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- s Ein Verzicht des Fürsten von Hotzenzollern.

Wie dieNordd, Allg. Ztg." meldet, hat der Fürst von Hohenzollern infolge des Eintritts von Rumänien in den Krieg an der Seite unserer Gegner seinen Ver­zicht auf die erbliche Chefstelle des rumänischen 3. Jn- fanterieregiments Dimbowitza Nr. 22 ausgesprochen.

Die Franzosen fälschen deutsche Zeitungen.

Ueber eine von den Franzosen gefälschte deutsche Zeitung heißt es in Berliner Blättern: Die Franzosen haben eine angebliche Deutsche Feldpost mit schwarz- weitz-rotem Rand und Reichsadler verbreitet und haben die deutscherseits im besetzten Gebiet heransgegebene Gazette des Ardennes nachgemacht. Ueber die Schweiz wird überdies von einem plumpen Mißbrauch der Straßburger Post" berichtet. Stau hat von diesem Blatt eine genaue Ikachahmung des äußeren Druckbildes hergestellt und im Text und Anzeigenteil sind Schwin­deleien und Schmähungen gegen Deutschland gedruckt.

Hindenburgverehrung in Ungarn.

Ein Mitarbeiter derBoss. Ztg." hatte in Budapest Eine Unterredung mit Andrassy, der u. a. sagte: Nicht bloß für die gesamte deutsche Armee, sondern speziell für die deutschen Führer haben wir die reichsten Sym­pathien und begrüßen in Hindenburg den Feldherrn, den wir seit langem als den bedeutendsten auf allen Schauplätzen des Krieges verehren.

Rußland ist nicht unerschöpflich.

Aus Petersburg wird lautB. L.-A." gemeldet: Das BlattNowoje Oekonomie" veröffentlicht einen

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Im Zeichen

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anleihe. Trage jeder nachKrästen dazu bei, um den Erfolg seiner würdig zu gestalten!

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Artikel des bekannten russischen Natioimlökonomen Professor Migulin, der u. a. schreibt: Pian spreche oft von den unerschöpflichen Menschen- und Lebensmi tel- reserven in Rußland,- man dürfe -edoch nicht vergessen, daß auch scheinbar unerschöpfliche Vorräte erfchopft wer­den können.

Russische Anleihe in Japan.

Zwischen Rußland und ^ Japan wurde em Ab- men getroffen betreffend die Aufnahme einer 6pro- 70 Millionen Yen in Japan.

kommen getroffen zentigen Anleih

e von

Politische Rundschau

Die Stellnng der Sozialdemokratie zu den FriedeuS- Der sozialdcmokratischc Landtagsabgeordnete -r.««ir-i r MwmK»«»; Die Auslastungen einer m zeigen, daß die Er-

Es scheint anat, daß Deutschland in le Annexionsabsichten ab­sein gesamtes Kolonial-

ziele». Der sozialdemokratisch

Hänisch schreibt imVorwärts": a>ic «»»lumumen einer ganzen Reihe von Parteiblättern zeigen, daß die Er­örterungen über die Stellung der Svzialdemokratie zu den Friedenszielen in Fluß gekommen ist. Mir u. a. wirklich zuviel verlangl, daß De einem Augenblick feierlichst alle 1 schwören soll, in dem ihm selbst -------

gebiet einschließlich des wertvollen Tstngtau von den Feinden rveganilektiert worden ist. Durch einen der- artigen feierlichen Verzicht würden wir uns vor dem Auslande lächerlich machen, besonders vor den Eng­ländern.

Der Deutsche Landwirtschaftsrat hat in einer drin­genden Eingabe an den Präsidenten des Kriegsernäy- dungSamteS auf die große Gefahr lüuaewiesen, daß der nit der BundeSratS,verordnung vM üo. Juli über die

Neuregelung des Verkehrs mit Speisefetten verbundene Eingriff in die Milchwirtschaft und Kuhhaltung der ein­zelnen landwirtschaftlichen Betriebe die Milchkühe noch weiter dezimieren und damit erst recht eine Milch- und Fleischnot heraufbeschwören wird. Schleunigste Abhilfe sei im vaterländischen Interesse erforderlich.

