Somme und Siebenbürgen.
II.
Der Verlauf der Sommeschlacht läßt sich in vier große Abschnstte einteilen, die im wesentlichen mit den 'Kalendermonaten ihrer Dauer zusammenfallen:
Der Juli brächte den ersten Ansturm. Obwohl wir diesen erwartet hatten, darf doch zugestanden rver- ben, daß die Stärke und Dauer feiner artilleristischen Vorbereitung unsere Erwartungen um ein vielfaches iübertroffen hat. Nur der beispiellosen Hingabe und Aufopfenrng unserer Truppen ist es zu verdanken, daß es gelang, den erst wuchtigen Durchbruchsversuch auf- zuhalten. Schon in der zweiten Julihälfte sah der Feind sich gezwungen, seine ursprüngliche Durchbruchsabsicht aufzugeben und an Stelle des Durchstotzes in nordöstlicher Richtung, also in die Spitze des von ihm im ersten Anlauf erkämpften Geländedreiecks hinein, die bescheidenere Taktik des Aufrollen durch auseinanderstrebenden Doppeldruck auf die Schenkel des Dreiecks zu setzen.
Als auch diese neue Taktik bis Ende Juli nicht zum Erfolge geführt hatte, ging der Feind während des Monats August zu einer ziemlich planlosen Taktik des allgemeinen Drucks auf die Gesamtstont über. Sie brächte ihm trotz immer wiederholter höchster Kraftanstrengungen nur unwesentliche Teilerfolge.
Wir wissen aus einer großen Reihe von Presse- äußerungen und haben auch auf andere Weise in Erfahrung bringen können, daß gegen Ende August in den Reihen unserer Feinde, zumal der Franzosen, die Erkenntnis sich Bahn gebrochen hatte, daß die Sommeof- fensive ihr Ziel nicht erreicht habe und kaum jemals erreichen werde.
Damals drängte sich unseren Feinden die Notwendigkeit auf, dem allgemeinen Sinken der Siegeshoffnung durch eine bedeutsame Neugestaltung der Dinge entge- igenzuwirken. Durch kräftigen Druck gelang es, den neuen Feind, Rumänien, auf den Plan zu bringen.
Eine Reihe von schwerwiegenden Kriegsrats- stützungen fand statt. Für den Fortgang der Somme- fchlacht wurden ihre Beschlüsse von einschneidender Bedeutung. Die deutsche Führung hat die Beschlüsse und ihre Auswirkung voll erkannt und auch ihrerseits zum Ausgangspunkt wichtiger und heilsamer Entschließungen gemacht.
Von dem Septemberkriegsrat unserer Feinde datiert die wiederum völlig veränderte Taktik, welche in der Folge eingeschlagen wurde, und die während des September auch zu einer unleugbaren Steigerung des feindlichen Vorbrängens und zu verhältnismäßig bedeutenden Erfolgen geführt hat. In drei großen Anläufen, vom 3. bis 7. September, vom 12 bis 17. September und mit stärkster Anspannung und entsprechend bedeutsamem Erfolge am 25. bis 27. September, versuchte der Feind, seine neue Absicht zu verwirklichen. Man muß anerkennen, daß diese neue Taktik nichts anderes bedeutet, als entschlossene, nur den veränderten Umständen entsprechend etwas abgewandelte Wiederaufnahme der kühnen Anfangsabsicht: des strategischen Durchbrirchs, der nun wiederum in Richtung auf die Spitze des erkämpften Dreiecks bekam. Da diese Spitze nördlich der Somme, im Abschnitt zwischen Somme und Anere, lag, so brächte der neue Plan des September- beginns die endgültige Spaltung der Sommeschlacht in zwei int wesentlichen getrennte Schlachten.
