MMLMW VMM 5« W6If<W OMMLL M Westen sagen, büß sie sich an öin abwärts rollendes Rad sötten, wenn sie letzt in das Lager des Vierversandes binüberschwenken. So anmaßend werden die Rumänen doch wohl nicht sein, daß sie meinen, nun fliege der Sieg vor den Fahnen des Bierverbandes her, wenn sie ihre so sorgsam behüteten Divisionen nun an die Seite des Vierverbandes gegen den Wall von Eisen und Feuer werfen, der solange standhaften wird, bis Deutschland und seine Verbündeten keinerlei Gefahr von ihren Feinden zu erwarten haben. Italiens Beispiel sollte Rumänien eine Warnung sein.
Zrankreichs Sorgen vor einem neuen Vivierseldzvg.
Ueber die Aussichten auf einen neuen Winterfeld- zug wird der Korrespondenz „Heer und Politik" auf Grund der bisherigen Ereignisse und Opfer geschrieben:
In Frankreich ist, wie auch aus den Verhandlungen bei der Geheimsitzung der französischen Kammer hervorgeht, die Furcht vor einem neuen Winterfeldzug naturgemäß aus mehreren Gründen ungewöhnlich groß. Schon im vorigen Jahre wurde bei einem Besuch französischer Abgeordneter die Bemerkung gemacht, daß die französischen Soldaten einen zweiten Winterfeldzug wohl nur sehr schwer ertragen könnten. Nun besteht die Gefahr, daß ein dritter Winterfeldzug möglich ist. Bei dem zweiten fügte sich Frankreich der eisernen Notwendigkeit. Die Voraussetzungen waren auch noch viel günstiger, da noch bedeutend mehr Reserven zur Verfügung standen, und der Geist der Truppen noch frischer war, als ein Jahr später. Der dritte Winterfeldzug wird aber nach den Aeußerungen der französischen Blätter allgemein mit großer Besorgnis erwartet. In der Geheimsitzung der Kammer wiesen mehrere Abgeordnete ganz unverblümt darauf hin, daß sich das französische Volk trotz des Fehlens der Verlustlisten über die gewaltige Grütze des Ausfalles an Truppen durchaus klar sei. Ein nationales Leben könne jetzt schon nicht mehr durchgeführt werden, da alle notwendigen Arbei- ten auf der Eisenbahn, in den Häfen, im Wegebau und in der Industrie, sowie in der Landwirtschaft von Engländern, farbigen Franzosen, Asiaten oder Belgiern ausgeführt würden. In der Zwischenzeit sind die Verluste Frankreichs vor Verdun und an der Somme noch gewachsen. Der jüngste Jahrgang ist bereits unter Waffen, alle Untauglichen sind ausgehoben, und das „schwarze Heer" ist auch bereits an der Front. Insgesamt sind 270 000 farbige Franzosen an die Front befördert worden, also 70 000 Mann mehr als vor dem Kriege angenommen worden war. Diese Schwarzen können erstens nicht als vollwertige Truppe gelten, und zweitens erleiden sie außer durch die Kugel noch durch die Witterung sehr schwere Verluste. 40 % aller farbigen Franzosen liegen in den Lazaretten. Der Nachschub an Ichwarzen Truppen ist auch dem Ende nahe. Hauptsächlich aber kommen die farbigen Franzosen für einen Winterfeldzug nur in sehr geringem Umfange in Frage, da für sie das Winterklima geradezu mörderisch ist.
