Schwere Verluste der Bussen bei ergebnislosen Vorstößen.
DerMangel an SWeren und Mannschaften in der englischen Flotte.
Zu der Meldung, daß die englische Admiralität die Hälfte der Besatzung der Mittelmeerflotte zurückberufen hat, wird der Korrespondenz „Heer und Politik" geschrieben:
Der ungeheure Offiziers- und Maunschastsverlust in Höhe von 8000 Mann, den die englische Marine in der Seeschlacht bei Skagerrak erlitten hat, macht sich in der englischen Flotte sehr unangenehm bemerkbar, zumal schon vor Ausdruck) des Krieges der Mangel an Offizieren und Mannschaften groß war. Das englische Unterhaus hatte die von der Admiralität geforderte Kopszahl von 250 000 Mann für die Marine mit der entsprechenden Besoldung angenommen. Diese Reuter- sche Zeitungsmeldung hat allgemeine Heiterkeit hervor- gerusen. Wenige Wochen vor AuSbruch des Krieges »nichte ein englischer Admiral in einer Marinezeitschrift darauf aufmerksam, daß die Schlagfertigkeit der englischen B-Iofte unter der stets schwindenden Zahl von gut gebildeten Mannschaften beträchtlich leiden müsse. Erwies darauf hin, daß sich in immer steigendem Maße eine Abneigung gegen den Dienst auf englischen Kriegs- schisfen bemerkbar mache, da die Leute besser bezahlte Berufe aussuchten. Nun erführe» wir, daß die Mittel für 250 000 Mannschaften bewilligt worden seien. Wen» auch die Mittel vorhanden sind, so sind doch auf dem Gebiete der Marine noch weniger wie im Landheere die Menschen vorhanden, welche diese Mittel aufbrauchen sollen. Außerdem kommt noch ein bedeutender Umstand hinzu, nämlich der große Mangel an englischen Marine- offiziere».
England hat schon vor Ausbruch des Krieges die unglaublichsten Anstrengungen gemacht, um des immer stärker werdenden Mangels an Offizieren Herr zu wer- den, Trotz aller Mühe, die sich die Admiralität gegeben hat, um die Reihen der Seeoffiziere auszufüllen, sind diese Bestrebungen in dieser Richtung zu keinem Ziel ■ gelangt. Bei der Vermehrung der Arenzer-Geschwaoer, der Torpedobootzerstörer, Unterseeboot- und Torpedoboot-Flottillen war der Mangel an Offiziersstellen geradezu zu einer Kalamität geworden. Zum Ueberfluß nahm auch noch das Fliegerkorps eine große Anzahl von Personen aus den Reihen des Seeoffizierkorps fort. Der neue Nachwuchs hielt aber keine» Stand mit der schnellen Vermehrung der Flotte. Nachdem man nun anfangs 35 Offiziere der Handelsmarine unter günstigen Bedingungen zu aktiven Marineoffizieren gemacht hatte, war man sogar schon vor Ausbruch des Krieges soweit gekommen, daß man, um die Lücken im Offizierkorps auszufüllen, auf den MauuschaftSstand hinabgreifen mußte. Einer Kommission waren 19 Kandidaten vorge- schlagen worden, die zunächst zu Deck- und später zu Seeoffizieren herangebildet werden sollten. Auch auf andere Weite suchte man den Seeoffiziersberuf lockender zu machen, so hatte man den Pensionssatz für die in die Marineschule zu Osborne eintretenden Offiziers- Aspiranten von Mark 1500 auf Mark 800 herabgesetzt. Bei der Auswahl der Kinder sollte die Bedürftigkeit der Eltern den Ausschlag geben, wobei jedoch den Kindern von Offizieren mit einem Satz von 10 % ein gewisser Vorrang eingeräumt wurde. Trotzdem mag es sehr zweifelhaft erscheinen, ob alle diese Mannschafteu. ae- zu füllen. Mag dann auch quantitativ die Zahl erreicht fein, so darf man doch ruhig aussprechen, daß die Qualität der Seeoffiziere unbedingt darunter leiden mußte. Nicht als ob sich nicht auch unter diesen „gehobenen" Mannschaften tüchtige Persönlichkeiten finden lassen. die durchaus würdig und befähigt sind, ihren Platz voll und ganz als Seeoffizier auszufüllen. Aber dies wird immerhin nur als Ausnahme anzutreffen sein und kann keinesfalls als ausreichende Maßregel zur Deckung des Offiziersbesatzes angesehen werden.