Die Süd schlackt, im Abschnüt Biaches bis Ver-
mandovillers, zeigte nach einem großen Durchbruchs- versuKe der Gesamtfront von Mitte September an ein IrrofbetO der Südschlacht —
zwar nicht auf Grund eines großen operativen Ge- Larlkens, wohl aber durch eine Reihe kraftvoller Einzelstöße — einen immerhin erkennbaren Geländegewinn erzielt, insbesondere in den Abschnitten zwischen Berny und Chaulnes, also an der Südecke des Dreiecks. Von einem weiteren Ausbau dieser Erfolge hat er, jedenfalls infolge der bereits erlittenen Verluste, Abstand nehmen
«rtta
Dafttr verlegten unsere Feinde die Wucht ihrer gemeinsamen Angriffe ganz unverkennbar in den Nordabschnitt zwischen Somme und Anere, und hier ist es ihnen gelungen, das erkämpfte Dreieck nicht unerheblich zu erweitern. t
Den Höhepunkt ihrer Anspannung und ihres Erfolges bedeutet die Schlacht des 25. bis 27. September, welche den Feinden die Ortschaften Gueudecourt und Rancourt und das gesamte zwischen, ihnen liegende Gelände. einaeschlossen die größere Ortschaft Combles, eiu-
lände, eingeschlossen die größere Ortschaft trug. Das Ziel ihrer unerhörten Anst
tte.
________________Anstrengung aber, den strategischen Durchbruch an der Spitze des Dreiecks, haben sie auch in dem unvorstellbar gewaltigen und mörderischen Ringen des September nicht erreicht. Das beweist ein Blick auf die Karte der Lage zu Eirde September: Das Dreieck, welches zu Beginn des September mit der Spitze bei Longueval im wesentlichen im Sinne der Haiwtangrisfsrichtung lag und w die feirldliche Anfangsabsicht des strategischen Durchbruchs wenigstens in der Anlage verkörperte, hat sich nach der gescheiterten Wiederaustiahme dieser Anfangsabsicht im Laufe des September zu einem flachen Bogen verwandelt. Das feindliche Ziel konnte also nur in den Schenkeln des Dreiecks in stärkerem Maße erreicht werden. Gerade da, wohin die Gesamtrichtung. des Angriffs zielte, nämlich an der Spitze, ist der Feind nicht nennenswert vorwärts gesammelt.
Der vierte Abschnitt, der im wesentlichen mit dem Oktober uwnat zusammenfällt, hat eine unterbrochene Fortsetzung der feindlichen Angrcffstatigkeii auf der ganzen Front gebracht. Auch in ^diesem Zeitraum ballte der Feind feine Kräfte in Zwischeuraumen von jetzt nur etwa fünf Tagen zu gewaltigen Angriffshand- lungen, „Großkaulpstagcn", zusammen, ohne daß in den Pausen der feindliche Ansturm völlig ausgeietzt hä '
Wer diese gesamte, ununterbrochene und öü.z,. gesteigerte Anspannung hat dem Feinde im Oktober nur örtliche, auf Karten kleineren Maßstabes überhaupt unerkennbare Fortschritte gebracht. Der Ausbau der dentMn Widerstandskraft hat nämlich feit dem kriti- schen 25. September derartige Fortschritte gemacht, daß wir heute dem Feinde in einer Starke gegenüberstehen, welche seine zahlenmäßige Ueberlegenheit znm mirrde- sten durch den höheren Kanwfwert unserer Truppen aller beteiligten Waffengattungen ausgleicht.
Dieser Stand der Dinge zu Ende Oktober beweist unwidevleglick, daß es der verbündeten Heeresmacht Englands und Fraukreichs nickt gelungen ist, den an der Somme gebundenen Bruchteil der deutsKen Streit- kräfte zu zerreiben und damit unsere Westfront zu erschüttern. Das ist die Antwort der deutschen Sonnne- kämpser auf das eine der neuerSings verkündeten schon erheblich cingeschränkteu Ziele der feindlichen Somure- offensive.
