Einzelbild herunterladen
 

Set MMbergang

»er Heeresgruppe Mackensen.

Von zuständiger militärischer Seite wird uns ge­schrieben:

Nachdem Teile der siebenbürgischen Armee die wa- lachische Tiefebene erreicht hatten, war für die Heeres­gruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen der Zeitpunkt herangereift, den seit langem geplanten und in allen Teilen vorbereiteten Vorstoß über die Donau zur Ausführung zu bringen.

Für den Uebergang war die bei Svistov gelegene enge Stelle des Grenzstromes seit Monaten ausersehen. Das hochgelegene bulgarische Donauufer beherrscht hier weithin die feindlichen Stellungen. Bukarest liegt in nordöstlicher Richtung in der Luftlinie etwa 100 Kilo­meter von Svistov entfernt. Von Nordwesten näherte sich die Kavallerie des Generals v. Falkenhayn. Das Räderwerk faßte von Norden und Süden her inein­ander. In eiliger Flucht suchten die Ueberreste der ge­schlagenen rumänischen Verbände der zermalmenden Wirkung der ineinander greifenden Operationen zu ent­rinnen. Sie hatten bereits bis Svistov den Uferschutz preisgegeben. Ein erster rascher Gewinn von größter Bedeutung!

Die vor den Falkenhaynschen Truppen zurückwei­chenden, aber an den großen Flutzabschnitten noch zähen Widerstand leistenden Divisionen traf der Vorstoß des Generalfeldmarschalls v. Mackensen so überraschend in die Flanke, daß ihre neuen Stellungen sofort stark be­droht wurden. So erzielte auch hier wieder die Ueber- raschung neben dem militärischen Erfolge eine durch­greifende moralische Wirkung.

Während der Feind noch völlig durch die Ereignisse in der Dobrudscha in Anspruch genommen war, wurde durch das wohldurchdachte Zusanmrenarbeiten der be­teiligten Stellen vor seinen Augen, aber von ihm völlig unbemerkt, der Donauübergang vorbereitet. Durch schärfste Bewachung wurde jeder Grenzverkehr unter­bunden. Im Schutze der Stacht entstanden sorgfältig verdeckte Zufahrtsstraßen zum User. Die Stadt ver­barg hinter einer Maske ihr kriegerisches Gesicht. Hinter den Böschungen grub sich vorerst schweigsames schweres Geschütz ein. In dem nahen Belene-Kanal fanden die k. u. k. Monitore, die deutschen Patrouillen- und Motor­boote, die Pontons und die zum Zusammensetzen fertig bereitgestellten Brückenteile gesicherten Unterschlupf. Langsam hatte sich auf weiten Schienenwegen der für den Uebergang erforderliche Hamsterbau mit Munition, Gerät und Verpflegung gefüllt.

Die Erkundung des gegenüberliegenden Ufers ließ das Wagnis aussichtsreich erscheinen. Unsicher war nur, ob der Feind nicht noch von den Vorbereitungen er­fahren und Verstärkungen herangezogen hatte. Noch vor wenigen Tagen lag schweres Geschtttzfeuer auf dem bulgarischen Landstädtchen Svistov. Unruhig knatterten nachts die feindlichen Gewehre über das Wasser. Re­gungslos lag das Land im Banne der lauernden Ge­schosse.

Am 23. Novenrber, dem Tag des Ufersturmes, lag dichtgeballter Nebel auf den gelben Fluten des Stromes. Der Angriff erfolgte, um den Feind zu täuschen, gleich­zeitig an mehreren Stellen der Donau. Die Demorr- strationen beschränkten sich jedoch nicht auf eine Ar­tilleriekanonade,- es wurden Inseln besetzt und an meh­reren Punkten die feindlichen Ufer erkämpft.

