M Mey M M Nacht auf dem Boden des Kanals. Dann fuhr sie auf dsü Ozean hmaüs ohne Zwischenfall und ohne von ihrem. Kurs abzuweichen. Bis zu den Azoren legte sie nur 90 Meilen. rund 150 Kilometer, unter Wasser zurück. In einer schriftlichen Mitteilung an die Presse sagt, wie der „Köln. Ztg." aus Baltimore gemeldet wird, Kapitän König, der „Deutschland" würden bald eine „Bremen" und noch andere Boote folgen.
Kapitän König.
Der Führer der „Deutschland" Kapitän König stand früher in Diensten des Norddeutschen Lloyds. Er ist weiteren Kreisen als Kapitän des Vergnügungsdam- pfers „Schleswig" auf den Nordlandreisen usw. wohlbekannt geworden. König ist in die Dienste der neuen Ozeanreederei übergetreten und hat dort jetzt Gelegenheit gehabt, seine seemännischen Fähigkeiten in besonderer Weise zu beweisen.
Erfolgreiche Ubootarbeit im Mittelmeer.
Der „Köln. Ztg." wird von einem Mitarbeiter u. a. folgendes geschrieben: Die spanischen Blätter sind in den letzten Tagen wieder mit Telegrammen von Plätzen der Ostküste gefüllt, die davon zu berichten wissen, wie deutsche und österreichische Uboote zurzeit am Werke sind, das ein lohnendes Jagdgebiet bildende westliche Mittelmeer von Schiffen des angeblich die See beherrschenden Britentums zu säubern. Natürlich fallen ihnen auch manche Fahrzeuge von anderen Verbandsmächten in die Hände, und kürzlich sogar ein Japaner, dessen Name mit „Daiyele Umara" angegeben wird, und dessen Mannschaft in Melilla gelandet wurde. Aus der langen Liste der letzthin versenkten Schiffe seien nur die folgenden Hervorgehoben: Der englische Dampfer „Kanford Side" (4000 Tonnen), die französischen Dampfer „Fournet" und „Herault", der griechische Dampfer „Uitea", der über 5000 Tonnen Kohlen, die, wie es in dem Telegramm heißt, für das italienische Heer bestimmt waren, die italienische Brigg „San Francisco" (1700 To.), die Bark „Saturnino Faunt" (1400 To.), die Goletten „Giussi- vino" (1700 To.), „Cetigna" und „Mario G" und der Dampfer „Clara" (8534 To.) usw., diese Italiener alle durch österreichisch-ungarische Unterseeboote. Die Behörden auf Minorca melden ferner vom 28. v. M., daß auch die italienischen Danwfer „Mongibello" (2550 To.), von Baltimore mit Hafer nach Genua unterwegs, „Dio= ma" (1575 To.) und „Pino" von einem österreichisch-ungarischen Unterseeboot versenkt worden sind.
Ein deutsches U-Boot an der englischen Küste.
Reuter meldet amtlich unterm 12. Juli: Gestern abend um 9%. Uhr erschien ein deutsches Unterseeboot vor dem kleinen unverteidigten Hafen Seaham Harbour und feuerte aus einer Entfernung von wenigen hundert Yards einige 30 öreizöllige Schrapnells ab. Eine Frau wurde ernstlich verwundet und starb am nächsten Mor- gen. Ein Haus wurde von einem Schutz getroffen; sonst keine Verluste an Menschenleben und keinen Schaden.
Hsllands stete Bereitschaft.
Aus dem Haag wird gemeldet: Bei der Erörterung des Gesetzentwurfes über den Landsturm erklärte der Kruegsminister, Holland müsse seine Armee stets bereit- halten, um alle Versuche einer Verletzung der hollän- brschen Integrität zurückzuweisen. Der Minister des Innern sagte, der auf Holland ausgeübte wirtschaftliche Druck nehme zu. Er würde es für unverantwortlich halten, retzt zu einer Verminderung der bewaffneten Macht zu schreiten. Ein Antrag auf sofortige Beur-
gesetz wurde dann ohne'Abstimmung angenommen.
Der englische Postraub dauert an.
Die dänische Generalpostdirektion teilt mit, daß von den dänischen Amerikadampfern „Frederik 8" und „Oscar 2", ersterer auf der Ausfahrt, der letztgenannte auf der Heimreise von den Engländern in Kirkwall ihrer gesamten Brief- und Paketpost beraubt worden seien. Von der norwegischen Postverwaltung ist ferner die Nachricht eingegangen, datz auf dem norwegischen Paket- dampfer „Bergensfjord" auf der Reise von Neuyork nach Bergen durch die britischen Behörden in Kirkwall 38 nach Dänemark bestimmte Postsäcke beschlagnahmt wurden.
