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müßig zu verlassen.. Einige vergebliche Versuche wur­den unternommen, um die Boote auszusetzetc, eines brach beim Aufsetzen auf das Meer sofort in der Mitte ent­zwei und die Mannschaften fielen ins Wasser. Als die Mannschaften durch die Luken nach ihren Plätzen sich begaben, erschien Kitchener von einem Marineoffizier begleitet, welcher rief:Macht Platz für Lord Kitchener!" und beide begaben sich nach dem Hinterdeck. Sparer sah man noch vier andere Offiziere der Armee, die sich vom Hinterdeck nach dem Backbord begaben. Der Kapitän rief Kitchener zu, er solle nach vorn auf die Kommandobrücke kommen, wo die Kapitänschaluppe für seine Rettung her­niedergelassen werden sollte. Auch habe man noch gehört, wie der Kapitän Kitchener zurief, in sein Boot zu stei­gen, doch niemand konnte sagen, ob Kitchener in das Boot gestiegen war, ebensowenig wußte jemand, was mit dem Boot geschehen ist. Viele Matrosen fielen bei dem Versuche, die Boote zu besteigen, ins Wasser und ertran­ken, andere starben auf den Booten vor Erschöpfung und Kälte; anch sollen einige umgekommen sein bei den Ver­suchen, an der steilen Meeresküste zu landen, andere starben vor Erschöpfung, nachdem sie gelandet waren.

Zum Einfall der Russen

in rumänisches Gebiet

bei Marmornitza berichtetAz Est", der Einfall habe Sonnabend nacht stattgesunden und erst Montag abend hätten die Russen, wahrscheinlich auf höhere Weisung, das rumänische Gebiet geräumt. Sie hätten eine Brücke über den Prnth geschlagen und österreichisch-ungarische Truppen angegriffen. 103 sie zurückgeschlagen worden seien, hätten sie die Brücke nicht mehr benutzen können und seien auf rumänisches Gebiet übergetreten, von wo aus sie den Kampf gegen den Feind fortgesetzt hätten. Das Zollgebäude der Grenzpolizei, das Post- und Tele­graphenamt, das Gemeindehaus und Schulgebäude feien von ihnen besetzt und von dort ein heftiger Kampf gegen die österreichisch-ungarischen Truppen eröffnet worden. Auch mehrere rumänische Staatsbürger seien verwundet worden.

KnegsMeriel.

Japans Hilfe für Rußland.

DieKöln. Volksztg." meldet aus Tokio: Beim Em­pfang des neuen russischen Gesandten ht Tokio Kru- penski führte der Geschäftsträger Scheschekin in seiner Begrüßungsansprache aus, Japan habe an Rußland in den letzten fünf Monaten 40 Millionen Granaten für große Kaliber geliefert.

Ein Zug in Irland in die Luft gesprengt.

Wie dieD. T." meldet, erzählen aus London kürz­lich in Stockholm eingetroffene Reisende, daß auf der Bahnlinie Dublin-Dundall am Pfingstmontag ein Güterzug, der mit Kriegsmaterial beladen und milsiä- risch bewacht war, von irischen Aufständischen in die Luft gesprengt wurde. Gegen 80 Soldaten und Bahnbeamte sollen dabei getötet und verwundet worden sein. Die Presse durfte nichts darüber veröffentlichen.

Politische Rundschau.

Die Erhöhung der Tabaksteuer. DerDeutsche Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz über die Erhö- Hitilg der Tabakabgaben vom 12. Juni 1916. Dieses tritt am 1. Juli 1916 in Kraft mit Ausnahme der Aenderun­gen im Zigarettensteuergesetz, die schon am 1. Juni 1916 in Kraft getreten sind, mW der Vorschriften über die Ver-

vrdnnng des" Bundesrats unter entsprechender Regelung der Nachverzollung in Kraft gesetzt, jedoch nicht früher, als bis in einem Kalenderdoppeljahr der der Verzollung von Tabakblättern zugrunde gelegte Wert durchschnitt­lich weniger als 180 Mark für einen Doppelzentner betragen haben wird.

