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sieben. Unterwegs Heft der Kaiser sich in Gegenwart des Generalfeldmarschalls v. Htndenburg und seines Stabschefs Vortrag über die Verwaltung der besetzten Gebiete halten. In Mitau wurde Seine Majestät von den Truppen und der herbeigeströmten Bevölkerung begeistert begrüßt. Im Gelände jenseits der Aa be­sichtigte der Kaiser Stellungen der an der Dünasront stehenden Truppen, begrüßte sie mit einer kurzen An­sprache und verlieh Eiserne Kreuze. Später besuchte der Kaiser auch das alte herzogliche Schloß, das Ritter­schaftshaus und die Trinitatiskrrche, wo er sich den Prä­sidenten des kurländischen Konsistoriums, Generalsuper­intendenten Bernewitz und die Herren des Landes vor­stellen ließ.

Erfolge gegen die Russen im Kaukasus.

Der amtliche türkische Bericht vom 31. Mai meldet: An der Kaukasusfront auf dem rechten Flügel kein Er­eignis, abgesehen von unbedeutendem Jnfanteriefeuer. Die Offensive, die wir am 30. Mai morgens aus der allgemernen Richtung von Tuzladere und Mamachatun gegen die russischen Stellungen 8 Kilometer westlich, 6 Kilometer südlich und 18 Kilometer südöstlich von Mamachatuu in einer Ausdehnung von 80 Kilometern unternahmen, ist von Erfolg gekrönt gewesen. Da diese Operationen fast überraschend durchgeführt wurden, wurden die Russen gezwungen, sich in diesem Abschnitt znrlickzuziehen, teils nach Osten, teils nach Nordosten, ohne daß es ihnen an mehreren Stellen gelang, irgend­welcher Widerstand zu leisten, und mit dem Ergebnis, daß die Ortschaft Mamachatuu von uns besetzt wurde. Angriffe, die die Russen mit einem Teile ihrer Streit- kräfte als Wwiderung auf unsere Offensive im Ab­schnitt von Tschoruk und auf dem linken Flügel unter­nahmen, wurden nach heftigem Artillerie-, Jusauterie- und Bombenkampf zurückgewiesen.

Bemerkenswerte italienische Stimmen zur Kriegslage.

Die römische Presse bespricht die Kriegslage. In derJtalia" werden die Italiener ermähnt, nicht pessi­mistisch zu werden, aber auch die österreichische Offen­sive nicht für erledigt zu halten. Das Gerede über eine große gemeinsame Offensive der. Verbündeten sei leere Phrase.Jdea Nazionale" bedauert, daß trotz der Of- feusiven bei Veröun, im Trentino und bei Riga die Mittelmächte noch Zeit finden, sich um den Balkan zu bekümmern. Ihre Ueberlegenheit trete deutlich zutage. Popolo d'Jtalia" verlangt in einem Leitartikel, daß Italien seine Grenzen bis zum Bremter ausdehne. Der Artikel beschäftigt sich dann mit der Untätigkeit der Verbündeter:. Man müsse sich fragen, wann die Eng­länder wohl weniger deutsche Kräfte vor sich haben würden als jetzt uni) die Russen weniger Oesterreichjer, als in diesem Augenblick. Was würde einegroße Of- fetrfive" noch nützen, wenn erst der eine oder der andere der Verbündeten erschöpft oder aus dem Kriege aus­geschieden sei!

Das klingt alles nicht gerade hoffnungsvoll.

Eine Offensive Sarrails?

Die Schweizerische Telegraphen-Jnsormation mel­det lautFrk. Ztg." aus Saloniki, daß General Sarrail den Befehl erhalten habe, die Offensive zu beginnen.

Ein neuer Gewaltakt der Franzosen.

Das Athener BlattEmbros" verzeichnet einen

Widerstand. Hierauf zwangen die französischen Solda­ten die Bewohner zum Verlassen des Ortes- M.nach- sten Tage wurde die Ortschaft von französischer Artillerie in Grund und Boden geschossen.

