M strategische Mission ssalkenhayns.
Qit dem kühnen Entschluß des Generals von Fal- kenhayn an der siebenbüraischen Front wird der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben: Der rumänische Vormarsch in Siebenbürgen, der bekanntlich das große Krieasziel der Verbündeten, nämlich die Gewin- nung der Straße Sofia-Konstantinopel beiseite stellte, hatte ein Schwächemoment. Die Rumänen waren, wie General von Falkenhayn erkannte, für ihre Offensive, die die ganze langgestreckte Grenze Siebenbürgens auf allen Straßen umfassen sollte, offensichtlich zu chwach. Sie hatten sich in einem schwierigen Gelände in das gefährliche Wagnis des Bewegungskrieges be- geben, dem die Truppen wie namentlich die Führung nicht gewachsen waren. Sie überschätzten ihre Kräfte und ihr eigenes militärisches Können und fanden ihren Meister in dem strategischen Genie unseres früheren Chefs des Großen Generalstabes.
Bon großem Interesse ist der Entschluß unseres bewährten Feldherrn, nachdem er nach dem Siege bei Hermannstadt über öle erste rumänische Armee zu wachen hatte. Für seine weiteren Operationen boten sich ihm drei Möglichkeiten. Er konnte sich erstens nach Westen gegen die feindliche Armeegruppe gegen Petrownn wenden. Zweitens konnte er über den Roten Turmpatz in südlicher Richtung den Krieg nach Rumänien selbst hineinspielen und drittens schließlich nach Osten sich gegen die rumänische zweite Armee wenden. Ein Angriff gegen Petrofenv hätte ohne jede Frage zu einem Erfolge geführt, jedoch nur über schwächere feindliche Mäste. Eine Unternehmung über die transsylvanischen Alpen hätte die Operationslinie Falkenbanns verlängert und ferner die Trennung von der österreichischeil Armee Arz noch weiter vergrößert und diese der Gefahr vusaesetzt, durch überlegene feindliche Angriffe zweier starker Armeen isoliert zu werden. Falkenhayn zersplitterte also nicht seine Kräfte, sondern hielt sie zusammen. Seine zielbewußte und bedachtsam energische Heerführung verzichtete aus den Glanz eines Einmarsches in die große Walachei. Er wandte sich, die strategische Lage mit Scharfblick durchschauend, mit seinen Kräften nach Osten und ließ sich so nicht zu blendenden Augen- Slicksoperationen verleiten, die vielfach in Laienkreisen erwartet wurden. Er schwenkte mit feiner Armee rechtwinklig links und marschierte nach altem Soldatenmuster auf den Kanonendonner von Fogaras zu.
Diese Operationen wurden außerordentlich kurz und meisterhaft geführt. Zwei Tage bereits nach der Entscheidungsjchlacht bei Hermannstadt stand Falken- bayn mit der Front nach Osten rechts rückwärts der österreichischen Armee Arz. In Eilmärschen beiderseits des Alt-Flusses beabsichtigte nun Falkenhayn seine Truppen m gleiche Höhe mit den Oesterreichern zu bringen und dabei den Widerstand des linken Flügels der Metten rumänischen Armee zu brechen. Mit dieser Operation ging gleichzeitig die Sicherung der südlichen Flanke der Falkenhaynschen Stoßgruppe vor sich. Je weiter sie an Raum gewann, desto länger wurde die empfindliche Linie, von der aus die Südflanke Falken- Hayns bedroht werden konnte. Generalleutnant von Kraft hielt mit seinen Bayern den Roten Turmpatz in einer Stellung nördlich des Uebrganges fest in feiner Hand und unsere Trupepn besetzten den Steilabhang des Fogaraser Gebirges. Durch den Sieg am Geister- walöe wurde es nun unserem neuesten Armeeführer möglich, das Fogaraser Gebirge zu überschreiten und in das Burtzenland einzudringen. Hiermit war der Fair"
Währenddessen hatte auch die Armee Arz den Feind vor sich hergetrieben. Heute ist Falkenhayn, der zunächst rückwärts der Armee Arz seine Operationen be- 5ann, über die Front dieser Armee weit hinausgerückt. Mfolgedeffn hat sich auch der rumänische Nordflügel zu
einem rascheren Rückgeyen gegen die Moldau entschlossen. Dem Können und dem Geschick des Generals von Falkenhayn ist es zuzuschreiven, datz die Lage in Siebenbürgen sich zu unseren Gunsten gewendet hat. Heute sind die Verteidiger auf ihrer gesamten Front zur Offensive übergegangen und haben den Rumänen mit Nachdruck eine Rückzugsrichtung aufgezwungen, die sie aus freien Stücken niemals gewählt hätten. Das von den Rumänen besetzte sievenbürgifche Gebiet wird zu-
.... ............... besetzte siebenbürgische Gebiet wird zusehends kleiner und wir können hoffen, daß bald das österreichische Land von dem treulosen Eindringling befreit sein wird. (OKM.)
