«Kör MiMMM WBÖ. MÄchzeitig würden überall Wege für Artillerie und Train angelegt. Fortwährend kommen, wie das Blatt weiter meldet, an Bord französischer und italienischer Schiffe serbische Truppen an, die im Norden der Halbinsel Chalkidike versammelt werden.
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Athener Blättern zufolge haben die griechischen Gesandten in Paris und London ihrer Regierung mitge- -teilt, daß die Regierungen der Alliierten nicht auf dem Transport serbischer Truppen durch Griecheuland bestehe«.
Miurerarbeilen der Entente in Rumänien.
Wie gemeldet, haben die Engländer 15 Millionen Francs an einige rumänische Mühlen gezahlt, damit diese Mühle» den Betrieb für gewisse Zeiten eiustelle». Hierdurch soll nach einer Bukarester T. U.-Drahtung bezweckt werden, daß der Mehlvorrat für die Armee und für die Bevölkerung in Rumänien nur noch durch we- nige Mühlen, welche nicht bisher von deu Engländern bestochen wurden, gedeckt werden kann, sodaß also dann für die Zentralmächte kein Mehl mehr aus dem bereits angekauften Getreide gemahlen werden kann. Einige Mühlen haben bereits derr Betrieb eingestellt. Dieser von England ausgeheckte Plan dürste aber mißliu- aen, denn die rumänische Regierung soll, wie verlautet, beabsichtigen, diesen englischen Manipulationen auch aus die Gefahr von Differenzen mit England, ein Ende zu bereiten. Die Mühlen, welche sich weigern sollten, den Betrieb fortzusetzen, sollen in staatliche Verwaltung genommen werden.
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^ Köln, 15. Mai. (WTB.) Die „Köln. Ztg." meldet aus Vukarest: Das kürzlich angekündigte Abkommen zwischen Oesterreich-Ungarn und Rumänien ist vor einigen Tagen abgeschlossen worden. Es bestimmt im wesentlichen, daß die Donaumonarchie oem seutsch-rumänische» Abkomme» beitritt, sodaß aus Mitteleuropa für Rumänien bestimmte' Warenzüge unbehindert durchlaufen können.
Das wachsame HoAand.
r Eine Unterredung mit dem früheren holländischen Kriegsminister.
Ein Mitarbeiter des Budapester „Az Est" hatte eitler T. U.-Drahtung zufolge eine Unterredung mit dem früheren holländischen Kriegsminister Colijn. Dieser sagte, daß die Zahl des ausgebildeten holländischen Militärs zur Zeit 370 000 Mann betrage. Außerdem stehe eine Gruppe von nicht ausgebildetem Landsturm Holland zur Verfügung. Seit Beginn des jetzigen Weltkrieges wurde, wie auf Scharnhorst's Initiative in Preußen, in Holland der nichtausgebildete Landsturm eingerichtet. EinMießlich dieses Landsturms stelle sich der Stand der holländischen Armee auf 650 000 Mann. Die Festungsbauten in Vlissingen bei der Scheldemündung seien noch nicht fertiggestellt, aber dieser tatkräftige Selbstschutz, der diesen Anlagen innewohnt, hat bereits seine Wirkung nach außenhin gehabt. Auch die Flieaer- flotte sei in Holland gut organisiert. Obwohl die Wasserverteidigungswerke erst in diesem Kriege richtig ein- aeschätzt wurden, hatte man in Holland diese Vertei- digungsmatznahtne bereits lange anerkannt und in Rechnung gezogen. Der Berichterstatter des „Az Est" hatte auch mit anderen Persönlichkeiten Unterredungen, aus welchen er die Ueberzeugung gewann, daß es den Holländern an Mut und Selbstbewutztsei» nicht fehlt. Die holländischen Regierungskreise befürchten jedoch, W IHM» in einen Krieg hineingezogen würde, fierte Kolonialarmee unterhalten wird, an England und hanptsächlich an Japan verlieren würde.
