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r Die schweren Kümpfe um Monastir.

w Budapest, 19. Oktober. (T. U.) Der Sofioter Mitarbeiter desAz Est" gibt eine zusammenfassende Meldung von den schweren Kämpfen um Monastir. Bet diesen Kämpfen litten am schwersten die Serben, die an den gefährlichsten Punkten kampften und die Hälfte ihrer reorganisierten Armee einsetzten. Monastir sei jetzt schon vollständig gesichert. Die bulgarischen Gegen­angriffe begannen am 12. Oktober und dauerten bis zum 15. Oktober. Sie führten zn einem großen Erfolge bei der Eisenbahnlinie Monastir-Lerine unö beim Cerna- Bach. Der Feind erlitt ungeheure Meufchenverluste. Die bulgarische Gegenoffensive nahm dem Feind die Hoffnung, weiter vorkommen zu können, während die Bulgaren hoffen dürfen, das verlorene Gebiet in kurzer Zeit zurück zu erobern.

Griechische Verteidigungsmaßnahmen.

w London, 19. Oktober. (T. U.) Wie der Korre­spondent derDaily Mail" vernimmt, sind auf der großen Orphano-Station an der Larissaer Bahn 16 000 Geschosse, 30 000 Kisten mit Patronen uud 40 Feldkano- nen bereitgestellt; auf zwei anderen Stationen liegen 5000 und 4000 Gewehre.

Von den türkischen Fronten.

s w> Konstantinopel, 19. Oktober. (WTB.) Der gestrige Heeresbericht meldet: Kaukasusfront: Auf dem rechten Flügel Scharmützel. Wir machten eine An­zahl Gefangener. An der Küste östlich von Kighi schoben wir unsere Stellung vor. Auf dem linken Flügel wiesen wir feindliche überraschende Angriffe durch einen Gegen­angriff zurück. Wir machten eine Anzahl Gefangene. Kein wichtiges Ereignis auf den anderen Fronten.

Die Wüstenei an der englischen Zrsnl

i Ein französisches Stimmungsbild.

Eine eindrucksvolle Schilderung des winzigen, zur grauenhaften Einöde verwandelten Stückchens franzö­sischer Erde, das die Engländer an der Somme auf Kosten beispielloser Menschenopfer und Materialver­geudung zurückerobert haben, gibt Paul Ginisty im Petit Partsien" in folgendem Stimmungsbild:

Unter Führung eines liebenswürdigen General- stabsoffiziers der britischen Armee besichtigte ich die in den jüngsten Kämpfen wiedergewonnenen Stätten. Mein Weg führte mich zunächst nach Boiselle. Wie jedes dieser kleinen Dörfer, war auch dieses von einem klei­nen Gehölz umgeben, von dem nichts mehr als abra­sierte Baumstämme übrig geblieben sind. Was die Häuser anbetrifft, die die Straßen umsäumten, so sucht man sie heute vergebens. Und so wie in Boiselle ist es überall. Wir verlassen den Hauptweg, der zu einem Morast gewandelt ist, in dem sich in ununterbrochener Folge Lebensmitteltransporte vorwärts winden, und betreten eine weitaedehnte Eröerhöhung, die von ein­getrommelten Gräben zerwühlt ist. Je weiter wir ge­hen, desto tragischer zeigt sich uns das Schlachtfeld selbst, das mit Blindgängern, Granatsplittern, Gas­flaschen übersät ist. Auf dem Gipfel eines Hügels steht, oder richtiger gesagt, stand Pozieres. Bon dem Ort ist nichts mehr vorhanden. Vergebens suchen wir die Stelle, wo die Kirche stand, an die nur noch ein Durch­einander von zerbrochenen Ziegeln und Steinen erin­nert. Die Granatexplosionen haben in die Erde eine breite Furche gerissen, in die die Trümmer der Kirche gesunken sind. Unaufhörlich donnern ringsum die Ka- WniWM MeiM« mi MM

und mühselig verflüchtigt. "