So stehen die Dinge um Frankreichs Volkskraft bet Beginn des dritten Kriegswinters. Briand gab nun, was sehr bemerkenswert ist, „beruhigende Erklärungen" 10. Als die Geheimsitzung stattfand, konnte die große Offensive noch als ein bedeutsamer Faktor in der Berechnung der Kriegsdauer angesehen werden. Briand konnte also, rvas bei dem berüchtigen Optimismus unsere Feinde nicht Wunder nimmt, beruhigende Erklärungen abgeben, daß ein neuer Winterfeldzug nicht zu oemrcoreri icl Denn MKiüey fensive jetzt nicht zufällig, sondern war hauptsächlich !>urch die Erwägung bestimmt, daß Frankreich einem neuen Winterfeldzug nur mit Grausen entgegensehen könne. Inzwischen sind aber die feindlichen Hauptkräfte m dem großen vereinigten Hauptschlage eingesetzt worden und haben dabei eine empfindliche Niederlage erlitten. Rene Angriffe haben auch Erfolge nicht zu erzielen vermocht. Die Lage vor Verdun wird für uns. immer günstiger. An der Tatsache, daß das deutsche Volk mit seinen Verbündeten gemeinsam durchhalten wird, wagt selbst der hoffnungsfreudigste Franzose nicht zu zweifeln. England mag noch eine Zeitlang den Krieg durchhalten können. Trotzdem aber wird auch England rn der von einer englischen Zeitung aufgestellten Berechnung der Kriegskosten in den ersten zwei KriegS- jahren nicht vorübergehen können, aus der hervorgeht, daß an den Gesamtkosten von 90 Milliarden die mit Deutschland verbündeten Mächte nur mit 30 Milliarden beteiligt sind, während die Rechnung unserer Feinde 30 Milliarden, also doppelt soviel, beträgt.
Wir können darum der Entwicklung dieser in Frankreich eifrigst und mit großer Besorgnis erörterten Frage nach einem neuen Wmterfeldzng mit Ruhe entgegen ehen. Wir wünschen auch einen ehrenvollen grieden. Wenn aber die Vierverbandsmächte noch eine ortsetznng des Krieges wollen, trotzdem sie dabei nur wenig erreichen können, dann wird unser Volk und Heer weiter wie am ersten Tage bis zur Erreichung des ehrenvollen Friedens seine Pflicht tun und durchhalten.
Deutsche Milde — englische Härte in der
Behandlung Kriegsgefangener.
Die „Züricher Post" vom 19. Juli bringt eine interessante Gegenüberstellung zweier Artikel des „Nieuwe Rotterdamsche Courant": Am 22 Juni findet sich in dem holländischen Blatt folgender Bericht: Im „Daily Telegraph" schreibt jemand über die Behandlung von Kriegsaefan genen in Deutschland. Es betrifft einen englisch« Flieger, welcher über den deutschen Amen heruntergescho sen worden war. Er war in dem Gefangenenlager in Weilburg interniert, von dort jedoch geflüchtet. „Nachdem wir vier Tage im Regen gelaufen waren, wurden wir in Mannheim gefaßt. Das war natürlich arges Pech, nachdem wir es unterwegs so schlecht gehabt hatten: aber daran 'st nichts zu andern. Ich warte schon drei Tage, um vor das Kriegsgericht gebracht zu werden: das Ergebnis werde ich Ihnen berichten, so wie ich es hinter mir haben werde. Obwohl wir eingesperrt sind, dürfen wir lesen und rauchen und wird uns erlaubt, Nahrung aus einem Restaurant kommen zu lassen."
In einem darauffolgenden Brief schreibt dieser Ge- fanaene: „Der Kriegsrat wurde heute (10. Mai) mit einemM sehr günstigen Ergebnis gehalten. Wir wurden wegen Weglaufens zu vierzehn Tagen verurteilt, wegen Durchschneidens der Telephonlinien, um zu verhindern, daß die Gegend alarmiert werde, zu einem Monat, und weil mir einen Mann im Lager gebunden und geknebelt hatten, welcher die Wache zu alarmieren versucht hatte, sowie, meti wir ein Paar Gardinen ent- zweigeschnitten hatten, um Stricke daractS zu machen, zu drei Tagen. Man hätte uns für das Durchschneiden der Telephonbräbte drei Jahre, und der Himmel weiß, wieviel für das übrige geben können: das Kriegsgericht sagte aber, daß wir uns in allem, was mit der Flucht zu-
saNMenWig, MMNRg betragen hätten ÜNS Mks Sie genannten Urteils. Ich werde also Mitte nächsten Monats wieder zurück sein."
