Englische „Kultur".
' Vt U.-Drahtung aus Amsterdam.
' Der nun verbotene englische „Labeur Leader" schildert nach Meldungen amerikanischer Blatter ekelerregende Einzelheiten über die Behandlung der Antimili- iartsten in den englischen Gefängnissen. Der Schrist- steller Normann Angell ist, wie bekannt, gleichfalls ein Opfer dieser Behandlung geworden. Andere Personen, meistens Arbeiter, beklagen sich über die empörende Behandlung in diesen Gefängnissen. Als wir ankamen, erzählt einer der Arbeiter, wurden wir m das Wacht- lokal gebracht. Als wir den Befehlen des wachthabenden Offiziers nicht sogleich nachkamen, ordnete, er an, uns ein „Regimentsbad" zu verabreichen. Stetes Bad bestand in einer äußerst rohen Behandlung, indem der Körper mit rauhen und harten Bürsten abgekratzt wurde. Heute noch sind die Wunden, welche nur damals zugefügt worden, nicht zugeheilt. Ein Mann namens Jnghardt schreibt, daß ihm das Rasendem entzwei geschlagen worden fei; seinem Bruder Tom hatte man zwei Zähne aus dem Munde gestoßen. Andere Meiste man an den Ohren hin und her. Em Mclizsoldat schreibt aus Dover einen Brief an feinen Vater, in dem es heißt: Larkmann und Miller weigerten sich den Dienst zu tun. Sie wurden nach der Arrestanten-Ecke gebracht, man legte ihnen Handfesseln an und band sie alsdann mit den Händen über dem Kopf an die Mauer. Darauf begann man sie auf die bestialischste Weise zu mißhandeln. Nach dieser Mißhandlung wurden sie auf den Exerzierplatz geschleppt und noch eine halbe Stunde lang an einen Pfahl gebunden und gequält Als sie zusammenbrachen, wurden sie mit Wunden bedeckt in lhre Zelle geworfen. Die Martern, welche die beiden ausstehen mußten, seien nicht zu beschreiben.
Barbarische Strafe in einem
afrikanischen Lager.
Wie berechtigt die Maßnahmen. der deutschen Regierung sind, um von Frankreich die Aufhebung aller nordafrikanischen Kriegsgefangenenlager zu erzwingen, beweisen folgende aufs neue bekanntgewordenen Schandtaten der Franzosen:
In glühender afrikanischer Sonnenhitze mußten die Gefangenen schwere Wegebauarbeiten verrichten, wobei sie von ihren Wächtern unter Beschimpfungen und Mißhandlungen in schärfster Weise zur Arbeit angetrieben wurden. Wegen der geringsten Vergehen, wie z. B. kurzen Ausruhens während der Arbeit oder einer an sich belanglosen Bemerkung wurden die Kriegsgefangenen mit Strafen bedacht, wie sie im Mittelalter nicht schlimmer ausgesonnen werden konnten.