Die zweite dieser bescheidener gewordetlen Fragen an das Schicksal war: wird es gelingen, soviel feindliche Kräfte zu binden, daß Deutschland wenigstens außer Stande ist, feinen tapferen Bundesgenossen im Süd- We» Europas genügend Hilfskräfte M Berfügurm zu
W
stellen, um sich zur Abwehr oder gar zur NieserzUM- guna des neuen Balkangegners instand zu setzen?
Vom Eintritt dieses neuen Verbündeten hatt. "' die Entente eine entsprechende Wendung der Lage auf der gesamten Ost- und Südofffront versprochen. Hatte sie uns bisher an beiden Fronten unerschütterlich gefunden, so glaubte sie mit Bestimmtheit annehmen zu dürfen, daß das bisherige Gleichgewicht der Kräfte an der Ostfront durch Hinzutritt Rumäniens endgültig
tte sich
zu ihren Gunsten verschoben werden würde, während die Wiederaufnahme der Sommeoffensive es uns unmöglich machen sollte, diese Verschiebung auszugleichen. Was im Westen bisher mißlungen war, sollte nun im Osten glücken.
Und wie tst's geworden? Auf diese Frage war die Antwort: wir haben die Westfront unerschütterlich gehalten und trotzdem genügend Kräfte freimachen können um nicht nur den russischen Masienansturm zum Stehen zu bringen, sondern auch dem neuen Feind seinen tückisch errafften Gewinn aus dem Rachen zu reißen und die Bulgaren bei der Rückeroberung des räuöe- risch ihnen abgepretzten Landes am Donaudelta zu unterstützen. Schon sind die Eingangsforten zum Herzen Rumäniens, die Balkanpässe, in unserer Hand. Der Plan unserer Feinde, mit Rumäniens Hilfe unsere Verbündeten im Südosten einen nach dem anderen zu vernichten, unsere Verbindungen mit Konstantinopel zu durchreißen, die Osmanenhauptstadt in ihre Hände zu bringen und damit die schmerzlich entbehrte Einheit unserer Einkreisung herzustellen, ist gescheitert.
Auf die zweite Schicksalsfrage der Entente lautet unsere bishenge Antwort: die eroberte Dobrud- fcha, das befreite Siebenbürgen.
Wie unsere Kriegsschiffe im Kanal arbeiteten.
Ein Londoner Gewährsmann der „V. Z." berichtet, daß die Schiffer erklären, bei dem nächtlichen Gefecht im Kanal am 26. Oktober feien die von den Engländern dort ausgelegte« Netze «nd Minensperre« größtenteils zerstört und abgetrieben. Die deutschen Kriegsschiffe hätten gerade die englisch« Küsteuwachschiffe zuerst versenkt, wodurch englische Landstationen vergeblich auf Nachrichten warteten, was in der stockfinsteren Nacht im Kanal eigentlich vorgehe. Die von Dover ausgelaufenen englischen Torpedobootszerstörer konnten die Verfolgung nicht weiter fortsetzen, da sie wegen der zerstörten Minenfelder selbst Gefahr liefen.
Ubootarbeit a« der portngiestsche« Küste.
Nach einem Telegramm des „Temps" aus Lissabon und an der portugiesischen Küste verschiedene Dampfer von einem deutschen Uboot angegriffen worden.
Kriegsailerlei.
Wieder eine französische Falschmeldung.
Eiffelturm meldet am 2. November 4 Uhr nachmittags den Abschuß voir fünf deutschen Flugzeugen durch französische Kampfflieger.
Tatsache: Wir verloren weder am 1. noch am 2. November ein Flugzeug.
Die Venizelos-Briefmarken eiugezoge«.
Venizelos bestellte laut „B. L.-A." für den Salo- uifier Lokalverkehr Briefmarken mit dem Bildnis Alexanders des Großen. Die bisherigen Briefmarken mit dem eigenen Bilde wurden eingezogen.
Italiens Kohlenvorräte gehen z« Ende.
