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Äe Besatzung erneI dort angekommenen holländischen Danrpfers folgendes erzählte: Man hat, während der Dampfer in London in den Docks lag, gesehen, daß ein Zeppelin heruntergeschossen wurde. Das Luftschiff schien von Abwehrkanonen angeschossen zu sein, denn es schwebte in geringer Höhe über der Küste. Plötzlich sah man, daß sich über dem Zeppelin ein Flieger be­fand, der mit einem roten Licht Signale gab. Gleich darauf erscholl ein Knall, und der Zeppelin stürzte in Flammen gehüllt zu Boden. Offenbar hatte der Flie­ger eine Bombe auf das Luftschiff fallen lassen und ihm damit den Gnadenstoß gegeben.

Der AmsterdamerTijd" wird aus London berich­tet, daß die gefangen genommene Besatzung des einen der beiden herabgeschossenen Luftschiffe die militäri­schen Instruktionen und wichtigsten Einzelteile des Luftschiffes vernichtet oder über das Land verstreut habe.

Ein Reuterberichterstatter meldet von einem Orte an der Themse, den er nicht nennt: Als die Menge sah, wie das Luftschiff langsam zur Erde niedersank, entstand eine unbändige Freude unter den Zuschauern. Ausgelassen tanzte man und schwenkte Hüte und Mützen. Dann fiel das Luftschiff blitzschnell herab, und nun wurde der Enthusiasmus noch größer. Männer und Weiber tanzten wie Verrückte und die Dampfer auf dem Flusse ließen ihre Sirenen ertönen.

Der Zeppeliuschadeu in London

®s» Haag, 26. September. (T. U.)Central News" meldet lautTgl. Rdsch.": Es scheint, daß der letzte Luft­angriff in der Hauptsache London galt. Jedenfalls sind in London und im Bezirk um London bedeutend mehr Bomben gefallen als in anderen Bezirken. Die Bom­ben waren durchweg von schwerem Kaliber, Ueber 160 Häuser wurden vernichtet oder beschädigt. Die Anzahl der in London selbst getöteten Personen beträgt bis jetzt 28, die der verwundeten 99. Auch diese Tatsache beweist im Vergleich zu der Anzahl der Getöteten und ver­wundeten Personen in den übrigen Bezirken, daß der Angriff in erster Linie auf London gerichtet war.

Ein britischer Kreuzer versenkt.

Der größte Teil der Besatzung ertrunken.

Wie das Athener BlattEmbros" lautNational- zettung" mitteilt, meldet der Kapitän des im Piräus eingetroffenen DampfersArgostolton", er habe bet der Ausfahrt aus Mudros gesehen, wie ein Untersee­boot einen dort einfahrenden englischen leichten Kreu­zer und ein Transportschiff mit englischen Truppen torpedierte. Beide Schiffe sanken innerhalb weniger Minuten. Nach seinem erfolgreichen Angriff verschwand das Unterseeboot. Der größte Teil der Besatzung des Kreuzers und viele Soldaten, die sich auf dem Trans­portschiff befunden hatten, ertranken.

Die Versenkung eines Transportschiffes mit Trup­pen an Bord durch ein deutsches Unterseeboot war am Freitag gemeldet worden. Von der Versenkung eines englischen Kreuzers war bisher nichts bekannt.

Ubootsarbeit im Mittelmeer.

-s-s- Genf, 26. September. (T. U.) Der Paketdam­pferCaucaes" wurde lautBl. Mp." im Mittelmeer von einem deutschen Unterseeboot gesichtet und be­schossen. Dem Dampfer gelang es, in den Hafen von Marseille zurückzuflüchten. Nach einer Athener Mel­dung des Lyoner Nonvelliste wurde ein englischer Seg­ler von einem österreichischen Torpedobootszerstörer versenkt.

Die Revolution auf Kreta.

Die Insurgenten Herren der Insel?

