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W SS» WMWM Ä wichtige Anlagen von unseren Bomben getroffen wor­den: in der Artillerie-Munitionsfabrik wär großer Sachschaden angerichtet, 12 Personen sind getötet, viele verwundet,' die Zündholzfabrik in der südlichen Vor­stadt Filaret war durch Bombenwürfe in Brand gera­ten, in der Wolssschen Kesselfabrik, die schon lange vor der Kriegserklärung in eine Munitionsfabrik umge- wandelt war, brachen infolge von Bombenwürfen ver­heerende Explosionen aus. Daneben richteten unsere. Flugzeuge in der übrigen Stadt großen Schaden an. Die Hauptpost soll getroffen sein. Sicher hat die Schlacht­brücke, die im Westen der Stadt über die Dunbowitza führt, Treffer bekommen. Durch die an vielen Stellen zerstörte Hochspannungsleitung der Bukarester Stra­ßenbahn entstanden beim Herabfallen der Drähte zahl­reiche Unglücksfälle. Besonderen Schaden richteten drei Bomben an, die in der Nähe der Markthalle nieöerfie- len. Ueber den Abwehrdienst herrschte in der Stadt große Entrüstung. Schließlich kam der Vlatzkomman- dant von Bukarest auf die originelle Idee, jedesmal bei der gemeldeten Ankunft von Flugzeugen aus dem in der Stadt gelegenen Arsenal dichten Rauch aufströ- men zu lasten. Dieser Rauch! sollte den Fliegern die Sicht besonders auf den militärisch wichtigen Arsenal­

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Sicht besonders auf den militärisch wichtigen Arsenal- komplex verdecken. Obwohl sich die erste Aufregung in der Stadt gelegt hat, wandern noch zahlreiche wohlha­bende Familien nach Norden aus. Jassy, die ehemalige Hauptstadt, wird wieder zum Mittelpunkt des Landes. Die ärmere Bevölkerung des Landes ist zurückgeblie­ben, doch hat das früher übliche nächtliche Kampieren auf den Feldern außerhalb der Stadt infolge der küh­len Witterung aufgehört.

Die englische SchSnimng

der mnecikMschen Flagge.

Was wird Amerika zum neue« „Baralo«g"-Fall sage«?

Die englischen Seemörder haben sich, wie gemeldet, wieder ein echt englisches Verbrechen zu schulden kommen lasten, das uns seit „Baralong" und „King Stephen" allerdings nicht mehr überrascht, wenn uns auch jeder neue Fall immer wieder unfaßbar und fast unglaublich dünkt. Das deutsche Unterseeboot „U 41" ist von einem „friedlichen" und „neutralen" Dampfer aus 2 Geschützen und aus zahlreichen Gewehren be­schossen worden. Unser Uboot ging dabei unter, und als zwei deutsche Seeleute sich mit Mühe retten konn­ten, machten die edlen Engländer auf sie in der schimpf­lichsten Weise Jagd, um auch sie zu ermorden. Als ihnen dies nicht gelang, und die beiden deutschen See­leute gerettet wurden, sperrten sie sie erbarmungslos und ohne Hilfe trotz ihrer schweren Verwundung in einen Deckverschlag. Wer den englischen Volkscharakter nicht kennt, wird daran zweifeln, ob so viel Scheußlich­keit überhaupt denkbar ist. Englische Selbstsucht und englischer Eigennutz, sowie die viehische Verrohung aller Sitten unter dem Deckmantel der Wohlerzogenheit lassen aber das schwerste Verbrechen glaublich erscheinen. Wre anders verhält sich dagegen unsere Mannschaft zu schiffbrüchigen Engländern. Das Gefühl der größten Bitterkeit überkommt einen, wenn man an diesen Gegen­satz denkt. Aber das rein Menschliche dieses Falles soll hier nicht weiter erörtert werden, da der englische Cha­rakter bereits zur Genüge bekannt ist. Es handelt sich

