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Las Rauschen des Flugzeuges; inzwischen aber hatte der Himmel sein Aussehen verändert. Gewaltige Scheinwerfer sendeten ihre Strahlen gegen das Firma­ment und beleuchteten den Himmel taghell. Dazwischen hämmerten die Maschinengewehre, und die Infanterie und Polizei schoß mit Gewehren und Revolvern in die Lust. Es war nicht klar, worauf sie schössen, denn die Scheinwerfer hatten den Zeppelin noch nicht gefunden und festgehalten, und die Schießerei war ein zielloses, panikartiges Herumfeuern. Unterdessen war das Luft­schiff aber bedeutend höher gestiegen. Der Zeppelin stand ungefähr über dem Park Carol, und rings um ihn herum platzten die Schrapnells und umgaben ihn mit blauen Wölkchen. Auch rumänische Flieger schienen endlich aufgestiegen zu sein, man hörte das Knattern der Aeroplane, und ein fernes Hämmern scheint aus der Höhe zu kommen. Der Zeppelin richtet wahrschein­lich gegen die rumänischen Aviatiker sein Maschinen­gewehrfeuer. Immer weniger sichtbar wird der Zep­pelin, und plötzlich ist er aus dem Bereiche der Schein­werfer verschwunden.

Der folgende Tag sieht Bukarest in verstörter Laune, alles Leben scheint aus dieser frohen Stadt ge­schwunden zu sein, das Volk verkriecht sich, zu Tode geängstigt: die Rumänen beginnen zu verstehen, was es heißt, mit den Zentralmächten Krieg zu führen. Häufige Zeppelinbefuche in Bukarest sind wohl das Schlimmste für diesesKlein-Paris", alles Leben des Landes, welches hier seinen Mittelpunkt findet, wird bald in Angst und Bangen ersterben. Die Zeppelin­grüße aus den Lüften werden die radikalste Kur für alle diejenigen bilden, die den Krieg herbeisehnten solange sie sich ihn als einen harmlosen Spaziergang vorstellten. (OKM.)

Furchtbare Wirkung der Bombenabwürfe.

^ Sofia, 5. Oktober. (T. II.) Die Insassen des am Samstag früh über Sofia abgeschossenen feindlichen Flugzeuges wurden am Sonntag nach Sofia gebracht. Beide Flieger sagten aus, die Wirkung der Bombenab­würfe aus Zeppelinen und Flugapparaten auf Bukarest sei fürchterlich verheerend gewesen. Ganze Stadtteile wurden vernichtet. Die Brände dauerten tagelang, da zu wenig Kräfte vorhanden waren, um die Feuers­brünste zu lokalisieren.

Daily Chronicle" meldet aus Bukarest: Es wur­den durch die bisherigen Luftbombardements auf Stadt und Bezirk Bukarest 164 Personen getötet und etwas über 300 verwundet. Insgesamt haben auf den Fe­stungsbezirk Bukarest bis jetzt 9 feindliche Luftangriffe stattgefunden.

Die Lage in Griechenland bleibt verworren.

^ Genf, 5. Oktober. (T. U.) Die Verworrenheit der griechischen Verhältnisse gibt sich laut Tgl. Rdsch." u. a. auch darin kund, daß »te angeblich aufgelösten

Reservistenverbände tätiger als je zuvor sind.

DieKölnische Zeitung" meldet aus Wien: Aus der zunehmend unsicher werdenden Berichterstattung der Verbandsgruppe über die griechischen Vorgänge gewinnt die öffentliche Meinung immer mehr den Ein­druck, daß deren anfänglicher Jubel über die Revolte von Venizelos nur auf Schwindel aufgebaut und Bluff war, und daß der Verband jetzt eingestehen muß, er habe sein Spiel in Griechenland verloren. Es gilt hier als ziemlich sicher, daß Venizelos aus dem Festland und sogar auf den Inseln, soweit sie nicht unter der

stand findet.

Ruhe in Athen.

w Lugano, 5. Oktober. (T. It) Ein Athener Tele­gramm desSecolo" meldet lautB. T.", daß, obwohl fast alle griechischen Inseln sich Venizelos angeschlossen haben, Athen selbst in äußerster Ruhe und Gleichgültig­keit verharrt. Alle Gerüchte, daß auch in Athen Revo­lution ausgebrochen sei, seien erfunden. Dagegen habe die griechische Regierung von den griechischen Kolonien in den Ententeländern Telegramme erhalten, worin sie gebeten wird, sich der Entente anzuschließen.

kriessallerlei.

Lnftschisfangriff auf einen englischen Dampfer.