Nun kommt noch dazu, daß England zum Ersatz der durch die deutsche Flotte vernichteten Kriegsschiffen eine Reihe von Kriegsschiffen, die für Rechnung fremder Staaten in England gebaut wurden, Bei Beginn des Krieges in die eigene Flotte eingereiht hat. Die Offiziere der untergegangenen Schiffe haben zum größte» Teil dabei ihr Leben verloren. England hatte zwar einige neue Kriegsschiffe, aber weder die dazu nötigen Offiziere noch Mannschaften. Denn waren schon vor dem Kriege zu wenig Offiziere und Mannschaften für die Schüfe vorhanden, dann kann jetzt natürlich nicht mehr die Rede davon sein, daß die neuen Schiffe reichlich bemannt werden können, zumal die Nordseeschlacht für die englische Flotte ein weiterer furchtbarer Aderlaß bedeutete. (OKM.)
„Ackers Jahr!"
Roman von Freifrau Gabriele von Schlippenbach.
8) (Nachdruck verboten.)
Und Marie schüttelte das blonde Köpfchen energisch.
Seit mehreren Jahren bewohnte die verwitwete Amtsrätin Lindner eine Wohnung im Gartenhaus derselben Hausnummer wie Heerbachs. Ihren bescheidenen Mitteln waren die vier kleinen, aber freundlichen Zimmer entsprechend. Sehr einfach sahen die alten, verbrauchten Möbel aus, die Tapeten waren billig, die Decke niedrig. Trotzdem heimelte das Quartier der Witwe an, es lag bei aller Schlichtheit etwas Feines darin, und die noch schlanke, vornehme alte Dame mit dem weißen Scheitel paßte so gut hinein in diese bescheidene Umgebung.
Marie Heerbach und Anna Lindner waren Schul- freundinnen, kannten sich seit Jahren und verkehrten viel zusammen. Anna hatte ihr Lehrerinnenexamen gemacht, und zwar mit Auszeichnung, denn sie war begabt, und strebsam. Da warf eine Krankheit sie nieder, ein Lungenspitzenkatarrh infolge einer vernachlässigten Influenza. Und die arme Mutter mußte ihr Kind leiden sehen, hatte nicht ine Mittel zu einer Badekur, die ihrem Liebling Genesung gebracht hätte.
Außer Anna besaß Frau von Lindner noch einen um mehrere Jahre älteren Sohn. Dieser hieß Arnold und besuchte die Forstakademie in Eberswalde. Er stand vor dem Schluß-Examen.
„Ich muß nun wohl gehen," sagte Marie, nachdem sie ein Halbes Stündchen plaudernd neben dem Lager Anna's gesessen. „Lebe wohl, Annchen, morgen erzähle ich Dir von meinem ersten Ball. Ich werbe Mauerblümchen sein und sitzen bleiben — das glaube ich bestimmt."
Die Borhaustür wurde von der Wärterin, die jeden Abend kam, geöffnet. Der helle Ton der elektrischen
E Aus dem großen Hauptquartier.
Großes Hauptquartier, 16. Juni 1916. (Amtlich. WTB.) (Eingegangen 3,25 Uhr nachmittags.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Links der Maas greifen die Franzosen mit starken Kräften den Sitdhang des Toten Mannes an. Nachdem es ihnen gelungen war, vorübergehend Gelände zu gewinnen, wurden sie dnrch einen kurzen Gegenstoß wieder z n r ü ck g e w o r f e n; wir nahmen dabei 8 Offiziere, 238 Mann gefangen und erbeuteten mehrere Maschinengewehre. Eine Wiederholung des feindlichen Arrgriffes am späten Abend und Unternehmungen gegen die beiderseits anschließenden deutschen Linien waren völlig ergebnislos. Der Gegner erlitt schwere blutige Verluste.