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Um wegen der Kobsevtransvorte tu 1
wer-
Das erst kürzlich getroffene Abkommen kann wegen der Gefährlichkeit der Schiffstransporte nicht voll zur Ausführung kommen. Die italienischen Kohlenvorräte den in kurzer Zeit verbraucht sein.
Politische Rundschau.
Der Reichstag will sich vertage«. Wie wir hören, wird der Reichstag den ihm vorliegenden Stoff am Sonnabend erledigen und sich darauf vertagen.. Die in Aussicht genommene Rede des Reichskanzlers wird infolgedessen verschoben werden. Der weiter tagende Hanptausschnß bietet dem Reichskanzler Gelegenheit, etwaige wichtige Mitteilungen zu machen.
Die Liebestätigkeit des Papstes. Mit großer Genugtuung stellt die „Germania" fest, daß, wie im Reichstag am Freitag zum Ausdruck kam, das ganze deutsche Volk ohne Unterschied des Bekenntnisses und ohne llit= terschied der Parteirichtung in der Anerkennung der Webestätigkeit des Papstes einig und ihm für die besonders den deutschen Gefangenen erwiesene Fürsorge dankbar fei.
Spaniens unbedingte Neutralität. Die Neutralitäts- LonttteeL setzten die unternommene Propaganda im großen Stile fort. Großen Eindruck macht eine Rede, die der frühere konservative Unterricktsminister Ber- gamtn in Saragossa gehalten hat. Redner sprach den Unterseebooten das Recht zu, spanische Schiffe mit Bannware zu versenken.
Vermischtes
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Der Seifenbedarf der Hausfrau. Dem „Frkf. Ge- neralauz." schreibt eine Leserin: In vollem Verständnis des Mangels an so vielen-Lebensbedürfnissen und dein besten Willen im Gedenken an unsere Helden im Felde alle Entbehrungen ruhig zu ertragen, möchte ich doch mit der sicheren Zustimmung vieler Hausfrauen anregen, eine Erhöhung der Seffenration vorzunehmen für diejenigen, die ihre Wäsche im Hause reinigen lassen. Ich brauche jetzt Kriegswäsche, 2 Pfd. Persil, 1 Stück Kernseife monatlich, schon mehr, als für 3 Personen be- ftimmt ist. Die Mädchen werden ungehalten. Vielleicht ließe es sich doch noch ermöglichen, etwas zuzulegen.
the Dithmarscheu. Der älteste Einwohner Dith- ms und Sckleswia-Holsteins, Privatier Nie. , ist in Heide in Holstein im fast vollendeten 103. jähr gestorben. Die älteste lebende Frau dieser Provinz ist Frau Nissen in Mohrkirch-Osterholtz, die nächsten August 104 Jahre alt wird.
Nikitas Wiuterresideuz 191617. Der König von Montenegro, der kürzlich seinen 75. Geburtstag gefeiert hat, scheint von einer nervösen Unruhe befallen zu sein, die ihn von einem Ort zum andern treibt. Erst wohnte er in einem Dorf nahe Bordeaux, dann in Bichy, von dort aus ging er nach Parks, und als diesjährigen Winteraufenthalt hat sich Nikita die Pariser Vorstadt Nenillv-sur-Seine ausgesucht. Dort wohnt er mit seiner Gemahlin und feinen beiden jüngsten Töchtern in einer einfachen kleinen Villa, die in der Nähe des Wohnsitzes des Herzogs von Vendome liegt. Der König ist ständig von einer montenegrinischen Leibgarde von 181 Mann umgeben. Zum Glück für seinen von jeher ziemlich notleidenden Geldbeutel braucht er sich um den Unterhalt
seiner Getrellen jedoch nicht zu kümmern, da der französische Staat, dessen Gcist er ist, für ihren Unterhalt wrat.
vor Betötin.
(Aus einem Feldpostbrief.)
