Ein englischer Major über die
Sommekämpfe.
„Weit vom Ziel entfernt«
Die „Deutsche Kriegszettung" berichtet aus Rosen- Saal in Holland: Ein englischer Major, der bei den Kämpfen um das Thiepvaler Schloß zwei Drittel seiner Truppen verlor und aus dem Gefecht mit einem Armschutz kam, äußerte sich sehr freimütig gegenüber den nach Siegesprophetien dürstenden Zeitungskorrespon- denten: Nein, wir sind vom Endsiege in Frankreich sehr, sehr weit entfernt. Niemand vermag es zu sagen, wann und wie das entsetzliche Ringen enden wird. Die deutsche Front steht noch, wenngleich etwas schwächer als vor dem 1. Juli. Sie zu durchbrechen, die in zwei flatternde Linien zerrissene Front doppelt zu umfassen und wegzufegen, das ist unser Traum. Wer die letzten Kämpfe erlebte, der weiß, wie wett wir von unserem Ziele entfernt sind. Heute gleicht die deutsche Front einem Ungeheuer, das sich mit allen Kräften gegen jeden Stoß verteidigt. Wir pulvern Hitlein, was wir nur können, aber unsere Verluste sind dadurch uicht geringer geworden. Einmal sind wir durch atmosphärische Verhältnisse begünstigt und erreichen mehr, als wir für möglich hielten, das andere mal kommt die Witterung dem Gegner zugute, dann gibt es für uns böse Stunden. Wo wir jetzt sind, können wir während der kalten Jahreszeit nicht bleiben; der Feind würde uns hart zusetzen in dem verwüsteten Gebiete, und uns selbst böten sich während des Winters keine günstigen Aussichten, eine eventuelle Gegeu- offensive der Deutschen im Sommegebiet durch einen Entlastungsangriff zu erwidern. In Flandern sind Operationen mcht möglich, solange der Winter ist und unsere Verbündeten mögen ohne unsere Beihilfe nichts Entscheidendes auszuführen. Bleibt noch die Hoffnung, daß Russen und Italiener in bedeutender Anzahl bei einem Winterangriff mittun.
Schlechte Stimmung unter den französischen
i Truppen.
Die „Köln. Ztg." schreibt: Wohl die größte Ent- täuschung Frankreichs in diesem Kriege — sagt ein gefangener französischer Sergeant vom Infanterie-Regiment 287, der im Zivilberuf Professor an einem Lehrerseminar ist, in einer interessanten Schilderung der Stimmung im französischen Heere — sei das Mißlingen der Julioffensive. Noch nie sei die Stimmung der 51. Reservedivision, bet der er sich befand, so schlecht gewesen. Jede Zuversicht auf den Ausgang des Krieges sei geschwunden. Vor den letzten Angriffen wurden von den Vorgesetzten keine Versprechungen mehr 'gemacht, weil sie kein Mensch mehr ernst nehmen würde. Ueber das Verhältnis zu den Engländern sagt der Professor: Die Engländer sind vielfach gehaßt. In Calais, Abbeville usw. treten sie als Herren auf. Von thuen besetztes Gebiet wird als englischer Boden behandelt. Den Einfluß der Hetzpresse bezeichnet der Professor als im Schwindel begriffen.
Der Stand der Dinge in Griechenland.
-^ Haag, 7. Oktober. (T. 1t.) Der „Daily Telegraph" meldet aus Athen: In politischen Streifen Athens wird versichert, daß der König sich auf Oie Seite der Minderheit gestellt yave. Er beabsichtige, Stratos zum
Kriegsminister zu machen.
. Die „Vasler Nachrichten" erfahren, in Pariser Regierunaskreisen habe man sich die Frage vorgelegt, ob es ratsam fei, daß die Entente die revolutionäre Regierung Venizelos' anerkenne und damit die Lösung der griechischen Krise zugunsten der Entente beschleunige.
ssem vorläufig von dieser Maßregel
avzusehen.
Reuter erführt, daß die Entente entschlossen sei, da- ranf zu bestehen, daß die griechische Regiernng ihre Versprechungen bezüglich der Vertreibung der deutschen
Propaganda ans Athen und der Unterdrückung der Re-
servistennnruhen einhält.
Die Arbeit der Uboote im Eismeer.
In einer Woche zehn Norweger versenkt.
