Gregor in rücksichtsloser Austtutzung der russischen NiL- Herlagon dem Feinde aus den Fersen blieben und ihn Nicht zur Ruhe röMmett ließen Am 20. Juni waren unsere verbündeten Truppen bereits an die Linie Lemberg- Zolkiew (hart nördlich von Lemberg) herangekommen. AM 21. wurde die russische Verteidigungsstellung südlich von Lemberg von den k. und k. Truppen durchbrocheir. Zugleich wurden mehrere Befestigungslager an derWest- und Norbwestfront von Lemberg genommen, nachdem deutsche Truppen unter General v. d. Marwttz die 9(n= schlußstellungen erstürmt und dadurch den Weg zu den befestigten Lagern geöffnet hatten. Nachdem frühmorgens 5 Uhr am 22. Juni das starke Werk Rzesna und um 11 Uhr die Lysa Gora durch das k. und k. Infanterie-Regiment 34, Wilhelm I., Deutscher Kaiser, König von Preutzerr erobert worden waren, zogen die Truppen des Generals von Böhm-Ermolli um 12 Uhr mittags in Lemberg unter dem Jubel der Bevölkerung ein.
Das „ewig russische" Lemberg war trotz aller Versicherungen der feindlichen Prchse von der Uneinnehm- barkeit der Stadt wieder den Russen entrissen und dem rechtmäßigen Herrscher zurückgegeben worden. Es zeigte sich auch hier, daß der Besitz von Plätzen im Kriege nichts, der Erfolg in der Feldschlacht dagegen alles bedeutet. Der Jahrestag der Rückeroberung von Lemberg, der fast mit der Räumung von Czernowitz zusam- menfällt, tft darum gleichzeitig eine Lehre für dre Bewertung der Besitzergreifung von Czernowitz durch die Russen. Der endgültige slusgang der großen Schlacht wird allein über den Besitz dieser Stadt entscheiden, wie er über das Schicksal Lenwergs trotz der gewaltigen russischen Anstrengungen entschieden hat. (OKM.)
Der Druck auf Griechenland immer stärker.
Verschiedenen Berliner Blättern zufolge soll der Vierverbaud neue drakonische Bedingnngen an Griechenland stellen und die Auflösung des Parlaments wie die endgiltige Beseitigung der Minister Gunaris und Skuludis verlangen, außerdem noch die Besetzung aller griechischen Häfen zur Ermöglichung einer Kontrolle sowie das Recht zur Ausübung einer Kontroll- gewalt und die Besetzung der Bahnen zu strategischen Zwecken.
Venizelos in Athen verprügelt.
aus Athen, daß in den letzten Tage und venizelosseindltche Temonstrati
^ „Rutzkija Wjedomosti" meldet laut „National-Ztg." aus Athen, daß in den letzten Tagen mehrfach entente- und venizelosfeindliche Deinonstrationen in Athen und verschiedenen Teilen des Landes stattgefunden haben. Venizelos, der sich zurzeit in Athen in seiner Eigenschaft als Kammerdeputierter aufhält, wurde von einer großen Schar von Manifestanten auf offener Straße angehalten, ausgeschimpft und schließlich verprügelt. Dabei wurde er mit den Worten ausgeschimpft wie „Vaterlandsverräter, Spion, Du bist der Henker unserer Kinder und Frauen usw." Venizelos konnte sich erst mit Hilfe von Polizeibeamten der erregten Menge entziehen.
U-Boot-Arbeit an der italienischen Küste.
Wie „Corriere della Sera" meldet, hatte der vor San Remo von einem feindlichen Unterseeboot versenkte Dampfer „Gassa" 6000 Tonnen Kohlen an Bord. Die 32 Köpfe starke Besatzung hat sich gerettet. An demselben Tage, dem 16. Juni, hat ein Unterseeboot den italienischen Segler „Dolmetta", von Porto Mauricio nach Jschia, versenkt. Dessen Kapitän erzählte, er habe eimge Seemeilen von San Remo einen italienischen ®mMben^Abend gRsf^^lbe Unterseeboot bei/nach Gemma bestimmten englischen Kohlendamvfer „Cled- morre" an, der jedoch schoß und das Unterseeboot vertrieb. Weitere Nachrichten besagen, daß am Morgen des 17. Juni die italienische Brigg „Audace" 30 Seemeilen vom Korsischen Kap versenkt, ihre Besatzung aber gerettet worden fei.