So blieb der Feind zunächst in Ungewißheit, wo der Vorstoß beabsichtigt war, wohin er Verstärkungen zu

hatten. Linien

Vorwartsdrintzen der Truppen oes Venercuse,omar- schalls v. Mackensen wohl unterdessen Sie Augen ge­öffnet hat, ist der Brückenschlag bei Svistov kern Ge­heimnis mehr. Die UeberraMmg ist völlig geglückt. Das Unternehmen war so umsichtig vorbereitet, daß die deutschen und bulgarischen Regimenter fast ohne Ver­luste das rumänische Ufer erreichten und in wenigen Stunden die stark ausgebauten feindlichen Stellungen in ihrem Besitz hatten. Es wurde zunächst in rm Vor­aus befohlenen Linien am ersten Tage ein engerer, am Zweiten Tage ein weiterer Brückenkopf ausgebaut und hinter deren Schutz die ratlose Unsicherheit des Geg­ners dazu benützt, Fähren einzurichten, Brucken zu schlagen, die rückwärtigen Verbindungen zu sichern, mit ihrer Hilfe eiligst die gesamten Offensivkraste auf da-- andere Ufer zu schaffen und deren Nachschubbedarf nach-

am ersten Tage ein engerer, am

^^Nachdem in zweitägiger fieberhafter Arbeit der Auf- marfch in dem jenseitigen Brückenkopf beendet, die Ope- rationsbasis gegen die stärksten feinten Gegenmaß­nahmen gesichert war, die Donau für den Nachschub keinerlei Gefahr und Hindernis mehr bildete, begann - - ----- ickelte sich auf Grund der

und spielend nach den er-

keinerlei Gefahr und Hindernis mehr bildete, begann der Vormar ch. Alles entwickelte sich auf Grund der geleisteten Vorarbeit genau und spielend nach den er- gangenen Befehlen. Der Mechanismus brauchte nur eingeschaltet zu werden. Die verbündeten Truppen von vier von Natur verschiedenartigen Völkern haben sich in bewundernswerter Disziplin einem einheitlichen Willen eingefügt. Die Fürsorge, die sie umgab, er- sturkte ihr Sicherheitsgefuhl, ihren Stegeswillen. Der Erfolg war ihrem hingebenden Vertrauen eine Selbst- verständli^keUreitung und Durchführung dieses Do- nauüberaanges wird in der Kriegsgeschichte wohl als ein meisterliches Vorbild weiterleben. An sechs Stellen ist nunmehr die Donau in diesem Kriege unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschalls von Mackensen ertolareich überwunden worden. Es standen diesmal aber nicht nur deutsche Truppen, sondern gemischte Verbände zur Verfügung. Und gegenüber befand sich ein mit dem kriegserprobten starken Rußland verbün­deter Gegner. Er hatte sich derart in Sicherheit wiegen lassen, daß er den Uferschutz an dieser gefährlichen Stelle schwächeren Kräften übertrug. Mit brausendem Hurra betraten die bulgarischen Regimenter das rumänische Ufer bei Simnitza, von dem aus genau an derselben Stelle im zweiten Balkankriege tm Jahre 1913 die Rumänen die Brücke zum bulgarischen Ufer geschlagen hatten. Auch für die Türken ist der Donamibergang eine stolze Genugtuung, denn hier bei Svistov haben die Russen 1877 bet ihrem Feldzug gegen die Türkei, ihrem großangelegten Vorstoß auf Konstanttnopel, die Donau überschritten. Das weltgeschichtliche Erlebnis durchzuckte die Herzen, und der Generalfelbmarschall, der mit seinem Stabschef General Tappen wenige Stunden, nachdem die ersten Pontons abgestoßen waren, sich auf das rumänische Ufer übersetzen ließ, war nmjnüelt von begeisterten Huldigungen.

Rücktritt der griechischen Regierung?

Aus dem Haag wird berichtet: Nach einer Athener TtmeS"-Meldung desB. L.-A." will die griechische Regierung znrttcktreten, wenn sich der König fernerhin weigern sollte, in die Waffenabgabe einzuwilligen.

