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gime des Feindes gegen unsere Stellungen. Im urchschnitt werdest von vier Angriffen drei mit schwe­ren Verlusten zurückgeschlagen, aber beim vierten ge­lingt es dem Feinde, uns ein Stück Schützengraben, eine Verschanzung, ein Stück von einem Dorfe oder Fort ab- zunehmen. Mit einer Disziplin, die man nach den Tra­ditionen unserer Rasse nicht erwarten konnte, bieten unsere Soldaten, wenn die Reihe an sie kommt, ihren Leib dem Feuer der schweren Kruppgeschütze dar. Un- vushörlich Tag und Nacht, ohne Rast und Ruhe währt das Höllengehämmer des Stahls auf die Menscheuleiver und die Vernichtung der Existenzen.

Was unsere Wichtigtuer und Zimmerstrategen uns als Wahnsinnstat des Kronprinzen und Masteumord des Kaisers darzustellen belieben, erweist sich danach als Glied eines lang durchdachten und mit kaltblütigem Ziel- bewußtsein durchgeführten Planes. Der Kaiser weiß, daß Frankreich infolge seiner Elastizität am schwersten von allen vrbundeten Staaten zu besiegen ist, aber auch, daß es die wenigsten Menschen besitzt. Unsere Reserven sind es, die er bei Verdun vernichten will, und die Hin- schmelzen sollen, wie Schnee an der Sonne. Also wie­der sollen wir den Hauchtest der gemeinsamen Opfer tragen: unser Blut soll reichlicher fließen, als das un­serer Bundesgenossen, trotzdem sie viel weniger an Blut- leere leiden.

Das darf nicht geschehen! Abgesehen von der Bil­ligkeit erfordert das wohlverstandene Interesse des Vierverbandes, daß man uns nicht zu Opfern zwingt, die das Fortbestehen unseres Landes in Frage stellen. Wir verkennen niemandes Eifer. Aber die Konferenz der Berbündeteu hat geschmeichelt, alle Hilfskräfte zu gemeinsamer Tätigkeit zu vereinigen. Wir brauchen Menschen, und unsere Bundesgenossen haben sie übrig: dann müssen sie uns aber auch welche schicken und die Zusammenarbeit verwirklichen. Wie Deutsche in Ser­bien und Oesterreicher im Elsaß waren, müssen Eng­länder und Russen» nach Verdun kommen. Die Lob- sprüche, die man unseren Soldaten spendet, sind wohl­verdient, aber, die aufrichtige Bewunderung ersetzt nicht die Entsendung einiger frischer Divisionen.

Jedes Gehenlassen gegenüber der Tätigkeit des Feindes ist eine schwere Schuld. Man predigt uns schon allzulange und in allen Tonarten die zahlenmäßige Ueberlegenheit unserer Verbündeten. Dann sollen sie sie aber auch beweisen und nicht uns allein den schwer­sten Schlag erdulden lassen, den je eine Nation erlitten hat. Heldentum ist etwas Schönes, aber in übertriebe­nem Maße, unter Verhältnissen, wie sie uns jetzt klar werden, bekommt es einen anderen Namen. Also Hilfe, aber schnell! .....

i BundesraLsverordnung über die

Versorgung mit Kleidern.

Der Bundesrat Hat unter dem 10. Juni eine ein­gehende Verordnung über die Regelung des Verkehr mit Web-, Wirk- und Strickwaren für die bürgerliche Bevölkerung erlassen. Die Regelung soll hauptsächlich den sparsamen Verbrauch der vorhandeneu Bestände herSeiführen, damit auch bei noch so langer Dauer des Krieges am Friedensschluß für die in dre bürgerlichen Berufe zurückkehrenden Krieger genügend Stoffe vor­handen sind. Daneben sollen die benötigten Stoffe für die Behörden, öffentliche und private Krankenanstalten beveitgestellt sowie die Herstellung und der Vertrieb von Ersatzstoffen gefördert werden. Mit der Durch­führung der Aufgabe wird die Reichs-Bekleidungsstelle betraut. Die Berbrauchsregelung soll erreicht werden