Am 25. Juni berichtet das Blatt aus Toulouse: „In der Nacht vom 28. auf den 29. April 1916 entfernten sich zwei deutsche Leutnants, Erich W. und Gustav R. aus ihrem Jnternicrunaslager. Zwei oder drei Tage später wurden sie in der Nähe des Eanal du Midi aufgegriffen. Da sie einen Bettüberzug zerrissen hatten, um sich Stricke daraus zu machen, und einige andere Lagergegenstände zerstört hatten, kamen sie vor das Kriegsgericht des 17. Bezirkes und wurden in Anbetracht der erschwerenden Umstände jeder zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt."
RmMMeüel.
Ueber unsere erfolgreichsten Flieger im Lufttampfe wird dein „Tag" mitgeteilt: Die erfolgreichsten deutschen Flieger sind: Hauptmann Boelke 19 Flugzeuge, Oberleutnant Immelmann 115, Leutnant Wintgeus 11, Leutnant Höhndorf 10, Leutnant Parschau 8, Leutnant Mul- zer 8, Leutnant Freiherr v. Althaus 8, Leutnant Leffers 5, Oberleutnant Malz 4, Oberleutnant Gerlich 4. Die Leutnants Wintgeus und Höhndorf, die 11 üezw. 10 feindliche Flugzeuge heruntergeholt haben, sind also ziemlich nahe an die von Oberleutnant Jmmelmann erreichte Zahl der Heruntergeschossenen Flugzeuge herangerückt. — Oberleutnant Frhr. v. Althaus, der letzthin in Anerkennung seiner Leistungen als Flugzeugführer vom Kaiser den Orden Pour le merite erhielt, ist am 19. März 1890 in Koburg geboren. Er trat 1908 als Avan- tageur beim 1. Sächsischen Husarenregiment Nr. 18 in Großenhain ein und wurde im März 1909 Leutnant. Im Laufe des Jahres 1916 rückte er zum Oberleutnant auf.
Großfürst Nikolai in Ungnade?
Wie aus den neuerlichen amtlichen Schriftstücken zwischen Petersburg und dem Oberkommando der russischen Kaukasusarmee hervorgeht, ist Großfürst Nikolai Nikolajeivitsch nicht mehr Oberkommandant dieser Armee. Die Kaukasusarmee wird, wie es heißt, nunmehr von General Judenitsch befehligt. Wie in einflußreichen politischen Kreisen verlautet, besteht zwischen dem Zaren und dem Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch eine ernsthafte Spannung.
Politische Rundschau.
20-Milliaroen-Bervandsanleihe in Amerika? Vor einigen Tagen sprach man in Italien von einer gemeinsamen Anleihe der Entente. Jetzt wird die Nachricht, besonders in römischen Kreisen, in gewissem Sinne bestätigt. So wird dem „Corriere della Sera" aus Rom gemeldet, das Gerücht von einer beabsichtigten Anleihe von 20 Milliarden scheine sich zu bewahrheiten. Alle römischen Blätter haben die Nachricht übernommen. „Tri- buna" schreibt, die Hauptsicherheit werde England geben. Die Anleihe selbst solle in Amerika, besonders in den Bereinigten Staaten, untergebracht werden.
Die amerikanische Flottenrüstung. Das neue, vom amerikanischen Senat angenommene Marine- programm sieht nach einer Meldung des „Herald aus Washington die Herstellung von 10 Panzerschiffen, 6 Panzerkreuzern, 10 leichten Kreuzern 50 Tor- pedojägern, 90 Unterseebooten von 300 bis 800 Tonnen und 15 kleineren Tauchbooten vor. Der Bau von je 4 Panzerschiffen, Panzerkreuzern und leichten Kreuzern
n Angriff genommen weA
Wenn die „Senlschland" Baltimore »erläßt.
