MMedett, und die Verfolgung währte noch bis gegen Morgen. Einschließlich der Preußen waren rund 210 000 Mann beteiligt. Und bei Verdun sind, wie wir bestimmt wissen, Heute mindestens 51 französische Divisionen eingesetzt, das macht, die Division nur zu 15 000 Mann berechnet, allein auf französischer Seite rund 765 000 Mann.
Man kann diesen Vergleich noch weiter ausspinnen. Wie würden die napvleonischen Barenmützengardisten die knallroten englischen Reiter, die preußischen Grenadiere mit ihren weithin leuchtenden, auf der Brust gekreuzten, weißen Tornisterriemen über unser Feldgrau staunen! Wie würden sie sich entsetzen, wenn neben ihnen nur eine 18,5er Granate in die Luft ginge und hundert Meter hoch Dreck und Steine und Eisensplitter und Menschenfetzen in die Luft wirbelte — von einer Zweinndvierzigerin gar nicht zu reden!
Damals, vor hundert Jahren, bei Belle-Alliance, standen die kämpfenden Heere einander so nahe gegenüber, daß die beiden Feldherren, welche die Schlacht leiteten — Napoleon und der englische Overgeneral Wellington — einander während der ganzen Schlacht deutlich seben konnten: sie standen kaum 2% Kilometer voneinander. Heute sind die Schlachtenleuker von ihren Armeen mehrere Dutzende von Kilometern getrennt — müssen es sein, um, den unmittelbaren Einwirkungen der Schlacht entrückt, einen klaren Mops behalten und die Riesenmaffen leiten zu können.
Genug! Eine Entscheidungsschlacht vor hundert Jahren und heute — das sind Vorgänge, die nur noch denselben Namen tragen, aber nicht mehr Aehnlichkeit miteinander haben, als ein Windstoß, der einen Dorfteich kräuselt, mit einem Gewittersturm aus hoher See.
Eines freilich bleibt sich gleich: gestorben wurde damals schon so gut wie heute. . . . Der einzelne Käm- pfer hatte auch damals nur ein Leben zuzusetzen. . . .
Aber: was der einzelne vor dem Tode, oder auch, wenn er heil nach Hause kaum, in der Schlacht alles erdulden mußte: damals und heute: darin besteht der weltenweite Unterschied. Man bedenke: damals setzte sich die Schlacht aus einer Reihe von Angriffen zusammen, deren jeder einzelne ein paar Minuten, vielleicht eine halbe Stunde dauerte.. Außerhalb dieser Angriffe selber standen die Truppen, des Angriffs wartend oder sich erholend — völlig außerhalb der Feuerwirkung. Das Jufanteriegewehr trug 150 Meter Mit, das Geschütz gar 600! Und heute? Unsre weittragenden Geschütze reichen mehr als fünfunddreißig Kilometer, auf sechs Kilometer wirken ja schon die Feldgeschütze, die Infanterie- und Maschinengewehrkugeln decken einen Raum von 3% Kilometer Tiefe mit Feuer ein. Mit einem Worte: die Verdun-Kämpfer stehen Wochen und Monate lang, wo immer sie sich befinden mögen, wenn sie nicht ganz aus der Front herausgezogen sind, bei Tage und bei Nacht, in jeder Sekunde unter Feuerwirkung, in der Todesgefahr!
Zwar die Gewohnheit härtet auch gegeu diesen doch fragloS' einigermaßen außergewöhnlichen Zustand ab. Immerhin: was für eine seelische Folterung das be- bedeutet — fragt die, die es durchgemacht haben.
Und dazu kommt die körperliche Leistungan Strapazen, Entbehrungen, Entsagung. O Vaterland, wenn du eine Ahnung hättest, was deine Krieger bei Verdun für dich hingeben — jedem einzelnen müßtest du soviel Liebes tun, daß es gar nicht auszudenken ist — wolltest du ihm vergelten.
SrieZsÄerlei.
Die überlegene deutsche Artillerie bei Verdun.