^a^

Kreta beherrschen die ganze Insel. Sie haben Kanea, Heraklion und andere Städte an der Küste besetzt. Die griechischen Behörden haben alle Regiernngsgevände den Führern der Separatistenvewegnng ausgeliefert. Man betrachtet die Insurrektion als völlig gelungen.

Die kretische königliche Leibwache hat sich aufgelöst. Nur 11 Leute sind loyal geblieben. Der LondonerDaily Telegraph" weiß dazu noch aus Athen zu berichten: In Heraklion kam es zu einem Kampfe. Die Garnison wurde rasch überwältigt. Hunderte von Offizieren fliehen aus den griechischen Häfen und schließen sich den Nationalisten in Saloniki an.

$*> Genf, 26. September. lT. U.) Lyoner Blätter melden lautVoss. Ztg." aus Athen: Der Ministerprä-

melden lautVoss. Ztg." aus Athen: Der Ministerprä- sident beschloß ein kriegsgerichtliches Verfahren gegen alle Mannschaften, die an der Salontkier Revolution beteiligt sind. Die griechische Regierung verbot 83 Kre­tern, die im Piräus landen wollten, das Schiff zu ver-

lasten.

Eine neue Ministerkrise nnvermeidlich.

Bern, 25. September. Wie die Times berichten, hält man in Athen eine neue Ministerkrise für unver­meidlich. König Konstantin werde seinen Aufenthalt in Athen nicht weiter verlängern. Das königliche Palais sei bereits geschlossen.

Kriegsallerlel.

Großer Arbeiternmugel in England.

Wie dieVoss. Ztg." aus London erfährt, sei durch die wahllosen Einberufungen zum Heeresdienst in ganz England ein Arbeitermangel entstanden, der viele Arten Industrien und Gewerbe, die nicht Militärbe- dürfnisse herstellen, in nächster Zeit znr Betriebsein- stellung zivingt.

Große englische Munitionsfabrik zerstört.

Londoner Blättern zufolge wurde, wie die Nationalztg." berichtet, bei dem jüngsten Luftangriff auf England in Lincolnshire die größte von der Regie- rung errichtete Munitionsfabrik vollständig zerstört.

Politische Rundschau.

Der Kaiser über die Gefechtsfähigkeit der Flotte. Die Kruppschen Mitteilungen veröffentlichen einen vom 10 September datierten Erlaß des Kaisers, in dem es heißt: Die mit den UnstandsetzungsaMelten der in der Schlacht vor dem Skagerrak beschädigten Schiffe meiner Marine beauftragten Werften, die Kruppschen und andere, haben meinem Rufe, mit voller Kraft die Wiederherstellung der Gefechsfahrgkett der Schiffe zu betreiben, tatkräftig und Mbewnßt Folge geleistet. In überraschend kurzer Zeit ist die Panze- rung ausgebessert, sind neue Schiffe aufgestellt und alle für die Kriegführung so wichtigen Apparate und Instrumente ergänzt worden, so daß die Flotte schon vorige Woche wieder einen ausholenden Vorstoß ge­gen den Feind hat ausführen können. Ich spreche allen Ingenieuren, Werkmetsterm und Werkleuten, die bei den für die Verteidigung des Vaterlandes so bc- deutungSvollen Arbeiten so kraftvoll mitgewirkt haben, meinen kaiserlichen Dank und meine höchste Anerken­nung aus. Das Vaterland kann stolz sein auf solche ^Beschlüsse deS -eutschen LandwirtschaMrates zur Erntthrungsfrage. Der Deutsche Landwirtschaftsrat hat am 21. September eine Verstümmlung abgehaste,l und sich dabei mit den amtlichen Matzmhmen zur Sicherung der BftMLWW.Mlg WWW. ZM teW M Mg'

lungen waren Beschlüsie, in denen gefordert wird zur Hebung der Schweinemast Heraufsetzung der Höchst­preise, Sonderprämien aus Reichs- und kommunalen Mitteln für hohe Ausnutzung des angelieferten Mast­futters bet Mastverträgen, Zuchtprämien für Schweine­züchter, freieste Gestaltung der Erlaubnis zu Haus­schlachtungen: zur Sicherung der Speisefette Zuschüsse zu den Kosten für die Beschaffung friichmllchender Kühe seitens des Reichs und der großstädtischen Kommunen: Wiedereinführung des Kartoffelhandels; längere Gül­tigkeitsdauer der Frühdruschprämien, bessere Organi­sation der in den städtischen Konsumzentren zu gewin­nenden Futtermengen und Erweiterung der Stickstoff­herstellung.