' na Hes Mfaßes iru KletnMtdel auf 20 Prozent des Jnventurergebuisses bei jedem Ge­schäft. Bon da an dürfen unter die Verordnung fallende Web-, Wirk- und Strickwaren im Kleinhandel nur gegen Bezugsschein an den Verbraucher abgeben wer­den, der dem Antragsteller von der Behörde seines Wohnsitzes ausgestellt wird. Jeder Kleinhändler mit diesen Stoffen hat unverzüglich eine Inventur der­artiger in seinem Besitz befindlicher Waren mit Ein­setzung der Preise aufzunehmen. Während der Inven­tur besteht Berkaufssperre. Fabrikanten und Groß­händler dürfen nur an solche Abnehmer liefern, mit denen sie bereits vor dem 1. Mai 1916 in dauernder Ge­schäftsverbindung gestanden haben. Von der Ver- Lrauchsetnschränkuug sind eine Reihe von Waren ausge­nommen, wie Seidenstoffe, Batist, Schirme, Schleier usw., die unter 34 Nummern in einer sogenannten Frei­liste veröffentlicht sind.

Sriegsallerlel.

Eine neueKultnrtat" der Entente.

Wie aus Smyrna gemeldet wird, beschlossen am 26. Mai vormittags sechs Uhr zwei feindliche Kriegsschiffe das von Direktor Wiegand errichtete, rein wissenschaft­lichen Zwecken dienende Statioushaus der Berliner Museen beim Apollo-Teinpel zu Didyma gegenüber Da- mos. Das Haus wurde bis auf zwei Raume in Trüm­mer gelegt. Von dem wissenschaftlichen Material sind nur die Tagebücher und die architektonischen Aufnahmen gerettet. Alles übrige scheint vernichtet.

Kitcheners Sekretär als Leiche geborgen.

Unter den Geretteten vom KreuzerHampsbire" befinden sich keine Offiziere. Unter den angespülten Leichen fand man die von Kitcheners Sekretär Oberst­leutnant Fitzgerald.

Die englische Admiralität erklärt, es stehe jetzt fest, baß dieHampshire" am 5. Juni um 8 Uhr abends auf eine Mine gestoßen und binnen 10 Minuten gesunken ist. Sie war von zwei Zerstörern begleitet, die infolge des schweren Seeganges im Laufe der Fahrt den Kreu­zer verloren. Eine eingehende Nachforschung nach den vier Booten, die, wie maß sagt, dieHampshire" ver­ließen, ergab kein Resultat. Man hat jede Hoffnung anfgegeven, daß außer den 12 Personen, die sich aus dem Flusse in Sicherheit brachten, noch jemand gerettet wurde.

Schneid und Ausdauer.

würd

Bei einem Sturm des 3. Bataillons des 10. Wtirt- tembeJsischcn Jnfarrterie-Negtments Nr-180 auf bie französischen Stellungen war der Vizefeldwebel Klotz «Döffingeu) von der 9. Kompagnie unter den vor- en des Bataillons und errichtete mit einigen Leuten eine Sandsackmauer, die den eroberten Gruben gegen den von den Franzosen noch gehaltenen Teil absperrte. Immer wieder stürmten die Feinde heran um die Tandsackpackung zu beseitigen, aber Klotz hielt.mit sei­nen Leuten mierschttttert stand. Die aus nächster Ent- kernung abgegebenen wohlgezielten Schütze der Vertei- otaer bewirkten, daß ein französischer Angriff nach dem andern zusammenbrach. Klotz hielt unverzagt auf sei­nem Posten auS, obwohl die Lage immer schwieriger wnrde. Eilt französischer Offizier, der, hinter einem Stahlschild stehend, der kleinen Besatzung stark zusetzte, wurde von Klotz mit sicheren, Kopfschutz beseitigt. Indessen wurde der Ansturm des Feindes immer ftef- I aer. Angriff folgte auf Angriff. Dow jeder wurde

] Nacht hereinbrach, zog sich, der Feind zurück. Mzefeld- webel Klotz, der bereits bei früheren Gelegenheiten mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und der Württem- bergischen Goldenen Militär-Verdienst-Medaille ausge­zeichnet worden war, erhielt für seine vorbildliche Tapferkeit das Eiserne Kreuz 1. Klasse.