In Algier im Gefangenenlager von Sikh-Ou-Med- dour hat sich nachstehender Vorfall abgespielt. Die deutschen Gefangenen waren eines Tages wieder scharf zur Arbeit herangenommen worden und unterhielten sich am Abend vor ihren Zelten über ihre traurige Lage. Da eine ausgesucht schlechte Behandlung immer dann einzutreten pflegte, wenn die Franzosen auf dem Kriegsschauplatz Mißerfolge zu verzeichnen hatten, bemerkte ein Unteroffizier über die an diesem Tage besonders schlechte Behandlung: „Die Franzosen werden wieder mal tüchtig was aufs Dach gekriegt haben!" Unvor- sichttgerweise waren diese Worte so laut gesprochen worden, daß sie einer der französischen Köche, der etwas Deutsch sprach, verstehen konnte. Dieser meldete den Vorfall sofort dem Lagerkommandanten, der mit Hilfe ~ ' ■ - - - — «ziere feststellte, daß der betreffenM'°NN---------— ...... . - merkung gemacht hatte. Daraufhin ließ der Lagerkommandant Stricke herbeiholen. Der Unteroffizier wurde, auf dem Rücken liegend, mit ausgespreizten Beinen an Holzpflöcken, die in die Erde getrrebew wurden, festgebunden. Dies war, wie erwähnt, gegen Abend,- die Stelle, auf der der Unteroffizier festgebunden dalag, befand sich etwa 15 Meter außerhalb des Lagers. Etwa 1<; Stunde mußte der arme Mensch in dieser an sich schon qualvollen Lage aushalten, die dadurch noch eine grausame Verschärfung erfuhr, daß — es ist dies einwandfrei von verschiedenen Gefangenen beobachtet worden — ein paar Lagerhunde Gesicht und . Hände des Unteroffiziers beleckten. Endlich wurde dreier lovge- bunden und unter das sogenannte Strafzeit gelegt. Dieses besteht aus einer einzigen Zeltbahn, die Kopf und Füße freilätzt und mit Holzpflöcken über dem am Boden Liegenden befestigt ist. In der afrikanifchen Tropen- glut ist die Strafe eine ausgesuchte Quälerei. Der Unteroffizier sollte, ohne sich rühren zu „können, hier acht Tage leiden. Da aber seine Gesundheit dieser Marter nicht gewachsen war, mußte er nach 3 Tagen ins Lazarett geschafft werden. Nach einigen Tagen wurde er wieder ins Strafzeit gelegt, erkrankte aber nach weiteren 2 Tagen von neuem und mußte wieder ms Krankenzelt ausgenommen werden. Man sollte es nicht für möglich halten, daß sich in Frankreich angesichts solcher Zustände Leute wie der Abgeordnete Galli und andere Kammermitglieder nicht schämen, wegen angeblich men- schenunwürdiger Behandlung von Kriegsgefangenen immer wieder gegen Deutschland zu hetzen.
Der französischen Regierung ist von obigem Vorkommnis Kenntnis gegeben und eine Bestrafung der Schuldigen gefordert worden.
Megsallerlel.
Ententeverhandlu«geu über Griechenlands Zer-
nn russischen Blättern, vornehmlich in den Organen der Rechten, finden sich laut „Nattonal-Ztg." in diesen grauen bemerkenswerte Andeutungen, nach denen zurzeit zwischen den Kabinetten von Petersburg, Paris, London und Rom wichtige Verhandlungen über eine teils weife Aufteilung Griechenlands stattfindem Nach diesen Verhandlungen wolle man hauptsächlich Saloniki neutralisieren, d. h. diese Stadt soll nach dem Kriege völlig unabhängig werden.
Die Verteilung englischer Prisengelder.
,Voss. Ztg." berichtet wird, habe das .^.„„„jertcbt den Mannschaften der eugli- en' Schisse „Fnvincibl? "'"°......" ornlvall" und „Kent" 1
Wie in der „L Londoner Prisengers
Mamffchaften der eugli- e", „Glasgow", „Inflexible", 12160 Pfund Sterling zuge- svrochcn für die Versenkung der deutschen Schiffe „Scharnhorst", „Gneisenau", „Nürnberg".und „Leipzig" bei den Falklandsinseln. Die Mannschaft des K 19 erhielt 1410 Pfund für die Versenkung der „Undme" und die iWmtfdjaft der Sydney 985 Pfund für die Versen-
fnng der Emden.
Eine Finanzkonferenz in Calais.
Wie Reuter meldet, fand in Calais eine Konferenz zwischen der französischen und der britischen Regierung statt. Es wurden Vereinbarungen über Zahlungen an das Ausland und über die Regelung des Wechselkurses zwischen den beiden Ländern getroffen.