Rechts der Maas blieb die Gefechtstätigkeit, abgesehen von kleineren, für uns günstigen Jnfanteriege- fechten an der Thianmont-Schlucht, im wesentlichen auf starke Feuertätigkeit der Artillerie beschränkt.
OestUcher Kriegsschauplatz.
Gegen die Front der Armee des Generals Grafen Vothmer nördlich von Przewlvka setzten die Russen auch gestern ihre Anstrengnugen fort. Bei der Abwehr des Feindes blieben über 400 Mann gefangen in der Hand des Verteidigers.
Balkankriegsschauplatz.
Die Lage ist ««verändert.
Oberste Heeresleitung.
Bcm öfterr.-ungar. Generalstab. '
Wie«, 16. Juni. (WTB.) Amtlich wird verlaut- Bart:
Russischer Kriegsschauplatz.
Südlich des Dujestr schlüge« unsere Truppe« feittd- liche Kavallerie zurück. Sonst in diesem Raume nur Geplänkel.
Westlich von Wisniowczyk dauern die A nstür m e russischer Kolonnen gegen unsere Stellungen fort. In der Hand der Verteidiger blieben zwei russische Ossiziere nud 400 Mann.
Bei Tarnopol keine besonderen Ereignisse.
In Wolhyuien entwickeln sich an der ganzen Front neue Kämpfe. Am Stochod-Styr-Abschnitt wurden abermals mehrere Uebergangsversuche abgeschlagen, wobei der Feind, wie immer, schwere Verluste erlitt.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Kämpfe am Südhange der Hochfläche von Do - b e r d o endeten mit der Abweisung der feindliche« Au- «rtffe. ebenso toettert^ ernennte MMWWWMMg'«HUW liener gegen einzelne unserer Dolomitenstellungen.
Auf der Hochfläche von Asiago sind lebhafte Artilleriekämpfe im Gange. Im Ortlergebiet nahmen unsere Truppen die Tukett- und hintere Madatsch-Spitze in Besitz.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts von Belang.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstaves. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
Ereignisse zur See.
Ein Geschwader von Seeflugzeugen hat in der Nacht vom 15. auf den 16. die Bahnanlagen von Portogruaro und Latisana nnd die Bahnstrecke Portgruaro—Lattfa- na, ein zweites Geschwader Bahnhof und militärische Anlagen von Motta di Livenza, ein drittes die feindlichen Stellungen von Moufalcone, San Canzian, Pieris und Bestrigna erfolgreich mitBomben belegt, mehrere Volltreffer in Bahnhöfen und Stellungen erzielt. Starke Brände wurden beobachtet. Alle Flugzeuge sind trotz heftiger Beschießung nnbeschädigt eingerückt.
Flottenkommando.
Glocke hatte verkündet, daß jemand Einlaß begehrte. Dann fragte eine muntere Stimme, ob Frau von Lindner zu Hause sei. Die Mutter eilte daraufhin ins Vorzimmer.
„Aber, Arnold, lieber Junge, wo kommst Du her?"
Sie umarmte den hübschen, großen Menschen, der die kleidsame, grau-grüne Tracht der Forstschüler von Eberswalde trug. Es war ein offenes, frisches Jünglingsgesicht mit blitzenden, blauen Augen, das der Mutter strahlend entgegenlachte. Er umfaßte die Gestalt Frau von Lindners und schwenkte sie ausgelassen umher.
„Mutti, bestanden, habe das Examen eben beendet!" jubelte Arnold.
„Nein, wirklich?! Warum hast Du uns den Termin verheimlicht?"
„Na, um Euch zu überraschen, Mutti! Ich bin so glücklich!"
Sie waren in den Salon getreten, und Anna und die Mutti gratulieren voller Freude und umarmten den Sohn nnd Bruder.
Marie hatte sich still in eine der tiefen Fensternischen zurückgezogen, aber die lustigen Augen Arnolds entdeckten sie bald.