SriegsaNeklei.
Ein Liebeswerk des Papstes.
Die „Neuen Zürcher Nachrichten" Bringen laut „Köln. Ztg." eine römische Meldung der „Presse Jnfor- mation", wonach der Korrespondent der letzteren aus zuverlässiger Quelle vernommen haben will, datz ein neues Liebeswerk des Papstes seiner Verwirklichung entgegen gehe. Danach sollen alle Familienväter, die länger als 18 Monate gefangen und Vater von drei oder mehreren Kindern sind, ohne Rücksicht darauf, ob sie noch kampffähig sind oder nicht, nach der Schweiz verbracht und dort bis zum Kriegsende interniert werden. Die Schweizerische Regierung hat bereits ihre Zustimmung gegeben. Von den kriegführenden Staaten hat Deutschland dem neuen Liebeswerk des Heiligen Vaters sofort und ohne Vorbehalt zugestimmt. Die Zustimmung Frankreichs ist ebenfalls sicher, wenn sie formell auch noch nicht vorliegt, von den Übrigen Beteiligten steht sie noch aus.
Das deutsche Schwimmdock von Tsingtan.
Nach Meldungen rnssischer Blätter aus Tokio bugsierte der japanische Kreuzer „Futst" das deutsche Schwimmdock aus Tsingtan nach Nagasaki.
Ein Attentatsversuch auf Stürmer?
Nach einer Meldung der Petersburger Tel.-Ag. explodierte in dem Keller eines Automobilschuppens neben einem Hanse des Ministerpräsidenten, das jedoch Nicht von ihm bewohnt wir5, Dämpfe von verschüttetem Benzin. Die Explosion zerstörte den Fahrstuhl des Ses und Treppe. Eine franzömcbe Lehrerin wurde et. Weitere Opfer gab es nicht. Eilte Untersuchung ist eingeleitet.
Miuistervesprechttttg in London.
Die französischen Minister Rivot und der russische Finanzminister Bark sind in London eiugetroffen.
Politische Rundschau«
Die Regelung der Ernäbrungsfragen. Der Beirat des KrieaSernährungSamtes ist am Dienstag im Reichstag zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten. Der rrste Gegenstand, der ihn beschäftigte, betraf die einheitliche Verteilung der Butter, Fett- und Oelbestände durch das ganze Reich. Einstimmig wurde die Einführung einer Reichsbutterkarte «erlangt; soweit sich übersehen läßt, sollen ungefähr vom September ab für jede Person in der Woche 90 Gramm Butter, Mar- zariue oder Speisefett in Betracht komme. Der Erzeuger- '«»
werden Es ist weiter in Aussicht genom- son 2 Eier die Woche erhalten toll.
Siegesglsube.
Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben:
Seit den Tagen des Kriegsbeginns, da Feinde von allen Seiten gegen uns erstanden, Millionenheere hcr- anschwollen aus allen vier Himmelsrichtungen — seitdem haben die zwei langen Kriegsjahre keine so heiß erregenden Tage mehr gebracht als die, in denen wir stehen. Die „Einheit der Front" — unsere Feinde halten sie seit langem eifervoll vorbereitet und zu aegeu- seitiger Aufrichtung in prahlerischen Ergüssen angetitn- digt. Immer wieder haben unsere unerwarteten Angriffe diesen kühn gedachten Plan in der Entwicklung» gestört, seine Stoßkraft zersplittert. Aber nun ist endlich doch etwas zustande gekomme», das wenigstens einen Teil der Absichten unserer Feinde verwirklicht. Alle ihre Kräfte suchen die Gegner zusammenzuraffen zu gleichseitigem Anprall. Den Sieg, der ihnen auf allen Kriegsschauplätzen versagt war — ein gemeinsamer Ansturm gegen die Schutzmauer aus unserm edelsten Blut soll ihn erzwingen. Die Eisenmassen, welche die halbe Welt ihnen zurichtete, schleudern sie tagelang wider unsere Tapfern, um ihre Willenskraft zu zerreiben, und rennen dann in dichten Massen an, Weiße, Gelbe, Braune und Schwarze.
Nie hat die Welt so Ungeheures erlebt. Nie haben
Heere so getrotzt, wie die unseren trotzen.
