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MB M Seit von ihnen besetzten feindlichen Gebleten in reinem nennenswertest Verhältnis steht. Wir dürfen uns nicht durch die ausführlichen Berichte täuschen las- fen, die die Entente in ihrer Tagespresse der Offensive widmet, noch durch die ellenlangen Berichte, die von amtlicher englischer und französischer Seite ausgegeben werden. Eine eigentliche Entscheidung ist nicht erzielr worden. Man ist mehr als jemals davon entfernt!

Die deutsch-italienischen Beziehungen.

f T» U.-Drahtung aus Lugano.

Der italienische Ministerrat am 16. Juli hat die of­fizielle Kriegserklärung an Deutschland, welche die ita­lienischen Blätter sowie die Mailänder Kriegshetzer er­wartet haben, nicht gebracht, dagegen scheint als erste Repressalie gegen Deutschland die Kündigung des deutsch- italienischen Handelsvertrages beschlossen zu sein. In unterrichteten Kreisen wird bekannt, daß diese Kündi­gung bereits vorher von dem jetzigen Ministerium be­absichtigt gewesen sei. Wie derCorriere della Sera" aus der Sitzung des Ministerrates mitteilt, habe der Mini­ster des Aeutzeren Sonnino erklärt, die Initiative zu den feindlichen Handlungen gehe ausschließlich von Deutschland aus. Ministerpräsident Boselli habe dies nach Rücksprache mit Salandra bestätigt. Die Beschlüsse des Kabinetts über die gegen Deutschland anzuwenden- Wn Reprassalien sollen in allernächster Zeit bekannt­gegeben werden.Jdea Nazionale" versucht darzulegen, welchen Schaden Deutschland sich schaffe für die Zeit nach dem Kriege. Durch Erhaltung der Freundschaft mit Italien würde Deutschland, obgleich geschlagen (selbst­verständlich denkt darüber kein Italiener anders) sich die Brücke nach Kleinasien, Aegypten usw. gesichert ha­ben. Der Schlüssel zu der gegenwärtigen Seesperre, noch mehr aber zu der nach dem Kriege, befindet sich eben in Italiens Händen. Das Blatt gibt der italienischen Re­gierung den Rat, das deutsche Besitztum in Italien nicht zu beschlagnahmen, sondern zu enteignen und mit gu­tem italienischen Papiergeld zu bezahlen.

Abermaliger Neutralitätsbruch gegen Schweden.

Aus Stockholm wird vom 17. Juli gemeldet: Nach einer Meldung, die heute in später Nacht an die Zeitung in Skellefeta gelangt ist, torpedierte am Sonntagabend ein russisches oder englisches Unterseeboot vor Bjuröklubb innerhalb der schwedischen Seegrenzen den südwärts gehenden bentschen DampferCyria". Der Dampfer sank in ein paar Minuten. Die Besatzung wurde gerettet und an Bord des schwedifchen TorpedobootesCapello" gebracht, das sich in der nächsten Nähe befand. Die Be­satzung, insgesamt 28 Mann, wurde im Hafen von Skellefeta gelandet. DieCyria" sank auf 21 Meter Wassertiefe. Schornstein und Mast sind sichtbar. Von derCapello" aus sah man drei Torpedos abfeuern, aber weder von derCapello" noch von derCyria" aus war das Unterseeboot sichtbar. Nach einer wetteren Meldung scheint die Torpeoierung an demselben Orte statigefun- den zu haben, an dem die DampferLissabon" und Worms" weggenommen worden sind, also auf schwe­dischem Seegebiet.

Die griechische Königsfamilie gesund und wohlbehalten.