Eine Ansprache des griechischen Kriegsministers.

Wie die Pariser Blätter lautFrkf. Ztg." berichten, hat der griechische Kriegsminister nach Beendigung der Manöver in einer Ansprache an die Truppen die Solda­ten zur Geduld aufgefordert. Der Augenblick werde kom­men, wie die griechische Armee von treuem ihren Wert zeigen und sich unter dem Beifall ihres Königs mit Lor­beeren bedecken werde.

Portugiesische Trnppen an der mazedonischen Front?

^ Sofia, 2. Juni. (T. U.) DasEcho de Bulgarie" meldet: Laut Nachrichten von der griechisch-mazedoni­schen Front befinden sich dort auch portugiesische Trup-

peit.

* * *

Ein rumänisch-türkischer Handelsvertrag.

w» London, 2. Juni. (T. 11.) DieTimes" ver­nimmt aus Bukarest: Rumänien wird in kurzem mit der Türkei einen Handelsvertrag tätigen, nach welchem Rumänien den Export von Korn und Petroleum nach der Türkei freigibt. Als Gegenleistung wird die Türke: an Rumänien Tabak liefern.

Ein Engländer über dieasiatische Gefahr"

industrieller Natur.

In derDaily Mall" schreibt Lovat Fräser: Die Leute, die vom Wtederaufbau der Welt nach dem Kriege reden, vergessen die voranssichtlichen Wirknngen des jetzigen Krieges auf Asien. Die gewaMgen Opfer Eu­ropas an Gut und Blut müssen anr Asten! zurücknurken. Der halbe Selbstlnord des Westens ist die gute Ge- legeuheit für den Ostcu. Die Hanptgefahr Asiens ist

Sie mag sich langsam entwickeln, aber sie wirb uns sicher in absehbarer Zeit entgegeu- tretell. Während wir einerseits unseren Reichtum ver- vulvern und andererseits Rftmellose Löhne zahlen, steigt im £ flut allmählich die Möglichkeit einer größeren Konkurrenz anf, als ivir von Deutschland zu befürchten haben. Fräser erörterte die indnstrielleu Verhältnisse in China, Indien und Japan und meinte, daß die Baumwollindtlstrie von Lancashire um ihre Stellung auf dem Weltmärkte schwer zu kämpfen habe. Jede Er- örteruug über den Handel >:ach dem Kriege ist unzu­länglich, wenn sie Indien China und Japan anher- halb der Berechnung läßt. Japan ist heute die erste Macht im stillen Ozean, und seine ^Erwartungen sind mit Recht groß. China wird seine Stabilität wieder er- lcuigen, so trübe seine Lage auch im Augenblick anssieht. Indien schnitt nach einem gewissen Maße größerer Frei­heit aus. Ob es Europa gefalleu wird oder nicht, so wird es sich an den Gedanken zu gewöhileu haben, daß die 900 Millonen Asiaten eine weniger untergeorSttete Rolle in der Welt spielen wollen.

Friedensfragen im englischen Unterhaus.

Eine Erklärung Asgniths.

Eine Londoner T. U.-Drahtuug besagt: Im Unter- Hause laut der Abgeordnete Markham auf die Erklärun­gen des deutschen Reichskanzlers bezügl. der Note an Die BereinigtenStaateu zurück und sagte, datzDentschlaud zweimal in den letzten Monaten der Welt seine Frte- densberiöttwtlligkeit gezeigt habe auf einer Basis, welche seine LebeuSimeresscu verbürgt, und daß es nicht Deutschland Schuld wäre, wen« der Frieden solange

ausvneoe. Er richtete an Grey die Frage, ob öle Alliier­ten bereit waren, die Dteuste neutraler Staaten auzu- rufen, um Teul'chlaud durch diese die Bedingungen mit- teilen zu lassen, unter welchen England und seine Ver­bündeten bereit wären, Frieden zu schließen, in dLr An­nahme natürlich, Laß Deutschland seinerseits ebenfalls bereit wäre, auf dieselbe Weise und gleichzeitig den Alliierten entsprechende Mitteilungen ^n machen. As- anith erwiderte, daß Grey bereits eine Erklärung über diese Frage abgegeben habe. Es wäre nichts in der Erklärung des deutschen Reichskanzlers zu finden, was darauf hinöeute, daß Deutschland bereit sei, die Frte- densbedingungen Englands in Erwägung zu ziehen, welche die Interessen der Alliierten und den zukünftigen Frieden des gesamten Europas verbürgten.

