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PräsidenM tret VAKtMön Gkäasen, so doch das ame­rikanische Volk und seine parlamentarischen Vertretun­gen befriedigen wird. Trügt uns diese Hoffnung nicht, so wird unsere Antwortnote in London, Paris und Pe­tersburg als ein diplomatischer Sieg betrachtet werden. Wird sie zu schänden, so hat sie jedenfalls die wahren Beweggründe der Politik des Herrn Wilson enthüllt und sie ins Unrecht gesetzt. Der nationalliberaleDeut­sche Kurier" führt aus: Jetzt haben wir nur die eine Pflicht, allesamt wie bisher hinter unserer Regierung zu stehen und aufmerksam und kühl abzuwarten, ob Wa­shington nunmehr England gegenüber seine Pflicht tun wird, oder ob es vorzieht, uns die vorbehaltene Frei­heit der Entschließung zurückzugeben. Die liberale Voss. Ztg." meint: Anerkennung verdient der feste, würdige Ton, in Bern die deutsche Antwortnote gehalten ist. So ungeschminkt ist mit Herrn Wilson noch nie ge­sprochen worden, aber es war auch nachgerade an der Zeit, daß es geschah, sollte schweres Unheil für die bei­den seit alten Zeiten eng befreundeten und so vielfach aufeinander angewiesenen Völker verhütet werden.

Die Kämpfe bei Vpern

»s^ Haag, 6. Mai. (T. u.) Der Berichterstatter des Daily Chronicle" meldet lautTgl. Ndsch." über die Tätigkeit der Deutschen bei Nperu: An der englischen Front zeigen die Deutschen keinerlei Schwäche, was Mannschaften oder Artillerie aubelangt. Obwohl unsere Artillerie stets verstärkt wird, sind die Deutschen noch sehr wohl in der Lage, ebenso gut wie früher eine kräf­tige Kanonade zu unterhalten. In ihren Vorräten an Geschossen, Maschinengewehren, Laufgrabenmörsern usw. erscheinen sie geradezu unerschöpflich.

Das Feuer auf Berdun.

^ Haag, 6. Mai. (T. 1t) DieTimes" melden nach derTgl. Rdsch." aus Verdun, daß die Deutschen bisher auf die Stadt Verdun etwa 30 000 Geschosse aller

Kaliber gefeuert hätten. Die Stadt verwandle sich all­mählich in einen Trümmerhaufen. Fortgesetzt müßten die größten Anstrengungen gemacht werden, um die «m sich greifenden Brände zn verhüten.

Anders als Asquith.

Aus der Ansprache eines englischen Generals.

kann

auf- So-

Brigade-General T. C. Porter besichtigte am 24. April in Penzance eine Truppenabteilung wieWestern Niorning News" vom 25. April berichtet und hielt da­bei eine längere Ansprache. Stachdem die Volunteers zur stärksten Werbearbeit aufgeforöert hatte, bemerkte er:Ich bin kein Pessimist, aber ich bin auch kein ge­dankenloser Optimist. Alles was sich bisher ereignet hat, ist zugunsten Deutschlands ausgeschlagen, das kann niemand bestreiten. Deutschland ist vorläufig noch nirgendwo geschlagen worden. Wir müssen uns raffen, wenn wir diesen Krieg gewinnen wollen. _ weit wie ich die Lage zu überblicken vermag, sieht alles so schwarz wie möglich für »ns aus. Wenn wir nicht anfangen begeisterter zu empftnBeu und weniger an unsere persönlichen Interessen zu denken, werden wir entweder den Krieg verlieren, ober wir werden uns wirtschaftlich so erschöpfen, daß der Krieg unentschieden bleibt, und das würde noch schlimmer sein."

Asguith sagte dieser Tage bekanntlich im Unter­hanse, die Lage sei noch nie so gut für die Verbündeten gewesen wie jetzt.

Die Erschöpfung der englischen Wehrkräfte.

