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Bückest von den Peitschenhieben aus, gibt ihren Inha­bern vielmehr mit fretgiebiger Hand reichen goldenen Segen. So hat es Albion mit Portugal gemacht, mit Rumänien (dort allerdings unter russischer Assistenz), und vor allem mit Griechenland. Venizelos ist nicht ärmer geworden durch seine Englandfreundlichkeit und die Bratianus haben sich durch sie auch nicht an den Bettelstab gebracht. Was England mit Dänemark alles an Versuchen aufgestellt hat, wird erst eine spätere Zeit enthüllen, und das ebenso sicher wie Dänemark neu­trale Norwegen wird von den Engländern völlig wie eine Satrapie behandelt.

Albion versteht es meisterhaft mit Hilfe der soge­nanntenSchwarzen Listen", den kleinen Neutralen das wirtschaftliche Atmen zu erschweren. Davon können die nordischen Reiche ein Liebchen fingen Für den Ein­fluß dieser Listen auf die nordische Schiffahrt und die in norwegischen Häfen verkehrenden ausländischen Schiffe sind folgende, geradezu unglaubliche Erfahrun­gen charakteristisch, die ein schwedischer Reeder, der nach Norwegen Schiffahrt treibt, neulich machte.

Reedereien, welche nach deutschen Häfen Schiffahrt treiben, müssen ihre Fahrzeuge sehr gut ausrüsten, wenn sie dieselben einmal nach Norwegen senden wol­len. Eine schwedische Reederei, deren Dampfer nach Deutschland gingen und die infolgedessen auf der eng­lischen Schwarzen Liste steht, hat hierin gründliche Er­fahrungen gemacht. Ihre Schiffe konnten in Norwegen keine Kohle, keinen Proviant, ja nicht einmal Trink- wasser bekommen. Brauchte man an Bord einige Repa­raturen, so mußte man nach einem Dorsschmied irgend­wo innerhalb des Landes schicken, und zwar zu einem Mann, der von den englischen Behörden in Norwegerl weniger abhängig ist. Die Fabriken wagen nicht, eine derartige Arbeit an einem Schiff zu übernehmen, aus Furcht vor Weiterungen. Vor kurzem erhielt die betref­fende Reederei von ihrem Makler in einer norwegi­schen Hafenstadt die Mitteilung, daß er die Agentur nicht länger wahrnehmen könnte. Er war tauge Jahre der Vertreter der Reederei gewesen und bebauerte sehr, daß er seine Stellung niederlegen müsse, aber der eng­lische Konsul am Orte hatte ihm mit einer Anzahl Re­pressalien gedroht. So sollte z. B. die elektrische B§- leuchtung für das Geschäft abgeschnitten werden, so daß er hätte im Dunkeln sitzen müssen. England liefert nämlich die Kohle für das Elektrizitätswerk, und dem­entsprechend bestimmt der englische Konsul über die Beleuchtung in der Stadt. Ferner ist es für einen Dampfer, dessen Reederei auf der englischen Schwarzen Liste steht, unmöglich, bei der Ankunft in norwegischen Häfen oder bei der Ausfahrt Schlepperhilfe zu bckom- men.

Mit solchen Mitteln arbeitet England gegen die, die sich ihm nicht mit Haut und Haaren verschreiben für seinen Aushungerungskrieg gegen Deutschland, die neutral, das heißt, die mit beiden kriegführenden Par­teien in loyaler Verbindung bleiben wollen. Was würde die Welt wohl für ein Geschrei erheben, wenn die deutschen Barbaren mit ähnlichen Mitteln arbeiten wollten?! Aber die Engländer kennen halt nur einen Standpunkt, nämlich den, der ihnen nützlich ist. Dane­ben ist das Völkerrecht nur ein Fetzen Papier, und in diesem die Wahnsinnsgrenze längst überschreitenden krassen Volksegoismus haben sich die Engländer schon derart verrannt, daß sie ihm in einer Weise Ausdruck geben, die man nur noch als lächerlich zu bezeichnen vermag. Oder mittet es nicht lächerlich an, wenn man erfährt, daß die englischen Blätter Mitteilungen, brin­gen, wonach die englische Regierung gewissen neutralen