Austausch der ältesten Jahrgänge des Landsturms.

ver-

Amtlich wird aus Berlin gemeldet: Aus schiedenen Mitteilungen der Tagespresse und den in letzter Zeit beim Kriegsministerium sich häufenden An­trägen auf Entlassung älterer Landsturmleute geht her­vor, daß irrige Ansichten über den eingeleiteten Austausch der ältesten Jahrgänge des preußischen Land­sturms der Aufklärung bedürfen. Da Lanosturmmanr.- schaften der ältesten Jahrgänge sich seit geraumer Zeit, zum Teil schon seit Beginn des Krieges, in vorderster Linie oder in dem anstrengenden und wichtigen Siche- rungsdienst der Etappen und Generalgouvernements­gebiete befanden, schien ihre allmählige Ablösung durch jüugere Landsturmmannschasten aus dem Heimatdienst angezeigt. Im allgemeinen ist daher die Ablösung und Zurückführung zunächst der 1870 und früher, dem­nächst die der 1871 und 1872 geborenen Mannschaften durchgeführt oder in die Wege geleitet worden. Der alleinige Zweck des Austausches ist, diesen seit längerer Zeit im Felde stehenden Landsturmleuten der ältesten Jahrgänge die Erleichterungen des Dienstes bei den Truppen des Besatzungsheeres zu verschaffen, nicht aber, wie fälschlicherweise angenommen worden ist, ihre Entlassung aus dem Heeresdienst herbeizu- führen. Er betrifft auch nichtLandsturmmannschasten älterer Jahrgänge, die noch gar nicht eingezogen waren. Alle wettern in der breiten Öffentlichkeit damit in Zusanrmenhang gebrachten Meinungen über unzulässige Musterung und Neucinstellung der seit 1869 Geborenen, über beabsichtigte Entlassung der ältesten Jahrgänge des Landsturms usw. sind irrig. Die Einziehung Wehr­pflichtiger, auch wenn sie zurzeit über 45 Jahre alt ge­worden sind, ist nach § 27 des Gesetzes über die Aenöe- rung der Wehrpflicht vom 11. Februar 1888 zulässig. Die Entlassung nichtkricgsverwenöungs- fähiger Mannschaften, die für militärische Aufgaben nicht gebraucht werden, aus den Ersatztruppen kann ohne Rücksicht auf das Lebeusalter von den stellvertre­tenden Generalkommandos genehmigt werden.

StiegseOetieL

Bestandaufnahme der Wollvorräte in England.

Reuter meldet: Die Behörden haben die Zählung aller im Vereinigten Königreiche vorhandenen Woll- produkte angeorduet. Alle diejenigen Leute, die solche Produkte besitzen, haben diese bis zum 6. Juni der Be­hörde bekannt zu geben.

Neue U-Boote und Flugzeuge für Amerika.

WR _______,. ..... ..._____ vorgefeheuen U-Boote von 20 anr 50 erhöhte, hat den Betrag für das Flugwesen von 2 Millwnen Dollars auf 3% Millionen Dollars erhöht und die Summe von 11 Millionen zur Errichtuug einer Regierungsanlage zur Herstellung von Panzerplatten bewilligt.

Der schweizerische Militärfachmann Oberst Müller t.

Oberst Karl Müller, der militärische Mitarbeiter desBund", der durch seine Berichte von der deutsches Front auch in Deutschland bekannt ist, ist am Mittwoch tu Bern gestorben.

Politische Rundschau«

Helfferich und Batocki über die Lebensmittelversorgung.