Nieuws van den Dag" schreibt über die Dienst- pflicht in England u. a.: Wenn die letzten Zehntausend

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England mit seiner großen Reserve fertig uno kann höchstens noch, wie in anderen Ländern, die Altersgrenze erhöhen, und wenn diese Maßregel kein Mehr ergeben sollte, das zur Vernichtung des preußischen Militaris­mus ausreicht, dann wird vielleicht auch seitens der En­tente die Stimmung gegenüber dem Frieden etwas an­ders werden. .

Französischer Gewaltakt in Florina.

^ Athen, 3. Mai. (Verspätet eingetroffen.) Drei französische Kompagnien sind lautBl. Mp." heute mit­tag in Florina eingedrnngen, nachdem sie vorher die Telegraphen- und Telephonverbindnngen abgeschuitten hatte». Von ihren Spionen geleitet, drangen sie in ver­schiedene Häuser ein und nahmen etwa 12 griechische Untertanen fest, von denen sie behaupteten, daß sie Spione seien, oder die bulgarische oder deutsche Armee mit Lebensmitteln versehen hätten. Gleichzeitig nahmen sie den Sekretär des österreichischen Konsulats in Mo- nastir fest, der auf der Rückreise von Athen war. Die griechischen Lokalbehörden protestierten und verlangten die Auslieferung der Gefangenen, worauf die franzon- schen Offiziere erklärten, sie handelten nach Bestimmten Weisungen, und mit den Gefangenen abzogen. 2htd) die griechische Regierung wird Einspruch erheben. Der österreichisch-ungarische Gesandte seinerseits wird in Athen Protest wegen der Verhaftung des Sekretars auf neutralem Boden einlegen. Die englische Gesandtschaft hat der griechischen Polizei zugegeben, daß die vor Dem Hause der bulgarischen Gesandtschaft gefundene Bombe, die nicht explodierte, englisches Fabrikat sei und zn ei­ner Sendmrg gehöre, die seinerseits bei Kriegsausbruch an Serbien geliefert wurde.

Florina liegt südlich von Monastir an der Bahn­linie MonastirSaloniki.

Griechischer Mnnitionstransport angehalten.

Aus Athen wird derFrkf. Ztg." unterm 2. Mai gemeldet: Der griechische DampferMalcas" der in Amerika gekanfte Munition für griechische Kriegsschiffe an Bord hatte, wurde unterwegs von den Bierverbands- schiffen angehalten und mit der Ladung nach Biserta gcbi achtle ^^ Entscheidungen anf dem Balkan.

Eine leitende bulgarische Persönlichkeit äußerte sich lautBoss. Ztg.", daß der Bierverband im Begriff stehe, durch weiteren Druck in der Frage des Landtransportes der serbischen Truppen über griechisches Gebiet Grie­chenland znm Aeußersten zn treiben, und daß schort für die nächsten Tage mit einem Bruche zwischen Griechen­land nnb dem Vierverband gerechnet werden könne.

Feindliche Minenopfer im MittElmeer.

»» Athen, 6. Mai. (T. 11) DerHimera" meldet derVoss. Ztg." zufolge aus Korfn: Zuverlässigen Nachrichten znfolge ist im Mittelmeer außer demRus­sell" noch ein Transport mit 600 Russen auf eine Mine gelaufen «nd gesunken. Nur wenige Mann wurden gerettet, die Leichen von den Engländern anfgefischt und in Malta begraben. Die ganzen Ge­wässer um Malta sind von den deutschen Minen ver- sencht. Englische Schiffe brachten letzter Tage 70 von ihnen zur Explosion. Der DampferSidney" entging anf der Fahrt Malta-Korfn dreimal knapp verstreuten Mine», die hinter ihm explodierten.

Die amerikanischen Kriegslieferungen.