Glatte Ablehnung der mexikanischen Forderungen dnrch Amerika.
Das Reutersche Bureau läßt sich aus Washington melden: Die amerikanische Antwortnote an Mexiko weist dessen Forderungen glatt zurück und tadelt den nntzöf- lichen Ton und die Heftigkeit der mexikanischen Mitteilung.
„Petit Parisien" drahtet, daß die Lage immer kritischer wird. Die amerikanischen Konsuln sind zurückbe- rufen worden. Der „Temps" glaubt, daß Carranza all- scheinend beabsichtige, ein Eingreifen Amerikas heraus- zufordern, um das Vertrauen der zahlreichen ihm feindlich gesinnten Mexikaner wieder zu gewinnen. Sluch England verfolge mit gespauntem Interesse die gegenwärtige Lage, denn die englische Marine beziehe bedeutende Mengen Petroleum aus den mexikanischen Quellen. Ein Krieg zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten würde der englischen Admiralität ernste Verlegenheiten bereiten. Der Staatssekretär Lansing habe erklärt, daß England die Washingtoner Regierung mit allen Mitteln unterstützen werde, falls Carranza Nordamerika zum Kriege zwinge.
König Alfons als Vermittler?
Nach einer Meldung der „Franks. Ztg." aus Madrid hat die spanische Kolonie in Mexiko durch Kabel- telegramm ein Gesuch an König Alfons gerichtet, der König möge sich dafür verwenden, daß der Krieg zrvi- schen den Vereinigten Staaten und Mexiko vermieden werde. Der König wird, wie verlautet, sein Möglichstes tun, um der Bitte zu entsprechen.
8rlegssller!et.
Die „Appam" wird nicht ansgeliefert.
Die „Baseler Blätter" ruelderr aus London: Nach englischen Pressemeldungen hat die enalnche Regierung trotz wiederholter Vesprechiurgen in Washington bisher die Auslieferung der „Apparn" nicht durchsetzen können. Nach den Erklärungen LansingS besteht keine Hoffnung, daß in dieser Frage eine Aenedrung eintrete. Mit der „Appanr" verliert die Liverpooler schifsahAsgesellschaft ihr elftes Schiff während dieses Krieges.
Bolksspeiseaustalteu in Moskau.
Ha Wjedomosti" vom 3. Juni berichten
. Infolge des LebenSmiitelmattgels tnMos- kau beginnt der Wirtschaftsausschuß des Moskarler Ma- i gistrats mit der Einrichinng von Bolksspeisean talien ; in verschiedenen Stadtteilen für die minder bemittelten : Kreise der Bevölkerung.
Ein russisches MunitionStager in die Lust geflogen. !
Birshewi
aus Moskau:
Aus Finnland fommt über Haparanda aus zuverlässiger Quelle die Nachricht, daß im nordwestlichen Binnland ein großes russisches Munitionslager einer xplosion zum Opfer gefallen ist. Ueber 66 000 Kilogramm Sprengstoffe wurden zerstört. Die Einzelheiten der Explosion werden streng geheimgehalten, so auch Ursache und Zahl -er Opfer.
rmeMsM i« Rumänien an vor Atvelk.
Nach einer Budapester Meldung der „Franks. Ztg." treffen die rumänischen Äriegshetzer umfassende Vorbereitungen für eine am Sonirtag abzuhaltende Volksversammlung. Die vierverbandsfreundltche Presse betont, nun sei die Gelegenheit der Beteiligung R
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niens am Kriege gekommen. Take Jonescu und Fili- pescu sind als Redner in der Volksversammlung angemeldet. Trotz dieser systematischen Hetze sind die großen Massen der rumänischen Bevölkerung ruhig.
