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was wir können «nd Wen.

Der Krieg hat an die wirtschaftliche Kraft des deutschen Volkes große Anforderungen gestellt. Die Daheimgebliebenen haben an dem Kampfe um den Sieg mit teilgenormnen. Ihr Ringen unterstützt die an den Fronten rümpfenden Armee und hilft den Feind be­siegen. Zwei Fahre währt nun schon dieser Kampf. Er hat alle Kräfte verlangt und er wird auch künftig noch den Einsatz aller Kräfte verlangen, um den endgültigen Sieg zu erringen. Es muß durchgehalten werden, bis der Feind säNießlich am Boden liegt. Mag das Dnrch- Halten auch schwer fallen und unangenehm empfunden werden. Das Schwerste, den Feind im Lande zu ha­ben, blieb allen deutschen Gauen, dank der Tapferkeit unserer Soldaten und ihrer Heerführer erspart. Ost­preußens verwüstete Städte und Dörfer, Ostgaliziens Fluren und die Kinöergrüber in Karlsruhe zeigen uns aber, was mit uns geschehen würde, wenn der Feind die Oberhand gewönne. Ein schweres Schicksal stände den deutschen Landen bevor. Deutschlands Frauen, Deutschlands Kinder vor diesem Schicksale zu bewahren, bleibt unsere Pflicht. Darum alle Kraft eingesetzt, um den Sieg zu sichern!

Was können wir dazu tun? Wir müssen die an den Fronten Stehenden beruhigen in ihrer Sorge um unser Wohl. Aus unseren Herzen muß die nie versie­gende und zielbewußte Kraft der vertrauenden Ueber­zeugung entspringen, daß der Krieg mit allen Mitteln unter Einsatz aller Kräfte siegreich zu Ende geführt wer­den wird. Darum keine Briefe voll kleinlicher Sorgen an die Front! Sie könnten dem Feind in die Hand fal­len, der aus ihnen nur allzu begierig neue Widerstands­kraft schöpfen würde. Wir müssen uns entschlossen und opferbereit mit den vorhandenen Lebensmitteln einrich- ten, uns einschränken, nur darauf bedacht sein, den Körper zu erhalten, freudig darauf verzichten, nach Ge­schmack und früherem Wohlleben leben zu wollen. Wir haben ferner an die Heranwachsende Jugend, besonders an die Säuglinge zu denken und für ihre Ernährung in erster Linie Sorge zu tragen. Nicht nur an uns dür­fen wir denken, sondern auch an die, deren Männer und Väter im Felde stehen, denen der Schutz und die Leitung der väterlichen Hand und Gewalt fehlt.

Wir müssen auch sparen. Das deutsche Reich, das um sein Dasein ringt und für unser Schicksal kämpft, be­darf großer Mittel, um den Krieg weiterzuführen. Nur aus der Schaffenskraft des Volkes können ihm diese Mit­tel kommen. Wir müssen sie ihm zur Verfügung stellen.

Wir sollen uns willig den Kriegsgesetzen unterord- nen, denn nur, wenn diesen in allen Bevölkerungs- schichten verständnisvolle Befolgung entgegengebracht wird, ist es möglich, toten Wortlaut lebendigen Geist zu geben. Nur dann kann es besser werden. Nur dann werden Schwierigkeiten behoben, die uns jetzt noch rüh­men und hemmen. Viel wird von uns verlangt, viel müssen wir beachten und tun, wenn wir siegen wollen. Durchhalten mit Herz und Hand bringt uns des Sieges sicheres Pfand.

, AvZeinsuSerlauftnre Ziileresse».

