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Don Bayern und Bet NttfiNFSü Msiangrefchere Kämpfe zu verzeichnen gewesen, und man wird das Zusammen­treffen dieser russischen Unternehmungen mrt der eng­lisch-französischen Offensive wohl kaum als Zufall an­sehen dürfen. Die Russen haben sich aber fast nur blutige Köpfe geholt. In der Gegend von Smorgon, wo schon oft erbittert gerümpft wurde, kam es bei der Heeres­gruppe Hindenburg zu größeren Kämpfen und zwar bei Minki, in geringer Entfernung nördlich von Smorgon. Hier konnten die Russen vorübergebend in unsere Linien etnöringen, wurden aber bald wieder unter Einbuße von fast 250 Gefangenen daraus vertrieben. Die Kämpfe an vielen anderen Stellen der Armee Hindenburg hatten für die Russen auch keinerlei Erfolge. Auch gegen die Heeresgruppe des Prinzen Leopold von Bayern. bei der es in den letzten Tagen still geworden war, richteten die Russen ueue Angrisse besonders auf dem Frontabschnitt GorodisceBaranovici. Nordöstlich von Gorodrsce, das nördlich von Baranovici gelegen ist, hat sich ein stärkerer Zusammenstoß entwickelt, da die Russen hier Mfolge ihrer überlegenen Truppenzahl in unsere Graben etn- driugen konnten. Aber auch dieser Erfolg war nicht end- giltig, denn nach unserem Generalstabsbericht ist der Gegenstoß unserer Truppen im Fortschreiten. Auf den anderen Stellen mußten die Russen zurückweichen.

Wie schon in den vergangenen Tagen wurde gegen die Heeresgruppe Linsingen im Raume von Luzk von den Russen der Versuch gemacht, einen Erfolg zu erzielen und das Fortschreiten der Armee Linsingen aufzuhalten. Trotz der starken Gegenangriffe blieb es aber bei einem erfolglosen Versuch. Die schon mehrfach von den Russen unternommenen großen Kavallerre-Attackenbrachen kläglich zusammen und konnten den russischen Mißerfolg nicht abändern. Erfreulich ist die Mitteilung, daß die Armee Bothmer südöstlich von Tlumacz in günstigem Kampfe steht. Die Heldentaten diesereisernen Front- bewacher" haben schon in Verlaufe der ganzen russischen Offensive sehr Beträchtliches zur Schädigung der Russen geleistet. Die günstigen Kämpfe bei Tlumacz werden die Verdienste der Armee Bothmer noch steigern. So hat auch der erste Tag der großen russischen Offensive nur vorübergehende Erfolge gebracht. (OKM.)

Die farbigen Franzosen.

r T. U.-Drahtung aus London.

Ein Korrespondent desDaily Expreß" beschreibt die französischen Kolonialtruppen, welche an der West­front gegen die Deutschen kämpfen sollen. Es waren dort, so schreibt er, Mohren, Turkos, Tunesier, Algerier, Mhonnesen und viele andere Rassen, alle gekleidet in Weiß, mit Turbanen auf dem Kopf, die mit bunten Chechias festgebunden waren. Sie trugen weite leinene Hosen. Auf jedem Turban glänzte eit französischer Stahl­helm. Es war ein Anblick, welcher eine eigenartige Rührung erweckte, ich kann meinen Eindruck von den Truppen kaum beschreiben. Vor allem ist die feierliche Ansprache eines Mohren hervorzuheben, der zn uns in französischer Sprache redete, und uns, die Alliierten, als Brüder ansprach und zum Ausdruck brächte, er wolle Frankreich zum Siege verhelfen, und die Barbaren ver­nichten! r ,

Das muß doch Eindruck in Paris machen!

Die französische Untat von Karlsruhe.