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Die Königin von Holland hat dem „B. T." zufolge, dem Ministerpräsident^ Cort van der Linden zu seinem 70. Geburtstage ihr Bild mit der Unter christ „Jetzt oder niemals!- Das sei die Losung für jeden, der das Ruder des Staates fuhrt," geschenkt.
StlegsaRetiei.
r . Die Bergleute gegen die Wehrpflicht.
T. U.) Der „Nieuwe \ aus London melden:
^ Rotterdam, 15. Mai. ö Rotterdamsche Courant" läßt sich Der englische Bergarbeiterverband hat sich von neuem mit 583 000 gegen 135 000 Stimmen gegen die allgemeine Dienstpflicht ausgesprochen und beschlossen, die Ausbreitung derselben geuauestens zu verfolgen. Ferner erklärte sich der Verband gegen die Einberufung von 18jährigen Leuten.
Wilsons Haltung gegenüber England.
^ Mailand, 15. Mai. (T. U.) ^Der emtboner Berichterstatter des „Coniere della Sem behauptet, Washington habe alle Verhandlungen mit England wegen der Blockadefrage eingestellt, nur den ®^ein z» vermeiden, daß Wilson in irgend einer Weise dem Vec- langen der deutschen Note betreffend die Blockadefrage entgegenkomme.
Verdächtigung der naturalisierten Deutschen Englands.
,o* Mailand, 15. Mai, (T. U.) Der Londoner Korrespondent des „Secolo" berichtet: Die englische Regierung mhm an, daß die bet den Rebellen in Dublin gefundenen betvächtlichen Geldsummen teilweise von naturalisierten Deutschen in England stammen. Es wurde daher jetzt die Merscharfste Ueberivachnng sämtlicher Naturalisierten Deutschen, auch solcher, gegen welche keine genügenden Beweise für die Erhebung einer Anklage vorliegen, angeordnet. Verschiedene Restaurants, wo naturalisierte Deutsche verkehren, sollen geschlosselt werden.
Wie manche französische Aerzte ihre Berufs- und Menschenpflichten erfüuett, ergibt sich wieder einmal aus der Aussage eines französischen Kriegsgefangenen. Dieser wurde ausweislich seiner Vernehmung vom 26 Juli 1915 von seinem Sergeanten zum Wasserholen für die Feldküchen fortgeschickt, die sich nicht weit von Mont bohlt Elot befanden. Es war dies am Tage nach dem Angriff vom 16. Juni bei Souchez. Der Zeuge bekundet nun wörtlich folgendes: „Von der Straße aus bemerkte ich in einem Schützengraben ekueu verwundeten Deut- K der jammerte. Als ick ihm etwas Biskuit und Konserven gab, fing er zu weinen an: ich fragte ihn nach gte mir als Antwort eine Ver- ■ ^ritt entfernt ging ein , „_____ ^ch rief ihn heran und cn zu helfen. Er antwortete mir: Mb^'ihm einen Bajonettstich und laß das schnrutztge Schwein? Mit diesen Worte« ging er weg."
dem Grunde, und er zeigte mir als vundung im llMerleib. Zehn Schr ranziisischer Militärarzt vorbei.^Jci öat ihn dem Verivundet,
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und «Lmiuaoenb fand, wie uns ein Berliner Pri- i mm melyet, unter oem Vorsitz des RMW m W Handwerkskanmwr zu
Berlin M üMHNetzeMe Versammlung zwischen Vertretern der deutschen Handwerks- und Gewcrbekam- mern mit Ausnähuce derer von Bayern. Sachsen und Württemberg zur Begründnng einer Hauptstelle für gemeinschaftliche Handwerksliefernngen G. m. b. H. mit dem Sitz in Berlin statt. Für Bayern, Sachsen und Württemberg werden gleiche Lieserungshauptstellen des Handwerks gegründet werden.
Eine Reichsbehörde für die Lebensmittel- verteilnng.