Nach einer Havasmeldung venarigen die Pariser- Zeitungen, daß die Aktion der feindlichen Artillerie auf Punkt 304 und den Mort Homme unwiderstehlich war. Sie Habe die französischen Gräben der ersten Lucre völlig überschüttet. Hierauf sei es den Sturmkolonnen gelungen, trotz der Erbitterung der Ueberlebenden der ersten Gräben in die französischen Linien einzudringen.
Opfer der Nvoote.
Lloyds melden: Der englische Dampfer „Rheuaß" mürbe versenkt. Der dänstche Dampfer „Maria" stieß auf ?ine Mine und sank. Die Besatzung wurde gerettet. Wer- ter melden Lloyds daß das italienische Segelschiff „ea= öricottis" im Mittelmeer versenkt wurde. Nach euter Havas-Meldung ist der norwegische Dampfer ^Sjama", nit Kohle von Cardiff nach Genua unterwegs, im Mit- elmeer durch ein österreichisches Unterseeboot versenkt vordem ,
Benizelos als Angeklagter.
Der griechische Generalstab hat Klage gegen das Venizelistenblalt „Kyrix" wegen Verleumdung auge= [trettgt. Hierzu bemerkt das Blatt, daß der Berfasier k§ für den Generalstab beleidigenden Artikels Vent- u-IoS selber ist und daß dieser sich persönlich vor dem Gerichtshof verantworten wird.
Sicherung der Misch- und ZeNerzeugung.
Eine Reihe von Persönlichkeiten, die in ihrer Stel- Ittttg Einblicke in die landwirtschaftlrche Produktiolw- kraft haben, äußern sich im „Ess. Gen.-Anz." über die Sicherung unserer Fleisch- und Fettversorgung, »o sagt der General-Sekretär des rheinischen Bauernvereins Dr. v. Kahlden: Was die FleW angeht, hinsichtlich der Zukunft vermag ich nicht so schwarz zu sehen. Die Gegenwart ist freilich trübe, und ue legt uns allen, ganz besonders den schwer arbeitenden Jn- dustriearbeitern, Entsagung auf. Es kann sich bei dem gegenwärtigen Zustand nur um vorübergehende Einschränkung — soweit die gegenwärtige große Kalamität in Betracht sammt, um eine solche von voraussichtlich nur noch wenigen Wochen — handeln.
Frhr. v. Wangenheim, der Vorsitzende des Bundes der Landwirte, meint u. a.: Die Knappheit wird doch nur ein vorübergehender Zustand sein. Die letzte Erhebung über die vorhandenen Viehbestände Beweist, daß allerdings eine Verringerung der älteren Jahresklassen, aber auch wieder eine so starke Vermehrung der jüngeren eingetreteu ist, daß wir — wenigstens bei den Schweinen - schon im Laufe des nächsten Winters mit einer sehr viel auskömmlicheren Versorgung rechnen können. Inzwischen heißt es, sich einschranken und das Vorhandene praktisch nnd gerecht verteilen. Plan hüte sich vor zu pessimistischen und schemattschen. Berechnmigen des Fleischbedarfs, Die gesamte taiibwirtfdnW Bevölkerung scheidet bis »um Herbst für die Versorgung mit frischem Fleisch aus. Estiuml ißt diese viel weniger Fleisch als die stüdti che Bevölkerung. Sodann aber ist sie mit Rauch- und Pökelfleisch bis zum Herbst versorgt. Ferner müssen - wie schon erwähnt — sehr große Massen von Fleischkonserven im Lande vorhanden sein, namentlich noch aus der ersten Zeit der verfehlten Höchstpreise für Schweine, welche alles Vieh in die Fabriken "^ Pros. Dr. Zuntz, Pros. der Landw. Hochschule in Berlin kommt zu dem Schluß: daß es notwendig ist, den Fleischkonsum erheblich einzuschränken, um das wichtigere Ziel zu erreichen, daß unsere gesamte Bevölkerung ausreichende Mengen von Nahrung, weint auch vorwiegend vegetabilische: Brot, Kartoffeln, Zucker, Gemüse
und Obst zur Verfügung ygk. Stur die überschüssigen Nahrungsmittel dürfen zur Viehverfütterung verwendet werden. Wenn nach diesen Prinzipien gewirtschaftet wird, können wir bei halbwegs guter Ernte damit rechnen, daß der deutschen Bevölkerung im Herbst und kommenden Winter erheblich mehr Fleisch zur Verfügung stehen wird, als in den letzten Monaten. Zur Erhöhung der Fleischerzeugung kann es wesentlich beitragen, wenn die gesamte Bevölkerung auch in den Städten daran denkt, nichts verkommen zu lassen, was irgendwie zur Biehsütterung geeignet ist. In erster Linie sind alle Haushaltsabsälle zu sammeln.
