen Regierung hat der Bund der griechischen Reiervisteu zu Larissa schreckliche Ausschreitungen begangen. Banden zogen durch die Straßen und riefen: Tod den Benizelisten! Geschäftsleute von veuizelistischen Anhängern wurden geplündert, und ihre Eigentümer erhielten Befehl, die Stadt zu verlassen. Alle Geschäfte zu Larissa wurden geschlossen. Es herrscht eine Panik. Aus Trikala wer­den ähnliche Scenen gemeldet. Die Reservisten haben dort französische Offiziere ins Gefängnis geworfen. Je­der, der sich für die venizelistische Bewegung erklärt hatte, wurde mit dem Tode bedroht. Ferner erfährt Reuter aus angeblich sicherer Quelle: Das Haus des Bürgermeisters Beuachi von Athen, eines Mannes von 70 Jahren, wurde vom Hause des Prinzen Apsilanti, des Stallmeisters des Königs, aus beschossen. Auch von der Straße Her feuerte man auf das Haus des Büraer- nreisters. Schließlich brach man in das Haus ein. Der Bürgermeister wurde mit Gewehrkolben bearbeitet und ihm sein Bart ansgerissen. Dann schleppte man ihn auf die Straße und plünderte das Haus, wobei alle Fenster­scheiben zertrümmert wurden Auch der General Ca-

Es Miros Mt SM ÜNSKLÜ GSfäügettM, varitüler Marudis, dem früheren Kommandanten der Polizei, nach dem Parlamentsgebäude geschleppt.

Die französische Kolonie verläßt Griechenland.

^ Bern, 8. Dezember. (T. U.) Wie dasPetit Journal" aus Athen meldet, wurden die Bereinigten Staaten mit der Wahrung der Interessen der Entente- Angehörigen betrant. Die französischen Konsuln erhiel­ten den Befehl, mit der französischen Kolonie Griechen­land zu verlassen.

ßtiegsnßctlei

Ein 900ü-Tonnendampfer versenkt.

Der italienische bewaffnete DampferPalermo" (9203 Tonnen), der mit Kriegsmaterial aus Neuyork unterwegs war, ist gegenüber Kap Sebastian (Kata­lonien) durch ein deutsches Tauchboot versenkt worden.

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Zwei Mann der Besatzung sind getötet, 3 verwundet, 98 landeten in Booten in Palamos an der spanischen Küste.

Japan soll schleunigst liefern.

Die russische Heeresleitung hat Blättermeldungen zufolge die japanischen Firmen ersucht, die Kriegslie- ferungen unter allen Umständen zu beschleunigen.

Eine Fischladuua für den dänischen Staat von Engländern beschlagnahmt.

Das letzte in diesem Jahre aus Grönland in Ko­penhagen erngetrossene dänische Schiff ist unterwegs von den Engländern aufgebracht und nach Grimsvy geführt worden, wo das Schiff die Ladung löschen mußte, die hauptsächlich aus gesalzenen Fischen bestand. Das Schiff sowie seine Ladung gehörten dem dänischen Staate. Bon dänischer Seite istPolitiken" zufolge ge­gen das Vorgehen der Engländer Verwahrung einge­legt worden.

Politische Rundschau#

Kriegsminister General von Stein soll, wie in par­lamentarischen Kreisen angenommen wird, für den in dem soeben genehmigten Reichsgesetz über die Errich- tung einer militärischen Zentralisierung als Protest- und Beschwerdestelle geschaffenen neuen Posten eines militärischen Oberbefehlshabers ausersehen worden fein.

Eine Auszeichnung für Helfferjch. Aus Anlaß der Verabschiedung des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst hat der Kaiser dem Staatssekretär des In­nern, Staatsminister Dr. Helfferich, sein Bildnis mit eigenhändiger Widmung und Unterschrift verliehen. Wie derDeutsche finrtet" zu melden weiß, habe im Zusammenhänge mit den Differenzen, die über die Eirc- vringung und Vorbereitung des Gesetzes über den va­terländischen Hilfsdienst obwalteten, eine Helfferich- Krisis bestanden, sie sei aber durch Rückziehung des eingereichten Rücktrittsgesuches beendet worden.