Weit hinten das unaufhörliche Kreuzen zahlrei­cher Flugzeuge, die geschickt die feindlichen Granaten vermeiden. Und auf der Straße dauert in ununter­brochener Folge der Vorüberzug der Lastautos und Fuhrwerke an, die den englischen Geschützen Munition und ihren Bedienungsmannschaten Nahrungsmittel zu­führen. Wir stolpern vorsichtig über Wege nnd klet­tern mit Aufgebot aller unserer turnerische« Künste über sich öffnende Grabeneinschnitte. So kommen wir nach Contalmaison, das von französischen Kanadiern besetzt ist. Vom grauen Horizont heben sich die Ziegel der Ruinen des Schlosses gespenstisch ab. Man hat von hier einen weitgedehnten Ueberblick über die Kampfstätte. Aber was man heute sieht, gibt sich auf allen Seiten als ein Bild der Verwüstung zu erken­nen, in dem die geschändete Erde in Gestickt von gel­ben, aus den Gräben Hervorquellenöen Schollen den Nauptton bildet. Ein Hause von Steintrümmern und ein paar Bruchstücke von Pfeilern verkörpern die Kirche. Vergeblich müht sich das geistige Auge, aus den Resten den Plan der ehemaligen Kirche wiederherzu- stellen. Von den Häusern, die sich um die Kirche dräng­ten, ist nur noch ein Brunnen stehen geblieben.

Die Kanadier sind bei ihrem Mittagsmahl und be­schäftigen sich angelegentlichst damit, Konservenbüchsen zu öffnen. Die Sache steht wie ein harmloses Picknick aus, bei dem sich die Ueberlebenöen über die Schrecken eines eben durchgemachten Erdbebens hinwegtänschen. Ich hatte immer den heißen Wunsch/ sagt der eine, mit vollen Backen kauend,Frankreich zu besuchen. Nun ist mein Wunsch endlich erfüllt, aber freilich an­ders, als ich dachte." Auch die viel besprochenenTanks" (Panzerantonrobtle) habe ich gefeven, hüte mich aber wohlweislich zu verraten, wo. Ein Unteroffizier, der an einemRaid" dieser Ungeheuer teilgenommen hatte, erklärt mir mit lachendem Munde die besonderen Ge­fahren, denen die Besatzung dieser Tanks auf der Reise ausgesetzt ist. Er spricht, als handle es sich um einen neuen Sport und eine neue Nervensensation.

Noch ein unvergeßlicher Eindruck bietet sich mir im Bois des Fourneaux. Der Ausdruck Wald ist auch hier ein Euphemismus. Er wird durch Stämme dar­gestellt, die einen Meter über dem Erdboden abgeschla­gen sind. Ein wahres Wunder, wenn einmal ein ein­zelner Zweig dem Hagel entgangen ist. Unten im Tal schwirren und zwitschern Lerchen, die für all das Grauen augenscheinlich nicht das geringste Verständnis haben. Drüben in Montauban sind zwei Häuser noch fit leidlichem Zustande vorhanden, während auch hier die Kirche nur noch durch einen Steinhaufen bezeichnet wird, in dem man die Reste des Gotteshauses auch mtr daran erkennt, daß sie von einem Kirchhof umgeben sind. Die Gräber sind von Granaten bloßgelegt, und man sieht auf dem Boden die eingesunkenen Särge, während Grabsteine, Gitter und Kreuze der Gräber zu Staub zermalmt sind. Aber am Rande des Weges liegt heil und unversehrt die Kirchenglocke, auf der man noch das Datum erkennt, nach dem sie im Jahre 1848 umgegossen wurde."

Kriegsakerlei.

