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UückliH Sie Neffe nach Amerika bestanden hat. Man er» Wartet nur noch die Nachricht von der Ankunft der Bremen", um dem Plane näher zu treten. Es ist zwei­fellos, daß auch hierorts bei diesen Erwägungen die Ab- ssicht, wenigstens Briefpost vom englischen Zensor zu be­freien, eine große Rolle spielt.

Die Neuyorker Zeitungen kündigen die Abreise des HandelsunterseeschiffesDeutschland" an. DieDeutsch­land" hat 1200 Tonnen Nickel und Kautschuk geladen. Bor der Chefapeakebucht wurden englische Kreuzer be­obachtet. Wie derNewyork Herald" meldet, soll Ka­pitän König erklärt haben, daß etwa zwölf Handels­unterseeschiffe in einigen Wochen fertigqestellt sein würden.

Britische Wetten zur Heimfahrt derDeutschland".

Aus Rotterdam berichtet dieDeutsche Kriegsztg.": ÄChronicle" meldet aus Neuyork: Englische eute erklärten sich bereit, zu einem Maximum von 50 000 Pfund 50:1 wetten zu wollen, daß die Deutschland" Bremen nicht erreichen werde.

f Sriegsalleklel

Brand in einem Neuyorker Arsenal.

DieCentral News" melden lautB. L.-A." aus Neuyork, daß am Freitag ein geheinmisvoller Brand in einem der großen Arsenale ausbrach, wodurch 400 000 kleine Granaten zerstört wurden, die zur Abfuhr nach der amerikanischen Grenze bereit lagen. Dadurch, daß man das Arsenal unter Wasser setzen konnte, wurde die Explosion von Hunderttausenden schwerer Granaten ver­hindert. Der augerichtete Schaden ist bedeutend.

Kein Tag ohne Nentralitätsbruch.

Nach einer Stockholmer Meldung desB. Lok.-Anz." kam ein neuer Neutralitätsbruch vor. Zwei russische U-Boote drangen bei Verfolgung eines deutschen Dam­pfers bis zur schwedischen Küste bei Hudiksvall vor. Der deutsche Dampfer entkam, wurde jedoch in schwe­dischem Fahrwasser weiter gejagt.

Casements Berufung verworfen.

Casements Berufung gegen das Todesurteil wurde keine Folge gegeben.

, Politische Rundschau.

Skandinavische Politiker in Berlin. Eine Anzahl skandinavischer sozialdemokratischer Politiker ist am 16. Juli in Deutschland angekommen, um auf Einladung einiger Berliner Sozialdemokraten aus Partei- und Gewerkschaftskreisen die Verhältnisse in Deutschland aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Die Herren be­sichtigen zunächst Wohlfahrtseinrichtnngen der Berliner Arbeiterschaft, studieren die Kriegsfürsorge und begeven sich dann nach Belgien an die Front.

Ueber den Inhalt der Besprechung, die beim Reichs­kanzler stattfand, wird nach wie vor Stillschweigen ge­wünscht. An amtlicher Stelle erklärt man, es habe sich nicht um eine besondere, akute Frage gehandelt und dem­gemäß auch um keinen außergewöhnlichen Anlaß, son­dern um die normale Fortsetzung einer Gepflogenheit, nach der sich der Kanzler von Zeit zu Zeit mit den par­lamentarischen Führern über die Gesamtlage auszu- fprechen sucht. Die Unterredung hat auf beiden Seiten einen befriedigenden Eindruck hinterlassen.

Ueber einen Besuch des Kaisers bei den Feldgeist­lichen im Westen im Frühling geht demB. L.-A." ein Stimmungsbild des Felddivisionspfarrers Dr. Ott zu, dem wir folgendes entnehmen: . .