Das Kopeuhager Blatt „Politiken" meldet aus Christiauia: Im Laufe der letzte» Woche sind im Eis- mehr zehn norwegische Dampfer mit einer Gesamttou- nage von 13 000 To. von deutschen Unterseebooten zum Sinken gebracht worden. Die Kriegsversicherung verlor hierdurch 10 Millionen Kronen. Nach einer Mitteilung des Kapitäns vom versenkten norwegischen Dainpfer „Britlk" sollen sich laut „B. Z." fünf deutsche U-Boote an der Murnmnküste befinden, die das Eismeer bis zum 72. Grad vollständig blockieren.
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Die norwegisch-englischen Klagen sind, wie die „Germania" schreibt, nur ein Beweis dafür, daß die Arbeit unserer wackeren Uboote im Eismeere unsere
Feinde an einer sehr empfindlichen Stelle trifft. Pkag Die norwegische Regierung ruhig ihre Maßregeln im Sinne der Sänger Konvention treffen. Unser Uvoot- krieg wird dadurch uubccinflußt bleiben. Er gründet sich uicht auf Mängel der norwegischen Neutralität, sonder« auf die Leistungsfähigkeit der deutschen Technik und unserer braven Seeleute. Die „Tägl. Rundsch." sagt: Die Norweger und ihre Presse haben es ganz in der Hand, der Verminderung der Tonnenzahl Einhalt zu tun dadurch, daß sie ihre Schiffe der Uuterstützung unserer Feinde nicht leihen.
ßtiessalletlel
Neuer englischer Fünfmilliardenkredit.
Das englische Parlament wirb sich laut „B. T." gleich nach seiner Wiedereröffnung am nächsten Dienstag mit der Bewilligung eines neuen Kriegskredits beschäftigen. Blau rechnet, wie die „Dailu News" mit- tetlen, mit einem Betrag von zweihundertfünfzig d'kil- lionen Pfund.
Rom rüstet sich auf Zeppeliubefuch.
„ Die „Köln. Volksztg." meldet aus der Schweiz: Gegen die Zevpeliugefahr ordnete die militärische Behörde Roms fünf Alarmschüsfe von der Engelsburg und anderen Punkten der Stadt an. Nach beendeter Gefahr läutet die Kapitolsglocke und danach alle Kirchen- glocken.
Englische RetrutiernngSsorgen.
„Daily News" weihen, das Dienstpflichtalter werde vielleicht noch vor Ende des Krieges erhöht werden müssen, aber man werde dadurch doch nicht viele Soldaten erhalten. Im Kriegsamt glaube man jetzt, daß man durch die Einberufung der vorläufig Befreiten genügend Ersatzmaunschaften bekommen werde.
Politische Rundtoau.
Die Verhandlungen des HauShaltsattsschuises des .W«»«
schufses auch andere Abgeordnete wieder anwesend sein, und viele haben denn auch von dieser Befugnis wieder Gebrauch gemacht. In dieser Woche wohnte der Reichskanzler nur am Montag noch den Verhandlungen bei, aber am Dienstag, Mittwoch und auch am Donnerstag nicht mehr. Wer der Meinung war, datz sich aus dem Redestreit vielleicht eine Kanzlerkrise entwickeln werde, dürste enttäuscht werden. Wie unserm Berliner Mitarbeiter nämlich von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, hat sich in der Stellungnahme der Parteien zum Reichskanzler und znr Ubootfrage, über die hauptsächlich wie so oft schon geredet wird, nichts geändert, namentlich wird bestricken, datz sich in der Haltung des Zentrums ein Umschwung vorbereite. Näheres wird man erst aus deu demnächstigen öffentlichen Verhandlungen des Reichstages erfahren, also am nächsten Mittwoch und an den folgenden Tagen, aber auch dann noch nichts von den streng vertraulichen Mitteilungen des Reichskanzlers. Gleichwohl gibt sich für die öffentlichen Reichstagssitzungen schon ein solches Interesse kund, datz die Einlatzkarten für die Tribünenöesucher bereits vergriffen find.
Der fortschrittliche Reichstagsavgeordnete Dr. Heckscher hat das Amt eines Mitarbeiters der Budgetkommission in den Fragen der auswärtigen Angelegenheiten niedergelegt. Wie der „Teutsche Kurier" dazu hört, hängt die Niederlegung dieses Amtes damit zusammen, datz sich Dr. Heckscher in den Fragen der auswärtigen Politik, auch in der Frage der Führung des rücksichtslosen U-Bootkrieges, im Gegensatz zu der durch die Mehrheit der fortschrittlichen Volkspartei vertretenen Meircung befindet.