- Ein Berliner P r i v a t t e l e g r a m m meldet uns: Alle Blätter bcschäftigeu sich mit der als nahe bevorstehend beaet'&teien Entscheidung über dir Einrichtung einer Reichsbehörde, der die wichtige Aufgave einer Lsbe«smittslverteilu»g über das ganze Deutsche Reich übertragen werden soll. Die neue Behörde soll, wie der „Letalanz." erfährt, keineswegs mit diktatorischen Gewalten ausgestattet werden, sondern, von den Beschlüssen des Bundesrates abhängig sein. An ihrer Spitze würden eine oder zwei einander uebengeordnere Persönlichkeiten stehen, die mit unumschränkten Befugnissen für die Durchführung der Beschlüsse des Bundesrates versehen werden sollen. Sollte die Leitung der Behörde doppelköpfig werde», so würde sie wohl einem General unb.einem Zivilbeamten zufallen. Eine an leitender Stelle stehende Persönlichkeit äußerte sich laut „L.-A." dahin, daß ohne Zuhilfenahme des Belagerungszustandes eine durchgreifende Reform einfach nicht möglich sei. In der „Krenzzeitung" heißt es: Man scheint sich also endlich an maßgebender Stelle zur Errichtung einer Lebensnritteröikiatur entschlossen zu haben in der Einsicht, daß eine solche straffe und energische Zentralisierung die Abstellung der vorhandenen llebel- stände am sichersten erhoffen läßt. Die „Voss. Ztg." schreibt: Der Mann, der auf diesem Posten wirklich das leisten soll, was chas Volk von ihm erwartet, muß eine Herrennatur sein, einer, der den Mut hat, schnell anzu- ordnen, und den noch viel größeren Mut, eventuell und freimütig zu widerrufen. Ein solcher Mann teilt weder Macht noch Verantivortlichkeit gern mit Anderen. Es soll uns nicht wundern, wenn aus der geplanten Zweiteilung der Macht sich schon bei der Auswahl der Personen Schwierigkeiten ergeben. Ein star^r Mann macht keine halben Sachen. Jedenfalls ist es die höchste Zeit, daß ohne große Furcht vor dem Ausdruck Diktatur die Sache selbst ins Leben- gerufen wird, damit endlich die offenbaren Mißstände beseitigt werden. Das ist nicht nur eine Forderung im Interesse der Wohlfahrt der deutschen Bevölkerung, sondern ist vor allem eine außenpolitische Notwendigkeit. Das Ausland blickt aus- merksam auf die Entwickelung der Verhältnisse auf dem deutschen Lebensmittelmarkt.
Wirtschaftliche Lage »»d Bolkseiuigkeit.
Die Freie vaterländische Vereinigung veranstaltete Sonnabend abend in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Sitzungssaal des preußischen Abgeordnetenhauses eine bedeutsame Kundgebung zu der Frage „Wirtschaftliche Lage und Bolkseiuigkeit", Es fei gleich bemerkt, daß der Vorsitzeude der Vereinigung, Geheimrat Professor Kahl, am Schluß eine Entschließimg vorlegte, die einmütig angenommen wurde, die Ilbhilfe gegenüber den Mängeln der Organisation und dem selbstsüchtigen Verhalten einzelner Erwerbskreise forderte und insbesondere eine einheitliche Verwaltung der Volkser»äh- ruug für das ganze Reich und ein einheitliches deutsches Wirtschaftsgebiet als dringend erwünscht bezeichnete. Auf deu Inhalt dieser Entschließung waren die Vorträge gestimmt. Staatssekretär a. D. Dr. D e r u -
rechtiakeit in der Berteiluna der Lebensmittel. Der kon^ servative Landtagsabgeordnete Hösch, der Nahrungsmit- telreferent des preußischen Abgeordnetenhauses und anerkanntermaßen einer der bedeutendsten landwirtschaftlichen Sachkenner, schilderte die schwere Lage der Landwirtschaft, aber auch den Aufschwung, den sie genommen hat (von 1900 bis 1913 eine Vermehrung der Viehzucht um 71 v. H.) und warnte vor vorschnellen Avfchlachtnn- gen, die unsere Viehzucht hoffnungslos ruinieren würden auf der wieder in erster Linie unser Bauernstand beruht. Wenn wir die nächsten Monate hindurch am Fleisch möglichst sparen, dann ist die Situation für uns gjerettet. Schließlich sprach Verbandssekretär Tischen- dörfer, der die jetzige Lage eine furchtbare Belastungsprobe für den kleinen Mann nannte, wobei er aber auf das Vekenntnis der freien Gewerkschaften für das Durch- halten und zum Vaterland verwies.