Im Gartensaale des Soldatenherms stand der Kai­ser vor uns, keineswegs gealtert, sondern frisch, jugend- kräftig, nur vielleicht schlanker als früher. Ein frohge­mutes Leben schlug aus seinen Augen. In den Tagen, als der Angriff vor Verdun in seinem schwersten Auf­stieg war! In eine Atmosphäre der Ruhe und Sicherheit, des Vertrauens und der Festigkeit wurde man durch ihn versetzt. Eine halbe Stunde sprach er zu uns. Le­bendig, gewandt, ganz ungezwungen, bald in leichtem Plaudertone, oft herzlich lachend, bald ernst und nach­drücklich, zuweilen mit starkem Temperament, immer sicher und bestimmt im Ausdruck, oft mit klassischer Prä-

ß Ein Band warmer Gemeinschaft war vom ersten Augenblick an geschlungen. Unauslöschlich sollen seine Worte uns in Herz und Sinn geschrieben fein. Ohne Umschweife griff der Kaiser der Zeit an den geistigen PulsEs ist eine Zeit der Sichtung. . .Der Weltkrieg scheidet die SpreuFvom Weizen . . . Sie, meine Herren, haben die Aufgabe, daran zu arbeiten, daß das deutsche Volk lernt, sich auf sich selbst zu besinnen und diese Zeit als Prüfungszeit hinzuEhmen."Es gilt, im Leben die Prüfung zu erkennen", das ist das innere Ziel dev Krieges, das der Kaiser in verschiedenen Zusammenhän­gen immer wieder betonte.Jedenfalls wird es der größte Gewinn unseres Volkes sein," so bemerkte der Kaiser,daß es den Blick auf den Herrn znrückgewonnen hat, daß es begriffen hat, man kommt ohne ihn nicht aus, man muß mit ihm rechnen. Der Kaiser sprach offen von dem, was das deutsche Volk um ben inneren Gewinn des Krieges bringen könnte.Die Passion zum Nörgeln und Kritisieren." Nicht ohne Wehmut Fomtte man erkennen, wie der Kaiser unter diesem Erbfehler seines Volkes leidet. Nicht weil er bloß ihn, den Staat oder die Regierung beträfe, sondern weil sich das Volk selbst mit dieser alten deutschen nntugem) den Weg zum eigenen Wohle vertritt.Ich habe es mir oft durch den Kopf gelwu lassen, wie dem abzuhelfen sei. Es ist nichts zu machen durch Bevormundung, durch Befehle und Gesetze. Es muß von innen heraus kommen. Von au­ßen fommt es nicht. Manmuß innerlich ausgeglichen sein, dann hat man ein Gleichgewicht in schlimmen Ta­gen und, was oft noch schwerer ist, in guten Tagen."

Aber der Kaiser glaubt und hofft.Ich habe den Eindruck, daß die Menschen, die jetzt in den Schütren- grttben liegen, zu Hanse anders sein werden . . . Prägen Sie ihnen ein, sie sollen das, was ihnen jetzt durch Kopf und Herz gegangen ist, in die Zukunft mitnehmen." Der Kaiser ist voller Stolz auf Heer und Volk.Man muß doch sagen, unser Volk ist groß, daß es, ohne zu murren oder mit der Wimper zu zucken, sich für eine große Sache eingesetzt hat und stch dafür opfert."

So ernst und wahrhaft fromm sprach der, dem jetzt so viel Macht gegeben ist über nuser und der Völker Schicksal. Ein Seelsorger seines Volkes, ein Vater der

Wir standen im Halbkreise und hörten, wie nun der Kaiser sich mit einzelnen Geistlichen unterhielt. Der malte Schein der Lampen, mit dem trüben Licht des Tages vermischt, fiel in ein paar ruhige ernste, feste Sinnen, wenn von den Sofern des Krieges die Rede war; sie blitzten auf, wenn von tapferm Taten berichtet wur- de,^ glänzten golden, wenn ein Scherz Anlaß zum

Wieder fiel das herzliche Wohlwollen auf, mit wel­chem der Kaiser sich unterhielt. Er nahm den Angerede- ten jede Befangenheit und gab alles Zutrauen. Zwei Feldgeistliche mit dem Eisernen Kreuz Erster Klasse be­merkte er und ließ sich erzählen, wie sie es, noch unter der Waffe, erworben hätten. Bet dieser Gelegenheit lobte er die Haltung der Geistlichen mit der Waffe, wie er vorher denen im feldgrauen Amtsrock seine Anerken- nnng und Zustimmung ausgesprochen hatte. Mit einem Bayern scherzte er und nahm dabei Anlaß zu bemerken, wie man einmal staunen werde, wenn all' die Anekdoten über die Heldentaten einaeüter Leute herauskämen. Voll guter Laune, voll Frohsinn war alles, was der Kaiser sagte.

