Hersfelder Tageblatt
Amtlicher Anzeiger
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Kmltlder
für den Kreis Hersfeld
Willst
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Nr. 163
Freitag, Herr 14. Juli'
1916
Kriegswucherer.
. , Solange es Krieg gegeben hat, hat es auch Unmenschen gegeben, die sich an der Kriegsnot ihres Volkes unrechtmäßig und wucherisch bereicherten. Altassyrische Berichte wissen von diesen Menschenbestien zu erzählen, in Athen wurden sie gebrandmarkt, in Rom wurden sie verachtet, aber auszurotten waren sie nie. Den Kornwucherern in Kriegszeiten hat man in dem staatlich doch wundervoll organisierten Rom mit den härtesten Mitteln an ihren Pestleib rücken wollen, selbst ein Cicero wandle sich gegen sie in flammenden Worten — vergebens. Wie man gegen Dummheit vergeblich kämpft, und wenn man ein Gott wäre, so kämpft man auch gegen die Unmoral und gegen die moralische Stumpfheit gewisser Individuen vergeblich. Es fehlt diesen traurigen Auchmenschen das Organ der Erkenntnis für die Niedrigkeit ihrer Handlungsweise. Ihr Geschmack ist so tief- stehend, daß ihre Zunge es nicht als Bitternis empfindet, wenn die Golderfolge ihrer Kriegspiraterie gegen ihre eigenen Landsleute in Form von Schlemmerbissen und Edelweinen in ihren Magen wandern. Es sind Menschen, die der wahre Mensch nicht versteht, wie sie ihn nicht verstehen mit seinem Wort von der Edelpflicht aller gegen alle. Sie kennen weder den Begriff der Pflicht noch den des Eöelseins.
Kriegswucherer hat auch die üeuirge große schwere Zeit bei allen Nationen aus der Hefe des Volkes empor- schnellen lassen.. Sie sind eine internationale Pest. Frankreich hat seine 5«iegswucherstandäle gehabt, Rußland natürlich in allerstärkstem Maße, Italien zeigte wahrhafte Bestbeulen und von England aus werden nicht nur die eigenen Landsleute „kriegsbewuchert", son- üern auch die lieben Bundesgenossen. Und leider, leider — auch in Deutschland fanden sich solche Elemente, die aus der Not ihres Volkes Honig zu saugen versuchten. Gott seis geklagt, nicht ohne Erfolg. Manche von ihnen sind gefaßt, aber sicher, sicher nicht die Mehrzahl. Gegen diesen Krebsschaden aber sollte das Messer des Arztes sich mit seiner ganzen Schärfe einsetzen. Sticht scharf und tief genug könnte es da schneiden! Gott sei Dank handelt es sich doch immer nur um ein in P ■ > reuten nicht ans-
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werde er mit aller Schärfe ausgerottet! Mit Verachtung sind solche Leute nicht zu bestrafen! Um Verachtung zu fühlen, dazu gehört immer noch ein Quentchen Edel- gefühl, und das besitzen diese Art von Leuten nicht.
Zu finden sind sie überall! Sehr stark klagt man über ihr Auftreten in Belgien. Belgier bewuchern Belgier! Ein Lütticher Blatt schrieb kürzlich: „Schande über jene Fälscher von Nahrungsmitteln, die vergessen, Milch oder Butter in ihr Wasser zu tun! Schande über die Kaufleute, die in Speck, Seife, Butter, Kaffee spekulieren! Schande über alle jene, die nidjt an ihre eigenen armen Mitbrüder denken nnd Beweise der scheußlichsten Selbstsucht ablegen!"
Die belgischen Zeitungen decken vielfach die Manipulationen ihrer wuchernden Landsleute auf. Der „Courrier de l'Avenir" in Bergen wendet sich scharf gegen diese „Vampire", die ohne Skrupel um die Not sich die Waren erschleichen, plötzlich eine bestimmte Art omi Waren ganz aufkaufen, aufspeichern und salscheri, um sie dann, wenn die Not am größten, wrcder mit Wesen- nutzen auf den Markt zu werfen. Ein Brüsseler Kart- katurenzeichner setzte unter eines seiner Bilder, welche» die Fälschungen der Lebensmittel geißelt,. das bittere Wort: „Je seltener das Schwein, desto häufiger wird
katuren
die Schweinerei!"
