drängung der französischen Truppen auf einen kleinen Raum immer günstiger. So bieten alle neuen Errungenschaften unserer Truppen stets neue Vorteile dar, welche unsere Lage vor Verdun günstiger gestalten. Aber trotzdem muß man immer dessen eingedenk sein, daß die Franzosen sich bisher mit dem Mut der Verzweiflung verteidigt haben, sodaß auch noch die Ueberwindung der kurzen Strecke bis Verdun manch schweren Kampf kosten dürfte, zumal anzunehmen ist, daß die Franzosen das Gelände desto stärker befestigt haben je näher es dem Kernwerk von Verdun liegt. (OKM.)
' Im Konflikt mit Mexiko
ist durch die Freilassung der bei Carrizal gefangen genommenen Amerikaner ein unmittelbarer Bruch vermieden. Nach Carranzas Antwort auf das Ultimatum vom Sonntag ist nach Reuter die Lage die, daß, im Falle Carranza weitere Unterhandlungen »versuchen sollte, die Amerikaner darauf bestehen würden, für die Truppen, die sich jetzt in Mexiko befinden, Bewegungsfreiheit zu fordern. Jeder Versuch, dieses zu verhindern, würde Gewaltmatzregeln zur Folge haben. Inzwischen dauert der Transport der Truppen der Vereinigten Staaten nach der Grenze fort.
Aus Washington wird der „Köln. Ztg." durch Funkspruch unterm 27. gemeldet: Das erste Feuer der Begeisterung ist bereits herabgebrannt, und man hört scharfe Kritiken über die hochgradige Unbrauchbarkeit der mobilisierten Truppen und über die Schwäche des amerikanischen Standpunktes.
Der Pariser „New Nork Herald" erfährt aus Washington, Präsident Wilwn habe während eines Kabinettsrats die Nachricht erhalten, die Carranzisten hätten die Vortrupps des Generals Parshing angegriffen. Die Mexikaner seien in die Flucht gejagt worden und hätten einen Toten und 34 Verwundete zurückgelassen. In einer Meldung aus Neuyork behauptet der „Matin", die mexikanisch-amerikanische Spannung habe sich infolge eines neuen Zwischenfalls an der Grenze, wobei drei Amerikaner in Hocheta getötet worden seien, weiter verschärft.
Srlegsallerlei.
König Peter totkrauk.
Basel, 30. Juni. (B. T.) Die „Basier Nachrichten" neiden: Laut „Nowoje Wremja" liegt König Peter von Serbien totkrank darnieder.
Dentsches Uboot widerrechtlich beschossen.
Amtlich wird aus Berlin gemeldet: Eines der kürz- ich von einer Unternehmung im Mittelmeer in den Heimathafen zurückgekehrten Unterseeboote der Mittelnächte wurde am Abend des 27. Mai östlich der Balea- cen von einem großen Dampfer unbekannter Nationalität auf etwa 10 000 Meter beschossen, ohne daß dieser vorher von dem Unterseeboot angehalten wurde. Das Unterseeboot blieb unversehrt.
Italien will den Handelsvertrag mit Deutschland kündigen.
Wie der „B. L.-A." von besonderer Seite hört, er- cheint es nicht ausgeschlossen oaß die italienische Regierung sich in absehbarer Zeck dem ihr von Paris aus niferlcgten Zwange fügt und eine Kündigung des leutsch-rtalienischen Handelsvertrages und aller sonstigen mit dem Deutschen Reiche noch bestehenden Ber- räge vornimmt. — In Deutschland wird man diesem Schritte des römischen Kabinetts um so mehr mit Ruhe mtgegensehen können, als die Vorteile dieser Verträge,
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sise an den Tag gelegt hat, nicht am wenigsten auf ber talienischen Seite liegen. Sollte es sich jetzt dieser Bor- eile begeben wollen, so ist es klar, daß es nur unter Geradem Drucke geschieht, dem man sich in Rom fügen nutzte.