Vermischtes.
richtete auf Anre
Der Cölner Oberbürgermeister gegen deu überflüssigen Zwischenhandel. Der Cölner Oberbürgermeister richtete auf Anregung der Cölner Preisprüfungsstelle Nn Antrag an die ReiMprüfunasstelle, zu erwägen, ob es nickn zweckmäßig erscheine, den Erlaß einer besonderen gesetzlichen Bestimmung anzuregen, durch die der überflüssige Zwischenhandel nach Äiöglichkeit ganz ansgeschieöelr werden kann, oder durch die wenigstens den durch überflüssigen ZwischeuhalGel verursachten Preistreibereien wirksamer als. bisher entgegengetreten wird. Eine solche Bestimmung würde vielleicht zweckmäßig dahin lauten, daß kein Großhändler an einen andern Großhändler, sondern nur an die 91geilten oder Kleinhändler weiter verkaufen darf, und daß Agenten nur an Kleinhändler und diese nur mt Verbraucher verkaufen dürfen. Die angestellten Untersuchungen haben ergeben, daß die unerhörten Preissteigerungen hauptsächlich darauf znrückzunihreu seien, daß die betreffenden Waren, statt sie ihrer.Bestimmung gemäß möglichst bald dem Verbrauch zuzuführen, immer von einem Zwischenhändler an den andern weitergeschoben werden.
Landgi PveuD
Das älteste Mitglied des preußische» Königshauses, Landgräsin Anna von Hessen, geborene Prinzessin von Preußen, vollendet am Mittwoch, den 17. Mai, ihr 80. Lebensjahr. Sie ist das älteste Mitglied des preußischen Königshauses und die Witwe des am 14. Oktober 188-1 verstorbenen Landgrafen Friedrich von Hessen. Die Landgrüsiu, die am 9. Oktober 1901 zur katholischen Kirche übertrat, lebt in Frankfurt a. M.
Ei» Verbot hoher Dantenstiefcl-Schäfte und -Absätze? Der Sächsische Schuhmacher-Jlinungsverband hat an die Krtegsminijterien eine Eingabe gerichtet, in der unter anderem um eine Verordnung gegen hohe Damen- sttefel-Schüfte und hohe Absätze gebeten wird. In der darauf einaelauseuen Antivort ist der Zeitschrift „Der Schuhmarkt" zufolge folgende Stelle enthalten: „Zur Streckung der Ledervorrme ist, der Petition entsprechend, bereits bei dem Reichsamt des Innern der Erlaß eines allgemeinen Verbots hoher Schäfte und hoher Absätze bei Lurus-Schuhwareu angeregt worden."
Bestrafter Wucherer. Das Schöffengericht Stuttgart verurteilte den Salatölersatzfabrikante« Kling wegen fortgesetzter Hüchstpreisüberschxeitung an einer Geldstrafe M 10,000 Mk. und zu einem Monat Gefängnis.
Die sieben Opfer des Cinrokaet MaffenmörLert sind am Sonntag beerdigt worden. Sechs wurden in ein gemeinsames Grab gelegt, das siebente, eine Mar- gareche Tot, für deren Bestattung die Familie sorgt wurde allein beerdigt. Weitere Erhebungen sind in Gange.
