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New York Times" vom V. August aus Norfolk iWr- vinia) melden, waren zu diesem Zweck sogar Untersee­boote aufgeboten worden. Das englische Mutterschiff für Unterseeboote,Adtmant", unternahm zur Zeit des Auslaufens derDeutschland" aus Baltimore in Be­gleitung von zwei U-Booten der iz-Klasse mehrtägige Kreuzfahrten an der virginischen Küste. Die beiden englischen Tauchboote sollen kleineren Typs gewesen und entweder in Halifax oder auf den Bermudas-In­seln stationiert gewesen sein.

Krieksallerlei.

Eine schwedische Abordnung «ach England?

Berlingske Tidende" meldet aus Stockholm: Wie mit Bestimmtheit verlautet, beabsichtigt die schwedische Regierung eine Abordnung, bestehend aus drei Vertre­tern der wichtigsten Erwerbszweige Schwedens, nach England zu senden, um über die Regelung der Han­delsschwierigkeiten zu verhandeln, die infolge der eng­lischen Blockade entstanden sind.

Ubootweisheiten eiues holländische« Blattes.

Die AmsterdamerTijd" will von deutscher'Seite erfahren haben (?), daß das Auftreten der deutschen Unterseeboote auf dem Seeweg nach den amerikanischen Häfen darauf zurückzuführen fei, daß die Deutschen über unterseeische Vorratsschiffe verfügen, die zu be- sttmmter Stunde an vorher vereinbarten Stellen mit­ten in der See die Kampfunterseeboote mit allem Nö­tigen versehen.

Vollständige Einstellung des norwegischen Schiffs­verkehrs im nördlichen Eismeer.

DieK. Z." meldet aus Christiania: WieAftett- post" erfährt, hat die Tätigkeit der deutschen U-Boote im nördlichen Eismeer die vollständige Einstellung des norwegischen Schiffsverkehrs in diesem Fahrwasser be­wirkt, da sämtliche in nordnorwegischen Häfen noch lie­gende, nach russischen Häfen des Eismeers bestimmte etwa 8 norwegische Dampfer von ihren Reedereien die Weisung erhielten, nicht auszulaufen.

Die Opfer der versenktenGallia".

Nach einem von der Zensur fast gänzlich zusam- mengestrichenen Bericht desTemps" über die Versen­kung des französischen TransportdampsersGallia" ist die Zahl der Opfer weit größer, als der amtliche Be­richt angegeben hat. DemTemps" zufolge traf der feindliche Torpedo den Hilfskreuzer in der Nähe der Munitionskammer, die explodierte, wobei viele Männer getötet und andere so schwer verwundet wurden, daß ihre Rettung unmöglich war.

Die Aussprache der Parteien.

Ein Nachwort derNorddeutschen".

DieNordö. Allgem. Ztg." schreibt: In einer sieben- Ken Sitzung hat der Reichstag am Mittwoch aus cgen vertraulichen Beratungen seines Ausschusses das Fazit gezogen. Es ist von keiner Seite ein Hehl daraus gemacht worden, daß in der Hauptfrage, die den Ausschutz beschäftigt hat, die Meinungen nicht ausge­glichen worden sind. Das Land wird aber aus dem Ge- samtverlanfe der gestrigen Verhandlungen die Zuver­sicht entnehmen, daß vorhandene sachliche Differenzen die Einigkeit und Kampfkraft in keiner Weise schwächen können. Ueberall war der Wille vorherrschend, erneut die Gedanken hinzuleiten auf das Eine, was heute not ist: fest zusammenzustehen bis zum sieg- sMGMMWWWMMWW

Auch die gewaltigen Aufgaben, die nach dem Frie-

Auch _---............. ..... den an uns Herantreten werden, sind von verschiedenen Seiten erörtert worden. Als einmütige Meinung des Reichstages darf festgestellt werden, datz wir keine der Kräfte, die sich im Kriege so herrlich offenbart haben, brach liegen lassen dürfen. Wenn auch unerfreuliche Erscheinungen nicht unbesprochen blieben, so lätzt sich doch sagen, datz diese Dinge im großen und ganzen mit Matz behandelt worden sind. Es schien die Stimmung .zu herrschen, daß wir dies Kapitel endlich und endgiltig abschließen sollten.