In einem Ueberblick über das vergangene Kriegs- jahr schreibt A. Keuerleber imBasier Anzeiger" vom 4. August unter anderem folgendes:

Staatsmänner, Parlamentarier, Zeitungen und Pri­vatleute in den Berbandsmächten, sei es im Osten oder im

Westen, haben keinen Zweifel daran gekästen, was be­absichtigt sei, wenn die töiittctmiüötc nicdergerungen würden. Deutschland zerrissen, Oesterreich und die Tür­kei aufgeteilt, wie auch Bulgarien, nachdem es sich nun den Mittelmächten angeschlossen hat. Dies alles ist so oft und von so vielen Seiten immer wieder gejagt worden, daß es heute keinen Eindruck mehr machen kann, wenn man da oder dort nun andere Töne hört, weil man ein- gesehen hat, daß man mit diesen Aeußerungen die Mit­telmächte unter sich, die politischen Parieren aber in jeder einzelnen nur um so enger zusammengeschweift hat zum äußersten Widerstand gegen solche Pläne. Wenn man heute nur gelegentlich andere Aetzerungen hört, so wird man darin nur zu oft nur ein Mittel erblicken, mit dem die Geschlossenheit des Blocks zerstört werden soll. Man versucht einmal diesem, dann dem andern Stab im Bündel zu versprechen, daß man ihn ganz lasse, um die andern desto leichter zerbrechen zu können, einen nach dem andern, wo es zusammen nicht gehen will.

Die Worte sind anders geworden, der Sinn ist der­selbe geblieben. Die Aussichten auch in dieser Hinsicht sind ftH? die Berbandsmächte nicht sonderlich glänzend. Wie ganz anders steht es umgekehrt. Wir werden nächstens die Rede des englischen Abgeordneten King veröffentlichen, die dieser am 24. Mai im Unterhaus gehalten hat, die aber von der englischen Zensur unter­drückt und unseres Wissens auch in der festländischen Presse nachher nie erschienen ist. King weist darin mit großer Offenheit auf die Divergenz in den Anschau­ungen unter den Verbündeten, zum Beispiel schon im Hinblick auf die polnische Frage, hin. Er sagt aber in tehr vorsichtiger Form noch etwas viel Wichtigeres: Was soll werden, wenn der eine der Verbündeten sein Ziel erreicht hat und der andere ein anderes?" und gibt darauf selbst die Antwort, daß nur Verwirrung die Fol­ge sein könne. Man braucht kein sonderliches flair für politische Dinge zu haben, um heranszufühlen, daß mit dem einen dieser Ziele die Besitznahme Konstantinopels durch Rußland gemeint sein könne, mit der die Englän­der einverstanden sind, solange die Russen keine Aus­sicht haben, dorthin zu gelangen, wogegen sie aber alle möglichen Einwände und Hemmnisse finden dürften, wenn ein solcher Fall je aktuell werden sollte. Sind die Mittelmächte alle ohne Ausnahme in ihrem Bestand bedroht und deshalb in ihren Zielen ohne weiteres einig es gilt möglichst wirksame Abwehr der Bedrohung und beste Sicherung für die Zukunft, so hat von den Verbündeten jeder ein anderes Ziel, darunter aber viele solche, deren Erreichung den verbündeten Freund viel mehr ärgern würde als die Gegner, es sei nur an den italienisch-serbischen Gegensatz erinnert über die'Aspi­rationen an der östlichen Adria, an die russisch-engli­schen auf Türkei und Balkan, au die französisch-engli­schen am Kanal, der eine will die deutsche M li ärmachtz der andere die deutsche Flotte vernichtet wissen, der eine will Deutschland stark lassen und Oesterreich zer eilen, der andere will es umgekehrt, jeder aber will etwas für sich und zwar möglichst viel.

Bis jetzt ist es aber beimöglichst vielen" Kosten geblieben, ein Geschäft, ein schlechtes Geschäft, das die Teilhaber einer Operation, die eigentlich auf einen gro­ßen Gewinn hinauslaufen sollte, nicht gut auf einander sprechen zu machen pflegt. In solchen Fällen pflegt es vorzukommen, daß man demjenigen, der einen zu dem Geschäft veranlaßt hat, sagt: Zahl du!, wie das jetzt die Verbandsmächte England gegenüber tun, wobei der

Grund allerdings auch der kein käM, Ritz MkgIMS dA einzige ist, der noch etwas vorzustrecken hat.

Die Sahnst unserer Schweinezucht.

