Die sranzSsischen Verluste an »er Summe.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Funkenstation Lyon verkündigte am 24. Oktober vormittags die Aeußerung des Spezialberichterstatters der United Preß Association, der eine Lobrede auf die französische Artillerie mit den Worten schließt: „Die französischen Verluste an der Somme sind auf einer Stufe geblieben, die bei Bekanntwerden die Welt in Staunen setzen würde. Hören wir zu dieser Auffassung des Poilu der Feder die französischen Gefangenen, die das Leichenfeld an der Somme durchschritten haben. Alle bezeichnen die Som- mefront als die Hölle und sind erschüttert von den
ungeheuren Verlusten,
die die Franzosen hier erlitten haben. Gefangene Ja- 'ger von der 47. Division schätzen die Verluste, die ihr Bataillon bei den letzten beiden Angriffen erlitt, auf 30 bis 50 Prozent. Offiziere der 10. Division sagten aus, daß ihre Mannschaften einen ausgesprochen demoralisierten und verwahrlosten Eindruck machten. Die Verluste hätten schon vor Antritt zum Sturm 20 Proz., im ganzen wenigstens 60 Proz., betragen. Gefangene Jäger der 127. Division meinen, die Angriffe könnten nur noch „Schlächtereien" (boucheries) genannt werden.
Bald werde Frankreich keine Menschen mehr haben.
Ein Sergeant der 56. Division erklärt, sein Regiment habe allein während des Anmarsches und in der Bereitschaftsstellung durch die deutsche Artillerie 30 bis 50 Mann pro Kompagnie verloren. Besonders groß sind die Verluste bei der Feldartillerie. Leute von der 51. Division geben als Beispiel an, daß eine einzige Batterie 20 Tote und 10 Verwundete hatte. Ein Jäger der 47. Division kam als Ueberlänfer und erklärte, Hunger habe ihn zum Ueberlaufen getrieben, weil seine Truppe seit zwei Tagen nichts mehr zu essen bekommen habe. Infolge des deutschen Artilleriefeners seien von zehn Essenholern 7 tot liegen geblieben: sein Regimeiff wäre infolge der schweren Verluste keine Angriffstruppe mehr.
Ein anderer Gefangener erzählt:
Meine Kompagnie ist vernichtet.
Wir waren 220, jetzt sind noch vierzig übrig, und es ist immer noch nicht zu Ende. Es ist ein wahres Gemetzel an der Somme. Im Briefe eines Verwundeten von: 5. Oktober findet sich folgende Stelle: In meiner Korporalschaft sind fast alle gefallen. Es ist wirklich schrecklich! Ein Brief aus B. vom 26, September an einen Sergeanten des Regiments 208 lautet: Das 8. Regiment 2. Division hat an der Somme sehr schwer gelitten. 1500 außer Gefecht, davon 800 Tote. Es ist nicht mehr zu glauben. Ein Brief vom 7. Oktober an einen Soldaten des 121. Regiments lautet: Marcel schreibt, er wolle noch ein paar Zeilen senden, ehe er ganz verrückt würde. Es sei nicht mehr zmn Aushalten. Armand schrieb heute morgen, die 17 Tage in vorderster Linie seien entsetzlich gewesen. Die Beschießung habe viele Opfer gefordert. Seine Kompagnie zähle 15 Tote und 70 Verwundete. Bezeichnend war auch jener Aus- spruch eines Gefangenen aus der Sommeschlacht, der lautete: Nur unsere Kinder werden zur deutschen Grenze kommen.
Lyon wird also wohl recht behalten. Die Welt wird tatsächlich erstaunt sein, wenn sie einmal die Höhe der französischen Verluste an der Somme erfährt.
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—Mr to »j^l.&d.W WWW. Mittelmächten in die Hände gefallenen großen Petro- leumvorräten befinden sich laut „B. L.-A." solche, die die Rumänen bereits an verschiedene Enteüteländer verkauft hatten und wofür sie, trotzdem die Lieferung noch nicht erfolgt war, bereits 75 Prozent der Zahlungen durch telegraphische Anweisung erhalten hatten.
Schlechte Flugmaschinen amerikanischen Favrikals.
Aus Batavia wird gemeldet, daß in der holländisch- indischen Armee starke Erregung herrsche über den Beschluß der Armeekommission, die in Amerika für das indische Heer angekauften Flugmaschinen abzulehnen, weil die Motors so schlecht sind, daß sie schon nach zwei Stunden unbrauchbar wurden und sogar Probeflüge unmöglich waren.
Unruhen in russischen Städten.
