Helstützpunkt die Höhen Bet Makovo um so geeigneter waren, weil ihre Umgebung die Uebersteigung des Kammes der erwähnten Gebirgskette zur Voraussetzung gehabt haben würde. Die Front des feindlichen Angriffes hatte von Trnova bis Makovo eine Breite von 28 Kilometer, von denen 12 bis 13 Kilometer in der Ebene lagen. Wenn es dem Feinde trotz Aufgebotes aller Kräfte nicht gelang, hier durchzustotzen. so hat er damit die Lehre empfangen, daß ein Durchbruch durch die oben erwähnte Bergriegelstellung 20 Kilometer nördlich von Monastir ganz unmöglich sein würde. Es wäre zu verwundern, wenn er sich nunmehr nicht mit dem moralischen Erfolge, den ihm die Besetzung des geräumten Monastirs schenkte, zufrieden geben sollte.
Die Pariser Presse bringt nähere Nachrichten des Generals Leblois, Führers -er bei Monastir rümpfenden Verbandstruppen, über den Angriff gegen Trnova. Nach den bisher vorliegenden Meldungen wäre das Scheitern des Angriffs vornehmlich den Italienern zuzu- schreiben.
Hindenburg zwei Jahre General- feldmarfchall.
Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt u. a.: Am 27. November 1914 wurde Hindenburg zum Generalfeld- marschall ernannt, nachdem ihm einige Wochen vorher, am 1. November, der Oberbefehl über die gesamten deutschen Streitkräfte im Osten übertragen worden war,- und seit einem Vierteljahr leitet er als Chef des Ge- neralstabes des Feldheeres die gesamten kriegerischen Operationen an allen Fronten. Die schicksalsschwersten Entscheidungen, vor die je das deutsche Volk gestellt war, hat er in diesen großen eisernen zwei Jahren zu unseren Gunsten gewendet. Nie schreckte ihn die zahlenmäßige Ueberlegenheit, die auch heute noch gegen uns steht. Immer wieder hat unser Retter aus der Russengefahr die Initiative erfolgreich an sich gerissen. Hindenburg ist mehr als Heerführer. Als Gewissensrat und Tugendmahner hat er sich erst jüngst dem deutschen Volk geoffenbart, und als weitblickender Staatsmann dem ganzen Volke den Puls gefühlt. Mit derselben er- folgverbürgenden Sicherheit, die seine Schlachtenpläne zur stets sich neuernden Verblüffung unserer Feinde auszeichnet, hat er dem Heer der Heimat das schwere Gebot der Pflicht zugerufen, deren restlose Ersüllung erst den ersehnten Stet? und Frieden verheißt. Hindenburg ruft! Da ist jeder Deutsche, ob alt, ob jung, ob Mann, ob Frau „Soldat" nach seinen besten Kräften. Heer und Heimat sind ein Volk in Waffen und in Arbeit! Das soll für unseren Generalfeldmarschall das feierliche Gelöbnis des dankbaren deutschen Volkes fein.
Blutige Zusammenstöße in Athen?
Organisierter Widerstand gegen die Entente.
Wie der Mailänder „Secolo" aus Athen meldet, organisieren militärische Kreise, die für die Neutralität sind, den Widerstand gegen die Entente. Man befürchtet, daß bei der Waffenübergabe sehr heftige Zusammenstöße erfolgen würden. Die griechische Regierung hoffe auf das Eingreifen der übrigen Ententeregierungen zur Lösung der Frage, da Admiral Fournet zum Handeln entschlossen scheine.
Ueber blutige Zusammenstöße in Athen weiß der „B. L.-A." zu berichten. Andere Blätter bezeichnen es als wahrscheinlich, daß die Alliierten Griechenland die Zufuhr von Lebensmitteln abschneiden.
Der „Corriere della Sera" erfahrt, der wahre Grund der Kriegserklärung Benizelos' an Deutschland und Bulgarien sei der Wunsch, zu dem Friedenskongreß zugelassen zu werden, auch wenn das offizielle Griechenland neutral bleibe.