Häfen künftig aller Schutz des Völkerrechts entzogen werden solle? Das ist lächerlicher Größenwahn aber auch ein bedenkliches Zeichen der Schwäche. Englands Angst vor den U-Booten fand nie deutlicheren Ausdruck als dadurch, daß sie sich ihrer nicht mehr anders zu erwehren vemögen, als daß sie die Hilfe die Nentalen gegen sie zu erpressen versuchen.

Die englischeMoral" verlangt, daß jede Waffe völkerrechtlich boykottiert wird, die nicht fest in Eng­lands Hand liegt. Das ist eine Moral, wie sie nur ein größenwahnsinniger Weltfeind haben kann, dem jedes Mittel recht ist, durch das er seine angematzte Welt­herrschaft befestigen zu können glaubt. Wann werden den Neutralen endlich die Augen auf neben für diese Wahrheit, wann werden sie endlich erkennen, wo der gemeinsame Feind steht. Das Volk. das nur einen Freund kennt sich selbst, das nur ein Recht kennt das ihm zweckdienliche!

Der Nnterseebootski'ieft.

Ein Moot im Kampf mit französischen Kriegsfahr-

- zengen.

e-^ Kopenhagen, g. Oktober. (T. It.) Das kleine französische PatrouillenbootRigel" mürbe nach der Naiionaltidende" am 2. Oktober von einem Torpedo eines feindlichen Unterseebootes gerammt. Obwohl es schwer beschädigt wurde und dreizehn Mann verloren hatte, setzte es den Kampf anderthalb Stunden lang fort. Als sich ein zweites Patrouillenboot näherte, ver­schwand das Unterseeboot, kehrte aber zurück und schoß einen Torpedo ab, der neuen Schaden anrichtete und vier Mann tötete. Schließlich verschwand das Unter­seeboot, als zwei Tvrpedobootszcrstörer sich näherten.

Uvootarveit im nördlichen Eismeer.

^ Cyristiania, 9. Oktober. (T. It.) Aus Varöö wird lautVoss. Ztg." gemeldet: Der DampferFanen", 1613 Tonnen, aus. Tömsberg, ist am 3. Oktober im nördlichen Eismeer versenkt worden. Die Mannschaft wurde in AlexaudrowS an Land gesetzt.

Finmarkens Amtstidende erfährt, daß eine große Anzahl englischer Kreuzer sich auf der Fahrt nach dem Eismeere befindet. Nicht wenige englische und fran­zösische Kriegsschiffe fallen sich schon im Weißen Meere anfhaltert.

Die Lage in Griechenland.

König Georg an König Konstantin.

Budapest, 8. Oktober. (T. It.) Nach einer Mel­dung des SofioterDuevnik" von der griechischen Grenze hat König Georg von England eine Depesche an König Siouftairtüt gerichtet, in der dieser aufgefordert wird, den Wünschen der Entente, sich ihr mit der griechischen Armee anzuschließen, zu eutspreche», weil er (König Georg) sonst das bisher befunbete Wohlwollen nicht weiter be- tätigen könne, da er auch schon bisher die mißgünstige Stimmung der Entente gegenüber Griechenland nur sehr schwer in günstigem Sinne beeinflussen konnte.

DerMatin" meldet aus Athen, Griechenland würde dagegen Einspruch erheben, daß die Regierung gehindert werde, mit ihren Gesandtschaften in Sofia, Konstantinopel, Wien und Berlin in Chiffre zu ver­kehren.

Kriegsallerlei.

Die rnmänitoen Mordbrenner.