Gute Aussichten für die Ernährung.
In ihrer wirtschastspolitischeu Wochenschau bringt tue Norddeutsche Allgemeine Zeitung sehr beachtenswerte Ausführungen über die Mißernte 1915 und zieht den frohen und zuversichtlichen Schluß: Wenn wir in einem Jahr nicht auszuhungern waren, in welchem wir an vier Hauptgetreidearten allein einen Produktions- ausfall von neun Millionen Tonnen gegenüber dem letzten normalen Friedensjahr erlitten haben, so sind wir niemals auszuhungern. Das Blatt macht ferner Angaben über die Viehzwischenzählung am 15. April und erklärt: Wir müssen also mit stark eingeschränkte!, Mengen tierischer Nährprodukte vorlieb nehmen, haben aber die Grundlagen zum Wiederaufbau unseres vor Sem Kriege so reichen Viehstapels so gut wie unversehrt erhalten.
Anmeldepflicht für Fleischwaren.
Der Bundesrat hat in der Sitzung vom 22. Mai 1916 beschlossen, daß, wer Fleischwaren (Fleischkonserven, Rüucherwaren von Fleisch, Dauerwürste aller Art, ge- nicht lediglich für seinen Haushalt bestimmten Bestände sowohl an den Kommunalverband des Lagerungsortes wie auch, soweit die Mengen über 2000 Kilogramm betragen, an die Reichssleischstelle verpflichtet ist. Die näheren Vorschriften über die Form der Anzeige wer- den von den Landeszentralbehörden getroffen.
Positive Rundschau«
Eine Unterredung mit dem neuen „Lebeusmittel- Siktator". In einer Unterredung Mit einem Vertreter des „B. L.-A." erklärte Exzellenz v. Batocki, es sei ihm ein schwerer Entschluß gewesen, seinen ostpreußi- schen Wirkungskreis zu verlassen, in dem noch große von ihm eingeleitete Aufgaben zu Ende zu führen seien. Am Freitag werde er Sie erste Vorstandssitzung abhalten und dann zur Information des Vorstandes eine Anzahl' von Bürgermeistern von großen und mittleren Städten sprechen. Einige dringliche Abhilssmaßnahmen hoffe er bald anordnen zu können. In etwa vierzehn Tagen sollte der große Beirat zum ersten Male zusäm- mentreten. Er hoffe ihm schon dann Vorlagen in grundlegenden Fragen machen zu können. Er zweifle nicht daran, daß auch in der Ernährungsfrage der Sieg für Deutschland gewiß sei. Die Bezeichnung „Diktator" möchte er vermieden wissen.
Auszeichnung Beselers. Dem Staats- und Justizminister Dr. Beseler wurde das Kreuz und der Stern der Komi Hure des königlichen Hausordens von Hohen- zolleru verliehen.
