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fein drittes Ultimatum gegen die Einberufung der Ur­lauber vor, weil diese Maßnahme nicht mit der ver­sprochenen Entwaffnung in Einklang zu bringen sei. Die Schiffe der Alliierten werden im Piräus neben den griechischen Schiffen vor Anker gehen.

^ Lugano, 10. Oktober. (T.U.) Wie der Korre­spondent desCorriere della Sera" lautB. L.-A." aus Athen meldet, lief am 9. Oktober die Frist des vom Kommandanten der Ententeflotte Admiral Fournet an die griechische Regierung i« Namen der Verbündeten gerichteten Ultimatums ab.

weitere Aboolopser im Atlantik.

Das Erscheinen des deutschen U-Bootes 53 an der amerikanischen Küste hat in England großes Aufsehen und Besorgnis hervorgerufen. Gerade jetzt, wo von Amerika aus im Zusammenhang mit der Offensive im Westen bedeutende Sendungen amerikanischen Kriegs­materials unterwegs sind, könnteU 53" den Alliierten einen Strich durch die Rechnung machen. Schon wird aus Amerika die Versenkung einiger englischer Dam­pfer mitgeteilt. Am Montag wurde die Torpedierung der DampferStrathdene" undWestpoint" gemeldet. Heute setzt Reuter die Liste der in den atlantischen Ge­wässern versenkten Schiffe fort:

Nach einer Reuter-Depesche aus Neuyork wird vom Nantucket-Leuchtschiff (gegenüber Newport) be­richtet, daß neun Schiffe versenkt worden sind. Drei Unterseeboote seien an der Arbeit. Nach Aussage der Offiziere des DampfersStephans" wurde dieser vom Uboot 61 angehalten.

Aus Boston meldet Reuter: Der britische Dam­pferKingston" wurde versenkt. Ein amerikanischer Zerstörer rettete die Besatzung. Ein anderer Zerstörer rettete die Besatzung des DampfersWestpoint". Der DampferStephans" hatte zwischen 80 und 90 Passa­giere an Bord, meist Touristen, die von Nenfundland nach Neuyork zuritckkehrten. Neuyorker Blätter be­richten, daß der niederländische DampferBlommers- dijk" und der norwegische DampferChristian Knud- sen" bei der Küste von Massachusetts versenkt wurden. Die Besatzungen sind gerettet.

^ Genf, 10. Oktober. (T. II.) Die Ankunft von U. 53" erregt laut Dtsch. Tgsztg." in Paris Sensation. Bezeichnend ist, daß kein einziges Blatt den Erfolg herabzusetzen versucht.

Ein französischer Truppen-Transport- dampser im Mittelmeer versenkt.

Die Havas-Agentur meldet: Der TransportSamp- ferGallia" (14 966 Tonnen), der ungefähr 2000 fran­zösische und serbische Soldaten beförderte, ist am 4. Ok­tober von einem Unterseeboot versenkt worden. Die Zahl der Geretteten beträgt, soweit bis jetzt bekannt, 1362. Der Torpedo rief eine Explosion in der Muni­tionskammer hervor und zerstörte die Funkenstaiion, wodurch das Schiff von jeder Verbindung abgeschnitten wurde.

Im englischen Kanal versenkt.

Eines unserer Unterseeboote hat in der Zeit vom 30. September bis zum 5. Oktober im englischen Kanal 7 feindliche Handelsschiffe mit einem Gesamttonnenge- Halt von 4131 Tonnen nnd wegen Beförderung von Bannware zum Feinde 3 neutrale Dampfer von zu­sammen 2357 Tonnen versenkt. Ein anderes Untersee­boot versenkte am 4. Oktober an der englischen Ostküste 3 englische Fischdampfer.

ßriegsallerlei.

Die unbrauchbaren Negerbataillone.