Vier Monate habe ich vor Verdun mitgekäumfi und möchte meine Eindrücke in Kürze schildern. Sämtliche Dörfer kilometerweit hinter der Front sind ein Trümmerhaufen. Das sind die Reste eines ehemals blühenden Landes. Da gibt es auch nicht ein Haus mehr, das nicht von Granaten durchlöchert ist, dessen Dächer und Böden nicht eingestürzt sind, denen Fenster, Türen und Läden noch heil sind. Nichts ist zurückgelassen, als große, kahle und wüste Brandstätten. Und betrachten wir uns erst einmal die Wege,' Granatloch an Granatloch. Nun denke man sich noch Regen dazu. Die Wege sind ein Schlamm. Die Granatlöcher stehen voll Waßer, man kommt kaum vorwärts, und auf diesen Wegen keuchen nachts die Munitionskolonnen, die Jnsanterie-Reserven und die Bagagen mit Lebensmit- te/n heran. Rechts, links, davor und dahinter platzen die. Granaten, denn die feindliche Artillerie hält die Zumhrstratzen mrchtbar unter Feuer, streut bald da, bald dort hin, schießt ziemlich genau. Da liegt manches tote Pferd, mancher zerbrochene und zerschossene Mu- nrtionswagen auf dem Wege, dazwischen liegen Tote und Verwundete.
liegen Tote
Naher, immer näher geht es zur Front, durch Wiesen und Wälder. Und wie sehen diese Wälder aus? Trostlos und kahl, schwarz und laublos wie im Winter, die Bäume aus dem Boden gerissen, die Stämme, die noch stehen, wie zugespitzte Bleifedern. Und unter all diesem Gehölz liegen Seitengewehre, Patronentaschen, Handgranaten und dergleichen mehr herum. Sss — Sss, immer unheimlicher pfeifen die Granaten durch die Luft, um hinter uns einzuschlagen. Jetzt setzt unsere Artillerie ein. Heulend saufen die Geschosse aus den Schluchten herauf über die Anhöhe, dicht über unsere Köpfe hinweg. Immer wilder wird geschonen. Die Erde um einen herum zittert, ist vollständig mit Pulverdampf bedeckt. Keinen Meter weit kann man
sehen. Ta liegt wieder eine Schlucht vor uns. Hier, da, kurz überall, liegen Munition, Materialien usw. herum Gräber an Gräber ziehen auf dem Alchange
;gen Munition, Materialien usw. Gräber ziehen auf dem AWmge
hin.
Wetter, weiter vorwärts geht es, über Drahthin- dernifse und Granatlöcher hinweg. Da Ssss — ratsch, unwillkürlich zuckt man zusammen und wirft sich zu Boden,' mit furchtbarem Gekrach fährt eine französische schwere Granate dort auf den Weg hinter uns und wirft haushoch eine schwarze Schmutzwolke empor. Die Steine und Granatsplitter spritzen nach aßen Richtungen hin. Noch einige hundert Meter weiter, wir sind in der Batteriestellung. Hier befinden sich die Geschützstände, daneben die Munitionslager. Ungefähr 20 Meter davon hinter den Geschützen sehen wir einige Erdhügel. Es sind die Unterstände. Man könnte aber eher glauben, es seien Müllhaufen, als menschliche Behausungen. Die Batterie selbst steht hntter einer kleinen Anhöhe vor einem Waldesrand. Kriechen wir diese Anhöhe hinauf, so haben wir von dort aus einen Ausblick auf das Kampsgelände.