Das feindliche Ausland hat sich nach den aufgeregten Artikeln seiner Presse zu urteilen, von der Hauptver- Handlung ein Fest erwartet. Es wird enttäuscht sein. Von keiner Seite ist auch dies wollen wir noch be- toiten Schönfärberei getrieben worden. Niemand hat dem Ernste der Zeit, den wir alle kennen und würdigen, nicht offen ins Äuge geblickt. Daß dies mit dem feste­sten Vertrauen zum Siege unserer guten «ache gcicheheu konnte, dafür danken wir unsern Kämpfern zu Lande und zur See. Wo ihrer die Redner ge­dachten, klang hell und stark der Beifall aus allen

Bänken._______

Koloniales Heldentum.

Von Dr. Karstedt, Berlin Steglitz.

Unvergessen sollte in Deutschland das Heldentum bleiben, das sich drüben in unseren Kolonren gezeigt hat. Dell paar Deutschen, denen in Afrika das Schicksal zufiel, gegen die zahlose Uebermacht das neue Deutsch­land zu verteidigen, ist eine Aufgabe zuteil geworden, die gleichzeitig schwer und tief tragisch ist. Von der Hei- mat abgeschnitten, standen sie von vornherein auf ver­lorenem Posten, nur von der Hoffnung beseelt, daß ein baldiger Frieden ihnen ermöglichen würde, mit den knappen Bcrteidtgnngsmitteln auszukommen und die deutsche Flagge nicht vollends streichen zu müssen. Man muß wissen, in welchem Maß die afrikanische Natur mit ihren schweren gesundheitlichen Gefahren, ihren voll keinen Wegen durchschnittenen Sümpfen, ihren Fiebern usw. scholl in Friedenszeiten die Kräfte des Weißen zerreibt, um ermessen zu können, welches Hel­dentum, welche ««brechbare Kraft dazu gehört, unter solchen Umständen lloch die Widerstandsfähigkeit ent- rvtckeln zu können, die unsere Leute in Südwest, in Kamerun und in Ostafrika gezeigt haben und noch zei- gen. Nicht nur von des Feindes Wallen droht ihnen die Gefahr, in jedem Schluck schlechten nnö dürftigen Wassers sitzt sie, in der Frage: ist noch Chinin vorhan- den, langen die Medikamente noch, nne viele Tagemär- sche, lange und mühselige unter brennender Tropen- sonne, sind es noch bis zum Arzt? Der Tod ist ihnen Weggenosse bei Tag und Nacht auch hinter der Front und weit von ihr ab, im einsamen Zelt und auf dem Marsch im Busch lauert er auf sie, täglich, stündlich. Und ihr Heldentum bleibt ungebrochen!

Für sie existiert keine Heimat, die ihnen mit Lie­besgaben und Urlaub immer wieder ins Gedächtnis ruft: Wir sorgen für euch, wie ihr für uns sorgt! und das Schlimmste von allem: sie wissen nicht, wie es da­heim auSsieht. Alle haben sie Verwandte nnö Freunde im fernen Europa, von denen sie nun wie durch Ewig- keiten getrennt sind. Nur die lügnerischen feindlichen Berichte haben sie noch eine Zeitlang ereicht, und dann sank die dunkle Nacht herab, die durch feinen Hoff­nungsstrahl erleuchtet würde. War das Reich Won zek-

nungsstrahl er)

Magen, waren sie Die regten, Die noch hoffnungslos für die Ehre der deutschen Farben fochten? Keine Ant­wort, nur der Augenblick fordert seine Rechte, und das hieß Häufig nichts anderes als zurück und immer wie­der zurück. Aus Südwest wissen wir es aus den Schil­derungen von Cissy Willich, wie der letzte noch brauch­bare Funkenturm ununterbrochen seine flehenden, angstvollen Rufe heraussandte:Gebt langsam vor 8 Uhr gebt langsam!" Immer in der Hoffnung, doch noch einmal von dem fernen Turm bei Berlin gehört und verstanden zu werden und die Nachricht zu empfan­gen:Genug des Mühens!" Stumpfe Resignation löste endlich die gewaltige Spannung aus, und nun hieß es das Ende, das bittere aber unvermeidbare, ab­warten.