Spanische Betrachtungen zur Kriegslage.
Einem Madrider Telegramm der „Köln. Ztg." zufolge schreibt die „Militärische Korrespondenz": Der Gedanke, ein völliger Sieg sei ausgeschlossen, vreche sich in England nud Frankreich Bahn. Das Vorgehen Htu- denburgs gegen Rumänien werde schon in nächster Zukunft zur Erreichung der militärischen Zwecke Deutichlands wesentlich beitragen. — Die „Tribuna" behandelt unter der Ueberschritt „Die Entente bricht zusammen,- Rußland ist erschöpst" die Lage im russischen Reiche. Das Eintreten Rumäniens habe Rußlands Lage sehr verschlechtert, Nach zuverlässigen, nach Spanien gekom- menen Nachrichten sei die innere Lage Rußlands gefährlich. Ueberall herrsche anarchische Unordnung. Die politischen Parteien seien gespalten. Die Zahl der Friedensanhänger wachse, daher sei nicht zu verwundern, wenn die Klagen im Volk und die Erkenntnis, daß Rußland gleich Frankreich dem englischen Eigennütze geopfert werde, auf Verständigung mit Deutschland dränge.
ßttegsalterlel
Die Ueberreste der „Britauuic".
Die „Times" vernimmt aus Athen: Der Kapitän eines Segelschiffes, das im Piräus eingelaufen ist, erzählt, daß er bei Kea zwei Rettungsboote und Schiffstrümmer von der „Britannic" gesehen habe. Die Rettungsboote sind nach Kerassini gebracht worden. „Daily Chronikle" vernimmt, daß das schiff innerhalb 55 Minuten nach der Explosion gesunken war.
Neger für Kriegs- «nd Arbeitszwecke in Euglaud.
Bonar Law sagte im englischen Unterhause auf eine artige, er stehe mit den verschiedenen Kownialver- tungen in Verbindung über die Frage, ob es wün- schenswert sei, die Arbeitskraft der Sieger zu venven- den. Man berate mit früheren Gouverneuren und anderen Leuten, die Erfahrung mit den jetzt in England befindlichen Eingeborenenrassen hätten.
Die Gestaltung Des Hllssüieustgesetzes.
Der HanptauSschutz des Reichstages setzte am Dienstag die Beratung über das vaterländische Hilss- bienstgesetz unter Zugrundelegung des in den Berstän- digungsverhandlungen enthaltenen neuen Entwurfes fort. 8 1 der Borlage blieb unverändert. § 2 umgrenzt den Kreis derjenigen Personen, die als im vaterländischen Hilfsdienst tätig zu gelten haben. Staatssekretär Dr. Helffertch erflehte Jür kriegS notwendig: die Berufsorganisationen aller Art, die Presse, die Krankenkasse,! und alle fonstigen Träger der Sozialversicherung. Die Beurteilung der Nottvendigkeit der Arbetts- kräfte müsse im Einzelfalle entschieden werden. § 2 erhielt die Fassung des ersten Absatzes der Richtlinien mit nachstehendem Zusatz: Hilssdrenstpflichttge, die vordem 1. August 1916 in der Land- und Forstwirtschaft tätig waren, dürfen auS diesen Betrieben nicht zum Zwecke der uebenveisuna an eine andere Beschäftigung im vaterländischen Hilfsdienst herausgezogen werden, i 8 blieb unverändert. Zu § 4, der die Instanzen be- toÄ Wünschte feist WalM M DMMn LrgÜM
