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Schwere Sümpfe im Westen und Südosten.

Ueber die schweren Kämpfe im Westen und Süd- osten schreibt der militärische Mitarbeiter derVoss. Ztg.": Im S o m m e g e b i e t hat sich eine neue Schlacht fit außerordentlichem Umfange entwickelt. Unsere Feinde versuchen unter einem Munitionsaufwand, der sogar das Trommelfeuer der Tage vor dem 1. Juli übertrifft, erneut unsere Linien zu durchbrechen. Zu diesem Zweck haben sie die Angriffsfront wesentlich verbreitert. Die Engländer sind auf der ganzen Front zwischen Beau- mont und dem Foureaux-Walde bis gestern abend über­all zurückgewiesen worden, und was diesen Hauptteil der ganzen Schlachtfront anbetrifft, so können wir schon jetzt feststellen, daß die Schlacht gewonnen wor­den ist. Es ist den Engländern trotz des Einsatzes un­geheurer Menschenmengen und überhaupt nicht mehr zu übertreffenden Trommelfeuers nicht gelungen, auch nur einen Fuß breit Boden zu gewinnen. Beiderseits des vielumstrittenen Delville-Waldes sind die englischen Verluste ganz besonders schwer. Dicht nördlich der Somme.und bei Guillemont gelang es unseren Feinden, fit die vordersten Linien einzudringen. Der Gegenstoß ist im Gange. Südlich der Somme unterband ein star­kes Artilleriefeuer jeden Angriffsversuch und erstickte ihn bereits im Keime.

Auf der S ü d o st f r o n t haben die Russen von der Gegend Luck bis zur rumänischerr Grenze auch wieder auf verschiedenen Stellen unter Nichtachtung jedes Ein­satzes von Menschenleben angegriffen und geradezu u n - geheure Verluste gehabt. An einzelnen Stellen sind sie bis in unsere vordersten Gräben eingedrungen, jedoch überall im Gegenstoß wieder geworfen. Vor der Front des Generals Lietzmann liegen auf einer Breite von 3 Kilometern allein über 3000 Tote.

Die Erfolge der jüngsten Zeppelinangriffe auf England.

In Ergänzung der amtlichen Meldung über den Angriff unserer Marineluftschiffe auf England in der Nacht vom 2. zum 3. September erfahren wir noch fol­gende Einzelheiten: Von der Festung London wurden die City sowie der nördliche und nordwestliche Teil der Stadt innerhalb vier Stunden mehrfach mit Bomben belegt. Zahlreiche Brände nnd Einstürze zeigten den Erfolg des Angriffs. Andere Luftschiffe griffen in Nor- wich Fabriken und Befestigungsanlagen an, wo starke Explosionen und Brände hervorgerufen wurden. Fer­ner wurden in Oxford, Harwich, Boston und «m Hinü­ber Scheinwerferbatterien und Industrieanlagen mit Bomben belegt, wobei zahlreiche Brände verursacht wurden. In Aarmvuth, wo die Gasanstalt und die Flugstation das Ziel des Anqriffes waren, wurde eine Batterie zum Schweigen gebracht. In Nottingham wurden Militär- und Fabrikanlagen angegriffen; ein hierbei hervorgerufener Brand war noch auf 40 See­meilen Abstand deutlich sichtbar. Die Luftschiffe waren während ihrer Angriffe, besonders über London, hef­tiger Gegenwirkung ausgefetzt,' außer den an Land befindlichen Batterien wurden sie von Fliegern öc- Woffen, die zur Verfolgung aufgestiegen waren. Ob­gleich die Luftschiffe durch Leuchtraketen und Schein­werfer beleuchtet wurden ein Luftschiff war gleich­zeitig von nicht weniger als 18 Scheinwerfern beleuch­tet sind alle Angriffe auf sie erfolglos gewesen.

Der bisher furchtbarste Angriff.

