©hs zweite HmMs-Lbool „Bremen".
Zu der Nachricht, -aß der zweite Handels-U-Boot „Bremen" das betanntlid) ein Schwesterschiff der „Deutschland" ist, binnen kurzer Zeit in Rio de Ja- neiro aukommen wird, wird uns geschrieben:
Das neue Handels-Uboot „Bremen" wird mm auch bald allen feindlichen Drohungen zum Trotz das Ziel seiner Ozeanfahrt erreicht haben. Darstit wird ein neuer Markstein auf dem Wege der Durchbrechungen der englischen Blokade errichtet sein. ES fragt sich nun, welche Handelswerte durch die neuen Unterseebefür- berungsmittel erzielt werden. 3m einem Teil der feindlichen Presse wird aus Anlaß der Ozeanfahrt der „Deutschland" darauf hingewiesen, daß diese „Nußschalen" ohne jede Bedeutung für die Handelsvermittelung bleiben. Um dieses Urteil richtig zu beleuchten, kommt gerade jetzt eine Mitteilung der „Bremer Nachrichten" zur rechten Zeit, in der darauf hingewiesen wird, daß der erste transatlantische Dampfer, der die Verbindung zwischen Bremen und Amerika vermittelte, auch „Bremen" hietz und im Jahre 1858 seine erste Amerikafahrt angetretten hatte. Ein Vergleich zwischen der Größe des alten Haudelsdampfers „Bremen" und des neuen HandelS-Ubootes gleichen Namens wird nun am besten zeigen, welche Bedeutung auch für heutige Zeit und Verkehrsverhaltuisse die Harrdels-Uboote haben, zumal mehrere den Verkehr zwischen Deutschland und Amerika vermitteln. Das alte Schiff „Bremen" hatte eine Länge über Deck von 234 Fuß, Länge in der Wasserlinie 319 Fuß, größte Breite 42 Fuß, Ladefähigkeit 1800 Tonnen, Maschinenkraft 750 Pferdestärke, Geschwindigkeit pro Stunde 12 Seemeilen
Dieses Schiff, das im Jahre 1858 seine erste Reise ant rat, fuhr den ganzen Weg über Wasser. Ein Vergleich mit dem neuen Handels-Uvoot gleichen Namens ergibt, daß die Leistungsfähigkeit dieses neuen und un- gewöhntimen Handelsschiffes, das einen Teil der Reise unter Wasser zurücklegt, verhältnismäßig größer ist, als die seiner Namensschwester aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Das neue Handels-Uboot „Bremen" ist zwar in seinen Ausmessungen nicht bekannt, es dürfte aber im großen und ganzen dieselben Maße aufweisen, wie das Schwefter-Uboot „Deutschland". Von diesem wissen wir, daß es eine größte Länge von 315 Fuß, eine größte Breite von 30 Fuß und eine Maschinenkraft von 1000 Pferdestärken aufweist. Die Geschwindigkeit soll im Mittel 14 Seemeilen be= tragen. Nach Berechnungen von fachmännischer Seite hat daS Uboot eine Ladefähigkeit von 750 Tonnen. Ein wesentlicher Vorzug des neuen Handelsschiffes „Bremen" vor der älteren Namensschwester besteht darin, daß das Uboot mit Oel angetrieben wird, während die alte „Bremen" naturgemäß auf die Kohle als Betriebsmittel angewiesen war. Der gesamte Betriebsbedarf der „Bremen" foll ungefähr 60 Tonnen Oel betragen, das ältere Schiff gleichen Namens dagegen bedurfte für die Fahrt 750 Tonnen Kohle.
Ein Vergleich der einzelnen in Betracht kommenden Zahlen über die Ausmessungen ergibt, daß die neuen Handels-Uboote ganz beträchtliche Beförderungsmittel sind. Natürlich können sie mit den modernen Dampfern nicht verglichen werden. Die bisher auf der Fahrt befindlichen Handels-Uboote haben zusammen eine Ladefähigkeit von 1500 ToNnen. Sehr wesentlich ist auch der Umstand, daß die Bauzeit für diese Untersee-Frachtdampfer offenbar eine verhältnismäßig sehr kurze ist, daß also, wie auch schon gemeldet wird, die Anzahl der Uboote schnell vermehr: werden kann. Mit jedem mätz an Bedeutung, da nicht nur der Umfang, fondern auch die Regelmäßigkeit des Verkehrs dadurch immer größer wird. Unsere Feinde sehen das alles auch ein. Das geht schon aus dem Wutgeschrei hervor, mit dem sie diese neue Einrichtung deutschen Geistes begrüßten, und aus ihren Anstrengungen, durch Drohungen aller Art den weiteren Verkehr zu verhindern. Aber alle Schmähungen und Anfeindungen werden nicht hindern können, daß die englische „Blokade" sehr stark durch- löchert ist. (Z.)