entsprechende Verwendung der Beamten des RetchSko- lontalamts, die doch zurzeit wenig zu tun hätten, worauf Staatssekretär Dr. Hei fs er ich erwiderte, die Mehrzahl sei zu den Massen einberusen. Der Staatssekretär erklärte weiter, man werde in den Ausschüssen mit den Gemeindebehörden auss engste zusammenarbeiten. Es werde erwogen, auch den Gemeinden die Aktivlegilima- tion zur Beschwerde gegen die Entscheidungen der Aus- schüsse zu geben. § 4 entspricht dem Absatz 2 der Richtlinien mit der Abweichung, daß der Beschwerdestelle auch je ein Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer angehört. Bei § 5 (Heranziehung der Hilfsdienstpflichtigen) erklärte der Staatssekretär, daß man sich dabei der öffentlichen Arbeitsnachweise soweit als möglich bedienen werde. § 5 erhielt die Fassung des Absatzes drei der Richtlinien, § 6 diejenige des Absatzes 4. Ueber § 7 wurde eine Einigung nicht erzielt. Er betrifft den Wechsel der Arbeitsstelle im Sinne des Paragraphen unter Vorlegung einer entsprechenden Bescheinigung des Arbeitgebers. Gegen einen Zentrumsantrag, wonach die Verbesserung der Arbeilsbedingungen als wichtiger Grund zum Wechsel der Arbeitsstelle anzusehen fei, erhob der Staatssekretär lebhaften Widerspruch. Auch Generalleutnant G r ö n e r bat um dessen Ablehnung. Die endgültige Fassung des Paragraphen 7 wird der Vollversammlung vorbehalten bleiben. In § 9 wurde nach Ausführungen des Staatssekretärs Dr. Helffertch die Bestimmung ausgenommen, wonach in allen für den vaterländischen Hisisdienst tätigen Betrieben mit mindestens hundert Arbeitern ständige Arbetterausschüsse bestehen müssen. Für die Angestellten sind besondere Angestelltenausschüsse zu errichten. Die Schlußbestimmungen der §§ 12—15 blieben im wesentlichen unverändert. Sie enthalten u .a. die Strafbestimmungen sowie die Bestimmung, daß das Gesetz mit dem Tage der Verkündigung in Kraft tritt.
Politische Rundschau.
Zum 60. Geburtstag des Reichskanzlers widmen die Berliner Blätter Herrn von Bethmann Hollweg die Anerkennung, daß er, wie der „Lokalanz." schreibt, aufrechten Hauptes, unbeirrt durch Angriffe die schwere Last seiner Veranwortung trägt, die beim Ueberschreiteu des siebenten Jahrzehnts seines Lebens auf ihm liegt. — Die „Voss. Ztg." sagt: Soweit auch die Ansichten sonst auseinandergehen mögen, wird doch die Mitwelt Herrn v. Bethmann Hollweg das Zeugnis nicht versagen, daß er in schwerster Zeit seines Amres mit bewunderungswürdiger Unermüdlichkeit waltete. Der „Vorwärts" meint: Die Sozialdemokratie versucht sich an der Aufgabe der Zeit nach Maßgabe ihrer Grundsätze zu beteiligen. Sie hat Herrn v. Bethmann bis in die letzte Zeit oft scharf bekämpft, sie hat aber auch die Angriffe auf ihn abgewiesen, die sie für unberechtigt hielt. -^- In der „Germania" heißt es: Das deutsche Volk hat sich unbekümmert um seine politische Stellungnahme im einzelnen einmütig hinter den Kanzler gestellt, um ihm seine Aufgabe nach Möglichkeit zu erleichtern.
Parlamentarischer Abend beim Kanzler. Laut „Berl. Tagebl." fand Dienstag abend beim Reichskanzler ein parlamentarisches Essen statt, zu dem das Präsidium des Reichstages, die Parteiführer und die Mitglieder des Haushaltsausschusses geladen und einschließlich der Sozialdemokraten erschienen waren. Auch die Staatssekretäre, die Unterstaatssekretäre, der Kriegsminister und andere befanden sich unter den Teil- ‘~W^erffÄ die „Voss. Ztg.": Es ist erfreulich, daß sich die Regierung nicht der Erkenntnis verschlossen hat, daß der Reichstag bei der grundlegenden Bedeutung dieses Gesetzs gehört werden wird, wenn im. Rahmen des Gesetzes neue Anordnungen nötig sind.