Politische Rundschau.
«Der deutsche Verband der Eisenbahnarbeiter tritt am 1. Juli ins Leben. Durch den Krieg sind zahlreiche gewerkschaftlich organisierte Arbeiter in den Eisenbahn- dienst eingestellt worden. Die Vorstände der in Frage kommenden gewerkschaftlichen Zentralverbande haben laut „Vorwärts" beschlossen, freiwillig auf die Organisierung der Eisenbahnarbeiter zu verzichten und ihren in den Eisenbahnbetrieben befindlichen Mitgliedern zu empfehlen, ht den ins Leben tretenden deutschen Eisen- bahnarbeiterverband einzutreten.
Bulgariens Staatshaushalt. Der bulgarische Bud- getentwurf, dessen Annahme durch die Sobranje bevor- steht, enthält ein Expofee über die Finanzlage Bulgariens. Dieses sagt, daß die großen militärischen Ausgaben ein rasches Anwachsen der Staatsichuld Herbelge- sührt haben, die nach den bis Ende des Jahres 1916 vorgesehenen außerordentlichen Ausgaben und nach Bezahlung der in Deutschland gemachten Militärischen Bestellungen die Gesamtsumme von zwei Milliarden über- steigen werde. Mit Rücksicht jedoch auf d e grom Aufgabe, die das Land im Auge habe, könne Sie,e Ziffer weder das Volk beunruhigen noch ictne Tatkraft schwächen.
Erzeugungssteigervng.
Alle Bestrebungen, die Versorgung mit Lebensmir- teln zu bessern, müssen schließlich auch zu dem Bemühen kommen, die Erzeugung so umfangreich wie möglich zu gestalten und zu steigern. ., ... . - ..
Trotz der bereits etwas vorgcfchrltteneu Jahreszeit wird es sehr wohl möglich sem,. noch vieles.nach- zuholen. An erster Stelle steht hierbei die Verpflichtung, jedes bereits abgeerntete oder in nächster Zeit abzuern- tende Land noch einmal zu kaltnvieren und zu bepflanzen und weiterhin auf bereits beackertem und bepflanztem Land intensivste Psianzwcktschaftzu tleitun
Die Gemüsegärtnerei kann auf diesem Gebret betörn ders viel erreichen. Abgeerntete oder abzueriitende Beete mit Frühgemüsen müssen sofort wieder in Stand gesetzt und mit Dauerkohlsorten bepflanzt werden. •3wischen den Reihen von Spatkartoffeln können rwch Surfen, Kohlrabi und Salate gezogen werden. Die Landwirtschaft verwende in diesem Jahr die gezogenen jungen Zuckerrttbenpslalizen nicht als Frischfutter, sondern pflanze sie mit besonderer Sorgfalt noch. einmal aus. Ein gutes Winterfutter für das Vieh wird aus ihnen sicherlich gewonnen.
AufS sorgfältigste muß ferner darauf geachtet werden, aus bereits angepsiantett Beeten und Aeckern schwache und kränkliche Pflanzen zu entfernen und durch gesunde lind kräftige zu ersetzen, um unter allen Umständen Höchstorträgnisse zu erzielen. Ebenso muß da- für gesorgt werden, daß Beete unb Aecker auf Frei- stelleu, die nachgepflanzt werden können oder die durch Mäuse- oder Rattenfraß entstanden sind, hin nachgesehen werben uub daß auch diese Stellen wieder neu besetzt
werden.
Ferner L. rrinnert, daß e üauvüeu einz«!
rMärw lzusamlmUt und hab sich OMr WO
sonnige Tage eignen, an denen nachmittags und abends geschnitten werden kann.