Ein französischer Funkspruch vom 28. Juni meldet

unter anderem'

Ein deutsches Radiotelegramm meldet die schreck­liche Wirkung des von unseren Fliegern am 22. Juni ausgeführten Bombardements der Stadt Karlsruhe

eses Bombarde-

brandmarkt das Verbrecherische Si -

ments einer offenen Stadt ohne reden mifftarnchen §weck. Es muß daran erinnert werden, öay da» ombardement als Vergeltung für die deutschen Bombardements der offenen Städte Bar le Duc und «uneville befohlen worden war, die ebenfalls zahl­reiche Nichtkombattanten das Leben gekostet hatten. Wir sind entschlossen, einen Feind zu züchtigen, der keines der Kriegsgesetze respektiert, "ud haben diese Entscheidung erst getroffen, nachdem die Zahl der von ihm begangenen Attentate jedes Matz nberstieg. Wir sind für die Zukunft entschlossen, unsere Haltung nach der unserer Gegner zu richten."

Die französische Heeresleitung hat aber vergessen, darauf aufmerksam zu machen, welch Setzer Unterfchied zwischen der Beschießung französischer stadte, die samt und sonders unmittelbar hinter der Front oder im Operationsgebiet liegen, und der Beschleyung Karls­ruhes ist, das weitab vom Kriegsschauplatz gelegen ist. Auch erwähnt sie nicht, daß die Fmuzosen seit langer Zeit planmäßig die französischen Städte in deutschem Operationsgebiet mit Bomben angreifen. Die frango- sische Pressezensür hat weder den Abdruck des oben­erwähnten Funkspruches noch eine eingehendere Bespre- chuna des Angriffs auf Karlsruhe im eigenen. Lande gestattet, wohl aus dem Grunde, um den tiefen Eindruck zu vermeiden, den die hohe Anzahl von Toten auf den ruhig denkenden Teil des französischen Volkes Sweifel- los gemacht haben würde. Dem Ausland gegenüber soll die Untat durch den Funkspruch entschuldigt werden.

Sriegsallerlei.

Folgen der englischen Schiffsverluste in der Skagerrakschlacht.

DieKöln. Ztg." meldet aus Berlin: Es ist ein­wandfrei festgestellt, daß seit der Schlacht vor dem s-ka- aerrak 'die Engländer ihre sämtlichen Kreuzer von den Dardanellen und der kleinasjai jchcu Kilste weggenom­men haben. (

Die Erbitterung gegen Venizelos.

cvtl Dalouili kam es zu einer gegen Venizelos ge­richteten Knndgebng des griechischen Offizierskorps. SS O ziere drangen in die RedaktivuSräume des ven zelistischen BlattesRizospatis", stellten den Schrift- leiterwegen^

versetzten ihm und den anderen Preyeleitern Säbelhiebe. Sie zertrümmerten anch die Einrichtung. Die französi- schen Militärbehörden leiteten eine Untersuchung ein.

Italien verlangt die Räumung von Nordepirus.

Die Baseler Zeitungen, melden aus Mailand: Die italienische Presse fordert einmütig ein üalienUcheo Ul- timat um an Griechenland zur beschleunigten Räumung von Nordepirns durch die griechischen Truppen.

Vermischtes.

Durch eine Granate gererici! Der Sohn des Po- lizeivberwachtmeisters Fahrnbacher in Landshut geriet in den Kämpfen um Baux m einen Sumpf. Trotz aller Anstrengungen sank er immer tiefer ein und hatte nach zwei Stunden jede Hoffnung aufgegeben. Da schlug in nächster Nähe ein feindliche Granate ein, die ihn samt dem Schlamm herausschleuderte. Er verlor das Bewußt­sein, wurde aber bald gesunden und in ein Lazarett ge­bracht. Fahrnbacher hat nur an der Hand eine uner- hebliche Verletzung davongetragen.

Wltze vom Tage. Schlecht bestellt.Professoren, Ar­chitekten, Schriftsteller, Komponisten Himmelbomben- element, ist denn bei der ganzen Kompagnie nicht 'n einziger intelligenter Kerl?! Ich brauch' einen Schuster!" (Fliegende Blätter.)

