mächtigen konnten. Bemerkenswert ist die Tatsache/ daß nach dem Getteralstabsbericht vom 7. April die Engländer in diesem gefährlichen Kampfabschnitt plötzlich kanadische Truppen untergebracht hatten, während sie selbst auf weniger gefährlichen Plätzen standen. Am 9. April begann ein heftiger englischer Gegenangriff gegen unsere Stellungen, der aber blutig zurück- gewtesen wurde. Hier bei st. Elot kam es auch am 14. und 17. April wieder zu neuen heftigen Kämpfen, die §um Teil mit Handgranaten ausgefochten wurden. Immer aber konnten unsere Truppen die Oberhand be- halten. Am 19. April errangen sie einen bedeutenden Erfolg dadurch, daß Patrouillen auf der Straße Lange- mark—Ypern im Ypernbogen in mehreren feindlichen Stellungen eindrangen und sich in den Besitz von ungefähr 600 Mtr. englischer Gräben setzten.
Diese Straße Langemark—Ypern verläuft in nordöstlicher Richtung, da Langemark nordöstlich von Ypern liegt. St. Elot dagegen ist südlich von Ypern gelegen. Es handelt sich bei diesen Kämpfen im Raume von Ypern demgemäß um ein Ringen, das zu beiden Seiten von Ypern stattfindet. Die Kämpfe bet Ypern, die sich auch an den allerletzten Tagen noch fortsetzten — die neugewonnenen Gräben bei Ypern-Langemark mußten übrigens am 22. von unseren Truppen infolge hohen Grundwassers wieder freiwillig geräumt werden — stehen mit den Kämpfen von Verdun auch in innerlicher Beziehung, denn unsere siegreichen Truppen halten hier auf dem rechten Flügel sorgsam und getreu Wacht, um den Franzosen eine englische Hilfe durch eine Durchbrechung unserer Front an dieser Stelle unmöglich zu machen. Sie sind die Flügelstützpunkte unserer lausen Kampffront und haben dadurch eine ungeheuer bedeutsame Rolle.
Die Schlacht bei Ypern ist darum in ihrer Art an Bedeutung dem Ringen vor Verdun nicht nachgeordnet, sie ist nur dadurch unterschieden, daß die Folgen des Kampfes um Verdun ungleich größer sein dürften, als die Folgen des Ringens bei Ypern. Der Entlastungsangriff der Engländer vor Ypern ist bisher ohne jeden tatsächlicheil Erfolg für die schwer bedrängten Franzosen verlaufen. Der bisherige Ausgang der Kämpfe, an denen Schleswig-Holsteiner, Bremenser und Mecklenburger beteiligt sind, läßt aber hoffen, daß es auch in Zukunft den Engländern nicht möglich sein wird, etwas zur Entlastung der Franzosen bei Verdun beizutragen.
(OKM.)
Die Ereignisse am Suezkanal.
Vier Schwadronen feindlicher Kavallerie völlig auf- gerieveu.
Der amtliche türkische Bericht meldet u. a.: Bei dem Zusammenstoß bei Katia östlich vom Suezkanal am 28. April waren die vier Schwadronen feindlicher Kavallerie völlig aufgerieben worden. Bei einem späteren starken Angriff auf Katia wurde von unserer Abteilung der größte Teil der feindlichen Stellung sowie das Lager zerstört und ein Oberst, ein Major sowie 21 Haupr- leute und Leutnants nebst 257 unverwundeten Soldaten und 24 Verwundeten gefangen genommen. Als Racheakt unternahm der Feind am 25. April eine Luststreife mit einem Geschwader von 9 Flugzeugen und warf 70 Bomben auf das Lazarett von Katia, wodurch er zwei unserer Verwundeten und einen verwundeten Gefangenen tötete und zwei andere verwundete. Eins unserer Flugzeuge warf darauf mit Erfolg Bomben auf ein feindliches Kriegsschiff vor el Arisch. Ein anderes griff feindliche Dampfer auf der Reede von Port Said sowie militärische Anlagen dortselbst und die feindlichen Lager zwischen Port Said und el Kantara mit Bomben und Maschinengewehrfeuer an und kehrte unversehrt zurück.