In Moskau, Kiew und den Städten des Moldau- gebietes kamen in den letzten Tagen recht ernste Unruhen vor. In Moskau wurde im Innern eine Reihe von Fleischerbuden gestürmt, ohne daß sich in ihnen Vorräte fanden. In Kiew forderte ein Krawall zwei Menschenleben. Schlägereien sind an der Tagesordnung.
Gerechte Vergeltung gegenüber Rußland.
Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet unter der Ueber- schrift „Gegenmaßregeln gegen die völkerrechtswidrige Behandlung deutscher Gefangener in Rußland", daß die Heeresverwaltung vor einigen Tagen eine größere Anzahl russischer Offiziere, die bevorzugten Regimentern angehören, in ein Sonderlager hat überführen lassen, in dem sie einer besonders strengen Behandlung unterworfen werdeu. Diese Vergeltungsmaßnahmen werden solange anhalten, bis die russische Regierung der deutschen Forderung nachgekommen sein wird.
EoglSnder und Aranzosen.
Die stolzen Hoffnungen, die die Franzosen beim Beginn der Sommeschlacht beseelten, sind längst geschwunden, und die Begeisterung, die den Sieg sicher wähnte, bat dem Gefühl von Hoffnungslosigkeit Platz gemacht. Ganz anders als die Zeitungen in Paris und London beurteilen die Frontsoldaten die Situation, wie aus den Angaben von an der Somme gefangenen Anghörigen von 14 Divisionen hervorgeht: sie fürchten alle den Abtransport nach der „Hölle an der Somme" und die Ueberlänfer mehren sich. Ein gefangener Frau zose kennzeichnet die Lage in Anbetracht des geringe» Geländegewinnes durch folgenden drastischen Aus- spruch: „Unsere Kinder erst werden die deutsche Grenze erreichen." Nach Ansicht gefangener gebildeter Frau zvscn haben die Engländer im Laufe der Sommeschlachi wiederum ihre typische Selbstsucht gezeigt. Die Eng- läuder übernehmen lieber die artilleristische Vorbereitung des Kampfes als den Kannst selbst. Sänttlichc Gefangene äußern offen ihren Groll auf die Engländer. Man nennt sie „Amateure". „Papiersoldaten", die ntchi vorwärts kommen, während die Franzosen für sie arbeiten müssen. Auch hinter der Front haben sich die Engländer sehr mißliebig gemacht: sie sitzen in den Kaffehäusern, machen den Französinnen den Hof, während Frankreichs letzte Reserven in den vordersten ßlnien verbluten. Sie kaufen mit dem vielen Gelde die Lebensrnittel auf und treiben die greife in die Höhe. Infolge der starken Gegensätze kommt es häufig zu Schlägereien zwischen englischen und französischen Soldaten. Die Hoffnung auf die wirtschaftliche Aus- Hungerung Deutschlands ist unter den gebildeten Fran- zysen längst geschwunden.
Politische Rundschau.
Deutschland kann nicht untergehen, es wird siegen, sagte der Reichstagsabgeordnete Stresemann am Sonntag bei der Weihe des neuen Heims der Dresdener Kaufmannschaft. Draußen in der Welt wird der deutsche Kaufmann seine Stellung sich wieder erobern und ausbauen. Die deutsche Handelsflotte wird wieder die Meere durchfurchen, so wie es deutsche U-Boote heute tun. Die deutsche Industrie wird sich ihre Weltstellung wieder erobern trotz Pariser Wirtschastskonferenzen, französischem Boykott und englischem Imperialismus.
Jeder tut seine Pflicht. Auf seiner Reise an die Ostfront weilte König Ludwig von Bayern am Sonntag in Warschau, wo abends im Allgemeinen Deutschen Kasino in Anwesenheit des Königs ein Bayernabend stattfand. Der König erwiderte auf eine Begrüßungsansprache und sagte u. a.: Wenn der deutsche Soldat seine Pflicht tut, so tut er sie nicht als Söldner, sondern er tut sie als Vaterlandsverteidiger. Das ganze deutsche Heer ist kein Söldnerheer, es ist ein Volk in Waffen. Jung und alt, ledig und verheiratet, arm und reich, keiner steht zurück, und jeder tut seine Pflicht.