DerNew York American" vom 8. März bringt folgende Notiz: Acht Dampfer fuhren am Sonnabend (4. März) von hier nach Häfen der Kriegführenden mit über 100 000 Tonnen Munition und Waffen an Bord, 'der größten Versckifsung, die seit Kriegsbeginn in ei­nem Tage und in einem Hafen begonnen hat. Die La­dungen enthielten 38,725 Kisten leere Geschosse, 10,224 Kisten Patronen, 1200 Kisten Zünder, 150 Kisten Ge­schosse, 105 Kisten Bajonette, Gewehre und Revolver. Den Rest bildeten Gewehrpatronen. Flugzeuge, Gum­mi, Leder, Maschinen und Automobile.

Wer kann der Friedensstifter sein?

Von einem hervorragenden Neutralen wird der Zürcher Post" geschrieben: Wer kann der Friedens- stcfter sein, der die nach Frieden hungernden Völker wieder in menschliche Zustände bringen wird, wieder für Gesittung und Kulturarbeit freie Bahn schafft? Bei Amerika liegt die Möglichkeit, die Grundlagen zu schaf­fen, auf denen der Frieden ausgebaut werden könnte. Die welthistorische Aufgabe Amerikas scheint zu sein: Es erkläre nicht nur, daß es sich mit aller Entschiedenheit gegen den deutschen Tauchbootkrieg wende, sondern mit der gleichen Entschiedenheit erkläre es England, der Amerika die Hand znm Aushungerungskrieg geg t Deutschland nicht biete und auf seinem Recht bestehe, die Einfuhr nicht gebannter Waren nach Deutschland ohne Englands Benachteiligung durchzuführen. Erklärt sich Deutschland zur Beendigung des Tanchbovtkrieges unter der erwähnten Bedingung bereit und ist Amerika gewillt, auf dem Rechte der Ausfuhr nicht gebannter Waren zn bestehen, so ist der Krieg zu Ende. Den Krieg­führenden bliebe nur eines, worauf die Völker lange warten, daß sie sich besännen, wie endlich diesem un­seligen Kriege ein Ende gemacht werden könne.

ätiegsaOetlei.

Neue Tätigkeit der irischen Rebellen.

DieTimes" berichtet über einen heftigen Zusam­menstoß zwischen der irischen Gendarmerie ' ..... großen Hansen bewaffneter Aufständischer. Die Gen­darmerie wurde in einen Hinterhalt gelockt und verlor

und einem

10 Tote und 18 Verwundete.

Vom Zeppelinangriff auf die schottische

Küste.

DemTag" zufolge meldet dieTimes", daß die Zeppelinangriffe gegeu die schottische Küste den gangen Eisenbahuverkehr lähmten. Sämtliche Züge murrten stundenlang zurückgehalten, bevor sie die Reise fort­setzen konnten.

Das Schicksal Roger Casements.

Nach derVoss. Ztg." melden dieBasl. Nachr." ans London: Die Schwester Sir Roger Casements wandle sich an den amerikanischen Staatssekretär Lansing mit der Bitte, bei der citgliscOen Regierung zugunsten ihres Bruders zu vermitteln, damit er nicht znm Tode ver­urteilt werde. Lansing lehnte es ab, sich mit dem Ge­such zu besassen.

Politische Rundschau.

Die Tabaksteuer in der Kommission. Der Steuer­ausschutz des Reichstages beendete Freitag nachmittag die allgemeine Besprechung über die Tavakstenervor- lage. Ein fortschrittlicher Redner führte aus, nach dem Kriege werde man wahrscheinlich den Tabak noch ein­mal heranholen und dann die doppelte und dreifache 1t«M..AA <1 -- <* ^A* sK® K.«\äax r«^fL>M aaaIL S '-- ^Alt 3. t> YT

steuerung der igaretten den. Der Reichsschatzsekretär erklärte, eine daß die jetzige Besteuerung für alle Zeiten bleibe, könne er nrcht übernehmen. Bei der

efreun- Garantie, endgültig Zigarette

behalte sich die Regierung für die Zukunft alles vor. Ueber das Monopol wolle er sich nicht äußern. Die Belastung beim Tabak sei so gewählt, daß er hoffe, in Zukunft damit auszukommen. Ein Mitglied der fo- zialdemokratischcn Fraktion führte aus, man möge die Vorlage ablehnen und dafür den Wehrbeitrag wieder­holen. Ein nationalliberaler Abgeordneter bezeichnete eine geringe Erhöhung des Wertzolls als annehmbar. Der Redner der sozialen Arbeitsgemeinschaft fprach ent­schieden gegen das Gesetz. Ein konservativer Redner erklärte sich für das Monopol und gegen die Wehrsteuer.