Die griechische Gesandtschaft teilt mit: Das Feuer, welches in dem Walde von Tatoi am Donnerstag ans- gebrochen war und bis Montag früh andauerte, hat nn- iMi^MiUitt^ und 10 000 Hektar

soleum, einer angrenzenden Kapelle sowie einem kleine Hotel mit zwei Ställen wurde das ganze königliche Be­sitztum zerstört, das Schloß, das der König bis jetzt bewohnt hat, einbegriffen. Bis jetzt sind 13 Lerchen ge­borgen, darunter die des Obersten Della Porta, Chef des Automobilwesens des Königs, die des Hauptmanns der Gerrdarmerie Chritsopathis, Chef der Sicherhetts- oolizei des Königs, sowie die eines Oberleutnants. Das Feuer scheint, obgleich noch in manchen Gegenden an­dauernd, eingedämmt zu sein. Der Kömg sowie die übrigen Mitglieder der königlichen Familie sind gesund '"^Rach'Zrwr^ Meldung aus Athen ist der Sicherheits­dienst in Athen und Umgebung durch 50 vom König er­nannte Gendarmerieoffiziere verstärkt worden.

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DieKöln. Ztg." meldet aus Wien: Die durch die italienischen und schweizerMen Blätter gemeldete Tat­sache daß das Feuer im Walde von Tator glerchzettig an mehreren Stellen ausgebrochen ist, läßt es der hie­sige Presse scht als Gewißheit erscheinen, daß Brand­legung stattgefunden habe zu dem Zwecke, den König Konstantin samt seiner Famtlre dem Flammentode vreiszuaebem auch dieser neue venizelistische Anschlaa gegen den mannhaften Herrscher, der das Ver- brechen^beaanaen hat, sich dem Befehl der Verbands- mämte nicht zu beugen, sondern seine und seines Volkes Politik einM und allein nach dessen Interessen ettrzu- riMten im Aufträge der Verbandsmachte verübt worden sei Bon allen Versuchen des Verbandes, um den starken Widersacher !^ewer schamlosen Gewaltpolitik zu beseitig ZnbezZchnendie Blätter diesen letzten als den nieder­trächtigsten und gemeinsten.

Sriegsallerlei.

Haudels-U-BootBremen".

Bei der Melbuna, daß in Rio de Janeiro die Nach- ema emäe^osfeu sei das U-BootBremen" werde dort f-h .^ erwartest scheint es sich nach dein Vvum einen recht plumpen Versuch zn handein, die' Reederei zu veranlassen, eim "Tatsache ÄÄ SDentfchS Ne Weser vZlassen hat Der Bestimmungsort wirb ge- heimge aMn^E fmtle $if$c jJt Norwegen

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Kauf bes K 100 Millionen Kronen auf. Der Aufkauf, der durch eine Firma in Bergen zu un­erhört hohen Preisen erfolgte, »u^e von England des­halb vorgenommen, um einerseits M Ehindern, daß . Deutschland Fische erhalte, und anders Rutz- land Fischen zu versorgen. Archangel war indes durch Eis blockiert und Schweden weisierte M -u^Durch­fuhr von Lebensmitteln nach einem kriegführenden Lande zu gestatten. Gegenwärtig lagern in Norwegen Tau­sende von Toitnen verdorbener Fische-

Fleischverbrauchseinschränkung in Oesterreich.

DieVoss. Ztg." meldet aus Wien: Das Ministe­rium des Innern verfügt eine mettere Einschränkung des Fleischverbrauchs. Die fleischlosen Tage, die in Oesterreich ai»f Mittwoch und Freitag fallen, gelten fortan auch für die Primthaushaltulmen. Hans Ha l tu n g s vor- iWe werden ifM wenn an fMÄfm Ta-en M

khren Haushaltungen an sie oder ihre FamMenmtt- gtteder Fleisch verabfolgt wird. Den Gasthäusern wir die vereinfachte Speisenfolge, ähnlich wie im Deutschen Reiche, auferlegt.