Jeder Gartenbesitzer wird in der Lage sein, bei einiger Aufmerksamkeit und Hingabe intensiver wirtschaften zu können. Jeder Landwirt aber wird die Verpflichtung fühlen, unter allen Umständen möglichst intensiv wirtschaften zu müssen, denn Steigerung der Erzeugung ist schließlich die breite Grundlage, auf der sich allein eme Besserung der Volksernährung erzielen läßt.
Vermischtes-
Wegen Kettenhandels sind eine Reihe Geschäftsleute aus Saarbrücken und Umgegend mit hohen Strafen belegt worden. In sinnloser Weise wurde die Ware von der einen Hand zur anderen geschoben, jeder Zwi- schenmann bereicherte sich.
Sollen wir die neue Sommerzeit beibehalten? Die Bundesregierungen stellen jetzt Erhebungen an über die Wirkungen der Sommerzeit und deren etwaige Beibehaltung auch während der Wintermonate. Aus bett landwirtschaftlichen Vertretungskörperschaften find erhebliche Bedenken geltend gemacht worden. Die landwirtschaftlichen Arbeiter könnten sich bisher mit der neuen Sommerzeit nicht recht befremtben, und das würde bei der Beibehaltung auch während des Winters sich noch mehr geltend machen. Eine Ersparnis komme nicht in Betracht, da der Lichtverbrauch sich erhöhen würde. Die landwirtschaftlichen Kreise versprechen sich von der Ausdehnung der neuen Zeiteinteilung seinen praktischen Nutzen. In den gewerblichen Kreisen ist die Auffassung über bte Zweckmäßigkeit noch nicht hinreichend geklärt.
Ungeheure Preise für Geflügel werden auf den Märkten in Schleswig-Holstein gefordert. In Hnsum wurden für zwei mtiiberwertige Hühner 21 .// verlangt, ein struppiger Gockelhahn kostete 13 .//, eine Glucke mit einigen ganz jungen Küken 23 .// Junge, 24 Stunden alte Küken sind unter 2 und 2,50 ,// nicht zu haben. Mittlere Entenküken kosteten 4,50 X Schlachthühner etwa 14
Die Seeschlacht not Sem Skagerral auf Grund amtlichen Materials.
I.
Einem hellen Meteore gleich, der überraschend aus bem tiefen Dunkel des Nachthimmels hervorbricht, erschien in deutschen Landen am 1. Juni dieses Jahres die Nachricht vom Siege unserer Flotte.
Zwei Jahre fast hatte unsere Marine, hatte das deutsche Volk auf das große Ereignis vergeblich gewartet, mancher hatte die Hoffnungen, die er an das Wirken unserer Streitmacht zur See in seinen Phantasien über den drohenden Weltkrieg gesetzt und genährt, wohl schon in das Reich der unersüllbaren Wünsche verwiesen. Nun war plötzlich das Große geschehen, so plötzlich, daß es kaum glaublich schien.
Ueber das Tun und Treiben unserer Flotte hatte sich mit Kriegsbeginn der Schleier des Geheimnisses gesenkt. Wochen und Monate blieb es still und es war begreiflich, wenn man den Eindruck gewann, daß das Gros unserer Streitmacht zur See im allgemeinen zum Nichtstun verurteilt sei. Nur ganz vereinzelt, und ohne daß der Außenstehende in der Lage gewesen wäre, sich über die Zusammenhänge unter sich und mit den Ereignissen in der Welt ein klares Bild zu machen, kamen in die deutsche Bucht oder eine Aufklärungsfahrt unserer Kreuzer, wie die nach der Doggerbank im Januar 1915, einzelnen Verbänden Gelegenheit gaben, sich mit dem Feinde zu messen, sei es, daß unsere Geschtitze an der Ostküste Englands vor Great Barmouth, Scar- borough, Hartlepool und Lowestost donnerten, unsere Luftflotte die Insel heimsuchte oder unsere Torpedoboote auf Nachtstreifen feindliche Fahrzeuge trafen und versenkten. Allgemein verständlich, weil sich als fortgesetzte Handlung mit greifbaren Erfolgen darstellend, blieb lediglich die Tätigkeit unserer N-Boote. Ihnen wandten sich begreiflicherweise mkd verdientermaßen die Sympathien unseres Volkes zu. Was die große Flotte tat,
blieb episodenhaft, dunkel.