Preisstand anslSndisS er Karen.

Unser Verbrauch an wichtigsten Lebciismittclii, angewiesen auf Bedarfsdeckung durch eigene Erzeugung, hat in der Zu- weisung bestimmtet Kopjanteile die Form gesunden, die das Wirtschaften mit bestimmt gegebener, an sich knapper, wenn auch zureichender Vorratsmenge verlangt. In diese Zuweisung ge­gebener Vorräte an bekannten, weil normierten Verbrauch, bringt die ausländische Ware, auch wenn ihr Gesanitzustrom nicht so sehr groß ist, eine gewisse llnsicherhcit. insofern als sie die Gleich­förmigkeit der Versorgung durchbricht, bestimmte Grenzgebiete oder bestimmte Verbraucher reichlich versorgt. Die Zusammen­fassung und Vereinheitlichung der Einfuhr ziemlich der meisten Lebensmittel durch die Z. E. G. und andere Kriegsgesellschasteir hat hier Wandel geschaffen; die Auslandsware soll sich nicht mehr verzetteln und einzelnen zugute kommen, sondern genau so erfasst und der Gesamtheit dienstbar gemacht werden wie auch die Inlandsware.

Ist so das irrationclle Moment, daß bei inländischer Ver- branchsregclung die Einsuhr von Waren in sich schließt, beseitigt, so ist immer noch der unerfreuliche Zustand vorhanden, daß der Preis der ausläudischen Ware frei beweglich ist, sei es daß Klein- Handelshöchstpreise von den Gemeinden noch nicht erlassen sind, sei es, daß sie überhaupt nicht vorgesehen sind. Die Gesahr der freien Preisbewegung ausländischer Ware liegt darin, daß sie den Warenbesißer verleitet, inländische Ware als ausländische zu deklarieren und so den Veibrauchcr zu überforbern; und ferner darin, daß sie Neigung zeigt, den Preisstand der Inlandswaren auszugleichen an den Preis der Anslandsivare. Klagen über Mißbrauch in der Preisbemesfung für ausländische, bezw. als ausländische angegebene Waren gehen neuerdings wieder durch die Presse. In Berlin soll ausländisches Mehl zum unerhörten Preis von 1,25 Mk. ohne Brotkarte verkarst worden sein, auch sollen Händler ausländischen Schinken, zum Preise von 57 Mk. pro Pfund angeboten haben. Leistungsfähige Verbraucher bezahlen solche Preise, um sich über den Rahmen der sonst zu- gewiesenen Versorgung einbedren zu können; sicher und das gilt besonders für das sogenannte ausländische Gemüse wird auch mancher weniger Bemittelte im Druck der Not solche Preise anlegen müssen.

Demgegenüber erscheint es angebracht, irgendwelche Vor­kehrungen zu treffen zum Schuß der Verbraucher sowohl wie zur Wahrung von Treu und Glauben im Verkehr. Es märe zu überlegen, ob nicht jeder Verkehr in Auslandsware geregelt würde, etwa derart, daß die Krlegsgesellschaften ober die Gc- meindeverwallungcn besondere Verkaufsstellen (leerstehende Läden gibt es genug) ehuidjteten, ausschließlich zum Absaß der fremden Ware. Auf diese Weise wäre allen Täuschungsversuchen und falschen Deklarationen über den Ursprung der Ware ein Riegel vorgeschoben, Verbraucherinteressen gewährt und eine erhebliche Gefahr für unsere Höchstpreispolitik und unseren Preisstand beseitigt.

