Ein Havarierter aus Jet Nordseeschsacht.
W> Haag, 9. Juni. (T. Der Berichterstatter der „Times" meldet laut „Tgl. Ndsch" aus Kopenhagen: Der Kapitän des Dampfers „Agne", der am Dienstag den 30. Mai von Grimsby nach Schweden ab- fuhr, begegnete einem englischen Torpedobootszerstörer, dessen Einrichtung für die drahtlose Telegraphie und dessen Kommandoturm vollständig durch Granaten zerstört waren. Die Mannschaft arbeitete fortgesetzt an den Pumpen, nm das Schiff über Wasser zu halten.
Kitcheners Petersburger Sendung.
Zur Vorgeschichte der Petersburger Reise Kitchc- ners teilt der Stockholmer Korrespondent der „Voss. Ztg." folgendes mit: Ende Mai hatte der Oberbefehlshaber der russischen Südwestfront, General Brussilow, nach Petersburg berichtet, eine große Offensive zwischen dem Pripjet und der Bukowina könne nur dann auf Erfolg rechnen, wenn entsprechende bedeutende englische Verstärkungen bei Berdun Deutschland veranlassen wür- den, große Trnppeumassen von der deutschen Ostfront nach dem Westen zu werfen und dadurch die deutschen Ostheere ebenso zu schwächen. Am 30. Mai begab sich der frühere Oberbefehlshaber der russischen Südwest- front, General Iwanow, auf Befehl des Zaren nach dem Hauptquartier Brusfilows, um diesem bei der beginnenden Offensive mit Rat behilflich zu sein. Bei seiner Abreise hielt Iwanow im Fürstenzimmer oes Petersburger Bahnhofs eine Ansprache, worin er mit- teilte, die beginnende russische Offensive werde vielleicht für den Kriegsausgaug entscheidend werden, da Ktt- chener versprochen habe, nicht nur große deutsche Heeresmassen von der Ostfront abzulenken, sondern auch bei der Einleitung der Offensive in der einen oder anderen Weise persönlich mitwirken. Am 2. Juni wurde ut Petersburg bekannt, daß sich der britische Militäragent in Petersburg mit seinen beiden Gehilfen nach Archan- gelsk zum Empfang Kitcheners mit seinem aus 28 hohen britischen Offizieren bestehenden Stäbe begab. Am gleichen Tage wurde durch Rundschreiben der russischen obersten Presseverwaltung den Zeitungen verboten, Mit- teilungen darüber zu machen. Die russische Südwest- Lahn hatte inzwischen Auftrag erhallen, für die kommenden Tage einen Sonderzug umt Petersburg nach Süden bereitzuhalten und ihn mit britischen Abzeichen zu schmücken. Dem Stäbe, der zur Dienstleistung für Kitchener und seine Begleiter befohlen war, gehörten allein sieben russische Generale an.
1000 Menschen mit der „Hampshire" nntergegangen.
Nach der „Daily News" sind an Bord der „Hampshire" außer den 700 Mann der Besatzung noch 300 andere Personen umgekommen. Außer englischen Offizieren sollen sich auch italienische an Bord befnnden haben.
kriegsaileriei.
Ein Denkmal für die toten Seehelden.
Die „Morningpost" vernimmt aus Kopenhagen: Wegen der heftigen Stürme konnten während der letz- lett Tage keine Schiffe in die See stechen. Viele britische und deutsche Seemannsleichname werden an der dänischen Küste angespült. Die Bewohner von verschiedenen Küstenstädten beabsichtigen, zu Ehren der umgekommenen Seeleute ein Denkmal zu errichten.
Millionen-Schmiergelder für Venizelos.
Die Bukarester „Minerva" meldet aus Athen: „Nea Himera" teilt mit, daß Venizelos von der Entente 12 • HWWMMWWDMMWWWW
In England drohen neue Ausschreitungen gegen naturalisierte Deutsche.