Und das Schicksal geht seinen Lauf! Die langen sckweren Wochen haben sich zu Monaten gereiht. Ein­mal muß doch der Krieg zu Ende gehen! Und aus den Monaten werden Jahre! Umstellt und von allen Sei­ten gehetzt, unter Mangel an dem gerade in den Tro­pen Notwendigsten leidend, ohne Hoffnungsschimmer, daß ein gutes Glück dem Krieg ein Ende macht, bevor das Bitterste kommt, die Waffenstreckung vor dem Gegner, der es in schamloser und rasseverräterischer Weise fertiggebracht hat, aus Weißen, aus Deutschen, ein Jagdobjekt für Schwarze zu machen: Unter diesen Umständen den Mut nicht verlieren und trotz allem die Fahne hoch halten, das ist eine Tat, für die wir, um einen Vergleich zu finden, lange in der Geschichte suchen müssen. Wer sie auch sein mögen, sie alle, die dort unten in Ostafrika noch immer wieder die Kraft finden, dem Gegner die Zähne zu zeigen und sich den Maschen des Netzes zu entziehen, das er schon mehrfach über sie geworfen hat, ob sie in der Trirppe sümpfen, ob sie als Beamte die Aufgabe haben, für die Sicher­heit von Frauen und Kindern hinter der Front zu sorgen: sie haben sich als Edelmetall im besten Sinne des Worts erwiesen.

, Von unseren Truppen an der heimischen Front ist io oft das Wort gebraucht worden:Mit denen bauen wir unzerstörbare Mauern." Die Menschen aber, die in unseren Kolonien gegen eine Welt von Feinden und gegen eine tückische und gefahrenreiche Natur das Un­mögliche möglich gemacht haben, die haben uns den Be­weis dafür erbracht, daß es für uns auf dem Weg zum Weltvolk, auf dem Weg zum Bau des zukünftigen größeren Deutschlands in Uebersee kein Hindernis mehr gibt. Mag England noch so sehr auf sein historisches Recht zur Weltbeherrschung pochen: vor der Kraft, die sich in unseren Kolonien gezeigt hat. hat nicht das Gestern den Daseinsanspruch, sondern nur das Heute und Morgen! Und mag auch die letzte Kolonie, Ost- afrika, zur endlichen Beute des Feindes werden: das dann einsetzende Jubelgeheul kann uns kühl lassen. Gegenüber der in unserem Kolonialöentsckftum stecken­den Kraft stellt der vorübergehende Verlust der Ko­lonien nur eine Episode dar, über die wir hinweqkom- men werden. Trotz allem! (OKM.)

Vermischtes.

Für 7000 Mark städtische Heringe verdorve«. Ueber verdorbene städtische Heringe machten sich in Spandau in der letzten Zeit Klagen laut. Der dortige Magistrat hatte seinen Heringsbedarf bei einem Stettiner Groß­händler eingedeckt und war bisher auch mit guter Ware bedient worden. Als die letzte Sendung im Um­fange von 126 Tonnen eintraf, wurden bald Klagen ^l^ , MMWW'.......... ....... Tonnen, das einen Wert von etwa 7000 Mark hatte, für den menschlichen Genuß untauglich geworden war und nur noch als Futtermittel verwendet werden konnte.