Geschichten von Zm»eim«nn.
Jmmelmanit hieß bei den Feinden „der Habicht", und damit ist schon angedeutet, wie er zu kommen, zu sümpfen und zu siegen pflegt: Urplötzlich, wie ein Sturmvogel, pfeilschnell wie der Habicht, der auf die Beute niederschiesst. Eine Kampsmethode dieser Art erforderte ein stetes Bereitsein zur Aktion, jeden Augenblick fertig zum Aufstieg und Angriff. Da aber anch ein ruhmge- krönter Feldflieger einmal schlafen muß und nicht Wochen und Monate lang im feldgrauen Kriegskleid oder im Lederkostüm stecken kann, so ereignete sich kürzlich, daß unser „Habicht" Jmmelmann einmal sozusagen »int Negligee" zum Kampf ins Luftmeer ernporstieg und einen Franzmann zur Strecke brächte. Es war in der Frühmorgenstunde, und Jmucelmann war gerade bei der primitiven Morgentoilette, als plötzlich das Feldtelephon schrillte nnb ein feindlicher Flieger in Nahsicht gemeldet wurde. Der Oberleutnant gab zwischen Waschen und Ablrocknen schnell die nötigen Weisungen, ein paar Augenblicke später rollte der Apparat aus dem Schuppen und Jmmelmann hastete tus Lederzeug. Irgend etwas klappte aber wohl nicht, die Zeit drängte und 10 „flitzte" er, wie er war, in Leberpantoffeln und in der Morgenjacke auf den Führersitz, drehte an und schraubte sich im nächsten Moment knatternd in die Höhe. Nach einer Stunde war er wieder da, vollendete in Ruhe seine Morgentoilette und am Nachmittag meldete der Heeresbericht, daß Oberleutnant Jmmelmann wieder ein feindliches Flugzeug abgeschossen habe. Bor einiger Zeit hatte Jmmelmann „Besuch" von Kameraden. Man saß, Zigaretten schmauchend, beim ehrwürdigen Seemänner-Skat und ein Fähnrich mimte den „'Kiebitz"." Plötzlich rasselte das Telephon. Fliegermeldung. Jmmelmann sprang auf, drückte die Karten, die einen phänomenalen „Stich" versprechen, dem jungen Fähnrich in die Hand und eilte mit den Worten: „Vertreten Sie mich ein wenig, Kindchen, ich bin bald wieder da!" in langen Sätzen davon. Bald darauf hörten wir ihn emporknattern. Zwei Stunden erschien er, fröhlich lächelnd, wieder in der Runde, nahm dem „Kindchen" die Karten aus der Hand und spielte, als sei er mitten im Zuge, eine schneidige Pointe. Er hatte, während das „Kindchen" ihn beim Dreimänner-Skat vertrat, einen Briten aus den Wolken herniedergeholt. Als die Partie zu Ende war, berichtet Jmmelmann über den Kampf. „Es ist heute ein Glücks- tag", meinte er lächelnd, „Glück im Kampf und Glück im Spiel. Kann man mehr verlangen?" Er hatte nämlich, trotzdem er zwei Stunden abwesend gewesen, auch den Skat noch gewonnen. — Diese kleinen Züge aus dem Leben des toten Helden zeigen, wie sicher und frohgemut er tu den Kampf zog. Ein rascher, glänzender Aufstieg war ihm beschteöen, und in seinem ureigenen Element ereilte ihn das herrlichste Los des Kriegers. Einem leuchtenden Meteor gleich erschien er und schwand dahin.
Stiftungen der Firma Krupp. Der Kruppsche Krtegsliebesdienst stiftete anläßlich der Seeschlacht am Skagerrak 100 000 Mark für die Reichsmarinestiftung, ferner 120 000 Mark für Unterstützungen in Essen und weitere 120 000 Mark für Kriegerfraueu der Kruppwerke.