•6-* Lugano, 28. April. (T. 1t.) „Secolo" meldet laut „B. L.-A." aus Athen: Zwei russische Flugzeuge sind nach einem laugen Fluge am 24. April abends über Konstantinopel erschienen.
Das standhafte Griechenland.
^ Lugano, 28. April. (T. u.) Die „Stampa" meldet nach dem „B. T.": Falls Griechenland den Durchmarsch der serbischen Truppen durch Griechenland nicht gestatten sollte, so wird die Entente sich darum nicht weiter kümmern. Die Entente sei entschlossen, Griechenland ein für allemal zum Eintritt in die Sphäre ver Entente zn zwingen.
Belagerungszustand über Athen.
0-4= Wien, 28. April. (T. U.) Das „Neue Wiener Fourual" drahtet nach der „Dtsch. Tgztg." aus Athen: Der Ministerrat verhängte über Athen den Belage- cnnSsznstand in Anbetracht der Umtriebe der Benize- listen.
dem Vertreter des WTB. geg ausgeschlossen, daß dieser Anst [ißt wurde. Eine »weite Bombt
'Bombenanschlag gegen den Vertreter Bulgariens in Athen.
In dem Hofe der bulgarischen Gesandtschaft in Athen ist eine Bombe explodiert. Die Bombe riß ein Loch von 40 Zentimeter Tiefe und 80 Zentimeter Breite. Die Explosion war außerordentlich stark: sämtliche Fenster der Gesandtschaft und der Häuser m der Nahe wurden zertrümmert. Der bulgarische Gesandte äußerte - • ■ *---—zegenübeK er halte es für .....chlag von Griechen verübt wurde. Eine zweite Bombe, die nicht zur Explosiou kam, ist von der Polizei beschlagnahmt worden. Die Behörden treffen große Vorsichtsmaßnahmen, um neue Ruhestörungen seitens der der Entente nahestehenden Kreise zu verhindern.
Die irische Verschwörung.
Im Unterhause teilte Asquith mit, daß die Lage in Irland noch immer ernst sei. Anscheinend sei eine ausgedehnte Ausstandsbewegung besonders im Westen des Landes im Werke. Ueber ganz Irland werde unverzüglich der Belagernngszustand verhängt werden. General Sir John Maxwell werde die nötigen Vollmachten zur Niederwerfung des Aufstandes erhalten. Ueber die Gründe des Aufstandes würde eine Unter- suchlmg veranstattest Verschwörungen teilen Berliner Blätter mit, daß die Anffässiakeit in Irland sich bis in die höchsten Handels- und Finanzkreise erstreckte und daß sich dem militärischen Vorgehen ernste Schwierigkeiten entgegenstelleu infolge der irischen Berwaltnngs- dehörden.
Der Vorkämpfer der irischen Freiheit.
eine
Roger Casement im Londoner Tower.