Mit dem Feldzug der Waffen verbinden unsere Feinde den Hungerkrieg und den Lügenfeldzug. Beides zielt nach Kopf und Herzen der Heimat. Den Hunger- feldzug werden sie verlieren. Das mühselige und dornenvolle Werk der planmäßigen Verwaltung und gerechten Verteilung unserer Lebensmittel ist der Vollendung nahe. Und auf den Fluren der Heimat reift verheißungsvolle Ernte.
Dem Lügenfeldzug unserer Feinde haben wir selber den Weg zum Ohr und Herzen unseres Volkes gebahnt. Vorn ersten Tage des Krieges haben wir, als einzige von allen kümpfenden Nationen, die Heeresberichte unserer sämtlichen Gegner ohne jede Kürzung veröffentlicht. Denn grenzenlos ist unser Vertrauen in die Stand- Haftigkeit der Daheimgebliebenen. Aber unsere Feinde haben sich dieses Vertrauen zu Nutze gemacht. Mehrmals am Tage funken sie ihre Heeresberichte in die Welt hinaus, ja die Engländer versenden seit Beginn ihrer Offensive sogar alle zwei Stunden eine Depesche. Jede einzelne dieser Veröffentlichung hat einen Umfang, doppelt und dreifach größer als unser einmaliger Tagesbericht. Und alle sind in einem Stil geschrieben, der nichts mit militärischer Knappheit und Schlitthett gemein hat. Das ist nicht mehr die Sprache des Soldaten, das sind phantastische Siegeshmnuen, und ihr Schwelgen in Namen eroberter Dörfer und Wälder, erstürmter Stellungen, in Zahlen erbeuteter Geschütze und abgeschleppter Zehntaufende von Gefangenen trübt mit der Wahrheit Spott.
Warum das alles? Nur um die ermattende Siegeszuversicht der eigenen Heere und Völker, das wankende Vertrauen der Bundesgenossen wieder aufzurichten? Nur um das scharf beobachtende Auge der Neutralen zu blenden? Nein: diese Sündflnt von durch die banale, die wir selber den Feinden gconnct haben, gegen das Herz des deutschen Volkes anprallen, soll unsere StandhaftnAnt umerwühten und hinweg- fchwemmen!
Aber auch dies schändliche Spiel wird nicht gelingen. Wie unsere herrlichen Kämpfer draußen an der Front sich vielfacher Uebermacht siegreich erwehren, so wird das deutsche Volk dem anbrandenden Schwall der feindlichen Reklametelegramme eine Stirn des Trotzes und des Hohnes entgegensetzen. Es wird sich erinnern, daß die deutschen Heeresberichte ihm und der Welt zuweilen nicht alles sagen Bürsten, datz sie aber nie ein Wort gesprochen haben, das nicht der strengsten Prüfung der Wahrheit standgebalten hätte. In stolzem Vertrauen auf die knappe und herbe, doch unbedingt zuverlässige Aufklärung, die es von der eigenen Heeresleitung erhält,- wird Deutschland dies Massenaufgebot der feindlichen Meldungen als das anerkennen, was es ist: als den boshaft ausgeklügelten Versuch, ihm die Ruhe, Besonnenheit und Zuversicht zu rauben, die der Soldat im Rücken fühlen muß, wenn er zum Schutze der Heimat freudig sein Alles entfetten soll. So werden die Lü- acnlegwnen des Feindes zerschellen an dem erzenen Wall unseres Glaubens. Unsere Krieger trotzen dem Eisen und dem Feuer — die Heimat wird sich auch durch Ben Ozean bedruckten Papiers nicht erschüttern lassen. Volk und Heer sind eins im Siegerwillen und Sieges- glauben.
Vermischtes,
Bon einem einstürzenden Schornstein erschlagen. In der Gemeinde Horat bei Schwelm (Westfalen) sind bei Löscharbetten durch einen einstürzenöc» Schornstein drei Personen, 6c rSohn des Gemeindevorstehers Koste, der kürzlich als Kriegsbeschädigter aus dem Heere entlassen worden war, der 19jährige Landwirt Brencker und der Landwirt Fritz Schürf getroffen worden. Koste und Brencker wurden sofort getötet, Scharf trug schwere Verletzungen davon, denen er nach kurzer Zeit erlag.
Verkürzte Lotterielisten. Die Berliner Zeitungen haben mit Rücksicht aus die gesetzlich vorgeschriebenen Beschrünkungen im Papierverbrauch, vorläufig für die Dauer der Kriegszeit, ein Abkommen getroffen, nach dem sie von den Ziehungsergebnissen der Preußischen Klasseulmterie nur noch die Gewinne bringen, die über den Einsatz hinausgehen, die vollstündigen Ziehungs- listerl fallen fort.