Politische Rundschau«
Verständigung über die Kriegsziele. Unter der Ueberschrift „Das Eisen ist warm" schreibt der frei- konservative Führer Freiherr v. Zedlttz in der „Post" u. a.: Im Interesse gegenseitigen Verständnisses erscheint die Bekanntgabe der Kriegsziele des Unabhängigen nationalen Ausschusses unter Leitung von Professor Dietrich Schäfer sehr erwünscht. In dieser ernsten Stunde, in der der Kampf des Vierverbandes gegen Deutschlands Unabhängigkeit, die Unversehrtheit seines Gebietes und die Freiheit unserer wirtschaftlichen Entwickelung den Höhepunkt erreicht hat, müßten überhaupt mehr die einzelnen Kriegsziele gegenüber dem einen großen Kriegsziel dauernder Sicherung dieser Güter nach Ost und West zurücktreten. Der Zeitpunkt ist gekommen, alle Richtungen, die dieses eine große Kriegsziel, wenn auch auf etwas verschiedenem Wege, erstreben, zu einer geschlossenen starken Volks- strömung zu vereinigen, die ein starkes Gewicht für die Erringung eines die Erreichung des Kriegszieles verbürgenden Sieges in die Wagschale zu werfen vermag. Aber auch hier gilt das Wort: „Man soll das Eisen schmieden, solange es warm ist".
Rustische Stimmungen. In den letzten Tagen wurden Meldungen verbreitet, aus denen hervorzugehcn schien, daß eine gewitze Neigung zum Sonderfrieden in Rußland nicht nur in werten Volksschichten, sondern auch in maßgebenden Kreisen stärker hervortreten, und daß sogar mit Genehmigung der Zensur darüber öffentlich geschrieben werden durfte. In einem längeren Artikel über diese russischen Stimmungen kommt nun die „Dtsch. Tgztq." zu folaerrdem Urteil: „Alles in allem stehen wir in Deutschland diesen russischen Entwickelungen, scheinbaren oder wirklichen Stimmungen kühl gegenüber, des Zieles sicher, welches erreicht werden muß und erreicht werden wird."
Amerikas Kriegslieferungen für den Vierverband. „Daily News" meldet aus Neuyork vom 23.: In Amerika sind jetzt Aufträge für Granaten und andere Kriegsmaterialien im Werte von 19 Millionen Pfund Sterling in Arbeit. Man berechnet, daß die Verbündeten brs Juni 1917 75 Millionen Pfund Sterling für Waffen und Munition ausgegeben haben werden. Rußland hat soeben einen Kontrakt über 200 000 Tonnen Stacheldraht abgeschlossen.
Wie Ssüig zur „A-r>e«lschl«nd" kam.
Ueber den erfolgreichen Führer der „U-Deutschland" wird uns aus Marinekreisen geschrieben:
Neben unseren ausgezeichneten U-Boot-Helden der Kriegsmarine wird der Ftihrer der „U-Deutschlanö" in der Geschichte dieses Seekrieges als einer der hervorragendsten Männer fortleben. Zweimal hat er die schwierige Fahrt zwischen Bremen und Amerika auf dem ersten Haudels-Uboot der Welt gemacht und damit ein neues Kapitel deutscher Schiffahrt geschriebem Einige Angaben über seinen Lebensgang, seinen Charakter und seine Geistesgaben, werden manches erklärlich erscheinen lassen, was ungewohnt und dunkel ist. Im allgemeinen ist man geneigt anzunehmen, daß eine lange Schulung auf Ubooten zur Durchführung einer Unterwasserfahrt notwendig sei und daß aus diesem Grunde in erster Reihe Angehörige unserer Kriegsmarine und insbesondere unserer U-Bootflotte für derartige Posten in Betracht kämen, zumal bis zum Ausbruch des Krieges schon eine kurze Untersee-Bootfahrt
Tnternedmen gr
U-Boote im Verlaufe dieses .„..^„^ — „—,-, daß wir wie auf so vielen anderen Gebieten auch auf diesem umlernen müßten, denn der Krieg hat im deutschen Volke Kräfte zur Entwickelung gebracht, an die Nörgler und Schwarzseher vor dem Kriege, die in der jetzigen Generation fast nur entartete Schwächlinge sehen wollten, nie geglaubt hätten. In dieser Entfaltung versteckter Kräfte ist auch ein Teil der Begründung für die hervorragenden Leistungen des Kapitäns König zu s-eheu, der bis zu dem Kriege ein schlichter Handels- kapitän war, wie viele andere.
