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Die neun Schlachten am Zsönzo.
Das Ergebnis der feindlichen Karstoffensive.
Aus dem Kriegspresseamt in Wien wird gemeldet: Die feindliche Preße, insbesondere jene Italiens, kann sich in Uebertreibungen der in den letzten Schlachten im Görzischen erzielten Erfolge nicht genug tun. Demgegenüber seien die Tatsachen zusammenfassend klargelegt: Im Küstenlande hatten unsere Truppen bisher neuen Verteidigungsschlachten zu schlagen. Unsere Front blieb nördlich Salcano unverändert. Nur zwischen diesem Orte und dem Meere erfuhr sie eine Beränderung. Somit hat der Feind im Görzischen, wo nach und nach fast alle Verbände feines Heeres auftraten, in anderthalbjährigem Krieg einen maximalen Raumgewinn von zwölf Kilometer erzielt. Dieser Fortschritt kostete die Italiener weit über eine Million blutiger Verluste. Die Zahl der seit Anfang August, also in vier Schlachten, gemachten Gefangenen wird von italienischer Seite bekanntermaßen auf 40 000 zusammengerechnet. Wir haben an der Südwestfront einmal angegriffen und dabei 50 000 Gefangene und über 300 Geschütze eingebracht.
Zum Zusammenstoß der „Deutschland".
Aus New London wird nach einer Londoner T. U.- Drahtung dem „Daily Telegraph" gemeldet: Die „Deutschland" liegt nun auf dem Ankerplatz, von wo sie ausgefahren war, mit einem Loch an beiden Seiten des Bugs. Das Gericht wird eine Untersuchung nach den Ereignissen in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag anstelle«. Das Blatt weiß weiter zu melden, daß die „Deutschland" unerwartet abgefahren war. Kapitän König und seine Mannschaft fallen zu einem Schiffsagenten in New London gerufen worden fein, der ihnen mitgeteilt habe, daß der Augenblick für die Abreise des Bootes gekommen sei. Bein: Zusammenstoß mit dem Schlepper war Heller Mondschein. Solange die Untersuchung dauert, lehnt die Mannschaft es ab, irgendwelche Mitteilungen zu machen. Sämtliche Mitglieder der Mannschaft des Unterseebootes sind als Zeugen aufqe- rufen, infolgedessen ist eine unmittelbare Abreise der „Deutschland" nicht zu erwarten.
Neue 3uWmg der Liege in Griechenland.
Reuter meldet aus Athen: Die Alliierten verlangten, daß den Gesandten der Mittelmächte ihre Pässe zu- gestellt würden Die Regierung betrachtet diese Forderung als unannehmbar. Es wurde ein Kabinettsrat unter dem Vorsitze des Königs abgehalten, um die Angelegenheit zn besprechen. Für Dienstag hat der König einen Kronrat einberufen. Es herrscht große Beunruhigung da die Alliierten verlangten, daß die feindlichen Gesandten am Mittwoch abreisen.
Inzwischen hat nach dem „Corriere della Sera" Admiral Fournet eine neue Note überreicht, die die Ueber- gabe von Waffen, Munition und sonstigem Material beschleunigt wissen will. Das zu übergevende-Kriegsmaterial soll der. Ausrüstung zweier griechischer Jahrgänge entsprechen. Die „Times" meldet dazu aus Athen: Der Ministerrat hat entschieden, daß es unmöglich sei, den in der letzten Note des Admirals Fournet enthaltenen Forderungen nach Auslieferung von Kanonen, Gewehren, Granaten und Eisenbahnwagen Folge zn geben. Mau ist in militärischen Kreisen anscheinend fest entschlossen, dieses um jeden Preis zu verhindern. Die Lage ist beunruhigend, besonders mit Rücksicht auf die Haltung des Reservistenbundes.
MWMM. W
Spenden der Kolonien für Frankreich.