Folgen der schwierigen Lage der Zeitungen. Wie aus München gemeldet wird, gab in der ReichsratS- fammer der bayerische Verkehrsminister v. Seidlein bemerkenswerte Ausschlüsse über die Ursache der Rückgänge der Zeitungsgebühren in Bayern, die um 80 000 Mark hinter dem Voranschlag zurückgeblieben sind. Der Minister erklärte, daß bis Ende 1914 etwa 50 Zeitungen in Bauern ihr Erscheinen eingestellt haben. In den Jahren 1910 und 1917 wird die Minderung des Gewichts aller Zeitungen in erhöhtem Maße bemerkbar werden. Gerade aus dem ZeituttgSgeiverbe kann man die Bewegung der wirtschaftlichen Verhältnisse deutlicher denn anderswo ablesen.
Eine Stoßenftetter hat die Stadt Striegau erhalten. Der Regierungspräsident genehmigte die von den Stadtverordneten beschlossene Besteuernng der Katzen auf die Dauer von vorläufig zwei Jahren. Vom i. Oktober ab hat jeder Besitzer einer Katze eine Jahressteuer von 10 Märr zu zahlen.
Mordanschlag auf einen Knmtüalrommisiar. Gegen den KrimtnalkoMmissar für politische Angelegenheiten bei der Polizeidirektion in Stuttgart ist ein Mordvermch unternommen worden. Das Revolverattentat, das nachts gegen 1 Uhr erfolgte, mißglückte. Der Täter entkam nach Zurücklassung der Schußwaffe.
Die Wetterkatastrophe in Wien. Nach einer Wiener Meldung des „B. T." vom 12. Juli, vermag erst der heutige Tag ein einigermaßen klares Bild über den Umfang und die schweren Folgen der Wetterkatastrophe zu geben, von der die Wiener Neustadt und namentlich die Vorstadt Josephstadt heimgesucht worden ist. Bisher zählte man 31 Tote und mehr als 100 Verletzte. Bet einem großen Teil der Schwerverletzten besteht ernste Befürchtung, datz sie nicht mit dem Leben davonkommen. Montagmitcag, gegen 5 Uhr 50 Minuten entstand in der Vorstadt Josephstadt eine Windhose, die sich in nördlicher Richtung durch die ganze Josephsstadt bewegte und verbreitete. Die folgenbeii Elementarkatastrophen waren ganz ungeheuer. Zahlreiche Leute, darunter viele Frauen und Kinder, wurden von dem Sturmwind erfapt und meterhoch in die Höhe geschleudert. Die Ranchfäiitze wurden vom Winde abgebrochen und flogen durch d,e Lust.
Haben schon zehn englische Uboote den Ozean „durchquert"?
In der englischen Presse wird, um die Bedeutung der Amerika-Fahrt des Handels-Ubootes „Teutschlario" heranzusetzen, darauf hingewiesen, daß schon vor mehreren Monaten 10 englische Uboote den Ozean durchquert haben. Es verlohnt sich heute ganz besonders, dieses Geständnis der englischen Presse auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen. Der Beamte der englischen Admiralität, der diese Aeußerung nach Reuter getan hatte, meinte die von England in Amerika bestellten Uboote. Nun war es für uns von vornherein klar, daß von eng. lischer Seite sofort der Versuch gemacht werden werde, die epochemachende Fahrt des ersten Ubootes nach Amerika als möglichst unbedeutend hinzustellen. Der Beweis für die Richtigkeit dieser Annahme ist schon durch diese Mitteilung 9ieuterS erbracht. Es handelt sich um folgenden Vorgang:
Die Neuyorker Zeitung „Brooklyn Daily Eagle" teilte im Juni des vorigen Jahres mit, datz für englische Rechnung auf einer amerrkanischen Werft 10 neue Uboote von sehr großen Ausmessungen erbaut würden. Diese Riesen-Uboote sollten in 5 Monaten ferriggestellt sein, und dann mit eigener Kraft den Ozean durchqueren Selbst wenn sie diese Leistung vollbracht härten, wäre sie aus mehreren Gründen nicht mit der Großtat unseres U-Handelsbootes „Deutschland" zu vergleichen. Denn die englischen Uboote konnten sich überall mit neuem Betriebsstoff versehen, sonnten in den verteilten englischen Flottenstützpunkten ausruhen, etwaige Reparaturen konnten gemacht und alles für die weitere Fortsetzung der Fahrt Notwendige konnte besorgt werden. So hätte es sich im besten Falle um eine Fahrt der englischen U= Boote von einem Hafen zum anderen gehandelt. Daß alle diese Fahrten zusammen die Reise über den Ozean nach England ergeben, ist ein Zufall rein örtlicher Natur, der aber die Leistung nicht höher bewerten läßt, als ob die Uboote größere Manöverfahrten gemacht hätten. Außerdem bestand für Biese Fahrt die Möglichkeit, daß die Uboote von englischen Kriegsschiffen begleitet wurden, die nicht nur zum Schuh, ionderu auch cmr LuitLi dlEj^Mmei^*t«esMries fällt Über für unsere U- Boote weg.