Er hat seine erste Fahrt in dem Handels-U-Boot „Deutschland" nicht als Jüngling gemacht, sondern steht heut im Alter von 50 Jahren, besitzt aber nach dem Urteil aller derer, die ihn kennen die Geschmeidigkeit eines Jünglings. Er ist in Lüra geboren und ging im Jahre 1882 zur See, da er schon von Jugend auf Vorliebe für den Seemannsberuf gezeigt hatte. Seine Laufbahn li>.ü in keiner Weise auf (eine späteren Erfolge schließen, wenn er auch wOr bald durch seine ruhige Ueberugung und seine große Umsicht das Vertraucn seiner Firma ermorden hatte. Nachdem König im Jahre 1894 das Patent für große Fahrterr erhalten hatte, trat er im Jahre 1897 in den Dienst des Norddeut'chcn Lloyd, wo er fast 20 Jahre lang als Kapitän von Han- delSdampfern tätig war. Er führte unter anderen die Daurpfer „Skutari", „Tübingen", „Prirrzetz Irene" und zuletzt den Dampfer „Schleswig". In Fachkreisen hatte sich Kapitän König durch seine Fahrten einen großen Ruf als unrsichtiger und tatkräftiger Führer erworben. Es war darum wohl kein Zufall, daß die Wahl der „Deutschen Ozean-Reederei" auf ihn fiel, als es sich darum haudelte, für die fahrtungewolmten neuen Han- dels-U-Boote einen Führer zu finden, dem man in dieser schweren Zeit das kostbare Schiffchen anvertrauen konnte.
Im März 1916 begann König seinen ungewohnten neuen Dienst. Wir haben gehört, daß er vor dem Antritt seiner großen Reise erst größere Versuchsfahrten unternahm, um vor allen Dingen die richtige Unterbringung der verhältnismützig großen Fracht auszu- prodierett. Trotz dieser umfassenden Vorbereitungen, die für seine Umsicht zeugten, war die Fahrt über den Ozean auf dem U-Boot naturgemäß noch ein nicht ungefährliches Unternehmen, das einen ungewöhnlich klaren Kopf, einen tapferen und unerschrockenen Sinn und eine feste Hand erforderte. Abgesehen davon, daß eine derartige Fahrt von amerikamschen Sachverständigen von vorderem selbst unter den günstigsten Frie- denSdedingungen für unmöglich erklärt worden war, drohten dem Kapitän König jetzt im Kriege Gefahren, die in Anbetracht der Größe der englisch-französischen Wachtflotte nicht zu unterschatzen waren. Kapitän König war sich als fehr nüchterner Rechner auch aller dieser Umstände wohl bewußt. Wenn er trotzdem die Fahrt über den Ozean ivagte, so durften wir alle hoffen, das; er sie auch glücklich durchführen würde, da König nie ein Mann großer und leerer Worte war. Seine veitiu kehr in den heimischen Hafen hat gezeigt, daß das große Vertrauen, welches auf ihn gesetzt worden war, durchaus berechtigt war. Er war der rechte Mann auf dem rechten Platz. Hoffentlich wird er rioch oft Gelegenheit haben, im Dienste des Vaterlandes wirffam zu sein. Schon jetzt ist ihm der Dank ganz Deutschlands gewiß, und sein Name wird neben den Weddigen, Müller, Forstmann und vielen anderen stets genannt werden.