Äs

Flagge und begmg sein erbrechen ebenfall die amerikanische Flagge wehte. Das bedeutet eilten

schweren Schimpf, den England der amerikanischen Fahne angetan hat. Man darf wohl annehmen, daß kein Mensch in Amerika den Mißbrauch der amerikani­schen Flagge im allgemeinen billigen wird, viel weniger, wenn unter dem Schutz dieser Flagge die schwer­sten Verbrechen begangen werden, die im See­krieg möglich sind. SelSstverstanölich ist, Sag der englische Dampfer, der so vorzüglich mit SchifG- geschützen und einer Anzahl von Gewehren aus­gerüstet war, sich als friedliches und harmloses Han­delsschiff gebärdete. Man kann auch in diesem Falle wieder erkennen, wie die friedlichen englischen Han- öelsöampfer eingeschätzt werden müssen. Die Auffor­derung der englischen Admiralität, zum Schutz gegen deutsche Angriffe neutrale Flaggen zu benutzen, hat bereits mehrfach Früchte gezeitigt. Auch unser U-Boot- Held Weddingen ist einem derartigen harmlosen neu­tralen Handelsöampfer zum Opfer gefallen, da er ohne Argwohn war und die Hinterlist und den Völkerrechw- bruch unserer Feinde wohl kaum für möglich gehalten hatte. Die Neutralen haben ja allerdings bisher wenig dazu getan, um den englischen Handelsschiffen dieses Handwerk zu legen. Nachdem aber jetzt unter dem Schutz der amerikanischen Flagge, die bisher rein und fleckenlos war' von den befreundeten Engländern ein schweres Verbrechen gegen Knegsrecht und Völker-, recht bgangen worden ist, wird man annehmen müssen, daß Amerika für diesen Schimpf Genugtuung fordern rvirö. Amerika hat mehrfach betont, daß es dem Völ­kerrecht zum Siege verhelfen werde besonders, wenn es sich um die Angriffe deutscher U-Boote handelte.

Nun st Amerska selbst deteiligt nud hat Gelegen­heit, einer der schwersten Verletzungen des Völkerrechts entaeaenzutreten. Besoirders die Ausführungen, welche Präsident Wilson übr die Menschhettsrechte gemacht hat, werden durch den längsten Fall »Baralong" in eiaen- artiaer Weise beleuchtet. Präsident Wilson erhält schneller, als er wohl gedacht hat, Gelegenheit, sich mit seinen Anschauungen an die Engländer zu wenden, welche Völkerrecht und Menschheitsrecht gleicherweise in der schimpflichsten Weise mit Füßen getreten haben.

handelte.

icteiltßt und hat Gelegcu-

kriegsallerlei.

Die Ladung der „Deutschland".

Ueber die Ladung von U-DeutschlanS heißt es in Berliner Blättern, das Zollamt von Connecticut be­richte, daß die Laöung einen Wert von ziemlich zehn Millionen Dollars habe, an einem Teil aus Wertpa­pieren bestehe und sich im übrigen aus Chemikalien, Farbstoffen mtö kostbaren Steinen zusammensetze.

Rußlands Ministerpräsident schwer erkrankt.

Berliner Blättern zufolge erfährt der „Temps" aus Petersburg, daß der russische Ministerpräsident Stür- wer schwer erkrankt sei. Sein Zustand sei beunruhigend. Die Aerzte verordneten ihm strengste Ruhe.

Folgen des Kohleumangels i« Holland.

In verschiedenen holländischen Gemeinden mußten ht der vorigen Woche nach Blattermeldungen die Gas­anstalten wegen Kohlenmangels den Betrieb einstellen.

Die fünfte österreichische Kriegsanleihe.

Nach einer Meldung des »Wiener Fremdenblattes" hat eine Gesamtsitzung des Konsortiums für staatsfi- nanzielle Transaktionen in Oesterreich stattgefunden, in welcher über die Emission einer fünften österreichischen Kriegöanleihe beraten wurde.

Der Chef des Kriegsamts int preußische» Kriegs Ministerium, ÄÜrtteinbergischer Generalmajor Gröner, würde zum Generalleutnant befördert.