Einer Reutermeldung ausAthen zufolge ist der Kriegsminister aus Gesundheitsrücksichten zuruckae- treten. General Hazzopoulos, zurzeit in Korfu, wird an seine Stelle treten. Bis zu seiner Ankunft werden die Geschäfte vom Ministerium hes Jnuew wahrge-

Neue Gerllchie.

DieFrkf. Ztg." erfährt aus Konstantinopel: Nach Meldungen aus Saloniki haben die englischen und rus­sischen Gesandten ihren Sitz von Athen nach Saloniki verlegt, weil sich der Kreis um das Königspaar mehr und mehr zusammenziehe und die Absetzung der Dy­nastie sowie die Proklamierung Griechenlands zur Re­publik nur eine Frage der Zeit sei. Der russische und der englische Hof, die die intimsten Familienbeziehungen mit Athen verbinden, wollten ihre Vertreter nicht Zeu­gen dieser Metamorphose sein lassen. Frankreich ist nicht durch solche und ähnliche Rücksichten bedrückt. Deshalb verbleibt der französische Diplomat in Athen.

Sie Leichenfeier in Wien.

Unter Entfaltung allen Gepränges, welches das Hofzeremoniell für diesen traurigen Anlaß vorsieht und unter einer seit Menschengedenken wohl kaum je dage­wesenen pietätvollen Beteiligung der Herrscherhäuser der verbündeten und befreundeten Staaten und der Völker der Monarchie hat am Donnerstag die Beisetzung des Kaisers Franz Joseph I. in der Gruft seiner Väter statt- gefunden.

mng des

äter statt-

In der Hofburgkapelle wurde die erste Einsegnung der Leiche vorgenommen, worauf Hofsaalkammerüiener und Leiblakaien den Sarg hoben, der unter Vorantritt des Hof- und Burgpfarrers der assistierenden Hof- kapläne und Hofkapellendiener nach dem im Schweizer Hof stehenden Leichenwagen getragen wurde. Nach noch­maliger Einsegnung des auf den Leichenwagen ge­hobenen Sarges setzte sich unter dem in diesem Augen­blicke einsetzenden Geläute sämtlicher Kirchturmglocken Wiens der Leichenzug- in Bewegung. Eine Abteilung der Leibgarde-Jnfanterie-Kompagnie, eine Abteilung der Leibgarde-Eskadron zu Fuß und je eine Abteilung der beiden Trabanten-Leibgarden unter Führung je eines Offiziers schritten dem mit acht Rappen bespann­ten, schwarz drapierten Leichenwagen mit dem Sarge voran. Dem Leichenwagen folgte die Leibgarde zu Pferde, eine Kompagnie Infanterie und eine Eskadron Kavallerie. Im Angesicht des Denkmals der großen Kaiserin Maria Theresia, der Stammutter des Hauses Habsburg-Lothringen, nahm der Zug den Weg nach der Ringstraße. Hinter den Militürspalieren staute sich eine nach Hunderttausenden zählende Menschemengs. Schwere schwarze Fahnen wehten von den Giebeln der galäste der Ringstraße und des Franz-Joseph-Kais.

pferflammen loderten aus den Kandelabern vor dem Hofopernhause empor. In stummer Trauer, entblößten Hauptes ließ die Bevölkerung den imposanten Leichen­zug passieren.

Inzwischen hatten sich die Mitglieder der Kaisersa- milien, die zur Leichenfeier in Wien eingetroffenen Mit­glieder der verwandten und befreundeten Fürstenhäuser, die Spezialgesandten, das diplomatische Korps, die Ge­heimen Räte, die Minister, die Hosbeamten, die Gene­ralität, die Präsidien und Mitglieder des Reichsrates und des ungarischen Landtages, die Staötvertretungen von Wien und Budapest, sowie die Deputationen vor und im Stephansdom versammelt. Kurz vor 3 Uhr trafen Ihre Majestäten Kaiser Karl und Kaiserin Zita mit ihren Hofstaaten vor dem Hauptportal des Domes ein. Der Fußboden war schwarz belegt, die Altäre schwarz drapiert. Vom Riesenportal zum Presbyterium war ein Militärspalier aufgestellt. Auf die Meldung, daß der Leichenzug herannahe, begaben sich die Aller­höchsten und Höchsten Herrschaften zu den für sie be­stimmten Plätzen im Presbyterium. Nun wurde der

den Offizier-Leibgarden, nach dem Presbyterium ge­tragen und auf dem Katafalk niebergefreut.