Reuter meldet aus London vom 3. September: Teilte nacht wurde von einer aus 13 Luftschiffen be­stehenden Flotte der bisher furchtbarste Angri rieften Grafschaften, das Ziel war London und die In önstriezcntren in den Midlands. Die neuen Beleuckx ttttrgsbestimmungen waren höchst wirksam. Die Luft- schifse tappten int Dunkeln, um eine sichere Annähe­rung zu suchen. Nur drei Luftschiffe erreichten Lou- don. Das eine erschien um 2,15 Uhr in den nördlichen Bezirken und wurde sofort von unseren Geschützen und Flugzeugen auss Korn genommen. Bald stand das Luftschiff in Hellen Flammen, barst und fiel zur Erde. Es liegt jetzt als vollkommenes Wrack bei Cuffley in der Nähe von Enfield. Zwei andere Luftschiffe wurden durch unsere Geschütze vertrieben und waren nicht im­stande, sich dem Mittelpunkte der Stadt zu nähern. Eine große Zahl Bomben fiel wahllos über den öst­lichen und nördlichen Grafschaften nieder. Die Zahl der Opfer ist noch nicht vollständig bekannt, doch scheiitt sie mit Rücksicht auf die Zahl der Luftschiffe und Bom­ben nicht bedeutend zu sein.

Deutscher Flugzeugangriff auf Konstantza.

«^ Berlin, 4. September. (Amtlich. WTB.) Deutsche Seefingzenge haben am 3. September Hafen­anlagen, Kornspeicher und Oelbehälter von Konstantza sowie den rnffifchen KreuzerKagnl" und vier Torpedo­bootszerstörer ausgiebig mit Bomben belegt. Es wurde guter Erfolg beobachtet. Me Flugzeuge sind trotz hef­tiger Beschießung zurückgekehrt. Schwarzen'Mec^s '" °'" Wc

Sriegralleriei.

Portugiesische Artillerie in Saloniki gelandet.

Volt der schweizerischen Grenze meldet dieKöln. Ztg.": Nach einem Telegramm desMatin" aus Athen teiltEmbros" die Landung portugiesischer Artillerie in Saloniki mit und versichert, daß demnächst 15 000 portugiesische Soldaten gelandet werden sollen.

Englands Brotsorge«.

Angesichts der ungewöhnlich schlechten Ernteaus- fichten in England macht sich eine große Besorgnis über die Lebensnnttelversorgung der Bevölkerung geltend. In den Vereinigten Staaten und Kanada ist Brot­frucht teuer und knapp. Die großen Vorräte Argenti­niens und Australiens können aber infolge der Fracht- ranmtlot, die sich immer drückender fühlbar macht, nicht beraugeschafft werden. Ein Teil der englischen Presse fordert darum die Regierung auf, für mehr Frachtramn für den Getreidetransport zu sorgen.

Deutscher Dank an die Norweger.

auf

ier

Die Blätter in Christ'ania veröffentlichen den Wortlaut der Dankesnone, die der deutsche Gesandte im Auftrag des deutschen Kaffees für die TeilNalune des norwegischen Volkes an den Bestattungen ang-'- schwemmter Leichen der Kaiserlichen Marine na» der Seeschlacht am Skagerrak überreicht hat.

Ein australischer Ozeandampfer als Wrack.

Llonds meldet: Der australische Ozeanpostdampfer Tongarina" ist wrack geworden. Der englische Ver- sicherungsmarkt erleidet hierdurch den größten Verlust seit derTiianic"-Katastropüe. 7600 Tonnen im Werte von 10 Millionen Mark sind verloren gegangen.

Politische Rundschau

Die Donaukonferenz nahm tvte aus Bubap siM^ Steffi BsMußantraa an, te dem ?

heißt: Der Grundsatz der freien Schiffahrt für bis Donau ist auch für die Zukunft aufrechterhalten. Jeder Uferstaat hat dafür zu sorgen, daß der auf seinem Ge­biet liegende Teil des Stromes der Schiffahrt ohne! Hindernisse zur Verfügung steht.