Nach ihrer Verwendung bei der Verteidigung von Verkam hatte man die hart mitgenommenen Neger- bataillone vor zwei Monaten hinter die Front, und zwar nach verschiedenen Feldlagern in den mittleren »nd südlichen Departements verlegt. In den militäri­schen Kreisen Frankreichs ist man allerdings von dem Gefechtswert der Neger, der sich bei den schweren Käm­pfen um Verdun am besten beurteilen ließ, nicht sonder­lich befriedigt.

Bisher 25 Millionen Granaten an der Somme verschossen.

Der militärische Mitarbeiter derTimes" im briti­schen Hauptquartier schreibt seinem Blatt, daß nach zu­verlässiger Berechnung an der britischen Front von eng­lischer wie von feindlicher Seite in der Zeit vom 1. Juli bis Anfang Oktober zusammen etwa 25 Millionen Gra­naten verschossen worden seien.

Asqnith amtsmüde?

In England gehen wieder einutal Gerüchte um, daß der Rücktritt Asquiths bevorstehe. Er werde durch Lloyd-George ersetzt werden. Mit diesen Gerüchten ist eine Agitation für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Irland verknüpft. Hinter dieser stehen Kreise, die ihren Willen zuletzt immer auch gegen As­quith durchsetzen.

Neues zur Ernührungsscage.

Reichskartoffel-, Käse- und Eterkarten.

Aus einer Unterredung, die ein Vertreter der Müncken-Augsburger Abendzeitung" mit dem baye­rischen Minister des Innern über die Ernährungsfra- gen hatte, sind besonders folgende Punkte neu und für das Reich von Interesse: Nach den Aeußerungen des Ministers wird sich die Hoffnung, daß eine allgemeine Erhöhung der Brotration nach dem Ergebnisse der diesjährigen Ernte sich vornehmen lasse, nicht erfüllen. Sodann werde man um die Einführung einer einheit­lichen Kartoffelkarte, wie sie in Bayern seit kurzem bestehe, im Reiche kaum herumkommen. Die Reichs- kartoffelkarte sei ebenfalls nur noch eine Frage der Zeit. Ebenso dürften zur- Rationiernng des Käses Käsekarten kommen. Bet der Fleischversorgung gehe das Streben dahin, daß die Reichssleischkarte nicht eine Sperrkarte bleibe, sondern eine Garantiekarte darstelle. Nach dem letzten Blehzählungsergebnis sei die Aussicht dazu günstig. Eine weitere Verringerung der Fleisch- kartenportion sei also nicht zu befürchten. Der wundeste Punkt sei die Eierversorgung. Wenn der Reichseier­verteilungsplan mit Beginn der neuen Legeperiode wohl oder übel kommen müsse, fei auch die Zeit für die Reichseierkarte gekommen. Dann werde Bayern wohl zu den Neberschußgebieten gehören und Eier noch abliefern können. Der Minister teilte auch mit, daß wegen der Ernährung der mehr als ein viertel Million Fremder, die in den bayerischen Sommerfrischen dieses Jahres geweilt hätten, eine AuSgleichforderung Bayerns beim KriegSernahrnngSamt nach den ge­nauen statistischen Feststellungen erfolgen werde. Die Ausführungen des Ministers gipfelten zum Schluß darin, daß man mit der LebenSmittelknapPheit bis zum Ende des Krieges rechnen müsse. Aber Deutschland erzeuge so viel, daß es reiche, wenn man wirtschaft­liche Disziplin rationell bewahre.

Politische Rundschau«

Eine Reichstagskandidatur des Fürsten BMom? DieNationalztg." will erfahren haben, daß Verhand­lungen im Gange seien, um den Fürsten Bülow für eine Reichstagskandidatur in einem Wahlkreise nahe Berlin zu gewinnen. Alle bürgerlichen Parteien be­absichtigten dem früheren Reichskanzler eine Sammel- kandidatur anzutragen. Wie dasBerl. Tgbl." auf Grund guter Information aufs bestimmteste versichern kann, ist die Nachricht von einer Kandidatur des Für­sten Bülow völlig unbegründet.