33 Millionen tägliche russische Kriegskosten.

Nach dem LondonerEcvuonüst" betragen die rus- sischen Kriegskosten 33 Millionen Rubel pro Tag. Wäh- renb ^S ersten Kriegsjahres bezifferten sie sich auf etwa 1,675,000 Pfund Sterling täglich. Sie haben sich also verdoppelt und steigern sich weiter.

Ein Tagesbefehl des rumänischen KöNigS.

Von der russischen Grenze wird gemeldet: Der König von Rumänien richtete an die rumänische Armee einen Tagesbefehl, in dem er u. a. auf die Notwendig­keit hinweist, gegen einen Feind, deralle Gesetze der Kultur und Zivilisation gebrochen habe und vor keiner Greueltat zurückschreckt" unerbittlich vorzugehen. Der Feind wird der verdienten Strafe nicht entgehen.

Was für Begriffe doch unsere Feinde von Kultur und Zivilisation haben!

Feindliche Fliegerverluste bei der Streife nstch Süddeutschland.

Nach demEcho de Paris" ist der amerikanische Flieger Norman Prince, einer der Teilnehmer am letz­ten Streifflug nach Oberndorf, seiner schweren Ver­letzung durch ein deutsches Geschoß erlegen. Der Flie­ger Marcel Poinson wurde im Luftkampfe getötet. Nach demPetit Parisien" wurden anch die amerika­nischen Flieger Chapman und Rockwell, ebenfalls Teil­nehmer am Streiffluge nach Oberndorf, getötet.

Politische Rundschau.

Bethmann und Jagow im Hauptquartier. Der Reichskanzler v. Bethmann Hollwrg und der Staats­sekretär des Auswärtigen Amtes v. Jagow befinden sich lautVoss. Ztg." zur Zeit im großen Hauptquartier. Sie kehren in einigen Tagen nach Berlin zurück.

In der Aussprache über die Zensurfrage im Hanpt- ausschutz des Reichstags ging am Mittwoch ein konser­vativer Redner auf Beschwerden wegen der Haltung derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" in der Frage der Kriegsziele ein. Staatssekretär Helfferich wies den Vorwurf zurück, als ob insbesondere dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" mit zweierlei Maß messe und jede kritische Äußerung als persönlichen Angriff auf die Reichsleitung ansehe. Schließlich wurde der national­liberale Jnitiativgesetzentwurf Wer die Zensur demsel­ben Ausschutz überwiesen, dem der nationalliberale Jnitiativgesetzentwurf über die Schutzhaft überwiesen worden ist.

Deutschlands Antwort an Norwegen. Die deutsche Regierung hat in Christiania ihre Antwort auf die Erklärungen der norwegischen Regierung über die Führung des deutschen Unterseebootskrieges überrei­chen lassen. Die Note hebt hervor, daß es unrichtig sei, daß sich die deutschen Seestreitkräfte die Versenkung Bannware fiihrender Schiffe zur Regel machten, viel­mehr werde in allen Fällen, in denen die Ausbringung möglich sei, diese durchgesührt. Daß andererseits deutsche Uboote in fernliegendem Kriegsgebiet, sich häu­figer gezwungen sehen, Schiffe mit Bannware zu ver­senken, als das bei den englischen Seestreitkrästen der Fall sei, sei eine einfache Folge der allgemeinen Tee­kriegslage. Die Note betont, daß nicht Deutschland, sondern England mit der Erweiterung der Bannwaren- liste den Anfang gemacht habe. Die Behauptung in norwegischen Zeitungen, die englische sogenannte Blockade sei nur die Antwort auf den deutschen Uboot- Krieg, sei unrichtig. Die deutschen Uboote hätten im­mer in Uebereinstimmung mit ihren Anweisungen die norwegische Flagge und die norwegischen Hoheitsrechte geachtet.

Das gegen das Erscheinen des Vorwärts ergan- gene Verbot des Oberkomumndos ist nun aufgehoben worden. Wie.der sozialdemoLratlsche ParteivorstauL über den Inhalt des Vorwärts zu entscheiden. Dadurch sollen Verstöße gegen die Zensurvorschriften verhütet werden.