Ein Japaner über Japans Undank. DieDeutsche Medizinische Wochenschrift" gibt den Auszug aus einem Artikel wieder, den Professor Hata (wie man weiß, der Mitarbeiter Ehrlichs) unter dem TitelJapans Un­dank an Deutschland" in einer der größten japanischen Zeitungen (Mainichi") vor einiger Zeit veröffentlicht haben soll. Es heißt darin:Das japanische Volk muß sich bewußt werden, daß Japan schnöde an Deutschland gehandelt hat. Der gebildete Japaner sieht dies auch ein, und ihn muß das Schamgefühl ersticken, wenn er der Wohltaten denkt, die Japan von Deutschland em­pfangen hat. Japan hat seinen Wohltäter verraten, nach Begriffen japanischer Moral ein schweres Ver­brechen. Der Einfluß Deutschlands wirkt in Japan le­bendig fort. Wo wir auch Hinblicken, sehen nur in un­serem Lande das fruchtbare Wetterwirken des ersten Kulturvolkes der Erde, der Deutschen. Und gegen die­ses Volk tragen wir noch die Waffen?"

Eine amerikanische Maßnahme gegen die schwarze Liste. Das Repräsentantenhaus hat die vom Senat vor­genommenen Zusätze zum Schiffahrtsgesetz angenom­men. Durch diese wird das Schatzamt ermächtigt, durch die Zollbeamten die Ausklarierung solcher Schiffe zu verweigern, die nicht voll befrachtet sind und sich wei­gern, amerikanische Fracht nach einem auswärtigen oder heimischen Hasen anzunehmen. Diese Zusätze sollen der Benachteiligung von Firmen begegnen, dre auf der bri­tischen schwarzen Liste stehen.

des Kanzlers Antwort an die Gewerkschaften.

Zu der Antwort des Reichskanzlers an die General­kommission der freien Gewerkschaften auf deren Eingabe in betreff der Lebensmittelpreise wird auch darauf hin­gewiesen, daß bei Brot und Kartoffeln an eine Herab­setzung zurzeit nicht gedacht werden könne. Die Preise können aber, so wird erklärt, auch nicht als unange­messen bezeichnet werden. Der für 1916/17 festgesetzte Roggengrundpreis von 220 ^ pro Tonne bedeute eine Erhöhung von annähernd 28 Prozent gegenüber dem zehnjährigen Durchschnittspreise von 1905/14 Berliner Notierung. Im Hinblick auf die erhöhten Aufwendun­gen, die auch die Landwirtschaft während des Krieges machen müsse und auf die mannigfaltigen Schwierig­keiten, mit denen sie zu kämpfen habe, werde man diese Preisgestaltung nicht unbillig nennen dürfen, zumal die Landwirte, die ihr Brotgetreide zu einem solchen Preise verkaufen müssen, zum großen Teil gezwungen seien, die zur Durchhaltung ihres Viehes notwendigen Futtermittel zu einem erheblich höheren Preise einzu- kaufen.

Weiter wird betont:Aehnlich verhält es sich mit den Kartoffelm die im Kriege gleichfalls eine andere Be­wertung erfahren müssen als in Friedenszeiten. In den beiden ersten Krregsjahren wurde versucht, den Wünschen aus Verbraucherkreisen entgegenzukommen und die Speisekartoffeln möglichst billig im Preise zu er­halten. Das brächte es mit sich, daß für Futterkartof­feln, weil andere gleichwertige Futtermittel bedeutend höher im Preise standen, vielfach ein wesentlich höherer Preis gezahlt werden mußte als für Speisekartoffeln. Die Sicherung des Speiserartofselbedarfs der Bevölke­rung ist durch diese Zusammenhänge in den beiden ex- orden. Es

höher im Preise standen, Preis gezahlt werden r

jm£t , e die Verantwortung für

die Sfcherstellung des Spelsekartoffelbedarfs der Bevöl­kerung, ohne den festgesetzten Höchstpreis von 4 nicht übernommen werden. Da die Beöarfssicherung allem anderen voranzugehen hat, wird eine Ermäßigung die­ses Preises unter den obwaltenden Umständen nicht in Frage kommen können.