Der „Voss. Ztg." wird aus Schiffahrtskreisen geschrieben: Sobald wir Kunde haben, daß die „Deutichland" Baltimore verlassen hat, wissen wir das HandelsU-Boot zunächst in den Gewässern der^ geräumigen Cbesapeakebai, die eine Breite von 6—60 Kilometer ber einer Länge von rund 320 Kilometer aufweist. Da die Ehesapeakebai an sämtlichen Ufern von Landgebieten der Vereinigten Staaten umrandet wird, gilt die Bar ausschließlich als ein Terriorralgewässer der Vereinigten Staaten. Die in diesem Gebiet verkehrenden Sdmte, gleichviel ob Kriegs- oder Handelsfahrzeuge, unterliegen in ihren Bewegungen Bestimmungen, die sich aus der Segelanweisung ergeben, welche das Schiffahrts- departement der Vereinigten Staaten ausgegeben hat. Erst eine Linie vom Kap Henry bis zum Kap Charles an der Mündung der Bai gezogen, schließt diesen Teil der Binnenschiffahrt der Vereinigten Staaten. Und erst drei Seemeilen von dieser Linie entfernt im Atlantischen Ozean liegt die Grenze für die Hoheitsgewässer der Vereinigten Staaten.
Wenn mithin Kapitän König mit der „Deutschland" vom Pier in Baltimore loswirft, hat er zunächst einen Seeweg von über 820 Kilometer zurückzulegen, den sein Fahrzeug ausschließlich in Hoheitsgewässern der Vereinigten Staaten zu durchlaufen hat, und auf diesem ersten nicht unbeträchtlichen Teil der Heimfahrt muß es, soweit englische Willkür gegenwärtig in allen Seerechtsfragen noch den gerinmten Anspruch auf Gültigkeit erheben will, ausgeschlossen sein, daß der „Deutschland" irgendwelche Hemmnisse in den Weg durch feindliche Nachstellungen gelegt werden. Anderseits hätten dann die Bereinigten Staaten das Wort, da eine Neu- tralitatsverletzimg vorliegen würde, wie man sie sich krasser kaum denken oder konstruieren könnte!
Kapitän König fennt die Eigenschaften seines Fahrzeuges jetzt auf das genaueste, da er reichlich Gelegenheit hatte, solche unter allen Verhältnissen auf der Ausreise zu erproben. Der bewahrte Führer des Bootes wird mithin beim Loswerfen von dem Pier in Baltimore einen Zeitpunkt wählen, der ihm der geeignetste für das Eintreffen seines Fahrzeuges zwischen den beiden Kaps an dem Mündungsgebiet der Ehesapeakebai erscheint, um nach dein Passieren dieser Linie die offenen Gewässer des Atlantiks zu erreichen. Und alle Meldungen über die genaue Zeitangabe des Verlassend der Liegestelle der „Deutschland" im Hafen von Baltimore, wenn sie auch rechtzeitig den feindlichen Secstrertkräfteu vor der Bai zngehen sollten. werden noch immer die Frage des Zeitpunktes offen lassen, wann Kapitän König sich auf der Grenze der Hoheitsgewässer vor der Bai befinden wird, um im Atlantik mit östlichem Kurs die eigentliche Heimreise anzntreten.
Kapitänleutnant v. Arnauld de la Verlöre, der schneidige Kommandant des U-Bootes „35", verließ zur nächtlichen Stunde jüngst Eartagena unter dem Setzen seiner vorgeschriebenen Pvsitrouslaternen und brach glücklich die Blockade der feindlichen lauernden Säst sie. In seinem freien Ermessen stand es, den Zeitpunkt für die Tanchfähigkeit seines Fahrzeuges zu bestimmen, nachdem er die Hafeneinfahrt von Eartagena passiert hatte. Und Kapitän König wird ein Gleiches zu tun wissen, sobald der ihm beigegebene Lotse von Bord ae« aattaen sein wird.
Vermischtes.
