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WMttüertWWen. Tövaiv sich M6 griechische Negie- tnng geweigert hätte, die Forderungen der Entente an- zunehmen, wäre die Besetzung des Pträus auf der Stelle erfolgt. Ferner hätten die Ententetruppen sofort den Marsch gegen Athen angetreten. Im Falle, daß Griechenland dem Vordringen der Entente Widerstand geleistet hätte, wäre die griechische Kriegsflotte in den Grund gebohrt und die Handelsflotte vollständig be­schlagnahmt worden. Der griechischen Regierung, der somit die Pistole auf die Brust gefetzt war, blieb kein Weg mehr übrig, als sich in das Unvermeidliche zu fügen, um so mehr, als die Hungersnot in verschiedenen Teilen des Landes einen katastrophalen Umfang anzu- nehmen drohte.

Der Krieg in den Kolonien

s Schwere Schlappe einer Bnrenbrigade.

DieKöln. Volksztg." veröffentlicht Einzelheiten über ein siegreiches Gefecht unserer ostafrikanischen Schutztruppe über die Burenbrigade des Generals Van- deventer am 9. bis 11. Mai 1916, wonach die äußerst er­bitterten Kämpfe zur Eroberung der gesamten engli­schen Stellungen führten. Die Engländer zogen sich mit großer Schnelligkeit etwa 10 Kilometer Nordwest zurück, wo sie eiligst Verschanzungen anlegten. Unsere siegrei­chen Abteilungen konnten den znrückgehenden Gegner nicht verfolgen, weil ihnen die Pferde fehlten. Die Vu- renbrigaoe verlor in den dreitägigen Kämpfen 1200 Mann, wovon über die Hälfte tot am Platze blieb. Meh­rere leichte Geschütze und Maschinengewehre wurden erobert.

Flaue Kriegsstimmung in Amerika.

In einem Bericht derDaily News" aus Wuyork heißt es: Die Aussicht, bald im Kriege mit Mexiko zu stehen, wirkt auf die amerikanischen Handelskreise keineswegs besonders begeisternd. An der Börse hat man die Kurse aller Juidustriewerte auf ein außer­ordentlich hohes Niveau gebracht. Aus diesem Grunde ist es verständlich, daß die Aussicht, in einen langwie­rigen Krieg mit Mexiko verwickelt zu werden, sehr un­angenehm empfunden wird. Man befürchtet auch, die Regierung könnte nicht genügend Geschütze und Mu­nition zur Verfügung haben, und deshalb die für die Verbündeten bereitstehenden .Krtegsmaterialsendnngen beschlagnahmen, wodurch die amerikanischen Kriegs­matertalfabriken in Schwierigkeiten mit den Regierun­gen der Entente kommen würden, was namentlich fi­nanzielle Verluste nach sich ziehen dürfte. Große Be­sorgnis herrscht auch wegen der amerikanischen Baum- wollindustrie. Allein im amerikanischen Staat Texas sind über 400 000 Mexikaner ansässig, von denen ein großer Teil, etwa 60 000, in den letzten 14 Tagen nach Mexiko zurückgekehrt ist. Sie haben dadurch einen großen Artsfall an Arbeitern auf den Baumwollfeldern verursacht. In Finanzkreisen herrscht der Regierung gegenüber ein recht deutlich zum Ausdruck kommender Groll, weil sie sich in das mexikanische Abenteuer ein­gelassen hat.

Aus London wird gemeldet, daß, sofern tu den nächsten Tagen keine Verminderung der Kriegswahr- scheinlichkeit eintreten sollte, die amerikanische Regie­rung ein Ausfuhrverbot für Kriegsmaterial, zunächst voraussichtlich für sechs Wochen, erlassen werde.

SriegMeriel.

Eine Ordensauszeichnung Enver Paschas.

Der preußischeStaatsanzeiger" meldet: Der Kö­nig hat dem uckierilch-tUrLUchLu

Enver Pascha den Roten Adlerorden erster Klasse mit Schwertern verliehen.