Die Seeschlacht vor dem Skazenal

am 31. Mai 1. Juni 1916 auf Grund amtlichen Materials.

IV.

Der Nachtmarsch.

Den Verlauf der nun folgenden Nachtkämpfe ein­gehend zu schildern, ist wegen der Fülle der Einzelheiten im Rahmen dieser gedrängten Darstellung unmöglich. Das Bestreben unserer Flottenführung ging vor allem dahin, den abziehenden Feind durch Nachtangriffe unserer leichten Streitkräfte zu schädigen. Gleiche Versuche muß­ten vom Gegner erwartet werden. Die Verhältnisse der Nacht waren nach Oertlichkeit und Wetterlage für uns denkbar ungünstig. Unsere allgemeine Marschrichtung nach Beendeter Schlacht war für den Feind gegeben. Ueberdies ist das Seegebiet südlich des Schlachtfeldes in seiner ganzen Ausdehnung nach Osten durch die jütische Küste beschränkt. Dem Gegner bieten sich verschiedene Rückmarschrichtungen. Nördlich des Schlachtfeldes öffnet sich die See über Nord nach Osten und läßt nach allen Seiten freien Raum bis zur norwegischen Stifte. Die feindlichen leichten Streitkräfte, die erheblich in der Ueberzahl sind, können uns aber gewissermaßen in fester Stellung erwarten, während die unseren den Gegner su­chen müssen. Dazu ist die nordische Nacht kurz, das Wet­ter neblig und nnsichtig.

Kurz nach 12 Uhr haben Hamburg und Elbing ein Gefecht mit einem kleinen Kreuzer der Arethuse-Klasse, der schwer beschädigt wird. Etwa 12 Uhr 30 stoßen un­sere älteren kleinen Kreuzer der IV. Aufklärungsgruppe auf überlegene feindliche Streitkräfte, die von ihnen un­ter sehr wirksames Feuer genommen werden. Auf un­serer Seite erhält der kleine Kreuzer Frauenlob eine Be­schädigung, die ihn in der Gefechtsfähigkeit herabsetzt. Er kommt aus Sicht und wird von da ab vermißt. Zwi­schen 1 Uhr und 3 Uhr vormittags folgen zahlreiche Zer­störerangriffe gegen das 1. Geschwader. Immer von neuem flammt der Horizont von Schüssen und suchen­den Scheinwerfern. Das Zerstörerfeuerschiff G 60 die Bezeichnungen sind in der Nacht nur undeutlich zu erkennen und daher nicht durchaus sicher, die Zer­störer G 3 (oder 93), 78, g 06, und 27 werden durch Feuer, zum Teil im Zeitraum von Sekunden vernichtet. Ein Zerstörer, dessen Bezeichnnug nicht zu erkennen war, wird von einem Linienschiff durch Rammstotz in zwei Teile geschnitten. Ferner werden 7 Zerstörer, darunter G 30 getroffen und schwer beschädigt. Mitten in diesen Gefechten taucht plötzlich ein Panzerkreuzer der Cressy- Klasse dicht neben unseren Linienschiffen, darunter das Flottenflaggschiff, auf, die ihn mit Feuer überschütten. Nach 40 Sekunden brennt das ganze Schiff und ist nach 4 Minuten gesunken. Zahllose Torpedolaufbahnen wer­den während dieser Angriffe von unseren Schiffen ge­sichtet, aber nur unser kleiner KreuzerRostock" erhält einen Torpedotreffer.Elbing" wird bei einem unver­meidlichen Manöver beschädigt. Beide Schiffe müssen später verlassen werden. Die Besatzungen werden bis zum letzten Mann von unseren Torpedobooten an Bord genommen. In den Morgenstunden fällt unser älteres LinienschiffPommern" einem Torpedoschuß zum Opfer. Bon den beschädigten feindlichen Zerstörern bleiben aus rerschiffeTipperary" undTurbulent" festgestellt. Die Ueberlebenden der Besatzungen werden von uns gerettet, die Schiffe in sinkendem Zustande zurückgelassen. Auch unsere Torpedoboote finden Gelegenheit, sich während der Nacht mit den englischen Zerstörern zu messen. Nur ein Boot geht verloren, es ist auf eine vom Feinde ge­legte Mine gelaufen. Unsere tapfereLiitzow", die den Nachtmarsch noch mit mittlerer Geschwindigkeit ange­treten hat, hält sich noch lange manövrierfähig.