Ueber die russische Spionage in Skandinavien meldet dieVoss. Zig." aus Stockholm, daß der Privat- dozent der Petersburger Universität Popow von der russischen Regierung zum Studium der Erze und son­stigen Mineralreichtümer nach dem nördlichen Nor­wegen abkommandiert worden sei und von zwei weiteren Mineralogen begleitet werde, die sonderbarerweise gleich­zeitig Offiziere des russischen Heeres seien.

Politische Rundschau.

Die Parteiführer beim Kanzler. Wie derB. L.-A." hört, haben an der Konferenz beim Reichskanzler, die auf Montag vormittag angesetzt war, die Führer sämt­licher Reichstagsfraktionen teilgenommen. Die Bespre­chungen dauerten etwa fünf Stunden. Ueber ihren In­halt wurde Geheimhaltung bestimmt. Einem längeren Vortrage des Reichskanzlers über die allgemeine Lage und über Souderfragen folgten eingehende Erörte­rungen, in denen die Parteiführer mit vollem Freimut ihren Anschauungen Ausdruck gaben. Der Hute Flügel der Sozialdemokraten war nicht vertreten.

Pläne für die Lebensmittelversorgung. In einer am Sonntag in Cöln stattgehabten Versammlung ver­breitete sich das Mitglied des Kriegsernährungsanttes, Generalsekretär Steigerwald über die Lebensmittelver­sorgung. Steigerwald wies daraufhin, daß eine durch­greifende Regelung der Milchverwertung im Dezember in allen Dörfern und Sammelstellen zwecks Berbutte- rung eingerichtet würden. Bettlägerige Kranke, Wöch­nerinnen und Kinder bis zu einem gewissen Alter erhal­ten alsdann nur noch Vollmilch. Alle anderen Personen müssen sich mit Magermilch zufrieden geben. Die Reichs- fleischkarte soll die Krönung des Organisationswerkes auf dem Gebiete Lebensmittelversorgung sein. Bei ei­ner gleichzeitigen Preisherabminderung steht eine Er­höhung der Kopsmenge ans 350 bis 400 Gramm zu er­warten. Sollte die Preisminderung nicht von selbst kom­men, so wird das Kriegsernährungsamt diese durch ent­sprechende Preisfestsetzungen erzwingen. Das beschlag- nahmefreie Mehl soll verschwinden, weil so großer Un­fug damit getrieben worden sei. Manche Mühlen haben von den zweimal gemahlenen Körnern das erste aus dem feinen Blütenstanb gewonnene feine Mehl als Aus­landsmehl zu enorm hohen Preisen verkauft. Jede Mühle muß künftig das letzte Stäubchen des von ihr gemahlenen Getreides an die Reichsgetreidestelle bezw. an die Selbstversorgungsbezirke abliefern.

die ßarisffelpreise.

Vom Kriegsernährungsamt wird geschrieben: Der Präsident des Kriegsernährungsamtes hat im Reichs­gesetzblatt eine Bekanntmachung erlassen, betreffend eine anderweitige Festsetzung der Höchstpreise für Frühkar­toffeln und Regelung der Kartoffelpreise für die Zeit vom 1. Oktober 1916 bis 15. August 1917. Bekanntlich war für die Frühkartoffel der Ernte 1916 der Höchstpreis durch Anordnung des Reichskanzlers vom 2. März 1916 sür den Doppelzentner beim Verkauf durch den Er­zeuger auf 20 Mark festgesetzt. Als Frühkartoffeln gel­ten nach der gleichen Anordnüng Kartoffeln, die vor dem 15. August 1916 geliefert werden. Während nun im Frühsommer 1915 große Mengen alter Kartoffeln übrig waren, herrscht jetzt bekanntlich ein schwerer Kartoffel- --- -^ ' .... - -- R-Mskar-