Vermischtes-

Die Nationatstjftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen wurden von der Dynamit-Aktien- Gesellschaft, vormals Alfred Nobel u. Co., Hamburg, 1000 000 Mark gespenM. Möge dies erhebende Bei­spiel den Opfersinn im deutschen Volke weiterhin er­wecken und reiche Gaben nachfolgen lassen.

Opfer eines Stratzenvahnunfalles. Am Dienstag fuhr in Charlottenburg ein Mühlwagen gegen den Au- Hänger eines Straßenvahnzuges so unglücklich, daß die Deichsel sich in den Wagen verrannte und ein sttnfjäh- riges Mädchen sowie einen anderen Fahrgast sofort tötete.

Gewaltige Hitze in Neuyork. DieBaseler Nach­richten" erfahren aus Neuyork, daß in Stadt und Distrikt Neuyork seit einigen Tagen eine Hitze von 40 Grad im Schatten herrsche. Etwa 200 Personen seien infolge Hitz- schlages gestorben.

Bon Nancy nach Galizien im Flugzeug. DieKra­kauer Zeitung" meldet aus Pinczow über die Gefangen­nahme eines französischen Fliegerofsiziers: Soldaten bemerkten einen Flieger, der auf einer Wiese nächst Kawenczyn landete. Trotz zweier Fluchtversuche konnte er festgenommen werden, als der Propeller wieder zu arbeiten begann. Der Offizier war von Nancy gekom­men und gab Rowno als Ziel seiner Reise an.. Ihr Zweck war angeblich das Abwerfen von Flugschriften über Deutschland und photographische Aufnahmen. Das Flugzeug ist ein Doppeldecker, System Nieuport. Der Flieger hat eine Strecke von 1800 Kilometern zurtückge- legt. Er verlor die Orientierung und landete drei Stun­den zu früh. Als er seinen Irrtum bemerkte und die Nähe der russischen Kampflinie erfuhr,, weinte er vor Aufregung.

Soll die Sommerzeit beibehalten werden? DieAll­gemeine Zeitung" in Chemnitz hat eine Rmrdfrage un­ter ihren Lesern veranstaltet über die Frage: Soll die Sommerzeit beibehalterr werden? Das Ergebnis der Rundfrage ist in Zahlen ausgedrückt folgendes: Für Beibehaltung der neuen Zeit, auch im Winter, erklärten sich 29,6 Prozent: für Beibehaltung der neuen Zeit nur im Sommer entschieden sich 32.4 Prozent: gegen die neue Zeit sowohl im Winter wie im Sommer waren 38 Pro­zent der Einsender. Die größte Anzahl hat sich also gegen jegliche Neuerung entschieden, da aber die zuerst angeführten Stimmen (für Beibehaltung im Winter), falls ihr Wunsch nicht erfüllt wird, für die neue Zeit­rechnung wenigstens im Sommer eintreten würden, so haben sich 62 Prozent, also bei weitem die Mehrheit, für die neue Zeit während der Sommermonate entschieden.