Die Toten der Norsseeschlacht.

Bis Montag waren, wie dieKöln. Ztg." aus Chri- stiauia meldet, bei Hvaler im ganzen 22 Leichen von der Seeschlacht aufgefischt, die in Frederikstadt in zwei Mas­sengräbern nach Nationen beerdigt wurden. Bei Nina hat man einen Toten in Admiralsunisorm schwimmen sehen, aber infolge starker Gegenströmung nicht bergen können.

Mutiges Eingreifen.

Beim Vormarsch der 3. Eskadron Dragoner-Regi­ments Prinz Albrecht von Preußen (Lttthauisches) 91 r. 1 auf Svdargen brachen die Pferde des Lebens­mittelwagens im russischen Artilleriefeuer zusammen und der Wagen stürzte in den Straßengraben. Der Wachtmeister Surkus (aus Endregen, Kreis Niederung) bemerkte als Führer einer fünf Mann starken Seiteu- patrouille, wie etwa 60 Russen sich dem Wagen näher­ten und aufingen, die auf dem. Wagen befindlichen Le­bensmittel unter sich zu verteilen. Sofort eröffnete er mit feinen 5 Schützer! ein lebhaftes Feuer auf den Geg­ner. Die Russen erwiderten das Feuer, aber als die ersten vier Russen sich tödlich verwundet auf dem Bo­den wälzten, ergriffen die anderen die Flucht. Den Wagen ließen sie stehen. Mit zwei erbeuteten Russeu- pferden bespannt, führte Surkus deut Wagen wieder der Eskadron zu. Die den erschossenen Feinden abge- nomwenen Achselklappen und Papiere ergaben wert- volle Aufschlüsse über die Truppenangehörigkeit des Gegners.

An die Zugendlichen.

Unter die Jugendlichen des XX. Armeekorps hat der Kommandierende General Graf von Schlieffen- Allenstein ein lesenswertes Flngblättchen folgenden Inhaltes verteilen lassen:

Ein Kriegssturm durchtobt die Welt, wie er nur alle 100 Jahre einmal wiederkehrt!

Eure Väter, Eure Brüder, Eure Lehrer, Eure Diensthewen harren trotz Granat- und Schrapnellfeuer, trotz Regen und Kälte selbstlos und geduldig im Sclmtzengraben aus! Todesmutig und siegreich stürmen sie die waffenstarrenden, verderbenspeienden Hohen, wo ein zäher Gegner sich in Stellungen verschanzt hat, die oft uneinnehmbar erscheinen! Trotz Wind und Wetter suchen sie auf und Unter den tobenden Wellen während finsterer Nacht im gepanzerten Schiff den Feind, um ihn dann zu vernichten!

Warum tun sie dies alles?

Sie wollen das Vaterland, sie wollen Euch vor Not und Gefahr, vor Untergang »nd Elend schützen! Sie bringen Euch dies Opfer der Treue bis in den Tod!

Eure Mütter, Eure GeMvistcr arbeiten von der Frühe des Morgens bis zur sinkenden Sonne, um daS tägliche Brot zu erwerben! Sie stehen an den Arbeits- tischeu der Fabriken und Werkstätten, sie gehen hinter km Pflug her und führen die Senfe. Und weint sie müde und matt von der Arbeit nachhause zurrickkehren, dann wartet die Arbeit daheim. Hier müssen Kleidung und Gerät ausgebessert und instand gesetzt, hier mnß überlegt und gesorgt werden, wie zu sparen und die Familie zn ernähren ist.

Warum tun sie dies alles? ,

Sie wollen das Vaterland, sie wollen Euch vor Not «Nd Gefahr, vor Untergang und Elend schützen! Sie »ringen Euch dies Opfer der Treue bis in den Tod!

tu? Ihr?

