Sie «ordostecke M VMM Wem»
Gegen Sie Linie Fort Belleville — Fort Tonville.
Zu öem gewaltigen Erfolge unserer Truppen rechts der Maas wird uns geschrieben: Die erfolgreichen Sümpfe westlich von Baux, die in dem letzten General- stabsberichr gemeldet worden sind, haben sich nun zu einem großen Siege auf der ganzen anschließenden Front erweitert. Unter der Führung des 10. bayrischen Infanterieregiments König und des bayrischen Jnfau- terie-Leibregunentes haben unsere Truppen nicht nur das heiß umstrittene Panzerwerk Thiaumont ge- nommerr, sondern auch zu beiden Seiten vorstürmend gewaltige Erfolge erzielt. Der vielgenannte Höhenrücken „Kalke Erbe" (Cote de Froide Terre) fiql nach wirksamer Artillerievorbereitung in die Hände unserer Truppen, der größte Teil des Dorfes Fleury wurde genommen und südlich von Baux wurde Gelände gewonnen. Unsere Truppen haben somit in ruhmreichem Ansturm die ganze stark befestigte Nordostecke von Ber- duu vor dem inneren Befestigungsraum tiberrannt und starke, seit Wochen hefttg umstrittene Werke in ihre Hand gebracht.
Man erinnert sich noch, welche große Bedeutung nicht nur General Petain, sondern auch General Ni- velle, sein Nachfolger, dem Werk von Thiaumont bei- gelegr hat. In der französischen Presse konnte man fast täglich lesen, welche Anstrengungen die französische Heeresleitung machte, um an dieser wichtigen Stelle dem Bordringen unseres Heeres Hall gebieten zu können. Trotzdem konnten sie es nicht verhindern, daß unsere Truppen am 13. Juni bereits die westlich und südlich der Thiaumout-Ferme gelegenen französischen Stellungen eroberten. Unausgesetzt machten die Franzosen an dieser Stelle stärkste Gegenangriffe, wie z. B. am 17. und 18. Juni, immer mit dem Bestreben, hier einen weiteren Raumgewinn unserer Truppen unmöglich zu machen. Nun hat dieser Vorstoß vom 23. Juni alle französischen Gegenbestrebungen zu nichte gemacht. Das Werk Thiaumont befindet sich in unserer Hand.
Dieser sehr beträchtliche Erfolg erhält eine weitere Bedeutung durch deu erfolgreichen Ansturm auf die Stellungen südwestlich von Thiaumont auf dem Höhenrücken „Kalte Erde", und südöstlich bei Fleury. Der Höhenrücken „Kalte Erde" liegt teilweise bereits südlich der wichtigen und vielgenannten Straße Bras-Fleury, die zum größten Teile nun im Besitz unserer Truppen ist. Gewaltiges ist geleistet worden, denn alle diese eroberten Stellungen waren aufs stärkste befestigt. Große Bodenerhebungen machten sie zu fast uneinnehmbaren Festungen. Auch der Höhenrücken „Kalte Erde" ist von größter Bedeutung, da er sich nördlich des zum inneren Fortgürtel gehörigen Forts de Belleville bis zu einer Höhe von 240 Mtr. erhebt. Von Cote de Froide Terre (Kalte Erde) über Fleury bis südlich von Baux ist nun das ganze befestigte Gelände nordöstlich von Ver- dun in der starken Hand unserer Truppen.
Dieser neue und große Erfolg ist darum so erfreulich, weil aus ihm hervorgeht, daß die russische Offensive nicht die von unseren Feinden erhoffte Wirkung Halle, daß der deutsche Druck gegen Verdun nachlassen würde. Während unsere Truppen der Armee Linsingen ihre erfolgreichen Angriffe gegen die russische Front machen und beständig an Boden gewinnen, haben nun unsere Verdun-Truppen den Feind die ganze Wucht ihrer Stärke und Angriffsfreudigkeit fühlen lassen. Die große Anzahl von Gefangenen, die bisher gezählt worden, 60 Offiziere und mehr als 2600 Mann, läßt auch erkennen, wie schwer die französische Niederlage gewesen ist, da die Franzosen grade hier mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und größter Tapferkeit
legenheit unsere Truppen über die Franzosen haben.
(OKM.)
Französische Hoffnung auf eine
Verbandsoffensive im Westen.