Die russische „Nüchternheit" zu Ostern. Während der Karwoche sind nach dem „Iltro Rossij" vom 26. April dieses Jahres in Petersburg 1700 Eimer an denaturiertem Spiritus verkauft worden, während der durchschnitt, liche Wochenbedarf in normalen Zeiten 60 Eimer betrug
Eine Matznüng an die Heimarmee.
Für deutsche Art und Sitte.
Der Münchener Polizeipräsident Frhr. v. Grundherr hat in einer öffentlichen Versammlung eine Rede gehalten, die auch außerhalb der bayerischen Hauptstadi Aufmerksamkeit verdient. Er sagte u. a.:
Ist sich die Bürgerschaft voll bewußt, daß die Hei- mat oer Rückhalt der Truppe ist, daß Geist und Seele der Daheimgebliebenen stets erneuernd und erfrischend auf die wrrren müssen, die im Felde stehen? Erst vor einigen Tagen sagte mir ein Feldgrauer, der aus kurzen Urlaub in München weilte: „Ich halte es hier nicht länger aus, ich kann das Lotterleben nicht mit ansehen bet all den schweren Opfern, die wir draußen täglich bringen müssen!" Das Urteil des tapferen Feldgrauen klingt hart, aber seine Gefühle sind begreiflich. Die Truppen empfinden ihren Kampf als Kampf für höhere Güter, für Veredlung und Kultur. Man darbt gern für Freunde der Einfachheit und Mäßigkeit, man stirbt gern für deutsche Schlichtheit und deutschen Idealismus. Aber für Wucherer und Genutzjäger, für selbstsüchtige, oberflächliche Lebemänner und Hamster, für eitle, kokette Frauen Opfer zu bringen, fällt schwer, weil sie des Opfers nicht würdig sind. Ich stelle folgendes gegenüber: Musikveranstaltungen am Nachmittag in den Kaffeehäusern, wo aufgeputzte Frauen, Mädchen und Kinder, gepaart mit leichtsinnigen Lebemännern, um teuren Preis in Ueppigkeit schrvelgen. Auf der anderen Seite die 4000 bis 5000 Kriegerfrauen und Kleingewerbetreibenden, die sich an jedem Markttag in den frühesten Morgenstunden, schon von 1 Uhr ab, am Bittualienmarkt ansammeln, um am nächsten Morgen in der Freibank ein Stückchen Fleisch um einen Preis zu erhalten, den sie erschwingen können. Geduldig und ohne Murren harren sie 6 bis 8 Stunden, bei jeder Witterung in dürftiger Kleidung, bis die Reihe an sie kommt! Und wenn, wie dies fast regelmäßig der Fall ist, für 300, 400 oder 500 nichts übrig bleibt, so fügen sie sich ruhig in ihr Schicksal. Diese Armen und Aerm- sten üben Selbstzucht und Zurückhaltung. Ich verweise auf das Wohlleben vieler reicher Familien, für die der Krieg nicht zu existieren scheint. Sie halten ihre Gastereien wie im Frieden, und gewinnsüchtige Geschäftsleute ermöglichen diese Schlemmereien durch heimliches Zusenden der nötigen Leckerbissen .... Ich erinnere an die Wucherer, für die Vaterlandsliebe und deutsches Pflichtgefühl aufhören, wenn ihr Geldbeutel in Frage kommt. Einzelne Firmen haben riesige Mengen von Lebensmitteln in der Hand und erzielen ganz ungeheure Gewinne. Hierunter fallen insbesondere auch die gewissenlosen Berfertiger völlig wertloser Ersatzstoffe für Lebensmittel, die sie in schwindelhafter Reklame zu abenteuerlichen Preisen anbieten . . . Natürlich treibt auch der Teufel Alkohol sein Unwesen. Es gibt in München immer noch Leute, die täglich ihre 8—10 Liter Bier haben müssen und die sich kein Gewissen daraus machen, dem fleißigen, ehrlichen Arbeiter und Ange- stellten seinen wohlverdienten, bescheidenen Abendtruuk
• - - -VT-i - -•— -" ’•'«■’ -'^»r»^^-« *,*v**«ö*,‘n*»» «..LUtlflCV »orte, den gewnsenlose Menschen unseren prächtigen Feldgraue« an der Front zuzuführen suchten. Gememe Niedertracht kann ich nur den Versuch nennen, die edlen, vaterländischen Gefühle und die ideale Stimmung unserer Heldeusöhue durch teuslische Machwerke zu vergiften.