Die parlamentarische Bedeutung des Hansyalts- ausschusses kennzeichnet dieBoss. Ztg." mit folgenden Sätzen: So erfreulich an und für sich die Stellung­nahme der Mehrheit des Haushaltsausschusses sei, so werde man doch gut tun, die Bedeutung der Sache nicht zu überschätzen. Vor allem sei die Erklärung des Aus­schusses in Permanenz durchaus nicht etwa der Beginn eines parlamentarischen Regierungssystems. Eine ganz andere Frage sei es natürlich, ob die Verewigung des Ausschusses nicht ein erster Schritt zu einem parlamen­tarischen System werden könne. Das werde ganz auf die Männer ankommen, die der Reichstag zukünftig in den Ausschuß sende. Die vom Zentrnm vorgelegte Entschließung wurde am Montag vom Hauptausschuß gegen die konservativen Stimmen mit großer Mehr­heit angenommen. Die Zentrumsentschlietzung fordert: der Reichstag ermächtigt den Hauptausschutz, zur Be­ratung von Angelegenheiten der auswärtigen Politik und des Krieges während der Vertagung zusammen- zutreten.

Ein nener Kriegskredit von zwölf Milliarden Mark wird, wie dieKölnische Volkszeitung" aus par­lamentarischen Kreisen erfährt, in der Tagung des Reichstages angefordert werden.

Aus Sem Leben des Generals Soffite.

Man schreibt uns: Ein merkwürdiger Zufall fügte es, daß eine Ausgabe der französischen ZeitungFrance de Bordeaux et du Sud-Ouest" in meine Hände fiel, in der ein Mitarbeiter des Blattes einen Besuch in Ri- vesaltes, dem Geburtsort des Generals Joffres, schil­dert. Hier hatte der Besucher eine jüngere Schwester Joffres gefunden, die ihm vieles aus dem Leben des Führers des französischen Heeres erzählte. Der Vater Joffres ist der kleinbürgerliche Küfermeister Louis Joffre gewesen, der vierzehn Kinder hatte. Von diesen leben heute nur noch ein älterer Bruder des Generals, der einfacher Steuereinnehmer ist, ferner die jüngere Schwester, die mit einem kleinen Spezereiwaren- Händler verheiratet ist. Ihr großer Bruder, der Ge­neral, machte, wie die Schwester erzählte, in der Ju­gend wenig von sich reden. Er war ein schwerfälliger, linkischer und ungewandter Junge, der auch nicht be­sonders lernte, wenigstens nicht, so lange er in Rive- saltes auf die Schule ging. Das wurde erst anders, als der Vater, der den ewigen Aerger mit dem Jungen los sein wollte, ihn mit 15% Jahren nach Paris sandte, wo er in einem Institut Aufnahme fand, um sich für die Ecole polytechnique vorzubereiten. Er schlug dort besser ein, als man im Elternhause gehofft hatte, bestand mit 17 Jahren das Aufnahme-Examen als vierzehnter und zeichnete sich in der Mathemattk sogar aus. Dagegen fie­len ihm die fremden Sprachen fehr schwer und gerade mit der deutschen Sprache plagte er sich vergeblich. Seinem Vater gegenüber blieb er bei allen späteren Besuchen in Rivesaltes der treue, besorgte Sohn und _£u;v utritrfnpanitpnp tr3irm(1Ttssfip «Wettfffi Er

JUM Will ti »iVBC ^mue UM! uitjcu hwiw» »wwi. Die Jahre gingen dahin. Aus dem Bruder war ein hoher Offizier geworden, aber noch immer kam er zu den Eltern und Geschwistern nach Rivesaltes auf Ur­laub und spielte dort mit seinen Jugendkameraden, namentlich seinem besten Jugendfreund, einem ein­fachen Gärtner, Karteu. Als dieser sich schließlich scheute, Joffre gegenüber das trauliche Du zu gebrau­chen, bat der General ihn dringend darum. Er war auch als General der alte geblieben: .und vom Kriegs- schanplatz hatte er seiner Schwester einen Brief geschrie­ben, er wünschte, derelende Krieg" wäre zu Ende und er könnte wieder in seinem väterlichen Garten in Ruhe Karten dreschen.