Durch das zeitweilige inzwischen schon längst wie­der aufgehobene Verbot der Hausschlachtungen, durch die vorübergehend notwendig gewordene, inzwischen auch wieder aufgehobene Unlersagung der Kartoffetver- fütterung ist die Neigung zur Schweinemüstung natur- gemäß beeinträchtigt worden. Die Besorgnisse, die in dieser Hinsicht gehegt wurden, sind aber übertrieben. Den besten Barometer für die Neigung, Schweine zur Aufzucht und Mast einzustellen, bieten die Ferkelpreise. Hohe Ferkelpreise beweisen eine starke Nachfrage nach Ferkeln bei den Aufzüchtern und Mästern. Sie sind zwar vom Standpunkt des einzelnen Mästers uner- wünscht, da sie seinen Gewinn beeinträchtigen. Volks­wirtschaftlich find hohe Ferkelpreise aber innerhalb ge­wisser Grenzen durchaus erwünscht, weil sie den ein­zigen wiksamen Anreiz zur Einstellung neuer Zucht­sauen unS zur Vermehrung des bekanntlich stark zu­rückgegangenen Schweinebestandes bieten. Im ersten Vierteljahr dieses Jahres hatten die Ferkelpreise die volkswirtschaftlich in Zeiten der Schwe neknappheit er­wünschte Höhe nach der Ansicht mancher Sachkenner schon überschritten. Preise bis 75 ,/Z und mehr für Fer­kel unter 68 Wochen, wie sie in der Rheinprovinz im Januar, Februar und März gezahlt wurden, über- schritten tatsächlich selbst den hohen Friedenspreis um mehr als das Doppelte. Diese hohen Preise haben aber den Nutzen gehabt, daß die Einstellung von Zuchtsauen und demgemäß das Angebot von Ferkeln trotz der Fut- terknappheit zugenommen hat. Je nach diesem Angebot und nach den Futterverhältnissen unterliegen äucl) im Frieden die Ferkelpreise außerordemlich n anen Schwankungen. Auf hohe Preise folgen oft tiefe Preis­stürze. Diese Erscheinung ist seit dem Frühsommer in starkem Maße aufgetreten, einerseits infolge der ver­stärkten Ferkelzucht, andererseits wegen der immer em­pfindlicher werdenden Knappheit der Futterkartoffeln und des schließlichen Verftttterungsverbotcs, zum Teil wohl auch infolge der zeitweiligen Einschränkung der Hausschlachtungen. Ende Juni war der Preis für 68 Wochen alte Ferkel in der Rheinprovinz von 75 auf 40 Mark, in Hannover mm 50 auf 35 Mark, in Friedrichs- selde-Berlin von 45 auf 30 gesunken Auch dieser Preis überschreitet noch bei weitem die Durchschnibsjriedcns- prerse, ist aber angesichts der stark gesteigerten Futter­kosten kaum mehr hoch genug, um zurzeit einen genü­genden Anreiz für Ferkelzucht zu geben, wenn dieser Preisstand dauernd bleiben oder gar noch sinken würde. Erfreulicherweise scheint das nicht der Fall zu fein. Die inzwischen erfolgte Freigabe der Frühkartoffeln zu FM- terzwecken, die bestimmt abgebene Zusicherung. daß ein Verbot der Hausschlachtungen nicht wieder tingeführt wird und daß auch an eine Wegnahme der Hausschlach­tungsvorräte unter keinen Umständen gedacb wird, hat bei den Mästern in den letzten Wochen anscheinend ire Neigung, Ferkel einzustellen, wieder gesteigert. Es liegt also keinerlei Anlaß für die Ferkelzüchier vor, die Hal­tung von Zuchtsauen einzuschränken. Nach Einbringung der Ernte soll durch Gewährung preiswerten Futters die Neuhaltung in noch stärkerem Umfange als bisher gefördert werden, damit die zu erwartende bessere Krastsuttcrernte durch vermehrte Schweinemast der Volksernährung nutzbar gemacht werden kann.

Fortsetzung des amtlichen Teils.

2. Diejenigen Molkereien, die nichts an die Zentral- Einkaufsgesellschaft zu liefern haben, haben ihre gesamte Produktion zur Verfügung des Kommunal- verbandes zu halten und nach dessen Anweisung zu liefern.