Die Bulgarische Telegraphen-AnentUr meldet: Die .neuerlichen Greneltgten -er rumänischen Truppen, sie

bei ihrem Donauübergang fast die gesamte in den Dör­fern der Gegend Rjähowo zurückgebliebene Bevölkerung Niedergemetzelt und die Behausungen friedlicher Fami­lien, die vorwiegend Frauen, Kinder und Greise um­fassen, zum größten Teil zerstört haben, rufen in allen bürgerlichen und militärischen Kreisen lebhafte Ent­rüstung hervor. Die Presse, die die Gefühle der Ent­rüstung des Volkes getreu verdolmetscht, brandmarkt heftig die rumänische Barbarei und fordert Krieg ohne Gnade den Mordbrennern.

Englische Vorräte in Calais.

Nach dem Bericht eines Italieners würden die Vor­räte. die die Engländer in Calais angehäuft haben, wenn sie den Gegnern in die Hände fielen, genügen, die deut­schen Kriegskosten wohl für ein halbes Jahr zu decken. Alles, was für den Unterhalt einer Armee von über zwei Millionen Mann erforderlich ist, findet sich in Calais vereinigt.

Die Besprechungen im Haliptausschuß des Reichs­tages haben dazu geführt, daß sich die Meinungen zu klären beginnen und, wie derB. L.-A." schreibt, An­näherungen sich vollziehen, wo bisher unüberwindlich erscheinende Gegensätze vorhanden waren. Die Freunde der bekanntenRücksichtslosigkeit" in der Kriegführung gegen England haben aus bem Zentrum bedeutenden Zuwachs erhalten, so daß sie Aussicht haben, die Mehr­heit des Reichstages für ihren Standpunkt zu gewinnen. Ob sie sich wirklich vollziehen wird, das werden erst die für die zweite Hälfte der kommenden Woche zu er­wartenden Plenarverhandlungen mit Sicherheit erge­ben. Das letzte Wort ist dann allerdings noch von der Obersten Heeresleitung zu sprechen. Ihr werden sich der Reichstag wie der Reichskanzler ohne jedes Zögern anschließen, zumal es sich ja dabei überwiegend um militärische Machtfragen handelt.

Vom Zentrum und von der Fortschrittlichen Volks­partei sind inzwischen, wie dieGermania" mitteilt, schriftliche Erklärungen zur Unterseebootfrage abge­geben worden, denen sich aber die Sozialdemokratie nicht anschließen wollte. Die Erklärung der Fortschritt­lichen Volkspartei wendet sich neben der Frage des U-Bootkrieges auch gegen die Machenschaften im Lande llnd spricht der Reichsregierung ihr Vertrauen aus. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Erklärungen auch dem Plenum des Reichstages vorgelegt werden.

Am Sonnabend abend hat wie uns em Ber­liner Privattelegramm meldet, im Anschluß an die Be­ratungen im Hauptausschntz des Reichstages beim Reichskanzler eine Besprechung mit den Führern mmt- licher Parteien stattqefundcn. In der Besprechung kam es zu einer lebhaften Debatte über die Ergebnisse die die Verhandlungen im Hauptausschutz gezeitigt haben.

Zwei Eier in drei Wochen.

Die Mitteilungen des Kriegsernährungsamtes schreiben: Am 18. September ist die Verordnung über Eier in Kraft getreten, und es darf angenommen wer­den, daß nunmehr in allen Teilen des Reiches dre Kom­munalverbände ihre Vorbereitungen beendigt haben, durch die die gefam e Bevölkerung in die Eierversor­gung einbezogen werden soll. In vielen Ojenteinben sind die Eierlarten zunächst an alle Verbraucher ohne tede Allsnahme abgegeben worden. Es werden daher

mäßig"?» verzehren. Ueberall stiort, wo T e Vorsorge getroffen worden ist, um die Geflügelhalter und die Besitzer von ein gelagerten Eiern von dem Kartenemp- fang auszuschlietzen, ist außerdem