. • Recht bezeichnend aber ist es, daß in dieser Wucher- not durch die eigenen Landsleute die Belgier ihre einzige und beste Stütze in der deutschen Verwaltung erblicken. So schreibt der „Bruxellois" vor kurzem: „Die Deutschen sind in Belgien eiumarschiert. Die Geschichte wird uns beweisen, daß die militärischen Notwendigkeiten sie hierher geführt haben, und daß, wenn sie es nicht gewesen wären, die andern hierhergekommen sein würden, wenn nicht gar alle beide. Was aber machen hier die Besetzenden? Lassen sie es an Rücksicht auf die Bevölkerung fehlen? Ergreifen sie drückende Maß- rencht? Hungern sie uns aus? Nein! Und doch behandeln die Spitzfindigen sie als Feinde. Es sind deutsche Patrioten, aber sie wissen, daß sie eine große Verantwortung vor der Welt tragen, und sie wollen stolz vor deu Richtcrstnhl der Welt hintreten in Erwartung des unparteiischen Urteils der Geschichte."
So müssen die Belgier Schutz und Hilfe bei uns suchen aeaen ihre eigenen wuchernden Landsleute und dabei MerkenNen, daß der Deutsche nur sein Recht wahrte, als er in Belgien einmarschierte und daß er jetzt für die Belgier ebenso sorgt, wie für seine eigenen Landsleute. Was aber die Knegswucherer anbetrifst, diese internationale Pest, die sind nicht wert, von irgend einem als Volksgenosse betrachtet o t weiten. Die Sprache aller Völker hat sein Wort um den Tiefstand dieser Meuschensorte richtig zu bezeichnen. N. K.
Wie H 35 vierzig 3einöen entwischte.
Der Besuch in CartaSena.
Die „Köln. Ztg." erhält von einem Mitarbeiter ein interessantes Stimungsbild über den Besuch des U- Bootes in Cartagena. Es heißt da:
Der Kommandant Kapttänlentnant v. Arnauld gab sofort bei der Landung die beruhigende Versicherung ab, daß er zwar die genaue Stunde der Weiterfahrt nicht augeben sönne, daß diese aber unter Einhaltung aller Bestimmungen des internationalen «-eerechtes jedenfalls noch vor Ablauf der ^ftüuöigcn Frist erfolge«
werde. Er bedürfe überhaupt keiner Lebensrnittel,- seine Aufgabe sei lediglich, ein eigenhändiges Schreiben Kaiser Wilhelms für Don Alsonfo zu überbringen, worin ersterer seinen Dank für die freundliche Aufnahme der Kameruner Deutschen in Spanien ausdrückt. Natürlich setzte sich der Kommandant zu dem Zweck auch alsbald mit dem deutschen Konsulat und durch Fernsprecher mit der Madrider Botschaft in Verbindung, die sofort bei der Direktion der Madrid-Zaragossa-Almanso-Bahn aufragte, ob sie gleich einen Sonderzug nach Cartagena stellen könne, was die Gesellschaft bejahend antwortete. Und tatsächlich stand dieser, aus einer Lokomotive, einem Wagen erster Klasse und einem Gepäckwagen be- tehend- Zug in allerkürzester Zeit bereit. Alles ging mit olcher Schelligkeit vonstatten, daß nicht einmal, wie es
m Wagen erster Silage und einem Gepäckwag«
Und- Zug in allerkürzester Zeit bereit. Alles ging mit cher schelligkeit vonstatten, daß nicht einmal, wie es heißt, alle Herren, die gerne mitgefahren wären, rechtzeitig den Bahnhof erreichten, denn der Zug setzte sich schon einige Minuten vor 12 Uhr in Bewegung. — Die Offiziere unseres Unterseebootes waren inzwischen von ihren spanischen Kameraden in sy apathischer Weise empfangen und zum Essen an Bord des Kreuzers ein- geladen worden. Auch seitens der Bevölkerung wurden sie bei einem Rundgang durch di - Stadt freundlich begrüßt, denn für nichts ist der echte Spanier mehr empfänglich als für ritterliche Kühnheit und frohen Wagemut. Und davon hatte „U 35" ja bereits reichliche Pro- öen abgelegt, und bald ging die Geschichte seiner bisherigen Heldentaten in der Stadt von Mund zu Mund. Man erzählte sich u. a., daß