umlange zur Lieferung zu b preis der Frühkartoffeln gesetzlicher Normalpreis gewor­den, so da« unter 10 Mark beim Erzeuger bei dem gel- tenden Recht Frühkartoffeln bis zum 15. August nicht zu haben sein würden. Da dieser Preis im August im allgemeinen zu hoch ist, ist durch die neue Verordnung schon vom 1. August ab der Frühkartoffelpreis für den Erzeuger von 10 Mark in Abständen von je 10 Tagen je um 1 Mark, in der zweiten Septemberhälfte je um 50 Pfennig herabgesetzt worden: eine noch schärfere Herab­setzung erschien untunlich, weil der Frühkartoffelanbau lediglich im Vertrauen auf die Anordnung vom 2. März stark ausgedehnt worden ist, die den Höchstpreis auch über den 1. August hinaus für 14 Tage auf 10 Mark festsetzt.

Die Verbraucher, zum mindesten die minderbe­mittelten, müssen vor zu hohen Kleinabnahmepreisen für Frühkartoffeln bewahrt werden. Den Gemeinden wird das dadurch ermöglicht werden, daß hierfür nötig wer­dende Zuschüsse als Aufwendungen für Kriegswohl- fahrtspflege behandelt werden, von denen das Drittel durch das Reich und in Preußen das zweite Drittel vom Staat erstattet wird. Durch solche Zuschüsse soll der Kleinhandelshöchstpreis für Frühkartoffeln wie folgt be­messen werden:

Vom 16. bis 31. Juli das Pfd. ...... 10 Pfg. Vom 1. bis 10. August das Pfd. ...... 9 Vom 11. bis 20. August das Pfd. ..... 8 Vom 21. August bis 15. September das Pfd. . 7 Vom 16. bis 30. September das Pfd. .... 6

Die Winterkartoffeln der Ernte 1916 werden im Umlageverfahren durch die Reichskartoffelstelle in gleicher Weise zur Verfügung gestellt werden, wie dies seit dem Februar 1916 geubeheu ist. Die Ermittelungen des Bedarfs an Speffekartoffeln, an Kartoffeln zur Brotstreckuug usw. sind im Gange und werden noch in diesem Monat abgeschlossen sein. Alsdann wird in den so­genannten Ueberschnßvcrbänden durch Anordnung des Reichskanzlers die Gesamtmenge festgelegt werden, die bis zum 15. August 1917 zu liefern ist. Hierbei biethen Kartoffelerzeuger, die insgesamt eine Kartoffelanbau- fläche von nicht mehr als 10 Ar haben, von der Liefe- rungspflicht befreit. Vorgesehen ist ferner, day die nötigen Trockenprodukte schleunigst hergestellt werden können, und daß auch die vor allem für militärische Zwecke erforderliche Spirituserzeugung gesichert ist

Bei der Festsetzung des Preises der Winterkar- tvffelu war davon anszuaeller,. 5» cd unbedingt geboten ist, die rechtzeitige Beschaffung des Speisekartoffelbe­darfs für die Berbrauchsbezirke im neuen Wirtschafts­jahr zu sichern und uns vor Kartoffel Notständen, wie wir sie jetzt durchleben, vor der Gefahr einer Kartoffel- hungerSnot, wie sie ein harter Winter 1915 16 uns ge­bracht haben würde, unter allen Umständen zu bewah­ren. Diese Gesichtspunkte haben Veranlassung Ugeben, den Preis für verlesene Kartoffeln frei Bahnhof des Er­zeugers für ganz Deutschland für die Zeit vom 1. Okto­ber bis zum 15. Februar auf 4 Mark ie Zentner festzu­setzen mit der Verpflichtung, dafür nach Anweisung der Reichskartoffelsielle den Winterbedarf an Kartoffeln an Oktober und November, also während der frostfreren Herbstzeit, wo die Herbstbestellung im Osten gleichzeitig stattfinden muß, zu liefern. Der Bedarf für die Zeit vom Frühjahr bis zum 15. August 1917 soll bei den Landwir- ten schon im Herbst beschlagnahmt, von ihnen auf ihre Kosten und Gefahr aufbewahrt und im Frühjahr nach Anweisung der ReichSkartosselstelle für den Preis von