Ein besuch auf der „Seul'chland".
Ein Mitarbeiter des „B. L.-A." Hatte Gelegenheit, die „Deutschland" vor ihrer Ausreise aus Bremen zu besichtigen. Er berichtet darüber:
Kurz bevor die „Deutschland" ihre Fahrt über den Ozean antrat, war ich dort an Bord. Die „Deutschland" iag am Ausrüstungskai in ihrer Bauwerft. Am frühen Morgen hatte der Kapitän noch eine letzte Probefahrt weit draußen in der Bucht gemacht, um die richtige Lage and das Gewicht seiner Ladung zu kontrollieren. Denn ms ist, wie wohl jedem Laien einleuchtet, die Haupt- chwierigkeit bei einem Handelsunterseeboot mit wech- elnder Ladung.
„Nun, es stimmte heute morgen einwandfrei," sagte Tavitän Könia, nachdem er mir die sinnreichen Trimm-
und Vällasivorrichinugeu erklärt hatte, „ich war selber ganz erstaunt, wie genau es stimmte und muß jagen, daß ich größtes Vertrauen in die Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit meiner Maschinisten bekommen habe, die jene komplizierten Berechnungen auszuführen haben."
Damit trat er beiseite und ließ mich höflich zuerst die kurze steile Fallreeptreppe zum gewölbten Walfischdeck der „Deutschland" emporsteigen. Der Anblick des mächtigen, fast schwerfällig aussehenden Bootskörpers mittete mich ganz sonderbar an. Wie staunte ich aber, als ich unter Führung des Kapitäns und des ersten Maschinisten, welcher sich uns angeschlossen hatte, durch das hinterste Luck in den Bauch des dickleibigen Walfischs kroch. Kaum glaublich, dachte und sagte ich, daß wir uns hier in einem Unterseeboot befinden, daß diese hohen lichten Räume unter Wasser zu zwingen sind und die ungeheuren Abmessungen den großen Wasserdruck abhalten können. Durch die Maschinenräume, die so geräumig waren, daß über den Motoren noch ein Deck aus Eisengrütings Platz fand, gingen wir nach Achtern. Kapitän König öffnete eine Tür, und ich blickte in den gemütlich eingerich-
toten Wohnraum der Wachtmaschinisten, die gerade um einen schön gedeckten Tisch saßen intb ihre Suppe löf- felteir. „Sie haben es aber mal nett hier," konnte ich ' en, und das schienen die drei
mich nicht enthalten zu sagt .
Maschinisten, nach ihrem beifälligen Schmunzeln zu urteilen ,auch zu finden.
Im Maschinenraum, den wir dann wiederum passierten, machte mich der Kapitän auf die Menge der rings an den Wänden angebrachten Reserveteile für die Mo-
toren aufmerksam und meinte, sie seien damit imstande, einen ganz neuen Motor aufzubauen, wenn einer von ihnen unterwegs gänzlich versagen sollte. — „Kommt nicht vor," sagte darauf der erste Maschinist mit großer Zuversicht und fuhr dem neben ihm stehenden Bronze- ungetüm streichelnd mit der Hand über den Rücken.
Jetzt kam das Fabelhafte, dasjenige, was mich am meisten an der „Deutschland" interessierte — die Lade- ; räume. Von den Maschinenräumen führte ein schmaler Gang nach vorn, eben so breit, daß ein Mann bequem i hindurchgehen konnte, rechts und links von diesem Gang wurde der ganze Raum des Bootes von den Laderäumen eingenommen. Eine niedrige Pforte gestattete einen Blick in das JnnM, und ich sah mit Staunen die Um menge von Kisten, welche die ganzen Räume ausfüllten und die zum ersten Male seit laugen Monaten deutsche i Erzeugnisse, die die Welt nicht entbehren konnte, wieder i zu freiem Handel ausführen wollten. „Donnerwetter, das ist doch eine großartige Sache!" das war mein Eindruck, und das wird das ganze deutsche Volk mit mir sagen.