In einem Ministerrat zu Paris hat laut „B. L.-A." Doumergue mitgeteilt, daß Jndochina 7% Millionen Francs für den Ankauf von Lebensmitteln und Madagaskar eine Million für die Erzeugung von Kriegs- bedarf gespendet hat.
Die Zuckerkarte in Frankreich.
Dem „Matin" zufolge hat die Unterkommission für Suckerverteilung die Einführung der Zuckerkarte be- rwortet.
Kriegsbrot in Dänemark.
Wie „Sicialdemokraten" laut „Frkf. Ztg." mitteilen, stellte eine Untersuchung fest, daß Dänemark eine Million Tounen Roggen und Weizen zur Brotver,or- gung fehlen. Die Regierung hat die Brotfabriken ersucht, Proben mit gemischtem Mehl anzuitellen. Die Bevölkerung müsse darauf gefaßt fein, im Winter eine Art Kriegsbrot zu essen.
Politische Rundschau.
Ueber das Befinden des Kaisers Franz Josef wurde am Montag ein Bericht ausgegeben, demzufolge im Verlaufe der Nacht ein Wanfter eutzifflöticher Herd in der rechten Lunge auftrat, bei sonst gterchbte!- benden katarrhalischen Erscheinungen. Morgentem- peratut 28, Abendtemperatur 37,8, Herztätigkeit gut. formation des „B. T." hängt die Reise des Reichskauz- lers nach dem Großen Hauptquartier mit der Neubesetzung des Wiener Botschasterpostens zusammen. Es sei zum mindesten rückt unwahrscheltUtch, daß den Staatssekretär des Ausivartigen Amtes v. Jagow als Nachfolger des Freiherrn v. Tschirschky nach Wien ge- 15111 Schleunigste Behandlung der Hilfsdienftvorlage. Man kann annehmen, daß der Aufenthalt dks Kanzlers im Großen Hauptquartier mit den letzten Vorbereltun- sen der Regierung für die Vorlage über den vaterländischen^ Zusammenhänge. Der Bnudcsrats- beschlutz wird, wie die „B. Z. ' meldet, sich am Dienstag, das Plenum des Bundesrats vielleicht sofort darauf, spätestens aber Donnerstag, mit der Borlage besagen. In politischen Kreisen glaube man, daß auch der Haupt- Ritöfchuß des Reichstages in den letzten Tagen dieser Woche sich mit dem Gesetzentwurf merde o^
können. Unmittelbar auf die AusschuWeratung werde die Plcnaröc>atung folgen, so daß die^ Vorlage vielleicht schon im Laufe der nüchsten Woche Gesetz werde. - Wie Mc ..Köln. Zta." hört, besteht der den Bundesregierungen zugegangene Gesetzentwurf über die Eiufuhrung der „Hilfsd I e«st Pflicht" nur aus drei Pa ragraphen.
Am« Verlauf der Beratung der Polenaniräke im preußische« Abgeordnetenhanse äußern sich die Blätter nichts weniger als befriedigend. Die. „Germania" sagt: Die Stellungnahme der ^Msparteien, und selbst die der Regierung wie der Nationalliberale» hat wenig Klarheit über den zukünftigen KurS unserer Polen- politik gebracht. Die „Post" silmmüt: Der Polcutag im Abgeordnetenhanse Hai auf M. Gesamtkonmlex der polnischen Frage ein grelles Lütst fallen lassen. Die
Tenfraktion gab dem Eindruck deS Tages seine Tiefe.
— Die „Voss. Ztg." meint, die Parteien, die den Posollen, ob man in dieser Situation von jeden einem lenantrag einbrachten, hätten sich die Frage vorlegen zustehenden Recht Gebrauch machen solle. In diesem Falle stehe das Reichsinteresse über dem Staatsintereffe und dem Reichsinteresse sei durch die Debatte Nicht genutzt wordem
Per AilsWs an die Landwirle den, wie wir mitteilten, der Vorstand des Deutschen Landwirtschaftsrates erlassen hat, hat solgendeir Wortlaut:
Deutsche Larrdwirte! Hindenburg ruft — ruft uns und mit uns alle Stände unseres Volkes auf zur äußersten Hingabe und Kraftentfaltung im Dienste des Vaterlandes. Nttt tiefem Verständnis mr die schweren Aufgaben unserer Landwirtschaft erhofft er von der hohen vaterländischen Gesinnung der beut|d)eu Landwirte, daß sie ihm helfen werden bei der siegreichen Ueberwindung der in immer größerem Umfange von der ganzen Welt gegen uns. ausgebotenen Kriegsmittel.