Die Londoner „Daily Mail" meldet, daß Sir Roger Gafemcut, der nach einer Mitteilung der englischen Ad- miraUtät an der irischen Küste gefangen genommen wurde, nach London in den Tower gebracht worden ist. Die englische Regierung will Sir Roger Casement in London den Prozeß machen. — Castment ist jener glühende Patriot, der bei Beginn des Krieges auf st Stellung als englischer Generalkonsul verzichtete und auf dem Festlande Mit der Feder einen Feldzug eröffnete, um seine irischen Landsleute davor 6tt bewahren, sich England für den Krieg zur Verfügung zu stellen. Bei dem hoben Ansehen, das Gafement in ganz Irland «Mob, erschien seine Propaganda England so gefähr
lich, daß es diesen MäM um jeden Preis unschädlich machen wollte, und dieses Ziel zu erreichen, versuchte Herr Findlays, der englische Gesandte in Christiania, Casements norwegischen Diener zu kaufen, damit er seinen Herrn den englischen Schergen ans Messer liefere. Der schmachvolle Mcuchelmordversnch mißglückte, weil der norwegische Diener kein Judas war, sondern seinem Herrn den Plan mitteilte. Findlay und Sir Edward Grey haben Casements sensationelle Enthüllungen darüber unwidersprochen gelassen, aber man kann sich denken, was das Schicksal Casements sein wird, wenn er jetzt tatsächlich bei einem Versuche, einen irischen Selbst- befreiungsaufstand zu fördern, in die Hände Englands gefallen ist.
Sriersakerlet.
Kriegstraunng im Hause Hoheuzollern.
Wie der „Reichsanzeiger" mitteilt, hat im Jagdschloß Kl.-Glienicke bei Potsdam am Donnerstag die Kriegstrauung Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Sigismund von Preußen mit Ihrer Hochfürstlichen Durchlaucht der Prinzessin Marie Luise zu Schaumburg- Lippe in Gegenwart der nächsten Armehörtgen des hohen Brautpaares stattgesunden. S. M. der Kaiser und König waren durch den Aufenthalt im Felde an der Teilnahme verhindert.
Die unentbehrlichen deutschen Kolonisten.
Der „Franks. Ztg." zufolge berichtet der Petersburger „Djen": Mehrere Gouverneure ersuchten das Wii= nisterium des Innern, die Liquidation des Grundbesitzes der deutschen Kolonisten bis nach der nächsten Ernte zu unterbrechen, da in diesen Gebieten sonst eine Hungersnot eintreten würde.
Die höhere Sulfat.
Was eine Deutsch-Schweizerin in der Eisenbahn erlebte.
Das „Berner Tagblatt" bringt auf Grund von Mitteilungen einer Dame, einer Bernerin, folgenden Bericht:
Montag früh nahm sie im Zug 10 Uhr 40 von Bern nach Thun ihren Platz in einem Nichtrauchercoup» ein, als plötzlich drei junge lärmende Mädchen mit Handgepäck hereinstürzten, begleitet von drei Damen. Es war klar — ein Pensionat aus der welschen Schweiz. Laut und lärmend nahmen sie Platz, zwei junge Mädchen der Dame gegenüber, eine der Vorsteherinnen daneben. Der Zug fährt ab. Die Dame beendet ihre Lektüre ihrer Zeitung und nahm dann „Die Woche" heraus, die sie zum Zeitvertreib am Bahnhof gekauft hatte. Sogleich fingen die Mädchen an zu tuscheln, und bald merkte die Dame, daß sie dank der „Woche" eine interessante und gleichzeikig verhaßte Persönlichkeit geworden sei. „Das ist eine Boche", raunte man sich zu. „Was für eilten schmutzigen Kopf sie hat, man sieht sofort, daß sie eine ist." Gleichmütig las die Dame weiter, erwartend, wie weit es noch kommen müsse, bis eine der Vorsteherinnen ihr Veto einlegen würde. Aber weiter ging es im gleichen Tone. „Wir wollen sie rasend machen! Sprechen wir rom Krieg!" Und als gar die deuijchen Namen wie Rnbigeu, Münsingen nsw. gelesen wurden, tönte es: „Weder unser Gaumen noch Zunge payt zur diese barbarische Sprache." Das Wort „Boche" klang immer wieder durch das Coups und als endlich unter Lachen eine der Vorsteherinnen sich vorbeugte, um die interessante „Boche" zu sehen und fragte, ob die Mädchen der Mißbilligung über dieses Benehmen von fetten der Vorsteherinnen! Die Dame blieb aber ruhig und gab durch feine Miene zu erkennen, daß sie überhaupt die Anzüglichkeit verstehe. Aber sie fragte sich im stillen, ob sie wirklich in der freien Schweiz lebe und wie, es bei uns mit dieser Hetzerei noch kommen müsse. Also nicht einmal die „Woche" darf man lesen in einem Zug in der deutschen Schweiz. Aber wenn die Erwachsenen selbst nicht genügend Takt haben, wie soll man dies von der Jugend ermatten? Es wäre wirklich interessant, den Namen dieses Pensionates zu erfahren. Vergessen denn die Inhaber solcher Pensionate ganz, daß sie bis heute hauptsächlich deutsche Mädchen hatten und von deutschem und deutschschweizerischem Gelde lebten? Aber das Geld hat ja seinen Geruch, und man sieht ihm nicht an woher es kommt. Wenn es so weiter geht, so konnte endlich doch vielen Deutschen und Deutschschweizern die Geduld ausgeheu. Man kann auch anderswo ein gutes und zwar accentfreieres Französisch lernen als im Waadtland oder in Neuenburg.
