Set AujstanS in Alhen.
T. U.-Drahtung au^Amsterdam.
Aus Athen wird gemeldet: Am 1. Dezember nahmen die griechischen Truppen plötzlich eine feindselige Haltung gegen eine Abteilung französischer Marinesol- daten an, welche sich bereits seit längerer Zeit im Zav- peion befand. Auch gegen die französische Gesandtschaft, die französische Schule in Athen und die Benizelisten wurde eine feindselige Haltung angenommen. Gewehrschüsse wurden gewechselt; sogar Maschinengewehre traten rn Tätigkeit. Verschiedene Kanonenschüsse wurden gegen das Zappeion abgegeben. Tote und Verwundete sind anf beiden Seiten zu beklagen. Die engltsch-sran- zösischen Marinefüsiliere die ungefähr 600 Mann stark waren, Haben unter starkem griechischen Geleit samt ihrem ganzen Material das Zappeion verlassen, um fiel) nach dem Piräus zu begeben. Die Straßen in der Um- aebung des Zappeion waren vorher geräumt worden. Alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen waren getroffen worden, um einer Kundgebung gegen den Vierverband zuvorzukommen.
Der Athener Korrespondent der „Evening News" meldet vom Freitag: Soeben ist die englische Gesandtschaft vo« griechischen Truppen angegriffen worden. Ein französischer Soldat, der am Gebäude vorüberging, wurde von einer griechischen Patrouille angehalten. Mitglieder des Personals des englischen Spionagedienstes befreiten den Soldaten. Die griechischen Soldaten begannen darauf auf die Engländer zu schießen. Leute aus dem Volk halfen ihnen. Das Gesandtschaftspersonal beantwortete den Angriff. Ein Beamter der Gesandtschaft wurde tödlich verwundet.
Ein Waffenstillstand mit der Athener Garnison?
Der Karriere della Sera" meldet aus Athen: In der Hauptstadt und ihrer Umgebung haben sich rund 6000 Reservisten freiwillig gestellt und sich mit 5000 Mann der Athener Garnison angeschlossen. Der König ist gesehen worden, wie er in Generalsnuiform auf dem Wege nach einer Kaserne war, um dort der Ankunft der Reservisten beizuwohnen. Gegen Mittag kam es in der Nähe des königlichen Palastes z« einem starken Tn- mnlt. Die am Morgen erfolgten Zusammenstöße waren bis 10 Uhr immer heftiger geworden. Am Abend be- gaben sich der französische und der englische Gesandte zum König und darauf zum Platzkommandanten der Alliierten. Noch später fuhren sie nach dem Piräus, um sich mit Admiral Fournet zu beraten. Man glaubt, daß ein Waffenstillstand vereinbart worden sei und infolgedessen die Feindseligkeiten eingestellt werden.
Die griechischen Schiffe in den Häfen der Alliierten beschlagnahmt.
Wie der „Matin" meldet, sind die griechischen Schiffe, die in Marseille und den übrigen Häfen Frankreichs und der Alliierten liegen, mit Beschlag belegt worden.
Paris schreit nach Rache.
Die Ereignisse in Athen werden in Paris mit Entrüstung ausgenommen. Die Zeitungen erklären, es bestehe jetzt die Pflicht, den Meuchelmördern und Verrätern eine unvergeßliche Strase aufzuerlegen. „Echo be, Paris" schreibt: Keine Nachsicht! Lasset der Gerechtigkeit ihren Lauf!
Die Stimmung in England.
Die Friedensbewegung inneHalb der englische« Arbeiterschaft im Wachse«.
^ JiüUe . .bab acht man in
England offen zu, daß in der englischen Arvoiterschaft die Friedensbewegung wachse. Zwischen den Alliierten, meint das Blatt weiter, mÄren sich die Berdrieß- lichkeiten, aber obgleich sich viele Enttäuschungen an- einanderreihen, sind doch überall die Kriegsparteien zn mächtig. Stürmer mußte dem «»nachgiebige« Trepow weichen. Die frauzösischeu Friedensfreunde sind ohne Führer. Grey, der den Krieg gern beende« würde, ist vor dem wilden Lloyd George verstummt.
