Amtliche Meldung des Admiralstabs. 1
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^ Berlin, 14. August. (Amtlich. WTB.) Eins unserer Unterseeboote hat im englischen Kanal in der Zeit vom 2. bis 10. August sieben englische und drei französische Segelfahrzeuge sowie drei englische und zwei französische Dam« pfer versenkt.
' ^ Berlin, 14. August. (Amtlich. WTB.) Eines unserer U-Boote hat am 18. August vormittags im englischen Kanal den englischen Zerstörer Lassoo
versenkt.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
’ Ein englischer Zerstörer gesunken.
Aus Hoek van Holland wird unterm 13. August gemeldet: Der gegen 2 Uhr nachmittags hier angekommene englische Dampfer „Grenadier" aus New Castle berichtet, daß heute morgen 8 Uhst 8 Meilen westlich des Leuchtschiffes Maas ein ihn begleitender englischer Zerstörer auf eine Mine gestoßen und gesunken sei. Die Mannschaft habe sich in drei Booten gerettet, die später von andern englischen Zerstörern ausgenommen worden seien.
Vo« Uvooten versenkt.
Die französische?? Blätter melden aus Havre vom 11. August: Ein deutsches Uboot hat vier Schiffe, itäm« lieh den französischen Dampfer Marie, die norwegischen Schiffe Credo und Sora und das dänische Schiff Robert angehalten. Die drei ersten wurden versenkt. Der Kommandant des Ubootes erklärte, daß die norwegische?? Schiffe Ladunge?? hätten, die als Bannware betrachtet werden müßten. Das dänische Schiff Robert wurde wegen Unbedenklichkeit der Ladung freigegeben. Es brächte die Mannschaften der drei versenkten Schiffe nach Havre.
Einzelheiten zum Fliegerangriff auf England.
Von den Passagiere?? des norwegische?? Dampfers „Iris", der am 11. August in Bergen angelommen ut, erfährt der Korrespondent der „Frkf. Ztg." über den letzte?? Zeppelinangriff auf England folgendes: Anc. 6. August 11 Uhr abends wurde alarmiert, daß Zeppeline im Anmarsch auf die Tyne?nündung seien. Alle Lichter auf Land wie an Bord von Schiffen mußten gelöscht werden. Alles flüchtete in die Keller. Plötzlich hörte man eine furchtbare Explosion. Die Scheinwerfer von Land fanden die Zeppeline, die in 2 Geschwadern heran« oerückt kamen, das erste Geschwader nachts 1% Uhr, das zweite um 4 Uhr morgens. Ei?? wahrer Bombenrege?? ergoß sich über Whibybeia, Collingout und viele andere Punkte. Eine große Zahl von Häusern wurde zerstörst. Das Bornbardernent war so heftig, daß alle Schiffe, die in Nordshields Kohlen luden, in Bewegung gerreten. Die Luftschiffe waren von Schottland gekommen und folgten südlich der Küste und warfen Bomben über Wasser nieder, um wohl angesammelte Schiffe, wahrscheinlich vor Anker liegende Kriegsschiffe, zu beschießen. Ein Gegenangriff von Landbatterie?? wurde nicht bemerkt. Es soll namentlich in der Todesstille vor dem Angriff unter der Bevölkerung eine Nervenspannung geherrscht haben, die jedes menschlich^MxMML-ML
Gescheiterte Finanzoperationen der
Verbündeten.