©-$> Christiania, 9. Juni. (T. u.) In London wie in anderen großen Städten, so in Liverpool und Nottingham, macht sich eine wachsende Erbitterung gegen dre naturalisierten Deutschen bemerkbar, weil, wie an der Fondsbörse offen ausgesprochen wird, die Torpedierung der „Hamshire" mit Kitchener an Bord als das Werk deutscher Spione angesehen wird. Man frage sich, wie lange man noch Ausländer an der Börse dulden wolle. „Daily Mail" verlangt dieJnteruierung aller Ausländer. In England seien noch 15 000 auf freiem Fuße, besonders in London Westetid. Die meisten von ihnen sagen offen, sie seien im Weltkriege neutral, obwohl sie naturalisiert seien. Man rechnet mit neuen Aus- schreitungen naturalisierten Deutschen gegenüber und trifft so weit wie möglich Vorbeugeungsmaßregeln.
Sie kciegsiredike.
Zum sechsten Male hat der Reichstag der Regierung die Kriegskredite bewilligt. Zwölf Milliarden Wurf, die für den Bedarf ungefähr der nächsten sechs Monate ausreichen werden. Zeit und Betrag der sechs Bewilligungen zeigt nachstehende Tabelle: 1914: August 5 Milliarden Mark, Dezember 5 Milliarden Mark, 191a: März 10 Milliarden Mark, August 19 Milliarden Mark, Dezember 10 Milliarden Mark, 1916: 12 Milliarden Mark, zusammen 52 Milliarden Mark. , Die „Franks. Ztg." fügt zum Vergleich die Kriegskreditbewilligungen in England bei; über die Kredite der andern kriegführenden Staaten liegen so genaue Angaben nicht vor. 1914: August 100 Millionen Pfund Sterling, November 225 Millionen Pfund Sterling: 1915: März 287 Millionen Pfund Sterling. Juni 250 Millionen Pfund Sterling, Juli 150 Millionen Pfund Sterling, September 2o0 Millionen Pfund Sterling, 'November 400 Millionen Pfund Sterling, Mai 300 Millionen Pfund Sterling, zusammen 2382 Millionen Pfund Sterling gleich 48,63 Milliarden Mark. .
Die Zifferureihen zeigen, wie schnell letzt die Ge- samtsumme der englischen Kriegsausgaben sich der deutschen nähert,- in Wirklichkeit hat sie M. wahrscheinlich schon überiroffen, da die deutschen KUegskredt e die Kriegführung bis gegen Ende des laufenden Jahres sichersiellen, während der letzte englische„KriegskreW vom Mai d. I., der sich nur auf 800 Millionen Pfund Sterling beließ in absehbarer Zeit noch eine Nachfolge wird finden müssen, um England für die gleiche Zeitdauer die Führung des Krieges zu ermöglichen. Wir stehen vor der immerhin beruhigenden Tatsache, die der neue Schatzsekretär Graf Rädern wirkungsvoll urfter- strtchcn hat, daß unsere Kriegskosten auf einem Be- harrnuaSzustande angelangt fmö; der Monatsdurchi- sclmiit von rund 2 Milliarden, mit dem seit einem Jahr etwa zu rechnen ist, ist auch durch den gcwalttaen Mu- nitiousverbrauch der Berduner Kampfe nicht überschritten worden. Im Februar und im April ging die Summe sogar auf 1800 bezw. 1900 Millionen zurück. England allein muß, wie der Staatssekretär wiederholte, bei annähernd 100 Millionen Mark täglichen Kriegskosten setzt rund 8 Milliarden Mark im Monat auf- wendens, d. t. um 1 Milliarde oder b0 Prozent mehr als wir. Frankreich hat mit durchschritttlich 60 Mit- Honen läglichen Kriegskosten ungefähr die gleichen Auf- weii düngen wie wir zu tragen. Und die Gesamtkriegs- ^osten unserer Gegner sind fortlausiurd Ullgesähr doppelt
so groß wie diejenigen von uns und unseren Bundesgenossen zusammen genommen.