Neue englische Geheimliste». Wie nach derFrkft. Ztg." aus zuverlässiger Quelle verlautet, wird die eng­lische Regierung den Schwierigkeiten, die sich aus dem Proteste der neutralen Länder wegen derSchwarzen Liste" ergeben, dadurch zu entgehen versuchen, daß eine sogenannte Geheimliste für den Handel in Europa ein­geführt wird. Die Namen von Firmen oder Personen, die auf dieser Liste vorkommen werden nicht veröffent­licht. sind Wer den englischen Kontrollstationen zur Be- aussichtigung des Schiffahrts- und Exportverkehrs be­kannt. damit Waren von solchen Firmen nicht weiter befördert werden.

Verstärkung der spanischen Heeresmacht. DieFrkf. Ztg." meldet aus Madrid: Der frühere Kriegsminister General Lugue verfocht im Senat die Forderung, Spa­niens Heeresmacht müsse 1 Million Mann betragen, anstatt der 600 000 der Regierungsvorlage. Der Kriegs­minister erklärte sich einverstanden. Der Berichter­statter des BudapesterAz Est" meldet lautKöln. Ztg." aus Madrid, der Vierverband habe von Spanien den Hafen von Mahon auf der Insel Minorka als Stützpunkt zum Schutze gegen deutsche Unterseeboote verlangt.

Sie mistigsten Bestimmungen über öie Betfotgnngsrnifptüdie und ihre Gellenb- madjung.

1. Allgemeine Bersorgnngsgevüyrnisse.

Alle Unteroffiziere und Gemeinen sowie das auf dem Kriegsschauplatz verwendete Personal der frei­willigen Krankenpflege haben Anspruch auf Militär- rente, wenn und solange ihre Erwerbsunsähigkeit in­folge einer Dienstveschädigung aufgehoben oder um mindestens 10 vom Hundert gemindert ist.

Die Rente beträgt bei völliger Erwerbsunfähigkeit für Feldwebel und Bizefelöwebel 900, Sergeanten 720, Unteroffiziere 600 und Gemeine (auch Gefreite) 540 Mark jährlich in monatlich im voraus zahlbaren, auf 5 Pfennig abgerundeten Beträgen. Der Dienstgrad, dessen Gebührnisse zuletzt bezogen worden sind, ist matz- gebend. Mi teilweiser Erwerbsunfähigkeit wird der in Hundertstel anszndrückende Teil der Vollrente gc- währt. Danach kann sich jeder seine Rente selber aus- rechnen, sobald ihm der Grad der Erwerbsunfähigkeit mitgeteilt wird. Das Geringste zum Beispiel, was ein Gemeiner bekommen kann, sind also 10 Hundertstel von 540 Mark 54 Mark jährlich. Die Schützungsarade steigen dann mit je 5 wo oder 12». Es erhöht sich daher der Remenbetrag ebenfalls um je = w der Vollrente, also für den Gemeinen um 27 Mark VI« von 540 Mark.) Der nächste Schätzungsgrad nach dem niedrigsten wäre 15 vom Hundert Erwerbsunfähigkeit; hierbei würde also der Gemeine 54 + 27 Mark 81 Mark jährlich erhalten.

Einem Gemeinen wirb beispielsweise mitgeteilt, man habe seine Erwerbsunfähigkeit auf 45 vom Hun­dert geschützt. Diese Stufe liegt mit 85 wo oder um 7 mal "M über der niedrigsten. Er muß also 7+ der Vollrente oder um 7 mal 27 = 189 Mark mehr Be kommen als auf der niedrigsten Stufe, 54 + 189 - 24 Mark jährlich. Ein Unteroffizier soll 60 vom Hunde: Erwerbsunfähigkeit besitzen. '" - von 600 Mark ü

60 Mark, X, von 600 sind SS Mark. *M liegen um 1,0Aoo über der Anfangsstufe oder um 10+, ober um 300 Mark. Mithin erhält der Unteroffizier 60 + 300 = 360 Mark jährlich.