Bei einer Konferenz der Vertreter der vier Bergarbeiterverbände mit Regierung-vertretern erklärten die Arbcitervertreter, welche Erschwerungen sie in in ihrer Ernährung erfahren, namentlich die hohen Lebensmittelpreise und bei der Beschaffung von Fleisch, Butter, Speck usw. Staatssekretär Dr. Helfferich erklärte, er werde seine ganze Kraft cinfetzen. um in der Nahrungsversor- gnng auch mit besonderer Berücksichtigung der von ihnen ver­tretenen Verbände das Möglichste zu erreichen, aber über die vegangenen schlechten Ernten müßte man eben hinwegkommen, was nicht leicht sei. Herr v. Batocki erklärte, er betrachte es als seine Hauptaufgabe, eine gerechte Rationierung der sämtlichen Lebensmittel zu erreichen, dem Lebensmittelwucher mit allem Nachdruck entgegenzutreten und den schwer arbeitenden Leuten größere Rationen zusühren zu lassen. In einigen Monaten werde man mit der E r n ä h r n n g besser daran sein, da dann reich­licher Schlachtvieh vorhanden sein würde.

Reichskanzler von Gethmann Hollweg ist am Donnerstag nachmittag in Darmstadt eingetroffen. Auf bem Bahnhof fand festlicher Empfang statt. Das auf dem Bahnsteig versammelte Volk brächte lebhafte Hochrufe auf den Kanzler aus. Der Kanz­ler begab sich ins Staatministerium, wo er mit dem Staatsmi- uifter eine etwa einstündige Besprechung hatte. Hierauf wurde der Kanzler vom Großherzog in Audienz empfangen.

Vermischtes.

Ein freudiges Ereignis im österreichischen Kaiserhaus. Erzherzogin Zita, Gemahlin des Thronfolgers Erzherzog Karl Franz Josef ist Mittwoch nachmittag von einem Knaben ent­bunden worden. Das Befinden der Erzherzogin ist durchaus befriedigend.

80 Millionen MarkSchulgold". Nach einer auf amt­lichem Material beruhenden Zusammenstellung haben sämtliche preußischen Schulen bis zum L Januar 1916 rund 80 Millionen Mark in Gold gesammelt. Davon entfallen auf die höheren Schulen rund 41,5 Millionen, auf die Lehrer- und Lehrerinnen- bildungsanstalten 1,5 Millionen, der Rest von rund 37 Millionen auf die Gemeindeschulen, Mittelschulen usw. In Wirklichkeit waren die Erfolge noch größer, ganz abgesehen von den zahlen­mäßig nicht zu erfassenden Goldmengen, die auf Anregung der Schulen direkt bei den öffentlichen Kassen eingewechselt wurden. Die Sammlungen werden eifrig fortgesetzt und haben schon wieder zu ansehnlichen Ergebnissen geführt.

Brot aus Holzmehl. Vor dem Schöffengericht in Hamburg hatte sich der Geschäftsführer der Hansa-Brotfatnik G. m. b. H. in Hamburg wegen Nahrungsmittelverfälschung zu verantworten. Die Fabrik hatte ein aus Maisbrot bezeichnetes Gebäck zum Preise von 75 Pfg. das Kilo in den Verkehr gebracht, ein Brot, das sich als eine arge Verfälschung erwies und ungenießbar war. Es bestand nach den Untersuchungen der Sachverständigen nur zu einem Fünftel aus Maismehl, im übrigen hauptsächlich aus Streumehl oder Holzmehl. Dieses Brot wurde als gekunddrits-

schädlich bezeichnet. Der Angeklagte gav zu, daß von diesen, Gebäck rund 66400 Stück verkauft worden seien. Das Urteil lautete recht milde wegen wissentlichen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz auf SCO Mark Geldstrafe.