Im Oktober wurden 145 Minen an der holländi­schen Küste angespült, davon 121 englische, 18 deutsche und 11 unbekannter Nationalität.

Nach einer Meldung des „B. L.-A." aus Lissabon vom 5. November begründete die portugiesische Regie­rung die Vertagung der Wahlen mit der Besorgnis, die Umsturzelemente könnten die durch das Erscheinen der Uboote an der portugiesischen Küsst

gerufene Erregung ausnutzen.

e im Lande hervor-

Polititoa Rundschau.

Ueber den Stand der Bersorgungsfrage« äußerte sich Generalsekretär Stegerwald, Vorstandsmitglied des Kriegsernährungsamtes, in einer vorn Kartell der christlichen Gewerkschaften in Cöln einberufenen öffent­lichen Versammlung. 250 Gramm Fleisch werde man bestimmt der Bevölkerung während des ganzen Win­ters gewähren können. Bestimmte Schichten könnten voraussichtlich noch mehr erhalten. Die Körnerfrucht habe eine große Ernte erzielt, 5 Mill. Tonnen konnten mehr als im letzten Jahre eingebracht werden. Eine Erhöhung der Kartoffelmenge auf mehr als 1 Pfund für Kopf und Tag sei indessen ausgeschlossen. Eier seien sehr knapp: aber Zucker werde man 1% Pfh. pro Kopf und Monat gewähren können. Bei Obst und Gemüse komme man mit der Beschlagnahme und Höchstpreisen nicht zum Ziele. Für die Bierproduktion werde man in Zukunft nur noch 25 Prozent des früheren Bedarfs an Gerste zur Verfügung stellen können.

Der Kronprinz von Japan. Havas meldet aus Tokio: Der offizielle Titel eines Kronprinzen ist dem ältesten Sohne des Kaisers, dem Prinzen Hirohito, feierlich zuerkannt worden. Die Gesandten Englands, Frankreichs und Italiens haben dem Prinzen die höch­sten Orden ihrer Länder überreicht.

Die Tarifverträge in der Holzindustrie. Laut „Vorwärts" haben am Freitag und am Sonnabend Verhandlungen stattgefunden über die Verlängerung der Tarifverträge in der Holzindustrie. Die Verhand­lungen wurden als ergebnislos abgebrochen. Der Kün­digungstermin für die Verträge ist der 15. November. Am Dienstag beginnen Verhandlungen unter der Lei­tung des Reichsamts des Innern, um einen letzten Ausgleichsversuch zu machen. An der Forderung einer 88Vsprozentigen Erhöhung der Akkordlöhne und von 20 Pfennig Ausschlag für die Stundenlöhne wird von fei­ten der Arbeitnehmer als Bedingung für die Verlän­gerung der Verträge festgehalten.

Tsiugla«.

Am 7. November jährt sich zum zweitenmal der Tag, an dem Tsingtau nach Heldenhaftem Kampfe fiel Unvergessen lebt im deutschen Volke die dankbare Er­innerung an das hohe Lied von deutscher Treue und deutscher Tapferkeit, an jene Männer, die im fernen Osten bis zum letzte« Ende in aussichtslosem Stampfe verharrten. Hat doch die kleine Schar der Verteidiger Tsingtaus das zuversichtliche Wort ihres Führers, des Gouverneurs Meyer-Waldeck, restlos eingelöst: „Ein­stehe für Pflichterfüllung bis aufs Aeutzerste." Nicht nur das deutsche Bolk hat die tragische Vollendung des Schicksals des fernsten Bollwerks dentscher Kultur und

ließe Bewuttderunq gefunbeit.il

Als die Kunde von dem Beginne des großen euro­päischen Völkerringens die Welt durcheilte, strömte die waffenfähige deutsche Mannschaft des asiatischen Ostens sofort in das rasch sich zur Verteidiguug rüsteude Tsing­tau, denn nach Englands Eintritt in bett Krieg mußte es als sicher gelten, daß Tstuatau nicht unbehelligt blei­ben würbe. Als dann auf Englands Drängen auch Ja­pan sich gegen Deutschland wandte, da war es klar, daß das Schicksal des Schutzgebietes Kiautschou nud seiner Festung besteaelt war, daß für die Verteidiger nur ein ruhmvoller Untergang in Fraae kommen konnte.