VsnMüter.
Mas im Kriegsjahr in den Grundstein gemauert wird. In Wirges im Unterwesterwaldkreis fand die feierliche Grundsteinlegung zu einem Jugendheim statt. Neben einem eisernen Fünf- und Zehnpfennigstück wurde eine Brotkarte, ein Mahlschein, eine Seifenkarte und ein Bericht des Bürgermeisters über die Beteiligung der Gemeinde an den Leistungen und Opfern des Weltkrieges im Grundstöcke vermauert.
Ein Buch über die „Deutschland«. Kapitän König wird die Reise der „Deutschland" selbst in einem Buche schildern. Unter dem Titel „Die Fahrt der „Deutschland" wird das Werk in Kurzem in der Reihe der Ull- stein-Kriegsbücher erscheinen. Es ist das einzige Buch, für das die Deutsche Ozean-Reederei die Freigabe des gesamten bisher veröffentlichten Materials über
den und
Bau der „Deutschland", über ihre Probefahrten ihre Ausreise gestattet hat.
Eine schwere Schirlings-Vergiftuug. Die Frau des Gemeindevorstehers in Kemnath (Reg.-Bez. Frankfurt a. O.), wollte einem Mittagsgericht Petersilie zusetzen, vergriff sich dabei und nahm Schirling. ffladj dem Essen traten alsbald bei der aus neun Köpfen bestehenden FamMe schwere Bergiftungserscheinungen ein, sodatz für sie ernste Lebensgefahr besteht.
Zwei Jahre Gefängnis für eine Verleumderin. Die Cölner Strafkammer erkannte gegen eine Frau Christke auf eine besonders harte Strafe, weil sie ihre Schwägerin, eine Kriegersfrau, beim Oberbürgermeisteramt fälschlich bezichtigt hatte, daß sie sich herumtreibe. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Gefängnis, während das Gericht weit über den Antrag hinausging und die Frau zu zwei Jahren Gefängnis verurteilte.
Eine vorbildliche „Dentschla«d"-^ttft«ug. Aus Anlaß der glücklichen Heimkehr der „Deutschland" stellte ein Jnduitrieller in Aue t. Erzgeb. der Stadt 10 000 M. zur Verfügung, wofür den minderbemittelten Einwohnern Kartoffeln oder Kohlen beschafft werden sollen.
Wenn Kindermädchen plandern. In der Taunusanlage, dem Hauptsammelpunkte der Frankfurter Dienstmädchen mit ihren kleinen Schutzbefohlenen, trug sich ein vielbelachtes Vorkommnis zm Drei Kindermädchen hatten mit gegenseitigem Geplauder so viel zu tun, daß sie darob die in dem Wagen liegenden kleinen Geister ganz vergaßen. Den Umstand machte sich ein Witzbold zunutze. Rasch vertauschte er die kleinen Kinder. Nr. 1 legte er in Wagen Nr. 2, Nr. 2 in Wagen Nr. 8 und Nr. 3 kam in Wagen Nr. 1. Und ruhig schliefen die Kleinen in den fremden Wagen werter. Mittlerwelle war der Abend heran genaht. Die Mädchen brachen die Plauderstunde schleunigst ab, jedes ergriff seinen Wagen, und heim gings mit der fremden Last. Daheim aber sah jede Mutter sofort, datz ein „Fremdling" ihr defmert ward. Großes Entsetzen, Krach mit den Mädchen, die natürlich Stein und Bein abschworen und von nichts wissen wollten. Ein Stand- verhör stellte sofort fest, wer mit den Sünderinnen beisammen gewesen war. Der Fernsprecher spielte. Bet Frau Dr. war auch ein fremdes Kind, und Frau Hauptmann hatte Las Bübchen von Frau Oberlehrer in Gewahrsanr. Die Kinderwagen Tauften von der Bettina- in die Rhein- und in die Mainstraße. Nach einer halben Stunde war alles wieder in Ordnung.