Dieser Eindruck hat nur zu einem sehr geringen Teile tatsächliche Unterlagen. Es liegt in der Eigenart des Meeres als Operations- und Kampffeld, daß die Gegner nicht dauernd in Fühlung bleiben, daß es fortgesetzte Kampfhandlungen, wie sie dem Landkriege eigen find, nicht gibt. Zu ganz falschen Vorstellungen aber muß es führen, wollte man lediglich aus den bekannt gewordenen Unternehmungen unserer Flotte Rückschlüsse auf Art und Wesen unserer Kriegführung zur See ziehen.
3m Wirklichkeit sind natürlich die au das Licht der Oeffentlichkeit gelangten Ereignisse nur einzelne Glieder einer langen Kette von Operationen, die in durchaus ge= wolltem, ursächlichem inneren Zusammenhänge mit- einander stehen. Ihr Grundgedanke mib ihr letztes Ziel ist es dabei mittelbar ober unmittelbar stets gewesen, die feindliche Streitmacht zü finden und zur Schlacht zu stellen. Daß dies in vielen Füllen überhaupt nicht, in anderen nur mtvoUfontmcn gelang, ist zum Teil Folge der Zurückhaltung unseres Gegners, zum Teil liegt es in der Eigenart der See, die, soweit sie offen ist, örtlich überhaupt nicht uub strategisch nur soweit eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit kennt, als ihr die Seeausdauer der Streitkräfte und Rücksichten auf bte rückwärtigen Verbindungslinien eine Grenze setzen. Dazu kommt in unseren Gewässern das häufig unstchtige Wetter. Ein gegenseitiges Si"
.................siseru das häufrg unstchtige
........ Ein gegenseitiges Sichumgehen und ergebnisloses Suchen sind die natürliche Folge. Eine so geartete Tätigkeit mußte Offiziere und Besatzungerr auf eine harte Probe ihrer Ausdauer und Geduld stellen. Daß ab mtb zu ein kühnes Unter wählten zum erstrebten $tclc führte, war ihnen ein schöner, wenn auch seltener
' In dieser Stimmung zwischen Zweifel und Hoffen
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ler Stimmung zwischen Zweifel und Hoffen ......lere Flotte auch in den letzten Managen Jahres ihre Heimathäfen. , .
tf der Fahrt, die sie dieses Mal nordwärts, in
dieses l
AM vu »raun, V tv I4v vi.ii* ^1.41 WV.V.V»*«*, — Richtung des Skagerraks führte, deutete nichts auf besondere kommende Ereignisse. ES war kein Aulmlts- yunfte dafür gegeben, der die Anwesenheit des Feindes, geschweige bcittt der ganzen englischen Flotte, ver-
Plötzlich, am 81. Mai etwa 4 Uhr 30 Minuten nachmittags, ging von den auf dem linken Uügel aufklärenden Kleinen Kreuzern die Meldung ein. daß leichte feindliche Streitkräfte in Sicht seien. Wre ein Bann löste es sich von den Seelen. Es wetten Minuten atemloser Spannung, als von allen Seiten des Horizonts kleine Kreuzer, TorpedvbvotSflottiilen und chjlietzlich die ihnen zur linterstützung beigegebenen fünf Panzerkreuzer der ersten Aufklärungsgruppe, bestehend aus fünf Panzerkreuzern der „Derfsiinger"- und ,,Bkoltke"'Klasse sowie „von der Tann", weiße Schtrum-
Kreuzer auf. Der ferne Donner rollender Salven kün bete das nahende Gewitter.