Ungeheures haben unsere herrlichen Truppen im Felde geleistet. Gewaltiges ist von Landwirtschaft und Industrie daheim geschaffen. Wir können nicht untere liegen wenn wir alle zusammenstehen, um mit vereinter Kraft die in immer größerem Atatze erforderlich werdenden militärischen und wirtschaftlichen Kriegsmittel z« schaffen.
Immer größer wird das heimische Heer unserer Brüder, die in der Tiefe heißer Schächte oder vor glühendem Feuer uns die Waffen schmieden, welche unsere Feinde vernichten und uns einen ehrenvollen Frieden bringen sollen. Immer schwieriger wirb diesen unsern Brüoern die Arbeit, und fast unmöglich wird sie, wenn die schwer arbeitenden Männer und Frauen, denen die natürlichen Hilfsquellen nicht in gleichem Alaße wie uns zur Verstigung stehen — nicht so viel Nahrung bekommen, wie zur Aufrechterhaltung ihrer vollen Arbeitskraft erforderlich ist.
Unsere vaterländische Pflicht ist es darum, alles zu vergessen, was uns Landwirte wohl manchmal bedrückt und verbittert hat. In noch weit höherem Maße als je zuvor ist es heute unsere vaterländische Pflicht, unsere ganze Kraft freudig in den Dienst der Erzeugung von Lebensmitietu für unser Volk zu stellen. Jede, wenn auch noch so große Schwierigkeit muß überwunden — jedes Opfer muß gebracht — jede Kraft muß angespannt werden, um zu schaffen, zu erhalten und unserem Heer und Volke zu gebeu, was es braucht, um mit uns den endlichen Siegespreis zu erringen.
Wie der eine Teil unseres Volkes in beispiellosem .Heldentum im Felde gegen eine Welt von Feinden kämpft und ein anderer Teil in rastlos schwerer Arbeit uns die.militärischen Kriegsmittel schafft, so wollen auch wir Laudwirte unter Hintansetzung aller eigenen Wünsche, wo und wie immer es geht, für die Ernährung unserer Kriegsarbeiter sorgen und freudig alles hiugebeu, was wir mit Gottes Hitfe in mühseliger Arbeit unserm Boden abgewinnen und nur irgend selbst entbehren können.
Hindeuburg vertraut und mit ihm und durch ihn vertraut das ganze deutsche Volk auf uns. So wollen wir beun freudig jedes Opfer bringen, welches der Ernst einer unsere ganze Zukunft entscheidenden Zeit von uns fordert.
Deutsche Landwirte schafft und gebt, bis der endliche volle Sieg über :e. Feinde und ein der Größe unserer Opf
Die pommerschsWLSMWirtscbastsramukeMsteMMWWW Sammlung von Speck und Schmalz' als pommersche Hi«denburgspende unter Uebernahme der Patenschaft für bestimmte Fabriken und Bergwerke ein. — Der dritte landwirtschaftliche Bezirksverein im Ober-Wester- walö beschloß einstimmig, daß die Landwirte von jeden: im Haufe geschlachteten Schwein je nach dessen Gewicht 3—5 Pfund Speck gegen Bezahlung an die Kriegssam- melstelle freiwillig abgeben sollen, um die Schwerarbeiter der Munitionsinönstrie genügend mit Fett und Speck zu versorgen.