Miursterwechsel in Bayern. Der bayerische Staats- minifter des Innern Dr. Freiherr v. Soden ist von seinem Amte zurückgetreten. Der König hat den Minister bei diesem Anlaß in den Grafenstand erhoben. Zum Minister des Innern wurde an seiner Stelle der frühere Minister des Innern Regierungspräsident von Unterfranken Dr. v. Dettreich ernannt. Gleichzeitig ist auch der Kriegsminister Freiherr v. Kreß von seinem Amte zurtickgetretew Der König hat ihn zum Inhaber

W und Stifter v. Brettreich ist noch offen gelassen.

Die Generalkommission der Gewerkschaften Demsch- lauds wendet sich imVorwärts" an die gewerkschaft­lich organisierten Arbeiter und Angestellten Dentsch!- lands und tritt dafür ein, daß sich die Arbeiterschaft emmütig für die gewerkschaftlichen Organisationen ein fetze.

Vermischtes.

Eine bedeutsame Eingabe Ncuköllns an das Kriegs­amt wird Berechtigtes Aufsehen erregen. In dieser Denkschrift des Neuköllner Magistrats wird, wie der B. L.-A." erfährt, auf die außerordentlich schwierigen Verhältnisse hingewtesen und verlangt:Daß entwe­der spätestens bis zum beendeten Anbau der Garten- und Feldfrüchte Höchstpreise für sämtliche Lebensmittel festgesetzt oder aber letztere zwecks einheitlicher Vertei­lung an die Bevölkerung beschlagnahmt werden." Da Neukölln eine überwiegende Arbetterbevölkerung be­sitzt, ist die Vorsorge des Magistrats für seine Bürger­schaft wohlbegründet. Andererseits darf mit gewisser Spannung die Antwort des Kriegsamts gegenüber der hier berührten grundlegenden Ernährungsfrage entge­gengesehen werden.

Ein sympathischesBackpulver". Aus der Pfalz wird gemeldet: Dieser Tage wurden in Neustadt sechs fitsten, die mitBackpulver" deklariert rost reit, unter verdächtigen Umständen beschlagnahmt und auf der Bahn geöffnet. Hierbei ergab sich überraschenderweise, daß alle mit halbierten Schweinen, die zur Ausfuhr nach Norddeutschland bestimmt waren, gefüllt waren. Welch ein schöner Weihnachtsbraten!

10 000 Pfund verdorbene Wurst. Auf Veranlassung des Bochumer Nahrungsmittel-Urrtersuchungsamtes wurde» in Bochum vier Waggons mit zusammett 40 000 Pfund holländischer Plockwurst beschlagnahmt, weil die Wurst verömbeu und für den menschlichen Ge­nuß ungeeignet gewesen sein sollte. Die Sache hatte jetzt ein Nachspiel vor der Strafkammer in Bochum. Auf der Anklagebank saßen der frühere Kaufmann, der jetzige Bochumer Privatier Johann Bollmer und der Handelsagent Josef Damm aus Essen, denen znr Last gelegt wird, sich dadurch gegen das Nahrungsmittelge- fetz vergangen zu haben, daß sie die verdorbene Wurst feilgehalten haben. Noch interessanter wäre allerdings zu erfahren, wer es fertig gebracht hat, daß diese Menge Wurst verdorben ist. ____________________

den Helden von den Ialtiandsinseln MM Gedächtnis.

(8. Dezember 1914.)

Der Sieger von Coronet gedachten wir vor weni­gen Wochen anläßlich der Wiederkehr jenes für die deutsche Marine so ruhmreichen Tages. Ihrer zu ge­denken in ernster Trauer, aber auch in stolzem Hoch- gefühl ist uns heute Bedürfnis. Am 8. Dezember, vor 2 Jahren, sanken unbesiegt nach schwerer heldenhafter GegenwehrScharnhorst" undGneisenau",Nttru- berg" undLeipzig" bet den Falklands-Jnseln auf den Meeresgrund.