Aenderung der Thronfolgeordunng in Holland? Wie der „Neuen Zürcher Ztg." laut „Nationalztg." aus dem Haag gemeldet wird, soll die Thronfolge-Ordnung in den Niederlanden abgeändert werden. Die gegenwärtige Thronfolge-Ordnung beruht auf einem Gesetz ans den letzten Regierungsjahren König Wilhelm III., und nach deren Bestimmungen ist Prinzessin Ju- liana, die einzige Tochter der regierenden Königin Wilhelmine, die Thronfolgerin. Sollte sie aber, so heißt es in 6en Bestimmungen, noch vor ihrer Mutter sterben oder nach ihrer Thronbesteigung kinderlos bleiben, so käme der holländische Königsthron an die deutschen Ag- naten des Hauses Oranien, nämlich an die deutschen Fürstenhäuser von Wied, Sachsen-Weimar und Hohen- zollern, und zwar an die Nachkommen des Prinzen Albrecht von Preußen, der früher Prinzregent von Braunschweig gewesen ist. Durch das neue Thronfolge- Gesetz soll nun dem holländischen Parlament das Recht verliehen werden, bei Erledigung des Thrones frei über die künftige Staatsform des Landes zu verfügen und den Thron nach Belieben zu besetzen oder auch die Republik zu verkünden.
Merheiligen m» Allerseelen.
Das Allerheiligenfest, mit dessen Feier die katholische Kirche den November einleitet, gehört schon seit fünfzehn Jahrhunderten zu deu alljährlich gefeierten Kirchenfesten. Schon im vierten Jahrhundert von der griechischen Kirche gestiftet, wurde das Fest jedoch erst im siebenten Jahrhundert von der römischen Kirche übernommen. Erst seit dieser Zeit wurde der Tag auch in Deutschland regelmäßig festlich begangen. 2ln- songs feierte man Allerheiligen noch wie in der griechischen Kirche am ersten Sonntag nach Pfingsten, bis im neunten Jahrhundert Papst Gregor IV. zur festlichen Verehrung aller Heiligen den 1. November bestimmte einen Tag, der übrigens schon in früherer Zeit als Festtag gegolten hatte, damals aber noch als Tag eines heidnischen Festes, das sogar von vielen neu bekehrten Christen gefeiert wurde. In Finnland soll noch bis ins 18. Jahrhundert hinein am ersten Novembertag ein Fest gefeiert worden sein, das dem heidnischen Windgott galt. Da der November nun vielfach als erwähnte Feier der Deutschen ^nr ^^ffi ^Kf^^ sprung zurückzufftÜren. Eine alte Bauernregel will am Allerheiliaentage schon den Witterungscharakter für den ganzen Winter bestimmen. Man schlägt aus einer frischen Buche oder Weitztanne einen Span heraus. Ist er trocken, so kommt ein schwerer kalter Winter, ist er dagegen feucht, so besteht Aussicht auf linde, leicht zu ertragende Wintermonate.
Auf das Allerheiligenfest folgt am 2. November der Tag Allerseelen, der gleichfalls schon lange zu den alljährlich wiederkehrenden Festeil der katholischen Kirche zählt. Von allem Anfang an war das Allerseelenfest dem Andenken aller Verstorbenen gewidmet, für deren Seelenruhe Messen gelesen werden, wozu in den katholischen Ländern noch der schöne Brauch des Schmückens der Gräber lieber Verstorbener kommt. Im Laufe der Zeit haben die beiden Feste Allerheiligen und Allerseelen, die an sich eigentlich nichts miteinander zu tun haben, da das eine ausschließlich eine Gedenkfeier aller Heiligen der katholischen Kirche darstellt, wahrend das andere nur das Gedächtnis der Toten ehrt, doch eine gewisse Verbindung gefunden, indem die Gräber gewöhnlich am Allerheiligentage geichumckt werden, wodurch auch er schon den ernsten Charakter seines Nachfolgers erhält. (nd.)
Deutsche Heldentaten.