Vermischtes.

Eine widernatürliche Mutter. Die 22jährige Arbeit tersran Anna Lchape in Berlin, deren Mann im vork- gen Jahre gefallen ist, führte in letzter Zeit einen leicht- sinnigen,Lebenswandel. In ihrer Kellerwohnung hielt ne sich nicht viel auf, sondern trieb sich umher und über- ließ ihr anderthalbjähriges Töchterchen Gertrud völlig sich selbst. Gestern abend starb das Kind, der Arzt stellte fest, bau der Tod durch Verwahrlosung und Verhun­gern emgetreten war.

Markt Oerfitut!" Ueber die künstliche Behinde­rung der Fischzufuhr schreibt das Nachrichtenamt des Berliner Magistrats: Ein hiesiger Fischgrotzhändler hat, wie dem Magistrat zuverlässig gemeldet worden ist, am 29. v. M. an seine Lieferanten in Warnenründe, Bruns- Haupten, Arenösee, Satznitz, Stralsund usw. telegra­phiert:Keine Flundern schicken, Markt überfüllt." Es handelt sich um 15 derartige Abbestellungen. Der Ma­gistrat hat gegen den betreffenden Fischgrotzhändler Strafanzeige auf Grund der Verordnung vom 23. Juli 1915 betreffs übermäßige Preisteuerung erstattet und die Entziehung des Gewerbebetriebes beantragt.

Polizeiliche Ueberwachnng des Berliner Lebensmit­telmarktes. Das Berliner Polizeipräsidium hat ein be­sonderes Dezernat für die Ueberwachnng des Lebens­mittelmarktes eingerichtet, das der Kriminalpolizei un­tersteht und vom Kommissar Lehnart geleitet wird. Das Dezernat hat bereits in den letzten Tagen eine außer­ordentlich ergiebige Tätigkeit entfaltet. In Berlin sind bei 16 Schlächtermeistern große Vorräte an Fleisch- und Wurstwaren beschlagnahmt worden, insgesantt am 4. Mai 200 Zentner Schinken und Wurst beschlagnahmt.

Französische Geburtsprämien. Zwei französische Abgeordnete haben derFrkf. Ztg." zufolge der Kam­mer ihren Bericht über den Gesetzentwurf zur Schaffung von Geburtsprämien vorgelegt. Der Gesetzentwurf ge­währt der Mutter für die beiden ersten Kinder je 500 Franken, fürs drifte 3000, fürs vierte 2000, und für je­des weitere 1000 Franken. Der Vater, der vier Kinder bis zum 15. Lebensjahre aufgezogen hat, soll eine Prä­mie von 2000 Franken erhalten. Die Prämien sollen aus einer besonderen nationalen Geburtenkasse bezahlt werden, die durch Steuern der kinderlosen oder Per­sonen mit einem Kinde gespeist werden.

England und der Friede.

Ein lange in England ansässig gewesener, mit Land und Leuten vertrauter Deutscher, der kürzlich aus Eng­land zurückgekehrt ist, sendet derKöln. Ztg." folgende Ausführung über die Friedensbereitschaft in England:

Man kann sich nur ein recht nebelhaftes Bild von der politischen Lage in England irr Verbindung mit Friedensbestrebungen aus den scharf zensierten eng­lischen Preßstimmen und den großmäuligen Auslassun­gen der englischen Staatsmänner machen. Die sogen. Friedenspartei, die in erster Hinsicht Deutschland aus Belgienhinausverhaudeln" möchte, ist weit stärker, als man bei uns anzunehmen wagt. Die Union of Demo- cratic Control ist überall in Stadt und Land durch die Quäker vertreten, und hierzu kommt neuerdings noch die Union of Reconciliation, die von Utrecht ans ihre Fühlhörner ausstreckt, iveil eine Propaganda von Eng­land aus durch die Zenfur der Briefe unmöglich ist. Die Tatsache, daß der 51 lieg wenig volkstümlich ist, wird doch durch die Schwierigkeit der Austreibung von Re­kruten oder solchen, die es werden sollten, bewiesen.