Kardinal-Fürstbischof Dr. Piffl nahm die Ein­segnung vor, welcher die das weite Gotteshaus bis aus das letzte Plätzchen süllende Trauerversammlung in weihevoller Stimmung folgte. 20 Minuten nach 3 Uhr war bte Zeremonie beendet. Dann wurde der Sarg von den Kammerdienern und Leiblakeien nach dem Leichenwagen getragen. Wieder setzte sich der Leichenzug in Bewegung. Unmittelbar hinter dem Leichenwagen folgten jetzt S. M. der Kaiser und I. M. die Kaiserin, die fremdländischen Zlllerhöchsten und Höchsten Herren, die Erzherzöge, die fremden hohen Frauen und Erz­herzoginnen, bte Spezialgesandten und die fremdländi­schen Offiziersdeputatiouen usw. dem Zuge, der inmit­ten eines Spaliers aus der Armee im Felde entsandten Abordnungen den Weg zur Kapuzinerkirche nahm. Bon der Geistlichkeit empfangen, wurde der Sarg in die Kirche getragen und auf den Katafalk gestellt. Dann wurde der Sarg unter Trauergebeten und Fackelbegler- tung, unter Vorantritt der Kapuziner in die Gruft hin­abgetragen. Hier wurde der Sarg in der Vorhalle niedergestellt, um dem Wunsche des verblichenen Mo­narchen gemäß später zwischen den Sarkophagen, der Kaiserin Elisabeth und dem Kronprinzen Rudolf fernen endgültigen Platz zu finden.

Trauerfeier im Große« Hauptguartier.

Grotzes Hanptquartier, 30. November. (Amtlich.) Auf Befehl S. M. des Kaisers fand heute in der katho­lischen Pfarrkirche des Großen Hauptquartiers in Ge­genwart des Kaiserpaares, des Generalfeldmarschalls von Hindenburg und der Militärbevollmächtigten un­serer Verbündeten eine Trauerfeier für Kaiser Franz Joseph statt.

Krleiralleclel.

Geralds Rückkehr «ach Deutschland.

Reuter meldet aus Wachingtou: Der amerikani­sche Botschafter Gerard wird am 2. Dezember nach Deutschland zurückkehren.

Der Peirolettmbedarf Bulgariens gedecki.

Das bulgarische Bodcnkredit-Jnstiiut teilt, laut einer Sofioter Meldung desL.-A.", mit, daß der Pe- troleumbedarf Bulgariens vollkommen gedeckt fei. In Rumänien sei so viel Petroleum beschlaguahmt worden, daß täglich 50 bis 100 Zisternen Petroleum nach Bul­garien gesandt werden können.

König Karols GraLstätie.

Mit der Einnahme von Cnrtea be Arges sind auch die dort befindliche,, rumänischen Königsgräber unter den Schutz der deutschen Truppen gekommen. Kaiser Wilhelm hat befohlen, daß deutsche Truppen, die Curtea be Arges durchschrelleu, an den Gräbern des verstor­benen Königspaares Kränze niederlegen.

Die Eröriernng -er italienischen Kriegsziele zvgelasien.

Ein Kopenhagener Blatt gibt eine Mailänder Mel­dung wieder, derzusolge die italienische Regierung auf Veranlassung der Sozialdemokraten die Erörterungen der Kriegsziele in der Abgeordnetenkammer zuge­lassen hat.

Ein rnsstscher Sündenhock.

Einer Petersburger Meldung zufolge hat lautB. L.-A." der Staatspräfekt Obolenski seinen Abschied er­halten, wie verlautet, wegen seiner Unfähigkeit, tbe Lebenömittekzufuhr nach Petersburg in befriedigender M M mein.