Tenernng in Amerika. Nach einem Bericht aus Neuyork sind die Preise für Kleider, Nahrung, Möbel usw. in den Bereinigten Staaten während des letzten Jahres um 30 Prozent und während des Krieges iiber- haupt um 50 Prozent gestiegen. Es herrschte allge­meine Unzufriedenheit über diese gewaltige Steigerung an Lebensmittelpreisen, namentlich mit Rücksicht auf die großen Gewinne, die jetzt im Gewerbsleben der Vereinigten Staaten gemacht werden. Wenn man die Löhne in der Kriegsindustrie unberücksichtigt läßt, so sind die Löhne im allgemeinen weit hinter der Preis­steigerung zurückgeblieben, weshalb man von einer ab­soluten Verarmung sprechen muß. Hieraus ist denn auch die Unzufriedenheit und Unruhe in verschiedenen Arbeitskreisen zu erklären. Am schlimmsten ist die Lage derjenigen, welche von festen Gehältern leben müssen. Das Drängen der Bevölkerung, die Regie­rung zu zwingen, sich der sozialen Gesetzgebung ener­gisch anzunehmen, und vor allem in die Festsetzung der Lebensmittelpreise einzugreifen, wird von Tag zu Tag größer.

DaS Nairlucket-Feuerschiff. Es ist, nächst dem Eng­lischen Kanal, eine der befahrendsten Straßen des See­verkehrs, jene Gegend südlich vom Nantucket-Feuer- schiff, wo jetzt die deutschen U-Boote zum Schrecken der Munilioustransportdampfer aufgetaucht sind. Hier, 25 Seemeilen von der Küste des Staates Massachusetts entfernt, führen die großen transatlantischen Dampfer- routen vorüber; Hier ist die Hochstraße des Ozeans, und in Friedenszeiten zog unablässig eine Rauchfahne nach der anderen in diesen Gewässern ihre Bahn. Wenn die Europadampfer die Neufundlandbrücke mit ihren dichten Nebeln und ihrer selbst oft im Sommer empfind­lichen Kälte hinter sich haben, wenn im Bereich nmr= mer Südströmungen der Himmel sich wieder aufhettert, die Sonne sich in den Fluten des Atlantik widerspiegeft, dann kommt der letzte Teil der Ozeanüberquerung, und als erstes Wahrzeichen der Neuen Welt leuchtet den Dampfern bei Nacht das Licht des Nantucket-Feuer- schiffs. Die Insel Nantucket ist als viel aufgesuchte Soutmerfrische ödr Neuyorker und Bostouer während der warmen Jahreszeit sehr belebt. Dann ziehen die verwöhnten amerikanischen Großstädter nickst nur in die Hotels und Logierhäuser; sie bevölkern auch die Beynusungen der Fischerbevölkerung, und es gehört zu den Zerstreuungen der Sommerfrischler, von Nantucket mit scharfem Glase am Horizont Ausschau nach den Ozeanriesen zu halten, die südlich der Insel ihrem Kurs solgen. Auf den Dampfern selbst aber ist das Erscheinen des Nantucket-Feuerschiffs das Zeichen des bald bevorstehenden Endes der Ueberfahrt. Das letzte gemeinsame Mahl im großen Speisesaal vereinigt noch einmal die ganze Reisegesellschaft vor der Einfahrt in den Neuyorker Hafen, als dessen gewaltiges Wahr­zeichen sich schon von weitem die Freiheitsstatue über die Wogen emporreckt.