Myeru behält seine Postmarke. Der Finanzaus­schuß der bayerischen Kammer der Abgeordneten nahm bei der Fortsetzung der Beratung des Postetats mit er­heblicher Mehrheit einen Antrag an, die Kammer wolle beschließen, die Staatsregierung zu ersuchen, entgegen dem Beschluß des Reichstags vom 8. Juni, an der baye­rischen Postmarke mit allem Nachdrucke festzuhalten.

Der neue Präsident von China. Der bisherige stell­vertretende Präsident Li Yuang Hung ist der Nachfolger des verstorbenen Präsidenten Yuanschikai geworden. Sein Amtsantritt wurde im Lande mit großem Beifall aufge- nommen. Für den verstorbenen Präsidenten hat die chinesische Regierung eine Trauerzeit von 27 Tagen an­geordnet. Li Yuang Hung steht im Alter von »2 Jahren.

Wilson von den Demokraten aufgestellt. Der de­mokratische Konvent in St. Louis hat, wie Reuter meldet, durch Aufruf Wilson und Marshall wieder für die Prä­sidentschaft und Vizepräsidentschal nominiert Ob Wilson freilich im Wahlkampfe mit den repubMafMen Wettbewerbern siegen wird, entzieht sich jeder sicheren Vorausbeurteilung und fest steht nur, daß er deutsche Stimmen nicht erhalten wird. ___________________

Dersichere" Sieg des VIerverbmdes.

Churchill gegen Churchill und andere.

Das alte Lied von der großen, letzten, entscheidenden Offensive des Vierverbandes ist wieder einmal von Herrn Winston Churchill augestimmt worden. Nur ist es jetzt das Jahr 1917, für das er den Zusammenbruch der eisernen deutschen Front erhoM wMend man uns noch vor einem halben Jahre erzählte, daß dieses Erecg- nts schon 1916 eintreten würde. Im ersten Kriegs- winter war der Blätterwald der Entente sogar voll von Prophezeiungen auf die herrliche Frühjahrs- oder Sommeroffensive von 1915 gewesen. , M r ,.

Dir Herren haben also warten gelernt. Auch ihre Mittel zitm unfehlbaren Sieg haben sich mit der Zeit geändert." Früher hoffte man entweder auf das schon vorlaudeue rilss sche oder auf das neu zu schaffende eng- lische Millio Heute träumt Herr Churchill von ein paar Dntzend schwarzen oder braunen Divisionen, K im Jahre 1917 den Sieg verbürgen fol

Wir sehen dem Erscheinen dieser Be fischen Zivilisation umso ruhiger eutgem Wert der Wahrsagungen Churchills und verwandten auf Grund einer längeren, tig zu schützen wissen. Die ine den es aus begreiflich

Indien oder Afrika kommen und - n dieser Vertreter der eng- ' >en, als wir den J feiner Geistes- Wd' einer längeren Erfahr-ung rich- . Die meisten unserer Leser wer» den "es aus ^careMcheil Grütiden nicht für der Mühe wert gehalten haben, sich uaber mit den englischen Vor- aussagerc zu beschäfligen. Deshalb seien hier einige

»»'».um« (Times vom M 11). .

Wenn der Feldzug von 1015 wesentlich durch den MauM an Munition beherrscht worden ist, w ollte der. Feldzug von 1916 gewonnen werden, da in Deutschland W&$Ȁ

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kämpfenden Heere sind dazu zu gleichmäßig. Nur auf dem künftigen Gebrauch und der weiteren Entwickelung unserer Reserven ruht die Hoffnung auf den Endsieg.

Churchill am 15. 11. 1915 im Unterhaus.

«Times vom 16. 11.)

Die stark befestigte Herrschaft Englands zur See und die rasche und enorme Vernichtung deutscher Männer sind Faktoren, auf die sich England mit Vertrauen ver­lassen kann.