Es kommt hinzu, daß die Solidität unserer finanziellen Kriegsführung von keinem unserer Gegner auch nur annähernd nachgeahmt werden kann. Von den bisherigen Kriegskrediten von 40 Milliarden Mark hat Deutschland mehr als 90 Prozent durch feste Anleihen aufgebracht, nämlich 36,8 Milliarden (4,5 und 9,2 und 12,4 und 10,7). Dagegen haben England kaum die Hälfte, Frankreich nur ein Drittel der Kriegsansgaben durch Unterbringung von Anleihen konsolidiert. Unvergleichlich viel mehr als wir haben unsere Gegner zu dem gefährlichen Mittel der Kriegführung mit kurzfristigen Krediten greifen müssen. Auch jetzt stellen sich der Ausgabe neuer langfristiger Kriegsanleihen nicht nur in Frankreich, sondern auch in England dauernd die grössten Schwierigkeiten entgegen, während wir der Ausgabe einer fünften Kriegsanleihe, die nicht vor dem September zu erwarte« ist, mit der gleichen Ruhe wie den bisherigen vier Anleihen entgegensehen.
Die rvsfische NSrMnfiiu 1916.
Aus dem Großen Hauptquartier wird geschrieben:
Die Winterruhe des Stellungskrieges an der dcm- schen Ostfront wurde am 16. März jäh und plötzlich unterbrochen. Zu dem von unserer Heeresleitung erwarteten Zeitpunkt und mit gleichfalls erwarteter Kraft- anstrenguug setzte die russische Offensive ein. Eine Offensive: in ihrem Eintritt seit langem kenntlich, in ihrer Endwirkung vorauszufehen itnö erwünscht.
Die ersten sicheren Anzeichen des bald bevorstehenden Angriffes wurden Ende Februar bemerkbar. Gefangene sprachen von der Absicht eines großen Angriffes auf „Wilna". Die Ruhe in den russischen Gräben machte einer lebhaften Tätigkeit Platz: Truppenverschiebungen an und hinter der Front ließen auch bald die beabsichtigten Einbruchsstellen erkennen.
Man mag diese Offensive als „Entlastungsoffensive" für die französische Berdun-Front bewerten oder als selbständige strategische Handlung beurteilen: — zwei Tatsachen stehen unverrückbar fest: das große Endziel der russischen Heeresleitung und die unerschütterliche Zuversicht der deutschen Führung im Festhalten der eisernen Mauer im Osten.
Alle Versuchs des Gegners, nach dem Fehlschlagen seiner Hoffnungen das ursprünglich beabsichtigte Ausmaß zu verkleinern, können nicht standhaften vor der Beweiskraft der feindlichen Heeresbefehle zur Einleitung des Angriffes, dessen Endzweck die Vertreibung der deutschen Heere aus dem besetzten Gebiet war.
„Truppen der Westfront! . . . Seine Majestät und die Heimat erwarten von Euch jetzt eine neue Heldentat: Die Vertreibung des Feindes aus den Gr enzen des Reiches. . ." (Befehl des Höchstkommanöierenöen der Westfront vom 4/17. 3. 16. Nr. 54.)
Ferner: „Der Führer der Armee hat mir während feines Besuches der Truppeu der mir unterstellten Korps befohlen, allen Truppen seinen Gruß zu übermitteln. Gleichzeitig sprach er die Hoffnung aus, daß alle heldenmütigen Truppen ...... ihre Pflicht bis zum Aeutzersten erfüllen und den Feind besiegen werden. Ich bin froh, diese gnädigen Worte unseres Führers bekannt zu geben und kann meinerseits nur Bestätigen, daß die glorreichen Traditionen der Korps die volle Gewißheit bieten, daß in der eingetretenen entscheidenden Stunde des Kampfes mit einem starken Feind alle Offiziere und Mannschaften beweisen werden, daß sie treue Söhne unserer teueren Heimat WnTSt "Mt^GRt ^Ilst^intFoi^^
(Befehl au die Truppen des Generals Balujew vom 3/16. 3. 16.) Also eine allgemeine Offensive mit dem Ziel: Befreiung der besetzten Gebiete.