Vor der Zentrale lag ein zweiter Abschnitt Laderäume. Die waren schon geschlossen, und ich mußte mich mit der nicht bezweifelten Aeußerung des Kapitäns be- i gnügen: „Auch bis oben hin voll." Dann kamen die Sa- I lons des Bootes. Da war eine Küche, ein richtiger ge- : schlossener Küchenraum von sicherlich zwei Quadratmeter Bodenfläche, und daneben sogar eine veritable blitzsaubere Anrichte mit Regalen voll Gläseiur, Tellern und Tassen. Da drinnen leuchtet das paitSpäcfige Gesicht eines regelrechten Kochs mit weißer Schürze und der appetitlichen weißen Kochmütze, die einem jene Menschenrasse ; so sehr sympathisch macht. Die Höhe der Schlemmerei war ein gekachelter, mit Marmorbecken tmd anderem
Gerät fürstlich ausgestatteter Raum, in dem man sich nach meiner schnellen und sicheren Schätzung ganz bestimmt, ohne anzustotzen, umdrehen konnte.
In der Kajüte des Kapitäns angelangt, zeigte mir
SiNlie, iifu>r hpm SrtvrptRtifA h.<a mit PihphfisAsiAnv utuei; uit nuuciu’mdyuvcii tu utn giu^cn viuijwjeu
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Heinrich, der tags zuvor die „Deutschland" besichtigt und in warmer Anerkennung für die übernommene schwere
Aufgabe der Besatzung herzliche Abschiedsworte gesagt Än tm » »S im«:
zinverbrauch die verschwenderischsten, im Verhältnis
Anchilicher Flieger««griff
Aus dem Felde wird der „Dtsch. TgsStg.ss geschrieben. , ™,|U„tlul, ,lv ......... ..... »...»..., ....... ... .......... Der Tag ut zur Rüste gegangen. Das äußere Leben Gearbeitet wurde nur, wenn hoher Besuch zu erwar- der französischen Klernstadt rrgendwo hinter der West- । ten war. Bei einem Besuche des Königs war jeder auf sss-Et ruht, Nur die Schritte der Patrouillen dröhnen seinem Posten, aber kaum hatte der Monarch die Fa- ' brik verlassen, so faulenzten die Arbeiter. Sie spielten sogar während der Sirbett Fußball, und die meisten Arbeiter haben die Beschäftigung nur angenommen, um sich dem Militärdienst zu entziehen. Einer der Arbeiter erklärte, in zwanzig Ptonaten nicht einen einzigen vollen Arbeitstag gemacht zu haben. Ob die 8lr- bett gut oder schlecht ausfiel, war für den Verdienst aleichgültig. Erst in den letzten Tagen wurden Maßregeln getroffen, um verdorbene Arbeit nicht zu bezahlen. Viel Ntaterial wurde auch gestohlen. Die Fabrik selbst und die Maschinenanlagen sind erstklassig, nur das Personal taugt nichts. Ein Zeuge erklärte, wenn sich ihm ein Arbeiter anbot, der längere Zeit in diesem Betriebe gearbeitet hatte, so sonnte er ihn nicht brauchen, denn der beste Arbeiter wird hier zum Faulenzer.
lL-Ack
übers Plaster. Ab und an jagt ein Kraftfahrzeug in gespenstischem Fluge durch die Straßen. Dann wieder idyllische Ruhe. Die dunkle Nacht ist gekommen und hüllt Freund nud Feind in ihren wohltuenden Zauber ein. Glücklich derjenige, der nach monatelangen Strapazen einmal wieder in einem richtigen, weichen Bette schlafen kann. Behaglich dehnt und streckt man die Glieder: die Gedanken kommen und gehen und wandern in die Heimat: leise naht der Traumgott und malt dem Schläfer liebliche Bilder. ... Da----was ist das! ---ein heftiges, krachendes Getöse läßt den Schläfer steil in seinem Bett auffahren. Ein donnerndes Gelärme erhebt sich in der Luft und hallt schaurig die engen Straßen der Kleinstadt entlang. An der Klangfarbe der Abschüsse erkennt man die Sprache der Flugabwehr- kanonen. Ein feindliches Luitaeickwader mua im sir««
rücken sein! Jetzt veven die Abwehrgeschütze von dlleH Seiten. Von überall her donnert und tracht es. Man sieht am dunklen, sternenbesäten Nachthtmmel das feurige Platten der Schrapnells über sich, vor sich, neben sich. Und jetzt hört man auch deutlich das eintönige Sur- ren der Propeller. Hoch oben in der Luft zieht der Feind heran, um vielleicht einige Bomben auf die Stadt zu werfen, auf eine Stadt, die von taufenden friedlichen Bürgern bewohnt ist. ES sind Bürger des alliierten Landes, aber was ficht das den Engländer an/ dessen Geschichte doch weiter nichts ist als eine stete Kette der blutigsten Grausamkeiten. ...