3 Mark geliefert werden. Weitere Zulagen irgend web cher Art werden nicht gewährt.

Den Gemeinden ist durch die Verordnung die Fest­setzung von Höchstpreisen für den Kleinhandel vorge- fchrreben. Durch die Landeszentralbehörden soll es, nach der Absicht des Kriegsernährungsamtes, den Gemeinden ferner zur Pflicht gemacht werden, den Kleinab- gabepreis für die Herbst- und Winterkartoffeln so feitzuietzen, daß er 83 Pfennig für 10 Pfund nicht über- steigt und daß da, wo das Einlagern größerer Mengen im Herbst in den Privatkellern üblich und zweckmäßig ist, die einzulagernden Kartoffeln für etwa 4.75 Mark je Zentner frei Keller zu liefern sind. Durch die Frachtbe- rechnung soll das den Gemeinden erleichtert werden. Ein besonderes Entgegenkommen gegen bedürftige Kriegerfamilien bei der Kartoffelzuweisung im Wege der Kriegswohlfahrtspflege ist von den Gemeinden selbstverständlich zu erwarten.

Vermischtes.

Neue Bekleidung für Angehörige der freiwilligen Krankenpflege. Die Bekleidung für Angehörige der srei- wrlligen Krankenpflege ist vom Kaiser geändert worden. An stelle der weißen Mütze und Feldmütze tritt eine aus grauem Tuch in der Farbe des Rock- oder Litewka- tuches. In Wegfall kommt auch der weiße Mützenüber-

für Delegierte der freiwilligen Krankenpflege, die OFtMeruniform oder die Feldumform der Johairntter- oder Malteferrltter tragen. Das Rote Kreuz auf weißem Grunde an der Mütze wird auf einem kreisrunden wei­ßen Emaille,child über der Kokarde am oberen Mützen- terl getragen. Es ist im Durchmesser etwa 2« Zentime- ^-Prost An «leise der weißen Tuchspiegel am Litewka- und Mantelkragen tritt ein weißes, kreisrundes Emaille- 1 child mit dem Roten Kreuz, etwa 4,2 Zentimeter groß.

Holzmehl im Brot. Das Landgericht in Stettin ver­urteilte den Obermeister der Bäckerinnung Karl Recke, wegen Nahrungsmittelfälschung, begangen durch Zusatz von Holzmehl zu Broten, zu 500 Mark Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte drei Monate Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe beantragt.

Heiteres vom Tage. Unser Bataillon lag in Ruhe in einem kleinen Städtchen hinter der Front. Es war dort strenger Befehl, daß wegen Fliegergefahr bei ein- brechender Dunkelheit alle erleuchteten Fenster mit dunklen Tüchern usw. verhängt werden. Wir saßen eines Abends in einer von württembergischem Land­sturm betriebenen Kantine und tranken ein Glas Bier. Es war bereits 11 Uhr, die Fenster unseres Zimmers waren noch nicht verhängt. Tarob zur Rede gestellt, antwortete uns ein biederer Landstürmler:Des isch hinte naus, do sieht ma's net." Aus der Schule. Lehrerin:Nenne mir die Farbe der Hoffnung, Rös­chen!" Schülerin:Feldgrau!" (Jugend".)

deutsche Heldentaten.

Wackere Tat.

Es war am 1 Mai des vergangenen Jahres, am Tage vor dem weltgeschichtlich denkwürdigen Durchbruch durch die russische Front in Galizien. Das Füsilier- batarllon 1. Garderegimeuts zu Fuß hatte am Tage vor­her eine Offizierspatrouille zur genaueren Erkundung der feindlichen Stellung vorgetrieben. In der Nähe der russischen Drahthindernisse erhielten sie Feuer: ein Mann wurde schioer verwundet unb in der Dunkelheit Nicht mehr aufgefunden. Am Morgen bemerkten Po­sten der 3. Kompagnie, daß sich vor der feindlichen Stellung ein Mann bewegte und mit der Mütze winkte.

unseren war, u..- .. .