Während die englischen Uboote ihre Fahrt aufgetaucht machen konnten, da ihnen keine Gefahr drohte, — eine nicht zu unterschätzeuSc Erleichterung, die der Fahrt ehteit ganz anderen Charakter gibt — sah sich unser 11 Boot mit Rücksicht auf feindliche Kriegsschiffe genötigt, einen Teil der großen Reise nutergetaucht zu nmchcn. Die „Deutschland" hatte damit die Schwierigkeiten mit unseren nach den Dardanellen fahrenden Ubooten gemeinsam. Fernerhin konnte unser U-Hanöelsvoot nirgends anlegen, um sich nicht vorzeitig zu verraten, sondern war während der ganzen mehr als 4000 Seemeilen betragenden Fahrt nur auf sich selbst angewiesen. Die Engländer werden als seefahrendes Volk allein genau misten, welcher ungeheure Unterschied zwischen der Fahrt der „Deutschland" und der englischen Uboote besteht. Es kommt endlich noch dazu, daß wir nicht einmal die Rich- ttgkeit der englischen Mitteilung prüfen können. Zwar haben wir schon gesehen, daß die Ozeanfahrt englischer Uboote auch nicht mehr als eine größere Uebuilgsfahrt ans den oben angeführten Gründen gewesen wäre. Trotzdem aber ist die Mitteilung der englischen Admiralität aus dem Grunde mit Mißtrauen zu betrachten, weil vor einigen Monaten in amerikanischen Blättern mitgeteilt wurde, daß eine große Anzahl amerikanischer Frachtdampfer nach England unterwegs sei, die die Teile für englische Uboote an Bord führten. M wurde noch erwähnt, daß bereits mehrere amerikanische Fugemeure nach Englatid abgereist seien, um dort die Uboote zu- sammenzitsetzen. Ja, diese „zusammengesetzten Uboote* wurden sogar als eine große technische Errungemchaft gepriesen. Sollterr das nicht die berühmten 10 Uboote gewesen sein, die dann allerdings den Ozean überquert hätten, aber.... au Bord von Frachtdampfern. (Z.)
Weitere Drahtnachrichten«
Furchtbare Wirkung der Explosions-
Katastrophe in Spezia.'
Die „Basler Nachrichten" melden aus Mailand, aus Umwegen werde jetzt bekannt, daß bei der in der italienischen Presse nur ganz fürs erwähnten Erplosions- latastrophe in Spezia in Wirklichkeit nicht eine Kiste, sondern eine große Mnnitionsfabrik ht die Lnft geflogen ist. Von ihren 480 Arbeitern ist kein einziger am Leben geblieben. Außerdem sitid aber noch zahlreiche andere Opfer zu beklagen. Am Strande badeten viele Kinder und Erwachsene, von denen mehr als 300 getötet wurden. Der „Secolo" sucht die Katastrophe als deutsches Attentat hinznstellen, um die Kriegserklärung an Deutschland endlich zu erreichen, ohne aber auch nur eine Spur von Beweis erbringen 51t können.
Schweres RentralitätSbruck gegen Schweden.
Stockholm, 13. Juli. (L. A.) Die Kaperung der deutschen Dampfer „Worms" und „Lissabon* stellt et« neu ungewöhnlich schweren ReutratitätSbrnch dar da die Kaperuitg innerhalb des fchweBifdien SeegebteceS stattfand und außerdem die Rüsten den auf der „WormS" befindlichen Kronslotsen in völlig ungesetzlicher Weise nach Finnland geführt haben.
Hamburg, 18. Juli. ( 30 Austauschverwundete sind 10000 deutsche und wunbete aus Rußland 31
Her