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Hersfelder Tageblatt

Amtlicher Anzeiger

Bezugspreis vierteljährlich für Hersfeld 1.50 Mark, durch die Post be- & _f. «j. .. zogen 1.60 Mark. Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei hersfeld. Für die Redaktion verantwortlich Franz Funk in Hersfeld.

für den Kreis Hersfeld

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Der Anzeigenpreis beträgt für die einspaltige Zelle 10 Pfennig, im amtlichen Teile 20 Pfennig, Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wieder- - gelungen wird Rabatt gewährt. Erscheint jeden Werktag nachmittags, j

Nr. 149

Mittwoch, den 28. Juni

1916

Amtlicher Teil.

Satzung

des Wasserleitungsverbandes Bodes, Eitra, Sieglos, Overhaun.

Nachdem im Einverständnis mit den Beteiligten die Gemeinden Bodes, Eitra, Sieglos und Oberhaun zur Wahrnehmung der die gemeinsame Wasserleitung betreffenden Angelegenheiten gemäß § 1 des Zweck­verbandsgesetzes vom 15. Juni 1911 durch Beschluß des Kreisausschusses vom 4. Dezember 1915 zu einem Zweckverband vereinigt sind, wird auf Grund des § 9 a. a. O. nachstehende Satzung erlassen.

§ 1.

Der Verband besteht aus den Gemeinden Bodes, Eitra, Sieglos und Oberhaun.

§ 2.

Der Verband hat die gemeinsamen Angelegen­heiten nach Maßgabe dieser Satzung wahrzunehmen.

§ 3.

Der Verband führt den Namen Wasserleitungs­verband Bodes, Eitra, Sieglvs, Oberhaun und hat den Sitz am Wohnorte des Verbandsvorstehers.

§ 4.

Die Verwaltung der gemeinsamen Angelegen­heiten führt ein Ausschuß, welcher aus den jeweiligen Bürgermeistern der beteiligten Gemeinden besteht. Bei Behinderung eines Bürgermeisters hat der ge­setzliche Stellvertreter einzutreten. Die Entscheidungen des Ausschusses werden nach Stimmenmehrheit gefaßt. Im Falle der Stimmengleichheit gibt die Stimme des Verbandsvorstehers den Ausschlag.

§ 5.

Der Ausschuß wählt unter sich auf die Dauer von 8 Jahren einen Verbandsvorsteher und einen Stell- MMM^^WMWMMM^M^MMMM^MWWWMW älteste Bürgermeister, welcher auch die Einladung hierzu ergeben läßt.

§ 6.

Der Vorsteher hat die Beschlüsse des Verbandes auszuführen und vertritt den Verband nach außen. Urkunden bedürfen der Unterschrift des gesamten Ausschusses. Zur Abschließung von Verträgen hat der Berbandsvorsteher die Genehmigung des Aus­schusses einzuholen. Der Verbandsvorsteher führt den Vorsitz im Berbandsausschuß.

§ 7.

Der Vorsteher hat den Ausschuß jährlich mindestens einmal und zwar im April oder Mai oder sonst so oft es'die Verhältnisse erfordern, oder ein Mitglied es beantragt, mittelst schriftlicher Einladung und mit Ausnahme von Etlfällen mindestens 3 Tage vorher einzuberufen.

8.

Die Unterhaltungskosten der gemeinsamen Ange­legenheiten werden gemeinschaftlich nach Verhältnis der Kosten getragen, welche die Anlage der Wasser-

der Kosten getragen, welche die Anlage der leitung den Gemeinden selbst verursacht hat.

Die Kosten verteilen sich auf die einzelnen Ge

meinöen wie folgt: _ m

Bodes 11300 Mark, Eitra 12 600 Mark, Sieglos 13 000 Mark, Oberhaut» 23 200 Mark.

Zu den gemeinsamen Angelegenheiten gehören sämtliche Hochbehälter, die Hauptleitung sowie die Quellenfassungen mit den dazngehörigen Einrichtungen.

Die Unterhaltung der Ortsnetze übernehmen dre Gemeinden jede für sich.

Zum Ortsnetz gehören die Anschlnsse an die Hauptleitung.

Etwaige Unterstützungen, welche die Gemeinden erhalten, bleiben bet der Verteilung der Unter­haltungskosten unberücksichtigt.

§ 9.

Die Aufbringung des hiernach auf jede Gemeinde entfallenden Anteils an den Unterhaltungskosten bleibt den Gemeinde»» überlassen.

Die Kosten der auf Wunsch einer Gemeinde vor- genommenen Abänderungen oder Erweiterungen der Wasserleitung hat die betreffende Gemeinde allein zu tragen.