„North Mail" (Newcastle) vom 12. Juni schreibt im Leitartikel: „Auf allen europäischen Kriegsschauplätzen nähert sich der Stieg dem entscheidenden Stadium, und durch die Ergebnisse der nächsten paar Monate wird seine Dauer im großen und ganzen bestimmt werden. Wir kämpfen nicht gegen einen vernichtend geschlagenen Feind, sondern einen, der immer noch von ganz verzweifelter heroischer Entschlossenheit beseelt ist, vielleicht rngeseuert durch die drohende Gefahr, aber darum nicht weniger gefährlich. Geschütze und Geschosse in schier unerschöpflichen Mengen unterstützen seine tollkühne Entschlossenheit, die ihm schon beinahe entglittene Initiative wiederzugewinnen. Wenn wir ihm nicht wenigstens einige Tage lang schwerere Schläge zufügen können, als er auszuteilen imstande ist, dann sind ga«z riesenhafte Verluste «nausvteiblich, oder mit anderen Worten, anstatt MemL. und^ Brisanzstoffe müssen wir unser eigen
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Schlachtfeldern lassen auf herkulische Kämpfe während B., das einem furchtbaren Hexenkessel glich? ' j der nächsten drei Monate rechnen. Seit Wochen werfen Hier sah ich s mal wieder, was die Artillerie zu letz die Legionen einer der edelsten und tapfersten Rassen iten imstande war, wenn die Geschütze zu trommelst die Flut der wütenden Angriffe auf Verdun zurück. I anfingen. Da war denn leicht zu begreifen, daß gar
die Flut der wütenden Angriffe auf Verdun zurück. Unsere unvergleichlichen französischen Kameraden sind glücklicherweise noch ungeschlagen, sie zahlten aber für diese Errungenschaft einen so tragisch hohen Preis, daß es ««möglich, ja unmenschlich sein würde z« erwarten, sie sollten unbegrenzte Zeit den Verband gegen Deutschlands mörderische Sperre schützen. Bald muß der Tag kommen, da die französisch-englische Taktik eine neue Wendung nimmt, und wenn man auch nicht Voraussagen darf, was der Erfolg sein wird, so ist es doch klar, daß große Taten unsern herrlichen Armeen bevorstehen, die der verstorbene Führer ausgcbilbet und ausgerüstet hat. Leute, die fortwährend nach einer sofortigen englischen Offensive rufen, vergessen, daß der Oberbefehl an der Westfront in den Händen der Franzosen liegt, die ja auf eigenem Boden kämpfen. Unsere Armeen leisteten schon unschätzbare Dienste sowohl der gemeinsamen als auch Frankreichs eigener Sache. Wenn aber die große gemeinsame Bewegung einsetzt, dann kommt es vor allem darauf an, daß wir schnell, überwältigend und entscheidend zuzuschlagen fähig sind und beweisen, daß die Ungleichheit britischer und deutscher Kampfkraft ganz zu unseren Gunsten geändert ist. Können wir das vollbringen, so ist das Ende mit Sicherheit abzusehen."
Also wieder die Hoffnung auf die „kommende große Offensive".
Bot Verdun.
Aus den Erlebnissen eines Kriegsteilnehmers.
Kurz nach 12 Uhr in der Nacht hatten wir die vor uns liegenden Höhen gestürmt und Die Franzosen aus ihren Stellungen herausgeschmissen. Vor uns kaum 1000 Dieter entfernt, lag das Dorf B., dem unser eigentlicher Angriff galt.