Vermischtes.

Eine originelle Bekanntmachung. Der Leiter der Stadtkartosfelstelle in Hagen erläßt eine Bekanntma­chung, die des Humors und einer schönen Urwüchsigkeit nicht entbehrt. Es heißt da:Alle Einsender, die an Stelle eines Namens einen Gedankenstrich haben oder zu der FirmaEiner für viele",Civis u. Co." gehö­ren, überhaupt alle, die vorhaben, unter der Rubrik Eingesandt" in diesem oder dem nächsten Jahr etwas über die Kartoffelversorgung der Stadt Hagen zu schrei­ben, ersuche ich dringend, damit sie keinen Unsinn schrei­ben, vor Anfertigung des Aufsatzes zur Stadtkartof- felstelle zu summen und dort oder im städtischen Hoch­bauamt den Unterzeichneten über den Sinn oder Zu­sammenhang der einzelnen Maßnahmen zu befragen. Der Unterzeichnete ist gern bereit, weitestgehende Aus­kunft zu erteilen. Liebenswürdigster Eurpsang wird zu- gesichert. Es wird auch platt gesprochen. Wer quatscht, ohne daß er sich vorher unterrichtet hat, erhält keine Antwort. (Gez.) Figge, Stadtvaurat." Hoffentlich hilfts!

Ein Verbrecherehepaar verurteilt. Das Schwurge­richt in Elberfeld verurteilte den Handlungsgehilfen Max Thieme aus Neviges wegen schweren Raubes bei Zubilligung nrildernder Umstände zu 5 Jahren Ge- sängnis, seine Ehefrau zu 10 Jahren Zuchthaus. Beide hatten am 19. August den 16 Jahre alten Lehrling Wallmichrot, der von dem Kassierer der Firma Hasen- famv u. Eie. daselbst zur Post geuhickt worden war um einen zur Löhnung bestimmten Betrag von 18 000 Mk. abzuholen, in ihre Wohnung gelockt dort, nachdem sie ihm einen Sack über den Kopf gezogen hatten, mit einem Fletschhammer niedergeschlagen und ihm das Geld abgenommen. Danach hatten sie ihm einen Schwur abgenommen, sie nicht zu verraten, sondern anzugeben, er sei auf der Straße gefallen, habe sich dabei verletzt und sei ohnmächtig geworden. Sk er wieder zu sich ge- kommen fei, sei das Geld wegaewesen. Frau Thieme war offenbar die Anstifterin gewesen.

»ftterlei Lustiges aus derLiller": Die einzig wahre Reutermeldung: Das ganze deutsche Feldheer ist im Westen und Osten am 30. September nachts um 1 Stunde znrückgeaangen. Stoßseufzer eines Kraft- wagenführers:Ich armer ölender Mensch!"

Aus der Ssr-Measchlschl.

(Nach einem Feldpostbrief derKöln. Ztg.")

Seit 3 Tagen schon hatten wir mit -2 Zügen unserer Kompagnie die große Mühle vor dem Dorf besetzt, und fühlten uns recht wohl, nach den anstrengenden letzten Wochen des Beweaunaskrteaes. Es ist keine Stleiuta&üi

für eine Truppe, die nun seit Jahr und Tag tu des Schützengräben liegt, so über Nacht am Bewegungskrieg teilzunehmen, und zwar im ungünstigsten Gelände, in den Waldkarpathen. Und doch war es gegangen, sogar gut gegangen. Die Russen hatten, wo sie sich uns auch entgegengestellt hatten, ihre Schläge bekommen, und lang­sam, doch stetig, konnten wir vorrücken.Herrgott, war das mal wieder ein Leben trotz Mühe, Not und Be­schwerden, ein anderes Leben als das in den Schützen­gräben!" Nur strengte es uns furchtbar an, wir waren eben das anstrengende Klettern und Kraxeln nicht gewöhnt. Doch dasPiepen" verstanden wir noch, lM- ten's noch nicht verlernt, das merften die Russen von Tag zu Tag besser.