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Es scheint in Großbritannien kein Ueberfluß zu herrschen an militärischen Führern, die schwierigen Aufgaben gewachsen sind. Dies geht besonders daraus hervor, daß man wiederholt Generäle von einem wichtigen leicht noch verantwortungsvoller erschien, ohne dabei auf deren Wiederverwendung in ihrem ursprünglichen Operationsgebiet zu verzichten. so wurde Lord Kitchener bei Beginn des Krieges als Retter in der mehr wie heiklen Lage von Kairo nach London geholt, und einige Monate später bezeichnete ihn die englische Presse als den einzigen Mann, der die indischen lknruheu zu unterdrücken imstande wäre, sprach aber gleichzeitig von seiner sehr wahrscheinlichen Rücksendung au den gefährdeten Suezkanal.
Jetzt scheint Sir John Maxwell derjenige zu sein, auf dem die Augen des Vaterlandes vertrauensvoll ruhen. Ein Freund der „91. G. C.", der den General persönlich kennt, schreibt uns Folgendes über ihn: Daß Marwell ein bedeutender Führer und eine energische, kraftvolle Persönlichkeit ist, scheint man in England erst jetzt entdeckt zu haben. Früher galt er nicht dafür. Er ist etwa 59 Jahre alt, hat einen beträchtlichen Teil seiner Dienstzeit in Aegypten und im Sudan verbracht und war bis 1913 ObeKommandierender der britischen Besatzungsarmee im Niltale. Als solchen sah man ihn mit seinem whiskyvergnügten Gesicht, ein Urbild der Unbe- deutendheit, Tag für Tag auf den Terrassen der Luxushotels in Kairo, bei allen sportlichen Vergnügungen, zumeist in Begleitung seiner aitifaUcnöeu Fran, oder im Turfklub bei Spiel und Trank. Auf seine Offiziere schien er keinen sehr erziehlichen Einfluß zu haben: auch sprachen sie von ihm nicht mit allzu großer Hochachtung. Und in der ganzen Besatzungsarmee ging es recht ge- mütlicb zu: das disziplinwidrige Benehmen der Soldaten in den Straßen ließ auf eine große Schlappheit im inneren Dienst der Truppe schließen. Mit dem Eintreffen Lord Kitcheners änderte sich das merklich. Im Jahre 1913 wurde General Maxwell zur Disposition gestellt, aber im Herbst 1914 wieder nach Aegypten zu- rückgerufen, offenbar weil man dein damaligen Befehlshaber der Besatzuugsarniee, General Byng, nicht die Fähigkeit zutraute, der schwierigen Verhältnisse Herr zu werden. Es kam in Kairo und Alexandrien zu wilden Krawallen unter den Truppen und zu offenen Revolten der Bevölkerung, die Maxwell, ein gelehriger Schüler des brutalen Sudanbezwiugers Kitchener, blutig unterdrückte.
Nun hat man ihn zu neuer Henkertätigkeit nach Dnblitl gesandt, sich aber anscheinend seine Rückbe- rufung liach Aegypten Vorbehalten. Die Anfrage Sir Arthur Markbams im englischen Parlament am 6. März d. I., ob tatsächlich 117 britische Generäle im Niltale anwesend seien, und die ihm erteilte, halb ausweichende aber keineswegs verneinende Antwort des Unterstaats- sekretärs des Krieges, Tennaut, läßt gerade keine günstigen Schlüsse auf die Talente der ertglischen Generalität zu. Sollte wirklich in dieser großen Zahl nicht einer sein, der Maxwell ersetzen könnte, noch dazu in einem Stellungskriege, der zu großen Entschlüssen taktischer Natur wenig Veranlassung geben würd?