Helft Ihr in kindlicher Liebe und Ehrfurcht Euren Müttern? Lebt Ihr in Frieden mit Euren Geschwi­stern? Arbeitet Ihr mit Treue bei Euren Dienstherren? Seid Ihr sparsam mit dem erworbenen Geld? Macht Ihr keine unnützen Ausgaben für Alkohol, Tabak, schlechte Bücher? Achtet Ihr die Verordnungen der Behörden, die Anordnungen Eurer Vorgesetzten? Seid Ihr achtungsvoll und hilfsbereit den Erwachsenen gegenüber? Seid Ihr keusch in Worten und Werken? Denkt Ihr an das Wort der Bibel:Tut Ehre jeder­mann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König"?

Legt dies Blatt nicht gedankenlos und gleichgiltig beiseite, lest es immer wieder und recht langsam durch, und denkt einmal gründlich darüber nach! Was gilt Euch mehr, das spottende Wort Eurer angeblichen Freunde und Freundinnen oder das ernst und freund­lich mahnende Wort Eurer Eltern, Eurer Lehrer, Eurer Seelsorger, Eurer Obrigkeit?

Wollt Ihr erröten, wenn Eure Väter heimkehren und Euch fragen, ob Ihr durch Euer Betragen geholfen habt, das Vaterland und Eure Eltern vor Not und Ge­fahr, vor Untergang und Elend zu schützen, ob Ihr dies Opfer der Treue daheim gebracht habt?

Oder sollen Euch vorwurfsvolle Blicke und die Schande treffen, wenn Euer Vater das schwerste Opfer brächte und dort draußen für das Vaterland den Heldentod starb, und Ihr seid in Undankbarkeit Euren Müttern und Geschwistern keine Helfer gewesen und habt leichtsinnig Anstand und Ehrerbietung und frevel­haft Sitte und Recht beiseite gelassen, pflichtvergessen die Achtung vor Gesetz und Obrigkeit verloren und leichten Herzens die Gedanken an Gott und Ewigkeit vernach­lässigt! Kennt Ihr aus Eurem Lesebuch noch die Er­zählung von derNeujahrsnacht eines Unglücklichen"? Sorgt dafür, daß Ihr nicht einst bittere Reue empfin­den müßt, wenn Ihr jetzt Eure Pflicht nicht tut!

Seid Ihr schwach, seid Ihr schwankend, so seht auf die zahlreichen braven Jungen und Mädchen, die in Bescheidenheit und Ehrfurcht ihre Pflicht tun und Treue halten ihren Eltern, ihren Vorgesetzten, ihrem Gott!

Ich habe die Ueberzeugung, daß Deutschlands Ju­gend trotz mancher einzelnen Irrung eine reine Gesin­nung, ein brennendes Pflichtgefühl, eine lautere Gottes­furcht besitzt. So mögt Ihr Euch das Wort des Dich­ters in Herz und Gewissen schreiben:

Ach Gott, tu erheben

Mein jung Herzensblut

Zu frischem, freudgem Leben, Zu freiem, frommem Mut. Laß Kraft mich erwerben In Herz und in Hand, Zu leben und zu sterben Fürs heilge Vaterland!

Politische Rundschau.

Die erste Dienstreise des Vizekanzlers Dr. Helfferich.

