Die Schlacht an der ungarischen Grenze.
Ueber die Kriegslage an der Südostfront wird der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben:
Aus den letzten Berichten des österreichrsch-unga- rischen Generalstabes geht hervor, daß die Russen an der Südostfront einige Heine Erfolge erzielen konnten, durch die sich die österreichisch-ungarische Heeresleitung veranlaßt sah, ihre Truppen von der Magura-Höhe, südöstlich von Tartarow, auf den Karpathen-Hauptkamm zurückzunehmen. Dagegen wurden alle Angriffe auf den Prislop-Sattel zurückgeschlagen. Auch die Hohen nördlich dieses Sattels blieben den Rußen verwehrt. Hierin diesem Raume der Kampffront ist der Erfolg unserer Bundesgenossen aus dem Grunde sehr erfreulich, weil er außer der rein militärischen Bedeutung noch großen moralischen Wert besitzt. Dieser Raum der Schlachtfront liegt nämlich an den Grenzen Ungarns. Man.erinnert sich noch aus der wochenlang dauernden Karpathcuschlaüü des vorigen Jahres, mit welch heißem Bemühen die Russen bestrebt waren, die ungarische Grenze zu überschreiten. Als ihnen dies in nicht nennenswertem Umfange unter den ungeheuersten Verlusten geglückt war, feierten sie diesen schnell vorübergehenden Erfolg als einen gervaltigen Sieg, und die gesamte Vierverbandspresse stimmte dieselben Siegesge- iänge an. Lange dauerte die Freude der Russen nicht, denn schneller als sie gekommen waren, mußten sie wieder den Boden Ungarns verlassen.
Nun wurde schon am 22. Juli von dem österreichischungarischen Geueralstab gemeldet, daß in der Bukowina die Anstrengungen der Russen, sich des Berges Capul zu bemächtigen, erfolglos geblieben waren. Der Berg Eapul liegt noch auf dem Boden der Bukowina in der Nähe der ungarischen Grenze, nicht weit von dem Prislop-Sattel. Die Kämpfe in diesem Raume dauern nun bereits seit dem 17. Juli an, da an tiefem Tage zum ersten Male russische Angriffe nördlich des Prislop-Sat- tels erwähnt wurden. Es ist das bekannte Schlachtfeld in der Umqegend von Kirlibaba, das hier in Betracht konmü, denn der nächst gelegene Hauptort in diesem Abschmtt ist die Stadt Kirlibaba, die aus mehreren Siegen der österreichisch-ungarischen Waffen im Januar 1915 berühmt geworden ist.
Die Schlacht tobt hier an der Südostfront von der Magura-Höhe, die eine Erhebung von 1270 Nieter in der Nähe des Iablonica-Passes darstellt, bis hinunter zu lern Prislop-Sattel. Hier werfen die Russen seit längerer Seit ungeheure Massen vor, um einen Erfolg ;p erringen, der für sie mehr politische Bedeutung wegen )er Nähe Rumäniens hat, als militärische. Die große mhlenmätzige Ueberlegenheit der Tuffen gegenüber unseren Verbündeten veranlaßte, diese, ihre Front nach den Karpathen zurückzunehmen, um dieser Uebermacht nach ist bewährter Vorschrift Herr werden zu können. Die ^age an der Südostfront hat darum, trotz der nicht weg-
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lzuleugnenden Erfolge Mt Russen, nichts Bedrohliches an sich. Die Karpathen stellen, wie die Kämpfe des vorigen Mahres beweisen, dem zahlenmäßig schwächeren Ver- Zeidiger günstige Gelegenheiten, alle Angriffe einer großen Uebermacht erfolgreich abwehren zu können. Der worübergehende Gewinn an Boden, den die Russen zu werzeichueu haben, ist nicht das Wesentliche der 'Schlacht. Mus den russischen Blättern, ja sogar aus franzö- 'sstschen, samt man erkennen, daß in dem Lager unserer s Feinde der Erfolg der Russen sehr kritisch angesehen -wird, denn die überlegene Art, wie ihnen von unseren - verbündeten Heeren aller Siegesgewinn entrissen wurde, ffteckt unseren Feinden noch in den Gliedern. Wenn 6er richtige Augenblick gekommen fein wird, dann wirb auch wieder, daraus können wir vertrauen, das Schicksals- stündcheu der Russen schlagen. Jetzt ist der erfolgreiche Widerstand, der eine Durchbrechung unserer Front verhütet, schon einem Siege vergleichbar, da er die Vorstufe und Borbediuguuq eiiies künftigen Sieges ist. An den Grenzen Ungarns wurde deu Russeu wieber Halt geboten, ein Zeichen bafür, daß der Vormarsch des russischen ~ Heeres hier auf ein Hindernis gestoßen ist. (OKM.)