Füsilier zu Halteu. Die Krankenträger Brüschke (aus Kleinwalo, Kreis Bromberg) und der Sanitätssoldat Dahlen (aus Neukirchen, Kreis Moers) erklärten sich bereit, den Mann zu holen. Sie gingen durch das Draht- Hinderußs, wurden vom Feinde beschossen, gelangten aber noch in eine schützende Mulde, die sich zwischen bett beiderseitigen Stellungen hinzog. Dann arbeiteten sie sich wieder im feindlichen Feuer zu dem die ganze Nacht über hilflos liegen gebliebenen schwer ver­wundeten Füsilier heran. Sie legten Um in eine Zeltbahn und zogen ihn den Abhang hin­unter in die Mulde. Dort verbanden sie sein zerschosse­nes Bein und schienten es mit Stöcken, so gut es ging. Moch einmal durchmaßen sie mit dein Geretteten den gefahrvollen Raum. Unversehrt gelangten sie in die Gräben zurück, wo der Verwundete am nahen Ver­bandplatz ärztliche Hilfe erhielt. Seine wackeren Retter erhielten für den mutigen Kameradschaftsdienst das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

Tapfere GeschützbeSjeuuug.

Es war am 20. Oktober 1914 im Gefecht gegen die Engländer bei Lille. Um das Dorf Quesnoy war ein heißer Kampf entbrannt. Die Engländer hatten in 'die­sem Dorfe eine Straßenbarrikade errichtet, in die sie Nkaschinengervchre eingebaut hatten, um das Vor- driugeu unserer Infanterie zu verhindern. Als der Führer der 2. Batterie des Reserve-Felbartillerie-Regi- ments Nr. 25 davon Mitteilung besam, entschloß er sich, die Barrikade mit einem Geschütz zusammenzuschietzem Sofort melbete sich freiwillig der Unteroffizier Schaff­ner (Groß-Gerau) mit seinem Geschütz. Die Geschütz­bedienung bestand aus den Kanonieren Petri, Ludwig. Görlich, Kraus (sämtlich aus Groß-Gerau) und Aul (aus Offenbach). Nach Erkundung einer geeigneten Stellung wurde das Geschütz mit Unterstützung von In­fanteristen über einen Bahndamm gebrockt und im hef­tigen Infanterie- und MoschiuenaeweHrfeuer der Eng­länder eiltgegraben. Zu dem Beovachtuugoffizter wrrrde eine Ruferkette gelegt. Gegen Morgen sah llnteroffizier Schaffner, wie einige Engländer mit Stroh unterm Arm hinter der Barrikade verschwanden: er eröffnete jetzt das Feuer. Schon die ersten Schüsse saßen in der Barrikade und hatten gute Wirkung. Sogleich eröff­neten die Engländer auf das Geschütz ein lebhaftes Feuer mit Maschinengewehren, aber Unteroffizier Schaffner mit seinen Leuten bediente sein Geschütz, trotz­dem die Kugeln gegerr de Schilde prasselten und zum Teil durchschlugen, ruhig weiter, bis die Barnkade gänzlich zerstört war. Dausit war der Infanterie der Weg gebabrit. Erst nach Auebruck der Dunkelheit ge­lang es Unteroffizier Sckmnner sein Geschütz auf dem­selben schwierigen Wege glücklich und ohne Verlust zur Batterie zurückzubringen. Unteroffizier Schaffner und seine Kameraden erhielten das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

Weitere Drahtnachrichten.

König Konstantin doS verwundet?

Amsterdam, 18. Juli. (Prwattelegramm). Nach den neuesten Meldungen aus Atbeu bot König Kon­stantin beim Brande von Tatet tatsächlich eine Verwun­dung erlitten. Sie sei leichter Natur und befinde sich am lUtten Fuß.