Jetzt kommt Luxemburg an die Reihe. Aus den jetzt in der luxemburgischen Kammer stattfindenden Verproviantierungsdebatten erhellt lautVoss. Ztg.", daß Luxemburg infolge der systematischen Aushicnge- rnngspolitik Englands keine Emsuhr von Lebensrnit­teln aus neutralen Ländern erwarten darf, daß viel- rnehr England ohne Rücksicht auf die unschuldige luxem­burgische Bevölkerung die Aushungerung Luxemburgs als Pressionsmittel gegen Deutschland ausnutzen will.

Leim Verteidiger der bommestout.

Ein amerikanischer Zeitungsmann beim Kronprinzen Rupprecht.

Die folgende Unterredung, die von Seiner König­lichen Hoheit dem Kronprinzen von Bayern am 7. Sep­tember dem ersten Berliner Vertreter der Hearstblätter William Bayard Hale gewährt worden ist, ist von der Londoner Zensur unterdrückt worden. Herr Hale hat nun seinen Bericht über den Besuch im Haupt- auartier des Geueralfeldmarschalls auf drahtlosem Wege nach Amerika gemndt. Der Bericht lautet:

Hauptquartier des Generalfeldmarschalls Kronprinz

Rupprecht von Bayern, an der Sommefront, den 7. September.

Seine Königliche Hoheit der Kronprinz von Bayern war beim Essen heute besonders fesselnd, und ich wage es, ohne irgendeine Ermächtigung oder Erlaubnis, und nur im Vertrauen auf feine Gutmütigkeit, einige Be­merkungen Seiner Königlichen Hoheit niederzuschret- ben, die die Welt wohl aus dem Munde des Oberbe­fehlshabers der deutschen Kräfte vernehmen sollte, die während der letzten drei Tage die große Schlacht an der Somme geschlagen haben.

Der Kronprinz, mit seinem kurz geschnittenen Schnurrbart und seinem braunen durch sein stahlgraues Haar durchscheinenden Schädel, könnte eine kräftigere und viel jüngereNeuausgabe" des Senators Elthu Root fein. Sein kühnes Gesicht, seine schnell ausblitzen­den Augen, seine feinen, aber kräftigen Hände gaben den Eindruck eines Mannes, der vom Scheitel bis zur Sohle lebhaft und umsichtig ist. Von der anderen Seite des Tisches her beobachtete der zwölfjährige Prinz Adal- bert, der während einer Ferienwoche einen unvergeß­lichen Blick auf die Grenzlande in Kriegszett tun durfte, eifrig das Minenspiel seines Vaters; er gab uns nach vielen Tagen wieder den ersten Glanz von Unschuld und kindlicher Freude inmitten dieser frauenlosen Welt der Krieger und der Wunden.

Ich habe nie erwartet," bemerkte der Kronprinz lächelnd, daß ich mich mit so vielfältigen Dingen be­schäftigen würde, wie die, denen ich jetzt nachgehe. Sehr oft baue ich Eisenbahnen, führe Bauten auf, richte Sa­nitätsdienst ein, überwache Postämter, errichte Kranken­häuser oder bestelle die Felder. Krieg ist jetzt etwas sehr Verschiedenes von dem in früheren Tagen. Na­türlich habe ich meine Sachverständigen zur Ausführung

auf mir sitzen. Heutzutage besteht der Krieg in einem Zusammenwirken aller Künste und Wissenschaften, wenn auch leider Ziel und Absicht all dieser Anstren­gungen die schreckliche Aufgabe der Vernichtung mensch­licher Leben ist.