Das Gesetz vom 21. Juni 1916, betreffend eine mit den Post- und Teleqraphenqebnhren 31t erhebende außer­ordentliche Reichsabgabe tritt am 1. August 1916 in Kraft. Nach dem Gesetz ist im innern deutschen Verkehr als Zuschlag zu gewissen Gruppen von Post-, Tele­graphen- und Fernsprechgebühren eine Reichsabgabe zu

Zahlen. Der Zuschlag betrügt:

für Briefe im Orts- und Nachbarortsverkehr sowie für Postkarten

Fernbriefe

Pakete bis 5 Klgr. in der 1. Zone 5 Pf., auf alle weiteren Entfernungen

Pakete über 5 Klgr. in der 1. Zone 10 Pf., auf alle weiteren Entfernungen

Briefe mit Wertangabe in der 1. Zone 5 Pf., auf alle weiteren Entfernungen

Postauftragsbriefe

Telegramme 2 Pf. von jedem Wort, mindestens Rohrpostbriefe und Rohrpostkarten Ferusprechanschlüsse, Nebenanschlüsse und i 10 v. H. der jetzigen Gebühren.

Danach kostet vom 1. August ab: der Ortsbrief (bis 250 Gr.) freigemacht nicht freigemacht

der einfache Fernbrief (bis 20 Gr.) freigemacht nicht freigemacht

der doppelte Fernbrief (üb. 20 bis 250 Gr.)

Pf., Pf.,

Pf.,

Pf.,

Pf., Pf. Pf., Pf.,

22 5

Gespräche

freigemacht nicht freigemacht die Postkarte freigemacht nicht freigemacht

dgs Paket bis 5 Klgr. in der 1. Zone . auf alle weiteren Entfernungen (dazu tritt bei nicht freigemachten keten bis 5 Klgr. der Portozuschlag

10

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Pf., Pf., Pf-, Pf.,

Pf., Pf., Pf., Pf., Pf., Pf.,

Pa- von

25

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Pf.

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das Paket über 5 Klgr. in der 1. Zone 10 Pf. mehr als bisher, auf alle weiteren Entsernnngen 20 Pfg. mehr als bisher, der Brief mit Wertangabe in der 1. Zone auf alle weiteren Entfernungen aitBerbem die Versicherungsgebühr wie bisher und bei nicht freigemachten Wert­briefen der Portozuschlag von 10 Pf.,

der Postauftragsbrief

' ~ Telegramm im Stadtverkehr:

bis 5 Wörter einschl. 40 Pf., über 5 bis 10 Wörter einschl. für jedes Wort 2 Pf. mehr, also 42, 44, 46, 48, 50 Pf über 10 Wörter für jedes Wort o Pf., Telegramm im sonstigen Verkehr: bis 5 Wörter einschl. 60 Pf., über 5 bis 10 Wörter einschl. für jedes Wort 2 Pf. meßr, also 62, 64, 66, 68, 70 Pf über 10 Wörter für jedes Wort 7 Pf., Rohrpostbrief 35 Pf die Rohrpostkarte , .. , »0 Pf. Im Fernsprechverkehr betragt die jährliche Panschgebühr in den kleinsten Netzen 88 X steigend bis 198 in Netzen Mit mehr als 20 000 die jährliche Grundgebühr in Netzen von nicht mehr als 1000 Anschlüssen 66 X steigend bis 110 .F in Netzen mit mehr als 20 000 Anschlüssen.

die Gebühr für Ortsgespräche bei Anschlüssen gegen Grundgebühr 515 Pfg. für jede Verbindung,

die Gebühr für Gespräche im Verkehr von Ort j« Ort bei einer Entfernung von nicht mehr alS 25 Klm. 22 Pf. für je 3 Minuten, steigend bis zu 2 .L 20 5 bei einer Entfernung von mehr als 1000 Klub

der

Bruchpsenige, die sich Bet nicht freigemacyten un! unzureichend freigemachten Sendungen und bei der Gebühr für die Vergleichung von Telegrammen erge­ben, werden auf volle Pfe,mige aufwärts abgerundet. Für einen nicht freigemachten Ortsbrief, der von einer Behörde unter der BezeichnungPortopflichtige Dienst- sacye" abgesandt wird, und für eine solche Postkarte sind vom Empfänger also 8 Pfg. zu entrichten.