An den Leichenfeierlichkeite« für Kaiser Franz Josef werden von fremden Fürstlichkeiten u. a. ieil- nehmen: der König und die Königin von Bayern, der König und der Kronprinz von Sachsen, der bulgarische König, die Großherzige von Baden und Mecklenburg- Schwerin, die Herzöge von Braunschweig, Sachsen-Ko- burg und Gotha, Sachsen-Meiningen und Sachsen-An- Halt, ferner der türkische Kronprinz und der Kronprinz
Eine Huldigung für den Sanfter.
Am Dienstag abend versammelte sich vor dem Reichskanzlerpalais eine zahlreiche Menschenmenge, Männer und Frauen aus allen Volksschichten, um dem Kanzler eine Huldigung zu seinem Geburtstage zu bereiten. Nach dem Absingen von „Eine feste Burg ist unser Gott" und „O Deutschland hoch in Ehren" ergriff der frühere Rektor der Berliner Universität Professor D. Kahle das Wort zu einer Ansprache, in der er die Glückwünsche der versammelten deutschen Männer und Frauen dem Kanzler darbrachte. Er erinnerte daran, daß in der Nacht zum 1. August 1914 sie an derselben Stelle gestanden hätten, um ihre Treue und Hingebung an Kaiser und Reich rundzutun. Mit dem Wunsche, daß Gott dem Kanzler des Deutschen Reiches auch fernerhin die weise Kraft verleihe, sein Werk zum Siege zu führen,. schloß der Redner mit einem dreimaligen Hocy auf den Kanzler, in das alle begeistert einstimmten.
In schlichten Worten dankte der Reichskanzler vom Fenster aus. Er führte aus: Ich dauke Ihnen tiefbewegten Herzens für die schönen Lieder, für die herzlichen Worte, für die freundliche Gesinnung, die Sie hierher geführt hat. Diese Gesinnung ist doch nur ein Ausdruck der herzlichen Hingebung und Liebe an unser Volk. Sie haben den ernsten Ruf gehört, der in diesen Tagen an unser Volk ergeht, den Ruf zur Arbeit, daß es unseren Kämpfern da draußen an Waffen nicht fehlt, dem Volke daheim nicht an dem Notwendigen. Kriegsdienst — Hilfsdienst dem Vaterlande, sei heute unser aller Schaffen. Alle müssen, alle werden dem Rufe Folge leisten. Der Geist der ersten August- tage von 1914, er lebt noch heute auch an diesem trüben Novemberabend. So werden wir siegreich die schwere Zeit bestehen, die auf dem Lande und auf dem Volke lastet, im Herzen den heiligen Zorn, daß niemand unser Vaterland zertrümmern kann, solange noch ein Deutscher lebt. Das Reich muß uns doch bleiben. In solcher Stmrde, in dem Gedenken an unsere Söhne und Brüder, die draußen fechten, bluten, sterben und siegen, kann aber auch unseren Gefühlen nicht besser Ausdruck gegeben werden, als wenn wir uns wieder zusammenscharen in dem Rufe, Seine Majestät der Kaiser, der an der Spitze unserer Känwfer das deutsche Volk durch diesen Sturm siegreich hindurchführt, er lebe hoch, hoch, hoch!
Mit den Stedem „Heil Dir im Siegerkranz" und „Deutschland über alles" war die einfache aber eindrucksvolle Feier beendet.