Die Niederlage bei Corvuel hatte den englische« Stolz tödlich getroffen. Diese Scharte mußte ausge­wetzt werden um jeden Preis. Der Ruf nach Rache durchgellte ganz England. Der heiße Wunsch, den seit Monaten von allen Hilfsmitteln abae.ichnckteuen. allein

äüf sich selbst ^«t deutschen Kreuzern, öte in 5® roischen Kämpjen und den sicheren Untergang vor Au­gen, die Ehre der deutschen Flagge hochhielten, den Untergang zu bereiten, durchzitterte jedes englische Herz. Und diesem Wunsche mußte die Erfüllung kom­men. Denn zu gewaltig war die Uebermacht, die Eng­land hinaussandte, zu gering die Zahl, zu schwierig, ja hoffnungslos die Lage der deutschen Schiffe. Der 8. Dezember besiegelte ihr Schicksal bei den Falklands- Jnseln.

Auf englischer Seite kämpften die beiden Schlacht­kreuzerJnvincMe" undInflexible", ferner die Pan­zerkreuzerCanravon",Cornwall" undKent", sowie die modernen mit 15 Zentimeter-Geschützen bewaffneten geschützten KreuzerGlasgow" undBristol", denen Graf Spee nur seine verhältnismäßig kleinen Panzer­kreuzerScharnhorst" undGneisenau", sowie die drei kleinen KreuzerLeipzig",Nürnberg" undDresden" gegenüberstellen konnte. Er beschloß daher, sich mit Scharnhorst" undGneisenau" dem Gegner entgegen# zuwerfen und ihn aufzuh alten, um durch diese Selbst­aufopferung seinen leichten Strettkrästen die Rettung zu ermöglichen. Nach dreistündigem Gefecht sinkt die Scharnhorst", das Admiralschiff, zwei Stunden später geht dieGneisenau" mit wehender Flagge, bis zum letzten Augenblick feuernd, in die Tiefe.Leipzig" und Nürnberg" werden von den überlegenen englischen Kreuzern bald eingeholt und sinken nach verzweifelter heldenhafter Gegenwehr. Nur derDresden" gelingt es, für diesmal zu entkommem Nur wenige Ueberle- bende der deutschen Schiffe wurden von den Englän­dern gerettet. Bon derScharnhorst" nicht ein einziger, obwohl die Engländer, insoesondere der Panzerkreuzer Carnavon", dazu sehr wohl in der Lage gewesen waren.

Wie ein gewaltiges Drama mutet uns die Ausfahrt und das Ende unseres Kreuzergeschwaders an. Die Ge­schichte bietet kaum ein Beispiel gleichen Heldentums, gleichen Opfermuts und gleicher Todesentschlossenheit. Jene L60 Spartaner, die bei den Shermophylen den Op­fertod fürs Vaterland starken und deren Heldentum uns auf den Schulen stets als höchste Offenbarung mensch­lichen Opfermutes gepriesen wird, durften sich jubelnd in die feindlichen Speere stürzen, dem Feind Aug' in Auge blicken, die Kraft des Armes bis zum letzten Augenblick betätigen. Den deutschen Seeleuten war das Ende unendlich viel schwerer gemacht. Unter sich den schwankenden, von Geschossen durchlöcherten Schiffs- boden, erblicken nur die wenigsten den Feind selbst als schwachen Punkt am Horizont. Viele, ja die meisten haben ihn bis zum bitteren Ende nicht gesehen. Auf ihre Stationen gebannt, die Matrosen hinter ihren Ge- fchützeu, die Herzer vor ihren Kesseln, die Munitions­mannschaften in ihren Kammern, hielten sie bis zum unvermeidlichen Ende aus. Das Gefühl der Pflicht Hielt sie alle in ihrem eisernen Bann. Bis zum letzten Au­genblick tut jeder, was seines Dienstes ist Die Flagge, die der schiffbrüchige deutsche Matrose, der kieloberst sinkendenStürnbelg" zustrebend, emporreckt. wird zum Symbol. Ueber das Grauen des Todes triumphiert siegreich die Idee der deutschen Mannestreue, der Pflichterfüllung bis zum Tode.

Von dem Verdienste der vor der: Thernwvolen Ge­fallenen meldet jenerrührende Stein". Keine Inschrift bezeichnet die Stelle, wo unsere zu Tode gehetzten bren­nenden Schiffe in den eiskalten Wassern des Sitdat- lantik versanken. Aber durch die Jahrhunderte wird die Kunde klinden von den deutschen Helden, die dort

Weitere Drahtnachrichten#

Wie sich Bukarests Schicksal erfüllte.