Da, dort — hier bricht wieder eure mächttge Garbe schwarzer Erde hervor. Steine fliegen hoch und der Qualm zieht schräg durch die verkohlten Stämme des ehemaligen Waldes ab. Ueber diese Anhöhe hinweg zrehen nach den verschiedenen Beobachtungsstellen einzelne Laufgräben —wenn wir diese so nennen dürfen. — Ja, Laufgräben, wenn man die hier ausbauen
denn vielleicht sch e der schreckliche Feuerg des Sperrfeuers überhaupt von jeder Ablösung ab. Dann heißt es noch eine Nacht durchhaften. Und nun stürzt noch der Regen die ganze Nacht herunter. Und sie müssen im Granatloch liegen bleiben, müssen aushalten, bis zu den Knien stehen sie im Schlamm. Muß man doch bedenken, daß jedes Bewegen über den Rand des Granatloches hinaus ihnen das Leben kosten kann. Und dazu schlagen noch die Granaten dicht um sie herum ein, senden ihre schwarzen Erbmassen und glühende Sprengstücke in den Himmel, so daß sie manchmal bald verschüttet werden. Und da heißt es, sich ducken, denn in einem Umkreise von 150 bis 200 Metern kommen surrend zackige, noch glühende Sprengstücke an. Und in all diesem Toben halten Menschen arrs:
Das ist der Kampf um Verdun.(G.-C.)
Weitere Drahtnachrichten.
Die Räumung von Vaux.
Berlin, 4. November. (T. II.) Der Kriegsberichterstatter Georg Queri des „Berl. Tgbl." meldet aus dem Großen Hauptquartier unterm 3 November: Die Franzosen haben sich die Arbeit um Vaux schwerer gemacht, als sie nach den Verhältnissen sein durfte. Wir wichen bereits in der Nacht von Mttwoch zum Donnerstag dem gesteigerten artilleristischen Druck, nachdem wir der ruinierten Feste noch ein paar Reststöße gegeben hatten. Der Feind war nickt im Stande, den Abzug zu erkunden. Er war auch übereifrig damit beschäftigt, das Festungsgelände vollends zu zerstöre« «ud hatte feine schwersten Kaliber auf den Pla« geschleppt. Eine furchtbare Kanonade hielt den ganze« Tag über a« und als sie etwa 5,30 Uhr nachmittags plötzlich aussetzte, sonnte man deutscherseits annehmen, daß jetzt die französischen Funker vor Vaux vom Eifelturm den deutschen Heeresbericht empfangen hatten: „Das Fort Vaux bereits geräumt!" Man hatte also die teuere Mnnrtto« geopfert und die schwer steu Geschütze zum AuSlerern gebracht, während man sich selbst den zukiinfttgeu Stutz- p««lt zufammeuschotz, der bereits bezugsberert war.
Die Kämpfe a« der Somme.
tat Berlin, 4. November. (T. N.) Der Kricasbe- ricvterstattcr der „Köln. Big" und des „B. L.-A.", Professor Dr. Georg Wegener, meldet aus dem Großen Hauptquartier unter dem 8. November: An der Front nördlich der Somme setzte das starke Artilleriefeuer ge- stern nachmittag um 2 Uhr ein und steigerte sich stellenweise allmählich zum Trommeifeuer. Abends um 6 Uhr erfolgte ein englischer Angriff auf Eeaucourt, der abgewiesen wurde, ein ebensolcher bei Gneudecourt, der zu erbitterten Nahkümpfcn führte mit einem Hin- und yerwvaenden Erfolge, bis der Gegner endgülng zurück- geworsen war. In der Gegend von Rancourt griffen die Franzosen mehrmals an. Vormittags leicht, stärker um 6,30 Uhr und noch einmal nachts um 11 Uhr. Alle ihre Versuche wurden ebenfalls zurückgenstesen. Wetter im Süden blieb es im allgemeinen ruhiger. Angriffe sind hier nickt erfolgt.
DaS BerteidigungSvecr tu Saloniki.
tat London, 4. November. (T. 1D Die „nationale BerteidignngsarmE ist nach einem Telegramm aus Saloniki an die ,.Daily Ehroniele" nun etwa 80 000 Mann stark, von denen bereits 17 000 ausgerüstet und bewaffnet sind. Sie stehen bereit, um sich an die Fnmt M begebett.