Der Musketier Bauerek aus Klein-Görschütz, Kreis Ratibor von der 7. Kompagnie Landwehr-Jn- fanterie-Regiments Nr. 51, Meldegänger bei seinem Komoagnieführer, übermittelte mit tadellorem »chuerd alle ihm anvertrauten Befehle und Meldungen im vollsten feindlichen Trommelfeuer und erzählte dann allernal mit sichtlichem Späße von den Hindernissen, die ihm die Brummer in den Weg geworfen hätten, wie er da und dort über eine verschüttete Stelle im Graben habe springen müssen, wie er an anderen durch Trümmer völlig versperrten Grabeuterlen habe um- kehren müssen, um durch noch gangbare Gräben auf dem kürzesten Umwege zu seinem Ziele zu gelangen. Unter anderem hatte er auch einen Befehl zum Bataillon zu bringen. Die rückwärtigen Graben waren übel zugerichtet. Die zertrümmerte Grabenverschalung versperrte an vielen Stellen den Weg derart, daß der, der durchwollte, ganz aus dem 2 Meter tiefen Graben herausklettern, um das Brummerloch herum und dann wieder 2 eter hinabspringen mußte. Bauerek hatte Auftrag, nach Abgabe einer schriftlichen Meldung beim Bataillon, ans dem Rückwege, einige Handgranaten mit- nbringcu. Es war nicht weiter verwunderlich, daß er Atemito lange arrsblieb. Plötzlich meldete sich der Heine, ziemlich schwächliche B. (er ist 20 Jahre am bei reinem Kompagnieführer zurück. Mit aufgeknöpftem Rock und mit vor Anstrengung blaurotem Gesichte stellt er einen großen Sack voll Handgranaten hin. Die Gewehrgra- imten, die er in der noch freien Hand hielt, purzelten eine nach der anderen zur Erde. Die Finger versagten — am Ziele angelangt — ihren Dienst. Seine Tauchen nahe B. mit Zündern vollgepfropft. Der Schweiß rinnt ihm über das ganze Gesicht. Pustend meldet er: „Befehl ausgeführt". Es wurde ihm mit Meldegängen nun zunächst wvhlverdicrrte Ruhe gelassen. Das war ibm aber nicht etwa ein Anlaß, ultiätig auszuruhen. Ohne besonderen Auftrag beobachtete er im vollsten Artille riefeuer das Boraelände, sodaß er wiederholt gewarnt und eueraisch in Deckn na geholt werden imtüte.
Vermischtes.
Julius Stettenheim f. Kurz vor Vollendung deS 85. Lebensjahres ist in einem Lichterfelder Sanatorium Julius Stettenheim gestorben, der Altmeister unter Deuffchlands humoristischen Dichtern der in den fech- ziger Jahren die Zeitschrift „Die Wespen" gründete und desten Wrppchenbriefe unerreicht geblieben stnd.
Die Sprache wiedergesunden. Ein Hocherfreuliches Vorkommnis hat sich im Vereinslazarett in Obern- burg a. M. ereignet. Ein Lazarettinsasse namens Rich- ter aus ^chonau (Sachsen) war infolge der schweren Kampfe an der Somme stumm geworden: dieser Zu- stand dauerte ichon viele Wochen. Sonntag mittag, als der Mann zum Arzt kommen sollte, stürzte Richter die Treppe herunter und schlug sich den Kopf auf. Durch den Schrecken fand der Mann die Sprache wieder. — Ein gleiches Vorkomnmis hat sich in Aschaffenburg zugetragen. Dort erlangte ein Infanterist die Sprache infolge eines schweren Traumes wieder.
. Butterknappheit und Butterüberslutz. Wir lesen fft der „Frkf. Ztg.": Daß bei einer stärkeren Erfassung der Buttererzeugung zum Zwecke gleichmäßiger Verteilung noch viel für die allgemeine Versorgung heraus- zuholen ist, zeigt eine Mitteilung der „Zeitschrtst für dre Interessen der Margarine-Industrie". Danach Hai Bremen, das im August d. Js. noch 18 000 Pfd. Margarine erhielt, jetzt darauf verzichtet, da es von der Landesfettstelle Oldenburg mit Naturbutter in einem Um» fange versorgt wird, der den Bezug von Margarine itberflüssig macht. Die Buttererzeugung Oldenburgs war, wenn auch vielleicht nur vorübergehend, so groß, bay,anfangs September in der Stadt Oldenburg' wö- chentlrch 2%, in Delmenhorst sogar 3 Pfund auf den Kopf der Bevölkerung zur Verfügung standen. Der Ruf nach einer besseren Erfassung und gerechten Verteilung ist dabei ebenso begreiflich wie es bedauerlich ist, daß nicht schon früher für eine stärkere Befriedigung der Be- Sarfsgebiete aus Ueberschußgebieten wie diesen gesorgt worden ist.
Aus dem teden eines Goldgräbers.
Nach einem Wechselreichen Leben ist soeben Skookum Jim, einer der bekanntesten Männer Amerikas, gestorben. Es war einer der wenigen Indianer, die eine Rolle in der modernen Zivilisation gespielt haben, wenn auch nur dank einem Zufall und nicht etwa infolge besonderer Geistesgabem An einem Augustabend des Jahres 1896 geschch es nämlich, daß George Carmack, ein weißer Steuermann, der mit einer Indianerin verheiratet war, seine Zelte gemeinsam mit seinen beiden Schwägern Jookum Jim und Cultus Charlie am Rabbit-Creek in Alaska ausschlug. Während Carnack sich schlafen legte, ging Skookum Jim zum Flußbett hinunter und stöberte dort im Sande umher. Dieser Sand war, wie sich herausstellte, so stark goldhaltig, daß er auf den Eimer von 10 Cents bis zu einem Dollar Gold enthielt. Damit hatte Skookum Jim Klondyke entdeckt. Rabbit-Creek wurde in der Folge unter dem Namen „Bonanza-Creek" weltberühmt. Im Verlauf einiger Jahre gelang es Skookum Jim, für mehr als 2 Millionen Mark Gold zu graben, und bald war er der reichste Eingeborene von Alaska.