Deutschlands Bindfadenmangel in rusiischem Licht. An der bndisch-schweizerischen Grenze spielte sich nach derKöln. Zig." dieser Tage ein ergötzliches Geschichtchen ab; Fiel da ein russischer Kriegsgefangener, der als Landarbeiter beschäftigt war, dem schar­fen Grenzschutz zum Opfer, als er gerade im Begriff stand, sei­nen Fuß auf schweizerisches Gebiet zu setzen. Darob große Be­trübnis bei dem freiheitsdurstigen Muschik, um so mehr, als ihm setzt zur Strase die Rückbeförderung ins Gesangenlager winkte. Unsere Landstürmer waren dagegen sehr erfreut über ihren Fang, und einem von ihnen fiel es ein, dem Russen scherzhaft anzu- deuten, jetzt sei ihm eine schärfere Beaufsichtigung sicher und beim nächsten Fluchtversuch werde man kurzen Prozeß mit ihm machen. Dabei beschrieben seine Finger einen nicht mißzuverstehendeii Kreis um den Hals. Das verblüffte aber den Russen ganz nnd gar nicht, sondern ohne Besinnen und mit verschmitzten Augen­zwinkern gab er zurück:Deitsch nix hängm, hat kein Schnur I"

Fleischkarten in England. Im englischen Unterhause kam lautVoss, Ztg." am Montag das schnelle Steigen der Nahrungs- mitfelpreife zur «prache. Der Handeisminister versicherte, die Regierung verfolge den weiteren Verlauf dieser Steigerung auf­merksam und erwäge bereits gesetzgeberische Maßnahmen, um ihr entgegenzuarbeiten. Vor allem beabsichtige die Regierung eint Einschränkung des Fleischverbrauchs, also Fleischkarten. Die Bevölkerung selbst ruft bereits nach solchen Maßregeln. In einer Zuschrift an dieTimes" wird auf die entsprechende deutsche Einrichtung hingewiesen nnd verlangt, daß für England noch ausgedehntere Maßnahmen, so für Tee usw. getroffen werden, da die Preise nachgerade unerschwinglich würden.

Der galt von sirzemysl.

ZUM 3. Juni 1916.

Am 3. Juni jährt sich zum ersten Male der Tag, av dem Przemysl den Russen wieder endgültig entrissen worden ist. Zweimal war Przemysl bereits in diesem Kriege von den Russen belagert worden. Kurz uach Be- ginn des Krieges mußten sich bekanntlich die öster­reichisch-ungarischen Trnppeu vor der gewaltigen rus­sischen Uebermacht nach der Schlacht bei Lemberg zurück­ziehen. Am 16. Septeuiber kamen die Russen mit star­ken Kräften an die Festung Przemysl heran und schlös­sen sie ein. Es kam zu furchtbare:: Kämpfen, in denen die Russen vergeblich versuchten, Przemysl zu ersttir- men. Die Russen trieben ihre Pkassen nnaufhörlich ge­gen die Werke der Festung an. Der Angriff erreichte seinen Höhepunkt am 6. und 7. Oktober. Trotz des Ver­lustes von 70 000 Mann konnten aber die Ruflen die Festung nicht erstürmen, und 4 Tage später am 11. Ok­tober meldete der österreichisch-ungarische Geueralstabs- Bericht, daß Przemysl entsetzt worden sei. Die Schlacht war infolge der immer noch bestehenden Uebermacht noch nicht zum Abschluß gelangt. Mit neuen Kräften drangen die Russen auf der gauzen Front vor und sonnten wieder nach dem berühmten strategischen Rück­zug Hiuderlburgs einen Monat nach der Entsetzung am 11. November vor den Toren der Festung erscheinen. Die eingeschlossenen österreichisch-ungarischen Truppen wehrten sich mit wahrem Löwenmut uud machten durch die fortgesetzten Ausfälle alle Annäherungen der Russeu zuschanden. Am 11., 15. und 23. November erfolgten große Ausfälle der österreichisch-uugarischeu trappen. Am 1. Dezember kam es ebenso wie am 11. zu sehr schweren Kämpfen, in denen die Rüsten keine Erkolge