Als das Frührot des historischen 1. Juni am öst­lichen Himmel aufdämmerte, erwartete jeder, daß die erwachende Sonne die zu neuer Schlacht aufmarschierte englische Linie beleuchten werde. Diese Erwartung wur­de getäuscht. Der Horizont ringsum war leer, soweit das Auge reichte. Erst am Vorunttage wurde durch eines unserer mittlerweile aufgestiegenen Luftschiffe ein aus 12 Schiffen bestehendes Linienschiffsgeschwader. das aus der südlichen Nordsee kommend mit hoher Fahrt nord- wärts steuerte, gemeldet. Zum größten Bedauern aller Beteiligten war es für unsere Flotte zu spät, um es noch einzuholen und anzugreifen.

Die bis zum Morgen gespannt auf die Gegenwart und die kommenden Stunden gerichteten Gedanken konn­ten sich nun in Ruhe rückwärts wenden. Zum ersten Male klärte sich im bewußten Nachdenken die sich bunt drängende Fülle der Erlebnisse und Bilder. Was war geschehen? Nach der für uns mit einem schönen Er­folge endenden Panzerkreuzerschlacht gegen einen zeit- weife erheblich überlegenen Feind erscheint im rechten Augenblick das Gros unserer Linienschiffe. Die eng­lischen schnellen Verbände gehen nordwärts zurück. Un­sere Flotte folgt ihnen, die Panzerkreuzer unter zuneh- mend heftigem Feuerkampf. In der dunsterfüllten Luft stößt unsere aus leichten Strestkräften bestehende Spitze aus das feindliche weit überlegene Linienschiffsgros. Der Flottenchef entschließt sich, die vollzählig vermm- melte und etwa um das Doppelte überlegene englische Hauptstreitmacht anzugreifen. In zwei aufeinander folgenden wuchtigen Stößen mitten in die gegnerische Linie hinein erleidet der Feind empfindliche Verluste, während von unserer Seite nur ein Kleiner Kreuzer und vier Torpedoboote auf dem Kampfplatz bleiben. Als unsere Streitkräfte zum dritten Male dem Gegner sich in Schlachtordung stellen, ist er verschwunden. Nach kurzem letzten Aufflackern der Tagschlacht folgert fit spuk­haften Bildern Nachtgefecht auf Nachtgefecht, bis der Tag graut. Am Morgen fehlen zwar die brave Pom- mern, ferner Rostock und Frauenlob, aber der Feind hat im Angriff schwere Verluste erlitten. Skis die Sonne erwacht und das Auge nach den Anstrengungen des Sumpfes Zeit findet, unsere Linien 31t überschatten, trägt zwar nranches Schiff ein Ehrenmal an Stirrr und Leib, nrancher brave Kämpfer fehlt in den Reihen der Kameraden, aber die Lebenden festeren siegreich heim, und eine stille ernste Freude senkt sich über aller Herzen.

Von englischer Seite ist in dem sichtlichen Bestre­ben, in der ersten Verlegenheit dem zwar nicht ver­wöhnten Publikum einen Stecken des Trostes zu rei­chen, die abgegriffene Behauptung wiederholt worden, die englische Flotte habedas Schlachtfeld behauptet". Auf das laienbast Unsinnige dieser Phrase ist schon von anderer Seite bingewiesen worden. Die See kennt keinen Besitz und keinen Gebietserwerb im Sinne des Landkrieges. Man kann nicht 50 Quadratkilometer Nordsee erobern. In der Seeschlacht entscheidet lediglich der Kampferfolg. Nehmen wir aber, um dem englischen Standpunkt ganz gerecht au werden, einmal den Ge­

danken auf. Das Kriterium, daß die engkischen £>ffW< fett für den Begriff derBehauptung des Schlachisel- des" am 24. Januar 1915 nach dem Gefecht auf der Dog­gerbank der Welt an die Hand gegeben, war die Tat­sache, daß die Gefangenen sich in englischen Händen be­fanden. Am 31. Mai sind die Ueberlebenden fast aller versenkten englischen Schiffe und Fahrzeuge von uns ausgenommen worden. Man wird also nrcht umhin kön-