In der Londoner „Nation" wird laut „Frkf. Ztg. ausgesührt: Unser Volk hat noch nicht über die Friedensfrage nachgedacht. Vorläufig wird man sich in England noch nicht klar und deutlich aussprechen. Es schemt, daß zwei Parteien bestehen. Die eine Partei sehnt sich nach einem raschen, gemäßigten und ehrenvollen Frieden, der sich auf einem soliden internationalen Abkommen stützt. Die andere Partei will sich auf unbestimmte Zeit in den Krieg stürzen. Ich bemerke, daß die erste Partei jetzt im Begriffe ist. die Oberhand zu gewinnen und die zweite, zu verlieren. Der Sieg der Gemäßigten wird jedoch von zwei Zeiten her aufgehalten, erstens von dem sensatwnellen Pessimismus der Presse, der den moralischen Vorteil, den wir im Westen geholt haben, verschleiert zweitens durch die heftige Art, in der Deutschland den Krieg führt. Gegen diesen zweiten Faktor stehen indessen die gemäßigten Empfindungen des Heeres, das erfahren hat, wie auf den Schlachtfeldern. eine gegenseitige Achtung entsteht. Ä „
Eine Kriegsrede Heudersons.
eiert, zweitens
Der englische Arbeitsminister Henderson hat in Nordhamvton eine Rede gehalten, in der er auf die Friedensbedingungen einging mtb erklärte, es sei ihm nim ^was von inoffiziellen Frieöertsbeiprechungen be- kKWD Aber die angegebenen Bedingungen seien un- aMmbtir für die Entente gewesen. Wir müssen kei- W Augenblick, so sagte der Minister, an Frieden denke^ N lang noch der Feind im Besitz von belgischem und französischem Gebiet ist. Im Sommer 1917 wird Ansatz von englischen Mannschaften und Mnni- toen höchsten Stand erreicht haben, um aber einen Weg zu erringen, muß jede Frau und jeder d Dienste der Regierung zur Verfügung
SG E> tio^W voller MarrS stellen.
fitiegsalfetleL
Begnadigte Belgier.
Der „Maasbo-r" meldet laut einer Haager Draht- tuna des N L^l?: Bekanntlich waren in Prasselt 18 BelgiL von den duschen Militärbehörden ziun Tode verurteilt worden. Suf das vom Brüsseler 'Nuntius im Namen des PapsteSWternommene Gesuch wurden nunmehr vierzehn von ihnen begnadigt, darunter der Bürgermeister von Naurur und einige Geistliche.
Die Lebensmittelknappheit bei den Alliierten.
Nach einer Pariser Zeitungsmeldung strebt laut „B. L.-A." Frankreich eine planmäßige Austeilung aller in den Verbandsstaaten verfügbaren Lebensmittelvorräte für Zivil und Mtlttar an. England habe sich hierzu noch nicht geäußert.
Ein amerikanisches Ansf«hrverbot für Lebensrnittel?
Ein Funkspruch des WaMngtoner WTB.-Bertre- ters siedet: Der amerikanische Arbeiterverband hat nach einer WTB.-Meldung aus Baltimore auf seiner Tagung eine Entschließung angenommen, in -er ein Ausfuhrverbot für Weizen und andere Lebensmittel
verlangt wird, da es angesichts der steigenden Lebens- Mittelpreise für die arbeitende Bevölkerung Amerikas unmöglich werde, genügend Lebensmittel für ihre Familien zu beschaffen.
Italien leidet unter der Kohleunot.
„Secolo" zufolge^hat sich die Kohlenkrisis in Italien wieder verschärft. Die Kohlenpreise stiegen weiter.
Das Hilssdiesstgesetz ein AusSmik enlftioffenen Siegeswillens.
Soweit die Berliner Morgenblätter vom Sonntag die Annahme des Gesetzes kommentieren, klingt aus allen Besprechungen das allgemeine Vertrauen heraus, das man dem Leiter des Kriegsamtes, General Grüner, entgegenbringt, unter dessen Leitung das Kriegsamt das neue Gesetz durchzuführen haben wird, und übereinstimmend wird festgestellt, daß das angenommene Gesetz einen Ausdruck entschlossenen Siegeswillens und einen bedeutsamen Schritt zum Siege bittet.
Die „D t s ch. T g s z t g." schreibt: So sehr wir Einzelheiten der Reichstagsbeschlüsse bedauern, so freudig begrüßen wir das Gesetz im ganzen, die Mobilmachung der inneren Front. Im „Berl. Tgbl." äußert sich der Reichstagsabgeordnete Wolfgang Heine: „Es ist eine ungeheure Bekundung der Kraft und des Willens des deutschen Volkes, in diesem Kriege, den die Feinde zu einem Kampf um Sein oder Nichtsein des Reiches gemacht haben, seine Existenz zu wahren und jede Muskel und jeden Atemzug diesem Ziel dienstbar zu machen. So mag das Ausland diese Tat auffassen, so soll sie in unserem eigenen Bewußtsein leben."