» Rotterdam, 5. Oktober. (T. It.) Aus Maasluis wird lautB. L.-A." gemeldet, der englische Dampfer Serula", auf der Reise von Rotterdam nach Manche­ster, befindet sich sieben Meilen westlich von Noorthtn- der in Seenot. Er wurde von einem Luftschiff ange­griffen und verfolgt.

Zurückhaltung der französischen Sparer.

s-K- Bern, 5. Oktober. (WTB.) Aus einem Leit­artikel Hervees in derVictoire" geht hervor, daß die französischen Sparer sich zur Zeichnung der neuen Kriegsanleihe nicht gerade drängen. In dem Artikel heißt es. wenn niemand die neue Anleihe zeichne, würde die Regierung gezwungen sein, bald Frieden zu machen.

London leidet unter Milchknappheit.

In London kostet 1 Quart Milch (1.135 Liter) ge­genwärtig 6 Pene, d. i. 50 Pfennige oder für 1 Liter etwa 44 Pfennige. In derDaily News" wird über diesen Preis Klage geführt, gegen den, wie aus dem Artikel hervorgeht, Protestversammlungen abgehalten werden. Das Blatt verlangt, daß auf jeden Fall das Abschlachten von Milchkühen verboten und dadurch die Nation gegen eine weitere Steigerung der Milchknapp­heit geschützt werde.

Feldmarschall French erkrankt.

gn London ist amtlich bekanntgegeben worden, daß efehlshaber der englischen Streitkräfte des Landes, Feldmarschall French, an einer schweren Erkältung er­krankt ist und sich gezwungen sieht, das Bett zu hüten. Er muß sich daher für einige Tage von allen Geschäften fernhalten.

Politische Rundschau*

Der bayerische Kammerpräsident von Orterer schwer erkrankt. DerKöln. Volksztg." wird aus Mün­chen gemeldet: Der Präsident der Zweiten Summer Dr. v. Orterer ist schwer erkrankt. Er wurde in die Klinik gebracht und mit den Sterbesakramenten ver­sehen.

Tirpitz lehnt die Reichstagskandidatur ab. Wie denL. N. N." aus Dresden gemeldet wird, fand in Würzen eine gemeinsame Sitzung der Vertrauensleute der konservativen Partei und des Bundes der Land- wirte statt, um an Stelle des verstorbenen Geh. Justiz­rats Dr. Giese einen Kandidaten für die Nachwahlen aufzustellen. Aus dem Wahlkreis heraus war allge- mein der Wunsch geäußert worden, das konservative

Mandat dem Großadmiral von Tirpitz anzutragen. Mit großem Bedauern nahm man deshalb die Nach­richt auf, baß Großadmiral von Tirpitz eine Kandidt- tur, nachdem er Für und Wider ernstlich bedacht, ab­gelehnt habe und zu dem Ergebnis gekommen sei, im Jntereye der großen Sache im jetzigen Augenblick nicht parlamentaruch aufzutreten.

Ueber Fragen der BolkSernährung hat sich König Ludwig von Bayern in einem Handschreiben an den SsEsmimster Freiherrn von Soden ausgesprochen. Es heißt dann:Mit lebhaftem Interesse verfolge ich alle Maßnahmen und Einrichtungen auf dem unter

Verhältnissen so wichtigen Gebiete der Volksernahrung. Unter den Vorschlägen, durch die be- lMkrs m den Städten die Lage der von Ernährungs­schwierigkeiten bedrängten Bevölkerungskreise erleich­tert werden soll, erscheint mir der Gedanke, in groß- Sügrger Wetze Volksküchen und ähnliche öffentliche Lpeyeanstalten emzurichten, vorzüglicher Berücksich- nachdrücklicher Unterstützung wert. Ich sinde mich deshalb bewogen, der Förderung solcher Unternehmungen die Summe von 200 000 Mark aus neu zu meiner Verfügung stehenden Mitteln zuzuwen- der ziervewußten und unverdrossenen Arbeit der staatlichen und gemeindlichen Stellen gelin- 6eu, im Volke die Erkenntnis zu stärken, daß für lernen Ernährungszustand ausreichend gesorgt sei.

3m Trommelfeuer an der Sammt.