England ist die Reservemacht unter den Verbünde­ten, und die Zeit ist gekommen, diese Reserven mit aller Macht in die Wagschale zu werfen.

Churchill im Unterhaus am 23. 5. 1916.

(Times vom 24. 5.)

(Empfiehlt die Rekrutierung von Negern.) Warum sollen wir nicht jetzt mit ihr beginnen für den Feldzug 1917 ?

Welche Rolle wird Indien im Jahre 1917 spielen, falls der Krieg bis dahin dauern sollte? Was kann uns, wenn wir jetzt mit der entsprechenden Vorbereitung be­ginnen, daran hindern, im Jahre 1917 zehn bis zwölf indische Divisionen in die Wagschale zu werfen. Ich em­pfehle der Regierung, die Pläne für die indische Armee von 1917 zu machen.

Vortrag von Oberst Maude am 27. 6. 1915.

(Daily Telegraph vom 28. 6.)

Wenn der Prozensatz von Deutschen, die monatlich getötet werden, konstant bleibt, sind die Deutschen bis anfangs November erledigt. Wir haben keine Eile, aber unsere Führer werden auf keinen neuen Winterfeldzug warten. Ich glaube, daß sich in ein paar Wochen etwas großes ereignet.

15 Millionen Russen sind zum Militärdienst brauch­bar, und die Alliierten sind den deutschen Heeren fünf- bis sechsfach überlegen.

Churchill im Unterhaus am 23. 5. 1916.

(Times vom 24. 5.)

Erst wenn wir imstande sein werden, an den Gren­zen von Deutschland und Oesterreich-Ungarn Armeen zu versammeln, die an Stärke wirklich dem Feind über­legen sind, dann wird die Stunde des Endsieges geschla­gen haben.

Oberst Repington.

(Times vom 10. 4. 1915.)

Die bedeutsamen Operationen, die in den Karpa­then und zwischen Maas und Mosel vor sich gehen, stellen die Eröffnung der Sommeroffensive 1915 der Alliierten dar. Alle Armeen sind fertig zum Angriff und des Sieges gewiß. Sie sind für alle Ereignisse vorbereitet, und ob­wohl der Kampf hart sein wird, berechtigt uns alles, den Sieg unserer Waffen zu erwarten.

Churchill im Unterhaus am 23. 5. 1916.

(Times vom 24. 5.)

Viele unserer gegenwärtigen Schwierigkeiten im Westen entstanden durch die unglückliche Offensive vom letzten Herbst. Ich hoffe, daß wir den Irrtum nicht wie­derholen werden.

Daß die Engländer noch einmal einen großen An­griff gegen unsere Westfront -versuchen werden, ist ja möglich. Solange nicht alle ihre Machtmittel erschöpft sind, werden sie unseren Sieg kaum anerkennen wollen und schon um ihrer Bundesgenossen willen auch nicht an= erkennen dürfen. Aber eben darum kann es uns recht sein, wenn sie immer noch nicht durch Schaden klug ge­worden sind.

Eiustnrz eines noSlbes. In Herford stürzte bei Eisenbahnarbeiten ein durch Holzpfetler gestütztes Ge­wölbe ein. Bier Arbeiter wurden verschüttet, drei sind

»er

IHvHl 0 U Vvl UvWlgtU yU-ie es, VU p wecklnäßigsten sind. Der Beginn ist auf Anfang Juli festgesetzt;

tot, einer schwer verletzt.

Eine gewiß seltene Verlosung fand im Rathause des hannoverschen Ortes Schüttorf statt. Von den um­liegenden Sandgemeinden wurde der Stadt eine Partie Dauerware, Fett- und Fleischwaren, znr Verfügung ge­stellt mit der ausdrücklichen Bedingung, dieselben nur an wirklich bedürftige Haushaltungen zu mäßigen Prei­sen abzugeben. Es hat nun eine gleichmäßige Einteilung in Paketchen zu zwei und drei Pfund stattgefunden, die am Sonnabend auf dem Wege der Verlosung zum Preise von 1,30 Mark für das Pfund zur Verteilung kam.