Die auch von ihm bedauerten Preistreibereien und Spekulationen auf dem Lebensmittelmarkt sind nicht vollständig zu unterbinden. Zu ihrer Unterdrückung sind im Wege der Gesetzgebung wie der Behördenein- richtung Maßnahmen getroffen. Soweit sie sich nicht als ausreichend erweisen, sollen sie ergänzt und erwei­tert werden. In der Verurteilung jeglicher Form von Kriegswucher und dem Bestreben, dies giftige Uebel auszurotten, kann keine Meinungsverschiedenheit be­stehen. Es darf aber über den noch vorhandenen Män­geln und den unbestreitbaren Schwierigkeiten, die sich der Ernährung des Volkes entgegenstellen, nicht über­sehen werden, daß die Ursachen dieser Schwierigkeiten letzten Endes nicht in den Mängeln unserer Einrich- rungen, sondern in den englischen Absperrmatzregeln zu suchen sind.

Dank der guten Ernte dieses Jahres kann das deutsche Volk mit ruhiger Sicherheit dem Siege und dem Frieden entgegensehen.

Vermischtes.

Die ersten deutschen Rubel sind jetzt in WUna aus­gegeben worden. Die neuen, auf Rubel lautenden Dar- iehuskassenscheine sind gesetzliches Zahlungsmittel. Ihr Kurs tft stets dem des rmsischen Rubels gleich, dessen Kurs durch Verordnung festgesetzt wird.

Eine schreckliche Familieutragödie hat sich, wie aus Königgrätz gemeldet wird, im Orte Bleschno zugetragen. Der Grundbesitzer Wenzel Uhlir geriet mit seinen An­gehörigen wegen einer Eigentumsübertragung in Streit. In der Erregung ritz Uhlir ein Gewehr von der Wand, um seine Frau zu erschießen, doch entwan­den ihm die Kinder die Waffe, während die Frau ent­floh. Darauf steckte Uhlir die Scheune in Brand, ergriff ein zweites Gewehr, einen Revolver und einen Dolch, eilte seiner Frau nach, schoß sie im Walde nieder und tötete sich daralff selbst.

Die Kriegspropaganda der Königin von Rumänien. Bereits in vielen Berichten, wurde angedeutet, daß die Königin Marie von Rumänien an dem Eintritt Rumä­niens in den Krieg einen nicht zu übersetzenden Anteil habe. Daß am rumänischen Hofe tatsächlich die Königin das alliiertenfreundliche Element verkörperte, und daß sie sich selbst lebhaft der Kriegspropaganda annaüm, geht aus einem Bericht hervor, den die von einer Ru­mänienreise zurückgekehrte Pariser Schauspieleritt Su- zanne Despres imFigaro" veröffentlicht:Die Kö­nigin von Rumänien hat, tatsächlich in der jetzt klar ge- wordenen rumänischen Politik eine bedeutende Rolle gespielt. Schon lange war es in Bukarest kein Geheim­nis mehr, daß die Königin völlig auf Seiten der Fran­zosen stand, denen sie den nnbedingten Steg wünschte. So benutzte die Königin ihre große Beliebtheit dazu, möglichst viel Stimmung für die Alliierten zu machen. Im März 1915 erklärte mir die der Königin besonders nahestehende Gattin des Justtzministers Anionesco, Frankreich könne beruhigt sein, da die Königin am Werke sei. Sie förderte in höchst politischer Weise die französischen Kunstveranstaltungen in Bukarest, ließ

M M W Gedichts velgffcher PEchf vorttaM Netz Am Abend vor unserer Abreise von Rumänien, ich April 1915, nahm uns die Königin nach einem Fest, bei dem alle mllttärtschen und politischen Persönlichkeiten von Bukarest anwesend waren, beiseite, um uns m ziemlich deutlicher Weise den Eintrttt Rumäniens in den Verband der Alliierten zu prophezeiem Sie ße* antigte sich zwar mit Andeutungen und bat uns lächelnd davon wenigstens vorläufig keinen Gebrauch zu ma­chen. Heute kann man dies ruhig sagm, denn nun ist es ja kein Geheimnis mehr!"