Die Wechselbeziehungen zwischen dem Reich und dem deutschen Verwaltungsbezirk in Polen bringen es mit sich, daß von Zeit zu Zeit der Leiter der Zivilverwaltung in Warschau sich nach Berlin begibt, um mit den dortigen Regierungsstellen neue Maßnahmen zu besprechen, und daß umgekehrt auf eine Anfrage der Reichsleitung ge­legentlich Beamte nach Polen reisen zu Verhandlungen und zur Berichterstattung. Alle Maßnahmen groyen Stils in den unter deutscher Verwaltung stehenden Ge­bieten Polens, Kurlands und Litauens unterliegen einer Polens darf im allgemeinen nichts ausgeführt werden, weil sie kaum zur Ernährung von Menschen und Vieh daselbst ausreicheu und überdies auch noch zur Ergän­zung der Vorräte unserer Besatzungstruppen dienen müssen. Bekanntlich dürfen auch Soldaten zu einem Heimatsurlaub nur soviel aus Polen mitnehmen, als sie persönlich mit sich führen können. Das Land ist eben durch den Krieg und insbesondere dnrch die Zerstörun­gen der Russen stark geschädigt worden, und der deut­schen Verwaltung konnte es bei illem Eifer bisher noch nicht gelingen, die dortige Landwirtschaft auf ihre frü­here Ertragsfähigkeit emporzuheben. Immerhin dürfte in diesem Jahre über den Bedarf der polnischen Bevöl­kerung und unserer Besatzungstruppen hinaus ein Ueber- schuß an Kartoffeln, Getreide und Fleisch erzielt werden, der dann zur Ausfuhr nach Deutschland frei würde und hier guten Nutzen stiften könnte. Mit diesen und ande­ren Fragen wird sich auch der Staatssekretär Dr. Helffe­rich befassen, der sich, wie gemeldet, in den letzten Tagen in Begleitnng des Leiters der Warschauer Zivilverwal- tuug nach Polen begeben hat. Das ist die erste Dienst­reise, die der neue Vizekanzler angetreten hat.

Bekämpfung des Wuchers. Wie wir von zuständi­ger Stelle erfahren, steht die Organisation einer Zentral­stelle zur Bekämpfung des Wuchers bei Gegenständen des täglichen Bedarfes durch den preußischen Minister des Innern bevor.

Neue Bundesratsverordnung über die Kartoffelversorgung.

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung wom 26. Juni die Kartoffclversorgunq für 191617 neu geregelt. Die neue Verordnung hält im Wesentlichen an dem bis­herigen System der Kartoffelversorgung fest. Zu neuen Versuchen und neuen Risiken ist die Zeit nicht geeignet, umso weniger, als sich die Kartoffelverordnung vom 7. Februar 1916 in Verbindung mit den landesgesetz- lichen Nusführunasbestimmnngen als ein gangbarer Weg erwiesen hat. Es ist also an dem bisherigen System der Anmeldung des Bedarfs und Zwangsab- nahme durch die Bedarfsverbände und der Umlegung aus die Uederschnßverbände mit Zmaugslieferungen sei­tens der KommunalverMinde und der Kartoffelerzeuger festzuhalten. Der zu deckende Bedarf wird durch Sicher- stelluna bei dem einzelnen Erzeuger festgelegt und der freien Verfügung entzogen. Nur bei Anwendung die­ses Verfahrens, zugleich mit wiederholten Vorrats- erbebnugen kann die Kartoffelernte planmäßig er­faßt und, soweit zur Deckung des Bedarfs erforderlich, gleichmäßig verteilt werden. Wie bisher, so darf auch künftig der Handel zunächst nur als Kommissionär oder Beauftragter des Konununalverbaudes zugelassen werden. Der Gedanke, bei einer günstigen Ernte die Versorgung dem freien Handel völlig zu überlasten, mußte ansscheiden. Möglich wäre das nur, wenn wir sehr reichlich Nabruugs- uud Flitterinittel hätten und keine Gefahr bestünde, daß man auf die Kartoffeln von allen Seiten zurückgriffe. Diese Gefahr besteht aber trotz der voraussichtlich günstigen Ernte. Vor allem müssen wir uns gegen alle Gefahren wappnen. Bei völliger Freiheit des Handels würden Kommunalver­bünde, Händler und Lalidrvirte als Konkurrenten auf dem Kartoffelmarkt auftreten. Sie würden einander vb erlaubt oder nicht zu treiben versuchen. So würde es kommen, daß die eine Stadt stark, die andere gering eingedeckt wäre. Eine Garantie für genügende und gleichmäßige Eindeckuna bestände nicht? aller Vor­aussicht nach müßte letzten Endes doch wieder mit staat­lichem Zrvanae etnaeariffen werden.