Sechs Monate Gefängnis für einen Milchpantscher. Das Schöffengericht Kaiserslautern verurteilte den Milch- händler Jakob Krön, der llrnge Zeit hindurch seine Kundenmilch mit 80 Prozent Wasser vermischt hatte, zu sechs Monaten Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe.
Ein tragisches Schicksal. Vor einigen Wochen erweckte das Schicksal des Landbriesträgers Windisch in allen Bevölkerungsschichten von Wien lebhafteste Anteil- nabme. Der Mann hatte mit einem Monatsgehalt von 80 Kronen Frau und fünf Kinder zn erhalten, mtb geriet bei den gestiegenen Lebensmittelpreisen bald in die bitterste Not. Um seinen Kindern Brot kaufen zu können, ließ er sich in einem Augenblick der Verzweiflung verleiten, sich zwei Einschreibsendungen im Werte von 1000 Mark anzueignen, wurde aber abgefatzt. Aus Scham hierüber wollte er Selbstmord begehen und schoß sich eine Revolverkugel in den Kopf. Die Kugel zerstörte jedoch nur den Sehnerv beider Augen, so daß der Unglückliche völlig erblindete. Die Gerichtsverhandlung endete mit der Verurteilung des Windisch zu einem Monat schweren Kerkers, doch wurde ihm Strafaufschub bewilligt. Die Bemühungen von berufener Seite, für den Verurteilten kaiserliche Gnade in Anspruch zu nehmen, sind jetzt von Erfolg gewesen, Windisch erhielt in der Blindenanstalt, in der er das Bürstenbindergewerbe erlernt, die Nachricht, daß der Kaiser ihn begnadigt habe. Seit dem tragischen Vorfall versieht übrigens seine Frau den Dienst als Landbriefträger in der Vorortsgemeinde Aspern.
Witze vom Tage. Unberechtigte Steigerung. Angeklagter: „'s vorige Mal. wie ich die Wurst gestohlen, habe ich nur acht Taae gekriecht, und jetzt berechnet mir der Richter fürs selbe Quantum vier Wochen .. . det is omb Lebensmittelwucher!" — Verraten. Mann: „Ich gehe ’it Glas Bier trinken: in längstens einer Viertelstunde bitt ich wieder zurück!" — Peperl: „Mutter, laß dir nichts weismachen ... er hat die Fleischkarte eingesteckt." — Rache. „Huber hat durch den Handel mit Gemälden sein ganzes Vermögen verloren. Jetzt nimmt er aber blutige Rache." — „Inwiefern?" — „Er uralt selber." — Inserat. Zwei Bände: „Die Kunst, glücklich verheiratet zu sein!" sind wegen Ehescheidung billig zu verkaufen. Offerten sub „Romeo". (Fliegende Blätter.)
Sesmgevensiirsorge
Zur Versorgung der in feindlicher Gefangenschaft befindlichen Angehörigen des deutschen Heeres, der Marine und der Schntztruppen, sowie der Zwilgefanae- nen ist eines der wichtigsten Gebiete der Flirsorgetätsi feil der Heimat. H^ummytuuvy ist schon Filius vt deutschen Behörden, der heimatlichen Hiftsvereine, zahlreicher Privatpersonen und der Familien der Gefangenen geleistet wölben; es sei nur an die Versorgung der in Rußland befindlichen Gefangenen mit wollenen Decken, Uniformen und Stiefeln im Herbste vorigen Jahres, an die gleichzeitige Reise der deutschen Schwestern nach Rußland und die Weihnachtsversor- gnug der in Frankreich befindlichen Gefangenen erinnert. Mit der Dauer des Krieges steigt natumemAß die Not der Gefangenen, die getrennt ' ' und Familie in ungewohnten Berhäl
Hervorragendes ist schon seitens der
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fterMN uns rvrperncyen inro Wercnyen MMw. w Reich sorgt auch weiterhin für die Gefangenen, aber wo eine erhöhte Liebestätigkeit erforderlich ist, da muß das ganze deutsche Volk eingreifen und mit dazu beitragen, daß die Gefangenen nach dem Kriege geftlud in die Heimat zurückkehren.