Heiteres vom Tage. Gute Lektüre.So, Kachl, jetzt bringst ma' no a Speiskarten von 1914. Guate alte Sachen soll ma' immer wieder les'n." Paradiesisches, Lotte, sag' mal, warum hat eigentlich Adam in den Apfel gebtsien?"Er war eben kein Drückeberger." Das Nötigste. Unser HandelsunterfeebootDeutschland" hat den Amerikanern Medikamente und Farbstoffe htn- übergebracht. Hosfentlich war auch Neutraltinte dabei. ____________________ (Jugend.) ,

Die Explosion in Zersey Eilq.

T. U.-Drahtung aus Amsterdam.

Ein Augenzeuge der furchtbaren Explosion in der amerikanischen Munitionsfabrik in Jersey City am 29.

Juli gibt imTelegraaf" die folgende Beschreibung deS Unglücks:Die Explosion erfolgte in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag nachts um 2 Uhr 10 Minuten. Die ungewöhnliche Hitze verhinderte mich am Ein­schlafen. Ich blickte aus meinem Ferffter. Plötzlich fiel mir die sonderbare Farbe des nächtlichen Himmels auf. Der Horizont war ockergelb. Ich griff.77. 77 7..

sache dieser ungewöhnlichen Erscheinung noch nach, als ein gewaltiger Schtag und ein Klirren, wie, wenn Hunderttausende Scheiben zugleich zersplittern, hörbar wurde. Gleichzeitig hörte ich das schreckliche Schreien von Menschen, die unverhofft durch den dröhnenden Schlag aus ihrem Schlaf aufgeschreckt worden waren. Anfänglich glaubte ich, daß ein schweres Gewitter über die Stadt zrehe, aber bald sollte ich eines anderen be­lehrt werden: der Himmel wqr wolkenlos und das Krachen war zu furchtbar, um von dem Zusammenstoß zweier Gewitterwolken herrühren zu können.

Es begann langsam zu tagen. Als ich den Kopf aus dem Fenster znrückzog und im Dämmerdunkel

üe über die Ur»

ig uns im Dammerounrel isah, bemerkte ich, daß Me

meines Zimmers mich ums-._..

Photographien und Bilder von der Wand und der Schlüssel aus dem Türschloß gefallen waren, die Farbe von der Tür abgesprungen und alles, was auf meinem Tische stand, umgefallen war. Un6 doch wohne ich 10 Meilen von dem Orte entfernt, wo die Explosion statt- fand. Als ich mich ein wenig von dem Schrecken er­holt hatte der Luftdruck hatte mich fast betäubt eilte ich nach unten. Ich hatte keine Mühe, die Haustür zu öffnen, sie war von der Explosion aufgerissen worden. Ich ging die Straße hinauf und glaubte meinen Augen nicht trauen zu können: In keinem Hause war auch nur eine Scheibe ganz geblieben. Aber das war noch nicht das Schlimmste. Man konnte durch die aus den Angeln gerissenen Fenster mit ihren zertrümmerten Scheiben bemerken, wie hier und dort die ganze Decke Herunter­gefallen war. Die Kronleuchter schaukelten an den ganz gebliebenen Drähten bin und her oder lagen zerbrochen auf den Tischen, soweit diese nicht selbst zerbrochen wa­ren, denn in den meisten Zinnnern war kein Stück ganz

geblieben.