Ä dieses Mal einen anderen Beweis für diesieg- Behauptung des Schlachtfeldes" ausfindig zu machen.

Der Nebel, der nach englischen offiziellen Telegram­mendie Vernichtung der deutschen Flotte verhindert hat", hat die deutsche Flottenführung zwar auch gestört, aber sie nicht davon abzuhalten vermocht, sich der engli­schen Flotte zum Kampfe zu stellen und sie anzugreifen.

Ferner wird behauptet, daß nicht die ganze eng­lische Flottenmacht zur Stelle war. Es wäre gewiß fein Fehler der deutschen Strategie, wenn es ihr am 31. Mai gelungen wäre, mit voll versammelter Flotte einen unterlegenen Teil der englischen Streitmacht zu fassen. Es muß aber nochmals ausdrücklich festgestellt werden, daß der deutschen Flotte die restlos versammelte Haupt­streitmacht der englischen Flotte gegenüber gestanden hat.

An englischen Kräften sind festgestellt:

Großkampfschiffe ......... wenigstens 28 Schlachtkreuzer ......... 9 Aeltere Panzerkreuzer ...... 6 Kleine Krenzer .....,.*. 20 ZKstörerführerschiffe und Zerstörer . . weit über 100

An schweren Geschützen waren zur Stelle: 38 Ztm.-Geschütze ...........über 60

34,3 Ztm.-Geschütze ..........Über 160

30,5 Ztm.-Geschütze .......... über 130

Die Verluste durch feindliche Gegenwirkung betra­gen (auf englischer Seite nach vorsichtiger Schätzung):

Engl. Deutsch!. Großkampslinienschiffe ...... 1 Grotzkampfpanzerkreuzer . . . . . 3 1*) Aeltere Linienschiffe ....... 1 Aeltere Panzerkreuzer ....... 4 Kleine Kreuzer u. Zerstörerführerschiffe 3 3*)

Zerstörer (Torpedoboote) ..... 12 5

Zum Ueberfluß sei nochmals betont, daß die deutsche Flotte außer den hier angegebenen kein Schiff und kein Fahrzeug eingebüßt hat, weder auf dem Schlachtfelbe noch auf dem Rückmarsch.

Das Kräfteverhältnis war also ungefähr: 2:1 Das Verhältnis der Verluste:

Großkampfschiffe ..... . 4:1

Kleinere Fahrzeuge ...... 2:1

Um den in der englischen Vorstellung festgefügten Glauben an die Unbesiegbarkeit der englischen Flotte aufrecht zu erhalten, ist von englischer Seite verbreitet worden, Luftschiffe und U-Boote hätten eine Hauptrolle im Kampfe gespielt. Demgegenüber muß mit aller EMschiedenheit festgestellt lverden, daß die Schlacht am 31. Mai, wie so manche Seeschlacht früherer Zeiten, die alte Wahrheit bestätigt hat, daß nur das große, kampf­kräftige Schiff, das Schiff, das in sich höchste Angriffs- und Verteiöignngskraft vereinigt, die Meere beherrscht.