Sie russische Zvmmeroffensiue 1916.

I. Der Kampf um Kowel.

Zweiter Teil.

Aus dem Großen Hauptquartier wird uns ge­schrieben:

Zu Beginn der 3. Juliwoche lassen sich die Vor­boten des ersten allgemeinen Angriffs auf Kowel be­reits deutlich erkennen. Gegen unsere Front Liniow ZnbllnoTrysten und nördlich davon werden Divi- üonen. über Divisionen angehäuft,- bis zum 27. 7. abends sind Bier tut wesentlichen das russische xxili., XXXIX., I. und II. Gardekorps und 3 Gardekavalleriedivisionen versammelt. Die russische Garde soll die Ehre haben, in Kowel als Sieger einzurücken. General Besobrasow wird sie zum Erfolge führen.

Seit den Septemberschlachten 1915 um Wilna waren die russischen Gardekorps nicht mehr im Feuer gewe- sen. In langer Ruhezeit waren sie mit auf durchge- Btlöetem Ersatz neu aufgefüllt, mit bestem' Material ausgerüstet und wieder die russische Elitetruppe gewor­den, deren Ansturm Kowel unbedingt erliegen würde. In den beiden Gardekorps standen der russischen Füh­rung etwa 16 Infanterie-Regimenter zu 4 Bataillonen, tm ganzen also 64 ausgeruhte, seit % Jahren vom Kriege unberührte Verbände zur Verfügung mit

etwa 70 000 Mann Infanterie für Sie vorderste Linie mit etwa 100 000 Mann, wenn man den Ersatz ein- rechnet.

Rücksichtsloses Bortrerben der Linienregimenter, kaltherziger Einsatz unerhörter Massenopfer und der Ansturm unwiderstehlicher Garüctruvpen in unten den Sieg erzwingen.

'obrasow ein.

Dem

Am 28. 7. setzt nach heftiger Artillerievorbereitung der allgemeine Angriff der russischen 8. Armee (Luzk) einschließlich der Garde unter Besobrasow ein. Dem starken Druck gegen den rechten Flügel der angegrif­fenen Front arbeit österreichische Verbände nach. Ein weiter nördlich mit rücksichtslosem Schneid a»gesetzter und durchgefüvrter Gegen stoß eines deutschen Land­wehr-Regiments wirft den Feind zurück und stellt die Gefechtslage wieder her. Landwehr-Bataillonen ge­lingt es auch, vier österreichische Geschütze und einige Muniffouswagen von dem Gegner zurückzuerobern. Der rechte Flügel wird durch das prachtvolle Vorgehen eines deutschen Rekrutenbataillons und einer Garde- Kavcfllerie-Brigade kräftig unterstützt.

meekorps an.

Weiter nördlich greifen inzwischen 8 russische Divi- sionen (vom i. und II. Gardekorps, xxxix. und XXIII. A. K.) ein einziges verstärktes deutsches Ar- meekorps an. Während der rechte Flügel alle An­griffe abschlägt und Kisielin hält, muß der linke unter dem Druck überlegener Kräfte des II. Gardekorps hin­ter den Stochodlauf westlich Trusten zurückgenommen werden. Der Angreifer drängt nach.

Der folgende Tag bringt die Fortsetzung der beiven Kämpfe, die sich allmählich über die ganze Front der Heeresgruppe Linsingen auSdehnen. Jm lüdlicken Ao- schnitte werden starke russischen Angriffe südöstlich L-wi-

den. Der Angreifer drängt nach. Der folgende Tag bringt die Sort

niuchy abgeschlagen; in dem Walbgelände wogen erbil- terte Handgranatenkämpfe unentschieden hin und her; weiter nördlich wirft ein deutscher Gegenangriff den in biterrerchische Stellungen etnaebrochenen Feind mit großen Verlusten hinaus.