Zwischen die erwähnten um je '/«» steigenden Stu­fen sind zwei besondere Stufen eingeschoben: die für 14 oder 33+ vom Hundert und die für % oder 66% vom Hundert der Erwerbsunfähigkeit. Die erstere Stufe würde für den Gemeinen % von 540 oder 180, die zwecks % von 540 oder 360 Mark jährlich ergeben.

Bei Feststellung einer Gesundheitsstörung bei der Entlassung entscheidet die Heeresverwaltung unter Ausschluß des Rechtsweges, ob nur eine Dienstbeschä« digung oder eine Kriegsdienftdeschädigung vorliegt. Im erstern Falle erhält der Betreffende nur die RenL in zweiten noch die im voraus zahlbare Krtegszulage von 15 Mark monatlich. Hat der Betreffende die Be­schädigung beim Luftdienst zwischen Abflug und Lan­dung erlitten, so erhält er statt der Kriegszulage eins Luftdienstzulage von gleicher Höhe.

Wer infolge einer Dienstbeschädigung oder Kriegs- dtenstbeschädigung eine Hand oder einen Fuß oder die Sprache oder das Gehör auf beiden Ohren verliert, er­hält neben den übrigen Gebührnissen eine Verstttmme- kungszulage von je 27 Mark, bei Verlust oder Erblckr- dung beider Augen von 54 Mark monatlich. Bei Ver­lust von Hand ober Fuß oder beider Augen bleiben Kriegszulage, Luftdienstzulage, Verstümmelungszu- lage lebenslänglich zahlbar. Die Rente ist hierbei zwar nach dem jeweiligen Grad der Erwerbsfähigkeit ver­änderlich, kann Wer nie gänzlich wegfallen. Verlust eines oder einiger Finger oder einzelner Zehen gilt nicht als Verstümmelung. Eine Bersttimmelungszu- lage von 27 Mark kann außerdem bewilligt werden: bei Störung der Gebrauchsfähigkeit einer Hand, eines Armes oder Fußes oder Beines, wenn die Störung dem Verlust gleichgeachtet wird, bei Erblindung oder Verlust eines Auges im FWe nicht völliger Gebrauchs­fähigkeit des andern, das beißt, wenn die Sehfähigkeit dieses um mindestens die Hälfte gemindert ist, bei schwe­ren Gesundheitsstörungen, wenn sie fremde Pflege oder Wartung nötig machen, bei Geisteskrankheck. Bei schwerem Siechtum (dauerndem Krankenlager) und bei Geisteskrankheiten zur Deckung der Anstaltskosten kann die Zulage, wenn der Betreffende nur einfache Ver­stümmelungszulage erhält, auf 54 Mark erhöht werden.

(Schluß folgt.)

Vermischtes.

Die Goldspenden der Kronprinzesfin und ihres Hof, staates. In der Goldankaufstelle des preußischen Ab- aeordnetenhauses zu Berlin erschien am Gedenktage der Völkerschlacht bei Leipzig der Kammerherr der Kron­prinzessin und überbrachte in deren Auftrag eine große Einzahl Goldühnuicksachen, darunter Armbänder, Ketten und Broschen. Auch die Damen ihres Hofstaates legten ihre Schmncksachen auf dem Altar des Vaterlandes nieder.