An unseren Erfolgen haben gewiß alle Waffen ihren Anteil. Den Ztusschlag hat aber unmittelbar und mit­telbar die weittragende schwere Artillerie des Groß- kampfschiffes und unter seinem Schutze die Torpedowaffe gegeben. Wenn das schwächere Fahrzeug seine Waffen erfolgreich zur Geltung bringen konnte, so war dies nur möglich unter dem Schutze des Panzerkreuzers und des Linienschiffes, die ihm den Weg an den Feind heran i erkämpfen und es wieder aufnebmeu mußten. Das volle und notwendige Ergänzung -es Kampkkcknffes. Damit ist sein Wirkungsbereich bestimmt, aber auch begrenzt.

Der schöne Waffenerfolg auf dem Schlachtfelds vor dem Skagerrak ist im einzelnen die Frucht jahrzehnte­langer, angestrengter Friedensarbeit unter der Für­sorge unseres Kaisers und unter der Anleitung unjerer §ührer, unseres Offizierkorps und unseres gesamten erufsperfonals, ein Erfolg der Einzelausbildung un­serer Schiffe und Boote.

Er konnte nur erkämpft werden mit so vorzüglichem Material, wie es der geniale Erbauer unserer Flotte geschaffen hat.

Der vorliegende Versuch der Darstellung des Ver­laufs der Schlacht kann natürlich auch in großen Zügen kein abgeschlossenes Bild geben. Dazu fehlt heute noch der notwelidige Ilbstand von den Dingen. Von eng­lischer Seite wird man nichts unversucht lassen, die sich streng an Tatsachen und nur an einwandfreie Beobach­tungen haltende Schilderung als böswillige Verdrehung zu kennzeichnen. Da aber allgemein bekarmt ist, das dies nur geschieht, um den Eindruck des englischen Miß­erfolges vor der Welt zu venvischen, kann man über sie zur Tagesordnung übergehen.

Daß die Schlacht vor dem Skagerrak keine ausge­sprochene Enischeidnngs>clilacht war, ist jedem Deutschen klar. Daß sie nicht völlig durchgeschlagen worden ist, liegt nicht an uns, sondern am Gegner, der, obwohl uns ja in jeder Hinsicht weit überlegen, keinen Ber- silch dazu gemacht hat. Daß diese Schlacht uns aber ge­gen erdrückende Uebermacht einen sehr wesentlichen Er­folg gebracht hat, steht ebenso für alle Zeiten fest.

Wer das Glück gehabt hat, an diesem Sumpfe teil- zuuehmen, wird freudig dankbaren Herzens bekennen, daß in reichem Maße der Schutz des Höchsten über uns gewaltet. Nur ist es eine alte geschichtliche Wahrheit, daß meist das Glück auf der Seite des Tüchtigen fischt.

*) Davon Liitzow und Rostock erst nach der Schlachte außerdem Elbing durch UnglückSfall.

Weitere Drahtnachrichten.

Aufrührerische Kosaken.

Stockholm, 4. Juli. (L.-A.) Im Kosakengebiet des Kubanschen Bezirks herrscht heller Aufruhr. Die Kosaken sperrten viele russische Beamte ein und töteten eine Reihe Beamte. Die übrigen mußten flüchten. Aller russische Besitz wurde für vogelfrei erklärt. Die Geschäfte wur­den geplündert. Amtlich wird als Ursache die herrschende Teuerung bezeichnet, doch soll sich in Wirklichkeit die Er- Bitterling der Kosaken gegen den Krieg und das russische Regime richten, das durch schlechte Wirtschaft die Ko- sakengebicte ruinierte. Eine allgemeine autcru-nche Be­wegung macht sich darum in der Ukraine bemerkbar. Der Generalgouverneur requirierte in Petersburg zur Un­terdrückung des AnfftandeS Militär. Ein Aufruf fugt es sei die törichte Verräterei, jetzt dem russischen Steges- laufe in den Rücken zu fallen.

Bandet und Verkehr.

Die Zahl der Dparkaflenbücher hat sich im zweiten KriegSjahr nach allgemeiner Umfrage 4,7 % vermehrt also in einer Weise, Sie selbst in Friedenszeiten noch niemals erreicht worden ist. DieVoss. Zrg." meint, dies seien ante AuMKW M hie 1W$ KnegSanleihe.