Vermischtes,
. Schiebttnge« mit Seife, die einer Großhandlung über 50,000 Mark kosteten, wurden von der Bersiner Kirminalpotizei ausgedeckt. Ein Kaufmann Paul König bot einer Firma einen Waggon Seife unter den jetzt üblichen Bedingungen an, da» der Kaufpreis oder we- uigsteus ein Test bei Eingang des Duplitatfrachtbriefes an den Absender eingeschickt werde. Herr „König" hatte, inü Gegensatz zu anderen Schwindlern,- wirklich Ware und sandte sie auch ab. So erhielt er auch die zweite Ausfertigung des Frachtbriefes ohne jede Fälschung. Der Käufer aber kam nicht, eS lag ihm wohl auch nicht am empfang der Ware, denn er verkaufte sie unbese- heu weiter. Herr „König" aber ließ feinen Waggon Seife nach der Absendung auf einer Station anhalte«. Er hatte ihn unterdessen au eine zweite Firma verkauft, wies sich auf der Anhattestation als Absender aus und schickte ihn nun an das zweite Haus weiter. Während der Waggon dem neuen Bestimmungsort zulief, hatte der zweite Verkäufer ihn auch schon verlaust. König hielt ihn wieder an Ulld verkaufte ihn zum drittenmal. So wäre es wohl noch eine ganze Weile gegangen, wenn nicht ein Abnehmer die Seife ernstlich beansprucht hätte. Er hatte den Waggon mit über 50 000 Mark bezahlt und suchte nun vergeblich nach ihm. Der Waggon trieb irgendwo in der Welt umher. Endlich entdeckte man ihn auf dem Güterbahnhof in Moabit. Ein Kri- mimÄbcamter verfolgte nun feine Spur rückwärts, stellte fest, daß er in Stuttgart, Kottbus, Gleiwitz, Hannover usw. gewesen war, und fand den ersten Verkäufer uud Absender in Stuttgart in einem Kaufmann Spitznagel, der dort ein größeres Geschäft betrieben hatte, aber wirtschaftlich zurückgekommeu war. Spitzuagel, der verhaftet wurde, hatte am meisten „verdient". Aber auch die Zwischeukäufer waren bei dem „unbosehenen" Handel gut aus ihre Kosten gekommen. Die Ware wurde U,(f^ Riesendampfer gestrandet. Im
Haag ist die Nachricht eingetroffen, daß der amerifa» Nische Dampfer „Liberia" (11284 Br.-To.) bei Emt Goodwin Sands ist der Nahe von Dover gestrandet ni und sich in Not befindet. ES ist nicht möglich ,die Boote niederzulassen und das Schiff bittet überall um Hckfe. Nach den letzten Nachrichten besteht für die „Sibena" keine unmittelbare Gefahr mehr.
Ei» „Zekstörungslvcrk" in der britischen Schrfs- fahri. Reuter meldet aus London: Ein gewaltiger Sturm, der über die britischen Inseln ging, hat.in der Schiffahrt ein Zerstörungsiverk ar-geriöstet, besonders an der irischen Küste. Eine Anzahl, von Dampfern tu gesunken oder ausgelaufen, andere Habeu beschadigt in den Häfen Zuflucht gesucht. Viele Menschen sind um- gekommeu. — Aus einem großen TeUe Frankre-chs wird ein großer Barometersturz gemeldet. In Mar- seMe «lld Bordeaux überschlvemmten gewaltige Spring
fluten die Straßen und machten den Straßenbahnvers kehr unmöglich. Hunderte kleiner Fahrzeuge wurden vernichtet. Auch größere Schiffe scheiterten vor der Einfahrt.
Englische Gefühlsroheit. Das „Trench Echo" bringt (nach der „Victoire" vom 12.) das folgende Schützengrabengespräch, das zwar erfunden, aber doch bezeichnend ist für die Gefühlsroheit unserer Feinde: Die
n5nd ist für die Gefühlsroheit unserer Feinde: Deutschen liegen Kanadiern gegenüber. Ein Bosö
»________ „■_............„ Ein Bosch ruft
die Kanadier an und fragt: „Seid ihr in Ottawa bekannt?" — Ein Kanadier: „Ja!" — Der Bosch: „Ich habe dort Frau und drei kleine Kinder." — Der Ka-
nadier: „Stecke den Kopf nur über den Grabenrand, dann hast du in Ottawa eine Witwe und drei Waisen." — Die französische „Victoire" findet diese Antwort witzig, verrät also dieselbe Gefühlsroheit wie ihr englischer Bundesgenosse.