Sie wUche MkMensise 1916.

(Fortsetzung.)

Hier im nördlichen Abschnitt zwingen die surcht- baren Verluste den Gegner am 22. März z«r Nutze und Erholungspause. In der Seen-Enge hat der kleine Teilerfolg bei Blizniki den Mnt belebt und die Zuver­sicht gehoben. Hier also scheint der Sieg erreichbar. Nach stundenlanger Artillerievorbereitung am 22. März greifen nachmittags etwa vier Divisionen erneut an. Zwei Angriffe werden angesetzt. Zweimal in je vier dichten Wellen brechen die russischen Massen vor. Zwei­mal zerschellen diese Versuche restlos unter schwersten Verlusten. Allein die 8. sib. Schützen-Division verliert an Gefangenen 2000 Mann. Mit äußerster Heftigkeit wütet das Artilleriefeuer in der Nacht zum 23. 3. werter. In den Morgenstunden bricht die verstärkte 8. sib. Schützen-Division noch einmal zum Angriff vor. Die Angriffe scheiterten ebenso wie die folgenden Vorstöße am Abend.

In unerschütterlicher Ruhe halten die Truppen der 10. Armee. Heute in Eis und Schnee frierend und er­starrt, morgen im Tauwetter durchnäßt, im tiefen Schlamm und Brei der aufgeweichten, durch das heftige russische Feuer abgedeckten Gräben. Musterhafte Arbeit leistet die Artillerie, Feldartillerie und schwere. Hier legt sie Sperrfeuer zwischen Hindernisse und Angreifer, dort vor seine nachrückenden Reserven. Hier flaükiert sie wirksam, dort jagt sie den abgeschlagenen, zurück- flutenden Angreifer in das Strasfeuer ,einer eigenen Maschinengewehre und Kanonen. Die Armee Eichhorn, derSturmbock gegen Kowno", der eiserne Besen, der die Tenne reinfegte zwischen Njemen und dem Seen­gebiet südlich Dünaburg, ist jetzt derPrellbock", der Wall, aus dem russische übermächtige Hammerschläge hier und dort zwar einen Steinsplitter abschlagen, aber nicht eine einzige Fuge lockern können.

Ebenso unerschütterlich wie die Front der 10. Armee erweist sich ihr linker Flügel und die anschließende Armee-Abteilung Scholtz. Zwar wurde der NorMügel der Armee Eichhorn von der vollen Wucht der russischen Offensive nur zum Teil gefaßt, aber auch diese Kämpfe zeigen Höchstleistungen auf beiden Seiten.

Das Gelände des ehemaligen Dorfes Wileity war zu einem mehrere hundert Meter vor der Hauptstellung liegenden Stützpunkt ausgebaut. Von hier aus ließ sich die eigene Front und die der rechten Nachbargruppe weit­hin flankieren. Die Beseitigung dieies Stützpunktes war Vorbedingung zur Durchführung des Angriffs. Dichtes Waldgelände in etwa 1000 Meter Entfernung gestattete gedeckte Versammlung und Annäherung.

So entbrennen heftige Käinpfe um diesen Stütz­punkt. Am 18. März vormittags beginnt der Angriff gegen Wileity und dehnt sich bald weiter nach Norden aus. Die den Wald verlassende Infanterie kommt sofort in heftiges Artillerie- und Maschtuengewehrfeuer und flutet bald in die Deckung des Waldes zurück. Weiter nördlich kommt der Angrrsf gar nicht zur Entwicklung. Gefangene der dort eingesetzten Regimenter 85 und 88 sagten später aus, die Infanterie hätte Befehl erhalten, öer^tütgunf^ggfirg^^ sich -stand. Das"deütWe Artillerieieuer von unauffind­baren Batterien hätte ihnen ungeheure Verluste zu­gefügt.