Der russischen Garde gelingt es, thren Teilerfolg vom Tage zuvor weiter auszudehnen und im Angriff durch den Wald westlich von Trysien über den Stochod vorzustotzen. Ein Gegenangriff wirft den Feind hier zurück. Der heiße Brennpunkt der Kämpfe aber ent­wickelt sich im Gelände von Kisielin.

Untere Drahthindernisse bei Kisielin sind stumme und doch erschütternd sprechende Zeugen der be­sonnenen Ruhe unserer Truppe und des todesmutigen Ansturmes unseres Gegners. In zerfetzten blutigen Klumpen liegen und hängen sie dort im Stacheldraht, die zerrissenen Ueberreste tapferer russischer Infanterie.

Am Nachmittag zerschellte unter äußerst schweren Verlusten der erste gegen Kisielin vorgetragene Angriff. Brusillows Methode: unbarmherziges Borpeitschen dich­ter Massen kam hier zur vollen Entfaltung. In drei dichten Angriffswellen mit folgenden Gruppenkolon- nen, mit nachdrückenden weiteren 20 Angriffswellen soll Kisielin genommen werden. Die 23 Wellen und die Gruppenkolonnen werden nutzlos hingeopfert und zerstäuben in blutige Einzelhäusern Der gleichzeitig von Südosten angesetzte Angrrff Brietet schon im Sperrfeuer zusammen. Ein 4 Uhr nachmittags erneuter Ansturm wird wie der erste blutig und restlos abgeschlagen. Auch am 30. 7. brechen alle Angriffe vor den Hindernissen nieder. Drei am "nädnten Tage mit aller Wucht unter­nommene Anstürme gegen das im Gelände von Kisielin aus beherrschender Höhe liegende Vorwerk Leonowka führen keinen Schritt vorwärts und erleiden

das Schicksal der vorhergegangenen.

Inzwischen hat sich der allgemeine Angriff längs der ganzen Stochodlinie nach Norden ausgedehnt. Von Süben, Süöosten und Osten drückt der Russe gegen die Front und sucht die schwache Stelle zum Durchbruch nach Kowel.

Im Stochodabschnitt LiniewkaJanowka färbt sich das Wasser von dem Blut der verwundeten und toten Opfer, die General Brussilow vergeblich vortreiben ließ. Südlich Janowka gelingt Ben Russen ein Einbruch. Die hier dünne Verteidigungslinie wird in der Nacht zu- rückverlegt.

Das am Stochod östlich von Kowel stehende öster­reichische Korps weist in schweren Kämpfen alle Angriffe unter größten Verlusten für den Gegner ab. Nur nörd­lich von Zarecze dringt der Russe auf das linke Ufer und gräbt sich in den Sanddünen ein. Truppen einer bayerischen Division treiben andere über den Fluß vor- gestotzene feindliche Bataillone in wildem unerbitt­lichen Gegenstoß zurück und bereiten ihnen nasse Mas- fenqräber im Stochod.

(Forffetzung folgt).

Vermischtes-

Die feindlichen Brüder. In der Nähe von Zofingen wohnt eine Frau, eine Schweizerin von Geburt, die zweimal verheiratet war. Das erstemal mit einem Deutschen, dem sie zwei Söhne geboren, die in der benach­barten Trompeter-stadt Säckingen chre Jugend verlebt hatten und erzogen worden waren. Als rhr Vater starb, heiratete die Mutter wieder und diesmal einen Fran­zosen. Auch diesem schenkte sie zwei Söhne. Als nun der Krieg ausbrach, wurden säurtliche vier Brüder zum Militär einberufen: Zwei gingen als Deutsche nach Deutschland und die beiden anderen als Franzosen

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sich zufällig alle vor Verdun. Sie machten Sie schwersten

Schlachten mit und schreiben sich durch die Mutter als Zwischenstation die brüderlichsten Briefe. Dann fiel ein Franzose", ibm folgte der älteste Sohn, einDeutscher" in den Tod. Und die beiden ttbriggebliebenenfeindlichen

ggebliebenenfeindlichen Brüder" starben an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf dem Schlachtfeld. Dieser Tage erhielt die Mutter sowohl von französischer, wie von deutscher Seite die Kunde von dem Verlust ihrer beiden letzten Söhne.