Durch den eigenen Vater gerichtet wurde im Bruxer Rösselwald ein junger Mann namens Anton Bally. Der junge Mann, der von jeher arbeitsscheu gewesen war, hatte mit seinen zwei Brüdern in der letzten Woche einen Raubmordversuch begangen. Die beiden Brüder wur­den festgenommen, während Anton B. flüchtig wurde. Als sein Vater von der Tat erfuhr, äußerte er sich zu verschiedenen Personen, daß er selbst den mißratenen Sohn suchen und richten würde. Seitdem war auch, der Vater verschwunden. Jetzt fand man im Brüxer Ronel- wald Vater und Sohn an Bäumen hangend vor.,Nach einem zurückgelassenen Briefe hat der Vater erst jemen Sohn und dann sich selbst erhängt.

Speisegemeinschaften in Coln. Die Ernahrunas- kommission der Stadt Cöln hat sich für Ausdehnung b Speisegemeinschaften auf alle, die an ihr teilneümen wol­len, erklärt. In Hinsicht auf die bessere Ausnutzung der Nahrungsmittel kam man zu der Ueberzeugung, daß Eintopfgerichte am

der Massenspeisung ist auf Anfang Juli festgesetzt: an diesem Zeitpunkt tritt das Markenbuch in Kraft, das insofern eine Kontrolle möglich macht, als diejenigen, die an den Speisegemeinschaften teilnehmen, im Elukaufs- bezug von -Nahrungsmitteln zurnckyalten werden sollen. Von diesen Marken muß der Teilnehmer an der »vetfe= gemeinschaft verschiedene Abschnitte abgeben,, von fünf Fleischmarken drei in der Woche, von der Hnlsenfrucht- marke 30 Gramm pro Woche, für Graupen, Gries, Grütze und Reis 60 Gramm m der Woche und etne Fettmarke von 25 Gramm. Die Ernahrunaskommlsston hat sich entschlossen, zur Vermeidung von «mammlungat vor den Ausgabestellen die Speisen denen, die sie bezie­hen wollen, in die Wohnungen zu dringen. Die Teil­nehmer der Speisegemeinuhaft tragen sich also in Listen ein und die Stadt läßt ihnen die Speisen auf Pferde­wagen und auf Handwagen 5» bestimmten Taaeszeittn übermitteln zum Preise von 8o Pfennig für die Liter- portion. Es wird dreimal am Tage gerockt und a sae- fahren, und so verteilt sich die Ausgabe am drei ver chie- dene Tageszeiten, 8 Uhr moraeus, 10 Wir vormittags und 12 Uhr mittags. Vorläusm rechnet man mit einer Teiluehucerzahl von 40 000 Personen, die jedoch jeder­zeit auf 100000 erweitert werden kaum

Preistreibereien für Gemüse nud Obst. Starke spe­kulative Preistreibereien in Frühgemüse wie auch für die Obsterlite werden aus Schlesien gemeldet. Bei der Verpachtung der Kirschenalleen in einem Kreise sollen ungewölnitich starke Uebergebote zustande gekommen sein. Gebote, die die Taren bei weitem überschritten, oft über das Vier- und Füns ache. Nnn muß freilich beachtet werden, daß in diesen sehr hohen Geboten schon die günstigen Aussichten der diesjährigen ObsteE in Rücksicht gezogen sind; aber selbst dann bleibt noch ein

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nismäßig hohe Preise gefordert und bensilligt mordet sein. Die Folge so hoher Preisgebote bei den Obst- baumverpachtungen sind natürlich hohe Obsipreise fiti den Verbraucher. Nun scheint uns, baß gerade bei der von Provinzial- oder Kreisverwaltungen bewirtschaf- teten Obstbäumen der Landstraßen solche übermäßig hohen Preisgebote der Landstraßen vermieden werden könnten, sei es durch billigere Abgabe unter gleichzeitiger Festlegung einer Preisgrenze für den Verkauf die;es Obstes im Kleinhandel, sei es durch irgendwelche be­hördlich überwachte Kreis- oder Provinzialorganisation. Gerade da, wo behördliche Stellen Verfügung über Le­bensmittel besitzen, dürfte es keine besonderen Schwie­rigkeiten machen, die Verkehrsgestaltung zu binden und zu überwachen.