Frhr. v. Grundherr sprach dann weiter von der Genußsucht der Jugend und von der Modefrage der Damen und fuhr dann fort: Weil ich gerade bei den Frauen bin, darf ist vielleicht noch zweier Kuriosa Erlvähnuug tun. Ein Fräulein bat die Eingabe einacreicht, ihr zu einer Milchkarte für ihre Katze zu verhelfen, und eine andere aufgeputzte Dame war in einem Gefchäft in Gegenwart vieler Kunden höchst entrüstet, als ihr der Inhaber die Abgabe von neun Pfund Haferflocken für ihr Schotzhündchen verweigerte. Was müssen darüber unsere Armen und Kriegerwitwen in der Sorge um ihre Kinder denken?
Wie können wir all den Berirrungen in der Heimat wirksam entgegentreten? Man spricht und schreibt viel von der sittlichen Erneuerung des deutschen Volkes? Gebe Gott, daß unsere tapferen Hel- densöhne mit ihren siegbekränzten Fahnen auch den Geist deutscher Sitte und deutscher Schlichtheit und höchster Einfachheit zirrückbringen, daß sie draußen geleimt haben, das Echte 31t scheiden vom Schein, daß redliche. schaffende Arbeit wieder beginne und daß ein einheitlicher, wahrhaftiger Gemeinsinn zwischen Staat und Volk sich entfalte. Bis dahin müßen wir Taheimge- bliebeuen dafür sorgen, daß wir bereit sind, die Helden- whne würdig und wohlvorberestet zu empfangen. Alle Tüchtigen müssen an der Erziehnng und Veredelung der Schwachen und namentlich unserer Jugend Mitarbeiten. VaterlandSlose Selbstsucht und niederträchtige Habsucht dürfen nicht mit Kopfschütteln binaenommen werden. 9ine sind berufen und verpflichtet, offen und laut aufmtreten gegen diese Sippe« und sie fühlen zu lassen, wie verächtlich sie sich machen als Anaeböriae des deutschen Volkes, daß sie unwürdig sind des deutschen Namens. Wenn in diesem Sinne alle Berufenen an die Arbeit gehen, dann wird es gelingen, allenthalben Ernst und Würde zu wabreu, deren unsere schwere, aber auch große Zeit dringend bedarf.
Weitere Drahtnachrichten. Entschädigung an die Reeder der in Italien beschlagnahmte» dentscheu Schisse?
>^ Wien. 15. Mai, (I. U.) Das „Neue Wiener Journal" meldet laut „Dtsch. Tgztg." aus Bukarest: Wie die italienische Telegraphemnrentur meldet, wirk die italienische ReqienlNg aus den Transporteirtlmhmeu der beschlagnahmten deutschen Schiffe einen Fonds gründen, der nach Beendigung des KriegeS den be> tressenden deutschen Reeden, URnviescu iverden soll, allerdings nach Abzug der Verluste, die Italien durch die Tätigkeit deutscher Unterseeboote erleidet.
Verunglückter englischer Aeropla«.
<^ Kopenhagen, 15. Mai. (T. lt.) Aus Mbjerg wird dem „B. L. A." zufolge von dein heim führenden Transportdampfer „Phönix" berichtet, daß er einem verunglückten Hvdro-Aeropla» in der Nordsee Begegne? fei. Trotz Nachforschungen konnte er nichts von eine» Besatzung benterkem