Es tarnt nunmehr laut „Schles. Ztg." aus bester Quelle gemeldet werden, daß alle jüngite?? Nachrichten über großartige Finanzoperationen der Verbündeten, wie eine gemeinsame 20 Mstlmrdenanleihe in Amerika und 15 Milliardenanleihe Englands und Frankreichs an Rußland nichts weiter darstellen, als einen Blust. Aus Amerika konimt die bestimmte MelMing, daß eine Summe von 20 Milliarde?? Frank für europäische Kriegszwecke gar nicht aufznbringe»? wäre, aogeiehen von der Frage, ob Präsident Wstson, der sich einer Kriegsanleihe bisher stets widersetzt hat, nud nur soge- uamtte Handelskredite zur Bezahlung der amer?kani- sche?? Lieferung gestattete, eine so gewaltige Anleche gut« lagen wurde. Was Rußland gnbetrifft, so samt e^ weder von England noch von Frankreich eine Summe von 15 Milliarden erwarten, vielmehr höchstens von «eit mt qeit eine armselige Unterstützung, weil die bei« den Westmächte selbst mit wachsenden Finanzschwierig- feiten zu kämpfe?? haben und daher gar nicht in der Lage sind, derartige Riescusummeu für andere aufzu-
bringe??.
Die Gefahren eines Langen Krieges für
Italien.
I?? der „Roma" vom 8. August schreibt der Neapeler Abgeordnete Labriola über die gegenwärtige Lage: In? Weste?? tragen die englisch-französischen Erfolge nur einen vorbereitenden Charakter. Im Osteu werden d e an sich bedeutenderen Siege der Russen durch die,Jahreszeit eingeschränkt, da dort der. Winter schon im September einsetzi und in den Karpathen bereits Ende August der erste Schnee fällt. Nimmt man selbst den güit« Masten Fall an, daß die Ruhen die Oberhand behalten und ölt Anfang des Winters vor Lemberg und den Karpathen stehen, so samt doch die Entsche bung nicht vor dem Sommer 1917 fallen. Unter diesem Gesichtspunkt betrachte matt die Kriegsziele einzelner Franzosen und Italiener, die die Entthronung der Hoheuzollern und die Vernichtung Oesterreichs fordert» Eine Zerstückelung Deutschlands, auf die die Entthronung der Hohen- zollern hinausliefe, würde zu der Vorherrschaft Rußlands zu Lande und zu der Englands zur See führen, wobei zu beachten ist, daß in Rußland Autokratie und Bmeanfrattc nach wie vor herrschen. Vor allen? würde aber die Aufstellung so weitgebender Kriegsziele die Widerstandskraft der Feinde Wfenmtb Deutschland zu einem endlosen Krieg zwingen.. Allerdings ist infolge Eiscböpfuug des Menschenmaterials und Zunahme der Wirtschaftsnot mit der Niederlage der Msttemachte zu rechnen. Aber die Frage ist, wann diese Niederlage ein« treten wird, zumal Deutschland durch ferne Ueberlegen- heit in der Kriegsindustrie und ir? der Kriegstechnik das Ende sehr hinanSzvaern kann. Erweckt man Überdies in den Deutschen die Ueberzeugung, hatt sie um ihre Existenz sümpfen, so würde man ihre größte Kraftan- si rengnug eutsesseln, die vielleicht c)eu ganzen Plan zu- sibauden machten Wmtte. Fest steht bisher nur die Tatsache, daß der Krieg zwei Jahre dauert, ohne bisher zu einer Entscheidung geführt zu haben. Da sollte man nicht mehr starr an Auffassungen, die von vielen eng« (Ischen und französischen Publizisten gehegt werden, fest« halten, sondern sich darauf norbereuen, Jllufirmen z?? opfern, die vor 16 oder 18 Monaten berechtigt und noch vor 11 Monaten, als Italien eingriff, nicht ohne Wahrscheinlichkeit gewesen sein mögen. Ein Ereignis, das
umssr als zwei Jahre dauert, läßt sich nicht mehr Unter demselben Gesichtspunkt betrachten wie vor einem oder anderthalb Jahren. Nichts verändert so stark unser Urteil wie die Zeit. Die täglich sich häufende« Opfer sprechen eine zu deutliche Sprache, und es läßt sich nicht leugnen, Satz das Problem der Beendigung des Krieges Besorgnis erregt und dringend wird. Wer aber von einer Zertrümmerung Deutschlands und Oesterreichs spricht, der legt der Erörterung der Friedensziele das größte Hindernis in den Weg.