Ein anderes Mitglied des Reichstages, Prof. Dr. Doormann bemerkt in der „Voss. Ztg.": Das Gesetz wird für immer bestehen bleiben als eins der denkwürdigsten Dokumente einer schweren, die Zukunft Deutschlands entscheidenden Zeit. Daß es uns helfe n wird, die Entscheidung zu beschleunigen, diese Ueberzeugung hegt die überwiegende Mehrheit des Reichstages. Sie wird im ganzen Vaterlande Verständnis und Widerhall finden."
Der „Vorwärts" begründet die Annahme des Gesetzes durch die sozialdemokratische Reichstagsfraktion und schreibt: Die sozialdemokratische Fraktion hat für das Gesetz gestimmt. Sie hat das in erster Linie deshalb getan, weil es sich um einen Akt der Solidarität mit unseren feldgrauen Volksgenossen handelte. Mit der Ablehnung des Gesetzes durch die Fraktion wäre nicht der geringste Nutzen gestiftet, sondern nur dem allgemeinen Interesse des arbeitenden Volkes und den Interessen unzähliger Einzelner, die in den neuen Bestimmungen ihren Schutz finden werden, geschadet worden!"
Der Dank des Kaisers.
Der Kaiser hat an den Reichskanzler das nachstehende Telegramm gerichtet: Ihre Meldung von der im Reichstage erfolgten Annahme des Gesetzentwurfes über.den Vaterländischen Hilfsdienst erfüllt mich mit großer Freude und Befriedigung. Mein wärmster Tank gebührt der von vaterländischem Geist getragenen gemeinsamen Arbeit der Reichsregierung und des Reichstages. Das deutsche Volk bezeugt damit von neuem, daß es fest entschlossen ist, für die siegreiche Verteidigung seineZ^Landes und seiner Machb jedes Opfer an Gut und Blut und Arbeit darzubringen. Ein vou solchem einheitlichen Wille« beseeltes Volk wird mit Gottes gnädigem Beistand seinen durch Intelligenz, Arbeit- Kulturvölkern der Erde gegen -eSceman« behaupte« und kann nicht besiegt werden. Gott lohne alle Opferfreudigkeit und lasse das gerechte Werk gelingen.
„Eine gewonnene Schlacht".
Unter dieser Ueberschrift sagt die „Nordö. Allgem. Ztg.": Gestern nachmittag, am 2. Dezember 1916, war die denkwürdige und feierliche Stunde, in der der Reichstagspräsident vor den Volksvertretern feststellte, daß der Reichstag das Hilfszivildienstgesetz mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Mehrheit angenommen habe. Das deutsche Volk weiß, daß, seit das deutsche Reich besteht, kein Gesetz von gewaltigerer Bedeutung erlassen worden ist. Millionen von Menschen, Jünglinge und Greise, stehen durchdrungen von der Größe der Zeit bereit, dem Rufe des Vaterlandes zu folgen und in der neugeschaffenen Heimarmee zu die= neu. Diese Bereitschaft, die das Gesetz geschaffen hat, ist mehr als eine gewonnene Schlacht. Sie ist der Sieg. In der Annahme des Gesetzes hat das deutsche Volk durch seine Volksvertretung wiederum bezeugt und in heiligem Gelöbnis kundgetan, daß es auch die größten Opfer, die das Durchhalten und der Sieg verlangen, stolz und frei zu bringen willens ist. Das deutsche Volk hat abermals durch die Größe seines Entschlusses der Größe der Zeit sich würdig erwiesen und damit Recht und Gewißheit des Steges von neuem erworben.
Sie Sriessschwierigkeiten der Entente.
In einem Aufsatz über die Kriegsschwierigkeiten der Entente schreibt das Stockholmer „Sveuska Dagbladet": Nicht nur die Zentralmächte haben mit umngelnder Zufuhr von Lebensmitteln zu käurpsen. In Rußland steht die Hungersnot vielfach, vor allem in den großen Städten, vor der Tür. In Petersburg hat man Fleisch- karten eiugefüyrt, die dazu berechtigen, dreimal in der Woche Fleisch zu kaufen. Das aber bedeutet nicht, daß es auch Fleisch zu kaufen gibt, vielmehr ist das Gegen- test in der Regel der Fall. An Butter ist Mangel, ja sogar an Brot, obwohl es in anderen Bezirken reich- HWe Getreidevorräte gibt; aber die fehlende Organt- fation macht fi» immer mehr geltend. Das rollende Material der Eisenbahnen ist durch Kriegstransporte gebunden. Es soll sich übrigens infolge der unablüfsi- gen Abnützung während dreier Jahre ohne die uöti= gen Ausbesserungen in einem höchst betrüblichen Zustand befinden, und teilweise kaum mehr brauchbar sein. Auch in Frankreich, das dich offene Z nr vom Meer her hat, steigen die Leben^niittelpre^e zu beun- rubiaender Höhe, weil alles zur ^mce, nicht zum wenigsten zur englischen, geht. Die Vorräte an Brennmaterial sind gleichfalls sehr gering. Noch schlimmer aber ist es in Italien, wo die Bevölkerung eimach frieren muß und die Schuld aan^ natürlich aus. England schiebt. Daß es unter solchen Umständen ichwer ist, den Mut aufrecht zu erhalten und den nötigen^ Zusammenhalt zu bewahren, liegt in der Natur der Sache. Besonders in Rußland herrscht ein iunerpplitiußca Chaos, das durch den raschen Ministerwechsel zum Ausdruck kommt. * ........