Vermischtes-
Wegen vierfachen Raubmordes verurteilte das Danziger Schwurgericht den Schmied Wladislaus Pasch- kowski zum Tode. In der Nacht zum 30. Oktober 191o bräunte in Hoch stirb lau bei Preußiscb-Stargard das Mühlenanwesen des im Felde befindlichen Besitzers Schwedowski nieder. Herveieilende Nachbarn fanden vor der Tür des brennenden Hauses den 17 Jahre alten Sohn des Schwedowski blutüberströmt und nur mit einem Hemde bekleidet. Der junge Mann erzählte, daß sich in dem brennenden Hause keine Pintter. seine
Großmutter uno seine ©eictmnrter oesanoen, die vor einem Manne ermordet worden seien. Nach Löschen des Brandes fand man in den verschiedenen Räumen die verllohlteil Ueberreste der Frau Schwedowski, ihrer 60 Jahre alten Mutter, ferner des 14 Jahre alten verkrüppelten Sohnes der Schwedowskischen EHeleute, und des vier Jahre alten Kasimir Schwedowski. Der Verdacht lenkte sich auf den ehemaligen Zuchthäusler Wladislaus Paschkowski, der aus Hochitüblau, wo er zuletzt gearbeitet hatte, seit Anfang Dtrwember spurlos verschwunden war. Auf seine Ermittlung wurde eine Belohnung von 3000 Mark ausgesetzt. Eirdlich im März ermittelte ein Kriminalbeamter in Altona, daß dort im Dezember ein Mann wegen schwerer Diebstähle zu, acht Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, oer auffallende Aehnlichkeit mit Paschkowski hatte, nur Hieß der Manu Nowack und befand sich bereits zur Ver- Lützung der Strafe im Zuchthaus in Celle. Dieser Verdacht wurde nachgeprüst und es stellte sich heraus, daß er berechtigt war. Der Zuchthäusler Nowack war der gesuchte Raubmörder Paschkowski. Anfang April erfolgte die Neberführung Paschkowskis nach Danzig, wo er noch in derselben Nacht dem Untersuchungsrichter ein Geständnis ablegte.
General Smuts im Kampfe mit Löwen. Der Kapstädter Korrespondent der „Daily Mail" berichtet, daß General Smuts, der die Kriegsoperationen gegen die Deutschen in Ostafrika leitet, vor kurzem mit keinem gesamten Stäbe am Kilimandscharo einem Angriff von Löwen zu widerstehen hatte. Während der ganzen Stacht wurde von den slutomobilen ein fortwährendes Feuer unterhalten, um die Raubtiere zum Rückzug zu zwingen. — Dieser Neutralitätsbruch der augenscheinlich von den Deutschen ausgehetzten Löwen wird in der ganzen zivilisierten Welt mit der gebührenden Entrüstung verurteilt werden.
Die gefährliche deutsche Barttracht. Ein komischer Zwischenfall, der sich während einer Londoner Gerichtsverhandlung ereignete, zeigt von neuem, in welch lächerlicher Weise die englische Feindschaft gegen alles, was nur irgendwie an Deutschland gemahnt, um sich gegriffen hat. Angeklagt war ein junger Bankschreiber, dem der Vorwurf gemacht wurde, das englische Rekrutte- rungsweserc beschimpft zu haben. Als der Sünder sich gegen die von einem Zeugen ausgesprochene Behauptung, er sei seit jeher deutschfreundlich gewesen, wehrte, sah der Richter den keck aufwärts gebürsteten Schnurr- bart des Angeklagten an, um dann salomonisch zu äußern: „Ich muß dem Zeugen glauben, da seine Beschuldigung durch Ihre Barttracht eine nur allzu sichtbare Bestätigung findet."
Witze vom Tage. Das Bild des Generals v. Lin- singen. Bkein Mädchen besieht sich die neueste Nummer eines illustrierten Blattes, in der sich auch ein Bild des Generals von Linsingen befindet. Auf das Bild deutend fragte sie mitb: „Ist der Linsingen nun eigentlich General oder Zlrzt?" Auf meine verwunderte Frage, wie sie darauf käme, antwortete sie: „Hier steht doch „Leiter der Operationen in Galizien"!" („Mnch. Jugd."f Drahtlos nach England. Marconi: Schickt sofort 10 000 Tonnen Kohlen, aber gratis und franko, — sonst, — , sonst telegraphieren wir nach Deutschland! („Lust. Bl.") Wahres Geschichtchen. In der 5. Klasse einer Dorfschule wird das Multiplizieren geübt. „Wenn dem Vater täglich drei Zigarren raucht", fragte der Lehrer den ersten, „wieviel macht das die Woche hindurch?" Er bekommt eine falsche Antwort. Auch vom nächsten. Dann weitbet er sich an den kleinen dicken Fritz. Der Knirps scheint zu überlegen. Plötzlich ruft er laut: „Min Badder raucht de Piep!" („Mönch. Jugend.")