Das „Berner Tagblatt" bemerkt dazu: Wir mochten im Gegensatz nur die Tatsache erwähnen, daß einer unserer Redakteure durch einen großen Teil des österreichischen Kriegsgebietes gereist ist und unterwegs ruhig auch französische, in öiterretcsumjeu Buchhandlungen gekaufte Bücher las, ohne je belästigt zu werden. Und gestern hatten wir den Besuch eines welschen Herrn, der fast gar kein Deutsch spricht, und der trotzdem aus einer Reise'durch Deutschland nirgends die geringste Belästigung erfahren mußte. Ueverall gab man ihm in freundlicher Weise die französisch erbetene Auskunft. Wo ist nun die höhere Kultur zu finden?
Vermischtes.
Der Erbauer des Bölkerschlachtdenkmals gestorben. Professor Bruno Schwitz, der Erbauer des Völkerschlacht- denkmals,zu Leipzig, ist, 57 Jahre alt, Donnerstag vor- w'^SMit1«1^ für weiße Kleider. In gewerblichen Kreisen war das Gerücht verbreitet, daß der VeNauf von weißen Kleidern und Röcken untersagt werden soll. Das Kriegsministertum erklärt, dem „B. T." zufolge, daß dort von einem Verkaufsverbot für weiße Kleider und Röcke nichts bekantit sei.
Großfeuer in Le Havre. Nach einer Sotiderntel- dung des „Petit Puristen" sind am 25. April in Le Havre zwei große Brände ausgebrochen, die unter der Bevölkerung große Erregung hervorgerufen haben. Eine Drahtzieherei ist fast völlrg zerstört und der schaden sehr bedeutend. Das andere Feuer, in einem Speicher für schiffstechnische Apparate, fand in beuuchlmrten Fässern mit Petroleum und Oel reiche Nahrung und richtete gleichfalls bedeutenden Scksaden an. Da die Ursache des Brandes unbekannt ist, herrscht Beunrnht-
Das Ende der Nürnberger Bratwürste!. Die bekannten Nürnberger Bratwürstel sind nun auch der Kricgsfürsvrgegesetzgebung zum Opfer gefallen. Der Nürnberger Magistrat beschloß, die Herstellnug von Rostbraiwürsteln zu verbieten. Man bezeichnete das Essen votr Rostbrativürstchen als eine Luxussache, da es außerhalb der regelmäßigen Mahlzeiten, zum Frühstück und zur Vesper, stattfinde und die Würste wmtt nicht als VolksuahrungSmiitel angesehen werden könnten.