Raufende Wagnerfeinde. Im Sonntagskonzert im Augusteum in Rom fanden lärmende Kundgebungen gegen die Aufführung Wagnerscher Musik statt, so daß der Kapellmeister das Konzert abbrechen mußte. Es kam zu Raufereien. Ein Gemeinderat will interpellieren, ob die Ausführung deutscher Werke passend sei, „solange deutsche Bomben italienische Kunstwerke zerstören und unschuldige Bürger töten."
Die Nachahmung deutscher Ware« i« Japan. Um Ersatz für gewisse deutsche Erzeugnisse zu erlangen, haben, wie die „Frkf. Ztg." meldet, Newyorker Kausleute Japan besucht, da ihnen mitgeteilt wurde, daß sich dort eine große Industrie in „deutschen Artikeln" entwickele. Sie sind jetzt zurückgekehrt und sprechen ihre Bewunderung darüber aus. mit-welcher Geschicklichkeit — aber auch Gewissenlosigkeit — die Japaner kopieren. Z. B. brächte ein Herr deutsche Bleistifte mit, die genau dem Originalartikel nachgebildet waren bis auf die Berpak- kung und die Firma auf den Fabrikaten. Chirurgische Instrumente mit dem Namen einer großen deutschen Firma kann selbst der Fachmann nur bei genauer Untersuchung als nachgeahmt erkennen. In Spielwaren haben bekanntlich die Japaner schon früher das deutsche Erzeugnis täuschend nachgeahmt.
Heiteres vom Tage. In der Pension. „Sind Sie mit Ihrer Tischnachbarin zufrieden, Herr TrollSerg?" „Außerordentlich, die ißt so viel, daß man nicht geistreich zu sein braucht." — Immer Geschäftsmann. Bräutigam: „Selbstverständlich, liebes Kind, müßtest Tu, wenn wir heiraten, auch mit im Geschäfte tätig sein — aber wenn Du Dich treu und fleißig erweist, hast Du bei mir eineLebensstellung!" — Selbsterkenntnis. Preistreiber (der sich ein schönes Vermögen ergattert hat, zur Frau): „Nun ist 's aber höchste Zeit, daß ich mich in Ehren zurückziehe, sonst erwischen sie mich am Ende noch!"(„Fliegende Blätter" )
Deutsche Heldenlale«.
Am 27. 4. 1916 geaen 2 Uhr 3 Minuten vormittags versuchte eine etwa 6 Mann starke feindliche Abteilung nach l1/* stündiger, äußerst heftiger Artillerievorbereitung einen Handstreich gegen den linken Zug der s. Kompagnie Infanterie-Regiment? von Winterfeldt (2. O/S) Nr. 23- An einer besonders eingeichoyenen Stelle des Grabens gelang es dem Gegner verm Nets Leiten,, die er über die Reste der zerstörten Hindernisse legte, in die Gräben einzudringen. Die während des Artilleneiruers alarmierte Besatzung hielt sich in den Ausgängen der Unterstände auf, um beim Auchören oder Verlegen des Trommelfeuers sofort an ihren Platz eilen zu können. Dennoch vermochten 2 (Stoppen, getäuscht durch - ihnen unerkennbar auf g die Unter- _______ , die Gegner v'ötzuch ein in ndcrteä dUEHanDgranaten, Arrvvtvenryuife - Keulen und ätzende Flüssigkeiten die Besatzung, ihren Graben, abschnitt zu beleben. In diesem äußerst bedrohlichen Augenblici gingen vom rechten Flügel des Zuge? aus Unteroffizier d. R. Böhm (auS Neubain, Krs. Waldenburg i- Schlei.) und Gefreiter Rollnik laus Jaborze-T'orf, Krs Hindenburg O/S.kim Eilschritt, die Gesährlickkeil der Lage erkennend, gegen den eingedrungenen Gegner vor, Böhm mit Handgranaten, Rollnik aus nächster Nähe aus seinem Gewehr feueind. Hierdurch wurde ein weiteres Vordringen des Feindes verhindert- Das besonnene und mutige Verhalten der beiden Tapferen schaffte den abgeschlossenen Kameraden Luft, der starke Vorstoß wurde gleich im ersten Anlaw abgewiesen und die Gegner gezwungen,unter Zurücklassung von Handgranaten, Keulen und sonstigen Kampf- mitteln eilig den Graben zu verlassen. Dem Unteroffizier b. R. Böhm, der bereits früher für mehrfach bewiesene außerordentliche Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet war, wurde eine öffentliche Belobigung des Regimentskommandeurs ausgesprochen. Rollnik erhielt das wohlverdiente Eiserne Kreuz 2, Klaffe.