^nIbas den ganzen Kämpfen seinen Stempel auf- druckt, sind die ungeheuern Artilleriekämpfe. Ein Rol­len, Zittern und Grollen, wie bei einem Erdbeben. Wir lagen immer, wie Maschinengewehrfeuer. 20 Klm. hin- ter der Front zittern noch die Fensterscheiben und Haus- wande. Mein Ruhequartier wackelt schon seit Stunden ist genau über den Weg orientiert. Dort geht es über Sturzäcker, durch Laufgräben, ein Stück über Chaussee. Diese stelle ist bekannt für Schrapnell, jene für Granaten, sie werden umgangen, oder wo es sich nicht vermei­den lagt, einzeln, zu mehrern hindurchgehuscht. So be- wegt man itcs) drei bis vier Stunden. Kommt man in zu heMges Feuer, so sucht ein jeder Schutz in einem Gra- nattrrchter. Natürlich kann das Vorgehen nur bei Nacht erfolgen. Wenn notwendig, ist es aber auch schon bei Tage gegarrgen. Man wird zum reinsten Indianer. Man Uhlercht, kriecht, lauft was das Zeug hält. Es kommen die zwei letzten Kilometer vor der Stellung. Unaufhör­lich steigen an der Front Leuchtkugeln hoch. Rechts und links, wo man hinsieht, Loch an Loch, vom kleinsten bis größten Kaliber, in das sich bequem 10 bis 14 Mann legen können. Durch Volltreffer zerstörte Wagen sper­ren den Weg. Dort liegt ein Toter. Keiner hat Zeit, ihn zu begraben, den auf dem Marsch die Kugel ereilte. Das Gewehr noch in der gekrampften Hand, liegt er auf dem Gesicht. Tornister, Granaten, Helme, Ausrüstung und Waffen jeder Art sind zerstreut. Gehöfe liegen in Schutt, nur ein Balken ragt gespenstig in den Mond. Neben einem Baumstumpf träumen die abgeschossenen Aeste von langst erloschenem Leben.

Da, ein Aufblitzen! Scheinwerfer und schon laufen die Geuhope herein. Kein Mensch mehr ist bei schärfstem Hinsehen zu erkennen. Alles liegt wie tot. Und dann geht es weiter zum vordersten Graben. Laut­los übernimmt ein jeder den Platz, den Kameraden tage­lang ichon betreuen. Es ist abgelöst. Keine Sekunde, aber auch wirklich keine, gesunde. wo ein Aauil- wird MMMeinö setzt mit melseuer ein. Man sieht nichts mehr. Die ganze Luft ist von grauem und schwarzem aufgewirbeltem Staub ge­schwängert. Ununterbrochen pfeifen eiserne Vögel in der Luft, um beim Aufschlagen auf den Boden mit tausend Fetzen Verderben zu bringen. Von dem Schützengraben ist schon nicht mehr als eine Mulde übrig. Die Eingänge der Unterstände sind verschüttet. Mit dem Spaten wird sich herausgearbeitet. Die Artillerie hat ihr Feuer wei­ter nach hinten verlegt. Die Flieger versuchen unsere Leute mit dem Schießen in den Deckungen zu halten. Aber mir wissen Bescheid. Schon beginnt unsere Rache mr das Trommelfeuer. Handgranaten fliegen zu Huu- derten in die Reihen der Anstürmenden.' Maschinen­gewehre tacken dazwischen. Verabredete Leuchtzeichen fliegen hoch, und schon beginnt unsere Artillerie mit Sperrfeuer. Ein Bild voll grausiger Schönheit. Der Gegner ist abgeschmiert.

Eine neue Methode erfand er, um unsern eisernen Wall zu durchbrechen. Keine Artillerievorbereitung. Noch ist es kaum Tag geworden. Der Posten macht eine Meldung. Im ersten Augenblick hält man ihn für verrückt. Wir stürzen heraus und sehen's mit eigenen Augen. Bis auf 200 Meter führte der Gegner mit Au­tos neue Truppen an unsere Linie heran, um sofort anzugreifen. Tollkühn, aber er wird abgeschmiert. Die Auto-Motorpflüge werfen Gräben aus, bis ihnen unsere 21 Ztm.-Mörser ein Ziel gesteckt haben. Es klingt un­glaublich. Ich habe es gesehen mit meinen eigenen Augen.

