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Russische Niederlage in Persien.
. Der Bericht des türkischen Hauptquartiers vom 23. Juli meldet: In Persien veriuchten die russischen Streit- kräfte, die, wie im gestrigen Bericht gemeldet, in Auflösung nach Osten verjagt worden waren, sich 30 Klm. östlich von Newanduz zu halten, wurden aber von unseren Truppen kräftig verfolgt, so daß sie sich nicht zum Kampf stellen konnten und sich gegen die Grenze zurttck- ziehe» mußten. Wir erbeuteten nn letzten Kampf zwei Maschinengewehre.
Ueber diese Kämpfe berichtet das türkische Hauptquartier vom 22. Juli: Die Russen mußten sich in Un- vrduuug nach Osten znrttckziehen und ließen in Rewan- duz eine große Menge von Ausrüstungsgegenständen und Lebensrnitteln zurück. Außerdem sind die Rückzugsstraßen des Feindes mit aller Art von Ausrüstungsstücken, Munition und sonstigen militärischen Gegenständen bedeckt. Unsere Truppen verfolgen energisch den Feind und haben gegenwärtig 20 Kilometer östlich von Rewanduz mit ihm Fühlung.
h Fliegerbomben auf Suez.
r Das türkische Hauptquartier meldet vom 22. Juli: In der Richtung auf den Suezkanal verjagten unsere vorgeschobenen Abteilungen nach Westen zu eine seind- liche Schwadron, die sie bei Katra antrafen. Eines nu- ferer Flugzeuggeschwader bombardierte erfolgreich feindliche Truppenlager und wichtige Einrichtungen und Pe- troleumlager am Hafen von Snez nnd kehrte in seinen Heimathafen unversehrt zurück.
Neues von der „Deutschland".
Der WTB.-Vertreter meldet durch Funkspruch aus Baltimore: Bürgermeister Preston und andere städtische Beamte, sowie Graf Bernstorff besuchten das Unterseehandelsschiff „Deutschland". Graf Bernstorff wohnte auch dem vom Bürgermeister zu Ehren des Kapitäns König gegebenen Essen bei. — Einige Leute von der Besatzung der „Deutschland" besuchten Washington. Sie wurden beim stellvertretenden Marinesekretär Franklin Roosevelt eingeführt, der sich mit ihnen in deutscher Sprache unterhielt und sie zu der Tat beglückwünschte.
Die „Deutschland" vom Vierverband nicht als Handelsschiff anerkannt.
Wie man laut „Dtsch. Tgsztg." aus Paris vernimmt, haben die englische und französische Regierung den Beschluß gefaßt, sich nicht um den Beschluß der amerikanischen Regierung zu kümmern, welche die „Deutschland" als ein Handelsschiff anerkannte. Die beiden Regierungen sind in der Meinung einig, daß es ihren Streitkräften zur See unmöglich wäre, wenn diese die „Deutschland" in Sicht bekommen sollten, zn unterscheiden, ob sie es mit einem feindlichen Uboot oder einem Handelstauchboot zu tun haben. Infolgedessen werden die englisch-französischen Kriegsschiffe die Order erhalten, die „Deutschland" ohne vorherige Warnung in den Grund zu bohren.
Stlegsellerlei.
Elf italienischer Kohlendampfer überfällig.
Nach Meldungen Genueser Blätter sind seit dem 18. Juli wieder elf Kohlendampfer überfällig. Bis jetzt sind die meisten Unterseeboot-Angriffe in der Straße von Gibraltar erfolgt._______________
Sie Heimreise der „DeMschland".
Die Aussichten des Gelingens.
Ueber die Aufsichten des Gelingens der Heimreise unseres U-Handelsschiffes „Deutschland" wird uns ge- *■ schrieben: Die „Deutschland" dürfte, wenn diese Zeilen erscheinen, bereits die Ausreise aus Baltimore angetreten haben, um mit kostbarer Ladung beschwert den Weg nach den Häfen der Heimat zu nehmen. Nicht weniger als 1200 Tonnen Nickel und Kautschuk hat unser erstes U- Handelboot nach Meldungen Neuyorker Zeitungen geladen, wichtiges Rohmaterial für tue Bedurfmfsc des Krieges. Aus dieser Mitteilung erfahren wir, daß die bisherigen Meldungen über das Fassungsvermögen der .Deutschland" unrichtig waren, denn die wrrklrche La
dung beträgt fast doppelt soviel, wie das Schiff nach den , ersten Meldungen, die von 750 Tonnen sprachen, sollte fasten können. Die Engländer werden scharf auf der Wacht sein, um die Fahrt der „Deutschland" zu verhindern. An ihnen soll es sicherlich nicht liegen, wenn das U-Hanöelsschtff unversehrt mit feiner kostbaren Ladung in den Beftimmurrgsharerr zurückkehrt. Nicht nur aus Nützlichkeitsgründen werden sie alles daran setzen, des Schiffes habhaft zu werden, sondern auch aus moralischen, denn die große und kühne Fahrt der „Deutschland" hat doch allgemein ganz offensichtlich dem englischen Namen zu großen Abbruch getan. Aber wie steht es mit den Aussichten des Gelingens der Fahrt der „Deutschland"? Kann man darüber schon jetzt sprechen? Bon vornherein ist zu bemerken, daß widrige Ereignisse im Kriege naturgemäß immer berücksichtigt werden müssen, zumal die große englische Uebermacht, die sich auf dieses kleine Schiffchen ebenso die Möglichkeit eines ungünstigen Ausganges offen läßt, wie sie selbst ein Mißlingen des tapferen Planes nicht zu einem Ruhmesblatt der englischen Flotte gestalten würDe.