Zu dem Bootsunglück auf dem Langen See bei GrD nau wird noch gemeldet, daß bisher 21 Leichen geborgen sind, die bis auf zwei von Angehörigen erkannt wurden. Es sind jedoch noch 5 oder 6 andere Personen als vermißt gemeldet.
Berlins dritte Maflenspeisnngsanstallt. Auf dem Grundstück des Berliner Zentralviehhofs wurden zwei leerstehende Gebäude zum Zwecke der Massenspeiurng umgebaut und eingerichtet. Die Küchen sind zusammen für die Herstellung und Verabfolgung von 29,700 Literportionen berechnet. Einige tausend Personen haben Nch bereis vormerken lassen.
^28"ö der Krieg verschlingt. Der „Daily Telegraph" stellt tue Bedurfnisie des britischen Heeres in Zahlen zusammen. Die Menge der einzelnen Artikel ist hundertmal, größer als in Friedenszeiten. Während z. B. bis tirmjetje Wollindustrie im Frieden eine Jahresproduk- tum von 8% Millionen Pfund Sterling hatte, bewirk- ten allein die Kriegsbestelluiigen von 9 Millionen Paar
Handschuhen und 13 Millionen wollenen M'itzeu, daß in den ersten 20 Kriegsmonaten die Woll« artitel für Heeresbedarf 20 Prozent höher waren als die gesamte Produktion der englifchen Wollindustrie wäh- rend eines Jahres. An wollenen Decken wurde allein 2ßmal mehr, und zwar 19 Millionen 800 000 Stück ge- Eaust, .umhrend sonst in England jährlich nur 6 Millionen 1,0 000 Stuck hergestellt weroen.
{man Mehl sparen kann. Eine Hausfrau Ichreibt: Die Mehlvorräte sind knapp und doch brauchen lötreg als Bindemittel für Tunken, Gemüse usw. Wer u>cehl sparen will, reibe beim Aufsetzen der Speisen eine
Kartoffel daran: die Tunke wird sehr sämig und schmeckt noch kräftiger wie bei dem Zusatz von Mehl.
, Die allgemeine Papiernot und die große Schwierig- G't der Roy,toffbeschafsung haben bereits eine große stieihe Berliner Zeitungen zur Erhöhung ihres Bezugs- preises genötigt. Ihnen folgt jetzt auch die „B. Z. am Mittag , die ihren Verkaufspreis von 5 auf 10 erhöhen mußte. Auch bei unseren Gegnern herrscht der gleiche Notstand. Wir haben schon gemeldet, daß in Birmingham und Wolverhanmpton die Zeitungen ihre Preise verdoppeln mußten.
Heiteres vom Tage. A.: „Sie waren 'mal mit der Tochter eines Zigatrenhändlers verlobt?" B. (fentimen- tal): „Ach ja, das war ne schöne Zeit . . . zwei Jahrs habe ich umsonst geraucht!" — Die gwissenhafte Henne. Sommerfrischlerin: „Was der Henne einfällt: sie setzt sich zur Wehr, wenn ich die Eier aus dem Zieste nehmen will: (eifrig) hier ist meine Eierkarte." Flieg. Blätter.)
3ut Psychologie her amtliche« Serichle.