Seine Entdeckung des Goldes am Bonanza-Creek gab den Anlaß zu der unerhört raschen Entwicklung Alaskas. Schnell hatte das Goiöfteber der Alaska zu- -LüchL^gelegenen größeren Stadt, Seattle, ^ keinen zu versuchen. Jeder Dampfer, der nach Norden abging, war bis zum letzten Platz besetzt, während die einlausen- den Fahrzeuge immer neue sensationelle Nachrichten mitöradften, die die Gemüter der Menschen dem Siedepunkt nahebrachten. Während dieser Zeit war Seattle der gegebene Durchganspitnkt für die Klondyke- Millionäre dennoch weckte die Airkunst George Car- macks und Skookum Jim das größte Aufsehen. Auch für den Indianer war diese Reise eine neues Erlebnis: hatte er doch noch nie in seinem Leben eine weiße Stadt gesehen, noch die Macht des Goldes innerhalb eines zivilisierten Volksverbandes kemreu gelernt. Der Indianer bezog nun mit seiner ebenfalls rothäutigen Frau das vornehmste Hotel der Stadt. Darauf begann ein Rundgang durch die Läden der Stadt, wobei das Paar wahllos alles kaufte, was ihnen gefiel: Samt und Seide, Leinenzeug und Juwelen, konservierterr Lachs, eingemachte Früchte und Konfitüren. Skookum Jim bezahlte alles sofort mit Gold und legte niemals Einspruch gegen die fabelhaft hohen Preise ein, die man eigens für ihn machte. Doch damit begnügte sich der Goldkönig nicht. Sein Reichtum war ihm dermaßen zu Kopf gestiegen, daß er sich damit belustigte, Gold durch das Fenster auf die Straße hinunter zu werfen, weil es ihm Spaß machte, zu beobachten, wie die Menschen sich darum balgten. Jeden, der ihn besuchte, bewirtete er mit Champagner und beschenkte ihn reich.
Endlich kehrte das Paar nach Alaska zurück, wo es damit fortfuhr. das so rasch erworbene Geld auf sinnlose Weise und ohne jeden Gedanken an die Zukunft zu verschwenden, bis der Geistliche des Bezirks Skookum Jims Slngeiegenbeiten in seine Hand nabm und dafür sorgte, daß ihm wenigstens soviel verblieb, daß er auf seine alten Tage wenn auch keine großen Reichtümer nrehr, so doch das Notwendigste hatte.
Weitere Drahtnachrichten.
Munittonsmangel in Rnmänic».
w Lugano, 31. Oktober. (T. lt.) Wie der „Tecolo" meldet, behauptet die Bukarester Regierung, daß stege- nüaend Mannschaften besitzt, nur an Kanonen und Mu- nition fei Mangel eingetreten.
Russische Truppen für Rumäuieu.
»^ Amsterdam, 31. Oktober. (T. lt.) Infolge der immer lauter werdenden Klagen der itnttent'chen Presse über die schlechte Fithrung der Armeen des Vierverban- des und der Entziehung jeglicher Hilfe für Rumänien, scheint man rmmdkiieits diesem Bundesgenossen doch seinen guten Willen zeigen zu wollen. Auf dem sicherlich etwas ungewöhnlichen Wege über Rom wird dem „Daily Telegraph" gemeldet, daß nach Berichten aus Petersburg russtsche Truppen in der Dobrudscha auge« kommen seien, wodurch nunmehr Sie zahlenmäßige Stärke der russisch-rumänischen Armee nueoer Herge- stellt sei.
Schweres Stratzeuvabnungluck in BreSlau.
o-c Breslan, 81. Oktober. Ein schweres Stratzen- babnunglück ereignete sich gestern abend in , der Tanentzinstraße Ecke der Neuen Tauchenstrane. Infolge Versagens der Bremse fuhr ein Wagen der einen Vinci itt den Anbängewagen der anderen. Dieser wurde durch den Stoß umdemorfen. Von den Insassen ist eine Per- son tot, elf wurden verletzt, darunter sechs schwer.