Diesen Artikel Labriolas bringt der sozialistische „Avanti" vom 10. August an leitender Stelle im Wortlaut zum Abdruck, indem er dazu bemerkt, es sei bezeichnend, das? ein so kriegsbegeisterter Jntervenist wie Labriola das Problem der .Kriegsdauer in seiner ganzen Schwere zu fühlen beginne.
kriegsaveriei.
Deutsche Marineflugzeuge bombardieren Dover.
Renter meldet amtlich unterm 12. August: Zwei feindliche Wasserflugzeuge flogen nachmittags über Dover und warfen vier Bomben ab. Es wurde kein Schaden angerichtet. Ein Offizier, sechs Mann wurden leicht verwundet. Die Wasserflugzeuge wurden in Richtung nach
See vertrieben.
Englische Lügenmelbung über Boelke.
Der „Bosf. 3tß" zufolge bringt „Dally Expreß" eine Meldung der „Newyork World", wonach Flieger- haupAnann Boelke vor acht Jahren in Neuyorkin einem Gasthof als Aufzugsführer tätig gewesen sern soll, nachdem er die deutsche Armee schuldenhalber habe verlassen müssen. Dieser Lügenmeldung gegenüber sei festgestellt, daß Boelke sich vor acht Jahren auf dem Gymnasium in Dessau befand, das er 1911 mit dem Zeugnis der Reise verließ. Seit Jahren gehört er ohne Unter« brechung dem deutschen Heere am
Politische Rundschau.
Scheidemann über Krieg, Volk und Frieden. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Scheidemann sprach in Dresden laut „B. T." über das Thema: Krieg, Volk und Frieden. Mit aller Schärfe wandte sich der Redner gegen einen Frieden um jeden Preis, der Deutschland zu einem Bettelvolk machen würde. Scheidemann wies darauf hin, daß die Sozialisier? m den feindlichen Ländern noch immer nicht das Geringste von einer Wiederanknüpfung der Verbindung mit den deutschen Sozialisten wissen wollten. Zum Schlüge wurde eine Resolution angenommen, in der ein baldiger Frieden gewünscht wird, jedoch nur ein solcher, der die Unabhängigkeit, die territoriale Unversehrtheit und die freie gewerkschaftliche Entwicklung Deutschlands ge- rvährleiste. _
Der Verkauf der rumänischen Ernte von 1916. Da» englische Bureau hatte einer Bukarester T. U.-Drahtung zufolge in den letzten Tagen der rumänischen Regierung den Vorschlag gemacht, ihm die diesjährige Ernte zu verkaufen und hat 500 Lei für die Tonne mehr geboten, als das deutsche Konsortium. Das englische Bureau, hat nunmehr die rumänische Regierung verständigt, daß e« auf den Kauf überhaupt nicht reflektiert. Qit polituchen Kreisen wird dieser Beschluß lebhaft kommentiert und mit der diplomatischen Lage in Zusammenhang gebracht.
In Bürgers „Wilden? Jäger" mischt sich der Sechzehnen der, „um verschont zu werden, schlau mitten unter unter die zahmer? Herden". Auch in der englischen Herde scheint diese Taktik wenigstens neuerdings geübt zr? werden, wie aus Aussagen holländischer Fischer hervorgeht, die Augenzeuge?, des vor kurze??? auch in der Prene er- wähuten Gefechts zwischen deutschen U-Booten und englischen Wachfahrzeuge?? vor dem Firth of Forth (eng« lische Ostküste) am 11. Juli d. J. waren..