Sie Vrrslchlmig eines Mzenuges.

Einern Feldpostbrief aus der Zeit der Märzoffen­sive der Russen entnimmt dieKöln. Ztg." folgendes: Wir waren Zuhörer bei den mächtigen Kanonaden links und rechts von uns, von Riga her und nach Wilna zu! Auch unser Regimcnisabschnitt stand zeitweise unter Geschützfeuer. Die . . . Kompagnie war die einzige, welche einen Jnfanterieaugriff abzufertigen hatte. Es war leicht. Das merkwürdigste Ergebnis aber hatten wir. Du weißt, daß ich mit zu einer ständigen Feld­wache gehöre, die einen Hügel zwischen den Linien hält, vor unserer Kompagniefronk. Eines schönen Morgens erscheint zur maßlosen Verblüffung der Feldwachposten aus dem Wäldchen vor uns, auf den Geleisen munter dampfend und pustend ein Zügle, wie unsere Erzge­birgler sagen. Es war ein Pauzerzug. Er fuhr in un­sere Flanke und beschoß den Hügel wie sinnlos mit Ma­schinengewehren. Danit zog er sich zurrick. Es fiel allen schwer, zu glauBen, daß wir richtig gesehen hatten. Das war die erste Szene. Die zweite folgte am nächsten Mor­gen. Ein dicker, weißer Qualm über den Kiefern zeigte von neuem das Herannahen des Zügles an. Die Tele- phonisten arbeiteten fieberhaft.' Allzunahe konnte dies­mal der Zug nicht heran, weil untere Pioniere nachts ein Stück Geleise gesprengt hatten. Jedenfalls, er kam, hielt und schoß auch mit Revolverkanonen. Er schoß so­lange, als es vom Schicksal Bestimmt war. Aber das Unglück kam mit jener fürchterlichen Geschwindigkeit, die Du sehr gut kennst, mit der die Granaten der Mörser eben angesaust kommen. Die 15er Batterie traf die Ge­leise hinter dem Zug. Die 21er Mörser hatten kurz da­rauf Volltreffer in die Panzerwagen. Die Maschine pustete, ruckte, wollte fort zu spät. Was nun folgte, war der letzte Akt. Der helle Morgen kam im Osten S, die Sonne stieg prächtig empor und beschaute die ate der schweren Schießerei, die über den armen Zug fürchterlich niederging. Zerhauen, zerfetzt, zer­trümmert, das war das Ende vom Lied. Wie uns Ueber- läuser erzählten, hatte der Zug einen Jnfanierieangriff auf die Feldwache decken sollen, der infolge des Eisen- bahnunglücks nicht zur Ausführung kommen konnte.

Lestschs decentsten.

Eine fühlte Unteruehmuttg.

Reichlich mit Hündgranateil und Proviant versehen, geht an einem dämmerigen Morgen der Vizefeldwebel Lunau (ans Guvelsberg» von der 14. Kompagnie Re- fnve-Jnfanterie-Regiments Nr. 99 mit fünf Leuten seiner Konrpagnie durch das sumpfige Gelände zu einer Erkundung gegen eine vor der englischen Stellung lie­gende Mühle vor. Unbemerkt schleichen sie sich an das Gebäude. Es ist unbesetzt. Vorsichtig wird nach Tret­minen Umschau gehalten. Dann machen sie es sich in MWMMWWMWMMMWM^^MMWMMMMM»»MMMW dem Feinde zu werden SfitSgittfaWr geschaffen. Kaum 30 Meter entfernt steht man den englischen Posten auf einer Brücke stehen. Andere Engländer arbeiten an einer Barrikade, einige waschen sich, andere kommen mit Teekesseln an. Bei beginnender Dunkelheit hört Lunau, welcher auf der Leiter stebend beobachtet, Schritte näher konkmem Vorsichtig naht ein Engländer, vier andere folgen. Der vorderste weist ihnen ihre Plätze an der Stallmauer an und gibt ihnen Verlmltungsmaßreaeln. Seife bringt Lunau sein Gewehr in Anschlag. Acht weitere Engländer kommen sorglos heran. Jetzt ist es Sets. Auf den ersten Schuß fällt der englische Offizier