8 11-

Der Verbandsausschuß beschließt in welcher Weise die Kontrolle über die gemeinschaftlichen Anlagen aus­geübt und wer»» die Rechnungsführung des Verbandes übertragen werden soll.

Hersfeld, den 4. Dezember 191».

Der Kreisausschutz.

Die Mitglieder, gez. H. Bätz Rößing.

*

Der Vorsitzende.

J. V.: gez. v. Hedemann, Ncg.-Assessvr.

*

Hersseld, den 22. Juni 1916. Wird veröffentlicht.

Der Landrat.

v. Hedemanti, Reg.-Assessor.

Bekanntmachung.

Junge Leute können zur Einstellung in Unter- offiziervorschulen jetzt wieder vorgeschlagen werden.

Meldungen wie bisher beim unterzeichneten Be- zirks-Kommando.

Es stellen ein

Herbst 1916:

Unteroffiziervorschule Weilbnrg, Biebrich (früher Jülich), Wohlau, Bartenstein, Mölln (Larrenburg) z. Zt. Jena.

Frühjahr 1917:

Unteroffiziervorschule Annaburg, Sigmaringen, Greifenberg (Pommern), Frankenstein (Schlesien), z. Zt. Jena.

Junge Leute, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, können für die vorstehenden Einstellungstermine nicht angemeldet werden. Ihnen wird anheimgestellt, sich bei Erreichung des 17. Lebensjahres für eine Unteroffizierschule zu melden.

Bezirkskommando Hersfeld.

Bus der Heimat.

* In den Unteroffiziervorschulen werden Freiwillige wieder eingestellt. Anmeldungen hierfür sind an das Bezirkskommando 1 Cassel unter Bei­fügung nachstehender Papiere einzureichen: ein Ge- burtszcugnis, den Konfirmationsschein oder einen Ausweis über den Empfang der ersten Kommunion, ein Unbescholtenheitszeugnis der Polizeiobrigkeit, etwa vorhandene Schulzeugnisse, eine amtliche Be­scheinigung über die bisherige Beschäftigungsweise, über früher überstandene Krankheiten oder etwaige erbliche Belastung.

):( Hersfeld, 27. Juni. (Zur Erhöhung der Tabaksteuer.) Nach § 5 der auf Grund von Artikel vom 12. ö. Mts. erlassenen Tabaknachsteuer Ordnung haben Hersteller und Händler die am 1. Juli 1916 in ihrem Besitz oder Gewahrsam befindlichen ver­steuerten Vorräte an Zigaretten, Zigarettenhüllen und an Zigarettentabak, letzeren soweit der Kleinver­kaufspreis mehr als 8 Mark für 1 Klg. beträgt, inner­halb einer Woche, Waren der gleichen Art, die sich am genannten Tage unterwegs befinden alsbald nach ihrem Eingänge dem zuständigen Zollamte nach Zahl, Inhalt nnd Steuerklassen der Packungen schrift­lich anzumelden. Die Anmeldung ist in zweifacher Ausfertigung einzureichen. Soweit der Vorrat eines Händlers an Zigaretten nicht mehr als 3000 Stück, an Zigarettentabak nicht mehr als 3 kg., an Zigaretten- httllen nicht mehr als 5000 Stück beträgt, wird ein Nachaufschlag nicht erhoben und sind solche Mengen vonderAnmeldungbefreit. Konsumvereine, Kantinen, Kasinos, Logen nnd ähnliche Vereinigungen gelten auch dann als Händler, wenn sie Zigarettensteuer- pflichtige Erzeugnisse nur an ihre Mitglieder oder nur in ihren eigenen Räumen abgeben.

§ Hersfeld, 27. Juni. Znr Förderung und Vermehrung der Z i e g e n z u ch t und -Haltung sind der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Cassel erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt worden, welche nach Verfügung des Herrn Landwirtschafts­ministers in erster Linie zur Gewährung von Prämien für die Aufzucht solcher weiblichen Ziegenlämmer verwandt worden sind, welche über den eigenen Be­darf des Ziegenbesitzers hinaus zum Verkauf an an­dere Ziegenhalter aufgezogen wurden. Die Verteilung der Aufzuchtprämien hat in einem Umfange statt- gefunden, daß eine erheblich vermehrte Aufzucht über den normalen Ersatz der Ziegenbestände hinaus sicher­gestellt ist. Um den Absatz dieser vermehrten Auf­zucht zu erleichtern, beabsichtigt die Landwirtschasts- kammer im Laufe des Juli in jeder Kreisstadt Ziegenlämmermärkte in Verbindung mit einer Prärni- ierung abzuhalten. Näherres siehe Anzeigenteil.