das Boot bereits 50 feindliche Schiffe versenkt habe, davon 47 mit Hilfe seiner beiden Geschütze und drei mittels Torpedos. Als der Kommandant dem Chef der Marinestation, Marquis de Prado, seine Aufwartung machte, lud er das spanische See- und Land- oftizierkorps aufs liebenswürdigste ein, an Bord zu kommen und sich das interessante Schiff ohne Scheu an- zusehen. Das ließ man sich denn aitcf) nicht zweimal sagen, und Hunderte Offiziere fanden sich nachmittags em und besichtigten das Innere, wo sie mit Wein und Litvr bewirtet wurden. Auch zeigte man ihnen photo- graphische Aufnahmen von der Versenkung feindlicher schiffe. Der Andrang auch seitens der Zivilbevölke- Half gemacht werden "mußte'^Äuch öd? hörten erwiderten am Nachmittag den Besuch des Kommandanten, und selbstverständlich stellte sich auch die deutsche Kolonie vollzählig ein. Umgekehrt wurden 35 Kisten Medikamente für die internierten Deutschen aus Kamerun gelandet. Um 11 Uhr nachts traf der Madrider sonderzug ein, der am Bahnhof vom Kommandanten und dem deutschen Konsul erwartet wurde. Zu Wagen begaben sich die Herren sofort zur Hafenmvle und von da dann zum Boot. Natürlich hatten die Vertreter der Verbandsmächte nicht gezögert, die Kunde von der Ankunft des deutscheil Schiffes ihren Vorgesetzten Behörden zu melden. Fernsprecher und Telegraph hatten sieber- Haft arbeiten müssen, und so sah man denn schon gegen Abend, wie einem unheimlichen Wetterleuchten gleich, die Scheinwerfer französischer und englischer
Torpedobote und Kreuzer das Meer absnchen und mit besonderer Wachsamkeit den Hafenausgang beobachten. Wie die Madrider Blätter in spaltenlangen Telegramm sich aus Cartagena melden lassen, wuchs dort die Spannung der ungeheuren SNeuschenmenge aufs höchste, je näher unter solchen Umständen die Stunde heranrückte, wo das Unterseeboot wieder ausfahren mußte. Sie spitzte sich schließlich zu einer dramatischen Wirkung von außerordentlicher Kraft zu, denn die Zahl der Scheiuwerferstrahlen, die „den ganzen Horizont erleuchteten, so daß das Meer vom Lande aus gesehen taghell erglänzte", ließ deutlich erkennen, daß es für : unser Boot galt, eine gewaltige Linie feindlicher Schiffe zu durchbrechen, die mit allen Sinnen darauf lauerten, es abzufangen und es für immer in die Tiefen des Meeres hinabzustoßen. Nach Mitternacht verließ ein spanisches Torpedoboot seinen Ankerplatz, um darauf zu achten, daß von keiner Seite die Skentralität der spanischen Gewässer verletzt werde. Endlich um 3'1 Uhr früh setzte sich „U 35" unter tiefer Anteilnahme der im= mer noch sehr zahlreichen Menge in Bewegung, und zwar ohne unterzutaMen, mit bremrenden Lichtern und mit der gesamten Mannschaft auf Deck. Bor dem Haseu- mund brächte sie drei Hurras aus, denen drei Hochrufe auf Spanien folgten. Die Zuschauer glaubten, daß es nun bestimmt untertauchen werde, aber noch lange blie- ben die Lichter fiditMr und die Fahrt ging genau nach Osten, dem Feind gerade entgegen. Diese außerordentliche Kühnheit rief allgemeine Bewunderung hervor. Schließlich entschwand das Fahrzeug im Dunkel der Nacht den Blicken . . Am selben Tage lief darauf der französische Aviso „Colibri", der erst zwei Tage vorher Cartagena berührt hatte, 'ohne anzuhalten durch den Hafen. Daraus müsse, heißt es in den Telegrammen, laatscherweise geschlossen werden, daß es dem deutscher! Boot gelungen sei, der Vcolmdüuug von 40 feindlichen Kriegsschiffen, die es erwarteten, um auf es zu Jagd | zu machen, zu entgehen und
den Ring z« durchbrechen.