Als die englischen Bewachungsdampser das deutsche U-Boot zum Angriff auftauche?? sahen, liefen sie nicht nach der englischen Küste zu fort, sondern auf.eine in der Nähe befindlichen Gruppe swHündncher Fuchereuahr- zeuge zu, indem sie diese gleichzeitig durch ^ignatc zum Stoppen aufforderten. Die Holländer nahmen zunächst an, daß sie nach bewährter englischer Methode nach Aber- deen, dem nächsten englischen Hafen, ausgebracht wer« den sollten. Die Engländer signalisierten jedoch den Holländer?! nunmehr den Befehl, Hilfe herbeizuholen, feuerten auch selbst Raketen ab und taten alles mögliche, um Unterstiitzung herbeizurufen. Sie dampften m die Gruppe der holländischen Fischdarupfer hinein, und zwar, wie die holländischen Augenzeugen übLreinstttnmcttd am geben, in der ganz unzweideutiger? Absicht, sich dad??rch vor den Geschossen der Teutschen Deckung zu verschaffe??. Die Treffsicherheit unserer Artilleristen verhütete iedoch, daß bei dem sich entwickelnden Gefecht dte hol- ländischeu Schiffe beschädigt wurden. Der Ausgang des Gefechtes ist bekannt. (Drei Wachfahrzeuge wurden, versenkt.! Erwähnt zu>werden verdient jedoch die Tatsache, daß die Besatzung von zweien der versenkter? englische?! Fahrzeuge durch zwei zufällig sich nähernde Fischdampfer gerettet wurde, die zwar die holländische Flagge führten, im übrigen aber alle Itnterscheidungszeichen der Aber- dcen-Fischdarnpfer erkennen ließen und, wie sich heraus« stellte, tatsächlich englische waren. Diese Errglander er« suchten die holländischen Ve,atzunge?r, nachdem die U-Boote sich entfernt hatten, unter allen Umständen über diesen Borfall zu schweigen — „wie immer" — fügten die Augenzeugen hinzu.
Das 'Benehmen der englische?? Wachfahrzeuge ist in mehr als einer Hinsicht bemerkenswert. Daß drei mit Geschützen bewaffnete Dampfer vor einem einzigen deutschen ll-Boot — drei weitere deutsche U-Booie griffe?? erst erheblich später ein — ohne weiteres die Flucht er« greifen, ist kein Zeichen großen Heldennruts. Sie waren dem U-Boot artilleristisch mindestens um das Dreifache überlegen. Dies konnte, solange es denDampfer nicht ein« geholt hatte, von feinen Torpedos keinen Gebrauch machen und bot bis zu dieserZeit den 3 oder mehrGeschützen der Engländer ein gutes, leichtverletzliches Ziel. Ausdrücklich sei festgestellt, daß Summanbamen und Unteroffiziere der englische?? Fahrzeuge der Königlich Grog- drifamtifchen Marine angehörte». Als eine mit dem angeblichen Stolz der englischen Marine unvereinbare .Haltung aber muß es bezeichnet werden, daß die Eng- iänder sich der friedlichen holländischen Fischdampfer als Deckung ageen das Geschützseuer derDeutschen zu ve- btenen versuchten. Wir haben hier eine Erweiterung des bewährten englischen Prinzips vom „Schutzengel, nur war in dtecfm Falle die Rolle der Holländer als solcher keineswegs eine freiwillige. .
Ueber die seit langem geübte, auch hier wieder in Erscheinung getretene Gepflogenheit der englischen Fischerei- und Wachfahrzeuge, unter falscher Flagge zu fahren und dadurch die berechtigten Besitzer dieser Flagge unter allen Umständen zu gefährden, verlohnt es sich nicht, ein weiteres Wort zu verlieren. Bezeichnend ihr den Terrortsmus,. den Em'laud bereits "ut die Hollan-
den Borfall zu vn weder die holländiß gehörten, noch das den Borfall bericht» geben hat.
feuts
SekattutM
Vermischtes«
M Mißlungener Raubüberfall in einem Berliner «oM scheckamt. Ein aufregender Borfall trug sich SonnavenS nachmittag auf der zum Postscheckamt führenden Trepps zu. Eine junge Dame hatte in dem Amt eine größere Kumme einkassiert. Als sie das Amt verkästen wollte und die Treppe zur Straße Hinabstieg, trat ihr ein junger Mensch entgegen, der ihr einen heftigen Schlag ins Ge-i ficht versetzte und dann Pfeffer ins Gesicht streute. Dazk bei versuchte er, ihr die Handtasche zu entreißen, AlA aus das Hilfegeschrei der Ueberfallenen Leute herbei« eilten, entfloh der Bursche und entkam trotz der sofortigen Verfolgung.