Ein nettes Gefängnis. Eines Gefängnisses, das nicht ganz seinen Zweck erfüllt, scheint sich das Städt­chen Lichtenfels zu erfreuen. Der Gefängniswärter Johann Fischer mußte dieser Tage vor der Strafkammer Bamberg erscheinen, und zwar unter der Anklage des Vergehens im Auto, rveil er einen Gefangenen hatte

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füngnistür mit einem Dietrich geöffnet hacke. Zugleich bekundeten aber Zeugen, daß er das gar nicht nötig ge­habt hätte, denn der Riegel des Gefängnistores lasse sich sehr leicht zurückschieben; ein Gendarm wollte das sogar mit dem Nagel seines Daumens fertig gebracht haben. Der Vertreter der Anklage kritisierte diese merk­würdigen Verhälcklisse im Lichtenfelser Gefängnis den Worten: Dieses Gefängnis scheint ja die reinste Be­freiungshalle zu sein! Unter den obwaltenden Umstän­den hielt der Gerichtshof eine Schuld des Angeklagten nicht für vorliegend und sprach ihn daher frei.

EinLangsamkeitsstreik" Londoner Eisenbahnar, beiter. DieDaily Mail" teilt lautB. T." mit, daß wegen der nicht sofort erfolgten Wiederanstellung dreier Fuhrknechte, die wegen Diebstahls verurteckt waren, 2000 im Zentralgüterbahnhof der Great Western Railway angestellte Arbeiter einenLangsamkeitsstreik" begonnen haben, der die ganze Lebensmittelzusuür Londons labm- legt. Ungeheure Züge mit leicht verderblichen Sachen müssen ausgeladen werden, da der Inhalt unaenießbar geworden ist. Der tägliche Verlust beträgt wahrschein­lich schon seit Sonnabend über eine halbe Milliorr. Der Streik dehnt sich weiter aus. Der Führer der Eisen- bahngewerkschackler, Abgeordneter Thomas weigert sich, Angaben über die Lage zu machen.

Im Alter von 117 Javren starb in Wlozlawek (Russisch-Polen) der Einwohner Anton Dnlewski. Seine Geburtsurkunde ist noch vorhanden, ebenso die Eintragung im Kirchenbuche aus dem Jabre 1799.

Weitere Drahtnachrichten.

Die britische Antwort eineUnverschämtheit."

Amsterdam, 19. Oktober. (T. U.) Nach Mel­dungen aus Washington hat die Anckoortnote des Vier­verbandes bezüglich Behandlung der Post auf neutralen Danipsern einen sehr schlechten Eindruck gemacht. Die Otewnorf World" nennt die bricksch-französtiche Ant­wort dem Geiste wie dem Worte nach, ausweichend und unverschämt. Das Blatt sagt u. a.: Die Be- schiverde, die Amerika zum Protest veranlaßte, wird als begründet eingestanden, aber man beantwortet sie mit einer Ausrede, die noch schlimmer ist als das ursprüng­liche Unrecht.

Zusammenkunft zwischen dem Zaren und dem König von Rumänien?

<-^ Wien, 19. Oktober. (T. U.) DieZeck" meldet lautDtsch. Tgztg." aus Lugano- Nach einerSecolo". Meldung aus Rom soll Semnädift eine Zusammenkunft zwischen dem russischen Zaren und dem König von Ru- rnänien stattsinden, bei der auch der gesamte russische und rumänische Generalstab anwesend sein wird.

Handel und Verkehr.

Zweieinhalb Milliarde» Gold in der ReickSbank. Der Goldbestand der Reichsbank hat in der Zeit vom 7. biS 14. Oktober um 8,29 Millionen Mark »»genommen nud belauft sich nunmehr aus 2+01,22 Mark. Damit ist jetzt zum ersten State der Goldvorrat der Reichs­bank auf über + Milliarden Mark gestiegen. Diese Vermehrung des Goldvorrats ist durch die Kit Kriegs- eginn ununterbrochen eingetretenen GoldzuMiffe er» eicht worden, deren Wirkung um so bemerkenswerter 't, als im Laufe des Krieges erhebliche Beträge an Gold vecks Begleichnng unseres Warenimoortuorrschusses h das Ausland WaeMtzrt weihen mMcm