EmührunzsschWiecigkilenin ganz Enrosa
Die Nachrichten über die überseeischen Mißernten werden überall im feindlichen wie im neutralen Auslande mit größtem Ernste behandelt. Man zweifelt daran, daß Argentinien, Indien und Australien selbst bei sehr gutem Ertrage den nordamerikanischen Ausfall decken können und betrachtet die Versorgung der auf Zufuhr übers Meer angewiesenen Länder vom Frühjahr ab als gefährdet. Ein sehr angesehenes holländisches Blatt prophezeit mit dürren Worten eine Hungersnot für Europa, wenn der Krieg noch lange anbauere; denn die Produktion nehme — zum Teil infolge des Fehlens der deutschen Kalisalze — rasch ab, während der Verbrauch der Kriegführenden stetig steige. Nur ein Gebiet werde sich mit Erfolg vor dieser Hungersnot schützen können — die belagerte Festung Deutschland, das „ausgehungerte" Territorium der Zentralmächte. Denn Deutschland und Oesterreich-Ungarn hätten das Problem der nährwirtschaftlichen Sclbstcrhaltung gelöst.
In der Tat, — es kann so kommen, diese schärfste Ironie des Geschehenen kann zur Wirklichkeit werden. Es kann eine völlige Umkehr der Versorgungsverhült- ntsse eintreten, so daß die, die uns aushungern wollten, scharfen Mangel leiden, während wir auf dem festen Boden in gesicherter Bedarfsdeckung stehen. Schon jetzt hat England Hungerpreise, in wenigen Monaten kann es Hungerrationen haben. Die Gefahren britischer Aushungerungstaktik konnten wir abwenden. Die Aushungerungsgefahr, die von den amerikanischen Weizenfeldern her England und seinen Bnndesgenossen erwächst, ist eine härtere Nutz. Die Briten setzen alles daran, um uus die zehntauseuden von Tonnen Nahrungsmittel abzutreiben, die wir noch von neutralen Ländern empfangen. Ihnen aber schneidet gleichzeitig die Natur Millionen von Tonnen ab, die sie zu not- wendiger Bebarfsbesriedigung braucheu. John Bull steht einem -Hnnaerkr?--.» ■nm* »«-'Yot^. -'■"""■— -- —^ *■
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Vermischtes
Eine Umprägung der Goldmünzen bevorstehend.
An eine amtliche Aufforderung zur Ablieferung von Goldsachen knüpft der „Köln. Ztg." zufolge der Bürgermeister von Camberg a. S. folgende Bemerkungen: Da vermutlich nunmehr der größte Teil der im Umlauf befindlich gewesenen Goldmünzen zur Reichsbank zurückgeflossen ist, und man annehmen kann, daß sich nur noch ganz geringe Mengen davon im Verkehr befinden oder zurückgehalten werden, will man, wie wir be- stimmt hören, mit der Umprägung des Geldes beginnen. Die neuen Goldmünzen sollen allegorisch an die eiserne Zeit erinnern, und es sollen außer 10- und 20-^-Stücken auch 50-.//.-Stücke ausgeprägt werden. Man hofft, die ganze Umprägung bis zu Beginn des nächsten Jahres beendet zu haben. Nach dieser Zeit verlieren, die jetzt im Kurs befindlichen Reichsgoldstücke ihren llmlaufswert. Der Entwurf zur neuen Prägung soll künstlerisch hervorragend ausgeführt werden und sich wesentlich von der bisherigen Prügungsform unterscheiden.
Strafe für verschwiegene Lebensmittelvorräte. Vom /Dresdener Schöffengericht wurde eine Professorsfrau zu 900 Mark Geldstrafe oder 60 Tagen Gefängnis verurteilt, weil sie bei der letzten Bestandsaufnahme 240 Pfund Zucker und 52% Pfund Fleisch verschwiegen hatte.
Mit ihren drei Kinoern in den Tod gegangen. Als am Freitag in der Gneisenaustratze zu Posen die Wohnung des im Felde stehenden Eisenbahnschassners Ha- nisch, dessen Familie seit einigen Tagen nicht gesehen worden war, gewaltsam geöffnet wurde, faub mau die Frau und ihre drei Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren tot in den Betten liegend. Die Frau, die seit einiger Zeit schwermütig war, hatte die Gashähne in dem Schlafzimmer geöffnet und mit ihren Kindern den Tod gesucht.