Unverändert bleiben die Gebühren für Drucksachen, Ge,chaftspapiere, Wareuproben, vereinigte Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenproben, Postanweisungen und Zeitunge», ferner alle Gebühren im Postscheckver- Lehk, jedoch beträgt die Gebühr für Briefe der Konto­inhaber an die Postscheckämter, wie für Ortsbriefe, künftig 7): Pfg.

Für die Entrichtung der Reichsabgabe sind, soweit die Benutzung von Marken in Betracht kommt, Post­marken zu verwenden. Zu diesem Zwecke werden Ende Juli neue Postmarken zu 214, 7% und 15 Pf. sowie ge­stempelte Postkarten zu 714 Pf. und Postkarten mit Antwortkarte zu 72 und 72 Pf. ausgegeben. Die neue Starte zu 22 Pf., die auch in Heftchen mit 30 Stück für 75 Pf. verkauft wird, soll die Nachfrankierung der im Verkehr befindlichen gestempelten Postkarten zu 5 Pf., die auch über den 1. August hinaus gültig bleiben, er­leichtern. Neue Postwertzeichen, deren Nenliwert auf Bruchpfennige lautet, werden in der Regel nur in durch 2 teilbaren Mengen, sei es desselben Nennwerts oder verschiedener Nennwerte, ausnahmsweise auf ausdrück­liches Verlangen jedoch auch einzeln unter Abrundung des Nennwerts auf volle Pfennige aufwärts abgege­ben werden. Die jetzigen Postwertzeichengeber für ö-Pf.- Marken und die Postkartengeber sollen so eingerichtet werden, daß sie gegen Einwurf eines Zehnvfenntg- stücks 1 Marke zu 72 Pf. und 1 Marke zu 22 Pf. oder 1 Postkarte zu 72 und 1 Marke zu 22 Pf. verabfolgen. Freimarkenrollen mit den neuen Marken zu 72 und 15 Pf. für Portokoutrollkasseu usw. werden anaefertial werden, sobald die Postanstalten mit den neuen Post­wertzeichen, von denen in wenigen Wochen als erster Bedarf mehr als 800 Millionen Stück herzustellen sind, versorgt sind.

Heldenmut und Ansdaner.

Unsre oberste Heeresleitung begann am 8. Juli ihren Bericht aus dem Großen Hauptguartier mit den Worten:Beiderseits der Somme haben der Heldenmut und die Ausdauer unserer Truppen Den Gegnern einen Tag voller Eitttäuschungen bereitet."

Die Eigenschaften, die hier von der obersten Stelle besonders hervorgehoben werden, Heldenmut und r'lus- dauer, sind die beiden Hauptkriegslugeuden, die uns den Endsieg sichern. Nach dem angeführten Bertchtsbeginn haben Heldenmut und Ausdauer den Feinden einen Tag voller Enttäuschungen bereitet. Dies Ergebnis eines Kriegstages, wie es besser Nicht sein kann, muß des ganzen Krieges Schlußergebnis werden, weil unser Volk draußen wie daheim, über die Kräfte des Heldenmutes und der Ausdauer, womit sich die volle Enttäuschung der Frinde erringen läßt, im ui'gechwachun Maße bis zum Ausaange des Krieges verfügt.

Heldenmut und Ausdauer geben zuletzt den Aus­schlag. Höchsten Heldenmut hat unser Volk in Waffen von Anfang an bewiesen. Heldenmut können und wol- M ten wir auch unsern Gegnern nicht absprechen. Indem wir ihn ehrlich ihnen cuer^enneu, ehren wir uns selber. Das, was unserm Heldenmut erst das dauernde Ueber» gewicht geben kann, ist der stärkere Grad von SluSdaner, der uns eignet. Daraus kommt es nunmehr hauptsäch- iiä) noch an, vag wir unter Mehr an ausdauerndem Heldenmut auch weiter ungeschmälert einsetzen, um die Enttäuschungen der Feinde 511 vervollständigen und abschließend zu vollenden. Es gilt jetzt, als entscheiden­des Endziel nur das eine einzige im Auge zu haben, unsre Gegner so voll zu enttäuschen, daß sie mit einem Nachlassen unsers untrennbar mit der sieghaften Aus­dauer verbundenen Heldenmutes nicht mehr rechnen.