Aerzteverluste im Kriege. Nach den ersten 600 Ber« lustlisten für das gesamte deutsche Landheer und diS Marine sind laut „B. L.-A." insgesamt 1500 Aerzte in Verlust geraten. Davon sind 528 gefallen oder gestorben, 156 in Gefangenschaft geraten und 87 vermißt. An den Gesamtverlustziffern nehmen die Aerzte des Beurlaubtenstandes (Reserve und Landwehr) den größeren Anteil mit 583. ihnen folgen die aktiven Militärärzte mit 489 und die Unterärzte mit 371. Auch die Zahl der Gefallenen ist bei den Aerzten des Beurlaubtenstandes am größten, sie beträgt 128.
Prophezeiung! Der Professor K. Zarowski-Wien prophezeite das Ende des Krieges für den 17. August.
Prophezeiung! Der Professor K. Zarowski-Wien prophezeite das Ende des Krieges für den 17. August. Aus diesem Anlaß wird ihm in der „Kriegszeitung voN Baranowitschi" folgendes zugerufen: Ein Wiener Meister hat's gewußt, Daß uns am 17. August Wird Großes Heil besch?eden: Des Weltkriegs Schluß und — Frieden — Und jeder Mann im Unterstand Ist heute schon aus Rand und Band. Und jeder denkt schon ganz entzückt: Am 18. wird abgerückt! Es treten dann zur Het- mat an Die grauen Helden Mann für Mann: Der Maxe Müller aus Berlin Der Korl Buchheister aus Malchtn, Der Seppel aus dem Bayerland, der Franz! von der Donau Strand, Der Türkenheld vom Bosporus, Bulgariens Sohn, wie auch der Rufs, Die Parlewu, die Puddingfresier, Die Inder mit dem langen Messer, Du Jtalianos, Singalesen, Die Gurkhas, Fellahs, Japanesen — Und jede Frau auf Gottes Welt Bor Freuden schon in Ohnmacht fällt. Kurzum, jedwedes Me??schen Brust hofft auf den 17. August! Nun aber könnte es geschehe??. Daß ein paar Täglein mehr vergeh» Und daß der Friedensschluß sich zieht. Bis — sagen wir: — der Querbaum blüht. Dann, lieber Meister, mache schlau dir um dein Haus ’nen Drahtverhau Und bau dich bombensicher ein, Bestell' auch einen Leichenstein, Wenn ich dir ehrlich raten soll — Den?? dann kriegst du die Jacke voll: Bon Maxe Müller aus Berlin, Bon Korl Buchheister aus Malchin, Von? Seppel aus dem Bayer- land, Vom Fra??zl von der Donau Strand, Vom Türkenheld am Bosporus, Von? Sohn Bulgariens, wie vom Rufs, Von? Parlewu, von? Pnddingfresser, Vom Inder mit dem langen Messer, Bom Jtaliano, Singalesen, Born Gurkha, Fellah, Japanesen, Vor? jeder Frau aus Gottes Welt — Sie bläu'n dir ein, als ging's für Geld, Die alte Weisheit, armer
Ein Heidemoor?.