Ja," fuhr der Prinz in tiefem Ernst fort,Sonn­tag, Montag und Dienstag, die Tage, deren tragische Kampftättgkeit Sie so glücklich oder unglücklich waren, mitznerleben, haben bisher den Gipfel der letzten ver­zweifelten Anstrengung der Entente zur Erzwingung unserer Stellung bezeichnet. Unsere Verluste an Gelände kann man auf der Karte mit der Lupe erkennen. Ihre Verluste an etwas viel Wertvollerem, an Menschen­leben, waren geradezu ungeheuerlich. Reichlich und in barer Münze haben sie für jeden fußbreit Boden be­zahlen müssen, den wir ihnen verkauft haben. Zu dem­selben Preise können sie so viel haben wie sie wollen. Wir Deutschen sind vollkommen imstande, die Lücken in unseren Reihen aufzufüllen. Wir haben eine Re­serve an geschulten Offizieren und ausgebildeten Mann­schaften, die noch nicht in Ansprnch genommen worden ist. Wir sind nicht, wie die Generäle der Entente, ge­nötigt, unfertige und unausgebildete Rekruten in die eigentliche Kampffront zu werfen. _

Ob dies der letzte Versuch gewesen sein wird, kön­nen wir nicht wissen. Wir haben als Matz ihrer Kraft ihre Höchstleistung angenommen und sind auf alles vor­bereitet, was sie unternehmen können. Im Interesse Tausender, die in einem neuen Angriff vergeblich vin- geschlachtet werden würben, hoffen wir, daß sie daraus gelernt haben. Soweit es unser Vaterland angeht, so " uns gleich,- wir sind sogar geneigt, weitere Tor- die sie begehen sollten, zu begrützen.

ist es uns gleich; wir sind sogar geneigt, weitere Tor­heiten, die sie begehen sollten, zu begrüßen.

Während der letz ht Wochen haben Sie unsere Front gesehen, und Sie sind durch die ganze Gegend ge= kommen, die bis zu unserer Basis zurückreicht. Dabei müssen Sie die völlige Uneinnehmbarkeit unserer Stel­lungen und unsere überreichliche Vorkehrungen bemerkt haben. Wenn Sie eine Mitteilung von dem, ivas Sie gesehen haben, Ihren Freunden in England zukommen lassen können, so werden Sie vielleicht der Sache der Menschlichkeit einen Dienst erwiesen haberr. Es macht uns traurig, den furchtbaren Zoll von Leiden und Tod, der in dem Hauptbuch der Geschichte ausgezeichnet ist, zu fordern, aber wenn unsere Feinde sich noch in den Kopf gesetzt haben, einige Hektar mehr an blutgedrängtem Boden zu besitzen, so fürchte ich, sie werden den bitteren Preis zahlen müssen."

Hut uns herum waren an dem Tifche die Chefs des Stabes der Armee verfammelt, die seit dem 1. Juli den vereinigten Angriff der Franzosen und Engländer an der Somnic aufgehalten hat. Jeder Einzelne von ihnen bat einen Namen in den Annalen von Feuer und Schwert. Sie rauchten schweigend ihre Zigarren zu Ende, und als der Oberbefehlshaber das Zeichen gab, erhoben sich die Einzelnen, Generäle und Obersten, grüßten und gingen hinaus zu ihrer grausamen Arbeit.

William Banard Hale.

Vermischtes.

Riesige Getreideschievungen sind derVoss. Ztg." zufolge in der Stadt und Provinz Posen an w been worden. Ob diese Schiebungen, die einen Umfang von Hundert!an senden von Sack erreicht haben, irgendwie mit den in Westpreußen verübten zusammenhangen, fCi ÄäWÄt^ Als LocklEe