beabsichtigte Doppellieferung manches bereits wohlver- sorgten Hausstandes herbeigeführt worden. Die erste Wirkung der neuen Regelung wird also fern, daß ver Kreis der mit Eiern regelmäßig zu versorgenden Be­völkerung eine ganz beträchtliche Erweiterung erfährt. Da sich dies in einer Zeit vollzieht, tn der erfahrungsge­mäß die Eiererzeugung stark zurückgeht, um allmählich auf ein ganz unbedeutendes Minimum zu sinken, so ist leicht einzusehen, mit welchen Schwiergkerten die ge­plante Regelung zu rechnen hat.

Wenn unter den geschilderten Umstanden ttbe^ das erstrebte Ziel einer möglichst glstchmatzigen Beliefe­rung aller versorgungsberechtigten Verbraucher erreicht werden soll, wird neben einer weitgehenden Beschrän­kung jedes über die Bedürfnisse der Hausbaluugen hm- ausgehenden Verbrauchs eine verhältnismäßig niedrige Bemessung der auf den Einzelnen entfallenden Rat on nicht zu umgehen sein. Aus diesen Gründen fit davor vorerst bestimmt worden, daß in den nächsten drei Wochen im ganzen deutschen Reich nicht mehr als je 2 Eier an die versorgungsberechtigten Verbraucher abgegeben wer- ben dürfen. In jeder Woche ein Ei zu geben, ließ sich m gegenwärtiger Jahreszeit nach Maßgabe der versug- baren Borräte leider nicht ermöglichen. Wie langejene knappe Menge belassen werden muß, ob sie während der Winterzeit überhaupt zugunsten einer höhereu Ration beseitigt werben können ober ob nicht vielmehr im Hin­blick auf die täglich sich verminbernbe Legefähigkeit der Hühner noch mit einer weiteren Herabsetzung gerechnet werden muß, läßt sich vorläufig nicht übersehen.

Zur Vermeidung einer weit verbreiteten Mißdeu­tung aller Rationsfestsetzungen sei ausdrücklich bemerkt, daß dieBestimmung einer Hochstverbrauchsmenge von zwei Eiern in drei Wochen keinesfalls bedeutet, Satz nun­mehr jeder Verbraucher mit der Lieferung einer ent­sprechenden Eiermenge zu rechnen ober sie etwa gar zu beanspruchen hätte. Der Sinn der Bcstimnmng ist viel mehr lediglich der, daß bis auf weiteres an keiner Stelle des Reichs mehr als zwei Eier in drei Wochen verab­folgt werden dürfen. Inwieweit btefe Höchstmenge tat­sächlich erreicht und abgegeben werden sann, ist ungewiß und hängt zum Teil von Umständen ab, die, wie die Legeleistung der Hühner, sich der menschlichen Einwir­kung entziehen. ,

Davon, daß zur Zeit Eier zuruckgebalten werden, um sie, wie in einem Teil der Presse behauptet wird, ein- zukalken, ist keine Rede. Es gelangen vielmehr alle zur Verfügun^-stehendem Eiermengen restlos zur Ver­teilung. Leider aber ist es Tatsache, daß die Abnahme der Legefäbigkeit der Hühner in der gegenwärtigen Jah­reszeit nicht nur eine üble Angewohnheit der deutschen Hühner, sondern eine internationale ist, ein Umstand, der sich in den Einfuhrziffern recht beträchtlich fühlbar macht.

Vermischtes.

Schwerer Unfall eines D-Zuges. Auf der Strecke Schneidemühl-Berlin ist Sonntag nacht kurz vor Lands- berg a. W. der D-Zug 24 auf den dort haltenden Vor- D 24 aufgekahren. Bei dem Unfall sind getötet U

Reisende, verletzt 13, bat deten sind in Landsber^

davon vier schwer. Die Verwüst beten sind in Landsberg untergebracht. Zertrttmmer! em Pack- und mehrere Personenwagen. Die Getöteter und Verletzten befanden sich sämtlich im Vorzug D 24, im Hauptzug niemand verletzt.