Am Abend des 19. März versucht der Russe nochmals den Angriff. Ohne Feuervorberettung will er sich des Stützpunktes durch Handstreich bemächtigen. Fast un­sichtbar in Schneemänteln schleichen im Dunkel der Nacht Abteilungen an die Hindernisse heran. Kreisförmig soll die Stellung umschlossen und überraschend angegriffen werden. Im blendenden Licht deutscher Scheinwerfer und Leuchtkugeln setzt rasendes Maschinengewehrfeuer ein. Bald uaw Mitternacht retten sich kümmerliche Reste der russischen Infanterie. Der Verteidiger des Stütz­punktes hat vier Verwundete als Verlust zu melden. Noch einmal versucht der Feind sein Glück. S(m Mor­gen des 22. März brechen starke Kräfte aus dem Walde vor. Eine Welle folgt der anderen. In kurzer Zeit feuern wohl 2000 Schützen. Unsere Artillerie leidet zu­nächst unter ungünstiger Beobachtung. Sie vermag den Angriff nicht aufzuhalten. Der Ruße drückt trotz größter Verluste auf etwa 300 Meter vor. Dann klärt das Wet­ter sich auf. Unser Artilleriefeuer setzt ein und um 11 Uhr vormittags ist der Angriff abgeschmettert. Hunderte von Toten liegen vor der Stellung: Hunderte Verwun­deter kriechen zurück oder jammern vor den Hindernis­sen: . . . Hunderte werden später von russischen Kran­kenträgern geholt. Der memchliche Verteidiger erlaubt dem feindlichen Sanitätspersonal ungestörte Arbeit und die Bestattung der Gefallenen.

Weiter nördlich fanden um diese Zeit nur kleinere Kämpfe um vorgeschobene Postierungen statt. In einem etwa 8001500 Meter vor den Stellungen liegenden Hochwald wurden unsere Posten und Feldwachen von starken Kräften angegriffen und erhielten zur Vermei­dung unnötiger Verluste den Befebl, auf die Haupt- stellungen znrückzugeben. Eine dieser Feldwachen wurde jedoch vom Gegner völlig eingeschlossen. Ihr schneidiger Führer wehrte sich eine Nacht und den folgenden Tag gegen erdrückende Uebermacht. Dann gelang es ihm, sich bei Dunkelheit mit Hilfe unserer Artillerie an der Spitze seiner kleinen Schar fast ohne Verluste uni sogar unter Mitnahme einiger russischer Gefangener nach rück­wärts önrchznschlagen. Gefangene sagten aus, daß die Russen bei diesen Gefechten um die Feldwachen etwa zwei Bataillone verloren hätten.

Noch eine kleine Schilderung sei eingefügt. Sie stellt keine besondere Heldentat dar, wirft aber ein schönes Schlaglicht auf den Geist deutscher Verteidigung, die nicht zufrieden ist am starren Festhalten, sondern jede Gelegenheit aufspürt, Teilerfolge auch in der Defensive zn erringen, Erfolge des Angreifers sofort wieder zu beseitigen.

In diesem einmütigen Geist, der Führung und Truppe, Offizier und Mann zusammengeschweim hat, liegt das Geheimnis deutscher Kraft in Angriff und Verteidigung. Hier setzt sich der Kommandeur eines lotHAngischen Infanterie-Regiments in den Sattel und wirft an der Spitze seiner Truppe durch kräftigen Ge­genangriff den eingedrungenen Feind aus dem Graben. Dort geht ganz allein und selbständig ein einzelner Landsturummnn, biederer Handwerker im Frieden, mit Handgranaten vor und reinigt sein Grabenstück von eingebrochenen Russen.