Sluch die folgenden Meldungen lasten erkennen, wie sehr die Alliierten mit Schwierigkeiten zu kampfen haben. Nach dem „Petit Journam hat die Beleuchtungs- gesellschaft von Bordes die Bürger von derErschöp- funa ihrer Kohlenvorrsite benachri«igt. Der Verbrauch müue eintae Taue eingestellt weroew Die Transport
krisis verschlimmert sich dort zusehends. 800 000 Tot» nen Waren können nicht gelöscht werden. Die Bahnhöfe waren seit einem Monat nur drei Tage geöffnet, Das Blatt weist ausdrücklich auf diese unglaublichen und unhaltbaren Zustände hin. Infolge des Vagen- mangels können die großen Oelfabriken in BordeauH ihre Oele und Oelkuchen nicht ausführem Der Weirf Handel ist vollkommen lahmgelegt, desgleichen der Ve» fand der Konserven, die in den großen Fabriken b0U Bordeaux hergestellt werden.
Vermischtes.
Verwaltnugsstelle der HiudenSarg-Spenö« #er deutschen Landwirte. Im Sinne des Schreiben- des Generalfeldmarschalls von Hindenburg an den Reichskanzler regt sich allerorts im Baterlande der Opfersinn der deutschen Landwirte, die in vaterländischer Begeisterung bereit sind, von den ihnen aus Hausschlachtuw- gen zustehenden Nahrungsmitteln, insbesondere Speck und Schmalz freiwillig abzugeven, damit der Fettmangel der Schwerarbeiter, insbesondere in der Rüstungsindustrie, behoben werden kann. Um einer Zersplitterung und ungeeigneten Verwendung der gesammelten Gaben vorzubeugen, ist eeine Verwaltungsstelle der Hinden- burg-Spende der deutschen Landwirte gebildet worden, an deren Spitze die Herren Graf von Schwerin-Löwitz, Freiherr von Zangenheim- Kleinspiegel und Landrat a. D. Rötger getreten sind und deren Geschäftsführung Geheimer Regierungsrat von Schlieben in Berlin, Köt. Hener Straße 16, mit Unterstützung des Kgl. Würtem- bergischen Oberamtmanns Scholl und des Kgl. Bayeri- fchen Tierzuchtinspektors Dr. Niklas übernommen hat.
Spiritisteuschwindel in Loudou. Ein Mitarbetter der „Gazette de Lausanne", der kürzlich nach längerem Ausertthalt aus London zurückgekehrt ist, stellt fest, daß das übermächtige Anwachsen des Gewerbes der Geistes- Leschwörer in London eine Nebenwirkung des Krieges sei. Das Geschäft der Spiritisten habe noch nie so geblüht, wie in ön letzten 12 Monaten. Männliche und weibliche Engländer, gebildete und ungebttdete, gchür- ten zu den Kunden der Geiste ' her, Hellseher und spiritistischen Medien, welche fit eld Nachrichten der gefallenen Soldaten ihren zur gebliebenen Angehörigen zu vermitteln angeben. Es sei zu verwundern, daß die englischen Bchorden diesem Schwindel ruhig zusehen.
