Hersfelder Tageblatt
Amtlich«« A«r«*gee
^^^■^^^ M«5f@» M8 »H M| WWW ä^I»!^ taten LW Mark. $®w3 «S Brrlsg nan LÄs-tzFunks DEurKtrsi )M§WZU KLwfM». Mr Äs ÄMtien »«müwoMch Kanz Am» in HEM>. z '
für de« Kveis Hersfeld
Der %Bä£8to»ü&iM»^
«Echs« Xdte » «tonig, HsBemen üt^li 25 Wg MWL-M
Rs. 277. ’“"" ““«ä“'“ Sonnabend, den 25. November
1816
■ — - I. M.».
Miere Aeere schütze« in Buttern Kissen aus allen Fronten Heimat and her» »er dem Feinde.
Von ihnen erhoffen wir Sieg »nd ehrenvollen Frieden.
Alle unsere Arbeit «nd Kraft daheim muh daher wie bisher ihrer Erhaltn«- gewidmet sein. Sie bedllrse», nm weiter täWsen «ud siegen r« kö»»e», neben triftiger Ernährung immerfort gesteigerter Zussihrnng neuen nnd Ersatzes verbranchten Kries;- gerätes an Vekleidung, Gewehre», Geschützen und Munition. Gewaltige Mengen davon sind nötig und missen aus Vesehl der Feldmarschalls oonhindenburgmit allen Kräften geschaffen werde«.
Neben der sittliche» Kraft und Tüchtigkeit der Heeres liegt hierin die Vorbedingung für den Sieg. So ist neben dar Feldheer drauhe« die ihm an Zahl ebenbürtige Heimarmer im Inneren getreten. Tag und Nacht missen Millionen von Männern «ad Frauen in Fabriken, Werkstätten und Bergwerke» «nermündlich schaffen, um dar Msi- reug der kämusenden Heeres bereit in stellen.
Dazu bedarf es Anfpannung aller Kräfte und größter Ausdauer. Beides ist nur möglich Wß MftWr reichlicher Nahrung. Neben K s r t o f f e n findF! eifch und Fett vor Allem um bei tage- und närWMger WH
Jeder Erzeuger gebe an Kartoffeln, was irgend entbehrt werden kann.
Pflicht jedes Biehbefitzers ist es, jedes schlachtreife Stück Bieh ohne Zögern dem Biehhandels- verband abzugeben. Jeder Kuhhalter auf dem Lande muh Milch, Rahm oder Butter freiwillig, aber gegen reichliche Bezahlung, an Molkereien oder Sammelstellen abliefern, unter Einschränkung des eigenen Bedarfs.
Wer es aus Eigennutz nicht tut, obwohl er es kann, trägt schwere Schuld.
Ich wende mich an die gesamte landwirtschaftliche Bevölkerung des Regierungsbezirkes in dem festen Vertrauen, dah die ernste Zeit und die Notwendigkeit des endgültigen Sieges über unsere Feinde überall bereitwillige Helfer findet.
Die Herren Landräte haben schon die Wege gewiesen, wie diese Hülfe zu leisten.
Gaffel, am 20. November 1916.
Der Regierungspräsident
Graf von BernftorA.
Bus der Heimat
§ HerSfel», 24. November. Die verfügt« Sperre über Beförderung von Stückgut, ist big zum 2. Dezbr. -s. JS. verlängert. — Mit sofortiger Gültigkeit sind Bestellungen gedeckter Wagen von den Güter- AbsertigungSsteke« nur anzunehmen, wenn eine Bescheinigung des WagenbüroS vorgelegt werden kann, daß die Anforderung der Wagen erfolgen kann. Die Anträge sind schriftlich zu stellen. Die Bestellung von Wagen für Militärgut und Privatgut für die Militärverwaltung dürfen nur erfolgen, wenn eine schriftliche Genehmigung der bahnbevollmächttgten Linienkvmmandantnr vorliegt.
§ HerSfeld, 24 November. Der Bäckermeister H. von hier ist durch Strafbefehl des Königlichen Amt», gertcht» mit 100 Mark bestraft worden, weil er bet der Verarbeitung von Roggenbrot nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Zusatz an Frischkartoffeln, Walz- mehl oder Kartoffelmehl verwendet hat. DaS Ver- gehen ist bei einer Revision dadurch festgestellt worden, daß der Bäcker den Verbrauch der ihm überwiesenen Mehlbestände nicht Nachweisen konnte.
Friedlo», 23. November. Gestern Abend wurden einer hiesigen Einwohnerin mit vier Kindern, deren Mann im Felde steht, eine Seite Speck und weitere Fleischteile gestohlen. Von den Dieben fehlt jede Spur.
Gefiel, 24. November. Der letzte Sonntag war für den Deutsch-evangelischen Frauenbund, Ortggruppe Gaffel, ein Tag besonderer Freude, galt eS doch die Srumeihung des neuen Heims für Arbeiterinnen, Martenheim genannt, daS mitten im Kriege seine Fertigstellung erfahren hatte. Iu8 kleinen Anfängen hat die Sache sich entwickelt, ein bescheidener Verein zuerst in einer gemieteten Stube im Jahre 1899 und heute ein eigene» Hau» in der «ießbergstraße mit einem großen Speisesaale, in dem mitag» über 350 Mädchen für 30-40 Pfg. -u Mittag esse«, und einem Heim, daS neben einem gemeinschaftlichen behaglichen Wohnzimmer und einer großen Küche, etwa 25 Zimmer mit 70 Betten für Mt im Hause wohnenden Mädchen enthält, alle» einfach und praktisch, aber nett und be. hagltch eingerichtet. Vorher hatte da» Martenheim in der Wolfhagirstraße Räume gemietet: aber mit der Zeit waren diese, besonder» auch im Kriege, so in Anspruch genommen worden, das ei nicht länger mehr ging und man sich zu« Ankauf eine» eigenen Hause»
i entschließen mußte. Die Regierung, die Stadt verschiedene Vereine und zahlreich« Einzelpersonen haben f zur Aufbringung der Umbaukosten beigesteuert,- aber für solche, die recht für Geld in dieser Zeit verdient haben, ist noch immer Gelegenheit vvrhande», sich und dem Marieuhei« eine Freude zu machen. Zur Ein- «keihung am Sountag nach dem Gottesdienst waren Vertreter der Behörden, der Stadt und zahlreiche Freunde erschienen. In der Weiherede erläuterte Herr Generalsuperintendent D. Möller den Zweck der Heim», sodann gab die Vorsitzende »er Ort»gruppe, Frl. Condbruch, einen kurzen Neberblick über die Entwicklung -e» Heim». Eine Besichtigung schloß sich an. Neben dem Säuglingsheim in der Frankfurter Straße hat damit der Frauenbund ein zweite» Werk der Fn. nereit Mission und werktätigen Liebe geschaffen, auf da» er stolz sein kann. K. P.
Miihlhansen, 23. November. Vom Amte suspendiert wurde der Seminardirektor Dr. Wangrin hier, der, wie gemeldet, von der Strafkammer zu 1000 Mark Geldstrafe verurteilt wurde, weil er bei der Nahrung»- mittelbestandSaufnahme große Vorräte verschwieg«» hatt« und den hauSsuchenden Beamten den Schlüssel zu seinen Vorratskammern verweigerte.