Hervorragendeu Schneid zeigte der Musketier Köhler aus Breslcm, Hirfchstr. 64 in den schiveren Kämpfen des Regiments bei Souchez, besonders gelegentlich einer Unternehmung der 2. Kompagnie 4. OberschlesischeS JnfaiUerie-Reaimcnt Nr. 63 am Abend des 26. 7. 15 gegen eine feindliche Eisenbahnsapve. Alit dein Handgranaienlrupp drang er, aus dem Graben berauSimingenb, m kühnem Anlauf in die feindliche Sappe ein, vertrieb und tötete dann mit seinen Handgranaten die darin befindlichen Posten und drang schließlich, der Gefahr nicht achtend, bis zum feindlichen HaupIgraden vor; fortwährend Handgranaten schleudernd, hielt er die Feinde so lange in Schach, bis inzwischen seine Känieraden die genommene Sappe verdammt und zur Verteidigung emgeridbiet. basten. Dann erst ging er mitten über§ freie Feld im tollsten Infanterie- und Handgrauaieuieuer zur genommenen Sappe zurück und hielt dort uoeö 20 Stunden lang im steten Kamps treue Wacht an der Barrikade, bis eine Verwundung seiner weiteren Tätig, feit ein Ziel letzte. Für feinen Schneid mürbe er zum Gefreiten ernannt und wird in Kürze das Eiserne Kreuz iL Klaffe erhalten.
Weitere Drahtnachrichten.
Der Haushaltsattsschutz auf Donnerstag berufen.
Berlin, 21. November. (WTBJ Die nächste Sitzung des Haushaltsausschusses des Reichstages findet' am Donnerstag, 23. November, vormittags 11 Uhr Lloyd George zum Lebensmitteldiktator ernannt.
Kopenhagen, 21. November. (T. U ) Einem Londoner Telegramm zufolge, ist vwub George nun« mehr zum Lebensmitteldiktator ernannt worden. LwyL George erklärte, dieses sei die schwerste Ausgabe, die ihm während des Krieges anvertraut worden 1«.
Euglaud nttter dem Eindruck der Ubootsarbeit.
Kopenhagen, 21. November. (T. U.) Enler Lon. doner Drahtimg zufolge fordert laut „B. L. A." die „Dalln Mail" in einem scharfen Artikel von der Regie, rttitg ein energisches Auftreten gegen die immer nna heimlicher werdende Uuterkeedootsgefähr und verlangt die Bewaffnung der englischen Handelsschiffe mit^Ge» schützen, die vom Höchsten Germu der Vereinigten stau» teil als völkerrechtlich zulässig anerkannt „worden let. Die Regierung müsse die Verordnung erlassen, daß kein SMiff mehr den Hafen verlassen Wme, das nicht mct einer entsprechenden Anzahl von Geschützen bewaffnet sei.