Am Abend fuhr der Sonderzug mit den Abgesaud ten der Botschaft nach Madrid zurück. An demselben Tage fand in Madrid eine Miuisterratssitznng statt, die sich auch u. a. mit dem Besuch unseres U-Bootes ru Cartagena beschäftigte. Die Minister dürften ihrer Be- friedtgung darüber Ausdruck gegeben haben, daß alles so glatt abgelaufen ist. Der Brief des Kaisers wurFe dann am folgenden Tage durch den Botschafter dem König überreicht, der seinerseits dem Ministerpräsidenten Grafen RomanüneS davon Kenntnis gab. Natürlich wird durch den Vorgang die neutrale Haftung Spaniens in keiner Weise berührt.
Der Scheck- und Abrechnungsverkehr im Dienste der Kriegsführung.
Als der Aufruf an das deutsche Volk erging, alles Gold zur Reichsbank zu bringen zur Stärkung unserer Währung und Zahlungsbereitschaft, da zögerte kein Deutscher, mit seinem Scherfletn an dem Erfolge beizu- tragen, den die Goldsammlung aufzuweisen hat. Durch die damit erzielte gewaltige Steigerung des Goldschatzes wurde die Reichsbank in den Stand gesetzt, die infolge des Krieges in außerordentlich gesteigertem Maße an sie herantretenden Ansprüche des Zahlungsmittelbedarfs durch Ausgabe von Bankrwten voll zu befriedigen, ohne die Jnnehaltung der ihr durch das Bankgesetz gegebenen Deckungsvorschriften in Frage zu stellen. Das ständig wachsende Bedürfnis an Zahlnngsmifteln macht es aber wünschenswert, daß die durch die Goldsammlungspolitik erreichte Stärkung der finanziellen Kriegsbereitschaft der Reichsbank auch weiterhin durch geeignete Mittel gefördert wird. Ein solches Mittel ist vor allem die tunlichste Einschränkung im Verbrauch der Zahlungsmittel selbst. Jeder sollte sich bei seinen Zahlungen nach Möglichkeit der bargeldersparenden Zahlungs- methoden bedienen.
Es unterliegt keinem Zweifel: Die Einbürgerung des Papiergeldes hat die Erscheinung gezeitigt, daß der einzelne größere Geldbeträge als sonst mit sich 6erum= trügt oder bei sich zu Hause verwahrt. Diese ohne Notwendigkeit zurückgehaltenen, in der Gesamtheit Milliarden ausmachenden Beträge beeinflussen unsere Wüh- , rungsVerhältnisse insofern ungünstig, als die Banknoten der Reichsbank entzogen bleiben und der Notenumlauf somit unnötigerweise höher ausgewiesen werden muß, als der wirklichen wirtschaftlichen Lage Deutschlands entsprechen wurde.
Wie können wir nun „an Umlaufsmitteln sparen?" Zunächst ist es Pflicht jedes Deutschen, sein Geld ohne Versäumnis in die Banken, Sparkassen usw. zu tragen, die bekanntlich den Teil, der nicht Umlaufszwecken dient, an die Zentralstelle — die Reichsbank — abführen. Jeder Deutsche sollte daher ein Sckeck- und lleberwei- iungskonto bei einer Bank, Sparkasse, Postanstalt usw. ' haben, was ihm nicht nur eine sichere Anfbewabrnna Vapcerge ' Vorteil
' einer Verzinsung und die Möglichkeit bietet, seine Zah- lungen bequem auf bargeldlosem Wege zu erledigen. I Namentlich der Geschäftswelt erwächst hier eine weitere - vaterländische Pflicht der Erziehnng: Noch mehr als bis- i her soll sie darauf sehen, daß größere Zahlungen im Wege der lleberschreibung von Konto zu Konto oder ditrcf) Scheck beglichen werden. Es wäre zu wünschen, daß die deutsche Geschäftswelt durch Airgabe des Bankkontos auf den Briefbogen, Rechnungen usw. und durch Neberdruck: „Zahlt durch Neverweisung oder Scheck" die Bewegung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs förderte. Neben die Forderung: „Alles Gold in die Reichsbank" ist jetzt der Aufruf zu setzen: Banknoten, die nicht für den Verkehr unbedingt notwendig sind, gehören in die Reichsbank, an ihre Stelle trete Scheck und Verrechnung!