Aus dem Felde wird geschrieben: In einer kleinen deutschen Soldatenkneipe traf ich einen Kameraden, der die großer? Tage der Schlachten an der Summe mitge« macht hatte und nun für einige Zeit in Ruhestellung gekommen war. Er trank sein Maß Bier mit einer ge» wissen Feierlichkeit. Offenbar kam es ihm sonderbar vor, das? ein Mensch einem solchen Tohuwabohu entrinnen und wieder in einer ruhigen Gegend einen Schluck Bier trinken kann. „Es war fürchterlich", sagte er zu mir, „beschreiben kann man das gar nicht. Und ich wundere mich, daß man daraus lebend hervorgehe» kann. Jr? seiner schlichten Weise, in abgertßenen Brok- ken, die scheinbar zusammenhanglos waren, erzählte der Kamerad, ein junger, kräftiger Bursche, Einzelheiten. Aber selbst die gewandteste Feder ist nicht imstande, den Lesern in der Heimat auch nur einigerumßen ein Bild davon wiederzugeben. Wie unsere oberste Heeresleitung wiederholt untgeteilt hat, sind die Gegner in großer Uebermacht gegen uns herarrgerückt. Auch sie Haber? sich tapfer geschlagen, wer wollte das verkennen! Gleichwohl aber ist es ihnen nicht gelungen, nennenswerte Borteile zu erringe??, geschweige denn öurchzu- brechen. Wvra?? mag das liegen? — Der Kamerad hat mir die Antwort darauf gegeben. „Durch kommen sie nicht", sagte er ohne jede Ueberhebrrng, „wir wissen um was es geht. Und da sümpft jeder von uns bis zum letzten Blutstropfen!" Ein schönes Heldenwort, das verdiente irr der Heimat bekannt zu werden! Der deutsch« Soldat weiß, um was es geht, er weiß, wofür er sümpft. Wir haben keine Söldlinge, weiße oder farbige, die wir ins Feld stellen, um für die „Kultur" zu sümpfen; bei uns sind es deutsche Männer, vom heimatlicher? Boden erstanden, die für die Heimat ihr Leber? in die Schanze schlagen. Und solche Männer sümpfen bis zum letzten Blutstropfen. Daß das keine leere Redensart ist, wif- seit wir aus einzelnen Schilderungen unsrer Gegner die verschiedentlich der? deutscher? Heldenmut anerkannt haben. Irr der Heirrmt sollte dieses Wort aber nickt nur bekannt und gelesen werden, sondern man sollte es auch selbst beherzigen. Auch in der Heimat weiß man, um was es geht; aber man denkt nicht immer daran, daß auch dort mit gesümpft werden muß. Einige Enr- schränknnaerr rnitisci! ertragen werden. Und das sollte doch nicht schwer fallen! Weg aber mit allen undeutschen Klaget?! Weg mit Jammer erriefen, die leider noch immer ins Feld geschickt werden und hier nur Steiger erregen. Und findet der Feind bei einem Gesänge nett einen solchen Jawmerbrief, dann schlägt er Kapital daraus, verallgemeinert den Inhalt und sagt, wie. kürzlich noch der Märchenerzähler Asguich: „Deutschland steht vor dem Zufammenbruck. Deutschland hungert?" — „ . . . bis zum letzten Blutstropfen!" Tieres Wort eines schlichten Soldaten sei die Lomug für alle.
Weitere Drahtnachrichten.
Klage gegen die „L?rsitania"-ReedcrN.
Berlin, *14. August. Wie den Berliner Morgen- blättern aus Amsterdam gemeldet wird, begann am Do??nerstag vor dem Neuvorker Bundesdistrikisgericht der Prozeß gegen die Eunardlinie, die Besitzerin der „Lusitania", der vor? Sahmum Friedman» und fünfzehn anderen Arnerikaner?? gegen die euglücks Schiffahrtsgesellschaft anhängig gemacht wurde. D'- ~' .....
langen für den Tod ihrer Verwandt,
____________ Die Kläger ver«
_______________ Verwandter? beim Untergang ber^itfifania- einen Schadenersatz von vier Millionen Mark mit der Begründung, daß die Gesellschaft keine geeigneten Vorsichtsmaßregeln getroffen habe und auch die Rettunüsarbester, ungemigenb gewesen feien*