> Der englische „Eulscheibungssloß".
Die bisherigen drei Lehren und Ergebnisse.
Ueber den erneuten Zusammenbruch eines „entschei- t Senden Stoßes", zu dem die Engländer nördlich der Somme angesetzt hatten, wird der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben:
Auf der erweiterten Front Pozieres-Maurepas griffen die Engländer nach ihrer doppelten schweren Nieder- läge der vorhergehenden Tage aufs neue unsere Truppen zu einem entscheidenden Stoß an. Es muß sich um einen Angriff von bedeutender Stärke gehandelt haben, wenn unsere mit Worten sehr sparsame Heeresleitung von einem beabsichtigten „entscheidenden Stoß" spricht. . Vielleicht glaubten die Engländer, die ihre gesamte Truppenmacht fast nur an dieser einzigen Stelle der Westfront einsetzen und wegen der mouatelangen-Schonung ihrer Kräfte Verluste ertragen können, daß wir nun nach den zwei blutigen Schlachten genügend geschwächt feien, um jetzt dem entfcheibcnben, mit stärksten Kräften geführten Stoße nicht mehr stand halten zu können. Sie hatten sich aber wiederum furchtbar getäuscht, denn wenn unsere Truppen auch unausgesetzt auf zwei Fronten gegen drei starke Feinde kämpfen, so hat doch der bisherige Verlauf des Krieges zur Genüge gezeigt, daß sie allen Anforderungen und Angriffen gewachsen sind.
Der „entscheidende Stoß" der Engländer wurde diesmal auf der Front Pozieres-Dkaurepas geführt. In: großen und ganzen hairdelt es sich um denselben Front
abschnitt, der schon bisher alle englischen Angriffe gesehen hat. Nur erscheint die Angriffsfront diesmal ein wenig nach Süden erweitert. In den bisherigen Berichten unseres Generalstabes wurde stets von der Front PoziereS- Guillemont gesprochen. Maurepas liegt südöstlich von Guillemont und südwestlich von Combles derart, daß die drei Plätze ein gleichseitiges Dreieck mit der Basis Guillemout-Combles bilden. Wieder kam es naturgemäß an den alten Brennpunkten der Schlacht Pozieres, Guil- lemont, Longueval und Fourreaux-Waldchen 31t heftigen Zusammenstößen, die alle wie bisher unter blutigsten Verlusten der Angreifer scheiterten.
Es fragt sich nun nach diesen drei gewaltigen eng- lischen Vorstößen, was die Lehren dieser „Haupt- und Entscheidungsstöße" sind. Bisher lassen sich drei wichtige Ergebnisse feststellen. Erstens hat die ganze Welt erkannt, daß das mit Vorschußlorbeeren besonders von. der französischen Presse überreich bedachte englische Mil- livnenheer nicht im entferntesten den entscheidenden Wert besitzt, den man ihm vor seinem Eingreifen zugesprochen hatte. Die französische Presse hat sich so geberdet, als ob es einzig und allein von dem Eingreifen der Engländer abhinge, ob der Krieg für uns mit einer endgültigen Niederlage endigen müsse. Die bisherigen gewaltigen Kämpfe haben dieser Anschauung das Lebenslicht aus- geblasen. Alle blutigen Opfer der Engländer konnten an der ersten Entscheidung des Niesenkaurpfes zwischen unseren Truppen und den Engländern nicht das geringste ändern. Die zahlenmäßige Uebermacht auf Seiten unserer Feinde hat sich als ungeeignet erwiesen, den großen entscheidenden Sieg über unsere Truppen zu erringen. Kleine Erfolge und Geländegewinne können daran nichts ändern.