Vermischtes-
Einschränkung der Polizeistunde im ganzen Reiche? 468 sind an den maßgebenden Stellen Verhandlungen
im Gange über die Frage, wie die Polizeistunde nach enchettlichen Gesichtspunkten im ganzen Reiche weiter eingeschränkt werden kann. Am Montag haben Beratungen im preußischen Handelsministerium stattgesuu- den, am Dienstag schlössen sich solche im Reichsamt des Innern an, und es ist dann beabsichtigt, durch eine Bundesratsverordnung auf eine Früherlegung der Polizeistunde für öffentliche Lokale und aus einen früheren Ladenschluß und Einschränkung der Lichtreklame hinzuwirken. Der Zweck dieser Maßnahmen ist, mit Beleuchtungsmaterial zu sparen. Wie die „B. Z." hört, geht der weitgehendste Antrag auf einen allgemeinen Schluß der Gastwirtschaften um 11 Uhr. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß dabei — wenigstens vorläufig — einigen Städten Ausnahmen zugebilligt werden.
Zu 460 600 Mark Geldstrafe verurteilte die zweite Kammer des Landgerichts Hamburg den Viehkommis- sionär Serensen wegen Verstoßes gegen die Bundes- ratsverordnung vom 20. Januar in sieben Fällen. Der Angeklagte betrieb im Februar und März Viehhandel teils auf eigene Rechnung, teils in Kommission mit Dänemark und setzte dabei etwa 375 000 Mark deutsches Geld in Dänemark in Kronen um.
Kinderlose Mieter ausgeschlossen. Während selbst in dieser Kriegszeit kinderrecche Familien ost schwer eine Wohnung bekommen, kündigt ein wackerer Mann in einem Bonner Blatte ein Stockwerk in einer der vornehmsten Straßen der Stadt mit dem ausdrücklichen Zusatz an: „Kinderlose Leute sind als Mieter ausgeschlossen."
Weizengebäck — ohne Hefe! Dem Leiter der Ver- suchsbäckeret der Reichsgetreidestelle, F. Nebelung, ist es gelungen, durch besonderes Backverfahren Weizenmehlgebäcke ohne Hefe herzustellen. Die Reichsgetreidestelle stellt dieses sehr einfache Verfahren, welches auf einer Neuzüchtung von Roggensauer auf Weizen beruht, im Interesse der Allgemeinheit kostenlos durch Verönent- lichung in den Bäckerfachzeitungen zur Verfügung.
Die Begräbnisstätte Kaiser Franz Josefs, In der Wiener Hofburg, auf der Westseite des Neuen Marktes, liegt die Kapuzinerkirche, ein stattlicher Barockbau aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Dort haben feit langen Zeiten die Habsburger und mit ihnen verwandte Geschlechter, wie das Haus Toseana, ihre letzte Ruhe- statl gefunden: zuerst in der alten Krypta, später in der 1748 dafür eingerichteten, seitdem mehrmals erweiterten Grabkapelle. Hier ruhen u. a. Maria Theresia, Joseph II., Napoleons Gemahlin Marie Louise, der König von Rom und Franz Josephs Bruder, Kaiser Maximilian von Mexiko. Hier wurde auch der einzige Sohn des verstorbenen Kaisers, Kronprinz Rudolf, nach dem Drama von Meyerling zu Grabe getragen; hier schläft feine Genmhlin, Kaiserin Elisabeth, an deren rechter Seite Platz für den Sarkophag des Kaisers gelassen worden war. Am Geburtstag und am Todestag der Kaiserin wie am Todestage seines Sohnes pflegte der alte Kaiser der Grabeskirche seines Geschlechts gern einen Besuch abzustatten. Dann wandelte er nachdenklich von dem einen zu dem anderen der huudertdreitzig Särge, im Gedanken an die Zeit, da es auch ihm bestimmt sein würde, von aller Mühsal seines schwergeprüften Lebens in dieser stiften Gruft auszuruhen.