ffeit der Rüsten nicht vollbringen konn­ten, das bewirkte der Hunger. Am 22. März mußte Przemysl den Russen übergeben werden. Eft: großer Jubelsturn: ging durch die Länder unserer Feinde. Der Zar machte einen Besuch in Przemysl und erklärte die Festung für ewige Zeiten als russisch. Die Ewigkeit dauerte aber nur sehr kurz. Kaum 6 Wochen später wurde die gewaltige Durchbruchsschlacht bei Gorlice- Tarnow geschlagen, und am 13. Mai konnte bereits un­ser Generalstab melden, daß sich die Armeen des Ge- ueraloberstjen von Mackensen der Festung Przemysl nähern. Am 14. Mai wurde der Bericht dahin erwei­tert, daß unsere Bortrnppen bereits vor Przemysl und am linken Ufer des unteren Sau angelangt seien.

Nun begann ein furchtbares Ringen um den Be­sitz der Festuug. Am 17. Mai machten die Russen den Versuch, das weitere Vordringen unserer Truppe:: nördlich von Przemysl aufzuhalten. ES kam am San zu größeren Kämpfen, in denen die Russen unter schwer­sten Verlusten zurtillgeworfen wurden. In der Zwi­schenzeit erfolgte die Kriegserklärung Italiens an Oesterreich-Ungarn, durch die der Piut unserer Feinde wieder aufs Neue gehoben wurde. Unbeirrt drangen unsere verbündeten Armeen weiter siegreich gegen Prze- mysl vor. Am 24. Mai nahm Generaloberst v. Macken­sen nach einigen Ruhetagen aufs Neue die Offensive mit Richtung auf Przemysl, nördlich der Festimg mit großem Erfolge auf. Die stark befestigten Plätze Troho- jow, Ostrom, Radymuo, Wysotcke, Wietlin, Makowyoko und die Höhen nordwestlich von Bobrowka wurden er­stürmt. Dadurch wurde die Grundlage zu weiteren er- solgreichen Angriffen geschaffen. Immer wieder mach= tett die Russen durch Herausühruug starker neuer Kräfte Versuche, unser Vordringen gegen Przemysl anszuhal- ten. Unwiderstehlich schoben sich aber unsere Truppen gegen die Nordfront gegen Przemysl heran. Die letz­ten drei Tage des PionatS Mai waren besonders er­folgreich und ließen das nahe Ende Der russischen Herr­schaft in Przemysl ahnen. Am 31. Mai wurden Drei Forts der Festung Przemysl genommen. Bayerische Truppen bemächtigten sich in kühnem stürm der Forts qelma, Elf« und 12, die im Raume vor. Dunkowitcki an der Noröfrvm von Przemysl gelegen waren. Zwei weitere Werke fielen am nächsten Tage in die Hgude der Sieger. In der Stacht vom 2. zum 3. wurden die letzten russischen Stellungen an der Nordfront von Przemosl von deutschen Truppen gestürmt und um 3'., Uhr früh morgens am 3. Jum wurde PrzdmySl mit stürmeuder Hand genommen. Die Russen hatten ungeheure Verluste erlitten und unsere Truppen bauen eine gewaltige Beute gemacht. Etn großer Avcbimt des Kampfes gegen das russische Heer hatte damit Jet neu Abschluß erreicht. (OKM.)

Weitere Drahtnachrichten«

Die Ereignisse an der vesiarabischeu Front.

Czernowitz, 2. Juni. (T. U.i Während die Russen in ihren bisherigen Campten an der benarabt» schen Front besonders in der Januar-Lffenuve ihre An- griffStatigkcft gegen die südliche Hälfteder ve"aravi'chen Front richteten, haben sie lautB- Mp." lem ihre Tä­tigkeit der nördlichen Hälfte des Knegsgelände,? ge­widmet. Seit dem 18. Mai greift die rnnvcbe Artillerie hier an. Sie schießt zum Teil sehr intensiv, allerdrngS nur in gewissen Zeiten des Tages imö der Nacht. An» geblich M es sich hier um die Einleitung einer Ev" mftungSosfensivc gegenüber der österrcichisch-urtaar-' Offenuve in Italien handeln.