Nördlich von Wileity liegt vor der Front haS etwa 1 Klm. lange Dorf Weltkoje-Selo. In der Mitte des

Posten 500 Meter weit gegen den feindwärkS gelesene« Dorfrand vor. Nachts wurde der Posten eingezogen.

(Schluß folgt.)

Vermirdites»

Verlobung im Vierverband? Dem PariserTempS" wird geschrieben: Gut unterrichtete Persönlichkeiten be­stätigen, daß die Verlobung zwischen dem Prinzen voy Wales und der Prinzessin Jolanda, der ältesten Toch­ter des Königs von Italien, demnächst bekanntgemacht würde. Die Reise des Herzogs von Connauabt nach Ro^> habe dieie Angelegenheit zum Zweck gehabt.

Zur Förderung der Schweinemast gewährt die Stadt­verwaltung Herford t. Westf. den Einwohnern, deren Einkommen 1200 Mark im Jahre nicht übersteigt, vor­schußweise den Kaufpreis für junge Ferkel. Das Geld muß der Schweinemäster am Ende der Mast in bar oder in Fleisch, zu Höchstpreisen berechnet, an die Stadt zu­rückzahlen. Die Stadt gewährt Dkastprämien, je nach Gwicht der Schweine 1015 Mark pro Tier.

Heiteres vom Tage. Grenzen.Trude, schau, die kostbare Toilette!"Bitte, Mama, Kleid heißt es jetzt!" Ja, von zweihundet») Mark abwärts." (Megg. 80") Strenge Moral. Die Tante fragt ihr kleinen Neffen, der das erste Jahr die Schulbank drückt, wie es ihm in der Schule gefalle. Fritz antwortet:Der Lehrer gefällt nur ganz gut, und ich Habe ihn auch lieb, aber manchmal sagt er nicht die Wahrheit."Aber das kann ich gar nicht glauben," meint die Tante.Doch, Tante, denn gestern hat er gesagt 4 und 5 ist 9 und heute hat er gesagt 6 und 3 ist 9," war die prompte Beweisführung. (Leipziger Lehrerzetftlng".) Von der Schmiere.Nanu, wird denn dieMaria Stuart" nicht hingerichtet!?"Nein, der Herr Direktor nimmt Rücksicht auf die heute hier an­wesende Frau Amtmann dre ist zu nervös!" (Flieg.

Bl.") Das Wichtigste. Wirt (zu der vorübergehenden Gattin eines Stammgastes):Frau Müller, eine Feld­postkarte von Ihrem Mann! Er ersucht mich, ihm für Samstagabend eine schöne Schweinshaxe zu reservieren, und damit er rricht zweimal zu schreiben braucht, soll ich's Ihnen mitteilen, daß er an diesem Tage in Urlaub kommt!" (Megg. Bl") Verfehlte Wirkung. Stellen- vermittleriil:Es suchen fünf Herren Haushälterinnen, hier sind die Bedingungen. Einer davon will eine ohne Heiratsabsichten, wie Sie sehen!" Haushälterin:Zu dem gehe ich, der hat Angst!" (Flieg. Bl.)

3m Heizkaum während der Schlacht.

Ein interessantes Bild von der Stimurmig, wie sie während der Seeschlacht unten im Heizraum geherrscht hat. entwarfen einem Mitarbeiter derFrkf. Ztg." zwei Heizer von dem SchlachtschiffKaiser". So erzählte der eine anschaulich:Mit normaler Fahrt liefen wir ans Wilhelmshaven, wie so oft schon, aus. Niemand ahnte und wußte etwas davon, daß ivir die Engländer ein­mal packen würden. Allmählich wurde die Fahrt ge­steigert, und aus mancherlei Anzeichen schloß ich, daß irgend etwas im Gange sei. Zu meinem Nachbar von den Feuern sagte ich: Das riecht so merkwürdig, das ist doch gar kein Kohlengeruch." Und er sagte:Ich glaube, das ist Pulver." Kaum hatten wir das zu­einander gesagt, so wurde Alarm geschlagen, und es kam der Befehl, mit äußerster Kraft zu laufen. Was nur möglich war, holten wir aus den Maschinen heraus. Viele Stunden hindurch sind wir mit 23 Seemeilen ge- JÜWtofoW^M^^ -rstwet- «frier dumpf----- äis notwendig war. Der Manoureterzeiger itand im­mer über Lern roten Strich.