Rnsfische „Humanität". Der Berichterstatter des „P. L.-A." erhielt beim Kommando der 4. Armee Einblick in das östlich von Szelwvw aufgefundene Tagebuch eirres Fähnrichs vom Leib-Garde-Regiment Kexholmski. linier dein 30. April schreibt dieser u. a.: Heute wird der Jufauterist Mieschbach, dem ich am 12. das Trommelfell zerschlug, ins Spital gebracht, und ich bin beunruhigt, daß er sich im Spital beklagen wird. Der Regimeutsarzt versprach mir jedoch, sich für mich zu verwenden. — 20. Juni: Verwundete Soldaten der Leib- Garde-Regimenter Sitowski und Wolhynski erzählen, daß besohlen wurde, alle Gefangeueu und Leichtver- wunbeten, die eingebrallit werden, niederzumachen. Die Deutschen kümpfen meiner Ansicht nach viel ehrlicher als wir Russen. — 81. Juli: Leichtverwundete österreichische und deutsche Gefangene würben auf Befehl des Obersten Kurlow von unseren Soldaten, hauptsächlich von Offiziersdienern, geschlagen. Ein deutscher Soldat, der einen Kopfschutz hatte und noch lebte, wurde mit einem Stock auf den Kopf geschlagen. Der Infanterist Koroliew kann dies bestätigeu. Die angeblichen Greueltaten, von denen unsere Zeitungen so viel schreiben, begeben hauptsächlich unsere Soldaten und Offiziere. Gefangene Offiziere werben bei uns mißachtet. Auf dem Wege zum Stäbe werden sie unter Bedrohungen ihres Lebens gänzlich angerauht; alle Leichen der gefallenen Feinde werden beraubt, ia sogar eigene Tote nicht verschollt.
An Mgerkamps im Westen.
Eine hübsche Schilderung eines FliegerkampfeS im Westen im Gebiet der Somme gibt von einer Reise, bis er an die deutsche Westfront unternahm, William Ba- yard Hale, der Chef des Berliner Redaktionsstabes der amerikanischen Hearst-Presse. Der der „Köln. Ztg." zur Verfügung gestellte Bericht lautet folgendermaßen:
Es war ein schöner Kampf. Alle meine Instinkte, mein Verstand sagen mir zwar, datz alle Anstrengungen von Menschen, sich gegenseitig umzubringen, nur häßlich sein können. Aus tausend Gründen sollte ich das. was ich sah, verabscheuen — aber ich kann jetzt an keinen dieser Gründe denken. Als ich zuerst aufblickte, sah ich vier dünne Flecken in der Luft. Schwalben mögen aus naher Entfernung so ausgesehen haben oder ein Quartett von Sommermücken. Der scharfe Widerhall von berstenden Granaten ließ das Auge aufblicken, ein schärferes Geräusch als der ferne Donner von Thtepoal oder das beständige Rollen des Trommelfeuers in Pozieres. Die Flecken kreisen gleich trägen Bussarden über den Sommerhügeln. Es waren vier englische Flugzeuge, die auf Rekognoszierung ausflogen, von ihrer Armee- basis aus. Jetzt wurde der Himmel, der sich über der Pikardie wölbte, Zeuge der Erneuerung eines alten Sports der Könige. Von der Faust aufmerksamer Beobachter aus, die von der Spitze eines Hügels aus kommandierten, wurden zwei Falken die Hauben abgerissen, schwangen sich in die blaue Luft und stürzten sich auf den Feind — zwei deutsche Habichte auf der Verfolgung. Wenn man ein halbes Dutzend kundige Eisläufer ins Eis hat Figuren laufen sehen, wenn man sich ein Menuett vorstellt, das nach Walzermusik getanzt wirb, wenn man in einem müßigen Augenblick den Zusam- menfetzunge» eines Kaleidoskopglases zusieht, dann hat man ungefähr das Verständnis für das Schauspiel.
Sechs Vögel beschrieben in graziösem Kampfe Kreise um die roten Strahlen der untergehenden Sonne. Plötzlich neigte sich einer der englischen Vögel zu uns herab, wurde größer, nahm Gestalt an, unb wurde ein englischer Zweidecker, der sich auf die deutschen Verfolger stiirzte. Aber er unternahm den Versuch allein. Seine drei Begleiter stiegen in unruhigen Kreisen höher zum
Himmel empor. Es war klar, daß der englische Vogel nur einen von den deutschen Habichten sah. Der Raubvogel und die Verfolger trafen sich auf einem Kampffelde, 8000 Fuß hoch über der alten Erde, die jetzt so manche neue Schauspiele sieht. Sie begannen in schönen Ringen und Kreisbewegungen gegeneinander zu manö- verieren. Währenddem stürzte sich der zweite deutsche Falke auf das kämpsende Paar. Und nun schwebten die Wolken von lilafarbigem Rauch um drei Luftkämpfer und fluteten hin und her wie dünne Kindersptelzeuge mit Fallschirmen. Ganz plötzlich wurden die vollkommenen Kreise, die der Engländer beschrieb, unterbrochen.