Ungestörter Verkehr der Balkanzüge. Die poli­tischen Ereignisse auf dem Balkan haben den Verkehr nach dem Orient in keiner Weise beeinflußt.

Brei als Ersatz für Kindermilch. Um der Milch- knappheit zu steuern, wir die Stadtverwaltung Bens- heim für Die Kinder bis zum Alter von vier Jahren abends Brei kochen, der zu 10 Pfg. für den halben Liter zu beziehen ist.

Wo ist unser Gold? Eine Berliner Korrespondenz für städtische Neuigkeiten teilt folgenden Vorfall mit: Geldschrankeinbrecher machten in der vergangenen Nacht wieder reiche Beute. Auf dem Grundstück SpanBauer Straße 39 stiegen sie vom Hofe aus in das Kontor einer im Erdgeschoß des Ouergebäudes gelegenen Lederhand- lung ein, erbrachen das Spind und stahlen daraus über 3000 Mark, 2000 Mark in Gold, das Übrige in Wertpapieren. Zur Ermittelung der Täter wird es gut sein, auf die Verausgabung des Goldgeldes zu achten. Diefer Borfall ist, so sagt diePost" dazu, so unglaub­lich, daß man es nur bedauern muß, nicht den Namen der bestohlenen Lederhandlung zu kennen. Der Kauf­mann, der so handelt, darf Nicki einmal die EMichul- digung der aus mangelnder Bildung herrührenden ge­ringen Einsicht beanspruchen, wie vielleicht ein altes Mütterchen auf dem Dorf, das einige Goldstücke im Sparstrumpf verwahrt.

Heiteres vom Tage. Der milde Kritiker. Im The­ater hatten sich einige unge Leute einen Stehplatz zu sechzig Pfennig geleistet. Danach kritisierten sie die Aufführung und Die Mehrzahl zog bös über^s Stück her.I' woaß net, was ihr wollt s," entschied den Streit der Meinungen der Gutnnitigste,döS rvarn vier Akt', so summt nana auf 15 Pfennig, mehr kann ma' do net verlanga!" Die schleckten Noten. Schüler lder bei Sckulschlutz befürchtet, ein schlechtes Zeugnis zu bekommen, zum Lehrer):Herr Lehrer, bei der Papier not, die wir haben, würde ich gern auf mehr ScklnnuamS verzichten." <»Fliegende Blätter.")

Weitere Drahtnachrichten.

Absetzung des Generals Sarrau?

6-f Gerts, 9. September. (T. U.) Der Pariser Korrespondent desJournal de Geneve' teilt laut Nationalztg." seinem Blaue mit. daß die Möglichkeit einer Absetzung des Generals Zarraffs nahe gerückt sei. Die Ursache für diesen waBrtdwtnhdj bevorstehenden Personenwechsel liegt in einem Konflikt des Generals mit dem französischen Ministerpräsidenten Brnmö, der auf einer sofortige Offensive am dem Balkan besteht.

Der deutsch-schweizerische Warenaustausch.

Bern, 9. September. (T. U.) Wie dieZüricher Post" erfährt, fei nunmehr die Verständigung mit Deutschland über den gegenseitigen Warenaustauschend- Äzustandegekornmen. Das frommen bebrirse r Bestätigung durch den BurrdeSrat. die an einem der nächsterr Tage erfolgen werde. Die Unterzeichnung finde voraussichtlich Mitte nächster Woche statt.