Sie trat etwas verlegen auf ihn zu. Seit Jahren bestand ein kleiner, harmloser Flirt zwischen ihnen. Sie waren zusammen ausgewachsen und kannten sich, als Arnold noch die bunte Schülermütze und Marie Heerbach kurze Kleider und einen langen Zopf trug, an dem er sie oft neckend gezupft hatte.
Heute erschien sie ihm zum ersten Male anders: so damenhaft in dem weißen Kleide mit der Schleppe. Der duftige Stoff ließ die rosigen Arme und den biegfamen Hals frei, das reiche Blondhaar war frisiert, und gewachsen mußte sie auch sein, seit Arnold sie zuletzt gesehen hatte. In ihrer frcimütig-ktnblicheu Art hielt sie ihm lächelnd die Harrü entgegen.
Sie Höhe 321.
Ueber die Höhe 321 wird uns aus Anlaß der Kämpfe bei Thiaumont folgendes geschrieben:
Bei den Kämpfen um. Thiaumont spielte die Höhe 321 eine bedeutende Rolle. Der französische Generak- stabsbericht vom 14. Juni schrieb darüber folgendes: „Sie (die Deutschen) drangen in einige vorgeschobene Teile unserer Stellungen auf den östlicheu Abhängen der Höhe 321 ein". Wenn auch diese Darstellung von unserem Generalstabsbericht noch nicht bestätigt ist, so wird es doch interessieren, einige Mitteilungen über die Lage und Art dieser Höhe zu erhalten. Die Höhe 321 liegt südwestlich von der Thiaumont-Ferme und östlich von Bras. Sie ist gegen Norden direkt der Cote de Froide Terre vorgelagert, deren Fortsetzung sie bildet. Die Cote öe Froide Terre ist um ein geringes höher, als die Höhe 321, da sie eine Erhebung von 340 Meter aufweist. Trotzdem ist auch die hier in Betracht kommende Höhe von erheblicher Bedeutung, da sie in dem ganzen Raume nördlich der Straße Bras-Fleury die höchste Bodenerhebung darstellt. Wenn man bedenkt, welchen Wert die Höhe 304 hatte, so wird man die Bedeutung dieser neuen in den Bereich der Kämpfe gerückten Höhe erkennen. Sowohl General Pstain, wie sein Nachfolger vor Verdun General Nivelle haben die Wichtigkeit dieser Stellung richtig erkannt und sie, wie wir aus französischen Mitteilungen erkennen können, in umfangreichster Weise mit Befestigungen aller Art versehen.
Schon durch die natürliche Beschaffenheit eignet sich die Höhe 321 vorzüglich zur Anlage von Feldve- festignngen, da sich auch hier wie fast in dem ganzen Umkreise von Verdun dichtes Gehölz auf hohem Boden befindet. Dieses Waldgelände, das schon im Caillette-Wal- de seinen Wert offenbart hatte, dient auch hier wiederum in Verbindung mit der beherrschenden Bodenerhebung den Verteidigungsabsichten der Franzosen. Bei ihrer Lage südwestlich von dem ehemaligen Fort Douaumont ist die Höhe 321, die nur um 28 Meter niedriger ist, wie diejenige, auf der Fort Douaumont errichtet wurde, gleichsam die stark befestigte Vorstellung der Franzosen auf dem Wege von Fort Douaumont gegen das Innere des Festungsgürtels. Zugleich beherrscht die Höhe die beiden Straßen Bras—Douaumont und Bras—Fleury, da sie fast auf halbem Wege zwischen beiden gelegen ist Die erstere Straße zieht sich nördlich der Höhe von Westen nach Osten, während die andere in gleichem Laufe südlich der Höhe liegt.
So bildet diese Höhe auf dem heiß umstrittenen Raume von Thiaumont ein starkes Bollwerk, das sich einem feindlichen Vormarsch entgegenstemmt. In der Richtung auf das Innere von Verdun folgen auf diese Höhe die vorher erwähnte Cote de Froide Terre, während südlich von der Cote das Fort de Belleville gelegen ist. Es ist zwar ein kurzer Weg nach Verdun, aber ein vorzüglich mit allen Mitteln der modernen Festungskunst geschützter und verteidigter. (OKM.)