Das prächtige Gebilde schwankte und zitterte hin und her, ein Flügel hing herunter. Mit dem andern Flügel noch in der Luft, stürzte der verwundete Vogel in einer gewaltigen Spirale mit erschreckender Schnelligkeit zur Erde.
Der Beobachter erzählt dann, wie die beiden Engländer, die das Flugzeug trug, gefangen und im deutschen Lager gepflegt wurden. Er rühmt die gute Behandlung, die sie dort fanden. Er erzählt: Am folgenden Tage, als ich im Fliegerkasino atz, fand ich, datz der Ehrengast noch ein anderer englischer Flieger war, den gerade der berühmte Bölcke als sein zwanzigstes Beute- srück heruutergeholt hatte. Es war der Kapitän E. R. Wilson, 26 Jahre alt. Bökkke schoß den Benzinbehälter des Engländers entzwei, und die Maschine kam brennend herunter, wobei sie eine sehr geschickte Landung machte. Die Höslichkeit und ^Gastlichkeit seiner Feinde fFers"als man ilm nötigte, unter einem Trupp von netten deutschen Fliegern Platz zu nehmen, die nur in ihre feldgraue Uniform und in das kragenlose Hemd gekleidet waren. Man brächte ihn bald dazu, daß er sich heimisch fühlte, und man entließ ihn nicht ohne die Tröstung eines bescheidenen Whisky mit Soda. Am Abend sollte er ins Gefangenenlager, aber unter den Fliegermannschaften, seinen Kollegen, war er Ehrengast, kein Gefangener. Wenn Vornehmheit beim Kampfe, guter Humor in der Niederlage und Höflichkeit als Sieger mit "dem Kriege aussöhnen können, so ist dies sicher besonders der Fall bei den Fliegern.
Deutsche Heldentaten.
Am 22. Juni 1916, ungefähr zwischen 8 und 9 Uhr vorunttags, iahen der Wehrmaun August Schwelluus aus Charlottenruh, Kreis Gerdauen, und der Musketier Hermann Kevens aus Meppen von der 10. Kom pagnie Jnf.-Regts. Nr. 43 ungefähr 100 Meter vor der eigenen Stellung einige Zeltbalmen, die ihnen verdächtig erschienen. Sie krochen vorsichtig heran, um festzustellen, welche Bewandtnis es damit habe. Als sie dicht herankamen, stellten sie ungefähr 30—40 Franzosen fest, die sich mit ihren Zeltbalmen zugedeckt hatten und anscheinend schliefen. Da es den beiden nicht ratsam erschien, sich mit der großen Uebermacht einzu- lasscn, krochen sie wieder zum eigenen Graben zurück und teilten ihre Wahrnehmung dort mit. Hierauf bewaffneten sich der Unteroffizier Klein aus Königsberg, Unteroffizier Erich Wollenberg aus Königsberg, Musketier Backhaus aus Celle, Musketier Becker aus Schäferei, Kreis Königsberg, Musketier Kalb aus Rudsdaurmen, Kreis Gumbinneu, sowie die beiden zu Anfang Genannten und schlichen sich von Granatloch zu Granatloch an den Feind. Als sie bereits ziemlich nahe Hermmekomme» waren, wurde ihre Annäherung bemerkt. Nun stürzten sich die 2 Unteroffiziere und 5 Mann auf den Gegner, überwälttgten zunächst 2 Offiziere und nahmen nach kurzer Gegenwehr sämtliche Leute gefangen. Es stellte sich heraus, daß dies im ganzen 2 Offiziere und 39 Mann waren. Nach Gefangenenaus- fagen handelte es sich um den Rest einer französischen Könipaguic, die des nachts eine vorgeschobene Stellung hatte eimiehmcn sollen.
Sämtlichen an dieser Unternehmung beteiligten Unteroffizieren und Mannschaften wurde in Anerken» nung ihrer bewiesenen Unerschrockenheit und Tapferkeit das Eiserne Kreuz 2. .Klasse verlieben.
Weitere Drahtnachrichten.
Millionenwert der versenkten „Franconia".
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Die italienische Landung in Nordepirns.
o^ Lugano, 7. Oktober. (T. IL) Blärtermeldungen §?» en ,^ ariechßchen Truppen den Auftrag, sich vor den italienischen Truppen zurückzuziehen. ste» ooch werden in Nordepirus die griechischen Ztvtkbebör- deu weiter «mcktNM. °