für heiratslustige Damen erließ eine Frauensperson tu Leipzig Anzeigen in Zeitungen, wonach sie für einen ihr bekannten Herrn mit einem Vermögen von 70 000 Mark ein ebenfalls vermögendes weibliches Wesen zwecks späterer Verheiratung suchte. Der bekannte Herr war ihr eigener Geliebter. Die Beiden brauchten Geld zur Heirat und dieses hofften sie durch Prellen gut­gläubiger Reflektantinnen herausschlagen zu können. Die sich meldenden Damen wurden nun durch eine weitere Mittelsperson mit demReklamemann" bekannt gemacht. In Leipzig wäre eine 23jährige Kontoristin beinahe das Opfer des Schwindlers geworden. Sie lernte ihn durch Vermittlung kennen: er hatte bald ihre VermögensverhälMisse erforscht, hielt wenige Tage da­rauf bei der Mutter um ihre Hand an und drängte gleich auf Verlobung und baldige Heirat. Um sich den Anschein eines Geldmannes zu geben, machte er große Auswendungen, fuhr stets im Automobil vor, trank nur Sekt, spielte mit hoch hinauslaufenden Plänen und hoch­klingenden Namen. Dabei verstand er die gutgläubige Mutter zu überreden, ihm ihr gesamtes Vermögen von etwa 40 000 .# zum angeblichen Ankauf eines Schlosses und zur Gründung einer Aktiengesellschaft, für die er zum Schein schon Aufsichtsräte suchte, in die Hände zu geben. Zum Glück hatte man ihn bewegen können, das Geld für die mit begreiflicher Beschleunigung ver­kauften Wertpapiere der Schwiegermutter noch auf der Bank liegen zu lassen. Inzwischen wurde die Polizei auf denEhrenmann" aufmerksam. Sie zog nähere Erkundigungen ein, die den Verdächtigen als einen Hochstapler und Heiratsschwindler erscheinen ließen. Mit seiner Verhaftung fand fein Plan eine unvorher­gesehene Unterbrechung. Auch seine ihm hüfsbereite Geliebte wurde auswärts verhaftet und nach Leipzig gebracht.__ .

Die Einwinterung bet Kartoffeln.

Bei der außerordentlich großen Bedeutung, die ein genügender Kartosfelvorrat für unsere gesamte Bolks- ernährung und damit für unser siegreiches Durchhalten in dieser schweren Kriegszeit überhaupt hat, ht mit der äußersten Sorgfalt darauf zu achren, das bet der Einwinterung der Kartoffeln kein unnütziger schwund

stattfindet^a^ffel tft bekanntlich sehr empfindlich gegen Frost, sie erfriert schon bei 23 Grad Kalte. Die Sorge für den Schutz gegen Erfrieren gebietet daher vor allem eine frostfreie Lagerung. Zu den Emwick- lungsbedingungen der Erreger der Knollenfaulen ge­hören insbesondere Wärme und Feuchtigkeit. In zwei­ter Linie ist also dafür Sorge zu tragen, daß jeder Ueberschuß von Feuchtigkeit und Wärme am Ort der Lagerung vermieden und nötigenfalls durch geeignete Maßnahmen beseitigt wird. Wichtig ist deshalb, daß die Kartoffeln so trocken wie möglich zur ©tniomterung gelangen. Bei Regenwetter mögen sie, sofern die Jah­reszeit noch nicht allzuweit vorgeschritten ist, Ueber noch so lange in der Erde bleiben, bis der Boden wieder etwas abgetrocknet ist. Im Boden sind die Kartoffeln, solange kein Frost eingetreten ist, überhaupt besser aufgehoben als sonst irgendwo, und vor Anfang Okto­ber sollte deshalb auch mit der Ernte der späten -sor- ten keinesfalls begonnen werden.

Bor der Einwinterung hat das Verleiender Knol­len stattzufindeu. Alle Knollen, die ^aulstellen auf­weisen, und solche, die durch Erdraupen, Drahtwürme?, Engerlinge usw. beschädigt oder durch die Hacke usw. verletzt sind, müssen nach Möglichkeit forgfaltrg ausge­lesen und rasch verwendet werden.

die Lagerung rn der Miete, so und bei ihrer Anlage Lage und Bodeuveryalmlsie zu oerucljlG-

tigert. Der Boden darf weder zu schwer, iwch zu leicht

und muß frei von Untergrundsseuchiigkeit sein. Letz­ter Boden erböht die Frostgefahr, während schwerer Boden durch seinen höheren Wassergehalt fäulnisför- dernd wirkt. Tieflagen, in denen sich bei starkem Re­gen Wasser ansammelt, sind ebenfalls zu vermeiden.