Heiteres vom Tage. Ein Hauswirt trifft einen seiner Mieter, der vom Felde aus beurlaubt ist, auf dem Treppenflur Er knüpft ein Gespräch an und fragt ihn unter anderem, welche moralische Wirkung das 2t r- tmeriefeuer auf den Menschen ausübe.Na," sagt der Urlauber,wenn hier fv'n Krach wäre, würden sich Ihre sämtlichen Mieter beschweren." iSwwlÄisimnSck

Born reden aus einem Kriegsschiffe

berichtet in überaus anschaulicher Weise ein Aufsatz in Oktoberheft von Velhagen & Klasings Monatsheften Es ist stockdunkle Nacht, heißt es da, man kann die W nicht vor Augen sehen. Hundewache! Ob die Wache von 12 bis 4 Uhr morgens den schönen Namen Hunde- wache führt, weil man zu dieser Zeit keinen Hund ins Freie treiben würde, ist schwer zu sagen. Jedenfalls ist Hundewache kein Vergnügen. An Deck kein Licht, nicht einmal ein gedämpfter Lichtschein, der tastende Fuß stößt an zahlreiche Ecken, Kanten und Bolzen,' alles aus Eisen und Harter als die eigenen Schienbeine. Einzelne ganz schwache Lichtpünktchen, klein wie die Glühwürm­chen in der lauen «ommernacht werden sichtbar,- fürs Auge geben sie ,o wenig Anhalt, daß man sich in dieser Finsternis Bester mit der Nase zurechtfindet, zumal die nöroaeö leuchtenden Pünktchen von deckellosen kurzen Tabakspreifen und einzelnen Liebesgaben-Zigarren her- rühren. Zu jedem Pünktchen gehört demnach ein Mensch.

Doch wozu hat man eigentlich seine elektrische Ta- Ichenlampe bei 'ich, doch nicht, um im Dunkel herum­tappend, sich dauernd zu stoßen und zu stolpern. Das ge,chulte Auge hat bei einem einzigen Aufblitzen sofort em ganzes Bild erschaut: zahlreiche, in dicke, schwere Wachmantel gehüllte Gestalten standen an allen Plätzen, die einen einigermaßen freien Ausblick auf die See ge­wahren: um die Geschütze herum bemerkte man eure dunkle, schwere Masse, nicht unähnlich durcheinander ge­wordenen Kartoffelsäcken, die im Augenblick des Auf- blitzens der Taschenlampe sich polypenartig bewegte und am Geschütz aufrichtete, sofort klar zum Feuern, klar zur Abwehr gegen einen vermuteten Feind. Die Nacht ist bekanntlich znm Schlafen da, und wenn man durch­aus wachbleiben will, so soll man es sich wenigstens so gemütlich wie möglich machen. Leider ist hiervon aber auch keine Spur zu bemerken. Auf der Brücke, auf Oberdeck, im ganzen Schiff ist alles denkbar ungemütlich. Oben ist es zugig und bitter kalt, der lange Wachmantel schützt nur eine gewisse Zeit. Wenn der Wind um die eisernen Ecken und Kanten der Ausbauten in alle Winkel pfeift, dann halten auf die Dauer weder der Wachmantel iioch der dickste Liebesgabenschal warm. Nur ganz dicht an den Schornsteinen es einigermaßen mollig. Unter Deck dagegen ist eine Luft zum Ersticken.

Das Schiff ist abgeblendet, d. h. nach außen licht- uttd luftdicht verichlossen. Kessel und Maschinen strömen eine oldustende Brathich ~ ~" * --------- übrigens im Kriege ande_______. _______ wohnlichen, gemütlichen Einrichtungen sind verschwun­den, kein Blld, kein hölzerner Gegenstand schmücken mehr eine Kammer oder einen Wohnraum. Tische, Stühle, alles ist aus Eisen. Die Sitzplätze der Mann- Kfmft sind eingeschränkt, nichts darf vorhanden sein, was die Brandwirkung und Splitterwirkung feindlicher Ge­schosse erhöhen sonnte. Kleiderschränke sind nicht vor­handen, die Mannschaft hat ihr Zeug in Säcken, die unter Schutz von Panzer verpackt sind, der Offizier leb! aus dem Koffer. Dabei ist die freundliche weiße Oel- farbe von den Wänden abgekratzt, weil sie im Feuer- strahl krepierender Granaten sich entzünden und schwelen könnte und Farbensplitter die Augen geMrden. Nur nacktes, kahles Eisen umgibt alle, vom Matrosen bis zum Kommandanten. Trotzdem Frische, Frohsinn, Mut zum slusharren, Mut zum Kampfe!

ie aus. Ein Kriegsschiff sieht ers aus als im Frieden. Alle

EnglischeKultur".