Um das zu erzielen, muß jeder einzelne, injouöcr- hcit auch daheim, von dem ausdauernden Heldenwkllen zur persönlichen Verantwortlichkeit durchdrungen blei­ben. Diese unbedingte Verantwortlichkeit darf nicht dulden, daß neben die große alleinige Hauptsache der Erringung des vollen Sieges NebemaclUiches, Kleines unb Kleinliches irgend welcher Art hemmend gestellt wird. Wenn zum Beispiel die Feinde bei dem Srnrm- lanfen, das sie sich ringsum mit dem lebten Aufgebot eines beinahe verzweifelnden Mutes leisten, zuweilen einmal einen kleinen Einzel-erfolg cinhcimsen. der aber an unsrer unüberwindlichen Geiamtlage nichts ändert, so kann und darf das nicht einen Augenblick den Gleich­mut unsrer Zuversicht beirren, die uns bereits durch die schwersten Kämpfe ohnegleichen zum Siege geleitet hat. Es hieße schier Unmögliches erwarten, wollte man annelunen, daß die Feinde völlig außerstande seien, durch ein beispielloses Hölleufeuer und durch mit ungeheurer lleberzahl unternommene Angriffe sich in den Besitz einiger Gräben und Ortschaften zu setzen und unsre Front an etlichen Stellen ein wenig einzubnchtcn. Da dies im Hinblick auf die undurchdringliche Geschlossen­heit unb unbeugsame Festigkeit unsrer Geiamtstellung doch nur etwas Nebensächliches und schließlich bei dem uns zukommenden Enderfvige etwas Belangloses bleibt, so tut das unserm ausdauernden Helden- und Sieges- mute keinen Abbruch. _

Jeder einzelne, an welcher Stelle er auch stelle, und mag sein Posten scheinbar ganz umeracorbnet sein, ist mit seinem gesamten Tun unb lassen, in Wort unb Tat, in Haltung unb Stimmung, mit verantwortlich, daß die vollen Enttäuschungen unsrer Feinde burdwefem wer­den. Darum ist er verpflichte , nichtigen Bedenken und uuuützeu Sorgen darüber, daß nicht alles genau so ver­läuft, wie es das ungebührliche Maß seiner Wiinsche und Erwartungen iwtWestü. nicht im verbotenen Ausdruck zu gehen, sondern sie beiseite zu schieben und sich alles dessen zu enthüllen, was unsre standhafte Spannkraft beeinträchtigen könnte. Hierhin gehört auch, daß keine Klagebriefe ins Feld geschickt werden, die die Stimmung unsrer Truppen ungünstig beeinflussen. Nur drüben die Feinde wollen wir enttäuschen, und zwar gründlich. Unser Marschall Hindenburg hat einmal gesagt:Der Krieg dauert hoffentlich so lange, bis sich alles unserm Willen fügt." üüü der Lotung: Im .veibem mut ausbauen! wird dies der Fall fein. Denn beharr­licher zäher Wille ist noch immer an sein Ziel gekommen, und das wird auch dem deutschen, in Heldenmut und Ausdauer einigen Volke befdüeben fein.

Weitere Drahtnachrichten.

Neues vom Brande in Tatoi.

PariS, 19. Juli. (V. Z.) Französische Berichte aus Alben melden, daß bei dein Brande von Tatoi König Konstantin in größter L.yenSgefahr aefwnwbt bade. Er beaufsichtigte bis zum letzten ?ingenblick die Löbvarbei- ten und wurde schließlich von den Flammen eingebüllr. Da sprang er aus eine Hölle von fünf Metern in einen Graben, wo er infolge des Falles und des Rou ües be» wnßtlos liegen blieb. Er wurde bon von So!dorrn auf» 6eboben und fortgetragen wnhtenb die Personen seiner lulgebung am der Tuche nam ihm verbrannten.