Neue „GroWmvstM" an Het Sonne.
Im Ancre und Sommegebiet haben kürzlich die Westmächte ihre Angriffe auf einer Front von 45 Klm. in unverminderter Stärke wieder ausgenommen. Das Trommelfeuer ist in verschiedenen Abschnitten wenn überhaupt noch möglich, noch heftiger geworden, und auch die Tätigkeit der Infanteriewaffen, die zur Durchführung des feindlichen Angriffes eingesetzt wurden, stellt ungeheure Kraftanstrengungen unserer Feinde dar. Wieder sind es „Großkampftage" und „Riesenstöße", die unsere Truppen dort erlebten. So dauert also die gewaltige Sommeschlacht noch an. Die Hauptwucht der zahlreichen Jnfanterieangrttfe, wie des Masseneinsatzes an Artillerie brach sich an der Front von Courcelette bis zum St. Pierre-Baast-Walde. Auch bei Sailly griffen die Franzosen nach wieder vergeblichen Sturm- läufen in der Nacht nochmals an, aber die Regimenter der Generale Sixt von Arnim, von Boehn und von Garnier behaupteten sämtlich auch heute unerschüttert ihre Stellungen. Ueberall unterlag die französische Ju- sanlerie. die aus der Linie Morval bis südlich von Bouchavesnes zum Angriff vorbrach, im Nahkampf unseren Fronttruppen.
So sehen wir also, daß unsere Feinde, immer neue Kräfte auf den Kampfplatz führen, um die Niesenschlacht zu ihren Gunsten zu wenden. Sie hoffen es am aller- längsten aushalten zu können, da ihnen ja bedeutende Ueberlegenheit an Truppen und Material zur Verfügung steht. Das große „Geschäft" verlangt entsprechende „Einschüsse" Die werden auch in das Geschäft Hineingesteckt, in der Hoffnung, auf eine reiche „Dividende", die das „Geschäft", die Vernichtung der deutschen „Firma", am Schlüsse abwerfen soll. Jetzt erst tritt auch bei den Engländern die allgemeine Wehrpflicht auf dem Kampffelde selbst in Erscheinung. Auch Frankreich scheint noch nicht am Ende seiner Kräfte angelangt zu sein. Wir müssen uns stets hierbei vor Augen Halten, daß seine Kampffront doch eine verhältnismäßig sehr geringe Gesamtausbehnung hat. Trotz gliedern ist der Durchbruchsplan der Entente auch diesmal nicht gelungen, und das eigentliche Operationsziel in voriger Woche nicht erreich' worden. Am Südteile des Waldes von St. Pierre-Baast wurden den Franzosen bei früheren Angriffen erlangte Vorteile wieder entrissen. Hierbei wurden 7 Offiziere, 227 Mann gefangen genommen und mehrere Maschinengewehre eingebracht. Mit besonderer Auszeichnung fochten die Divisionen der. Generale von Treseler und Scharfenstein, sowie die Regimenter 36 und 48.
Auch südlich der Somme, wo gestern um die Zuckerfabrik von Genermont heftige Kämpfe getobt hatten, die zu unseren Gunsten entschieden wurden, lebte der Kampf um Ablaittcourt wieder auf. Sächsische Reqi- m trW-w WnMreicb vördkW von Chaulnes den Ostteil des Amboswaldes wieder in unseren Besitz. Die Summe der in diesen letzten Kämpfen gefangenen Franzosen erhöht sich auf 10 Offiziere, 600 Mann. Daß den neuen örtlichen Angriffen unserer Gegner eine entscheidende Redentuna nicht beizumesien
ist, geht auch aus ihrer eigenen Preise hervor. St schreibt eine englische Zeitung: Die bisherigen Ergebe Nisse in der dreimonatlichen Schlacht seien ungenügend, ja kläglich. Jedenfalls sei es fraglich, ob der Gewinn im richtigen Verhältnis zu den schweren Verlusten steht, mit denen er erkämpft sei. (OKM.)