Das Ende einer reiche» Armen. In der Bernauer Straße hauste für sich allein seit längerer Zeit eine jetzt sechzig Jahre altePrivatiere" Marie Doyring, die fast mit keinem Menschen Umgang pflog. Jedermann glaubte, daß sie in ärmlichen Verhältnissen lebe, zumal sie sich überall zusammenholte, was sie nur bekommen konnte. Seit anderthalb Wochen ließ sie sich nicht mehr leben. Als man sich nach ihr umsah, fand man sie tot in ihrer Behausung: sie hatte sich erhängt. In aller­hand Verstecken fand man eine reiche Erbichaft, im gan­zen rund 15 000 Mark.

Im Zeichen der Freiheit und Gleichheit. In der französischen Teputiertenkammer hat in diesen Tagen der Abgeordnete Dubois-Fresney einen Gesetzentwurf eingebracht, der für alle 8000 Francs üb ersteigenden Ein­kommen eine gestufte Einkommensteuer vorsieht. Aus­genommen von der Besteuerung sind allein der Prä­sident der Republik, sämtliche Minister und ein paar andere Staatswürdenträger. Man begreift nicht recht, wie im Zeichen der Frechest und Gleichheit eine solche Ausnahme zu rechtfertigen ist. Der Antragsteller hegt doch sicherlich nicht die Befürchtung, daß die von der Be­steuerung Ausgenommenen angesichts ihrer Besoldung der Gefahr ausgesetzt sein werden. Hungers zu sterben, wenn sie von ihrem armseligen GeHall auch noch Steuern zahlen müssen.

Eine lästige Frage an den italienischen Minister, Präsidenten. DerAvanti" veröffentlicht in einer seiner letzten Nummern das folgendeEingesandt" eines in­diskreten Lesers: DerPetit Parisien" hat kürzlich die Liste der englischen Minister veröffentlicht, deren Söhne auf dem Felde 6er Ehre gefallen sind. Es befinden sich darunter die Minister Asquith, Henderson, Lansdowne u. a. Außerdem hat Minister Crewe einen Schwieger­sohn verloren, Bonar Laws Sohn mürbe verwundet, ebenso ein Bruder Greys: Robert Cecil beklagt zwei Neffen als verwundet und zwei als tot, und Runciman verlor einen Neffen und einen Vetter. Und das alles in einem Lande, wo die allgemeine Wehrpflicht erst auf dem Wege der Entwicklung tft Kann mir die Redaktion mitteilen, wie groß die Zahl der italienischen Minister ist, die im Kriege Angehörige verloren haben? Oder haben die Herren am Ende alle Salandras Beispiel be­folgt? Das Mailänder Sozialistenblatt weiß auf die Frage keine Antwort, verspricht aber, sie dem Minister­präsidenten Boselli zu unterbreiten, und gibt der Hoff­nung Ausdruck, daß, wenn dieser wieder einmal nach Mailand komme, um eine seiner berühmten Reden an das Volk zu halten, er Gelegenheit nehmen werde, sich über die angeregte Angelegenheit zu äußern.

weihnachtsspeuSen für das Feldheer.

Die Richtlinie» der Heeresverwaltung.

Bon zuständiger Seite wird uns geschrieben: Zur» dritten Male in diesem gewaltigen Völkerringen nah! das Weihnachtsfest, zum dritten Male findet es> ter, Söhne, Gatten ober Verlobte in schweren Kämpfer fern von der Heimat. Die Heeresverwaltung hat fchor jetzt die notwendigen GesiEispunkte für die Versorgung des Feldheeres und der Marine sowie der Verwunde, ten und Kraulen und des weiblichen und männlichen Pflegepersonals in ben Lazaretten des Kriegs schon

Auch in diesem Jahre ist die Versorgung aller Ver bände eines Korpsbezirkes dem betreffeirden Territo­rialdelegierten der freiwilligen Krankenpflege in eng­ster Fühlungnahme mit dem stellvertretenden General­kommando übertragen. Jeder Angehörige des Feld­heeres und der Marine soll eine Wechnachtsgabe erhal­ten. Die persönlichen Beziehungen zu den eigenen An­gehörigen werden hierdurch natürlich nichr berührt. Derartige Pakete gehen nach wie vor Über die Militär- paketänüer.