Ei« Tarif für Lüge«. Die in Genf erscheinende „Jndeperrdance Helvetique" brächte folgenden Tarif für lügenhafte Berichte in den Tagesblättern der französischen Schweiz, festgesetzt durch die französische Propa- ganöakomnrission: Für einen Artikel über Hungersnot in Deutschland 30 Fr. Für einen Soldatenbrief, der die gesunkene Moral der deutschen Truppen beweist, 20 Fr. Für eine Beschreibunq über die Beschießung der Kathedrale von Reims 30 Fr. Für eine Erinnerung an die Schlacht an der Marne 8 Fr. Für eine Erzählung über Aufruhr in Berlin 50 Fr. Für eine Erzählung über Aufruhr in einer anderen deutschen Stadt 25 Fr. Für kleine Erzählungen über eine abgeschnittene Hand oder Fuß 3 Fr. Für Berichte über den Tod des Kronprinzen oder des österreichischen Kaisers 80 Fr. Neue Erfindung von Greuel und Unmenschlichketten werden besonders hoch bezahlt. — Das bolläirdischö Blatt „Haarlemfcher Courant" bemerkt das«, ob das in englischem Solde stehende dentfchfettrdfiche Hetzblatt „TeTearaaf" in Amsterdam nickst einmal einen solchen
Gegen säumige Landwirte. Der Sandrat des Krei- ses Braunsberg lOstpreußen) droht in einem Erlaß folgendes an: „Falls die Gemeinden ihrer Lieferungspflicht nicht restlos nachkommen, wird der Herr Land- rat zu schärfsten Maßnahmen greifen und unter anderem anorünen,, daß die säumige Gemeinde weder Spiritus, noch Petroleum, noch Efirmgchezucker erhält. Auch wird die Erlaubnis zu Hausschlachtungen nicht eher erteilt werden ,bis die Besitzer der Butterlieferungspflicht nachgekommen sind.
Weitere Drahtnachrichten.
Rücktrittsgesuch Lloyd Georges.
v-^ London, 3. Dezember. (WTB.) Die Sonntagsblätter melden: Ltvyd George hat Asquith seine De« Mission überreicht. Sie ist aber noch nicht an genommen worden. Asgnich, der Loudou gestern verließ, ist heut« früh znrückgetetzrt und hatte Besprechuuge« mit güpi George uno verschiedenen anderen MiMster«. Er erwägt jetzt Maßnahmen, um den Gedanken zu begegnen, die den Eutschtutz Lloyd Georges hervcigefiihrt haben. Man hofft noch, daß irgend eine Lsivglichkeit sich zustande bringen lasse. Carson und Bonar Law sprachen heute beide im unionistischen Komitee. Zirre gleichzeitige Anwesenheit in dieser Sitzung wird für höchst bedeutsam gehalten. Man erwartet, daß Asquith sich morgen im Parlament äußern werde.
s-jt Loudou, 3. Tezemoer. (WTB.) Amtlich wird bekanntgegeben, daß Asquith zum Zwecke der wirksame« Durchführ«ug des Krieges reschlosie« habe, dem Köuig zu raten, einer Neugestaltung der Regierung zuzu stimmen.
Als Grund der politischen Krise nimmt man in London an, Lloyd George habe die Bildung eines engeren Kriegsrates unter Einschluß von Garwn, aber unter Ausschluß von Asquith und Balfour vorgeichlagen. Wenn diese Annahme richtig ist, so in der@ntf<lnß Lloyd Georges, zurückzutreren, offenbar am Meinung»- Verschiedenheiten mit Asquith zurückzmührcn.
Ueber die Zuspttzuug der Krise
meldete uns eine T. U.-D rahtung anS Dotter- dam vom Sonntag abend:
Die Mürtsterklise bat nü), so meldet man dem „N. R. C.". tut Laufe des gestrigen Tages ernstlich weiter entwickelt. Asquith hatte eine längere Unterredung mit dem König. Aus dem Kriegsnnnisterium bringt das Gerücht heraus, daß Llond George und seine Sekretäre tu aller Eile ihre Papiere zusaurmenpacke«, um das Ministerium zu verlassen. Die „Paluhttl Gazene sagt, es handele sich nur um eine Reform des Kabinetts und des KriegSrates. Die jaernntnim Gazelle" meint, wenn Asquith jetzt augegriuen werde, ch hätte er wenigstens den n roa. daß er bteft» LoS mit sämtlichen ersten Zimmern in den kriegführenden Ländern teile. Die cngliw Regierung empfindet den Rückschlag des Feldzuges in Humanieu obgleich man sie deswegen keineswegs bau enteisen könne Es steht durchaus noch man fest, daß wenn bestimmte Minister infolge der gegen ne acrutreien Am griffe sich gezwungen sehen wurden zurnckzutreuu, darum schon das ganze jetzige Pegiernngswuem in Gefahr kommen würde. Die groye Mebrüen der MtMitt- der des Unterhauses wünsche unter den beunaen ckm- ständen keinen Regierungswechsel. Wenn trotzdem. da« Kabinett in die Gefahr komme zenückzutreten, 'o würde dies nicht am Unterhaus liegen, sondern M Kdm selv«L