Die Kämpfe vor Verdun und Bpern.
Eitt Leitartikel der „Daily Mail" stellt als Ergebnis der Kämpfe um Verdun und Ypern eine gewaltige Ueberlegenheit der dentschen Artillerie fest. „Es sei den zuhatten, der selbst jetzt noch alle Erwartungen über- treffe." Neu bewiesen sei auch wieder die deutsche Uever- legenheit an Munition. „Unsere äußersten Anspannungen werden höchstens ausreichen, der deutsche» Muni- tionserzeugung ungefähr nqheznkommen. Auch Ypern gibt uns wieder die Lehre, daß wir mehr Artillerie, vor allem schwere Artillerie haben müssen, und Munition und noch einmal Munition.
Die Verluste der Engländer vöi Vpern werden übereinstimmenden Meldungen nach als ganz außerordentlich schwer bezeichnet.
Wie die „Hamshire" uutergiug.
Eine englische Darstellung.
Die englische Admiralität macht folgendes über den Verlust der „Hampjhire" bekannt: Die „Hampshire" hatte ihren Kurs westlich der Orkueyinseln genommen. Es wütete ein schwerer Sturm. Die Wogen schlugen über das Schiff hinweg, sodaß die Luken teilweise geschlossen werden mußten. Zwischen ^8 Uhr und %8 Uhr lief das Schiff auf eine Mine und sank sofort am Bug, während es sich am Steuerbord aus dem Wasser hob. Nach ungefähr einer Viertelstunde war das Schiff in den Fluten versunken. Bevor es sank, rief der Kapitän alle Mannschaften auf ihre Plätze, um das Schiff ordnungs- m»™—m—■■■■■■■■■■■■■■■■■iwia^
„Ich gratuliere," — sie stockte etwas und fügte errötend hinzu, „Herr Lindner."
Nein, sie durfte ihn nicht mehr „Arnold" nennen, er war nun bald ein Mann in Amt und Würden. Der dunkle Flaum auf seiner Lippe war ein Schnurrbart geworden: er kam ihr heute ebenfalls verändert vor.
„Besten Dank, gnädiges Fräulein," versetzte Lindner, gleichfalls die förmliche Anrede gebrauchend, „Wie ich sehe, sind Sie im Ballstaat."
„Ja, es ist mein erster wirklicher Ball, kein bloßes Lämmerhüpsen."
„Bei dem ich die Ehre hatte, oft Ihr Tänzer zu fein. Ob wir hier nicht ein kleines Vorspiel zum Ball ins Werk setzen? Mutti spielt einen Walzer! Die schöne, blaue Donau! Danach tanzt es sich famos!"
Arnold drängte die Mutter zum Pianino. Schnell den Teppich fortgenommen, die Stühle und den Tisch fortgeräumt, und ohne viel zu fragen, den Arm um die zarte Brädchengestalt gelegt und munter darauf losgc- tanzt.
Lächelttd blickte Frau von Lindner auf das junge Paar, und die ernsten Augetr Anna's ruhten mit einem traurigen Ausdruck auf dem Bruder und der Freundin. Auch sie war jung, aber stech und krank! Würde sie jemals die Frische wiedererlangen, würde sie gesund werben?
Es ist schwer, mit achtzehn Jahren zu sprechen: „Wie Gott will." Erst später lernt man es, wenn das Lebetl gebieterisch an uns herangetreten, wenn man erkennt, daß alles Wollen des Menschen eitel ist und ein Vater im Himmel unser Geschickt lettft.
„Genug, Arnold, Mariechen" ruft Frau von Lindner und schließt das Instrument, „Sie dürfen sich nicht ermüden, Kindchen, noch ehe der Ball angeht."
Mütterlich streicht die weiche Frauenhand über daS Haar des Mädchens.
(Fortsetzung folgt.)