Budapest, 8. Dezember. (T. U.) Nach einer Meldung desAz Est" aus Sofia erhielten militärische Kreise über den Fall von Bukarest folgende Nachricht: Die siegreiche Schlacht am Argesul besiegelte das Schick­sal von Bukarest. Die Operationen der Verbündeten gingen mit solcher antomatische« Genauigkeit vor sich, daß kein Zweifel bestand, daß sie dnrch die Einnahme von Bukarest gekrönt werden müßten. Unsere Armeen standen südlich und westlich in einem Halbkreis un­mittelbar vor dem Bukarester Festungsgürtel und ob­wohl hiervon der Feind genau Kenntnis hatte, blieben die Festungskanonen stumm. Unsere Artillerie sah sich einer stillen Festung gegenüber. Inzwischen näherte sich eine Angriffsgruppe, bestehend aus deutschen und öfter- , reichifch-nngarische» Truppen von Nordwesten der Fe- stnuq. Diese Gruppe vernichtete vollständig jene vier Divisionen, die zwischen Targowiste, Titn und Bukarest den letzten verzweifelten Rettnugsaugriff unternahmen. Ohne Widerstand zu finden, erreichte die Angriffsgruppe das Festungsgebiet. Deutsche Reiterei besetzte im nord­westlichen Teil der Festung ein Forts samt den dazu ge­hörenden Batterien und schlug dadnrch eine Bresche in den Festungsgürtel. De« BerteidignngsZnttand Buka­rests charakterisiert dieser rasche Erfolg im Westeu. Rei­terei, welche nur znr Erkundung ausgeschickt wurde, konnte das Forts erstürmen «nd besetze«. Nach dieser Wasfeniat ritt eine Gruppe von Parlamentären mit der Anffordernng «ach Bukarest, die Stadt sofort zu über­geben, da bei dem fleinsten Widerstand die Kanone« mit größter Kraft begonnen und die Stadt in Trümmer- haufen geschossen haben würden. So erfüllte sich das Schicksal von Bukarest in wenigen Stunde«.

Die französische« Verluste übersteige« vier Millionen.

w> Berlin, 8. Dezember. (T. II.) Im Palais Bourbon ist kürzlich, wie dieKreuzztg." ans den: Haag erfährt, dem Heeresausschntz mitceteilt worden, daß die französischen Verlnste bis 1. November letzten Jahres an Toten, Verwnudeten, Gefangenen und Vermißten vier Millionen übersteige». Mehr als die Hälfte soll an­geblich wieder an die Front abgegangen sein.

Gerard bringt keine Fricdensvorswiäge mit.

Berlin, 8. Dezember. (T. 1t.) DieKreuzztg." schreibt:Stationaltidende" zufolge wurde aus Washing­ton telegraphiert, Dom der Botschafter Gerard vor Antritt seiner Rückreise nach Deutschland einem Austräger er« flut habe, er nehme keinerlei Friedensvorschläge mit Er glaube, daß derartige Vorschläge im gegebenen Zeit­punkt von England kommen müßten.

Einschränkung des Kohlenverbrauchs in Oesterreich.

#-£ Wien, 8. Dezember. (Privattelegr.) Eine Ver­fügung, die heute eriweint, ordnet lautK L.-A" mit Rücksicht auf die Einschränkung des KohlellverbrauMeS an, daß alle Geschaftslädem ausgenommen Levensmittel- Handlungen bereits um 7, die Gasthäuser um 11, die Kaffees um 12 Uhr zu schließen haben. Jede Licht­reklame ist verboten. Die Beleuchtung der Schaufenster wird aus ein Drittel eingeschränkt.

Eine Verschwörung in Japan entdeckt.

w> Basel, 8. Dezember.Ruskoje Slowo" veröf­fentlicht lautB. L.-A." eine Meldung aus Tokio, wo- nach gegen das Ministerium Teranchi eine Verschwör«»« entdeckt worden ist und zur Verhaffnug von mehr als hundert Personen geführt hat. Die Verschwörer haben ein Attentat im Overhame geplant.