§ommergetra'nke.
Die „Durstsaison" Beginnt, und mit ihr Bäü die Hausfrau Umschau nach zweckmäßigen „Löschinitteln". In der „Schweiz. Landwirtich. Zeitschr." werden empfohlen: Als vorzügliches Turstmirtel bei großen Touren und strenger Arbeit bewährt sich der Tee, kalt oder warm genossen, mit Zucker oder Sacharin gesüßt. Tee aus unseren Kräutern, wie gedörrtem Brombeer-, Erdbeer-, Himbeer- und Veilchenblättern, mit Zusatz von getrocknetem Waldmeister muß etwas gekocht und dann ziehen gelassen werden, bevor er genießbar ist. Schwarz- und Grüntee wird nur angebrüht,- als Durst- mittel darf er stark sein und kann dann mit frischem Brunnenwasser verdünnt werden. Wer Tee als Durstmittel genießt, wird nicht nur damit den Durst löschen, sondern sich wieder belebt und erholt fühlen, da er die Nerven anregt. — Aus den Orangenrinden wird ein vorzüglicher wohlschmeckender Sirup gemacht, der überall Anklang finden dürfte und nickt teuer zu stehen kommt. Man verfährt bei der Zubcreituriq auf folgende Art: Die Schalen von 6 Orangen und wenn möglich das Gelbe einer Zitrone werden in einen Steinguttopf getan, ebenso 50 Gramm kristallisierte Zitronensäure (in Apotheke oder Drogerie erhältlich). Da löst man "2 Kilogramm Zucker in 2- Liter Wasser auf und gießt es erkaltet über die Schalen. An mäßig warmem, staubfreiem Orte wird dies 4 bis 6 Tage, je nach Temperatur, sieben gelassen, dann filtriert und in Flaschen abgezogen. Diese Menge gibt zä. 4 Flaschen Sirup, der seines angenehmen, etwas säuerlichen Geschmackes wegen gern ge itoffen wird. Aus Holunderblüteu läßt sich gesunde Limonade Versteifen auf folgende Weise: In eine za. S Liter fassende Strohflasche gibt man die gelbe Rinde von 2 Zitronen, nimmt das Weiße weg und lügt die Schnitze dazu, ebenso 4 bis 6 Holunderblüteu. Hierauf setzt man 1 Liter Wasser übers Feuer und lost 1 Kilogramm Zucker darin auf, gießt nnd) dem Erkalten den Zucker- fast mit weiteren 6S Liter Wasser in die Hasche und und stellt sie an einen warmen Ort. Man sorge aber, daß kein Staub bineinkommt. Nach 2 bis 4 Tagen wird die Flüssigkeit filtriert und in feste Flaschen abgezogen, die gut verkorkt und verbunden werden. 3m Keller bewahrt man sie liegend auf und Bat nach m. 14 Tagen eine wob! schmeckende, billige Limonade. Start Holunde^. lassen sich auch Waldmeister oder Lindenblüten verwenden. Ein anteS Mittel gegen Durst ist auch Lindenblütentee, der etwas erkaltet genossen wird; zu heiß getrunken, wirft er noch mehr zum Schwitzen. Getrocknet lassen sich Waldmeister und Lindenblüten zu obiger Liinmadr das ganze Jahr hindurch verwenden: getrocknete Holunder- blüten eignen sich schon weniger, aber frisch oom Baum gepflückt geben sie dem Getränk einen seinen ©eic&mmt.