. Jetzt ut

_ ______ raltsche Offizrer

in die Arme eines Kameraden doch auch dieser wird durch den zn»eiten Schutz ins Herz getroffen. Vollkom­men verwirrt laufen die anderen durcheinander. Noch drei Schutz gibt Lunau ab und zrvei weitere Engläirder fallen,- gleichzeitig wirst der Reservist Habior (aus Rawitsch i. P.) Handgranaten und macht noch drei Engländer kampfunfähig. Jetzt eilen englische Ver- ftärfungen herbei. Lunau befiehlt seinen Leuten den Rückzug und unter Mitnahme der beiden zunächst lie­genden Toten geht es in die eigene Stellung zurück. Wertvolle Papiere wurden bei der näheren D urch- stlchung gefunden. Vizefeldwebel Lunau erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse.

Ein vorbildlicher Patronilleusührer.

Im Sommer 1915 erhielt der Vizefeldwebel Thal- Heimer von der 9. Kompagnie Reserve-Iufanterie-Re- giments Nr. 121 (aus Lehrensteinsfels, O. A. Weins­bergs den Auftrag, einen vorgeschobene« feindlichen Horchposten arrszuhebeu. Zur Ausführung hatten sich zwei Gruppen Freiwillige und zwei Pioniere aenul- det. Vorsichtig schlich Tbalheimer mit seinen Leuten bis an einen Hohlweg, der sich vor der feindlichen Stellung hinzog, und verteilte feine Leute rund um da» Erdwert des Gegners. Mit einem Gefreiten und zwei Pionieren kroch Thalheimer nun auf den Posten zu. Noch etwa 10 Meter waren sie von der feindlichen Stellung entfernt, als sie bemerkten, daß etwa 15 Fran­zosen von verschiedenen Seiten auf sie zukamen. ^hai- hcimcr eröffnete mit seinen Leuten ein lebhaftes Feuer, ein Pionier warf eine Handgranate aus die Franzosen. Schreie ertönten und Thalheiurer benutzte die entltandene Verwirrung sich mit seinen Begleitern zurückzuziehen.

Da bemerfteit sie, daß einer der Pioniere fehlte. Kurz entschlossen gingen sie nochmals gegen die feindlichen Gräben vor, von wo sie ein heftiges Feuer erhielten, und fanden den Pionier schwer verwundet am Draht- BiuderniS liegen. Um die Aufmerksamkeit des Gegners abzulenken, warfen sie nochmals zwei Handgranaten -in den französischen Graben, dann kehrten sie mit dem Verwundeten zurück in die eigene Stellung. Vczere!-» webel Tbalbeimer, der durch ein. grow mwi frei­williger Pa rouillengänge und iviwiiger EJundunas- ergebuisse seinem Truppenteil wertvolle Dienste geleitet hatte, erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse und die Wurt- tembergische Golderre Militär-Verdienst-Piedaille.

Weitere Drahtnachrichten.

Deutsche Farbstoffe für Holland.

w Rotterdam, 17. Juni. (S.<) Der zemrale Farbstoff-Ausschutz in Holland erhielt die Meldung, daß die deutsche Regierung ihre Genebmiaung.erteilt habe, eine Menge von Farbitoffen aus Deutschland nach Holland anszusübreu die 25 Prozent des holländischen Verbrauches im Jahre 1913 aleickkommr, Damit wurde dem Wunsche der holländischen TWtilkNdustrie ent' sp rochen.