Nach den bisherigen Erfahrungen, welche wir mit unserer Marine gemacht haben, sind wir aber zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Es ist ja noch nicht einmal ein Monat Her, daß der englischen Flotte ein üy> - liches Unternehmen bevorstand, wo sie auch sehr leicht infolge ihrer ungeheuren Uebermacht einen billigen „Sieg" hätte erringen können, tatsächlich aber eine schwere Enttäuschung erlebt hat. Es war die Fahrt des „U 35" von Eartagena aus. Vor aller Welt war die Einfahrt unseres kühnen Kuriers in den Hafen erfolgt, englische Schifte lauerten nun auf den Augenblick der Ausfahrt, um „natürlich" unser U-Boot zu fassen. Aber ganz „nnnatürlicher- weise" kam es wenige Tage später nach glänzender Durchführung seiner Aufgabe am Bestimmungsort an. Zu dem Schaden hatte die englische Flotte nun noch den Spott. Die Dinge bei der „Deutschland" liegen ähnlich, nur noch einfacher. Die Chesapeake-Bai ist für die Kriegsschiffe des Bierverbandes ein verbotenes Gewässer, denn die amerikanische Regierung hat ausdrücklich erklärt, daß sie nicht protestieren würde, wenn die Entente auf der Höhe der Chesapeake-Bar außerhalb der Dreimeilenzone Kriegsschiffe versammeln wurde. Also ist dem Bierverband gesagt, daß innerhalb der Bai und der Dreimeilenzone nichts zu tun sei. Außerdem wurden nach Mitteilungen amerikanischer Blätter von der amerikanischen Admiralität Torpedojäger mit der Ueber- wachung der Chesapeake-Bucht betraut, um jede Verletzung der Neutralität bei der Ausfahrt der „Deutschland" aus den Gewässern der Vereinigten Staaten zu verhindern.
Wir dürfen zu der Umsicht des Führers des U-Handelsschiffes, der sein Fahrzeug durch alle Schwierigkeiten einer Ozeanfahrt hindurch ungefährdet geleitet hat, das unbedingte Vertrauen haben, daß er auch die Rückreise glücklich beendigen wird. Zwischenfälle sind natürlich, wie bemerkt, niemals ausgeschlossen, zumal die Lage des kleinen unter Wasser fahrenden Schiffchens gegenüber den großen frei sich bewegenden Kriegsschiffen immer schwierig ist. Aber die Kraft allein trägt nicht den Steg davon, das wissen wir aus allen Berichten unserer U- Bootführer, die oft der größten Uebermacht gegenüber große Erfolge erzielen konnten. Auch die „Möve" ist ein weiteres Zeichen dafür, daß das Gelingen erwartet werden kann. Dieses Schiff bat zweimal die englische Blockade durchbrochen, und ist bei der Rückreise nMerlüü. auch , M.ÜN7- worden. Dabei konnte sich die „Möve" nicht durch Untertauchen dem Verfolger entziehen. Wenn die „Möve" außer dem „U 35" trotz der englischen Bewachungsschiffe glücklich in den Heimathafen zurückgekehrt ist, dann sind die Aussichten des glücklichen Gelingens der Heimfahrt der „Deutschland" zehnmal so groß. (Z.)
Vermischtes-
Leutnant Höhudorf, der jüngste von mehreren Brüdern, der für seine Leistung als Flieger der Orden Pour le merite erhielt, ist in Brandenburg a. d. H. geboren. Dort besuchte er auch die Schule. Schon vor dem Kriege war H. in Fliegerkreisen bekannt, besonders durch seine Tätigkeit in den „UnioN"-Flugzeugwerken in Teltow. Die Eltern lebten in bescheidener! Verhältnissen. Der
Vater ist ein biederer, von allen, die ihn rennen, geachtet ter Bürger der alten Havelstadt.