Im Einklang mit der Aufgabe standen die Mittel der Vorbereitungen: das Glied, seit Tannenberg und der Winterschlacht in Masuren enögiltig herausgerissen aus der russischen Armee: — der Siegernsille und das Siegesbewußtsein der Truppe.
Noch einmal versuchte die russische Heeresleitung die Herbeiführung der Entscheidung. Der Armeebefehl des Generals Ewert, Höchstkommandierenden der Westfront, läßt darüber gar keinen Zweifel. Klar und deutlich wird als „Durchbruchsziel" Wilna und die Bahnlinie Wilna—Dttnaburg bezeichnet. Kerntruppen werden gegen die Einbruchsstellen bereitgestellt. Zu einheitlicher Handlung werden überlegene Kräfte ange- setzt. Gleichzeitig sollen die Einbruchsstellen durch das Gewicht einer einheitlichen erdrückenden Masie durchstoßen werden. Eingehend werden Truppen und Stäbe über ihre Aufgaben unterwiesen.
„Nach Einnahme der Gräben des Gegners dürfen sich die Angreifenden nicht aufhalten lassen. Der Durchbruch verträgt keine Unterbrechung." Nr. 6 desselben Befehls besagt: „Die Artillerie hat alle Maßregeln zu treffen, damit das Schießen auf eigene Trirp- pen vermieden wird. Hierin liegt die ganze Stärke der Zusammenwirkung der Infanterie mit der Artillerie."
Eilt eigenartiges Eingeständnis taktischer Zusain- menarbeit und der Auffassung vom Weseli des Kampfes beider Waffen. Eigenartig besonders deshalb, weil die folgende Nr. 7 des Befehls von der Artillerie gewisse Vorbereitungen zum Feuer auf die eigene Infanterie geradezri verlangt: — „Den Truppen ist einzu- prägen, daß die Reserven und die Artillerie auf s i e das Feuer eröffnen werden, falls die Angreifenden versilchen, sich gefangen zu geben."
Der Offensivplan war groß unö einfach gedacht:
Eine Zange mit rechtem Flügel etwa in Gegend Jakobstadt, mit linkem an der Beresina. Unwiderstehlicher Durchbruch in der Mitte beiderseits des Narocz-Sees. Ausrollen der deutschen Front nach Nordwesteir Ulld Südrvcsten.
Die Befehle waren gegeben, die „Tintenfässer geschlossen." Nun sollte Blut fließeu und den Durchbruch in einer Entscheidungsschlacht erzwingen.
(Fortsetzung folgt.)
Vermischtes.
Wo das versteckte Gold sich befindet, hat das Pferde- retttteu am Sonntag in Magdeburg gezergt. Hier wurden nichc weniger als 15 000 Mark in Gold gegen emc Zahluttgsvergünstigung an der Kasse aBgeHejert. Dien Tatsache wirft ein merkwürdiges Licht auf tue Vaterlandsliebe der Leute, die ein billiges ^onutagsvergnii- gen erst zier Pflichterfüllung dem Vaterlands gegenüber zu bringen weiß.