Zweitens wurde durch die drei großen Schlachten festgestellt, daß der englisch-französische Angriff unseren Feinden nicht die Möglichkeit gegeben hat, die Gesetze des Krieges zu diktieren. Unbeirrt von der großen Offensive gehen die Dinge au anderen Teilen der Front ihren Weg, der von unserer Heeresleitung vorgeschrieben wird. Vor Verdau konnten wir während der englisch-franzö- sischen Offensive die schönsten Erfolge erzielen, und die schwere Niederlage der Russen bei Riga ist noch in zu frischer Erinnerung, als daß darauf uoch besonders biu- gewiesen werden müßte. Endlich aber hat es sich gezeigt, — und das ist das allerwichtigste — wie lächerlich die Auffassung unserer Feinde ist, daß der gemeinsame Angriff von allen Seiten, von Ost und West, deu notweu- digeu Zusammenbruch unserer Armee bringen müsse. Das war der Hoffnungsanker unserer Feinde, das war der Sinn ihrer vielbesprochenen „Einheitsfrout". Nun, diese „Einheitsfront" hat ebenso wenig die Vernichtung unserer Heere gebracht, wie alle früheren Pläne. Die jüngsten Heldentaten unserer brandenburgischen Grenadiere und der tapferen Sachsen vom 104. Reserve-Regiment haben gezeigt, daß der alte Geist in ungeschwächter Form in unserem Heere trotz Massenangriff und „Einheitsfront" lebt. lOKM.i
In unser Handelsregister Abteilung B ist bei der unter Nr. 15 eingetragenen Firma Anhydat - Leder - Werke, Aktiengesellschaft inHers- feld heute folgendes eingetragen worden:
Das Grundkapital ist
Die Versteigerung des
Josniranh
durch Beschluß der ordent-
und
Apfelwein
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 2. August,
nachmittags 5V2 Uhr
wird die zu dem Carl Frennd'schen Gut auf H 0 f Wehneberg gehörige Ernte nämlich:
17 Acker Korn, 8 Acker Hafer, 1 Acker
WeizLN. ^ 2 Acker (Brummet tSr«e.
vom 26. Juni 1916 um 200 000 Mark auf 1000000 Mark erhöht und die Erhöhung durchgeführt worden.
Hersseld, den 27. Juli 1916. bis -
ohne Glas
findet gegen Barzahlung, wie folgt, statt:
Montag d. 31. Juli d. I an der Friedloser- Hom- bergerstraße und am Fecies Dienstag, d. 1. Aug. d. I. am Johannestor, Meise- bacherstr. und im Schlippen- tal, jedesmal von 4 Uhr nachm. ab.
Hersfeld,
den 27. Juli 1916.
Der Magistrat.
M-Mn
Den Kameraden wird hiermit die traurige Mitteilung gemacht, daß unser lieber Kamerad Veteran
vorgestern gestorben ist.
Die Beerdigung desselben findet Sonntag nachmittag 4 Uhr statt und werden die Kameraden gebeten, sich behufs Beteiligung an derselben pünktlich um 372 Uhr im Vereinslokal zu versammeln.
Herefeld,
den 29. Juli 1916.
Der UorKanv.
Bimbeer- u. Gifronensaft '|2 Flasche 1.25, 1» Flasche 1.00 = Feldpoitpackung 75 Pfg. =
Kaffeeeriah „Progreh“ Pf. 1.80
öffentlich an den Meistbietenden v e r st e i g e r t.
Der Zuschlag erfolgt sofort. Der Kaufpreis kann auf Verlangen bis zum L Oktober ds. Js. gestundet werden.
Hersseld, den 29. Juli 1916.
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Sonntag den 30. Juli.
Vormittags 8 Uhr: Herr Pfarrer Uloth.
Vormittags V2IO Uhr: Herr Pfarrer Scheffer.
Petersberg.
Mittags Val Uhr Gottesdienst.
Unterhann.
Vormittags 9 Uhr Gottesdienst.
Mittwoch, abends 8 Uhr Kriegsbetstunde in der Stadtkirche.
Kathol. Gottesdienst.
Sonntag den 30. Juni.
Vom Papste angeordnete General-Kommunion zur Erlangung des Friedens.
7 Uhr Hl. Messe. Kinder- Stomnumion.
8 Uhr: hl. Messe.
740 Uhr: Amt u. Predigt.
V23 Uhr: Andacht.
Werktags 7 Uhr: Hl. Messe. Gelegenheit zur hl. Beichte Sonnabend b. einem fremden
Geistlichen 5 u. 8 Uhr
Sonntag Va7 Uhr
Freitag Abend 8 Uhr Bitt- Andacht.