Politische Rundschau»

Großadmiral von Tirpitz über Deutschlands Zm kunft. Aus Anlaß der Uebersendung der Urkunde über seine Ernennung zum Ehrenmitglied des Deutschen Flottenvereins hat Großadmiral v. Tirpitz ein Schrei­ben an den Vereinspräsidenten, Großadmiral von Kor- ster gerichtet, in bem es u. a. heißt: Ich bin durch, drungen gewesen seit mehr als 20 Jahren, daß das Deutschtum sich ohne Weltgeltung und Seegeltung und Funktion davon ohne eine starke Flotte nicht durchsetzen kann. So weit Zeit, Verhältnisse und die erreichbaren Mittel Lies gestatteten, habe ich diesem Ziel nach be­sten Kräften zugestrebt. Es handelt sich nicht darum, Sas Erbe Englands anzutreten, sondern um unsere stieufi Berechtigte Stellung in der Welt. Erreichen wir nach diesem furchtbaren Krieg diesen Erfolg nicht, wird mrs vrelmehr die Möglichkeit abgeschnitten, die schweren schaden, bte wir erlitten, wieder auszugleichen, so muß öav Deutschtum verkümmern. Die heutigen wirt­schaftlichen Verhältnisse erfordern neben einer blü­henden Landwirtschaft Industrie,- zur Ausnutzung emer blühenden Industrie gehören Handel und Schifs- fahrt. Haben wir diese nicht in ausreichendem Maße, so wird Deutschland, und damit, wie gesagt, das Deutsch­tum auf die Dauer verdorren müssen.

Erne natronalliverale Knndgcv,ng für den Reichs­kanzler. Eine Versammlung des rmtionalliberalen Ver­eins in Königsberg nahm nach einer Rede des Vize­präsidenten des preußischen Abgeordnetenhauses Ge- heimrats v. Krause einstimmig eine Entschließung an, in der erklärt wurde, daß das Wohl des Vaterlandes dre vertrauensvolle Unterstützung des Reichskanzlers erfordere.

Vermischtes.

Traurige Folgen eines unglücklichen Zufalls. Der in Zoppot lebende Major a. D. v. Schickfus und Neuen­dorf leitete die Zoppoter Ortsgruppe des Jungdeutsch- landbundes. Er hatte zu Mittwoch abend einige ältere Schüler nach seiner Villa geladen und erklärte ihnen den Waffengebrauch. Als Major v. Schickfus sich an seinem Schreibtisch niedergelassen hatte, nahm der Schüler Hoff- mann der Sohn eines Polizeisergeanten, aus der Waf- feusammlung eine Browningpistole und hantierte da­mit. Plötzlich krachte ein Schutz und der Major sank, in den Hinterkopf getroffen, tot zu Boden.

Rußlands Ernährnngsuot. Ein Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse in Rußland, der sich auf amtliche Angaben stützt, gibt e n wenig erfreuliches Bild für den kommenden Winter. Obgleich in einigen Gouvernements gute Ernten zu verzeichnen waren, ist die Ernte der größten Teile Rußlands weit hinter dem Durchschnitt zurückgeblieben. Der Viehbestand Ruß­lands ist nach amtlichen statistischen Angaben auf 45 v. H. zusammengeschmolzen. Die Herbstbestellung der Felder hat durch den großen Mangel an landwirtschaft­lichen Kräften stark gelitten. An vielen Orten Hat es den Bauern an Aussaat gefehlt. Am schwersten leiden die großen Industriegebiete, in denen die Preise der notwendigsten Lebensmittel blitzschnell steigen. Die Ver­sorgung der Truppen an der Front ist sehr verschieden. Das Hauptgewicht wird auf die ausreichende Versor­gung der Südfront gelegt, während an der Nordfront (Dünalinie) starker Mangel herrscht.