Ein ernstes Urteil über Lloyd Georges Zer- schmetterungspoliLik und ihre Wirkung
Im Londoner Tagebuch der „Nation" vom 7. Oktober sagt (wie bereits durch W. T. B. auszugsweise mitgeteilt) der unter dem Pseudonym „Waysarer" schreibende Herausgeber des Blattes H. W. Massing- ham: Die Aeußerungen Lloyd Georges gegenüber dem amerikanischen Ausfrager müssen natürlich als eine Improvisation angesehen werden. Weder der Regie- rnng noch dem Staatssekretär des Auswärtiger: samt man sie anrechnen. Sie sind nach jeder Richtung reiner Lloyd George. Aber sie sind sehr unheilvoll unb bedauerlich und der ernste Tadel des „Manchester Guardian" vertritt die überwiegende Meinung der Liberalen und wohl fast aller, deren Ansichten über den Krieg über die bloßen Augenblickseindrücke des „Mannes in der Straße" hinausgehen. Wie sie eigentlich zu den Ereig- nisserr in Beziehung stehen, ist schwer zu ergründen. Die Politik kann ruckt durch den Kriegsminister einer einzigen Macht angekündigt werden, die in einem weit- verzweigten, verwickelten Bundesverhältnis steht.
Das Volk ist in fester Stimmung und bedarf keines Ansporns. Amerikanische Einmischung gibt es nicht, denn soweit ich weiß, hat kein amerikanischer StaatS- mann je auf Bermittlung angespielt, wenn und ehe nicht wir und unsere VetbandsgeSivven sie wünschen und der Zustand der Welt sie fordert (was freilich ziemlich sicher vor Ende des Krieges eintreicn wird). Man meint, Gerard bringe eine wichtige Mitteilung der deutschen Regierung nach Hause. Und wenn? Das Zusammenmllen kann ganz absichtslos erfolgt sein. Aber der Zeitvunkt ist nicht nach einem wilden Kr'eg- für-immer-Geschrei eines englischen Ministers anqe- tan. Auch kann nicht angenommen werden, daß Deutschland irgendein Friedensangebot gemacht hat, das die Regierung nicht beachten konnte. Frankreich mag einen solchen Wink, wie ihn die „New Book Tribune" verzeichnet. erhalten haben, das heißt, daß es im Falle des Abschlusses eines Sonderfriedens die Gegend von Metz und die Räumung Belgiens erlangen könne.» Wenn ja, so kann man ruhig annehmen, daß es abgelchut worden ist.
Daher haben unter Urteilsfähigen die Auslassun- gen wenig Freunde. Wer aber selbst mit dem G.d m 8t einverstanden ist, scheut doch vor der Gewöhnlichkeit der Ausdrucksweise zurück. Und ich glaube, die stärkste Kritik dieser Art kommt vom englischen Heere. Ich hörte von einem besonders dazu berufenen WldaUn sagen, daß diese leichte sportliche Redeweise, dies K assi- fizieren der Soldaten als kampflustige Hunde (game dogs) die Leute au der Front nur abstötzt. Sie wissen, daß der Krieg die Hölle ist und sehen die Stufte dieser Welt nicht wie früher. Die Auslassungen haben tatsächlich etwas von einem Widerwillen gegen diese Polisik der Extremen oder, vielleicht besser gesagt, diese Negation der Politik, die sie bedeuten, bervorgerusen und zusannnen mit dem gernäßigten Gefühl im »Heer föii= nen sie eine langsame Strönunrg der öffentlichen Mei- nicht zu fernen. Friedens Ali Beweauua tztzen. Leidenschaft ist da, aber ich entdecke eine Steigerung von Ernt und Tiefe des Gefühls, und diese imwirkliche Rhetorik reizt es, nach den verlorenen Wirklichkeiten des Lebens zu suchen.
Fortsetzung des amtlichen Teils, an Selbstverbraucher nur gegen Ablieferung des für den laufenden oder nächstfolgenden Monat gültigen, das abzugebende Waschmittel bezeichnenden Abschnitts der vom Landrat auszugebenden Seifenkarte erfolgen. Die Seifenkarte gilt unabhängig vom Orte der Ausgabe an allen Orten des Reichs.
Der Verkauf von Seife und Seifenpulver uns Brotkarte, Mahlkarte oder Zuckerkarte ist verboten.
§ 2.
Die an eine Person in einem Monat abgegebene Menge darf 50 Gramm Feinseife (Toilettenseife, Kernseife und Rasierseife) sowie 250 Gramm Seifenpulver nicht übersteigen. Bei Feinseifen, die vom Hersteller in Umhüllungen in Verkehr gebracht werden, mit Ausnahme der nach den Weisungen des Kriegsaus- schusses für pflanzliche und tierische Oele und Fette hergestellten Seife, ist das unter Einschluß der Umhüllung festgestellte Gewicht maßgebend. Bleibt der Bezug einer Person in einem Monat unter der zugelassenen Höchstmenge, so wächst der Minderbetrag der Höchstmenge des nächsten Monats nicht zu. Vom 1. November 1916 ab ist der Verkauf von Schmierseife verboten.