Das Rote Kreuz als Deckung für englische Geschütze.

Die Verletzun

werden. Darauf lassen, nach derNorddeutschen Allge­meinen Zeitung", die Aussagen eines englischen Ge­fangenen schließen, der bei seiner Vernehmung folgen­des an Protokoll gab:

Destlich Gorre (westlich Bethune) sah ich einen auS sechs Wagen bestehenden Lazarettzug, von dem zwei Wagen mit Marinegeschützen bewaffnet waren. Die Ge­schützwagen waren hinter dem ersten und vor dem letzten mit dem Rotem Kreuz versehenen Lazarettwagen etnge- schoben. Während die Lazarettwagen deutlich das Rote Kreuz im weißen Felde zu beiden Seiten führten, waren die Geschützwagen mit wasserdichtem Segeltuch ohne ?lb- zeichen versehen, und dieses Segeltuch wurde vor dem Abfeuern der Geschütze entfernt. Der Zug hat niemals zur Beförderung von Verwundeten gedient, sondern in den Roten Kreuz-Wagen wohnten die Bedienungsmann­schaften der Geschütze, die das Abzeichen der englischen Feldartillerie trugen. Die Ruhestellung dieses eigen­artigen Zuges, dessen Geschützwagen durch Autos von Bethune aus mit Munition versorgt wurden, war aus freiem Felde westlich von Gorre, etwa 500 Meter von diesem Dorse entfernt. Trat der Zug in Tättgkeit, so fuhr er die Haupteisenbahnstrecke am Kanal entlang oder auf ein Nebengleis, das östlich von Gorre nach Norden führt.

Der vernommene Engländer sah die Geschützwagen Mitte Juli an letztgenannter Stelle zweimal in Tätig­keit treten: um 6 Uhr abends fuhr derLazarettzug" in die Feuerstellung.

Aus München wird vom 11. Oktober gemeldet: S. M. König Otto von Bayern ist heute avend 8,50

Uhr gestorben.

König Otto stand im 69. Lebenslabre. Er war am 27. April 18-18 als zweiter Sohn des Königs Maxtmi- ltan 11. geboren. Im Juni 1886 wurde er König. Seit 1878 geisteskrank, lebte der unglückliche König auf Schloß Fürstenried bei München.

Die unmittelbare Ursache des Todes waren Ma- genblutnngcn, die bei der schwachen Herztätigkeit des Erkrankten schon seit einigen Tagen schwere Besorgnis

erweckt hatten. __

Weitere Drahtnachrichten.

Beuizelos als Bieroerdaudsagcut.

Haag, 12. Oktober. (T. U.) Der Korrespondent desDaily Telegraph" meldet aus Albe», Venizelos zaudert noch, die Absetzung des Königs und teiltet Dimastie auszusprechen, wett er dies nickn ohne die Zu- stimmung Englands tun will. Berttzlos habe gestern im Mmitene außerordentlich scharf gegen den König ge­sprochen. als er sagte, kein ehrenhafter Mann könne mehr an den Sieg Deutschlands glauben.

Die Beuleupest bei der Saloniki-Armee.

tat Zürich, 12. Oktober. (T. IL) Aus Brindisi wird den Neuen Zürcher Nachrichten telegraphiert, daß bei der Armee von Saloniki die Beuleupest anSgevrocSe« ist. Man vermutet, daß die Beuleupest aus Indien ein» geschleppt worden ist. Ein Hospttattchiff mit Pestkranken sollte dieser Tage Brindisi anlauftn, wozu die Haftn- behörden jedoch die Genehmigung verweigerten. Da­gegen sind im Hafen von rarem Jnfektionskranke Utti Angehörigen der verschiedenen Nationen auegeEfsi i*.