):( Hersfeld, 27. Juni. Nächsten Donnerstag, nach­mittags 4 Uhr, findet im Rathaussaale eine Sitzung der Stadtverordnetenversammlung statt. Tagesordnung: Wahl eines Mitgliedes zum Magi­strat. Desgleichen eines Mitgliedes zur Armenver­waltung. Desgleichen eines Schiedsmanues. Wsl$= bewilligungen. Antrag des Magistrats, bctr. Erhöhung der Gaspreife. Antrag auf Zusammenlegung des Geländes auf der Oberau. - Im Anschluß an die öffentliche Sitzung findet eine vertrauliche Sitzung statt.

Heringe»», 26. Juni. Der Landwirt Georg Apel, ein über 60 Jahre alter Mann, war auf seiner Wiese mit Grasmühen beschäftigt, als die Mähmaschine im Weiterfahren an einen Grenzstein rannte und ein Hebel derselben dem bedauernswerten Mann, der sehr kurzsichtig ist, in die Kehle drang. Er wurde noch nachts dem Krankenhaus Hersfeld zugeführt.

Bleichcrode, 24. Juni. Eine städtische Volksküche wird hier am 29. d. M. eröffnet werden und den Be­dürftige»» einen Liter gutes Essen für 20 Pfg. ver­kaufen.

Fulda, 26. Juni. Hier fand am Sonntag eine recht zahlreich besuchte Versammlung der Vieh- und Schweinehändler aus den Kreisen Fulda, Hersfeld, Hünfeld und Gersfeld statt. Nach einem Vortrage des Bundesvorsitzenden der Viehhändler Deutsch­lands, Herrn H. Daniels (Koblenz) wurde ein Vieh­händlerverein für die vier Kreise gegründet und aus jedem als Vorstandsmitglieder 2 Vieh- und ein Schweinehündler gewählt. 80 anwesende Viehhändler erklärten sofort ihren Beitritt.

Las sterbende husaren-Roh.

Ach Nora, mein getreues Tier, Du endest nun dahin;

Du warst im Frieden meine Zier, Im Kriege mein Gewinn.

Durch manche Schlachten trugst du mich, Windschnell wie Sturmgebraus, Konnt' mich verlassen stets auf dich, Nie ging die Kraft dir aus.

In Frankreich schlug ein Luftgeschoß Dir tief im Rücken ein;

Man heilte dich getreues Roß, Dies sollt' dein Tod nicht sein.

Im Osten jagdest du voran Bei manchem wilden Ritt, Wo ich mit den Kosaken dann Im Kampfe rang und stritt.

Doch bei der Fernpatrontlle dort War es um dich gescheh'n; In dem vom Feind' besetzten Ort Sollt' deinen Tod ich seh'n.

Noch mutig trabtest du hinein, Bis ungefähr zur Mitt', Da schlugen die Geschosse ein,

Du brachst zusammen unter mir, Mußt' dich verlassen nun;

Am liebsten möcht' ich dort bei dir Getroffen sterbend ruh'n.

Doch aufgerafft mit neuem Mut Tief Atem holt ich aus, Aus der Gefahr und Feindes Wut Schlug ich mich wild heraus.

Ach 9tora, mein getreues Tier, Nur du bliebst dort zurück, Für alle Zeit getrennt von mir; Nicht hold war dir das Glück.

Ich pflegte dich stets wie ein Kind, Teilt' mit dir gern mein Brot; Obgleich wir auch geschieden sind, Die Lieb' trennt nicht der Tod.

Hersfeld.

Max Bauer, Ober-Postschaffner.

An unsere inerten Leier!

Wie wir bereits im (Pärz dieses Safires mit- teilten, find wir durch die fortwährenden Preissteiger­ungen auf dem Papiermarkt sowie durch grobe Verteuerung der sonstigen Materialien gezwungen, Dom 1. 3uli ab den Bezugspreis des Bersfelder Tageblatts zu erhoben.

Diese Erhöhung des Preises beträgt für den (Donai nur 10 Pfg. und deckt bei weitem noch nicht die jetzigen Mehrausgaben für das Zeitungspapier, zumal dasselbe inzwischen abermals eine ganz er­hebliche Preiserhöhung erfahren hat.

Der Bezugspreis des Bersfelder Tageblatts be­trägt daher in Zukunft bei der Post sowie in unserer Geschäftsstelle abgeholt Alk. 1.80, für die Stadt bei freier Lieferung in das Baus 1,90 (Dk.

Wir hoffen gern, dab unsere werten beler diele uorübergehende Erhöhung des Bezugspreises aner­kennen werden, zumal die gesamte deutsche Preise in diesen schweren Zeiten grobe Opfer bringen muß.

Verlag des Weider lagen»