Wir waren zwar vollkonnneu abgeschlossen von dem, was draußen vorging, alle Luken und Schotten waren um uns herum dicht zugemacht, aber wir haben gejubelt vor Freude, daß wir es jetzt den Engländern zeigen können. Einige male hörten wir, wie Granaten gegen den Panzer schlugen, aber sie prallten ab. Wenn die Granaten um unser Schiff herum in das Wasser schlugen, hörten wir einen merkwürdig hell klingenden Ton. Dankbar waren wir vor allem unserem Komumndan- ten, daß er uns alle einlaufenden Nachrichten durchsägen ließ. Der Kohlenverbrauch war ungeheuer groß, und die Kohlen haben uns überhaupt viel Mühe gemacht, wenn die aufgeschichteten Haufen durch die Erschütterung des Schiffes durcheinander stürzterr. Eine tropische Glut herrschte im Heizraum, obgleich die Venttlationen tadel­los funktionierten. Zur Ueberlegung hatten wir nicht viel Zeit, denn nur mit Aufbietung unserer ganzen Körperkraft konnten wir das Geforderte leisten. Fitr Getränke, die wir bei der aroßen Glut sehr notwendig brauchten, ist während der Schlacht immer gesorgt wor­den. Auch für NäbntttgSmittel, nur haben wir mit den Butterbroten Ruß in ungeheuren Mengen schlucken müssen."

Immer wieder rühmten die beiden Heizer als be­sondere Wohltat, daß der Kommandant an sie in ihrer Abgeschlossenheit dachte, und es ihnen durch Nachrichten ermöglichte, sich ein Bild von dem Gange des KampfeS machen zu können.Um" zwölf Uhr nachts, als der Hauptkampf vorüber war, erzählte der Heizer weiter, ließ uns unser Kommandant an Deck kommen, damit wir uns die brennenden englischen Schiffe an sehen konn­ten. Als wir in den Heimathafen einliefen, sah das ganze Geschwader aus, als ob es von einem Manöver zurück- käme. ES war alles in Ordnung gebracht, und wir hat­ten uns auch während der Nacht waschen können. Wir sind übrigens, nachdem wir Kohlen genommen hatten, sofort wieder auf Vorposten geschickt worden."

Wie deutsche Seeleute sterben.

Ueber den Untergang von S. M. D.Frairenlob" wurden dem Berichterstatter deri eiegraphen-Union" von zwei geretteten Matrosen des Schiffes noch fol- aenhc Mitteilungen gemacht: Das Schiff hatte fuh an der Schlacht vom 81. Mai nur wenig beteiligt. In der darauffolgenden Nacht ging ein englischer Kreuzer von Backbord per auf 1000 Meter heran mw schoß ein Tor­pedo auf das Schiff ab. Der Torpedo traf. Beide Maschttren nanhen sofort still, wahrscheinlich durch Ver­biegen der Wellen, und sämtliche Lichter erlöschten. Das Schiff sank in sieben Minuten. Als die bethet Leute auf Deck karnertz ging ihnen das Wafler schon bis an die Knie. Trotzdem wurde tloch aus einigen Geschützen weiter gefeuert. Der KommandaM war mit dem gesam­ten Offizierkorps auf der' Brücke versammelt. Er brächte drei Hurras auf Seine Brajestät an?, dann sank daS

Weitere Drahtnachrichten»

Russische Transportschiff« versenkt.