®et Schatz im Kopfkissen. Vor 16 Jahren starb in Mftchberg in Schlesien ein Seilermeister Thiel, dessen Nachlaß öffentlich versteigert wurde. Dabei erwarb der Stellmacher Glaubitz u. a. auch ein gewöhnliches Ma- tratzenkopfkiffen. Nach langen Jahren wanderte es, über die Müllgrube auf einen außerhalb der Stadt gelegenen Müllabladeplatz. Hier fand es ein „Schatzsucher". Er öffnete das Kissen und fand neben einer sehr erheblichen Menge Papiergeld noch ein Sparkassenbuch und Wertpapiere, die aber gum Teil schon verfallen sind. Der Wert des Fundes beträgt mehrere tausend Mark. Als jetzt der „Schatzsucher" bei einer Barrk einen Tausend- martschcm einlosen wollte, wurde man stutzig und benachrichtigte die Polizei) Thiel hatte zwei Kinder hinterlassen, die wohl den Schatz erhalten werden.
Bürozimmer in D-ZÜgen. Kaufleute, Industrielle usw., welche zu geschäftlichen Besprechungen usw. reisen, vermissen in den Zügen Räume, in denen sie ungeniert Akten studieren, Geschäfte besprechen oder Niederschriften diktieren können. Es ist daher in Anregung gebracht worden, in den T-Zügen besondere Bürowagen einzu- stellen, deren Benutzung von den Reisenden etwa stundenweise bezahlt werden könnte. Die Handelskammer zu (£üht schlägt in einer Eingabe an den Eisenbahnminister eine Gebühr von 1,50 bis 2 Mk. für die Stunde vor. Es würde, so schließt die Eingabe, sich vielleicht empfehlen, schon jetzt bei Neubestellungen von D-Wagen mit der Einrichtung einen Versuch zu machen, um nach Friedensschluß Wagen dieser Art dem Betrieb übergeben zu können.
Grotzfeuer in Bordeaux. Laut „Petit Journal" brach in Bordeaux ein Grotzfeuer in den Lagerhäusern für Alkohol aus, das auf benachbarte Warenlager Übergriff und auch mehrere Wohnhäuser einäscherte, deren Bewohner sich nur mit Mühe retteten. Das Grotzfeuer ist nach Pariier Blättermetdungen einer der schwersten Unglückssälle, die die Stadt je heimgesuüU haben. Ein Häuserviertel wurde fast ganz zerstört. 24 000 Hektoliter Alkohol sind verbrannt. Mehrere Fabrikgebäude wurden vernichtet, u. a. ein Gebäude, das als Behausung deutscher Gefangener diente. Der Schaden beläuft sich auf mindestens 12 Millionen Francs.
Schweres Boolsangliitf au-der Sberkpree.
Angeblich 20 Todesopfer.
In der Umgebung von Berlin hat sich am Sonntag auf der Oberspree ein schweres Unglück ereignet. Ein Personcudamyfer stieß mit einem mit Ansflüglern dicht besetzten Motorboot Mammon, von dessen Insassen mehrere ums Leben gekommen sind. Man spricht von 20 Toten, doch liegen noch keinerlei amtliche Nachrichten vor.
Ein uns später übermitteltes Privattele- gramm aus Berlin meldet: Zu dem Bootsunglück aus dem Langen See bei Grünau, wo der Dampfer „Hin- denburg" der Reederei Nobiling das Motorboot „Anna" quer durchschnitt, sodaß es augenblicklich sank, berichten die Blätter: Das Motorboot, das 50 Personen faßte, sei voll besetzt gewesen. Der Führer habe geglaubt, an dem Dampfer noch vorüberkommen zu können, als das Unglück schon geschah. An 20 Personen dürften ihr Leben dabei verloren haben. Augenzeugen bezeichne» den Führer des Motorbootes, einen lUjähciaeu Fuugcu, . i«« im Augenblick des Unglücks mit Einkassieren beschäftigter Vater ertrunken ist, als den Schuldigen.
Weitere Drahtnachrichten.
Der Auszug aus Riga.
Kopenhagen, 24. Juli. lL.-A.j „Berlingske Tidende" meldet aus Paris: Nach einem Telegramm oes .qorre^ spoudeuten des „Journal" in Riqa haben ungefähr zwei Drittel der Bevölkerung die StaG verlassen, die einen tranrigen Anblick biete. Die Lage sei aber ruhig.
Spanien beschafft sich Uboote.
Genf, 24. Juli. tB. Tb „Petit Parinen" erhält die Mitteilung, daß die spanische Kriegsmarine außer den in Cartagena nahezu fertiggestellten drei Unterseebooten drei andere aus italienischen Werften und eins aus Amerika beziehe. Das letztere werde vom Kreuzer „Estremadura" abgeholt.
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