Die Schlacht an der Somme im 3»li
Schluß.
Ein Vergleich der Schlacht an der Somme und der Kämpfe bei Verdun drängt sich auf.
Bei Verdun sind wir die Angreifer, in der Picardie befinden wir uns in der Abwehr. Aber vte Verteidigung Berduns, auf deren Hartnäckigkeit die Franzosen so stolz sind und von der sie in aller Welt so viel Wesens, zu machen verstehen, stützt sich auf den wuchtigen Rückhalt der stärksten Festung Frankreichs, ihren doppelten Fortgürtel und ein kunstvoll ausgebautes Verbindungs- netz von Feldbefestigungen. Schon das Angriffsgelände an sich bietet durch ;ein starkes Ansteigen und die tiefen Einschnitte, die es durchziehen, die überragenden Kuppen, die es schützen, dem Angreifer ungleich viel höhere iten als die leicht gewellte Ebene der Picar- ~ me stand nur ein Verfügung, deren
Schwierigkeiten . _____
die. liniern Kämpfern an der S.
omme
schmaler Gürtel Schützengräben zur _ „ „
vorderste Linie, als sie dem Erdboden gleich gemacht war, von der ungeheuren feindlichen Uebermacht nach siebentägigem Tronnnelfeuer im ersten Anlauf stellenweise überrannt und damit für die Verteidigung vielfach ausgeschaltet werden komrte.
Was aber das Stärkeverhältnis anlangt, so ist bekannt, daß bei Verdun die Franzosen uns in einer Ueberlegenheit gegenüberstanden, die an Infanterie sich zu einer Stärke wie 2 :1 verhält. Dabei waren wir dort in der Rolle der Angreifer! An der Somme aber stellt sich das Zahlenverhältnis jedenfalls noch weit ungünstiger für uns. Und trotzdem ist der Geländegewinn unserer Feinde im ersten Monat ihrer Offensive noch nicht halb so groß als der unsrige im ersten Monat vor Verdun! (Uebrigens mag darauf hingewiesen werden, daß der Geländegewinn, den die Franzosen erzielen konnten, fast doppelt so groß ist als derjenige der Engländer, während die Verluste der ersteren etwa halb so groß sind als die der letzteren.)
Die Schlacht an der Sourme stellt selbst gegen die Kämpfe bei Verdun noch eine Steigerung des Einsatzes an Menschen und Dlunition dar. ^ie bildet den Höhepunkt der Kraftenffaltung unserer Feinde und der ganzen bisherigen Kriegsgeschichte. Vergleicht man den Einsatz und die Hoffnungen unserer Feinde mit ihrn Erfolgen, so muß sich jedem unbefangenen Beurteiler die Erkenntnis aufdrangen, daß sie unsere Stellungen zu erschüttern nicht die Macht besitzen. Zum erstenmal hat das bisher listig geschonte englische Heer gewaltige Verluste erlitten. An den nutzlosen Opfern näßt aber auch diesmal wieder Frankreich weitaus den grötzren Anteiü. Ein weiter blühender Landstrich Frankreichs ist durch die Jnlikänrpfe in eine grausige Trümmerwüste verwandelt.
zu erscylurerr bat das bish Verluste erlit
Weitere Drahtnachrichten«
Walbbrände in Kanada.
Bern, 26. August. Französische Blätter enthalten die Nachricht von einem großen Wal-brande im nördlichen Teile von Ontario. Jm Hudsondistrikt sollen 26 Piubter ums Leben gekommen sein. Ein in Casey gelegenes Bergwerk sei mit allen Einrichtungen zerstört worden. Andere Bergwerke seien bedroht. Die gewaltige Feuersbrunst mache sich durch die gewaltige Rauch-- entwickelung auch irr dem 2u0 Meilen entfernten Ottawa