Eine lächerlich kleine Zahl von Kämpfern stand dem Gouverneur zur Verfügung. Die Gesamtbesatzung Betrug einschließlich des ostasiatifchen Marine-Tetache- ments, der Reservisten, Freiwilligen und der Besatzun­gen der im Hafen liegenden deutschen Kriegsschiffe so­wie des österreichisch-ungarischen Kreuzers „Kaiserin Elisabeth" etwa 4800 Mann, denen zu Wasser und zu Lande eine vielfache Uebermacht entgegenstand.

Weniae Taae nach Ablauf des japanischen Ultima­tums an Deutschland, am 27. August 1914, zeigten sich die ersten japanischen Schiffe vor Tsingtau. Aber erst Mitte September, nachdem die Landung der Belage- rungstruppen durchgeführt und der Ring um die Fc- sttrng enger gezogen war, begann der feindliche Angriff Fortschritte zu machen. In den letzten Tagen des Sep­tembers kam es zu heftigen Gefechten. Zu gleicher Zeit wurde die Beschießuna von der See ans mit schweren Schiffsgeschützen angenommen. Am 17. Oktober ge- laug dem Torpedoboot „S 90" ein kühner Streich. Es durchbrach die Blockade und versenkte in schneidigem Angriff den japanifchen Kreuzer „Takotschio" mit Mann und Maus. Der Kommandant von „S 90 ließ, da eine Rückkehr nach Tsingtau ausgeschlossen war, das Boot auf Strand setzen. Die Besatzung würbe in Nanking interniert.

Allmählich hatte der Angreifer von der Landseite her sich näher an die Festung herangeschoben. Ende Oktober setzte ttadi sechswöchiger Belagerung eine ttenn- tägige Beschießung schwerster Art ein, unterbrochen durch nächtliche Sturmangriffe der Japaner. Helden­haft in süßester Ausdauer hielten die Verteidiger stand, bis durch den rasenden Eisenhammer der feindlichen Batterien die letzten Befestigungen in Trümmer ge­schlagen waren. Im Morgengrauen des 7. Novembers 1914, am 73. Tage der Belagerung, mußte die weiße Fahne gehißt werden, nachdem der Feind mit zehnfacher Uebermacht das Zentrum der Stellungen durchbrochen hatte. Eine große Enttäuschung aber erlebte der Sieger bei der Feststellung der Kriegsbeute. Es war so gut wie nichts vorhanden. Sämtliches Kriegsmaterial war rechtzettig vernichtet, die Geschütze waren zerstört und unbrauchbar gemacht, die im Hafen befindlichen Schiffe ' ' ' coße Schwimmdock verwirft worden. Die deutschen Verluste waren erfreulicherweise verhältnis­mäßig sehr gering. Sie betrugen an Toten 6 Offiziere '-' " , an Verwnndeten etwa 600 Mann.

schlagen waren. 1914, am 73. 5

und das

mäßig sehr gering. Src betrugen an Toten n fingiere und etwa 170 Mann, an Verwundeten etwa 600 Mann. Dem standen an javanifdien Verlusten gegenüber: 37 Offiziere, 1266 $&w tot: 108 Offiziere, 3992 Mann verwundet: äußerem 12 tote und 61 verwundete Ella- länger.