Und nun das letzte Bild. Ein Erlebnis meiner Kompagnie. Noch ist es keine 24 Stunden her. Halb 12 nachts. Geringes Arrilleriefeuer. Wir sitzen im Unterstand, schlafen konnte ich nicht. Es lag mir etwas in den Nerven.Ick wußte es, obwohl es mir von andern abgestritten wurde, heute nacht greifen sie an. Da, ein schriller Pfiff vom Posten 6 und schon fliegen zwei feindliche Handgranaten in meine Kompagnie. Alles stürzt heraus. Die Maschinengewehre rasen los. Leuchtkugeln erhellen das Gelände taghell. Aber durch den Rauch der Handgranaten ist nichts zu sehen. Dort schreit einer auf, der getroffen. Einige Meter von mir krepieren so ein paar Sandinger. Ich bleibe verschont. Zwanzig Minuten dauerte das Theater und schon kann ich dem Bataillon melden:Feindlicher Angriff glatt abgeschlagen". Diese Freude! Nur mein Abschnitt war angegriffen worden. In all dem Grausigen doch so viel Erhebendes, was die Haltung der Mannschaften angeht. (Köln. Ztg.)

Vermischtes.

Eine Flucht in die Oeffentlichkeit. Der Bürger­meister von Metz, Dr. Foret, hat sich veranlaßt gesehen, folgende öffentliche Belohnung auszuschreiben: In der Bevölkerung wird fortgesetzt wider besseres Wissen das Gerücht verbreitet, bei Mitgliedern des Gemeinderates und der Lebensmittelkomnnssion seien große Beschlag- nahmungen von Lebensmitteln, unter anderem 17 Schinken, für 3000 Mark Wurst, erfolgt; außerdem sei ihnen von der Fuluparkkolonne das Schmalz fäs- ferweise zugefabrerr worden. In sieben Sühnegerichts- verhandlttugen und durch zahlreiche Untersuwungen konnten bis jetzt die Urheber oder Verbreiter der ge gen die Ehre verdienstvoller, treusorgender Mitglieder des Gemeinderates gerichteten, verleumderischen Kund- Sebung nicht festgestellt werden. Die Stadt setzt des- alb eine Belohnung von 500 Mark für den aus. der

die Urheber oder Verbreiter dieses verleumderischen Gerüchts so zur Anzeige bringt, daß ihre gerichtliche Bestrafung erfolgt.

Schulspeisung in Berlin. 36 000 Schulkinder ladet sich die Stadt Berlin täglich zu Gaste und die Zahl soll in den nächsten Monaten noch beträchtlich vergrö­ßert werden. Heute schon wird bedürftigen Kindern an 50 Stellen, meistens in Turnhallen und Schulen, der Tisch gedeckt.

Kinderreiche Atuiter als Ritter der Ehrenlegion. Der in Franreich sich immer mehr bemerkbar machende Geburtenrückgang hat schon zu den merkwürdigsten Ratschlägen geführt. Nun ist ein französischer Arzt und Abgeordneter namens Peyroux auf den genialen Einfall gekommen, allen Frauen, die zwölf Kindern das Leben gegeben haben, den Orden der Ehrenlegion zu verleihen, sofern sie sich nicht durch Vorbestrarung oder einen notorisch schlechten Lebenswandel dieser Auszeichnung unwürdig gezeigt haben.

Neyyork London in dreißig Stunden? Wie Stockholms Dagblad" erfahren haben will, hat sich in der amerikanischen Stadt Wilmington eine Luftver­kehrsgesellschaft unter dem NamenAmerican Aircraft Comxany" gebildet, die, wenn alles wie vorgesehen verläuft, eine Luft-Verkehrslinie für Post- und Passa­gierbeförderung über den Atlantik bereits in diesem Monat eröffnen will. Der Verkehr soll mit gewaltigen Wasserflugzeugen betrieben werden, die in der unmit­telbaren Nähe von Neuyork gebaut werden. Mit ih­rer Maschinenkrast von 300 Pferdekrästen sollen diese Aeroplane 150 Seemeilen in der Stunde, also etwa dreimal soviel wie ein Schnellzug, zurücklegen können. Jedes Flugzeug soll 4500 Kilo wieger und imstande sein, 1500 Kilo Brennstoff mitzuführen. Die Tragkraft soll 12 500 Kilo betragen. Wenn kein unerwartetes Hindernis eintritt, so soll, schreibt die schwedische Zei­tung, die erste Ueberfabrt bereits Ende Oktober oder Allfang November stattfinden. Warten wirs ab.

Las kühne Luskunlemehmen des

Oberleutnante von Löschet

Von einem eigenartigen kühnen Unternehmen er­halten wir durch unsere Oberste Heereslestung Kennt­nis, das die Vielseitigkeit unserer tapferen Flieger im schönsten Lichte zeigt. Schon bisher haben wir alle Ur­sache gehabt, die hervorragenden Verdienste unserer Flieger dankbar anzuerkennen. Erst in der letztvergan- aenen Woche gelang es diesen kühnen Beherrschern der Lüfte, allein auf dem westlichen Kriegsschauplatz mehr als 50 feindliche Flugzeuge herunterzuholen. Neben dieser Kamvftätiqkeit hat die Aufklärungsarbeit unserer Flieger die größten Verdienste aufzuwetsen, da nicht selten die glänzende Lösung der strategischen Ausgaben der hingebungsvollsten Arbeit unserer Flugzugffihrer und Luftkundschafter zu verdanken sind.