Bfffllj^^ -.....-
Aus dem britischen Haüpkquartier meldet „Daily Expreß" vom 15. Mai: Wenn man die Heeresberichte durchlieft, erhält man den Eindruck, als ob die Tätigkeit an unserer Front einigermaßen schläfrig und schleppend ist, hier und da eine Artilleriebeichießung, kleine Geplänkel und Miuensprengungen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Nach Aussage von Gefangenen, fihb die Teutschen an jeder anderen Stelle der Kampffront lieber als gegenüber den britischen Gräben. Es ist gar nichts Ungewöhnliches, daß der Feind durch Emporhalten von beschriebenen Tafeln vorschlägt, beide Teste sollten sich der Strafunternehniungen enthalten. Wenn auch die deutsche Infanterie der unsrigeu an Stoßkraft beim Angriff unterlegen ist, so kommt sie den Engländern doch an hartnäckiger Entschlossenheit und tapferem Aushalten in den Gräben durchnus gleich. Die Teulscheu sind eifrige und geschickte Scharfschützen und verfügen über vorzügliches Material. Andererseits sind wir bezüglich unserer schweren Artillerie, an Zahl und Kaliber, sowie an besonderen Grabenkampsmitieln sehr stark, und da die bethen Gegner sich durchaus nicht lieben, ist es selbstverständlich, daß beständig irgend etwas nirternom- ruen wird.
Gewöhnlich beginnt der Tag mit der „Morgen- Strafe" durch Artillerie oder Mörser, um etwaige während der Nacht getroffene Vorkehrungen des Feindes unschädlich zu machen. Bei günstigem Wetter steigen Fesselballons und Flugzeuge aus, um die Vorgänge hinter der seindlichen Front aufzuklären. Dann beginnt die gewöhnlich in der Mitte des Tages untätige Ar- tillerie später am Nachmittag ihre Arbeit. Die Jufan- terie in den Gräben ist beinahe immer beschäftigt, mit Scharfschützenarbeit, Gewehrgranatenschießen, Ausbesserung der Stellungen tlnd Minensprengnuge«. In der Nacht werden die Drahthindernisse ausgevesiert mtb Patrouillen über das Gelände zwischen den Gräben gesandt. Kleine Ueberfälle werden immer häufiger ans- geführt von uns mehr als von den Feinden, und zwar meist bei Nacht nach Artillerievorbereitung. Es wird ein Abschnitt der feindlichen Grabenlinie ausge- wählt, die Artillerie feuert gegen die Drahthindernisse und Decknugetl, dann gebt die Infanterie vor, wät;= mtb die Artillerie zu beiden Seiten des Angriffsav- schnittes Sperrfeuer legt, um Flankenstöße zu verhstk- bertt.
Gewöhnlich haben die Verteidiger größere Verluste als die Angreifer und letztere erhalten sehr nützliche Kenntniß von dem Innern der feindlichen Stellung. Hinter der Front machen sich die Führer von Kraftfahrrädern ständig höchst nützlich, meist Freiwillige der besten Stände _____
Weitere Drahtnachrichten«
Amerika über die Beschlagnahme neutraler Postsendnngen.
^ London, 24. Mai. (WTB.) „Mornina Post" erfährt aus Washington, daß dem amerifaniidien Botschafter in London die l'lniwortnote auf die letzte eng, lische Rote telegraphisch aus Washington übermittelt werden wird. Die amerikanische Regierung stellt sich darin auf den Standpunkt, daß die SnDaitnng und Beschlagnahme neutraler Postsendnngen mit dem Völkerrecht und den in dieser Frage bestehenden besonderen Abmachungen nicht vereinbar fei. Dadurch werde jeder neutrale Handel, außer wenn er von England gebilligt werde, vereitelt.