Wehrpflicht mehr gegen den innern Feind als den äu­ßern gerichtet ist. Der Staatsmann ist noch nicht ge­boren, um den freien Briten die geschichtliche Ueber­lieferung, daß andere seine Schlachten schlagen, auszu- reoen. Die Losung ist noch immer Trumpf, bis zum letzten Frauwsen und Rlisfen durchzuhalten.

So volkstümlich auch der Krieg zu Anfang gewesen sein mag, hier ist der Felsen, an dem die heroischsten Entschlüsse des Kabinetts zerschellen müssen. Nachdem die große Masse das'Vertrauen zu ihren Führern ver­loren und der bisher unerschütterliche Glaube an die unbedingte Schlagfertigkeit der Flotte geschwunden ist, und die bis zum Ueberdruß von der Presse ausposaunte Allmacht der russischen Waffen nicht mehr zieht, hält man die Asquithschen Auslassüngen für Parteirnm- mcl. Daß man uns militärisch nicht schlagen wird und kann, fängt an, dem Briten allmählich begreiflich zu !ver- den, und die angeborene insulare Beichrlinktheit und der Mangel jeglicher Einbildungskraft läßt die Blockade, d. h. die Aushtingernug, als einzige Hoffnung erscheinen. Man sollte anet) die Stimmen der Arbeiterführer nach Frieden bei uns nicht zu sehr überschätzen,' die einzigen Waffen, welche sie haben, die Ausstände, zerbrechen im­mer wieder an dem Geldbeutel der Arbeitgeber. Die Führer werden meistens bestochen und geheil zum Lager der Krieaspartei über. Sind doch erst vor einigen Wochen die sogenanntenverbannten" fünf Arbeiter­führer des Clydestreikswegbestochen" worden. Die englische Welt wird eben nur durch Zahlen regiert.

?richt unerwähnt möchte ick auck die Frauenbewe­gung mit ihrer Friedenspropaganda lassen, welche die Gelegenheit benutzt, den tapfern Männern die schwer­sten Borwürfe zu machen. Auch die Cambridge-Uni­versität unter Führung leitender Professoren macht angestrengte Friedeusversuche. Es ist jedoch wohl über­flüssig, zu erwähnen, daß alle diese Beeinflnsiungen cn- folge der starken Maßregeln der Regierung auf un­fruchtbaren Boden fallen. Wer auch nur den geringsten Verdacht. Anhänger einer Friedenspartei zu fein, er­regt, dessen Briefwechsel wird sofort zensiert, und er setzt sich der unmittelbaren Gefahr aus, ohne Aburtei­lung in Untersuchungshaft abgeführt zu werden.

Wenn ich die Zeichen der Zeit richtig deute, so glaube ich saunt, daß man selbst durch den Sturz dieses Kabinetts aus Frieden rechnen kann. Im Gegenteil! Der Frieden dürfte vielleicht dann noch in weitere Ferne gerückt sein. Die führenden politischen Größen beider Parteien sind doch bereits in der jetzigen Regie­rung einbegriffen, und zu keinen neuen Männern hat man bisher wirklich starkes Vertrauen. Ziehen wir die Summe unserer Beobachtungen, so kommen wir zu Bein Schluß, daß bevor Rußland oder Frankreich zum Frieden geneigt sind, England nicht an Frieden denken wird, es müsse denn fein, daß es gelingt, ihm schwere Schäden znzufügen.

Weisere Drahtnachrichten.

Todesstrafen in Dublin.

w London, 5. Mai. (WTB.) Nach einem Dubliner Bericht wurden vier S'uu-Feiner znm Tode verurteilt und erfdmffcm Märend bei fünfzehn anderen die xm desstrafe in zehn Jahre Znästbans nmgeivandelt wurde, tust einem andern in acht Jahre. Zwei erbte!mit zehn Jahre Zuchthaus. Weitere Prozesse seien im Gange.