Admiral Spee. In der Londoner Wochenzeitschrift Nation" teilt Wwfarer folgende Erzählung einer f * »vrrrvrwe ^^

_____ _____________1914 in Val­paraiso. Admiral von Spee kam nach dem Sieg seines Geschwaders über Gradock in die Stadt. Valparaiso wimmelte von Deutschen, und von Spee wurde mit Be­geisterung ausgenommen. Vor ihm her wurden Blumen auf die Straße gestreut, aber Graf Spee sagte:Das ist nicht gut, Blumen streut mau auf das Grab," und dann:Bewahren Sie die Blumen für mein Grab auf." Es wurde ihm auch ein Bankett gegeben. Jemand schlug einen Toast auf den Untergang der englischen Flotte vor. Admiral v. Spee weigerte sich energisch auf diesen Toast zu trinken.

Der Prozeß Cotzmann-Valentiu durch Vergleich er­ledigt. Aus München meldet derB. L.-A.": Der Be- leidigungsprozeß des Professors Cotzmann gegen Pro­fessor Valentin endete nach mehrstündiger Verhand­lung mit einem Vergleich. Professor Valentin nimmt alle Beleidigungen und Vorwürfe gegen Professor Cotz­mann als unbegründet zurück und trägt sämtliche Kosten.

Weitere Drahtnachrichten.

Die Räumung der Stadt Bukarest.

o-s- Genf, 1. Dezember. (T. 11.) Französische Bläk ter melden lautBl. Mp." aus Paris, daß die rumä­nische Regiernug, alle Minister, die sich noch in der Hauptstadt befanden, die Königsfamilie, die hervor­ragendsten Beamten und Bauten am Sonutag nnd Montag Bukarest vcrlafleu haben und sich nach Jasiy zurückzogc«. Der General AvereScu nnd sein Stab be­finden sich noch in Bukarest. Gleichzeitig wird gemeldet, daß der rnmänische Kriegsminister die sofortige Muste­rung des Jahrganges 1919 anordnete. Diese Nachricht, die gestern nachmittag in PariS eintraf, ließ die Haff- unng der Rettung Bukarests auf den Nnllpunkt sinken, die Pariser Treffe zeigt eine Panikstimmung, die an die Zeit vor der Einnahme Warschaus erinnert. Die Be­stürzung ist umso größer, als Briand noch in -er vor­gestrigen Gebeimfitzung der Kammer eine überaus opti­mistische Rede über. Sie Kriego 'ge in Rumänien ge­halten haben soll. Was die Miil-ürkritiker der Pariser Blätter am meisten erbittert, ist der Umstand, daß die Hceresleitnng der Entente dem rumänischen Zusammen- brnch tatenlos zuschaut.

Londoner Falschmeldungen aus Belgien.

Berlin, 1. Dezember. (WTBÜ Neutrale Zei­tungen veröffentlichen ein Londoner Telegramm, nach der die Bevölkerung der belgischen Stirbt Lemes gegen die deutschen Behörden revoltiert bat. Auch aus an­deren Teilen Belgiens werden Unruben gegen die deutschen Behörden gemeldet. Tatsächlich gibt es in Belgien keine Stadt Leines. Offenbar ist Affines ge- meint. In diesem Ort bat sich aber nichts ereignet. Der Abtransport der belgischen Arbeiter nimmt seinen ruhigen Fortgang.

AuSzug her königStreuen Truppen aus Ache«?

5^ Lugano, 1. Dezember. (T. 1U Aus Athen wird gemeldet: Die kösisstreueu Truppe,, räumten Athen und marschierten in der Richtung nach Rorde«.

Schwedische Matznabme« an der fiunische» Grenze.

x- Wie«, 1. Dezember. DieWien. Allg. Ztg." meldet lautDtsch. Taztg." aus Budapest: Schweden bat Maßnahmen an der simuschen Grenze wegen striktester Beobachtung der von Schweden geschaffenen Aussuvr» verböte ergriffen, deren Überschreitung bei schwerer Strafe untersagt ist.