§ 3.
Der Landrat kann auf Antrag ausgeben:
1. a) für Aerzte, Personen, die berufsmäßig mit Krankheitserregern arbeiten, Zahnärzte, Tierärzte, Zahntechniker, Hebammen und Krankenpfleger,
b) für mit ansteckender Krankheit behaftete Personen nach entsprechender Bescheinigung seitens des Kreisarztes,
c) für Krankenhäuser aus die nach dem Jahresdurchschnitte berechnete Kopfzahl der verpflegten Kranken,
je bis zu 4 Zusatz-Leifenkarten.
2. Für unter Tag arbeitende Grubenarbeiter, in Kohlenbergwerken, für in gewerblichen Betrieben vor dem Feuer oder mit der Kohlen- beweguna ständig beschäftigte Arbeiter und für Schornsteinfeger
je bis zu 2 Zusatzseifenkarten.
8. Für Kinder im Alter bis zu 18 Monaten je eine Zusatz-Leifenkarte.
8 4.
Für technische Betriebe und Gewerbetreibende, insbesondere Waschanstalten, die weniger als 10 Arbeiter beschäftige«, kann der Landrat auf Antrag einen Ausweis ausstellen, gegen dessen Vorlegung die zur Aufrechterhaltung des Betriebes erforderliche Menge a« Waschmitteln abgegeben werden darf. Der Ver- äußerer hat die abgegebene Menge auf dem Ausweis unter Bezeichnung der Art und Wtenge, (Gewicht) mit Tinte oder Farbstempel zu vermerken.
An die übrigen technischen Betriebe und Gewerbetreibende dürfen Waschmittel nur mit Zustimmung des Kriegsausschusses für pflanzliche und tierische
Oele und Fette abgegeben werden.
Die Versorgung der Barbiere und Friseure mit Rasier- und Kopfwaschseife erfolgt durch Vermittlung des Bundes Deutscher Barbier-, Friseur- und Per- rückenmacher-Jnnungen.
§ 5.
Die Ueberlassung der Seifenkarte» und der Ausweise zum Bezüge von Waschmitteln an andere Personen als diejenigen, für die sie ausgegeben sind, sowie die Weiterveräußerung der auf Seifenkarten oder Ausweise bezogenen Waschmittel ist verboten.
§6.
Der Vertrieb von Waschmitteln, die unter Verwendung von pflanzlichen und tierischen Oelen und Fetten oder den daraus gewonnenen Oel- und Fettsäuren hergestellt sind, ist im Hausierhandel verboten.
§ 7.
Die Verwendung von Waschmitteln, die unter Verwendung von pflanzlichen und tierischen Oelen und Fetten oder daraus gewonnenen Oel- und Fettsäuren hergestellt sind, zu Putz- und Scheuerzwecken ist verboten.
§ 8.
Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit Gefängnis bis zu 3 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft.
* § 9.
Diese Verordnung tritt am 1. November 1916 in Kraft. Die den gleichen Gegenstand regelnde Verordnung des Kreisausschusses vom 2. Mai 1916 — Kreisblatt Nr. 104 — wird außer Kraft gesetzt.
Hersfeld, den 13. Oktober 1916.
Der Landrat.
J. V.: v. Hedemann, Reg.-Assessor.
HerSfeld* den 13. Oktober 1916.
Wird veröffentlicht.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher ersuche ich ortsüblich bekannt machen zu lassen, daß Seife, Seifenpulver und andere fetthaltige Waschmittel vom 1. November d. Js. nur gegen Seifenkarte abgegeben werden dürfen. Die Seifenkarten lasse ich den Ortsbehörden zur Aushändigung zugehen. Sie dürfen nur an solche Personen abgegeben werden, die innerhalb »er Gemeinde oder des GutSbezirks ihren dauernden Aufenthalt haben.
Ueber die Ausgabe der Seifenkarten ist ein Ver
zeichnis zu führen. o . ,
Tgb. Nr. i. 8102. Der Landrat.
J. B.: v. Hedemann, Reg.-Assessor.
Hersfeld, den 11. Oktober 1916.
Bei Zuwendung der Unterstützung aus der gräflich Bosenschen Stiftung ist in diesem Jahre ein katholischer Lehrer zu berücksichtigen. Anmeldungen sind an das LandratSamt hier zu
No. 1. 10291. Der Landrat. J. V.: v. H e - e m a n n, Neg.-Assesior.
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