Bis jetzt hatten sich die französischen Geschütze noch verhältnißmätzig wenig mit uns zu schaffen gemacht, bei unserm Angriff in der Nacht hatten sie wohl wie toll gefunkt doch dann, als wir schon in den eroberten Gräben drin waren, ließ das Feuer nach, vielmehr es wurde nach rückwärts verlegt, und so blieb es die ganze Nacht. Ueber uns in den Lüften war ein Summen, Heulen und Rauschen, wir achteten es kaum, es galt ja nicht uns, doch wir wußten, nicht lange mehr, dann kamen wir dran, drum schafften wir so emsig, so fieberhaft. Auch ich griff zum Spaten, was ich schon in der Nacht mehrmals getan hatte, die Zeit ging schneller ; herum, die Gedanken blieben fern' und die Leute schafften eifriger, lieber. Da, Sssst, die erste Granate. Kurz i hinter uns schlug sie- ein. Aha, jetzt ging's los, jetzt kam's an uns. Im Nu flogen die Schauzgeräte in die i Ecke, wir selbst suchten so schnell wie möglich Deckung, I teils in den noch einigermaßen erhaltenen Unterständen, teils in den Löchern, die wir im Lauf der Nacht gegraben. Ich hatte mich mit einem Kameraden in eine kleine Deckung zurückgezogen, in der vordem ein fran- . zösischer Minenwerfer stand. Denn nun ging's los. Wie rasend gewordene Kettenhunde heulten und bellten die Granaten der Feldgeschütze, platzten, krachten und . fuhren in der Stellung herum. Wie gewaltige Donner- ! keile fegten die schweren und schwersten Geschosse heran, wühlten die Erde auf und schleuderten haushoch Erde und ; Steine. Die Franzosen waren famos eingeschossen, das mußte ihnen der Neid lassen. Es waren wiederum böse ; Stunden, die wir in der kleinen Deckung zubringen ; mußten. Jeden Augenblick den Tod erwartend, hockten 5 ^oirJmjtnieöeitgj^im^^^
Ggen 10 Uhr hörten wir vom linken Flügel rasendes Jnfanteriefeuer. Dort versuchte der Feind wohl einen Gegenangriff, um die in der Nacht verlorenen Stellungen wiederzubekommen Es war unser Schwesterregiment, die braven Grenadiere, die den Ansturm auszuhalten hatten, und die ihn, wie ich später erfuhr, auch glänzend abwiesen. Bei uns war unterdessen noch immer die Hölle mit all ihren Schrecken los. Es war ein Getöse, ein Krachen und Donnern, als ginge die , Welt unter. Besonders eine Batterie, oder warens । zwei, drei?, vor uns, kaum 2000 Mtr. entfernt, machte uns schwer zu schaffen, und ihre Granaten tanzten wie wild gewordene Mücken durch die Luft. Es wurde erst ein wenig besser, als unsere Artilleriebeobachter, die sich zu uns vorgearbeitet hatten, ihr Ziel kannten und ihren Batterien meldeten. Von da an pfiff die nun wild gewordene Schlacht in einer ganz anderen Ton- ; art. Jetzt waren wir diejenigen, welche, dank unfern vorzüglichen Batterien, die den verteufelten Geschützen vor uns, die uns vordem verdammt eingeheizt hatten, die Leviten gründlich lasen, so gründlich, daß ihnen gar bald der Atem ausging. Immer mehr unserer Batterien brüllten jetzt mit, immer wilder, immer sieghafter wurde das Tosen und Heulen über unsern Köpfen, und immer sieghafter schwang sich aus dem rasenden Ar- . tilleriechor die deutsche Melodie empor. Wohl 20, 30 un-
anfingen. Da war denn leicht zu begreifen, daß gar oft die moralische Wirkung eines folcheu Feuers griff ßer ist als der eigentliche Schaden, freit eine Beschießung anrichtet. In solchen Stunden, m freiten die Nerven oft vollständig versagen, zusammenklappen, in denen der Mensch zum Nichts herabsinkt, zum Nichts, das weder denkt, fühlt, noch hört, und in stumpfer Teil- nahmlosigkeit untätig verharrt, in solchen Stunden zeigt die Artillerie ihre furchtbare, demoralisierende Wirkung. Wir, die rvir bloß Zuschauer waren, füllten die Furchtbarkeit des vor uns sich Abspienleliden am Zittern unserer Körper, am rasenden Schlagen unserer Herzen. Wir sahen uns in die blassen Gesichter, wir faxest die Schweißtropfen, die auf den Stirnen standen! Ein Erbarmen, riesengroß, mit den Menschen, die wir Feinde nennen mußten, die unsere Feinde waren, die selbst kein Erbarmen kannten, packte uns. Die Franzosen machten krampfhafte Anstrengungen, um unsere Batterien zum Schweigen zu bringen, sie wußten, was auf dem Spiel stand, und versuchten das Unmöglichste. Nie im Leben werde ich die Stunden vergessen, die dem gegen 5 Uhr nachmittags erfolgenden Sturm auf B. vorausgingen, die zwei letzten Stunden. Schildern kann man solche Stunden nicht, man muß sie erlebt haben, um sie begreifen zu können.