. "Klar Schiff zum Gefecht!" Wer diesen schmettern, den Ruf je gehört, wird den begeisternden Zaubet des Augenblickes nie vergessen. Er könnte Tme eA wecken. In wenigen Minuten waren die letzten Bor. berettungen getroffen, und nach kurzer, fliegender Haft standen die Besatzungen angetreten, wie in Reih' unk Glred. Es schien, als ob in dieser feierlichen Stille vot dem Sturm die Geister der großen Toten, deren Namer von den stählernen Flanken der Schiffe leuchteten, fiel über den Wolken zu unseren Häuptern sammelten, un zu ichauen, ob sich das späte Geschlecht auch ihrer wer' zeige.
Der Punkt, auf den die Streitkräfte sammelten, lieg: etwa 90 Seemeilen (160 Kilometer) westlich von HanK Holm, also von der Stelle, wo die westjütische Küste von rhrer allgemeinen nordsüdlichen Richtung nach Osten emspringt und weiter nördlich in flachem Bogen verlaufend bte Jammerbucht bildet.
Die Schlacht ist dann auf diesem Gebiete auf einen etwa 30 Seemeilen (etwa 50 Kilometer) breiten Raum« geschlagen worbett. Von der englischen Küste liegt dieses Seegebiet nur wenig weiter ab, als von Helgoland. Es ist notwendig, bt lischen Versuchen, das ___... _______
Absicht an die deutsche Bucht heranzuschieben.
Die Schlacht trägt den ausgesprochenen Charakter einer Begegnungsschlacht. Luftaufklärung hatte nicht stattgefilnden. Die deutsche Flottenleitung war auf die Meldungen der Kreuzer und später auf eigene unmittelbare Wahrnehmungen angewiesen. Es darf angenommen werden, daß auch der englische Flottenführer die Anwesenheit deutscher Streitkräfte in seiner Nähe erst durch seine Kreuzer erfuhr.
Aus den Kampfharidlunaen des 31. Mai heben sich deutlich vier Hauptgefechtsabichnitte heraus, die sich auf den Zeitraum von 4 Uhr 30 Minuten nachmittags bis 10 Uhr 30 Minuten abends verteilen.
euüber eng- : erkennbarer
Die äußeren Verhältnifle, Wetter, Sichtigkeit, Windrichtung und Beleuchtung, die auf See die Waf- fenverwenduna in noch höherem Maße beeinflussen als auf dem Lande, wechselten, abgesehen von dem Fort- schretten der Tageszeit im Verlaufe der Schlacht, nicht unerheblich. Während der erste Gesechtsabschnitt, bte Kreuzerschlacht, durch Sonnenschein und klares Wetter begünstigt war, breitete sich bet von Nordwest auf Südwest links drehendem, schwachem Winde ein allmählich sich verdichtender Dunstschleier über das ganze Seegebiet, der Ausblick und Uebersicht, besonders während der letzten Phasen der Schlacht, nicht unwesentlich erschwerte. Die See blieb ruhig. Nur wurde durch die nach Hunderten zählenden und stundenlang mit höchster Fahrt wechselnden Kursen laufenden Schiffe zeitweise eine flache Dünung erzeugt, die selbst die großen Schiffe in langsame Bewegungen versetzte.
Die Schilderung der Ereignisse war an dem Punkte stehen geblieben, wo unsere Kreuzer auf zunächst fünf, dann acht kleine feindliche Kreuzer der Calliope-Klaise westwärts sammelten. Der Feind, der mehrere Flottillen mobernfter großer Zerstörer bei sich führte, wich unseren Kleinen Kreuzern der nackidrängenden zweiten Aufklärungsgruppe, zunächst in nordwestlicher Richtung aus. 5 Uhr 20 Minuten nachmittags sichten unsere Panzerkreuzer in West Rauchwolken. Bald darauf werden schwere Schiffe in zwei Kolonnen östliche Kurse steuernd erkannt.