Die städtische Massonspeisüng in Berlin. Der Berliner Magistrat beabsichtigt, im gesamten Stadtgebiet von Berlin Volksspeisungen eiuzurichten. DaS Essen wird in Zentralküchen unter Aufsicht der Stadt zubcret- tet und in Ausgabestellen an alle Schichten der Berliner Bevölkernilg zum Setbstkvsieuprcise verabreicht werden. ES ist bei den Ausgabestellen in der Zeit von 12—2 Uhr abrusoleu: ausnahmsweise kann es dort verzehrt wer
den. Als Preis sind 40 Pfennig Mr die ganze Portloi von etwa einem halben Liter und 20 Pfennig für M< halbe Portion in Aussicht genommen. Teil Personen, wel, chen das Essen (Eintopfgericht) verabreicht wird, werden zum Ausgleich jeweils für 1 Woche bis auf weiteres % von der Fleischkarte und % von der Kartoffelkarte (berechnet auf die Dauer der Fleischkarte) in Anrechnung gebracht, wodurch eine Bindung an die Volksspeisung für diesen Zeitraunr bedingt ist. Die übrigen Nahrungs- mittelkarten sollen vorläufig unberührt bleiben.
Das weibliche Dienstjahr. Der Verein Frauen- bildung-Frauenstudium hat in Mannheim getagt und sich insbesondere mit der Frage des weiblichen Dienst- jahres beschäftigt. Als Vorbedingung zur Erreichung dieses Zieles ist, wie es in einer zur Annahme gelangten Entschließung heißt, anzusehen: 1. Bessere Haus- wirtschaftliche Bildung der Dtüdchen, vor allem Verlängerung der Volksschulpflicht der Mädchen um mindestens ein halbes Jahr, das der Ausbildung in Hauswirtschaft und Kinderpflege gewidmet ist. 2. Die Vorbereitungen der Mädchen auf ihre sozialen und staatsbürgerlichen Pflichten durch Absolvierung eines freiwilligen Arbettsjahres, das in Theorie und Präris der sozialen Arbeit einführt. Die Ableistung eines solchen Jahres sollte als Vorbedingung jeder ehrenamtlichen Tätigkeit auf sozialem Gebiete gelten: sie kann losgelöst von leder Berufsbildung oder mit den verschiedenen Berufsausbildungen sinngemäß verbunden gedacht iver- den.
Levlsche Heldenlate».
Ein kühner Handstreich.
In der Nacht von: 6. zum 7. Januar 1916 ging eine Patrouille der 8. Kompagnie des 4. Oberschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 63 unter Führung des Vizefeldwebels Guido Pilz (aus Zwickau t. Sa.) zur Erkundung des gegenüberliegenden feindlichen Truppenteils gegen die englische Stellung vor. Vorsichtig kroch die Patrouille durch die Drahthindernisse bis an den Sappenrand. Vizefeldwebel Pilz zog mit den Zähnen die Schnur der Handgranate unb warf sie in den feindlichen Graben. Ein schriller Pfiff und die übrigen Teilnehmer der Patrouille taten das Gleiche. Tann sprang der Führer als erster in den feindlichen Graben. Weggeworfene Tornister auch andere Ausrüstungsstücke zeugten von der eiligen Flucht der Gegner: alles andere war durch die furchtbare Wirkung der Handvombeu unschädlich gemacht worden. Inzwischen schlich sich der Patrouillenführer mit einigen Leuten weiter vor und stieß an einer Krünimung plötzlich auf einen baumlangen Schotten. Kurz entschlossen warf sich Vizefeld- webel Pilz aus den Gegner, andere Fäuste packten zu und trotz verzweifelter Gegenwehr wurde der Schotte aus dem Graben heraus und über die Drahthindernisse hinweggeschafft. Es war auch die höchste Zeit, denn der feindliche Graben war alarmiert. Ein Hagel von Geschossen aus Gewehr und Maschinengewehr wurde der Patrouille nachgesandt, die bis auf einen Teilnehmer, der eine leichte Verwundung am Kopfe erhielt, unversehrt in die eigenen Gräben gelangte. Das Unternehmen hatte genaue Zlufklärung über den gegenüberliegenden geind gebracht. Vizefeldwebel Pilz besitzt das Eiserne reuz 2. Klasse.