Und als um 5 Uhr der Befehl zum Vorgehen kam, begrüßten wir alle den Befehl als eine Erlösung aus schrecklicher Pein. Mit jauchzendem Schrei, der unbewußt aus der Kehle herausauoll, sprangen wir aus dem Graben, stürmten über die dampfende, qualmende, mit Trümern aller Art übersäte Ebene, stürzten durch die Gassen, die unsere Geschosse in den feindlichen Drahtverhau gerissen hatten, übersprangen, umgingen meterüreite und tiefe Granatlöcher, arbeiteten wie die Wahnsinnigen mit Beil, Kolben und Bajonett an den Hindernissen, die uns noch im Weg standen, und Hin- etn ging's in die feuer- und rauchspeiende Hölle von B. Keuchend, schweißtriefend mit stieren Augen und trockener Kehle, die nur noch kurze brüllende Laute von sich gab, stürzten wir vor, immer weiter vor. Kein Feind zu sehn, noch alles ruhig. Da rechts vor uns die ersten Häuser, aus dem mittelsten schlagen die Flammen, Rauch quillt aus dem am weitesten links stehenden.
Wir stürzen darauf zu. Eine dunkle Gestalt verschwindet blitzschnell in der Haustüre des vordersten Hauses. Deutlich hören wir eine schrille Stimme, wie eine Knabenstimme beuchte es mir, und mit einem Male kracht es von allen Seiten, von den Dächern, aus den Fenstern, ja aus den Kellerluken sprüht es hervor.
Die vordem so stillen, dem Flammentod verfallenen Häuser sind urplötzlich lebendig geworden. Wir wußten, jetzt kam für uns die schlimmste Arbeit, jetzt galt es Mann gegen Mann kämpfen, siegen oder fallen, jetzt kam der Schlußakt des heutigen Dramas. Hinwersen, hinter Schutt, Trümmer und kohlenden Balken Schur; uchen, und bann das Feuer auf die feuerspeienden Häuer eröffnen war eins. Neue Massen der Unsern tauchten aus dem Rauch auf. Wir müssen vor, geradewegs auf die Häuser zu. Jetzt gilt's! Das Gewehr in der Linken, zum Teil auch umgehängt, Beil ober Handgranaten in der Rechten, so springen wir gegen die Häuser an, drei, fünf, wenn schnelle weite Sprünge, wir stehen dicht an öcr Hauswand, sind sicher vor denen da drinnen. Und nun her mit. den Handgranaten, her mit Kolben und Bajonett, nun kommt das Letzte! Furchtbare Schläge prasseln gegen die Türen, Handgranaten fliegen zu den Fenstern, freu Kellerluken hinein, nochmals kurzes wütendes Feuern von drinnen Heraus, wir dringen ein, durch Fenster und Türen, ein letztes, verzweifeltes Ringen, Mann gegen Mann, lWWWWWWMWE"^WWW!!?'M wird's still, es ist zu Ende. Was nicht vom Feinde anfallen war, Hatte sich ergeben. Was blieb ihm auch anders übrig, schon zuviel Blut war geflossen, warum noch mehr!
Die Kameraden der andern Kompagnien, der andern Bataiallone, die von Westen ins Dorf eingedrun- gen waren, hatten gleichfalls in erbittertem Kampf Haus um Haus gestürmt, vielmehr waren's nur noch Ruinen. Trümmerhaufen, denn der Westteil und die Mitte des Dorfes waren durch unsere Granaten fast ganz dem Boden gleichgemacht. Es wurde still im Dorf, nur das Prasseln und Knistern der Flammen, das Einstürzen der Häuser und Mauern klang schauerlich durch den allmählich niedersinkenden Abend. Ueber uns zischten, rauschten und Heulten die Granaten ihre bekannte Melodie, hinüber herüber, noch sümpften die beiderseitigen Batterien einen erbitterten Kampf. Wie ineinber verbissen, ließ keines freit andern locker, donnernd, feuerspeiend sandten sie einander ihre Todesgrüße zu. Doch wir hatten gesiegt, was kümmert uns jetzt noch das Brüllen der Geschütze, das Dorf war unser, unk nun kam die Nacht, und wir wollten nichts weiter als Ruhe, nur einige Stunden Ruhe, denn übermenschlich waren die Anstrengungen, übermenschlich die Arbeit gewesen, und wir waren am Ende unserer Kraft.
(Köln. Zta.)
Nächsten Freitag, den 30. d. Mts. von nachmittags 3 Uhr an kommt im hiesigen Hospital der Nachlast verstorbener Pfründner, gegen sofortige Zahlung zum Verkauf.
Hersfeld,
am 27. Juni 1916.
Die Armenverwaltung
Straues.
«elanntmachMg. ।
Lonnabend, den 1. Juli 1916 von vorm. 8 Uhr an wird von ca. 30 Morgen Wiesen die diesjährige Heu- und Grummeternte öffentlich an den Meistbietenden in einzelnen Parzellen verkauft.
Der Zuschlag wird sofort erteilt.
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