Ich begab mich nach der New Pork Avenue, einer der aroben traurigen

Anblick bot. Die prächtigen großen Spiegelfronten der schönen Läden waren zertrümmert. Bor den Schau­fenstern lag alles kurz und klein geschlagen und kreuz und auer durcheinander, wie wenn eine Riesenhand ei­nen Griff Hinein getan und dann alles wieder hier und dort niedergeworfen hatte. So war es in Neuyork, aber so war es auch in den umliegenden Städten, selbst in Philadelphia, das doch 100 Meilen von Jersey City entfernt ist. Auch dort waren in einer Sekunde fast alle Fensterscheiben zertrümmert. Immer wieder fanden neue Explosionen statt und dann wurde jedesmal die Umgebung rund um Jersey City und New York City so hell erleuchtet, daß man jedes Haus von oben bis unten, jo sogar jeden Stein deutlich wahrnehmen konnte, wie beim grellsten Sonnenlicht. Viele Brände habe ich gesehen, aber keinen, der einen so ungeheuren grellen blendend weißen Schein verbreitete.

Der Schaden, der durch die Explosion hervorge- bracht wurde, betrug in Jersey City 50 000 Dollar, in Neuyork und Brooklyn 300 000, in Hobokett 35 000 und in anderen Städten zusammen viele tausend Dollar. Der Schaden, der durch den Brand selbst an der Unglücks- stelle angerichtet wurde, wird auf 20 Millionen Dollar geschätzt und das ist vielleicht noch zu niedrig geschätzt. Am Sonntag nwrgen war es noch unmöglich, sich der Brandstätte zu nähern, denn die Hitze war auch in einer Entfernung von Hunderten von Metern nicht zu ertragen.

Weitere Drahtnachrichten«

Der verlorene Zeppelin.

»* Rotterdam, 5. September.Daily Telegraph" zufolge wurde lautB. L.-A." aus dem beim letzten Luftschiffanariff auf London bei Gufflen abgeschossenen Zeppelin viel wertvolles Material herausgeholt, das beweist, daß es sich um einen Zeppelin neuesten Typs handelt.

Das Eigentum der Mittelmächte i« srumäuie« beschlagnahmt.

Lugano, 5. September. Durch Dekret des Kö­nigs von Rumänien werden lautB. T" alle finanziellen, kommerziellen und industriellen Unterneh­mungen von Angehörigen seindlicher Staaten unter Se­quester gestellt.

Handel und Verkehr.

parragr L-cermg chinenöau-A.-G.

Zeichnungen auf die Kriegsauleihe. A. Riebekichs Montanwerke 3 Millionen Mark. Hasper Eisen- und Stahlwerk Haspe (Wests.) 2 Mill. Mark. Die Krew- sparkasse Merzig 2 Millionen Mark. Berliner Ma- schinenvau-A.-G. vorm. L. Schwartzkops in Berlin,3 Millionen Mark. Der Provinzialverband von West­falen, der mit seinen angeicölosienen Instituten auf eine jede der bisherigen vier Krieasanleihew 50 Millionen Mark zeichnete, 60 Millionen Mark. Krefelder Stahl­werk A.-G. in Krefeld 2 Millionen Mark. (Alks tue 3. und 4. Anleihe je 1 Million Mark.) Firma Job. Berrch. Hasenclever & Söhne, Remscheid 1 Million Mark. Zuckerfabrik Frankentbal, die an den frühern Anleihen mit 6 Millionen beteiligt ist, 3 Millionen Mark.Leo­pold Lindüeimer, Frankfurt a. M-, wieder m Million Mark. Liga Gummiwerke, Heinrich Peter £. Co., G. m. b. H., Frankfurt a. M wieder 100 000 Mark. Leder­fabrik Höchst A.-G., Höchst a. M. 100 000 Mark. Die Union, Fabrik chem. Produkte in Stettin, und Elfe**