Heiteres vom Tage. Ein tüchtiger Geschäftsmann. Mein Freund, der Lebeusucittelhändler, hatte in seinem Laden ein großes Faß sieben, da hing ein Zettel dran mit der Aufschrift: „ff. Marmelade, Pfund 2 .4," Neulich kam ein vierschrötiger Mensch in den Laden, trat meinem Freunde vor den Magen, schlug ihm ein Auge ftffm^ftrofetSagen^ Damit entfernte sich der Grobian. Worauf mein Freund stumm den Marmelade- zettel abnahm und dafür einen neuen an daS Faß hängt mit d ' ÄuCyrtft: „ff. Wagenschmiere, Pfund 3 M" — Höflichkeiten. Eine Dame unbestimmbaren Jahrgangs besteigt die vollbesetzte Elektrische: ein Arbeiter bietet ihr seinen Platz ein. Sie strahlt übers ganze Gesicht. Ueberzeugt davon, daß sie diese Bevorzugung nur ihrer verführerischen Erscheinung zu verdanken hat, sagt sie, fast zärtlich, zu dem Arbeiter: „Sehr liebenswürdig und galant von Ihnen, mein Herr!" Ter aber enfgegnete mit kühler Sachlichkeit: „Ach, wiew9 Bei so ner ollen Frau!"(Aus den „Lustigen Blättern".)
Weitere Drahtnachrichten.
Die Tendenz der Neuyorker Friedenskonferenz.
e-r Budapest, 29. November. (T. U.) Dem „Pester Lloyd" wird aus Wien gemeldet: Die Neuyorker Friedenskonferenz wird in hiesigen unterrichteten Kreisen nicht als eine Veranstaltung betrachtet, deren Absicht daraus hin gerichtet ist, nninittelbar auf den Verlauf des gegenwärtigen Krieges binzuwirken und etwa Mittel zu seiner Beendigung in Vorschlag zu bringen. Es handelt sich vielmehr um eine Konferenz, Die im Sinne der bekannten sehr starken pazifistischen Bewegung Amerikas die Möglichkeit für die dauernde Sicherheit des künfttgeu Friedens vorbereiten soll.
Zu den amerikanischen Friedensbestrebungen schreibt der ^Vorwärts": Nach unserer Meinung kann es durchaus nichts schaden, weint das neutrale Ausland erfährt, wer den Frieden will und wer ihn nicht will. Ueber die „Machtlage" ist es aus den Kriegsberichten hinreichend informiert. Allerdings ann der Reichskanzler den neutralen Mächten seinen Wunsch nach Frieden nicht offiziell mitteilen, wenn er von vornherein weiß, daß die Vermittlung von anderer Seite abgelehnt werden wird.
Beschränkung des Eisenbahnverkehrs i» Euglaud.
e-^ Londcu, 29. November. (T. UJ Die „London Gazette" enthält eine Neuordnung, wonach dem SaucdS- sekretär in Irland und dem Handelsanit in England das Recht erteilt wird. Vergnügungsreisen mit der Eisenbahn oder Straßenbahn zu verbiete».
Aeuderungen in französischen leitenden Kreisen.
8-* Genf, 29. November. (T. 1t.) Die in der französischen Presse vorliegenden Nie:düngen und Andeu- tuugen bestätigen laut „Bl. Mp.", daß man wichtige Aenderungen innerhalb der französische« Regierung sowie inuerbalb der obersten HeereSleitnua zu erwarte« hat. Man deute sogar die Möglichkeit des Rücktritts des gesamten Kabinetts an.
Die französische Presse über die Lage in Rumänien.
w Genf, 29. November. IT. lt.) Die einander überstürzenden Ereignisse auf dem rumänischen KriegS- schauplay veranlassen laut „Tgl. Rösch." die französischen Fachkritiker zur Erörterung der Frage, ob es noch ange- braast sei, die rumäuische Hauptstadt zu verteidigen. Während der „Platin" glaubt, daß dem Vordringen Falkenbaims und Mackensens noch östlich des Alt- Flusses Einhalt geboten werden könne, halt das „Journal" daS Gelände südöstlich von Platina für einen ernsten Widerstand wenig geeignet. Zu einem weit einschneidenden Entschluß rd: General Verraux, selbst um den Preis des Verlustes der Hauprsiadt zu reiten, waS noch von der rumänischen Armee übrig ist.