Befinden sich die Kartoffeln in der Miete, ,o ist es wichtig, die Mietentemperatur ständig zu kontrollieren. Diese Kontrolle erfolgte mittels eines Thermometers, das in einem Führungsrohr läuft. Die Temperatur soll nie höher als bis auf 8 Grad Celsius steigen und nicht tiefer als bis auf den V-Punkt sinken. Steigt sie höher als 8 Grad Celsius, so gibt sie das signal bafür, daß Fäule beginnt. Die Miete muß dann vorsichtig ge­öffnet und nötigenfalls umgearbeiter werden, um das noch gesunde Material zu retten. Sinkt die Temperatur tiefer als auf 0 oder 1 Grad Celsius, so ist yroü= im Verzug, und die Bedeckung muß verstärkt

Auf Gütern, auf denen wenig Kartoffeln gebaut werden, im bäuerlichen Mittel- und Kleinbesitz, erfolgt die Einlagerung vorwiegend im Keller. Wenn etn Kel­ler allen Anforderungen genügen soll, muß er nicht nur völlig trocken und frostfrei, sondern vor allem gut durch- lüftbar sein und wird zu diesem Zweck am besten mit geeigneten Lüstungseinrichtungen auSgestattet. Seine Lage soll so sein, daß im Frühjahr keine zu starke Er­wärmung eintritt. Die nach der Sonnenseite gelegenen Fenster sind verschlossen nnb verdunkelt zu halten, die nach Norden und Osten gelegenen sind sachgemäß, na- memlich des Nachts, zu öffnen. Die Schüttung der Kar­toffeln soll höchstens 75 cm betragen.

Für die kleinen Vorräte int Haushalt an ^pene- kartoffeln kommt nur der Hauskeller als Lagerraum in Betracht. Hier werden die Kartoffeln am besten in flache auf Ziegelsteinen ruhende Kisten geschüttet und ebenfalls Eichst kühl gestellt, Nichten die. Nahe von fvixaHlaaen usw. Kübel, Fässer und Lücke sind für die Saue » geeignet. Wenn ein kühler Kel- ler nicht zur BeEgung steht, so lagere man lieber keine

Vorräte.^ .^ ^j^ oft unangenehm empfundene

Erscheinung ist das Süßwerden der Kartonelm Nicht s^en werden die süß schmeckenden Kartoffeln schon als erfroren angesehen und beseitigt. Mit Unrecht! Infolge der Herabsetzung der Atmung bei kalter Lagerung fht= bet eine Anhäufung von Zucker statt. Dieser verschwin­det aber, sobald der Atmuugsprozetz bei steigender Tem­peratur lebhafter wird. Daraus ergibt sich eine einfache Regel für den Haushalt. Man bringt die dem Killer entnommenen süß schmeckenden, Kartoffeln m ein war­mes Zimmer und läßt sie hier ein biö uvei Tage neben, bevor sie verwendet werden. Im ^rübiahr werden die Kartoffeln meist infolge der starken Wanerverdnnstung nährend des Winters welk und, schrumpfen. Es^ em­pfiehlt sich daher, sie vor dem schalen etwa zwölf Smn- den in Wasser zu legen.

Weitere Drahtnachrichten.

Neues über Italiens Verrat.

^ Lugano, 26. September. (T. lt.) Der dem ita­lienischen Ministerium des Aeutzern nahestehende Ab- geordnete De Marinis veröffentlich laut ,,B. L,.A. neue Einzelheiten über die Sorge'dücbte des WKrkrie. geS. Daraus geht hervor, bag Italien schon t^O De. reit war, an Oesterreich-Ungarn den Krieg z« erklären.