Die Schwindeleien bei den rnssischen Muster,,ngS- kommissione« haben, wie die Petersburger „Nowa Ga-
zeta" berichtet, bereits einen oerarngen umfang angenommen, daß die russische Regierurlg sich veranlaßt gesehen hat, zu diesen Kommissionen japanische Aerzte zu- zuziehen. Diese Aerzte haben in Reval allein 90 Prozent der für den Kriegsdienst mit der Waffe als untauglich Befundenen.als zum Kniegsdienst geeignet bezeichnet.
Leulsche heldrnlaleu.
Unteroffizier Braatz (aus Kl. Schönebeck, Kreis Niederbarnim) von der 10. Konrpagnie Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm I. (2. Lswreutzischesj Nr. 3 berichtet über schwere Kampftage des Regiments
Wir hatten am 1. Atovember 1915 versucht, die feindliche Stellung vor uns zu überrennen, waren jedoch infolge des heftigen feindlichen Artilleriefeuers erst bis auf 200 Meter herangekommen. Die Nacht verlief leidlich ruhig. Gegen 1 Uhr 30 nachmittags geht der Befehl durch die Gräben: Fertig machen zum Angriff!" Schnell ist das Gepäck geordnet und umgehängt. Stufen zum schnellen Herausneigen aus dem Graben werden ausgehoben, gleich darauf steigert sich unser Feuer auf die feindlichen Schützengräben und dann brechen wir, acht Kompagnien, in einer Linie wie ein Mann aus dem Graben heraus. Der erste feindliche Graben wird überrannt, die ersten Gefangenen werden gemacht. In der zweiten Stellung versucht der Gegner uoch Widerstand zu leisten, erhält sogar Verstärkung. Noch einmal müssen wir für kurze Zeit das Gewehr an die Backe nehmen. Auf die nahe Entfernung wirkt unser Feuer gut.
Vorwärts zum zweiten Sturm! Als wir vorstürm- teu, beginnen die Feinde zu fliehen. Nur wenige nahmen den Bajonettkampf auf. Viele ergeben sich. Es geht gleich wieder weiter vorwärts. Aber von Minute zu Minute wird es auch dunkler. Wir geraten in Lumpf, müssen uns seitwärts ziehen. Die Kompagnien sind durcheinander geraten, unsere Offiziere und Zugführer bemühen sich, Ordnung hineinzubringen. Ein weiteres Vorwärts in der jetzt pechschwarzen Timkelheit ist unmöglich, wir wollen daher das Morgengrauen abwarten. Es mag etwa 2 Uhr morgens geworden seht, da erweckt mich eine gewisse Unruhe aus dem Halbschlaf. Ueberall glitzern kleine Lichter, etwa von Taschenlampen herrührend auf; auch auf beiden Seiten und im Rücken die gleiche Erscheinung. Michsam tappe ich mich zum Zugführer und mache ihn- auf die Erscheinung aufmerksam. Er befiehlt mir, zum Horchposten vorzu- gehen und zu erkunden, was los fei. In der Dunkelheit. muß ich den Posten verfehlt haben. Plötzlich sehe ich mich einer geschlossenen, aus mehreren Reihen bestehenden Linie gegenüber. Das können nur Feinde sein. Also zurück. Ungesehen komme ich fort. Kaum habe ich meine Feststellung dem Zugführer gemeldet, da kommt auch schon, leise geflüstert, durch unsere Linien der Befehl, zurückzugehen.
Unbemerkt vom Feinde gelingt uns dies. Jetzt erschallt in unsern beiden Flanken, zum Teil sogar mitten unter uns, heftiges Jnfanteriefener, die Kugeln pfeifen und schlagen mit scharfem Knall in die Bäume: dazwischen lautes Hurrarufen. Einen Augenblick stutzen wir, denn das ist doch unser deutscher Schlachtruf und nicht der des Gegners. Doch schon befindet er sich in unsern Rechen. Bis zum alten Graben geht es gut, da aber versperrt uns das Drahthindernis den Weg. Mühsam bahnen wir uns den Weg hindurch. Fetzen von Mänteln, Rock und Hosen bleiben hängen. Auch unser eigenes Fell bekommt manchen Riß. Dazwischen jnitii£U*intj^^ rmMrtiugenöLu Feiude mit Schuß, Bajonett und Kolbenschkägen erwehren. Aber die Feinde müssen in der Dunkelheit auch nicht Bescheid gewußt haben. Wir kommen durch! Von meiner Gruppe fehlt nicht ein Mann. Endlich ist der Waldrand und bald auch unser alter Graben erreicht. Sofort wird das Feuer gegerr den Waldrand eröffnet und kein Gegner wagt mehr, über diesen hinauszugehen.