In der geräumigen Mühle vor dem Torfe, die wun- dervoll an einer Schlucht gelegen ist, durch die ein reißen­der Gebirgsbach führt, hatte sich der russische Bataillons- stab einquartiert. Der Müller, der Amtsvorsteher des Dorfes ist, hatte einen überaus schweren Stand mit der pfuschen Gesellschaft gehabt, und dankte seinem Schöp­fer, da» sein Haus gesäubert war. Zwei Züge von uns besetzten, wie gesagt, nun die Mühle, und schnell richteten wir uns io gut wie möglich dort ein, froh, ein so gutes Unterkunftsplätzchen gefunden zu haben. Wir hatten die Zeit benutzt, um die Mühle zur Verteidigung Herzu- rzchten, denn unser Regiment sollte vorerst nicht weiter vorstoßen, und auch weitere Verstärkungen abwarten. Uns konnte die Ruhepause ganz recht sein, und so schaff­ten wir denn mit frischem Mut an den schnell gezogenen Gräben und Verhauen. Zu nachdrücklichster Verteidi­gung bei einem Angriff war die Mühle wie geschaffen, denn das geräumige, aus schweren Quadern gefügte Wohnhaus war an die Felsen angebaut und konnte nur von vorn angegriffen werden. Auch die Mühle und die Wirtschaftsgebäude lagen fest gebaut und geschützt. Das ganze Anwesen war von einer klobigen,- roh aufgeführten Mauer umgeben. Die geräumigen Keller waren zum Teil tief in die Felsen hineingebohrt. Der Müller, ein wetterfester, knorriger Greis, der zwei Söhne im Felde stehen hatte, ersah aus den Vorbereitungen zut Verteidi­gung, wie die Sachen standen, und daß seine Mühle aller Wahrscheinlichkeit nach bei einem Angriff der Rüsten zum Brennpunkt werden würde. Er sagte kein Wort, sondern half wo er nur konnte, und verwies feiner Frau und Schwiegertochter ihr Klagen. Doch der tiefe Ernst seiner Züge, das Zucken der buschigen Augenbraunen, verrieten den Schmerz, der seine Brust durchtobte, wenn er an das Schicksal seiner geliebten Heimstätte dachte. Zwei Söhne im Felde, täglich von Tod und Vernichtung bedroht, und nun auch noch die Heimat verlieren, das war schwer zu ertragen, sehr schwer. Doch Klagen lag ihm nicht, und so suchte er durch doppelte Tättgkett, die uns zugute kam, zu vergessen. Und, als wenn das Schicksal es öaraf abgesehen hätte, ihn zu brechen, erhielt er am dritten Tage unserer Anwesenheit die amtliche Nachricht, daß sein ältester Sohn, der zukünftige MMer, gefallen sei, und der jüngste, der bei demselben Regiment gestanden hatte, schwer, auf den Tod verwundet, im La­zarett zu L. liege. Beide hatten in Galizien gegen die Russen gefochten! Noch sehe ich das förmlich zu Stein erstarrte Gesicht des Ntüllers vor mir, noch sehe ich den lodernden, sengenden Wutblick seiner Augen, als er die Hand mit fürchterlicher Verwünschung gegen Osten streckte. Und dann, nachdem er sich mit übermenschlicher Ansttengung zur Ruhe gezwungen, ging er mit dem verhängnisvollen Schriftstück nach dem Wohnhaus, zu den Frauen, deren verzweifeltes Klagen bald darauf die Luft erfüllte.