Der Heldenkamps und der ehrenvolle Untergang von Tsingtau werden für alle Zeiten ein Ruhmesblatt in der Geschichte des deutschen Vaterlandes bleiben. Mit Stolz und tiefer Dankbarkeit wird das deutsche Volk stets jener Tapferen gehMken, die Blut und Leben für ihre Heimat ant fernem Schlachtfelds gelassen haben oder jetzt in japanischer Gefangenschaft der Stunde der

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eneralanz." geschrieben: Ein eifrig ieasmärchen macht dem hiesige» Astbeit. Man soll beim Abbruch

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Das Geld im Hause. Unter der Spitzmarke »Immer wieder der Strumpf als UeLeltäter" teilt die „Pmene, Gemeinschafts-Zeitung" mit: „Durch Feuer eingeäschert wurde das ganze Gehöft des Landwirtes Mitkiewicz tu Kluczewo. Den Eheleutc.!, die während des Brandes auf dem Felde waren, sind ihre ganzen Ersparnisse von 1500 X die sie aus Angst vor dem Krieg von der Spar­kasse abgehoben hatten, mitverbrannt. Bietet die örtliche Spar- und Darlehnskasse immer noch nicht genügend Sicherheit? Der Krieg sollte uns doch endlich klug ge­macht haben."

Ein Kriegsmärchen. Aus Billmar (Oberlahnkrets) wird dem „Franks. Generalanz." geschrieben: Ein eifrig weitergetragenes Kriegsmärchen macht dem hiesigen Bürgermeister viele Arbeit. Man soll beim Abbruch einer alten Klostermauer eine aus dem Jahre 1701 stammende Urkunde gesunden haben, die eine Boraus- sagung über den gegenwärtigen Weltkrieg enthielt und zwar soll der Anfang und das Ende des Krieges in folgenden Worten angedeutet sein: „Der Krieg wird um die Zeit der Kornreife ausbrechen, dann werden zweimal die Kirschen blichen, und um die Zeit der dann folgenden Christmette wird der Friede geschlossen wer­den." Das Original soll sich nach der allgemeinen Er­zählung im Rathaus zu Villmar unter Glas und Rah­men befinden. Der Bürgermeister wird nun von allen Seiten mit Anfragen bestürmt, sogar telephonisch und telegraphisch, und um Auskunft Wer die vielsagende „Urkunde" gebeten. An der ganzen Sache ist kein wahres Wort, und es ist zu verwundern, daß es auch heute noch so viele Leute gibt, die allen Unsinn für bare Münze halten und mit wichtiger Miene weiter ver­breiten.

Ueverrascheude Entdeckungen wurden in den letz­ten Tagen auf Berliner Güterbahnhöfen gemacht. See zeigen, daß der Kettenhandel immer neue Schleichwege findet. Gewissenlose Händler, die von gletchgesinmen Erzeugern kaufen, bilden eine Art Zentrale. Sie ver­schaffen sich Waren, die den Höchstpreisen unterliegen, unter falscher Deklaration, packen sie zu kleinen Men­gen um und verkaufen sie über die Höchstpreise hinaus mit übermäßigem Gewinn an Orten, wo viele Menschen zusammenströmen. Das Geschäft wird auch derart be­trieben, daß die Händler Pakete von 10 oder 15 Pfund in Bekanntenkreisen absetzen. Diese überlasten die Ware wieder an andere. So klettert ein Pfund Butter, das der Händler mit 5—6 Mark verkauft, bis auf 8 Mark in die Höhe. Auf dem Potsdamer Güterbahnhof entpuppte sich eine Weitzkohlladung als Wirtschaftsäpfel und Kartoffeln. Der Waggon war oben mit Weißkohl zugedeckt. Auf einem anderen Bahnhof stand ein Wag­gon Heu. In Wirklichkeit bestand die Ladung aus Wei­zen- und Roggenmehl und Gerste. Auf einem dritten Bahnhof wurde ein Faß Pflaumenmus schadhaft. Es stürzte ab, einige Reifen platzten. Als das Faß geöff­net wurde, kamen mehrere frisch geschlachtete Schweine zutage. Ein anderer Wagen sollte Tafelobst und Mar­melade enthalten. In Wirklichkeit enthielten alle Kisten Tilsiter Käse, der als Auslandsware über den Höchst­preis hinaus verkauft werden sollte.

rändle«!? und Volksernährung.