Oberleutnant von Coschel und Vizewachtmeister Windisch haben nun eine neue Glanzleistung aufzuwei- sen. Ohne Rücksicht auf die Gefahren, denen sie aus- gesetzt waren, haben sie das Gelände im Rücken des Feindes aufgesucht, um den Feind in der empfindlich­sten Weise zu schädigen. 24 Stunden lang hat Ober- leutllant von Coschel im Rücken des Feindes, umlauert von Todesgefahren, ein großes Werk zur Schädigung des Feindes durchgeführt, indem er die Bahn Rowno- ProLn au mehreren Stellen unbrauchbar machte. Man muß sich die Wichtigkeit.dieser Eisenbahnlinie verge- genwärttgen, um die Bedeutung dieses ktihnen und er­folgreichen Luftunternehmens des Oberleutnant von Coschel richtig würdigen zu können. Brody ist derje­nige Eisenbahnknotenpunkt, der den Rüsten für ihre große Offensive in Richtung auf Lemberg den notwen­digen Ersatz an Mannschaften und Material liefert, der großen Teils aus der Festung Rowno über die bedeu­tende Eisenbahnstrecke Rowno-Brody an die entschei­dende Front herangefichrt wird. Eine Unterbrechung dieses Weges ist für den Transport des notwendigen Ersatzes naturgemäß von ungeheurem Einfluß. Bei dem Geist, der einen solchen Flieger beherrscht, kann man annehmen, daß er seine Aufgabe in der wir­kungsvollsten Weise gelöst und eine schnelle Wieder­herstellung des zerstörten Schienenweges unmöglich ge­macht hat.

War das Unternehmen an sich schon von dem schön­sten Seldengeiste getragen, so ist sein Gelingen um so erfreulicher. Wie in einem Manöver hat der Vize- feldwebel Windisch seinen Fluggast in die Richtung südwestlich von Rowno getragen, dort zur Verrichtung seiner Slrbeit abgesetzt und ist selbst wieder zurückgeflo- gen. 24 Stunden hat nun Oberleutnant von Coscbel in einer vom Feind sicherlich gut besuchten Strecke ein schwieriges und gefahrvolles Unternehmen durchgeführt und es so einzurichten gewußt, daß der Feind nicht die geringste Beobacktung macken konnte. Planmäßig wurde er dann wieder von seinem tapferen Flugzeug­führer abgeholt und zu feinem Truppemeil zurückge- bracht.

Dieses Unternehmen hört sich, abgesehen vmr dem großen militärischen Erfolge, den es in sich schließt, wie eine schöne Heldenballade der modernsten Waffe an, die den kühnen B-abrten unserer U-Bool-Führer gleichgestellt werden kann. (OKM.)

läßt ebenso wie ihre Vorgängerinnen ein günstiges Er- gebnis erwarten. Es liegen Mitteilungen vor, die da­hin lauten, daß die Zeichnungen irr sehr befriedigender Weise eingelaufen sind:

w Karlsruhe, 5. Oktober. (T. II.) Von zahlreichen badischen ZeicknungSstcllen wird gemeldet, daß infolge der in den letzten Tagen außerordentlick gestiegenen Zeichnungen die Summe der bei der vierten Kriegs- anleihe gezeichneten Beträge erheblich überschritte« werden dürfte.

Die Zeichnungen bei den Großbanken find, wie dir Voss. Ztg." hört, in einem solchen Umfange erfolgr, daß auf ein sehr befriedigendes Ergebnis zu rechnen ist.

Weitere Drahtnachrichten.

Französische Mexikosorgen.

«= Bern, 5. Oktober. (T. U.) DerTemps" mel­det, daß Frankreich nickt obue schwere Besorgnisse aus die Zustände in Mexiko blicken könne, da dort nich! weniger als drei Ntilliarden französischen Kapitals in= i teresstert seien. Frankreich bedauere, auf die Zurede Wlsons Carranza anerkannt zu haben. Das Vertrauen zu Carranza habe sich ebenso wenig gerechtfertigt wie das zu Wilson, der durch die Erhaltung des Friedens ; sich der höchsten Dankbarkeit seines Landes versichert ' zu haben glaubt.