Und dann kamen am Abend die Russen! Ohne Ar- ^yygjjjyj|yy||j|jiyjyjjjmumj|j^MASmiyte^^ sische Angriff, in mehreren Wellen stürzten die struppigen Gesellen vor, ohne Geschrei, ja ohne einen Laut von sich zu geben. Sie dachten wohl, uns jetzt noch überraschen zu können! Ihre Mundstarre wich erst, als schon Dutzende von ihnen, durch das rasende, ihnen entgegen- spriihenüe Feuer zu Boden gesunken waren, und ver­wandelte sich in ein tierisches Brüllen, das uns schaurig in die Ohren klang. Bis an den von uns gezogenen Drahtverhau brandete die Menscheruvelle, doch dann trat ein jähes Stocken ein, ein ratloses Hin- und Herwogen der Massen, in das unsere gut geschleuderte Handgra­naten Tod und Bernickstung trugen. Dann aber ebbte die Flut zuriick, mit gellem Heulen rannten die Uebrig- gebliebenen dem Walde zu, dessen Dunkel sie bald verschlang. Das war ein leichter Sieg für uns gewesen, nur zwei Verwmrdete waren auf unterer Seite. Doch wir wußten, daß diesem Vorspiel erst das eigentliche Drama folgen würde, und gaben uns über das nun Fol­gende keiner Täuschung hin.

UnserAlter", der den Befehl über die Abteilung führte, ließ den Müller rufen und legte ihm drmgend nahe, mit seiner Familie d^r Mühle an vertonen, da im ^a^^^ eines nochmaligen Angriffs für ihr Leben nicht garantiert werden könne. Mit ruhiger Bestimmtheit er­klärte der Alte, er würde sein Besitztum nicht verlassen, es sei delin, man wende von unserer Seite Gewalt an. Dazn lag natürlich kein Zlnlaß vor und nachdem die Fa- milienuntglieder des Müllers in den schußsichererr Kel­lern nntergebracht waren, kümmerte sich von ims nie­mand mehr um den Müller. Wir hatten anderes zu tun, denn in den ersten Dtorgenstunden, es lag noch tiefe Fin­sternis auf der Erde, brüllten aus dem Walde die russischen Geschütze, und berstend fuhren die Granaten in das Anwesen, in Haus Mühle und Ställe. Zu glei­cher Zeit setzte auf der ganzerr Linie das Arttllerieieuer ein. Der Hauptangriff begann. Wir waren nun ganz auf uns allein angewiesen, und mußten sehen, wie wir fertig wurden. Vorerst wurden alle Mannschaften mit Ausnahme der Posten gleichfalls in die Keller zurückge­zogen, und nun warteten wir in stummer Spannung das Ende des Artilleriefeuers ab. Die russische Artillerie schoß mit unheimlicher Genauigkeit: Granate aus Gra­nate flog herüber und bald glich der weste Hofraum einem wüsten Trümmerfeld. Doch noch standen die massiven Mauern der Gebäude, noch trotzte das eiserne Mörtelwerk dem eisernen Hagel der Geschosse. Die Rnffen änderten drum bald ihre Taktik und schössen nun mit Biandgrauaten. Bald bräunten Scheunen und Ställe lichterloh, und nicht lange drauf glich auch die Mühle einer einzigen riesigen Brandfackel. ______________________ (Schilift folgt.) _____________ _

Weitere Drahtnachrichten.

Die italienische Landung im EpirnS.

3-^ Haag, 10. Oktober. (T. II.)Morningpost" meldet lautTgl. RdsÄ." aus Alben: Der italienische Gesandte hat Plitis, den Direktor des Ministeriums des Aellßern besucht und ihm mitgefeilt daß die Be­setzung von verschiedenen Städten im Südepirus durch italienische Truppen nur den Gedanken venolae, die italienischen Abteilungen bei Valona im Wiesen 3« sichern. Die Besetzung wurde keine Aenderung des Zu­standes. wie er vor dem Kriege war, zur Folge haben. In einer zweiten Depesche desselben Blattes beißt es, daß die Italiener fort fahren, weitere Ortschaften im Evirus zu beketzeu.