Sie entwickeln sich in fndöstlicher Richtung zur Linie
zeadmirals Beatty, festestenb aus 4 Schiffen der Lion- und 2 Schiffen der Jndefatigable-Klaste, festzustellen. Unsere 5 Panzerkreuzer werden von Vizeadmiral Hip- per mit höchster Fahrt an die feindliche Linie herangeführt und anf ungefähr gleich gerichteten Kurs gelegt. Die Gegner des 24. Januar 1915 stehen zu neuem Ringen einander gegenüber.
Weitere Drahtnachrichten.
Casement zum Tode verurteilt.
Reuter meldet: Der Prozeß gegen Casement ist beendet. Casement wurde des Hochverrats schuldig besait* den und zum Tode verurteilt.
Zum Ausgang des Casemeiit-Prozesses sagt die „Vvsi. Ztg.": Das Urteil ist so ausgefallen, wie es von einem englischen Gericht erwartet werden mußte. — Der „B. L.-A." schreibt: Die Welt wird in Casement immer den Freiheitskämpfer sehen, nrögen nun die Eng- läitder ihre Rache voll auskosten und das Todesurteil vollstrecken ober sich dainit begnügen, Casement hinter Schloß und Riegel zu halten. Die „Tal. Rundichau" meint: Wenti das Urteil Wallstreets wird, so wird der Mist der Auflehnung in Irland MN so lebendiger werden.
Neues über den Nutergang des italienischen „M 5".
Wien, 30. Juni. (L.-A.) Vor drei Wochen wurde gemeldet, daß in Turin das italienische Luftschiff „M 5*. das eben seine Probefahrt beendet hatte, explodiert iet. Nun wird berichtet, daß das Luftschiff durch ein Flugzeug vernichtet wurde, das in voller Fahrt die Ballonhülle ausriß und das Gas zur Explosion brächte, wobei 20 Mann der Lustschifferabteilung getötet wurden.
ßcndel und Verkehr»
Wochenbericht der Berliner Produkteubörse.
Die Lage am Produktenmarkt bat in der biS zum 28. Juni reichende!, BerichtSwoche eine Aenderung nickn erfahren. Die im ganzen recht befriedigend lautenden Meldungen über bte Ernteaussichten sowohl bezüglich des Grünfutters wie der Halmfrüchte halten die Un- ternebmungSlttft zurück und veranlassen auch die Ber. braucher nicht Über den allernotlvendigsten Bedarf zu kaufen. Besonders vernachlässigt waren die mindenver- tigen Futterstoffe, wie Strohmebl. KpelzspreumeHl, Heidekraut. Bon Spelzspreumehl stiebten die Fabriken ihren Vorrat sogar weit unter dem Einstandspreis loezincvla- gen. Dagegen waren Stroh und Häcksel knapp. Heu wurde in täglich zunehmender Menge angeboren, wobei sich der Preis für neues Heu auf 4—o Mk. stellte, während altes Heu noch 6—6Z0 Mk. galt. Für Krasimner stoffe bestand reger Begehr sowohl seitens ber Komuw neu wie des -Handels, dock, war daS verfügbare Material knapp und reichte zur Befriedigung der Nachfrage nicht aus. Für geringe Sorten Maismehl zeigt« sich seitens GäKseMästereien Otacbfrage. die vorhandene Ware ist aber zu diesem Zwecke zu gut und zu teuer. Grün fufterfämereien, wie Buchweizen, Senf und gelbe Lu übten finden leicht Käufer. . . .
Im Großverkehr stellten sich «aniechuh folgt: Spelzspreumehl 21—28 Mk„ für .v " S.wlität ab Station, Dmtwicken 8 ^aatuuütren aus 1915er Ernte M -400 Mk^ Söhnen 100-105 Pik., Sampelnchten 80-90 für 1O0 Klgr. ab Station, Buchveizen -ur,§ Kreis
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