In einem Leitaufsatz des „Aftonbladet" (Stockholm) vom 18. Juli heißt es: Die amtlichen Berichte der krieg- suhrenden Länder haben ihren so besonderen Charakter, vag man auch ohne Ortsangabe ihren Ursprung erkennen samt. Die unendlich langen Berichte mit ihren tapferen, den fliehenden Feind mit dem Bajonett verfolgenden Soldaten stammen ausnahmslos aus Petersburg: die äußerst knapp und sprachlich für Aeftheten recht unerfreulich abgefaßten Berichte ebenso sicher aus Berlin. Frankreich gibt täglich zwei heraus, von denen immer einer den deutschen Bericht berichtigt. Die englischen und österreichischen finb schwankend wie die Kriegskonjunktur; Berichte aber, in denen das Wetter wenigstens den dritten Teil des Raumes entnimmt, "7d^"—» x- ^„^^ ,„ ^ w E7i-
Behandlung der feindlichen Berichte in den einzelnen Landern jedoch sehr verschieden. In Rußland würde die Einichmuggelung eines deutschen Berichts in eine Zeitung dem Redakteur Verbannung nach Sibirien ein- bringen. Frankreich gibt seinem russischen Verbündeten H,erm nichts nach, wenn es die Berichte der Mittelmächte grundsätzlich für die Presse verbietet. Manchmal wird ent Bericht in der Umarbeitung eines französisch-schweizerischen Telegrammbüros, also in quadratischer Verfälschung zugelassen. Frankreich übertrifft aber die Russen noch in der Unterdrückung aller Verlustlisten. Zweifellos hat dieses Vertuschungssystem die französische Widerstandskraft gestärkt.
In England hat mau die Sache mehr nach geschäftlichen Grundsätzen aufgefatzt. Nur in der ersten Zeit wurden dre Berichte über das schnelle Vordringen der Deutschen in Belgien und Frankreich unterdrückt, später l-en man die deutschen Berichte zu und überließ dem Publikum die Aufklärung der daraus sich ergebenden Widersprüche. In Italien hat man je nach der Kon- lunktur geschwankt, die im großen und ganzen auf Regen und Schneesturm eingestellt war.
Ein ganz anderes Bild bietet Deutschland, das Land der Unterdrückung, wo sämtliche feindliche Berichte von Anfang an zugelassen waren. Ebenso dürfen alle feindlichen Zeitungen frei verkauft werden. Alles Beweise für das starke Vertrauen der Regierung auf ihre gute Sache und auf das deutsche Volk. Die Verbandsmächte haben dies ausgenutzt und besonders während der letzten Offensive ihre Berichte mit dem Hintergedanken aoge- fatzt, dem deutschen und österreichischen Leser zu imponieren und bei ihm Kriegsmüdigkeit hervorzurufen. Hierbei hat auch die verbandsfreundliche neutrale Presse eine große Rolle gespielt, die in ihren Berichten von den Mittelmächten nicht mehr viel übrig gelassen hat.
Die Verbandsmächte haben jetzr eine neue Phrase gefunden, den Feinden zu imponieren, nämlich daß die Initiative auf sie übergegangen sei. Sie schlagen aus den derrtschen Berichten Kapital, um die Deutschen zu beunruhigen und auf die Ventralen Eindruck zu machen.
Ein Kapitel für sich bilden die Berichte über abge- schossene Flugzeuge. Die Deutschen berichten nur, daß so und so viele Maschinen heruntergeschosien wurden ohne nähere Angave über das Schicksal der Flieger. Folglich bezeichnen die Engländer und Franzosen jeden Flieger, den ne haben niedergeben sehen, als abgeschonen. Diese großen Luftsiege hat zwar der letzte deutsche Bericht als Bluff abgetan, aber gleidmmltl behält er im- notigerwene die Wortkargheit bei. Welch packende Schilderung wurden nicht die VerbandSmächte von einem Kampf entworfen haben, in dem 4 oder 5 feindliche Flugzeuge auf einmal zum Absturz gebracht worden wären! (Z.)
Weitere Drahtnachrichten.
Kabinen auf der „Deutschland" zu miete«?
Haag, 25. Juli. (L.-A.) Die Agenten der Ozean- Schiffahrtsgesellschaft, der das Handeisunrersceschiff „Deutschland" gehört, inserieren, wie die Wireleß Preß meldet, daß man Kabinen für die Reife nach Amertba nnd Siibamerika auf dem Uboot mieten könne. Der Preis der Kabinen für eine Reife von Amerika nach Europa beträgt 2000 Dollars. Wie die Wireleß Preg weiter meldet, werden noch 80 HandelSmuerseelchttfe, Sun: Teil von größerem Umfange, Wö vollendej hin.