Weitere Drahtnachrichten.
Deutscher Fliegerangriff auf das russische
Linienschiff „Slawa".
Berlin, 28. April. (Amtlich. WTB.) Am 27. »Iwrit haben drei deutsche Flugzeuge das russische Liuieuschiff „Slawa" im Rigajschen Meerbusen mit 31 Bomben beworfen. Mehrere Treffer nnö Brandwirkung sind einwandfrei beobachtet worden. Trotz heftigster Beschießung sind sämtliche Flugzenge unversehrt zurückgekehrt.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
An der italienischen Front gefalle».
w> Berlin, 28. April. (T. II.) Der Kriegsberichterstatter des „B. T." meldet unterm 27. April: Bei den letzten Angriffen an der italienischen Front fiel k. und k. Feldmarschalleutuant Kuczera.
Rvmänische Industrielle in Bern«.
?- Berlin, 28. Amil. (T. 11.) Zu dem deutsch- rumänischen Abkommen wird dem „B. L.-A." berichtet, daß bereits drei Vertreter des Handels und der Industrie hier eingetroffen sind, um mit den deutschen Fabrikanten und Exporteuren nähere Fühlung zu ge- winitcn.
Sandel und Verkehr»
Wochenbericht der Berliner Produktenbörse.
In der am 26. April abgelaufenen Berichtswoche blieben im Warenverkehr die Umsätze in recht engen Grenzen. Aus allen Teilen des Landes lauteten die Berichte über die neuen Saaten und den Stand der Wiesen außerordentlich günstig, vielfach können bereits die Weiden benutzt werden. Angesichts der immer näher rückenden Möglichkeit der ausgiebigen Besclmf- fmm von Grünfutter hielten alle Viehhalter mit Käufen von Futterstoffen zurück, und zwar um so mehr, als die Besitzer von Ware sich nickn willens zeigten, mit ihren Preissorderungen wesentlich zurückzugehen. In den letzten Tagen jedoch machte sich für die im Preise besonders gedrückten Runkelrüben meyr Kamlnu geltend, und dieser Umstand hatte eine etwas befestigende Wirkung auf dem gesamten Markt zur Folge. Von Spelzspreumehl hatte seine Ntahlung regelmäßigen Absatz. Saathülsenfrüchte, besonders Wicken, Peluschken und Lupinen, die schnelles Grünfutter versprechen, blieben gesucht.
Im Kleinverkehr wurden nichtamtlich nachstehende Preise bekannt: Strohmehl 30—32 G, Spelzspreu 12,5t bis 13 .4. Spelzspreumehl 39—11 G Merdewöhreu 6,30 .4 für den Zentner, Runkelrüben 4,60 ,# für tot Kilogramm, Kohlrüben 3 ,4. für den Zentner Heidekraut 2,30—2,40 X Saat Hafer 450 bis 460 .4. für die Tonne ab Station.
Lebeudgewichtpreire des städtischen Viehuwrkteo Ochsen, Bullen, Färsen. Kühe, Jungvieh nickn notiert Kälber: feinste Mastkälber 170 X mittlere Mast- und beste Saugkälber 160—165 .4, geringere Mast- und ante Saugkälber 150—155 x geringe Saugkälber 116 bis 140 .*: Schafe, Schweine nicht notiert