Diese Molkereien, ebenso die unter 1) genannten, soweit deren Produktion dem Kommunalverband zur Verfügung zu halten ist, haben sich mit allen diesbezüglichen Anfragen lediglich an den Kommunal- verbanö zu wenden.

Allgemein wird noch bemerkt, daß die Unterneh­mer von Molkereien trotz der für den Kommunalver­band eintretenden Beschlagnahme

1. die zur Erhaltung der Vorräte erforderlichen Handlungen vornehmen,

2. an ihre Milchlieferer Butter liefern,

3. sofern die Molkerei ein landwirtschaftlicher Neben- betrieb ist, Butter in der eigenen Wirtschaft ver­brauchen dürfen.

Es ist zu bemerken, daß die Menge der an die Milchlieferer zurückzuliefernden Butter über den Empfang der im Juli 1916 zurückgegebenen Butter nicht hinausgehen darf. Soweit diese für Juli er­rechneten Mengen mehr als 180 Gramm pro Kopf und Woche betragen hat, hat eine Beschränkung auf 180 Gramm einzutreten.

Die Zurücklieferung darf nur für den Milchlieferer und die zu seinem Haushalt gehörigen Personen er­folgen.

Zu seinen Haushaltsangehörigen sind nicht zu rechnen: Personen, die nicht im Haushalt beköstigt werden; ferner nicht Kriegsgefangene, Schnitter und auswärtige Saisonarbeiter.

Für die nicht zum Haushalt gehörigen Personen kann Butter mit Genehmigung des Kommunalver- bandes zurückgeliefert werden, aber nur bis zur Höhe von 30 Gramm pro Kopf und Woche.

An Milchlieferanten, die im eigenen Hanshalt auch noch buttern, darf Butter nicht zurückgeliefert werden.

Die Molkereien haben alsbald eine Liste der Milchlieferer unter Angabe der Anzahl der HauShalts- angehörigen und unter Angabe der Höhe der Butter­mengen, die den Milchlieferern geliefert werden, auf- zustcüen und dem Kommunalverband einzureichen. Zum Zwecke der Aufstellung dieser Liste haben die Molkereien von dem Milchlieferer sich Bescheinigungen ausstellen zu lassen, daß er in seinem eigenen Be­triebe nicht buttert, und daß die von ihm namentlich aufzuführenden Personen zu seinem Haushalt ge­hören.

, Die Bescheinigungen sind übersichtlich geordnet aufzubewahren; die Molkereien haben ordnungsmäßig Buch zu führen.

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Hinsichtlich der Abgabe von Frischmilch gilt bis auf weiteres als Grundsatz, daß die Lieferungen von Frilchmilch in dem bisherigen Verhältnis und an die bisherigen Stellen unverändert weiter zu gehen haben. Es ist anzunehmen, daß die Kommunalverbände ihrer­seits noch nähere Anweisungen ergehen lassen.

* * *

Hersseld, den 15. August 1916. Wird veröffentlicht.

A. 9849. Der Landrat.

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Sonntag den 20. August.

Vormittags 8 Uhr: Herr Pfarrer Gonnermann.

Vormittags 7210 Uhr: Herr Superintendent Feyerabend. Vormittags 11 Uhr: Kinder­gottesdienst (Sonntagschule)

Petersberg.

Vormittags 72IO Uhr Gottesdienst.

Unterhanu.

Mittags I V4 Uhr Gottesdienst.

Heenes.

Vormittags V2IO Uhr- Gottesdienst.

Kalkobes.

Vormittags 11 Uhr Gottesdienst.

Mittwoch, abends 8 Uhr Kriegsbetstunde in der Stadtkirche.

Kathol. Gottesdienst.

Sonntag den 20. August.

7 Uhr Hl. Messe.

8 Uhr: hl. Messe.

AlO Uhr: Amt, Predigt, Christenlehre.

7a3 Uhr: Andacht.

Werktags 7 Uhr: Hl. Messe.

Gelegenheit zur hl. Beichte Sonnabend 5 u. 8 Uhr-

Sonntag 7«7 Uhr

Freitag Abend 8 Uhr Bitt- Andacht.

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