Alle Fenster sind geöffnet. Bleichen Gesichtes starren die Leute heraus, gestikulieren und schwatzen. Es sind keine freundlichen Worte, die man dem „Verbündeten" entgegeuschleudert, denn diese Franzosen kennen die Engländer und ihre Heimtücke. Auch in meinem Quartier rennen die Leute angstverstört zu Haus. Mitten durch die verhaltene Unruhe, die von Todesfurcht zeugt, höre ich plötzlich das angstvolle, wimmernde Aufschreien eines Kindes. Es ist mir, als ob durch den Mund dieses unschuldigen Menschleins eine furchtbare Anklage den Leuten entgegengeschleudert wird, die den Krieg auf die grausamste Weife, entgegen allen Mensch- lichkeitsgesetzeu, führen. Und ich denke an mein eigenes Kindlein daheim, das derweilen ruhig im Arm der Fintier schlafen kann, weil das tapfere deutsche Heer den blutgierigen Feind ferngehalten hat von unseren Gauen. Mitten in dem Donner und Gekrache steigt ein Daukgebet empor. Wenn ihr in der Heimat die blutigen Schrecken des Krieges kennen würdet, ihr würdet manche kleinlichen Gedanken und Wünsche ablegen: auf den Knien müßtest ihr jeden Tag aufs neue Gott und eurem wackeren Heere dafür danken, daß der Krieg nicht in deutschen Landen ausgetragen wird. . ..
Das Donnern der Abwehrgeschütze wird geringer. Da blitzen von hier und da die Scheinwerfer auf und ; bedecken mit ihrer Riesenzunge den nächtlichen Himmel. I Die Luftpolizei ist es, die das Firmament nach dem i gegnerischen Geschmeiß absucht. Ein grausig schönes Bild! Ab und an noch ein Schutz. Dann ist mit einem Male aller Lärm verstummt, wie er jäh gekomen war. Diese plötzlicheRube kommt einem unheimlich, gespenstisch vor: man kann sich so recht nicht daran gewöhnen. Und richtig: nach einer Stunde etwa — man ist eben wieder eingeschlafen — derselbe Höllenlärm, dieselbe Unruhe in der Stadt. Und noch ein drittes Mal, gegen Morgen hin, versucht der Feiud seinen hinterlistigen Angriff. Wenn dann der Tag herankommt, wenn dann der Bür- ger aus dem Hause heranstritt, dann reibt er sich verwundert die Augen. Noch lebt er und kann das Tageslicht schauen. Und dankbar blickt er — der Franzose — auf die deutschen Feldgrauen, denn ihrer Wachsamkeit verdankt er das Leben. . . . Wie aber, wenn es dem | Feinde gelungen ist, heranzukommen und einige Vom- I ben auf eine Stadt zu werfen. . . Welche „Heldentat" hat er dann vollbracht? Unsere Oberste Heeresleitung meldet ja häufig genug davon. Militärischer Schaden wurde nicht angerichtet, heitzt es, aber so und so viele französische Zivilisten wurden getötet oder verwundet. Das sind dann die „Heldentaten" der Engländer. Die französische Regierung aber mag sich bedanken bei den i „Alliierten" für diese merkwürdigen Freundschaftsbeweise.
Die englischen Ilngzengsabnken
Ueber die Arbeitsmethoden in den großen britischen
Einzelheiten bekannt geworden, die in England ungeheures Aufsehen erregten. Die hergestellten „Muster-
zu den entwickelten Pferdekräften die schwersten. Viel Material ist durch die Fahrlässigkeit der Arbeiter verdorben worden. Die Arbeiter waren ganz ungenügend beaufsichtigt,- sie kamen und gingen, wann sie wollten.
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