Soeben Hat sich ein Ausschutz gebildet, dessen Ziel es tft, durch eine Volksspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen zu sorgen und unseren Landsleuten in Feindesland zu beweisen, daß die Heimat chrer in,Treue gedenkt. In ganz Deutschland soll im Laufe des Juli in jedem Ort eine Sammlung öurchaeführt werden, aus deren Ertrag eine plannrätzige Versor- gung der Gefangenen mit Liebesgaben, Kleidungsstücken und von auswärts herbeigeschafften Nahrungs- nuttetn erfolgen soll. Es wird dafür Sorge getragen werden, daß Die Liebesgaben auch tatsächlich in den Be-
werden, daß sie Liebesgaben auch tatsächlich in den Be- der Gefangenen gelangen. Um die Dringlichkeit und Wichtigkeit dieses Liebeswerkes zu betonen, Hat Ihre Majestät die Kaiserin die Gnade gehabt, die Sammlung unter Allerhöchst Ihren Schutz zu stellen. Für die einzelnen Bundesstaaten sollen Mitglieder der regierenden Häuser, für die Hansastädte die reßierenben Bürgermeister, für Elsaß-Lothringen der Statthalter um die Uebernahme des Schutzes ebenfalls gebeten werden. Den Ehrenvorsitz haben der Reichskanzler, der Präsident des Reichstages, die Staatssekretäre des Auswärtigen Amts, des Reichs-Marineamts und des Reichs-Kolonialamts, die Kriegsminister der Bundes- staaten und der Militär-Inspekteur der freiwilligen Krankenpflege übernommen. Für die DurchfüHrurrg der Sammlurm werden in den einzelnen Landesteilen und Städten besondere Arbeitsausschüsse gebildet: der Haupt-Arbeitsausschuß Hat seinen Sie in Berlin W. 9, Budapester Straße 7. Der Zeitpunkt der Sammlung wrrö in den einzelnen Städten durch öffentlichen Anschlag und Aufruf in bett Zeitungen seitens der Landes- bezw. Ortsausschüsse bekanntgegeben.
Möge das Liebeswerk einen reichen Segen bringen, um unseren in Feindeshand geratenen Brüdern die Leib und Seele gefährdende Gefangenschaft zu erleichtern und ite nach dem Kriege als brauchbare Glieder unserer Volkswirtschaft der Heimat wieder zuzuführen.________
Deslsche Seidenlaleu.
Tapferes Verhalte« eines Kriegsfreiwillige«.
Der achtzehnjährige Kriegsfreiwillige Gustav Bo- nak (aus Lebus in Brandenburg) war einem Ba- taillonsstabe des 8. Badischen Jusanterie-RegimentS Nr. 169 zu geteilt. Als das Regiment am 25. Januar 1915 zum Sturm auf die von den Engländern besetzten Ziegelhaufen bei X vorging, schloß er »ich freiwillig den Sturmkolonnen an. In kräftigem Ansturur nahm das Regiment die feindliche Stellung und warf die Engländer zurück. Ein heftiger Kampf entbrannte um die letzten vier Ziegelhaufen. Die Engländer hatten dort in geschickter Weise ein Maschinengeivehr eingebaut und verteidigten die Stellung hartnäckig. Bonak erkannte dies und sprang mit dem Rufe: „Das Maschinengewehr müssen wir haben!" vor. Vier Kameraden folgten ihm, fielen jedoch einer nach dem andern. Er selbst erhielt Schüsse durch den Schenkel und den linken Arm: trotzdem kroch er unerschrocken weiter auf das Maschinengewehr zn und es gelang ihm, es dem Gegner zu entreißen. Hierbei erhielt er noch einen Schuß durch die rechte Hand und brach zusammen. Aber das Maschinengewehr war erobert, der letzte Stützpunkt dem Feinde entrissen. Für sein mutiges Verhalten wurde Bonak
en Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet.
Kameradschaftliche Hilfeleistung.
