Zum Besuch Hindenburgs an »er Westfront wird uns von einem höheren deutschen Offizier von dort geschrieben:
Groß war der Jubel und stürmische Hurras durchbrausten die Luft, als der Sieger von Tannenberg bei seinem Besuch an der Westfront eintraf. Der Kronprinz, der ihm entgegengefahren war und außerordentlich frisch und braun aussah, begrüßte den Generalfeldmarschall und den ersten Generalquartiermeister von Ludendorff aufs herzlichste. Der Feldmarschall dankte und wendete sich dann mehreren höberen Offizieren aus dem Stäbe des Kronprinzen zu, um von ihnen Meldungen über die augenblickliche Lage dort an Ort und Stelle entgegenzunehmen.
Groß und erhaben war der Eindruck, den wir alle von der imposanten Persönlichkeit unseres neuen Chefs des Generalstabes empfingen. Was bei ihm am meisten sofort ins Auge fiel, war die ihm auf die Stirn geschriebene Vornehmheit der Seele, die sein ganzes Wesen adelt. Jedem von uns war es sofort klar, daß es fraglos diese Eigenschaft ist, die der Soldat an seinem Vorgesetzten am höchsten schätzt. Sie gibt die Ruhe, an der sich jede Aufregung bricht, wie die Wogen am Fels im Meere. Des Feldmarscballs Blick, Haltung und Mine strahlten inneres Gleichgewicht aus, und eine wohltätige Wirkung hiervon ergießt sich sofort wie ein elektrischer Strom über Unterführer und Truppen. Jedem deutschen Soldaten, vom Gemeinen bis hinauf zum General, wurde durch den Besuch des neuen Chefs des Generalstabes aufs neue persönlich das unbedingte Vertrauen eingeflößt. Wir sagten uns alle, an diesen Helden können die härtesten Proben, ja selbst schwere Unglücksschläge herantreten, aber nichts wird ihn jemals zu erschüttern vermögen. Stets wird er Ruhe, Besonnenheit und Geduld behalten, weil ihm ein gütiges Geschick schon von klein auf Seelengröße verliehen hat.
Wenn er uns nun zum ersten Male seit über zwei Jahren dienstlich an der Westfront besucht, so geschieht dies ,auch nicht zum wenigsten aus des Feldmarschalls gründlichem Verständnis für die Geheimnisse der menschlichen Natur. Wenn er auch wohl vom Osten aus in den verflossenen Jahreszeiten die strategische und taktische Lage im Westen mit größtem Interesse verfolgt hat, so hielt er es doch für seine erste und vornehmste Pflicht, bald nach Uebernahme seiner neuen Stellung auch in das Auge der Soldaten zu blicken, die in schweren Kämpfen den deutschen Wall an der Westfront schirmen. Er beweist hierdurch seine große Menschenkenntnis, die auch Scharnhorst als eine der wesentlichsten Gaben eines Feldherrn verlangt. Für ihn ist das Heer kein totes Instrument und die Truppen keine »Schachfiguren, die man nach vorher aufgestellter Berech-
nitita hin und her schiebt, bis man den Feind mattgesetzt, sondern das Heer ist für ihn eine sehr empfindliche Masse lebender und denkender Wesen. Jeder deutsche Soldat vertraut ihm ja ohne weiteres. Aber, was das Auge sieht, glaubt das Herz noch mehr! Darum hielt er es für gut, sich persönlich an die Westfront zu üegebem
Auffallend ist sein hervorragend gutes Gedächtnis und die Leichtigkeit, mit der er sich an einzelne Gefechtslagen aus den Berichten der Kämpfe des Jahres 1914/15 erinnerte, wie andererseits au die Namen der Offiziere, die sich bei diesen taktischen Begebenheiten hervorgetan hatten. Der Krieg ist wie Filledrich der Große einmal gesagt hat, „ein fortwährendes Ringen mit Verlegenheiten, die uns der Gegner zu bereiten sucht. Man muß also unablässig Mittel und Wege ausfindig machen, um sich aus ihnen zu befreien." Hierfür kommt dein Marschall auch die Erinnerung an ähnliche Lagen früherer Kriegsgeschichten wirkungsvoll zustat- ten. Das nute Gedächtnis ist es, das für ihn die Erfahrungen so nutzbringend macht. Man weiß von ihm, daß er niemals Mittel mimenden wird, die genau so schon einmal gebraucht waren, sondern, daß er stets vermöge des schöpferischen Sinnes seiner Phantasie eigene Empfiuduugsgabe hinzutun wird.
Allen von uns wurde sofort klar, hier steht ein Heerführer, der sich von jedem Gewohnheitsmäßigen losgelöst hat, der mit seinem Wissen und Können frei schaltet und waltet und von einem unbezähmbaren Tatendrang beseelt ist, wie ihn nur wenige große Heerführer der Weltgeschichte besessen haben. Kurz, ein Genie der Kriegführung, einzig in seiner Art, erfüllt von dem festen Glauben an seine Mission, d. h. von dem Glauben au feine eigene nieversagende Fähigkeit und Tüchtigkeit, und beseelt von dem unbeugsamen Willen, die Gefahren von seinem Vaterlande nicht nur passiv abzuwenden, sondern uns alle durch Not und Tod zum endgültigen Sieg und Ruhm zu führen. (OKM.)
Die Ernährung Europas.
Europa vor einer Hungersnot?
Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" veröffentlicht lant „Frkft. Zt." einen interessanten Leitartikel über die Ernährung Europas, wobei er zu dem Schluß kommt, daß bei einer längeren Fortdauer des Krieges der Nahrungsmittelmangel für Europa zu einer Hungersnot führen könne. Die normale Ausfuhr aus Rußland sei für Westeuropa gänzlich abgeschnitten. Für die Ausfuhr aus Südeuropa gänzlich abgeschnitten. Für raum. Aus Nordamerika sei eine gleiche Ausfuhr wie
im Borjayre NtM zu er warten. Minister Harcourk habe vor kurzem im englischen Unterhause auf eine Frage über die Steigerung der Brotpreise in London geantwortet, daß diese Erscheinung lediglich eine Folge der Steigerung der Weizenpreise in Nordamerika sei, die durch die ungünstige Ernte verursacht werde. .
Aus den offiziellen Veröfentlichungen Wer die Landwirtschaft Rußlands im Jahre 1915 ergäben sich sehr beunruhigende Ziffern für den Viehvorrat. Die 40 Millionen Stuck Vieh vom Jahre 1913 seien auf 31t Millionen Stück heruntergegangen. In einigen Städten herrsche bereits Fleischnot. Die Regierung selbst aber habe keine einzige Maßregel getroffen, um eine Katastrophe zu vermeiden. Die Frage sei nun, ob nicht bereits jetzt schon beinahe ein Jahr nach der Verminderung des Viehstandes von 40 auf 31 Millionen Stück eine große Katastrophe von Seiten Rußlands drohe, selbst wenn der Krieg endige. Auch die neutralen Länder würden schwer bedroht. Durch Torpedierung und Minen gingen eine Anzahl Schiffe verloren. Der nächste Weg nach den Getreide produzierenden Ländern seien gesperrt. Außerdem seien Getreideschiffe zu wiederholten Malen (von England. D. B.) angehalten worden. In der letzten Zeit hätten Schiffe mit Mais in England während sechs Wochen bleiben müssen, wodurch die gesamte Maisladung verdorben sei. Es drohe Mangel an Brotkorn und von allem an Viehfutter. Allseitig höre man, daß die Bauern die Schweinezucht etn- stellten. Rindvieh sei in großer Menge vorhanden,
stellten. Rindvieh sei in großer Menge vorhanden, aber es fehle an den Mitteln, um das Rindvieh während des Winters durchzubringen. (Es sei hierbei bemerkt, daß England die Lieferungen an Oelkuchen stark behindert, wodurch die Ernährung des Viehs noch weiter erschwert wird. D. B.) Außerdem vermindere sich die Produktion, da es häufig an aeschickten Betriebsleitern und an Arbeitern fehle. Ebenso erführen die Betriebe eine Verminderung durch den Mangel an Dünger, und dies nicht allein nur in den kriegführenden Ländern. Die niederländischen Schiffe mit Chile- Salveter seien im Frühling angehalten worden (Von England. D. B.) mit der Folge, daß die niederländische Kartoffelernte einen schweren Schaden erlitten habe. Das unentbehrliche Superphosphat mangele, da Pyrit, das zu dessen Herstellung notwendig sei, nicht durchgelassen werde.
Von allen Seiten nehme also die Produktion ab und ebenso die Einfuhr. „Wird nun Europa vor einer Hungersnot bewahrt bleiben?" heißt es in dem Artikel, und die Antwort lautet: „Wenn der Krieg noch lange dauert, muß die Hungersnot kommen." Der Artikel mahnt am Schlüsse, die größte Wachsakeit in Holland walten zu lassen.
Die Ausgabe der Brot und sonstigen Karten für den 3. Bezirk (seitherige Ausgabestellen Stadtwagegebäude) erfolgt vom 21 d. M ab bis auf weiteres aus der Polizeiwache am Marktplatz.
Hersfeld,
am 20. September 1916.
Der Magistrat.
In den beiden letzten Jahren hat die
llebersendmg von Liebesgaben
an die Krieger aus der Stadt Hersfeld im Monat Oktober (sogenannte Lulluspakete) großen Anklang gefunden und ist von den beteiligten Kriegern mit Freuden begrüßt worden.
Wir beabsichtigen deshalb, auch in diesem Jahre wieder solche Pakete an unsere heimischen Krieger ab- zusenden und werden zu diesem Zwecke die Adressen derselben einziehen. Bei der großen Anzahl der in Betracht kommenden Personen reichen jedoch die vorhandenen Mittel bei weitem nicht aus, um dem Bedürfnis zu ge-
Um ein möglichst günstiges Zeichnungsresultat der
herbeizuführen, bin ich bereit, Gelder zum Zwecke Anlage in der neuen Kriegsanleihe zu denselben dingungen wie die Reichsdarlehnskasse, nämlich zu
der
Be-
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MrnMckst
zu haben bei
l. FunHs BuchdrucHerei.
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Hersfeld, von denen Angehörige zu den Fahnen einberufen worden sind, die genauen Adressen dieser Angehörigen im Stadtsekretariat binnen 3 Tagen abzugeben. 1. 5467.
Hersfeld,
am 17. September 1916.
Der Magistrat.
Geldmittel und weitere Liebesgaben zuzuwenden und zwar werden von letzterem hauptsächlich gewünscht: Bleistifte, Briefpapier, Feldpostkarten, Seife, Stearinkerzen, kurze Tabakpfeifen, Tabak, Cigarren, Tee, Kakao und dergl. Abgabe im Stadtsekretariat. 1. 5467,
Hersfeld, am 17. September 1916.
Der Ausschuß für Liebesgaben:
Stranss, Vorsitzender.
herzugeben.
Einzahlungen, welche bereits heute auf Zeichnungen bei mir gemacht werden, verzinse ich bis zum Tage der ersten Einzahlung (18. Oktober) mit
Kaufe fürs
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Berlin beschlagnahmte
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