Neben der Pftscht der Bedarfsverbände zur Auf­bewahrung durch Einmieten und Einlagern besteht für sie selbstverständlich die Möglichkeit, an diejenigen Ver­braucher, die bisher Kartoffeln für den ganzen Winter eingelagert haben, diese für einen längeren Zeit­raum abzugeben. Den Landeszentralbehörden ist es überlasten, Einzelheiten zu bestimmen.

Die Verbrauchsregelung, also die Verteilung bleibt, wie bisher Pflicht der Kommunalverbände. Auf Grund der neuen Verordnung werden Reichskanzler und Reichskartoffelstelle in Kürze alle erforderlichen Anwei­sungen bezüglich statistischer Erhebungen, Bedarfsan­meldungen, Umlegung usw. ergehen lassen. So werden in diesem Jahre alle Provinzen, Ueberschußkreise und alle Landwirte in einigen Wochen genau wissen, wieviel sie zu liefern haben und zwar für die ganze Zeit bis Herbst, 1917. Die für Herbst und Winter notwendigen Kartoneln werden sofort während und nach der Ernte mit gröyter BeMeunigung an die Bedarfsorte gebracht. Der Rest wird bei den Landwirten lagern bleiben müs­sen, wie im Frieden. Jeder Landwirt weiß aber vor der Ernte bereits, was er im Frühjahr bereithalten man. Für genügende Reserven sorgt die Reichskartof­felstelle.

. Der Saatguthandel wird später geregelt wer­den. _ Aller Voraussicht nach wird er awdann unter scharfe itaatliche Kontrolle gestellt und die Ausfuhr von der Genehmigung des Kommunalverbandes abhängig gemacht werden.

Vermischtes.

Staatlicher Zuschuß für eine Stadtgemeinoe. Un­ter Berücksichtigung der ungünstigen Lage, in der die Stadt Plauen t. V. infolge des Daniederliegens ihrer Hauptindustrie befindet, hat das sächsische Ministerium des Innern beschlossen, der Stadtgemeinde Planen einen monatlichen Zuschuß von 6900 Mark zugunsten der Er­nährung Minderbemittelter zu überweisen.

Für dauernde Etuführung der Sommerzeit. Der Vorstand der Handwerkskammer zu Berlin hat sich dafür ausgesprochen, daß die durch die Bundesratsverordnung vom 6. April 1916 als gesetzliche Zeit eingeführte soge­nannte deutsche Sommerzeit zu einer dauernden, für die Zeit vom 1. Mai bis zum 30. September jeden Jahres wiederkehrenden Einrichtung gemacht werde.

Bei einer Kundgebung für den Abgeordneten Lieb­knecht kam es Dienstag abend zu einer größeren An­sammlung am Potsdamer Platz in Berlin. Etwa 20 Personen wurden zur Feststellung abgeführt. Sonstige Zwychenfalle ereigneten sich nicht.

die Opfer des Fliegerangriffs auf Karlsruhe. Zur Linderung der Not der durch den Fliegerangriff am Karlsruhe betroffenen Familien hat das badische Gronherzogspaar 2000 .//, die Großherzogin Luise 1000 Mark und die Königin von Schweden 500 .^ der Karls­ruher Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt.

Die Abgabe billiger Lebensmittel an Unbemittelte hat die Stadt Würzburg beschlossen. Die Bezugsberech­tigten sind dort in drei Klassen eingeteilt worden: 1. Haushaltungen bis zu 600 .// Einkommen; 2. Haus­haltungen mit einem Einkommen von 600 bis 1500 bei einer Kopfzahl von mindestens 4 Personen und 3. Haushaltungen mit einem Einkommen von 1500 bis 2000 ,// mit wenigstens 6 Köpfen. Für diese Haus­haltungen wird der Preis für das Pfund Kartoffeln und Brot um je einen Pfennig ermäßigt. Da es sich um 9000 in Frage kommende Haushaltungen handelt, beträgt die Wlsgabe etwa 80,900 /z die ' ireiwilliae Beiträge und ^ttftungen gedeckt werde