Bei einem Angriff der 12. Kompagnie Reserve-Jn- fanterie-Regiments 9?r. 74 auf die französischen Stellungen lag der Ersatz-Reservist Wilhelm Starke (zuletzt wohnhaft in Winsen a. Aller) mit zwei Kameraden 15 Meter vor der feindlichen Stellung in einem Granat- loch. Eine französische Handgranate krepierte unmittelbar neben ihnen und berwundete beide Kameraden. Der eine, der nur leicht verletzt war, kroch selber zurück, während Starke bett anderen, der eine schwere Oberschenkelverletzuttg erlitten hatte, verband. Er schnitt kurz entschlossen seinen Mantel in Streifen, schnürte das Bein ab und verhinderte so ein Verbluten des Verwundeten. Starke blieb im rasenden Feuer des Gegners bei seinem hilflosen Kameraden, trotzdem der Befehl zum Zurückgelren bereits gegeben war. Später brächte er ihn» glücklich in die eigene Stellung zurück.
Pflichteifer und Wagemut.
Starkes Trommelfeuer lag auf serve - Feldartillerie - Regiments 9?: Fernsprechverbindungen Beobachtungsstelle war
der 6. Batterie Re-
r. 23 (Pirna). Die t waren völlig zerschossen, die ____ _________ _____ zertrümmert. Vollständig abgeschnitten, inmitten rasenden Feuers, ohne Nachrrchreu vom Feind, blieb die Batterie sich selbst überlassen. Da erbot sich der Bizewachtmeister Friedel (aus Steindobra) auf die unter starkem Artilleriefeuer liegende Beobachtungsstelle zu gehen mrd von dort au erkunden. Das Unternehmen erschien unmöglich. Atemlos sahen die Kameraden ihn vorspringen. Recht und links schlugen die Granaten ein, dichter Qualm umhüllte ihn. Bald ist er im Rauch verschwunden. Fast eine Stunde vergeht. Friedel ist noch nicht zurück. Das Trommelfeuer aus der Batterie läßt nach, aber vorn wütet es umso mehr. Schon sollen Leute vor, um Friedel zu holen. Da — atemlos kommt er zurück: „Die Franzosen sind in den Gräben!" Kaum ist der Ruf in der Batterie
vernommen, als ein wütendes SÄrapnellfeuer einsetzt, das die angreifenden Franzosen überschüttet und ihnen den Weg sperrt. 9?aat eurer Stunde wird es ruluger: ein Meldegänger der Infanterie bringt die Meldung: „Angriff abgeschlagen'. Vizewachtmeister Friedel er« hielt das Efterne Kreuz 1. Klaffe. ______
Weitere Drahtnachrichten.
Tirpitz Ehrenbürger von Frankfurt a. O.
>«* Frankfurt a. 0, 21. Juni. (L.-A.) Die Stadt- verordneten-Versammlung beschloß gestern auf Am rag des Magistrats einstimmig, dem Großadmiral v. Tirpt« das Ebrenbürgerrecht zu verteilten. Tirpitz hat hier das städtische Realgymnasium besucht. Sein Vater lebte hier bis zu seinem Tode im Ruhestand.
Eine hessische Ostpreutzenhilfe.
»e* DarmslaSt, 21. Juni. (L.-A.) In einer hier unter Vorsitz des Ministers Hombergk abgelmltenen Versammlung wurde die Gründung einer Heutichen Ostpreu- nenbilfe beschlossen. Für diesen Zweck sind bereits 80,006 Mark gezeichnet worden. Vier Kirchspiele im Kreise Oletzko sind zur Patenschaft ausgewählt worden.
Engländer auf der Fahrt ins russische Hauptquartier.
$^ Rotterdam, 21. Juni. (B. T.) In Moskau wurde ein Panzer-Kraftwagen mit einer englischen Dia- rineabtetlung, der sich auf bem Wege nach dem russt'chen Hauptguartter befand, begeistert begrüßt. Die Soldaten würben mit Blumen bestreut. Aberkds fuhren die Engländer nach der Front zu weiter.