Die für die Allgemeinheit gespendeten Liebesgaben- pakete, denen eine Antwortkarte beigelegt werden sann, sind alsWeihnachtspakete der Heimat" kermtlich zu machen. Diese Pakete sind gesammelt oder auch einzeln den Slbnabmefteßen freiwilliger Gaben zuzuführen. Auch die bestimmten Truppenteilen zugedachten Samm­lungen von Vereinen, Zeitungen, Erfatztruppentellen sind unter Benachrichttgung der zuständigen stellvertre­tenden Generalkommandos eben dorthin zu leiten. Von Spendern geäußerte Wünsche werden bet der Vertrei- lung der Gaben auf die Truppenteile und Forumtionen weitgehend berücksichtigt werden. Der Militärbehörde muß jedoch das Recht gewahrt bleiben, nach billigem Ermessen auszugleichen.

Für die Ansnwhl der Gaben seien folgende An- Haltspunkte gegeben: Der Wert der anf den einzelnen Enrpfänger entfallenden Gaben soll den Betrag von 5 Mark im allgemeinen nicht übersteigen. Bei der ge­botenen Schonung unserer Heinstschen Vorräte an Le­bens- und Genußmittelm an Webwaren usw. ist nur der Versand nachstehenDer Gegenstände erwünscht: Hosenträger, Zahnbürsten, Zahnpulver, Haarbürsten, Taschenspiegel, Kleiderbürsten, Stiefelbürsten, Brust­beutel. Geldtäschchen. Notizbücher-, Briefpapier, Posttz satten, Bleistifte, Brieftaschen, Taichenmener, elektrische Lampen, Ersatzbatterien, Eßbestecke, Löffel, Büchsenöff­ner, Mundharmonikas, Nähkästchen, Sicherheitsnadeln, Zigarren, Zigaretten, Rauchtabak, Kautabak, kurze und tauge Tabakpfeifen, Zigarrentaichen, Kartenspiele, mtarmetabc, Fruchtsäfte, alkoholfreie Getränke, Bouil­lonwürfel, eingemachte und gedörrte Früchte, Herfirge, Rollmops, Räucherfische, Bier, Rotwem, leichter, un­verfälschter Landwein, Lesestoff, Spiele tSä^ub, Do­mino. Halma) usw. Die Beifügung von WethnacUs. geväck, Schokolade usw. möge man eimebränfen.

Da die Heeresverwaltung schon selbst jeden Sol­daten mit allen erforderlichen Wollsacheu ausstattet, muß zur Schotlung der Rohstoffe insbesondere auf di« Zuführung von Wollsacheu im Wege der Liebesgaben« tatigkett verzichtet werden. Ebenso nnisien verderbliche Waren und solche, an denen Marrael in der Heimat- herrscht, unbebitigt von dem Versand ausgeschlossen

Weitere Drahtnachrichten«

Paris hört den Kanonendonner von der So«me.

Kopenhagen, 9. Oktober. (T. it.) Nach Paris« Telegrammen hiesiger Blätter hat das Bonwaroemenf an der Sommefront mit ungeheurer Kran wieder ein« gesetzt. Das klare Wetter begünstigt tue Sühgtett bt* Artillerie. In den letzten 86 Stunheit erreichte der Ge­schützdonner den Höhepunkt, so daß er deutlich in Pari- hörbar war. Die Pariser sehen den Nachrichten von der Front mit größter Spannung entgegen.