Ein schneidiger Zugführer.
Es war am 20. Februar 1915, am Ende der Winterschlacht in Masuren. Das Referve-Jnfanterie-Regi- gelingt es dem an Zahl weit überlegenen Gegner im Schutze der Dunkelheit in die Stadt einzudringe«. Die 8. Kompagnie erhält den Befehl, sich dem Feinde mit der blanken Waffe entgegenzuwerfen. Der Feldwebel Wolter (aus Bütow i. Pommern), der mit seinem Zuge die Spitze der Kompagnie hat, stößt am jenseitigen Stadtrands auf den Gegner und es entspinnt sich ein erbittertes Haudgemenge. Der Zug muß schließlich der Uebermacht weichen. Mit wenigen Leuten deckt Wolter selbst den Rückzug und wehrt sich kräftig gegen die an- drängenden Riesengestalten der ruisischen Garde. Schließlich gelingt es ihm, mit seiner kleinen Schar wieder zur Kompagnie zu stoßeu, die inzwischen den Kirchhof besetzt hat und ihn gegen erdrückende Uebermacht verteidigt. Feldwebel Wolter stürzt sich mit schnell zusammengerafften Leuten unter Hurrarufen mit aufge- pflauztem Seitengewehr auf den Feind. Der Gegner gerät in Unordnung, bald wendet er sich zur Flucht und wagt in dieser Nacht keinen Angriff mehr. Ein russischer Hauptmann und fünf Mann wurden gefangen genommen. Feldroebel Wolter wurde zum Offizier- Stellvertreter ernannt und mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet.
Weitere Drahtnachrichten.
Des Zaren Dank an einen Dragoner.
S^ Basel, 9. Juni. (L.-A.) Nach einer Petersburger Meldung der „Basier Naclirichten" veröffentlicht das Amtsblatt einen Ukas des Zaren, durch den der Dragoner Gadowskt vom Unteroffizier znm Range eines Obersten befördert wird. Die Beförderung wird im Zusammenhang mit einer Rettungsaktion bei der Gefährdung des Lebens des Zaren und des Throkl- folgers gebracht.
Sendel und Verkehr»
Wochenbericht der Berliner Produktenbörse.
Auch in der am 7. Juni abgelaufenen Berichtswochc lauteten die Nachrichten über den Stand der Felder wohl aus allen Gegenden Deutschlands durchaus günstig. Angesichts der zu erwartenden großen Ernte schränkten daher die Verbraucher von Futtermitteln ihre Ankäufe bis auf ein möglichst geringes Maß ein, und die Umsätze am Warenmarkt bewegten sich daher in engen Grenzen. Immerhin war der Ikrüorfrctenöe Bedarf genügend, um die Besitzer von Ware zu befähigen, den Preisstand so ziemlich aufrecht zu erhalten. Heu war, vereinzelt unter Preisnachlässen, reichlich zu haben. Svclzspreumebl war dagegen im Zusammenhang mit der Knappheit des Artikels zeitweilig fester: das Gleiche gilt von Maismehl. In Rübenblatter» übertraf das Angebot die Nachfrage. Bester gestaltete sich das Geschäft in Saatartikeln. Der Osten suchte Pferdebohnen zu kaufen, doch fehlte es an Material. Am 7. Juni wurden nachstehende Preise für den Großver- kehr bekannt: Spelzspreumehl 25—34 .* für 100 Klgr. je nach Qualität ab Station. Runkelrübett 240—250 j: für den Zentner ab Station. Saatwicken 85—95 X Saatlupinen 80—95 X Saatpserdebohnen 90—100 .< Saalpeluschken 80—90 .^. Sandwicken 70—85 X alles für 100 Klar, ab Station, Buchweizen zur Saat, brauner 73 79 X, Spörgel 72-80 X alles für 100 Klar. «8 Station.