Der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer für die Provinz Schleswig-Holstein, Graf Rantzau, erläßt eine beherzigenswerte Aufforderung an die Landwirte

Wirtsfrauen haben bisher Hervorragendes geleistet, es gilt aber jetzt mich das Letzte herauszuholen, daurit keine Stockung in der Ernährung des Volkes und in der Her­stellung von Kriegsbedarf eintritt. Verstimmungen über wirkliche und vermeintliche Fehler in der Ernährungs- politik dürfen daran ebensowenig hindern, wie das Ge­fühl ungerechter Beurteilung der Landwirtschaft seitens gewisser Verbraucherkreise. Vergessen darf auch nicht werden, daß der Krieg anderen Berufsständen die schwersten Opfer auferlegt hat, daß die großstädtischen und industriellen Verbraucher die schweren Entbehrun­gen in der Lebenshaltung als etwas Selbstverständliches kingenommen haben und auch weiter hinnehmen wer­den, wenn nur für die allernotwendigsten und unent­behrlichsten Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen ge­sorgt wird. Am dringendsten ist setzt die Versorgung mit Kartoffeln und Brot. Jeder sorge dafür, daß das Getreide sofort abgeliesert wird und die Kartoffeln in ' die Städte kommen. Das ist augenblicklich das oberste Gebot des Tages. Wer diesem Gebot nicht nachkommt, ladet eine schwere Verantwortung und eine große Schuld auf sich.

Jedem Sachkundigen ist bekannt, daß die größten Schwierigkeiten der Erfüllung dieser Pflicht hinderlich waren und noch sind: sie müssen aber überwunden wer­den. Das eiserne „Muß" sei überhaupt in allen Fragen der LebenSmittelerzeugung oberster Grundsatz, der ei­serne „Wille" zur vollsten Erfüllung der vaterländischen Pflicht, frei von übertriebener Gewinnsucht, sei Gemein­gut aller schleSwig-hvlsteiuischen Landwirte und Land­wirtsfrauen. Dann kann und wird der Verrttchkungs- wille unserer Feinde sich nicht erfüllen und auch der Landwirtschaft die Anerkennung nach dem Kriege nicht vorenthalten werden, auf Sie sie vollen Anspruch hat.

Weitere Drahtnachrichten.

Erobertes rumänisches Gebiet.

w Karlsruhe, 7. November. (T. 11.) Schweizer Blätter berichten laut „B. L.-A.": Die deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen haben bisher in den transsulvanischen Alpen 600 Quadratkilometer rumäni­schen Boden besetzt.

Geleit für die „Deutschlaud".

r--»- Kopenhagen, 7. November. (T. 1U Nach einer Meldung der „Dailu News" wird laut „Bl. Mp." das Unterseeboot „U 57" nach den Aussagen des Kapitäns König in New London erwartet, um die „Deutschland" nach Bremerhaven zurückzugelesten. Der Korrespondent der „Dailu Ptail" in New London erfährt dazu, daß das Kriegs-Nboot 57 den heimatlichen Hafen kurz nach der Abfahrt der „Deutschland" verlasse» bar.

Auch ei« politischer Kriegsrat der Berbuubetc« tu Paris.

{- Lugano, 7. November. (T. 1t.) Der Pariser Mitarbeiter des „Seeolo" meldet laut „Tgl. Rdsch.", daß der Vierverband außer dem militärischen auch einen po­litischen Kriegsrat versammeln werde.

Hughes oder 'Wilson?

->^ Neuvork, 7. November. jT. II.) Obwohl Hughes sich dagegen erklärte ein Verbot der Ausfuhr von Kriegsmaterial zu erlassen und amerikanische Bür­ger vor dem Reisen auf Schiffen der Krieafübreriden zu warne», umerstützt ihn laut „Frkf. Ztg." die deutsch amerikanische Preste weiter. Sie erklärt, er werbe gegen alle Kriegführenden gleich gerecht sein. Wilson warnt vor der Gefahr, die Regierung in mitten ü^s Weltkrieges m Wechsels