An Bord derMöwe" Ein junger Däne, _ofef Johannesen aus Nr kjöbina. schildert fetzt nach einem Bericht desSvenska Tagbladet" bei seiner Rückkehr tn dce Heimat die Eindrücke, die er während seines dret- tvochentlichetk Aufenthaltes an Bord derBköwc" em- segelte", so erzählt er,mit der englischen BarkEdmbourgh". Am 22. Februar dieses Jahres wurde unser Schiff gestoppt. Wir hatten reichlich Zeit, die Boote zu Besteigen, ehe die Bark versenkt wurde. Wir nahmen alles Gepäck mit. Es war ein wahres Paradies, an Bord derMöwe" zu kommen. Das Esten war ausgezeichnet und reichlich, und wir bekameu w mel Bwr, Wein und Zigaretten wie wir wollten. Auf dem Schiff herrschte keinerlei Mangel. Wir Neu- traten zwei Schweden aus Kalmar und Sundsvall, ein Holländer und ich wurden von der Besatzung ganz als ihresgleichen behandelt und hatten absolute Freiheit. Sind) die Engländer Besamen vorzügliches Elfen, zehnmal bester als auf ihrer Bark, und auch sie hatten ihre Freiheit. Während der drei Wochen unseres Aufenthaltes kapertedieMöwe" mehrere Fahrzeuge und versenkte sie nach mehrstündiger Frist. Es waren die knhmten und unerschrockensten Männer, die ich je­mals gesehen habe. Als wir schließlich in die Nähe der Kanarischen Inseln kamen, wurden wir Neutralen an Bord eines gekaperten englischen Schiffes gesetzt, das uns mit deutscher,Besatzung nach Teneriffa brächte . . , Es war ein großartiges Schiff, und großartig waren auch die Menschen an Bord derMöwe". Mit diesen Worten schloß Johannesen seine Ermhluug.

Witze von, Tage. Unentbehrlich.Wie ich höre, Herr Kommerzienrat, ist Ihr Kassierer mit bedeutenden Summen durchgebrannt. Lassen Sie ihn denn nicht ver­folgen?"Verfolgen? Der kommt von selber wieder. Er hat zum Glück feine Brot-, Milch- und Fleischkarten liegen gelassen und die habe ich beschlagnahmt." Wan­del. Tourist (zum Wirt im Tale):Da geht es wohl jetzt oben in der Bergwirtschaft auch recht schwach?" Wirt:O, früher da haben immer die aufsteigenden Touristen vor Freude gejodelt, wenn sie die Wirtschaft

erblickt haben, jetzt jodelt der Wirt vor Freude wenn er mal ein paar Touristen erblickt!" Fatal. In den Treppenfluren der Kasernen sind zahlreiche Plakate, Be- lamtfmacl'iutaen und Hinweise auf die Geschäftsräume angebracht. Der Zufall fügte folgende Schilder unter­einander: Zum Gerichtszimmer. Soldaten, laßt euch

nicht ausfragen!

(Fliegende Blätter.)

Weitere Drahtnachrichten.

Die Gesandten Deutschlands und Oesterreich-Ungarns verlassen Athen?

$-£ Haag, 28. Juni, i J-A.) Aus Lortdon wird ge­meldet, in informierten Kreisen glaube man, daß die Gesandten von Deutschland und Oesterreich-Ungarn Athen verlassen würden, weil sie Griechenland nicht mehr als itnabhängigen Staat betrachteten.

Wegen erlogener Anschntdignng vor einem Moskauer Gericht.

^ Kopenhagen, 28. Juni. iL.-A.i Birebemim Wjedonosti" zufolge stand der in Kotelnirsch (Gouver­nement Wjatkal internierte kriegsgefangene deutsche Oberstleutnant v. Sdmffrer vor einem Moskauer Gericht unter der Anklage der Mißhandlung eines riniifdum Wachtsoldaten. Durch Zeugenaussagen wurde die Be Hauptung des russischen Soldaten als erlogen festgestelli t ' ' ' L Mufftet sLktgefprEtl.